Die Glauser-Nominierungen 2008

Februar 21, 2008

Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, hat die Nominierungen für den diesjährigen Glauser bekannt gegeben:

Roman

– Annette Berr – Die Stille nach dem Mord (Konkursbuch Verlag  Claudia Gerke)

– Lilian Faschinger – Stadt der Verlierer (Hanser)

– Gert Heidenreich – Im Dunkel der Zeit (Nymphenburger)

– Jan Costin Wagner – Das Schweigen (Eichborn)

– Emil Zopfi – Spurlos (Limmat)

 

Debüt

– K. Gerwens/H. Schröger – Stille Post in Kleinöd (Piper)

– Rainer Gross – Grafeneck (Pendragon)

– Manfred Köhler – Schreckensgletscher (Gmeiner)

– Thomas Raab – Der Metzger muss nachsitzen (Leykam)

– Sybil Volks – Café Größenwahn (Jaron Verlag)

 

Kurzkrimi

– Gisa Klönne – Pasta nach Hurenart (in: “Pizza, Pasta und Pistolen”, LangenMüller Herbig)

– Hippe Habasch – Der Hut des Präsidenten (in: Reisemagazin Bodensee, ADAC)

– Amaryllis Sommerer – Patsy Power (in: “In aller Freunschaft”, Fischer Verlag)

– Carsten Sebastian Henn – Mord im Kühlschrank (in: “Henkers Tropfen”, Emons Verlag)

– Berhard Jaumann – Schnee in der Blaukuppe (in: “Zum Sterben schön”, Wunderlich)

 

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Sabine Deitmer

                          

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimi)

– Isabel Abadi – Isola (Arena)

– Kristina Dunker – Schwindel (dtv)

– Boris Koch – Feuer in Blut (Beltz und Gelberg)

– Hilke Rosenboom – Hund Müller (Carlsen)

– Edith Schreiber-Wicke – Schatten der Angst (Thienemann)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten; – auch wenn ich gerade in der Kategorie Roman keines der nominierten Werke kenne. Von den meisten habe ich bis jetzt sogar überhaupt nichts gehört. Sind das alles unentdeckte Perlen, die bis heute von der Kritik ignoriert wurden? Möglich. Jedenfalls überrascht die Auswahl der Juroren.

Bei den Debüts sieht’s besser aus. Da wurden einige breit besprochen (auch von mir) und „Grafeneck“ von Rainer Gross ist ein durchaus lesenswerter Roman.

 

Die Gewinner werden auf der Criminale in Wien (16. – 20. April) bekannt gegeben.


Mündliche Verhandlung der Plagiatsklage gegen „Tannöd“

Februar 21, 2008

Am Mittwoch, den 20. Februar, war die mündliche Verhandlung der Klage von Peter Leuschner gegen Andrea Maria Schenkel. Er behauptet sie habe ihr Debüt „Tannöd“ aus einem seiner Sachbücher abgeschrieben. Der Richter hielt die Klage heute für nicht stichhaltig und schlug eine gütliche Einigung vor (ausführlicher in der Netzeitung).

Hier die Mitteilung von Schenkels Verlag, der Edition Nautilus:

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass das Landgericht München I die Plagiatsvorwürfe Peter Leuschners  gegen Andrea Maria Schenkel als ungerechtfertigt ansieht.

In der heutigen mündlichen Verhandlung ließ das Landgericht München I deutlich erkennen,  dass es der Klage Peter Leuschners auf Unterlassung und Schadensersatz keinerlei Erfolg in Aussicht stellt. Es ist daher davon auszugehen, dass am 21. Mai 2008 ein Urteil in diesem Sinne ergehen wird. An diesem Tag wird das Gericht seine Entscheidung und die Urteilsbegründung verkünden.

Peter Leuschner hat Andrea Maria Schenkel des Plagiats beschuldigt: Sie habe für ihren Bestseller-Roman „Tannöd“ aus seinem Sachbuch „Der Mordfall Hinterkaifeck“ abgeschrieben. In seiner Klage fordert er 500.000 Euro Schadensersatz und die Vernichtung aller existierender Exemplare von „Tannöd“. Verlag und Autorin haben den Plagiatsvorwurf immer als ungerechtfertigt zurückgewiesen – eine Haltung, die heute von gerichtlicher Seite bestätigt wurde.

Das Gericht machte deutlich, dass es keine Urheberrechtsverletzungen durch Andrea Maria Schenkel gegeben sieht, da es sich bei dem Fall Hinterkaifeck um ein belegtes historisches Ereignis handele.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Mörderisches von Blanvalet und Goldmann

Februar 20, 2008

Heute kommen wir zu zwei großen Verlagen, die einerseits viel für die Hardcorekrimifans uninteressante Bestsellerware verlegen, die andererseits aber auch einige gute Autoren in ihrem Programm haben. Ich sage nur Lynda La Plante, Ian Rankin, Mark Billingham, Jeffery Deaver, Peter Temple und Norbert Horst. Ja, der Polizist hat seine Schreibmaschine endlich wieder zum Krimischreiben benutzt.

Blanvalet

März

Margie Orford: Blutsbräute (Deutsche Erstveröffentlichung eines heftig beworbenen Krimidebüts aus Südafrika. Ich bin deshalb entsprechend misstrauisch.)

April

Clive Cussler: Cyclop (Sonderausgabe zum Welttag des Buches)

Mai

Susan Andersen: Todesspirale (Deutsche Erstveröffentlichung eines Lady-Thrillers)

Steve Berry: Patria (Deutsche Erstveröffentlichung: Cotton Malone soll Erpressern den Zugang zur Bibliothek von Alexandria verschaffen. Sonst stirbt sein Sohn.)

Jeffery Deaver: Gezinkt (Deutsche Erstveröffentlichung von sechzehn Kurzgeschichten)

Kathy Reichs: Hals über Kopf (mit einer großen Werbekampagne garnierte Taschenbuch-Veröffentlichung eines Tempe-Brennan-Romans)

Juni

Jenna C. Black: Der Seelensammler (zweiter Thriller mit der Polizistin Laura Cardinal)

Sandra Brown: Weißglut (Taschenbuchausgabe: Sayre Hoyle vermutet den Mörder ihres jüngeren Bruders im Kreis der Familie.)

Rachel Butler: Blutbild (Deutsche Erstveröffentlichung: eine Malerin und Killerin soll im Auftrag des FBI eine kriminelle Organisation unterwandern. Klingt ziemlich ausgedacht; könnte aber ein netter Schmöker sein.)

Clive Cussler/Paul Kemprecos: Höllenschlund (diese Deutsche Erstveröffentlichung ist der siebte Kurt-Austin-Roman und wurde den NUMA-Akten entnommen)

Jerome Delafosse: Im Blutkreis (Mystery-Thriller über eine Verschwörung, die die Welt an den Rand des…)

Andy McNab: Die Abrechnung (Deutsche Erstveröffentlichung eines Nick-Stone-Agententhriller)

Juli

Suzanne Brockmann: Feuerkuss (Deutsche Erstveröffentlichung)

Robin Cook: Crisis (Medizin-Thriller)

Iris Johansen: Melodie der Angst (Ein Lady-Thriller)

James Patterson: Die 5. Plage (ein „Women’s Murder Club“-Roman in der Taschenbuchausgabe)

Helena Reich: Nasses Grab (Originalausgabe; geplant als Start einer in Prag spielenden Serie mit einem sympathischen Ermittlertrio aus Kommissar, Pathologin und Reporterin. Hm.)

Andreas Wilhelm: Projekt Sakkara (Ein Mystery-Thriller)

August

Commander James Barrington: Die Virus-Waffe („Die britische Antwort auf Tom Clancy!“ – Sie sind gewarnt.)

Janet Evanovich: Tiefer gelegt (Krimikomödie ohne Stephanie Plum)

David Gibbins: Mission: Atlantis (oder: Viele Menschen suchen die untergegangene Stadt Atlantis und es geht rund.)

Tami Hoag: Kaltherzig (Deutsche Erstveröffentlichung: Eine Ex-Polizistin muss sich auf der Jagd nach einem Mörder den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen. Tja, nun.)

Linda Howard: Mordgeflüster (Deutsche Erstveröffentlichung eines Lady-Thrillers: ein Unbekannter scheint noch eine Rechnung mit Blair Mallory offen zu haben.)

Mike Lawson: Der Luchs (Thrillerdebüt über einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Die Kritiken versprechen eine spannenden, leicht unrealistischen Verschwörungsthriller.)

Lisa Scott: Die Richterin (Deutsche Erstveröffentlichung, Thriller über eine Richterin auf Mördersuche)

Debra Webb: Wie ein böser Traum (Deutsche Erstveröffentlichung)

September

Dale Brown: Erstschlag (Deutsche Erstveröffentlichung: Major Jason Richter und seine Hightech-Eingreiftruppe zeigen einem Drogenbaron wo der Hammer hängt.)

Gilles Del Pappas: Der Kuss der Muräne (Deutsche Erstveröffentlichung; Marseille-Krimi für die Camilleri-Fans)

Cindy Gerard: Riskant (Deutsche Erstveröffentlichung; nach einer längeren Pause erscheint jetzt der vierte Bodyguard-Roman. Bis jetzt gefiel mir der erste Bodyguard-Roman „Wer den Tod begrüßt“ am besten.)

Brad Thor: Overkill (Deutsche Erstveröffentlichung eines Agententhrillers)

Oktober

Chelsea Cain: Furie (Ihr Debüt als Taschenbuch: ein Polizist in den Händen einer Serienmörderin. Die Fortsetzung erscheint die Tage als Hardcover.)

Lynda La Plante: Die blutrote Dahlie (Deutsche Erstveröffentlichung eines Polizeithrillers von der in Großbritannien erfolgreichen TV-Produzentin.)

Giuseppe Pederiali: Die Todesshow (Deutsche Erstveröffentlichung eines in Italien spielenden Krimis)

Vanda Symon: Ein harmloser Mord (Deutsche Erstveröffentlichung; Eine Polizistin ermittelt in Neuseeland)

Goldmann – Taschenbuch

März

Jonathan Burnham Schwartz: Eine Sekunde nur (Buch zum Film mit Joaquin Phoenix und Jennifer Connelly)

Janet Evanovich & Charlotte Hughes: Jeder Kuss ein Treffer (Deutsche Erstveröffentlichung, Komödie)

April

Deborah Crombie: Der Rache kaltes Schwert (limitierte Auflage zum Sonderpreis zum Welttag des Buches)

Nicci French: Der Feind in deiner Nähe (Taschenbuch-Ausgabe)

Frank Schätzing: Mordshunder (Taschenbuchausgabe mit Rezepten von 15 Kölner Küchenchefs; die Verfilmung läuft im Frühjahr bei RTL)

Minette Walters: Der Schrei des Hahns (Deutsche Erstveröffentlichung: kurzer Psychothriller über einen historischen Kriminalfall)

Mai

Jennifer Apodaca: Ladykiller (Deutsche Erstveröffentlichung, der Romance Readers Connection ist begeistert von dieser „Romantischen Komödie des Monats“)

Giorgio Faletti: Im Namen des Mörders (Deutsche Erstveröffentlichung: ein Halbindianer muss sich seinen und den Dämonen seines Stammes stellen.)

Frederick Forsyth: Der Afghane (heftig beworbene Taschenbuch-Ausgabe des Spiegel-Jahresbestsellers 2006: SIS-Agent Mike Martin soll einen Al-Kaida-Anschlag verhindern.)

Martha Grimes: Inspektor Jury geht übers Moor (Neuauflage des Rowohlt-Titels)

Ruth Rendell: Alles Liebe vom Tod/Mord ist ein schweres Erbe (die Wexford-Krimis erscheinen jetzt wieder monatlich in chronologischer Reihenfolge in Doppelbänden)

Michael Robotham: Todeskampf (Deutsche Erstveröffentlichung, ist der Krimi des Monats des Verlages)

Andrew Taylor: Im Zeichen des Raben (Deutsche Erstveröffentlichung: ein Kinderspiel wird zum Alptraum.)

Juni

Jonathan Kellerman: Narben – Ein Alex-Delaware-Roman (Muss noch mehr gesagt werden?)

John Matthews: Die letzte Stunde (Deutsche Erstveröffentlichung: Thriller über einen Anwalt der seinen Mandanten vor der Todesstrafe bewahren will. Dummerweise hat dieser alles gestanden und will sterben. – Hübsche Prämisse. Mal lesen, wie’s ausgeht.)

Ian Rankin: Eindeutig Mord – Zwölf Fälle für John Rebus (Kurzgeschichten in Deutscher Erstveröffentlichung)

Patrick Redmond: Die Gottesanbeterin (Deutsche Erstveröffentlichung eines psychologischen Thrillers)

Ruth Rendell: Schweiß der Angst/Mord am Polterabend

Daniel Scholten: Der kopflose Engel (dritter Fall für Kommissar Cederström)

Peter Temple: Kalter August (hab ich bereits abgefeiert)

Grazia Verasani: Briefe einer Toten (Deutsche Erstveröffentlichung: eine Privatdetektivin ermittelt in Bologna.)

Juli

Maxime Chattam: Das Pentagramm (ein Mystery-Thriller)

Patricia Cornwell: Gefahr – Ein Win-Garano-Roman

Robert Ellis: Todesqual (Deutsche Erstveröffentlichung – Michael Connelly blurbt diesen Polizistin-jagt-Serienkiller-Krimi)

Martha Grimes: Karneval der Toten – Ein Inspector-Jury-Roman

Marcel Feige: Gier (Deutsche Erstausgabe – Kommissar Kalkbrenner ermittelt wieder in meiner Stadt. Aber dieses Mal ohne mich.)

G. M. Ford: Die Spur des Blutes (Blown Away, 2006 – sechster und vorläufig letzter Corso-Roman)

Ruth Rendell: Der Liebe böser Engel/Schuld verjährt nicht

John Searles: Kind der Lüge (Deutsche Erstveröffentlichung; ist wohl eher eine Familientragödie)

Dimitri Stachow: Der Retuscheur (Deutsche Erstveröffentlichung eines russischen Mystery-Thrillers: ein Fotograf retuschiert Menschen aus Bildern. Kurz darauf verschwinden diese Menschen.)

Michelle Wan: Wer Lügen sät – Ein Krimi aus der Dordogne (Deutsche Erstveröffentlichung)

August

Mark Billingham: Das Blut des Opfers – Ein Inspector-Thorne-Roman (Deutsche Erstveröffentlichung: Thorne jagt einen Killer, der nichts mehr zu verlieren hat)

Gianrico Carofiglio: In freiem Fall (habe ich bereits abgefeiert)

Michael Crichton: Next (oder Crichton und die bösen Umtriebe der Biogenetiker.)

Janet Evanovich: Liebe über Bord (eine romantische Screwball-Komödie ohne Stephanie Plum)

Eugenio Fuents: Das Herz des Mörders – Ein Fall für Ricardo Cupido (der in Spanien einen Mörder jagt)

Gerald Hagemann: Mord bei Pooh Corner (Originalausgabe; könnte ziemlich cozy sein)

Thomas O’Callaghan: Blutrituale (nach „Der Knochendieb“ jagen die Polizisten Driscoll und Aligante wieder einen Serienkiller. Oder zwei?)

Anne Perry: Gefährliche Trauer/Eine Spur von Verrat (zwei im viktorianischen England spielende Privatdetektiv-William-Monk-Romane)

Ruth Rendell: Die Tote im falschen Grab/Phantom in Rot

Sabine Rückert: Unrecht im Namen des Volkes – Ein Justizirrtum und seine Folgen (Sachbuch über zwei zu Unrecht als Vergewaltiger verurteilte Männer)

September

Jefferson Bass: Bis auf die Knochen (Forensiker Bill Brockton will wissen, warum der Mann in Frauenkleidern sterben musste.)

Stephen Booth: Todesnacht (750 Seiten – Soll das noch ein Krimi sein?)

Jan Burke: Blutsverwandte (Deutsche Erstveröffentlichung – müsste das für den Anthony- und Nero-nominierte „Kidnapped“ sein. Dieses Mal hat Journalistin Irene Kelly Trouble, nachdem sie eine Geschichte über misshandelte und vermisste Kinder veröffentlicht.)

Norbert Horst: Sterbezeit (Endlich erscheint sein vierter Krimi)

Jonathan Kellerman: Schwere Schuld/Faye Kellerman: Der Wächter meiner Schwester (Deutsche Erstveröffentlichung zweier für Kellermansche Verhältnisse kurzer Romane in einem Band)

Frank Littek: Alle Achtung! – Sich erfolgreich schützen und zur Wehr setzen bei Überfällen, Einbrüchen, Taschendiebstählen, etc. (Sachbuch, Originalausgabe)

Andy McDermott: Die Jagd nach Atlantis (Deutsche Erstveröffentlichung. „Für alle Leser von Clive Cussler“ schreibt Goldmann sicher ziemlich treffend.)

James Patterson: Totenmesse (Deutsche Erstveröffentlichung: Start der Serie mit dem polizeilichen Deeskalationsexperten Mike Bennett. Die Trauergäste bei der Beerdigung der First Lady werden als Geisel genommen und Bennett beginnt mit den Verhandlungen.)

Ruth Rendell: Der Kuss der Schlange/Leben mit doppeltem Boden

Lawrence Wright: Der Tod wird euch finden – Al-Qaida und der Weg zum 11. September (Taschenbuchausgabe des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Sachbuchs)

Oktober

Maxime Chattam: Bestie (Deutsche Erstveröffentlichung eines französischen Bestsellers. Eine Bestie dezimiert eine Schiffsbesatzung. Aber sie hat nicht mit Leutnant Craig Ferwin gerechnet.)

Michael Chrichton: The Lost World – Vergessene Welt (Arbeitstitel war wohl „Jurassic Park II“)

Barbara Krohn: Die achte Todsünde – Ein Neapel-Krimi

Natasha Mostert: Der Fluch der Schwestern (Mystery-Thriller in Deutscher Erstveröffentlichung)

Anne Perry: Das dunkle Labyrinth (William Monk ermittelt in den Abwasserkanälen Londons)

Ian Rankin: Der diskrete Mr. Flint (ein von mir bereits abgefeiertes Frühwerk von Rankin)

Ruth Rendell: Der Tod fällt aus dem Rahmen/Die Verblendeten

Frank Schätzing: Tod und Teufel – Die illustrierte Ausgabe des Weltbestsellers (Weltbestseller ist, ohne Übersetzung ins Englische, wohl etwas hoch gegriffen)

Mike Walters: Blutiger Schnee (Auch in Ulan Bator dezimiert ein Serienkiller Westler. Gut, dass Inspector Nergui ermittelt.)

Louise Welsh: Der Kugeltrick

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner Grafit


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Wir können auch Krimis

Februar 15, 2008

Im zweiten Teil unserer kleinen Verlagsschau sehen wir uns das Frühjahrprogramm einiger kleiner Verlage, die regelmäßig gute Krimis veröffentlichen, an. Der Alexander Verlag, die Edition Nautilus, Pendragon, der Unionsverlag, Pulp Master und vgs veröffentlichen nicht nur Kritikerlieblinge, sondern sie haben auch einige die Bestsellerlisten stürmende  Publikumslieblinge im Angebot.

 

 

Alexander Verlag

setzt seine Ross-Thomas-Neuausgabe fort:

Ross Thomas: Teufels Küche (Überarbeitete Neuausgabe von „Mördermission“ [Missionary Stew, 1983]; erhielt 1986 den Deutschen Krimi Preis und Stephen King meint: „Dieses Buch ist definitiv das beste, das ich von Ross Thomas gelesen habe.“)

David Mamet: Bambi vs. Godzilla (Arbeitstitel; David Mamet meckert über Hollywood; das ist zwar kein Krimi, aber David Mamet hat mit seinen Drehbüchern und Filmen auch im Genre seine Spuren hinterlassen.)

Die Bücher erscheinen im Frühjahr.

 

 

Edition Nautilus

setzt die „Kaliber .64“-Reihe (64 Seiten und Schluss – schöne Reihe mit inzwischen schon einigen Entdeckungen) mit drei Geschichten fort:

Bernhard Jaumann: Geiers Mahlzeit

Roman Rausch: Meet the Monster

Friedrich Ani: Der verschwundene Gast

Die Bücher erscheinen Ende Februar.

 

 

Pendragon

Herausgeber Günther Butkus verspricht mir immer wieder, dass im nächsten Programm weniger Kriminalromane seien – und bricht dieses regelmäßig dieses Versprechen. Aber bei diesen angekündigten Romanen will ich wirklich nicht böse sein:

Februar

Frank Göhre: MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser (Nachdem Göhre vor Jahren bereits die Werke von Friedrich Glauser herausgegeben hat, legt er jetzt eine literarische Annäherung an Glauser vor.)

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag (Neuveröffentlichung von „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“, dem auch verfilmten „Schnelles Geld“ und den bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten „Verrückte Schritte“ und „Keine Chance“)

Renate Niemann: Der Graumacher (Psychothriller über eine Journalistin, die den Graumacher jagt.)

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis (Nach einer langen Pause endlich wieder ein neuer Schweiger. Dieses Mal erzählt er eine Familien- und Rachegeschichte.)

Jürgen Siegmann: Am Abgrund (In Bielefeld verschwinden zwei Schülerinnen. Kommissar Lippe ermittelt.)

März

Die Schweizer gestalten den Pendragon-März

Mitra Devi: Stumme Schuld (Eine Privatdetektivin sucht einen Mörder und findet zunächst viele Verdächtige.)

Roger Graf: Die Frau am Fenster (Yep, der Mann, der uns die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney bescherte scheint dieses Mal wesentlich ernsthafter zu erzählen. Jedenfalls sucht die Polizei nach einem Mörder, der bei seinen Opfern immer eine Plastikuhr mit der Uhrzeit 11.15 Uhr zurücklässt.)

Daniel Himmelberger/Saro Marretta: Die letzte Reise nach Palermo (Ein Berner Schriftsteller wird ermordet. Seine Kollegen fragen sich, ob’s die Mafia war. Die Polizei ermittelt.)

Roger Strub: Kalter Abschied (Vor dreißig Jahren brachte eine Mutter zuerst ihre Kinder und dann sich um. Heute untersucht die Polizei den Fall wieder und fragt sich, ob die Tote wirklich die Mutter war.)

 

 

Unionsverlag

Bleiben wir in der Schweiz. Der Unionsverlag legt sein erstes Krimiprogramm nach dem Ausscheiden von Thomas Wörtche als Herausgeber vor. Aber für die meisten Bücher dürfte Wörtche noch irgendwie verantwortlich sein. Jedenfalls liest sich das Programm so:

Fester Einband

Leonardo Padura: Das Havanna-Quartett (Sammelband mit „Ein perfektes Leben“, „Handel der Gefühle“, Labyrinth der Masken“ und „Das Meer der Illusionen“)

Claudia Pineiro: Ganz die Deine (Tuya, 2003 – Inés wird von ihrem Mann betrogen. Irgendwann reicht es ihr und sie beginnt einen Rachefeldzug. Die ersten Zeilen gefallen mir sehr gut.)

Tran-Nhut: Das schwarze Pulver von Meister Hou – Ein Kriminalfall für Mandarin Tan (La pudre noire de Maitre Hou, 2002 – eine im Vietnam des 17. Jahrhunderts spielende Mischung aus historischem Roman, Spannung und Fantasy)

Taschenbuch

Februar

Friedrich Glauser: Die Wachtmeister-Studer-Romane (alle sechs Krimis in einer Kassette und damit die ideale Ergänzung zu Frank Göhres Glauser-Roman)

Celil Oker: Dunkle Geschäfte am Bosporus (Son Ceset, 2004 – Nach einer vierjährigen Pause und nachdem ich bereits die Hoffnung auf eine weitere Übersetzung eines Krimis mit Privatdetektiv Remzi Ünal aufgegeben hatte, erscheint jetzt sein vierter Fall. Guter Hardboiled aus der Türkei.)

Leonardo Padura: Adiós Hemingway (Adios Hemingway, 2006 – hab ich bereits abgefeiert)

Manfred Wieninger: Kalte Morde (Erstausgabe 2006 im Haymon-Verlag – Privatdetektiv Marek Miert glaubt nicht an die Mär von den blutrünstigen Ausländern. Er sucht den wahren Mörder.)

April

Garry Disher: Schnappschuss (Snapshot, 2005 – hab ich bereits abgefeiert)

Bill Moody: Solo Hand (Solo Hand, 1994 – Neuausgabe des ersten Evan-Horne-Krimis. Moodys Evan-Horne-Serie hab ich hier abgefeiert.)

Gabriel Trujillo Munoz: Tijuana Blus (El festín de los cuervos, 2002 – hab ich bereits abgefeiert)

 

Pulp Master

will mit zwei Werken den Sommer lebenswert gestalten:

Buddy Giovinazzo: Piss in den Wind (College-Dozent James Gianelli bringt in einem Wutanfall seine Freundin um und entsorgt die Leiche. Kurz darauf trifft er Dominique und jetzt hat er wirkliche Probleme, „denn sie ist nicht nur ultra-cool, sondern irgendwie auch ultra-tot…“ – Ah, das klingt angenehm abgedreht.)

Thor Kunkel: Kuhls Kosmos (Silvester 1979: Raubmörder Kuhl hat sich von Frankfurt nach Miami verabschiedet und, weil er gerne auf großem Fuß lebt, muss er sich schnell um neue Einkünfte kümmern. „Neo-Pulp für Fortgeschrittene“ schreibt der Verlag über dieses Comin-of-Age-Werk. Bin sehr gespannt.)

 

VGS

Die meisten VGS-Bücher sind für Krimifans nicht sonderlich interessant. Aber mit den „CSI“-Romanen gibt es spannendes Futter für die Buch-zum-Film-Fraktion (obwohl es sich hier um neue Fälle mit den bekannten Seriencharakteren handelt) und auch die Freunde einer gut geplotteten Geschichte dürfen zugreifen:

März

Max Allan Collins: CSI: Crime Scence Investigation – Die Last der Beweise (Ich bin halt ein Collins-Fan.)

April

Donn Cortez: CSI: Miami – Todsicheres Alibi

Donn Cortez: CSI: Miami – Im freien Fall

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

Hier geht’s zu Teil 1: Emons, Gmeiner Grafit


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Auftritt der Krimiverlage

Februar 13, 2008

Die Verlage Emons, Gmeiner und Grafit sind vor allem für ihre Kriminalromane von deutschsprachigen Autoren bekannt. Emons und Gmeiner veröffentlichen auch andere Bücher. Grafit lässt inzwischen auch übersetzten. Trotzdem liegt bei diesen Verlagen der Schwerpunkt immer noch bei Krimis von deutschsprachigen Autoren.

 

Emons

Februar

Martin Conrath: Der Schattenreiter (Saarland Krimi: Kommissar Bremer ermittelt im Reitermilieu. Ohne mich; denn „Das schwarze Grab“ gefiel mir überhaupt nicht.)

Markus Guthmann: Weinstrassen Marathon (Pfalz Krimi: Ein toter Historiker, ein fünf Jahre zurückliegender Mord und ein Keltengrab beschäftigen das Team Roöder/Hellinger.)

Ingrid Strobl: Tödliches Karma (Köln Krimi: Nele soll ihren Dealer umgebracht haben. Katja glaubt’s nicht.)

März

Peter Freudenberger: Stiller und die Tote im Bus (Main Krimi: Journalist Paul Stiller will herausfinden, wer die alte Hedda Kunkel in einem Linienbus vergiftete. – Hm, nicht gerade der Unauffällige Tatort Nr. 1.)

Alfred Hellmann: Vor den Hymnen (Erstens: der Krimi spielt in Berlin. Zweitens: ich kenne den Autor. Drittens: ich bin gespannt.)

Hannsdieter Loy: Rosen für eine Leiche (Oberbayern Krimi: Kriminalrat a. D. Joe Ottakring will den Mörder der in einem Ausflugschiff ermordeten Menschen finden.)

Barbara Meyer: Im Schatten des Doms (Historischer Kriminalroman: Paderborn um 1600)

Antonia Pauly: Der Büttel zu Köln (Historischer Kriminalroman: Köln, 1271)

April:

Hannes Nygaard: Todesküste (Hinterm Deich Krimi: Haben Terroristen auf dem Heider Marktfrieden einen Mord verübt? Lüder Lüders und Große Jäger – die Namen sind kein Scherz – ermitteln.)

Rainer Martin Mittl: Der Fröhlichmann (Der Badische Krimi: in dem Psychothriller müssen sich die Kommissare Kindlein und Morgenthaler mit zwei Männern herumschlagen, die die gleichen Frauen umgebracht haben wollen.)

Britt Reissmann: Der Traum vom Tod (Stuttgart Krimi: Kommissarin Thea Engel ermittelt in der Szene der Fantasy-Rollenspiele.)

Jobst Schlennstedt: Tödliche Stimmen (Küsten Krimi: Kommissar Birger Andresens dritter Fall: Ein Serienmörder in Lübeck?)

Mai

Oliver Buslau: Neandermord (Der Bergische Krimi: Privatdetektiv Remigius Rott wird Zeuge eines Mordes und Gejagter. Das könnte ein spannender Thriller sein.)

Edgar Noske: Himmel über Köln (allerdings nicht heute, sondern 1968)

 

 

Gmeiner

Der Verlag aus Meßkirch feiert das zehnjährige Bestehen seiner Krimireihe. Dafür schon einmal Herzlichen Glückwunsch. Der erste Teil des Jubiläumsprogramms enthält:

Hermann Bauer: Fernwehrträume (Ein Wiener Kaffehauskrimi mit einem Amateurdetektiv auf Mörderjagd.)

Sinje Beck: Totenklang (Anscheinend der dritte und letzte Heiner-Himmel-Krimi.)

Ulrike Blatter: Vogelfrau (Kommissar Erich Bloch sucht den Mörder eines Archäologieprofessors, der standesgemäß mit einer Steinzeitaxt erschlagen wurde.)

Manfred Bomm: Notbremse (Kommissar Häberles achter Fall: dieses Mal führen ihn die Morde zu Pharmakonzernen und zur Spielautomatenmafia. Da fragen wir uns doch, wer von beiden der größere Schurke ist.)

Ella Danz: Nebelschleier (Kommissar Angermüller muss auch im Urlaub Mörder jagen. Ein Großgrundbesitzer, der seine Felder einem Gentechnikkonzern verkaufen wollte, wurde erwürgt.)

Sandra Dünschede: Solomord (Kommissar Hagen Brandt sucht den Mörder eines entführten Mädchens. Die Spur führt – Überraschung! – ins Kinderpornomilieu.)

Pierre Emme: Ballsaison (Krimi zur Fußball-EM)

Christian Gude: Binärcode (Ein ermordeter Italiener und geheimnisvolle Signale aus dem All beschäftigen Kommissar Karl Rünz.)

Uwe Gardein: Die letzte Hexe – Maria Anna Schwegelin (Historischer Kriminalroman: Kempten, 1775)

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip (Neuauflage; Deutscher Krimi Preis 1992)

Erwin Kohl: Willenlos (Ein Polizist wird ermordet. Der Täter ist auch schnell gefunden. Aber Kommissar Joshua Trempe glaubt nicht an diese einfache Lösung.)

Paul Lascaux: Salztränen (Privatdetektiv Heinrich Müller soll herausfinden, ob der Autounfall eines Käseeinkäufers wirklich nur ein Unfall war. Lascaux hat unter seinem bürgerlichen Namen Paul Ott das sehr lesenswerte Sachbuch „Mord im Alpenglühen: Der Schweizer Kriminalroman“ veröffentlicht)

Claudia Puhlfürst/Petra Steps (Hrsg.): Mordssachsen 2 (Zwanzig Kurzgeschichten von –ky, Jan Flieger, Franziska Steinhauer und anderen)

Jochen Senf: Knochenspiel (Fritz Neuhaus schlägt sich dieses Mal mit der Organmafia herum.)

Friederike Schmöe: Pfeilgift (Ein Ehemann wird mit einem mit Curare vergifteten Pfeil umgebracht. Privatdetektivin Katinka Palfy ermittelt.)

Harald Schneider: Ernteopfer (Kommissar Reiner Palzki jagt den Mörder eines polnischen Erntehelfers und stochert unter Gemüsebauern herum.)

Franziska Steinhauer: Menschenfänger (Kommissar Peter Nachtigall jagt einen mehrfachen Frauenmörder. Außerdem sucht die Polizei einen flüchtigen Vergewaltiger und Mehrfachmörder. Nach dem Krimilehrbuch gehören beide Fälle zusammen.)

Günther Thömmes: Der Bierzauberer (Historischer Kriminalroman: Mittelalter)

Verena Wyss: Todesformel (das Manuskript erhielt 2004 den Frauen-Krimi-Preis „Agathe“)

Wolfgang Zander: Hundeleben (Privatdetektiv Siegfried Gass muss sich mit zwei Millionen Euro, einer verlassenen Frau, sexlüsternen Buchhändlerinnen und feuerfesten Kinoleinwänden herumschlagen.)

 

 

Grafit

Februar

Jacques Berndorf: Eifel-Kreuz (Taschenbuch-Ausgabe)

Ingo Gach: Freyas Fluch (Historischer Kriminalroman; spielt im von Römern besetzten Köln)

Pentti Kirstilä: Schwarzer Frühling – Ein Fall für Lauri Hanhivaara (Taschenbuch-Ausgabe)

Ernst Solèr: Staub im Schnee (Dritter Kommissar-Staub-Krimi: ein bekannter TV-Moderator wird ermordet.)

April

Angela Esser (Hrsg.): Schöne Leich’  in Wien (Kurzgeschichten zur Criminale von Heinrich Steinfest, Jürgen Kehrer, Burkhard Driest, Nessa Altura, Leo P. Ard, Andrea Maria Schenkel und anderen)

Peter Godazgar: Unter schrägen Vögeln (Privatdetektiv Markus Waldo zweifelt an seinem Job. Er soll den Entführer von Kaninchen finden.)

Matti Rönkä: Bruderland (Der zweite Viktor-Kärppä-Krimi oder guter Hardboiled aus Finnland.)

Mai

Lucie Klassen: Der 13. Brief (Debüt: eine Ausreißerin drückt wieder die Schulbank. Sie will herausfinden, warum die 16-jährige Eva sich umbrachte.)

Jaroslav Kutak: Tod unter Par (Ein Schulfreund von Privatdetektiv Karel Schwarz stirbt auf dem Golfplatz. Der Detektiv sucht unter den Vereinsmitgliedern den Mörder. Das klingt nicht besonders aufregend, aber Kutak wurde für „Strafe muss sein“ mit dem tschechischen Krimipreis ausgezeichnet und mit 192 Seiten ist „Tod unter Par“ angenehm kurz.)

Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld (Historischer Kriminalroman aus dem Vormärz)

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.


RiP: Roy Scheider, Stefan Murr; WGA-Drehbuchpreise 2008

Februar 12, 2008

R. i. P. Roy Scheider (10. November1932 – 10. Februar 2008 )

Er spielte in „Klute“, „French Connection“, „Der weiße Hai“, „Der Marathon-Mann“, „Atemlos vor Angst“, „Hinter dem Rampenlicht“, „In der Stille der Nacht“, „Das fliegende Auge“, „2010 – Das Jahr in dem wir Kontak aufnehmen“, „52 Pick-Up“, „Das Russland-Haus“, „Romeo is bleeding“, „Naked Lunch“ und „Der Regenmacher“ mit. Wahrlich keine schlechte Liste.

(Weitere Infos: Nachruf der New York Times; Nachruf von Associated Press; Meldung in Spiegel Online)

R. i. P. Stefan Murr (4. September 1919 – 22. Januar 2008)

Einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren(Ein Toter stoppt den 6 Uhr 10; Vorsicht – Jaczek schießt sofort; Affäre Nachtfrost, Auf den Tag genau) ist tot – und die Zahl der Nachrufe hält sich in überschaubaren Grenzen. Die Alligatorpapiere melden es und hier gibt es einen, hm, Nachruf. „Stefan Murr ist ein Phänomen. Von allen deutschen Krimi-Autoren ist er der dienstälteste, der kontinuierlich veröffentlicht, und er konnte sich sogar im Hardcover-Bereich etablieren, in Deutschland ein schwieriges Terrain für heimische Thriller-Autoren.“ (Rudi Kost/Thomas Klingenmaier: Steckbriefe, 1995)

Die WGA hat ihre Preise für die besten Drehbücher verliehen (btw: der Streik ist wohl zu Ende.). Keine schlechte Liste mit vielen bekannten Namen. So sind die Coen-Brüder mit „No Country for old Men“ dabei. „The Wire“ (Wann kommt diese diese Polizeiserie endlich ins deutsche Fernsehen?) und „The Company“ (die auf Robert Littells Roman basierende Miniserie hat auch noch keinen deutschen Ausstrahlungstermin) ebenso. Aus dem Nicht-Krimi-Bereich wurden „Juno“ von Diablo Cody als bestes Drehbuch und „Taxi to the Dark Side“ von Alex Gibney als beste Dokumentation prämiert. – Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


„Vanity Fair“-Hollywood-Ausgabe mit Hitchcock-Nachinszenierungen

Februar 11, 2008

Im neuen Vanity Fair (Nein, nein, nein, nicht im deutschen, im amerikanischen) gibt es eine Bilderstrecke, in der bekannte Schauspieler bekannte Szenen aus Alfred-Hitchcock-Filmen nachstellen. Sehen Sie sich das Retro-Vergnügen an – und erraten die Stars.


Bloody Cover

Februar 10, 2008

Zum siebten Mal kann das „Bloody Cover“ gewählt werden. Wie der englischsprachige Name eindeutig verrät, geht es um die Wahl des besten Titelbildes eines deutschsprachigen Kriminalromans. Zu den Titelbildern und zur anschließenden Wahl geht’s hier lang.


Unsortierte Kurzmeldungen mit viel Stallone

Februar 8, 2008

„Rambo IV“ läuft in den deutschen Kinos in einer gekürzten Fassung. Wahrscheinlich wurde eine Minute herausgeschnitten. Schade, denn nach den bisherigen Meldungen scheint er wieder an den ersten Rambo-Film anzuknüpfen.

Ken Levine erklärt, was die Technischen Berater beim Film machen. Er greift dabei auf seine Erfahrung bei „M. A. S. H.“ zurück. Anfangs hatten sie einen Technischen Berater vom Militär, der ihnen lange Fachvorträge hielt. Innerhalb weniger Monate wurde er dann ‚zu Hollywood‘. Die Show scheint – im Gegensatz zu den neuen Arztserien – den medizinischen Teil fachlich richtig gezeigt zu haben. Das gleiche gilt für „CSI: Las Vegas“. Schön ist hier auch die Diskussion dazu und der Hinweis auf die Criterion-„Armageddon“-DVD und den Audiokommentar der Technischen Berater. Im Wesentlichen sagen sie wohl immer wieder: „Wir haben Michael Bay gesagt, dass das so nicht geht. Es war ihm egal.“

Markus Sakey (Der Blutzeuge) hat Barack Obama gewählt und erklärt es im „Outfit“:

I believe that Obama’s character is exactly what we need right now. Now perhaps more than ever in our history. Our role in the world is changing. Our internal systems are breaking down. We are divided and distrustful.

We need a leader of unquestionable intelligence who refuses to dumb down a position to a soundbite. We need a leader who is more interested in fixing America’s many problems than in sitting behind the big desk. We need a leader who dares tells us that we shouldn’t be afraid to hope.

Duane Louis (Swierczynski) , der Autor von „Blondes Gift“, hat seinen Brotjob gekündigt. In seinem Blog erklärt er warum (Tja, er will mehr schreiben.) und verlinkt zu einem Interview (So sieht er aus, wenn er in einem New Yorker TV-Studio sein Sherlock-Holmes-Rätselbuch vorstellt: Will you solve Sherlock’s Mystery?).

Die Februar-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online mit Besprechungen von Joe Hill (Black Box, Kurzgeschichten) und William Gibson (Mustererkennung).

Bleiben wir in der Zukunft: eine nicht produzierte Version von „Demolition Man“ (der Action-Kracher in dem Stallone und Snipes sich verkloppen) ist online. Die Fassung vom 19. November 1992, geschrieben von Daniel Waters und Jonathan Lemkin scheint sich, so Donovan, sehr von dem Film zu unterscheiden: DEMOLITION MAN changed almost completely from its first draft before it made it to the screen. Different characters, different story, different genre, even a different “world”. Only Lenkov’s basic concepts (e.g. cryo-prison, cop vs psycho) survived.


Zwei Hinweise: John-Harvey-Interview, Februar Krimi-Couch

Februar 3, 2008

Jetzt hat auch mich der normale Winterschnupfen erwischt. Das hat bei allen Nachteilen einen Vorteil: Ich habe eine gute Entschuldigung für meine Abwesenheit beim Rosenmontagszug.

Einer der Nachteile: meine für heute geplante Besprechung von Marc Kaysers Debüt „Trias“ erscheint später. Aber soviel kann schon verraten werden: der Politthriller hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Berliner können sich am Dienstag, den 5. Februar, um 20.00 Uhr in der Bertelsmann AG (Unter den Linden 1) von den Qualitäten des Buches überzeugen.

Und nun zu den versprochenen Hinweisen:

Ali Karim redet mit John Harvey (und veröffentlicht es mit einer langen Einladung im Rap Sheet).

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online. Duane Louis (Swierczynski) wird abgefeiert. Ebenso C. J. Box, Gianrico Carofiglio und Marcus Sakey. Simon Brett nicht. Den Rest müssen Sie sich selbst ansehen.

Ich pflege jetzt meine Krankheit.


Nominierungen, Preise, Wahre Worte und der „Big Thrill“

Februar 1, 2008

Für den diesjährigen Hammett-Preis sind diese Werke nominiert:

 

Gil Adamson, The Outlander

Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union: A Novel

Michael Dibdin (1947-2007), End Games: An Aurelio Zen Mystery (Sterben auf Italienisch)

Katie Estill, Dahlia’s Gone: A Novel

Martin Cruz Smith, Stalin’s Ghost: An Arkady Renko Novel (Stalins Geist)

 

Der Preis wird von der nordamerikanischen Sektion der International Association of Crime Writers für besonders gute von US-amerikanischen und kanadischen Autoren geschriebene Kriminalromane vergeben. Der Preisträger wird im Juni auf der Bloody Words Conference in Toronto verkündet.

(via Sarah Weinmann)

 

 

Der Publikumspreis Spinetingler ist vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

 

Best Novel, Legend: Laura Lippman: What the Dead Know

 

Nominiert:

Ken Bruen: Cross

Ken Bruen: Priest

James Lee Burke: The Tin Roof Blowdown

Ian Rankin: The Naming of the Dead (Im Namen der Toten)

James Reasoner: Devil’s Dust

 

Best Novel: Rising Star: Sean Doolittle: The Cleanup

 

Nominiert:

Charlie Huston: The Shotgun Rule

Larry Karp: The Ragtime Kid

Rick Mofina: A Perfect Grave

P. J. Parrish: A Thousand Bones

Steven Torres: Concrete Maze

 

Best Novel: New Voice: Allan Guthrie: Hard Man

 

Nominiert:

Megan Abbott: Queenpin

Declan Burke: The Big O

Steve Mosby: The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer)

J. D. Rhoades: Safe and Sound

Duane Swierczynski: The Blonde (Duane Louis: Blondes Gift)

 

Best Publisher: Bitter Lemon Press

 

Nominiert: Europa Editions; Hard Case Crime; Poisoned Pen Press; Text Publishing

 

Best Cover: Allan Guthrie: Hard Man (gestaltet von Vaughn Andrews; Foto von Corbis)

 

Nominiert:

Robert Terrall: Kill Now, Pay Later (gezeichnet von Robert McGinnis)

Gil Brewer: The Vengeful Virgin (gezeichnet von Greg Manchess)

George Axelrod: Blackmailer (gezeichnet von Glen Orbik)

Nick Stone: Mr. Clarinet (gestaltet von Emily Cavett Taff)

 

Best Editor: Stacia Decker, Harcourt

 

Nominiert: Charles Ardai, Hard Case Crime; Alison Janssen, Bleak House; Barbara Peters, Poisoned Pen Press; and Dave Thompson, Busted Flush

 

Special Services to the Industry: Daniel Hatadi von Crimespace

 

Nominiert: Ali Karim of Shots und The Rap Sheet; Graham Powell von CrimeSpot; J. Kingston Pierce von The Rap Sheet; Maddy Van Hertburger von 4MA; Sarah Weinman von Confessions of an Idiosyncratic Mind

 

Best Short Story on the Web:Seven Days of Rain,” by Chris F. Holm (Demolition)

Nominiert:

Charles Ardai: The Leap (Hardluck Stories)

Stephen Blackmoore: Breaking in the New Guy (Demolition

Nathan Cain: Amphetamine Logic (ThugLit

Lyman Ferro: The Switch (ThugLit)

Gerri Leen: Shared Losses (Shred of Evidence)

Amra Pajalic: The Living Dead (Spinetingler)

Kelli Stanley: Convivum (Hardluck Stories)

(via The Rap Sheet)

 

 

Dieter Paul Rudolph schreibt wahre Worte über Leserreaktionen auf Verrisse. Schade, dass Künstler, deren Freunde und Fans den Kritiker immer nur dann als inkompetent beschimpfen, wenn er schreibt, das Werk sei schlecht. Denn es wäre doch schön, wenn nach einer inkompetenten Lobhudelei der Künstler sich meldet und – – – Ach, das wird ein Traum bleiben.

 

 

Kein Traum ist die Februar-Ausgabe von The Big Thrill. Dieses Mal mit G. M. Ford (sein erster Standalone ist draußen), James O. Born, Peter May, Alex Berenson (sein Edgar-prämiertes Debüt „Kurier des Todes“ erschien jetzt auf Deutch) und Gespräche mit Michael Palmer und Tess Gerritsen.


Kleiner Rundumschlag

Januar 30, 2008

Things I’d rather be doing befragt im Monday Interview Marcus Sakey (Der Blutzeuge):

And the opportunity to point things out, to have a pulpit from which to say, „Hey, look – this is fucked up, and we should notice it,“ that’s one of the reasons I love being a novelist.

That said, my first purpose is to entertain, to tell a good story that hopefully keeps people up late. Everything else comes second. Who wants to read a polemic?

Duane (Louis) Swierczynski (Blondes Gift) ist von „Cloverfield“ (deutscher Kinostart am 31. Januar) schwer begeistert. Tage später: I’m still thinking about Cloverfield, by the way. It’s the kind of movie that sticks to your ribs. Und hier schon wieder.

Weitere Infos über den von „Lost“-Erfinder J. J. Abrams produzierten Film „Cloverfield“ gibt es bei Film-Zeit, hier (englisch) oder hier (deutsch).

„Rambo“-Erfinder David Morrell findet den neuen Rambo-Film ziemlich gut:

With relief, I’m happy to report that it’s excellent. The level of violence might not be for everyone, but it has a serious intent.

This is the first time that the tone of „First Blood“ the novel has been used in any of the movies. It’s spot-on in terms of how I imagined the character: angry, burned-out, and filled with self-disgust because he hates what he is and yet knows it’s the only thing he does well. (…) It’s not a 4-star movie — the villains are too superficial. But this is a solid three stars.

„Rambo 4“ kommt Mitte Februar in die deutsche Kinos.

Im ZDF Infokanal kann ein fünfzehnminütiges Ian-Rankin-Porträt von Tobias Gohlis genossen werden. Schönes Teil. Es geht hauptsächlich um Rankins neuestes Buch „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006). Die Übertragung war bei mir etwas ruckelig, aber immerhin hat die ZDF Mediathek bei Rankin endlich wieder einmal funktioniert.

Ist das witzig?


Kleinkram: Nachrufe, Lesetipps von Sakey, Was Autoren von Hollywood lernen können, Fusilli und Banks antworten, Bowden nennt den Unterschied

Januar 28, 2008

Sara Paretsky schreibt im Outfit über den am 17. Januar verstorbenen Edward D. Hoch:

Ed was one of the kindest, most gracious and gentlemanly of all crime writers. His was the first face and hand to welcome any newcomer to MWA, and almost all of us active writers can cite any number of generous acts, from seeing that our own work got published, to his support of Sisters in Crime when we were first starting out. His memory will live long, but we will miss him sorely.

Hier geht’s zum New York Times Nachruf auf Edward D. Hoch.

Marcus Sakey (Der Blutzeuge) verrät seine aktuelle Lektüre.

Bei Naked Truth about Literature and Life wird der Frage nachgegangen, was Romanautoren von Filmen lernen können. James O. Born (wir kennen ihn von seiner Ballerstunde auf Bücher) macht den Aufschlag:

Some of the best advice I was ever given was by Elmore Leonard when I was just starting to write. He and his assistant, Gregg Sutter, encouraged me to look at the book like a movie with each chapter broken into scenes. It sounds simple but to a novice like me it was the Holy Grail. To this day I can focus on each scene of a novel without becoming overwhelmed with the idea of a larger project. Maybe that way of looking at the novels makes them seem like they would transition to film.

Bei  ihm gibt es auch eine interessante Diskussion über gelunge Verfilmungen.

Jacqueline Winspear nimmt den Ball auf und sieht sich die Charaktere in Filmen an:

I also like to watch the “Special Features” at the end of a rented movie – you never know what you might learn. This time, it was a comment from the wardrobe mistress (do they still call them by that old-fashioned name? Or are they costume designers?). She said that when each actor comes to her studio, to talk about their costumes for a movie, she asks them about their character. The question that tells her more about the charcter, that guides her in pulling together the costumes, is, “What do you have in your pocket?” Ooooohhhh, that’s a good question, I thought.

Bei Sons of Spade beantworten Jim Fusilli und Ray Banks einige Fragen zu ihren Privatdetektiven.  Jim Fusilli, von dessen vier Terry-Orr-Romanen zwei auf Deutsch erschienen, sagt, es gebe wahrscheinlich keinen weiteren Terry-Orr-Roman:

 I enjoyed doing the four Terry Orr novels, but I’m not certain that the P.I. field is the best place for my writing.

Fusilli schrieb außerdem ein Buch über Brian Wilson und das Beach-Boys-Album „Pet Sounds“.

Ray Banks, der noch nicht ins Deutsche übersetzte Erfinder von Manchester-PI Cal Innes (er arbeitet gerade am vierten Innes-Roman), nennt einige wichtige zeigenössische PI-Autoren:

I think Ken Bruen is already a massive influence on newer writers, and not just stylistically. He’s bringing emotion back to what is still primarily a chilly, investigative sub-genre. Laura Lippman, Walter Mosley and George Pelecanos bring in the sociological elements, without becoming either too preachy or too political. James Sallis deconstructs the mythology and the very idea of a fictional private investigator. And James Crumley happens to write some of the finest, meatiest prose I’ve ever read.

Really, the PI will never die. He or she will just evolve into something more meaningful for their time.

Und J. D. Rhoades (ähem, auch noch nicht übersetzt) hat in seinem „What fresh hell is this?“-Blog ein schönes Zitat von Mark Bowden (der Sachbuchautor von „Killing Pablo“ und „Black Hawk Down“) gepostet:

The essential difference between writing nonfiction and writing fiction is that the artist owns his vision, while the journalist can never really claim one, or at least not a complete one—because the real world is infinitely complex and ever changing. Art frees you from the infuriating unfinishedness of the real world.

Die Screen Actors Guild hat ihre Preise verliehen.  Die Gewinner sind – 


Schockierend! Ein nackter Hintern!!

Januar 27, 2008

Die Netzeitung präsentiert uns diese AP-Meldung:

Das US-Fernsehnetzwerk ABC soll wegen eines nackten Frauenhinterns in der Serie «NYPD Blue» 1,4 Millionen Dollar (950.000 Euro) Strafe zahlen. Das forderte die amerikanische Medienaufsichtsbehörde FCC am Freitag in Washington. Sie nahm Anstoß an einer Szene aus einer im Jahr 2003 über 52 ABC-Stationen gezeigten Folge, in der ein Junge eine Frau überrascht, die gerade in die Dusche gehen will.

In der Szene seien «mehrfach Nahaufnahmen» des Körperteils gezeigt worden, hieß es in dem FCC-Antrag. Sie seien unanständig, weil sie «Sexual- und Ausscheidungsorgane zeigen, besonders den nackten Hintern einer Frau». Dies sei in der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr nicht zulässig. Den Einwand von ABC, ein Hintern sei kein Sexualorgan, wies die FCC zurück. (AP)

(Etwas ausführlicher und auf englisch von Reuters)

Der Hintern gehört Charlotte Ross. Sie spielte in der inzwischen eingestellten Polizeiserie „NYPD Blue“ sechs Jahre lang Detective Connie McDowell – und wenn man bedenkt, welche Tabubrüche „NYPD Blue“ in der ersten Staffel (unter anderem einen nackten David Caruso)  wagte, dann verrät uns diese Klage einiges über die USA.

Sehen Sie selbst vor was für schockierenden Bildern die amerikanische Jugend und ihre Eltern im Abendprogramm geschützt werden muss:

 


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2008

Januar 26, 2008

Die KrimiWelt-Bestenliste für den Februar 2008 empfiehlt diese Werke:

 

1          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist

2          (7)       Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre

3          (2)       Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

4          (-)        Tom Rob Smith: Kind 44

5          (6)       Charles Todd: Zeit der Raben

6          (-)        Arimasa Osawa: Der Hai von Shinjuku – Rache auf Chinesisch

7          (5)       Arne Dahl: Ungeschoren

8          (-)        Iain McDowall: Zwei Tote im Fluss

9          (-)        Peter Temple: Vergessene Schuld

9          (8)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

 

In den Klammern ist die Platzierung des Vormonats.

Weitere Informationen zu den Büchern gibt es bei Arte.

 

Martin Cruz Smith und Peter Temple habe ich bereits abgefeiert. Gianrico Carofiglio demnächst. Sein „Gesetz der Ehre“ (doofer deutscher Titel) ist ein spannender Gerichtsthriller über einen kleinen Drogenschmuggelfall.

Der Rest – hmhm.

Aber ich kann jetzt schnell einige Bücher empfehlen, die es immer noch nicht (naja, wahrscheinlich ‚die es nicht’) auf die KrimiWelt-Bestenliste geschafft haben:

Thomas H. Cook: Das Gift des Zweifels

Marcus Sakey: Der Blutzeuge

Nick Stone: Voodoo 

Duane Louis (Swierczynski): Blondes Gift

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg

Ein Movie-Tie-In wird wahrscheinlich niemals auf die Liste kommen. Dabei sind die Monk-Bücher von Lee Goldberg und die CSI:NY-Romane von Stuart M. Kaminsky ziemlich gute Krimis.


Kurzmeldungen: Heath Ledger tot, Oscar- und Razzie-Nominierungen, „Die Anwälte“ abgesetzt, „Conspiracy Theory“ online

Januar 23, 2008

Der 28-jährige Heath Ledger (Brokeback Mountain) wurde am Dienstag tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden. Er starb wahrscheinlich an einer Überdosis Drogen  (via Crimespree Cinema; siehe auch CNN).

Die Oscar-Nominierungen sind draußen. Die meisten Filme (viele Krimis!), die in den wichtigen Kategorien nominiert sind, laufen demnächst in Deutschland an. Etliche der nominierten Drehbücher gibt’s im Netz. Direkte Links zu ihnen gibt es bei Simply Script.  Und, bei dem ganzen Jugendkult, ist es schön, dass der achtzigjährige Hal Holbrook (hier der Link zu einem Interview) als bester Nebendarsteller nominiert wurde.

Die Razzie-Nominierungen sind ebenfalls draußen. Die meisten Filme kenne ich nicht – und will sie wahrscheinlich auch niemals sehen.

RTL arbeitet am Absetzungsrekord. Nach nur einer Folge wird „Die Anwälte“ (mit Kai Wiesinger und Alexander Held) abgesetzt. Die Quote am vergangenen Donnerstag war aus RTL-Sicht suboptimal („deutlich unter den Erwartungen„) und so wurde ein Kurzer Prozess gemacht. Dabei hätten „Die Anwälte“ durchaus Eine Zweite Chance verdient gehabt.  Denn sooo schlecht war die erste Folge nicht.

Brian Helgelands Drehbuch „Conspiracy Theory“ (Fletchers Visionen, verfilmt von Richard Donner mit Mel Gibson und Julia Roberts) ist online.


Kurzmeldungen: Benjamin M. Schutz gestorben,…

Januar 21, 2008

Benjamin M. Schutz ist gestorben (Meldung1, Meldung 2). Schutz wurde bekannt mit seinen Leo-Haggerty-PI-Romanen. Zuletzt veröffentlichte er „Unerbittlich“ (The Mongol Reply, 2004); ein lesenswerter Thriller über eine Scheidung.

Al Navis schrieb einen Nachruf auf seinen am 17. Januar 2008 verstorbenen Freund Edward D. Hoch. Ebenso Robert J. Randisi und Bill Chambers.

Dieter Paul Rudolph veröffentlicht das Inhaltsverzeichnis des „Krimijahrbuch 2008“.


Blog-Karneval, eine Jugendrichterin erzählt, Folter, Overwriting, Pitching

Januar 21, 2008

AUS DER WELT DER LITERATUR

Ludger Menke aus HaHa ruft in seinem Krimiblog zum zweiten Blog-Karneval auf. Das Thema ist:

Zum Totlachen komisch – der Krimi und der Humor

Mord und Totschlag stehen oft im Mittelpunkt von Krimis und Thrillern. Angesichts solcher Verbrechen stellt sich die Frage, wie witzig, wie lustig darf Kriminalliteratur sein? Schwarzer Humor gegen schwarze Gedanken? Witz und Ironie als Mittel im Kampf gegen das Böse in der Welt? Wie lustig darf es für Dich sein?

Wie das Thema bearbeitet wird ist egal. Wo nicht. Aber das sagt Ludger alles im Krimblog. Und das alles muss bis zum 24. Februar erledigt sein. Also nach Fastnacht und Berlinale.

AUS DER WELT DES VERBRECHENS

Überhaupt nicht komisch, aber sehr lesenswert ist das ausführliche Interview mit der Jugendrichterin Ruth Sieveking (Berlin, Amtsgericht Tiergarten)  in der Berliner Zeitung: „Drill hilft gar nicht“.

Barry Eisler schreibt in seinem Blog über die neuesten Äußerungen des National Intelligence-Direktors Mike McConnell zur Wasserfolter.

AUS DER WELT DES FILMS

Ken Levine schreibt in seinem Blog über Overwriting. Einerseits schreibt er TV-Drehbuchautoren  (da gibt es genaue Zeitvorgaben), andererseits sind die Bemerkungen auch für deutsche Drehbuchautoren interessant zu lesen – und auch einige Romanautoren, die glauben, ein Buch unter vierhundert Seiten sei schlecht, inspirierend zu lesen:

When reading a spec, one of the most common traps I see young writers falling into is overwriting. (…)

The only thing worse than a TV script of screenplay that’s overwritten is a stage play. Plays have no length requirement so the playwright has free reign to torture us long into next month. (…)

And then there’s the dialogue.

This may sound obvious but worth stating anyway: Always remember that actors have to perform your script.

Soooo many times I’ll see full page speeches with sentences so long and complicated that no human being on earth could ever deliver them. And certainly not in one breath. (…)

Whenever my partner, David and I go back to polish a draft we thin out the big speeches. If the speech is 14 lines we make it 11, if it’s 11 lines we make it 9. There are ALWAYS trims.

Same is true in stage direction. A reader sees a big block of stage direction I GUARANTEE he will not read it. You could describe a sex act in detail and he’ll flip the page.

As a rule it’s better to underwrite than overwrite. We have an expression. We like “open pages”. Much more white than type. 

Lisa Kling schreibt über das Pitching (also das Verkaufsgespräch für eine Geschichte) für eine TV-Serie:

What they want is an interesting variation on their established formula. “House” wants medical mysteries. “CSI” wants twisty murders. But successful pitches will always be about the characters, even on a procedural show. Pitch stories which challenge the main characters, and force them to make decisions or take actions which reveal more about them. When you’re doing your show homework, look for character moments which hint at untold secrets or unexpected traits. Then create a story situation which brings them out. Yes, a clever, original plot is important, but one which also carries some emotional weight will be a much stronger pitch.


Deutscher Krimipreis 2008

Januar 20, 2008

Der Deutsche Krimipreis 2008 wurde mit einer schnöden Pressemitteilung vergeben, weil es auch in diesem Jahr eine große, öffentliche Preisverleihung gibt. Die Preisträger sind:

 

National:

1. Platz: Andrea Maria Schenkel: Kalteis

2. Platz: Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

3. Platz: Jan Costin Wagner: Das Schweigen

 

International:

1. Platz: James Sallis: Driver (Drive, 2005)

2. Platz: Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Stalin’s Ghost, 2007)

3. Platz: Matti Rönkä: Der Grenzgänger (Tappajan näköinen mies, 2002)

 

Tja, die internationalen Preisträger habe ich bereits abgefeiert. Bei den Deutschen kenne ich nur die Erstplatzierte (meine Meinung zu dem Buch ist ja bekannt). Das war in den vorherigen Jahren nicht anders.

 

(Dank an Krimiblog Ludger für die Info; dort gibt es auch die Begründungen – und die Edgar-Nominierungen mit Klappentexten, Coverabbildungen und weiterführenden Links).


Cartier Diamond Dagger 2008 für Sue Grafton

Januar 20, 2008

Sue Grafton, die Erfinderin von PI Kinsey Milhone, erhält den diesjährigen Cartier Diamond Dagger der British Crime Writers‘ Association. Der erste Milhone-Roman „‚A‘ is for Alibi“ erschien 1982. Der letzte „‚T‘ is for Trespass“ erschien im Dezember 2007.

Hier geht’s zur Begründung, hier zu ihrer Homepage.