Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Auftritt der Krimiverlage

Februar 13, 2008

Die Verlage Emons, Gmeiner und Grafit sind vor allem für ihre Kriminalromane von deutschsprachigen Autoren bekannt. Emons und Gmeiner veröffentlichen auch andere Bücher. Grafit lässt inzwischen auch übersetzten. Trotzdem liegt bei diesen Verlagen der Schwerpunkt immer noch bei Krimis von deutschsprachigen Autoren.

 

Emons

Februar

Martin Conrath: Der Schattenreiter (Saarland Krimi: Kommissar Bremer ermittelt im Reitermilieu. Ohne mich; denn „Das schwarze Grab“ gefiel mir überhaupt nicht.)

Markus Guthmann: Weinstrassen Marathon (Pfalz Krimi: Ein toter Historiker, ein fünf Jahre zurückliegender Mord und ein Keltengrab beschäftigen das Team Roöder/Hellinger.)

Ingrid Strobl: Tödliches Karma (Köln Krimi: Nele soll ihren Dealer umgebracht haben. Katja glaubt’s nicht.)

März

Peter Freudenberger: Stiller und die Tote im Bus (Main Krimi: Journalist Paul Stiller will herausfinden, wer die alte Hedda Kunkel in einem Linienbus vergiftete. – Hm, nicht gerade der Unauffällige Tatort Nr. 1.)

Alfred Hellmann: Vor den Hymnen (Erstens: der Krimi spielt in Berlin. Zweitens: ich kenne den Autor. Drittens: ich bin gespannt.)

Hannsdieter Loy: Rosen für eine Leiche (Oberbayern Krimi: Kriminalrat a. D. Joe Ottakring will den Mörder der in einem Ausflugschiff ermordeten Menschen finden.)

Barbara Meyer: Im Schatten des Doms (Historischer Kriminalroman: Paderborn um 1600)

Antonia Pauly: Der Büttel zu Köln (Historischer Kriminalroman: Köln, 1271)

April:

Hannes Nygaard: Todesküste (Hinterm Deich Krimi: Haben Terroristen auf dem Heider Marktfrieden einen Mord verübt? Lüder Lüders und Große Jäger – die Namen sind kein Scherz – ermitteln.)

Rainer Martin Mittl: Der Fröhlichmann (Der Badische Krimi: in dem Psychothriller müssen sich die Kommissare Kindlein und Morgenthaler mit zwei Männern herumschlagen, die die gleichen Frauen umgebracht haben wollen.)

Britt Reissmann: Der Traum vom Tod (Stuttgart Krimi: Kommissarin Thea Engel ermittelt in der Szene der Fantasy-Rollenspiele.)

Jobst Schlennstedt: Tödliche Stimmen (Küsten Krimi: Kommissar Birger Andresens dritter Fall: Ein Serienmörder in Lübeck?)

Mai

Oliver Buslau: Neandermord (Der Bergische Krimi: Privatdetektiv Remigius Rott wird Zeuge eines Mordes und Gejagter. Das könnte ein spannender Thriller sein.)

Edgar Noske: Himmel über Köln (allerdings nicht heute, sondern 1968)

 

 

Gmeiner

Der Verlag aus Meßkirch feiert das zehnjährige Bestehen seiner Krimireihe. Dafür schon einmal Herzlichen Glückwunsch. Der erste Teil des Jubiläumsprogramms enthält:

Hermann Bauer: Fernwehrträume (Ein Wiener Kaffehauskrimi mit einem Amateurdetektiv auf Mörderjagd.)

Sinje Beck: Totenklang (Anscheinend der dritte und letzte Heiner-Himmel-Krimi.)

Ulrike Blatter: Vogelfrau (Kommissar Erich Bloch sucht den Mörder eines Archäologieprofessors, der standesgemäß mit einer Steinzeitaxt erschlagen wurde.)

Manfred Bomm: Notbremse (Kommissar Häberles achter Fall: dieses Mal führen ihn die Morde zu Pharmakonzernen und zur Spielautomatenmafia. Da fragen wir uns doch, wer von beiden der größere Schurke ist.)

Ella Danz: Nebelschleier (Kommissar Angermüller muss auch im Urlaub Mörder jagen. Ein Großgrundbesitzer, der seine Felder einem Gentechnikkonzern verkaufen wollte, wurde erwürgt.)

Sandra Dünschede: Solomord (Kommissar Hagen Brandt sucht den Mörder eines entführten Mädchens. Die Spur führt – Überraschung! – ins Kinderpornomilieu.)

Pierre Emme: Ballsaison (Krimi zur Fußball-EM)

Christian Gude: Binärcode (Ein ermordeter Italiener und geheimnisvolle Signale aus dem All beschäftigen Kommissar Karl Rünz.)

Uwe Gardein: Die letzte Hexe – Maria Anna Schwegelin (Historischer Kriminalroman: Kempten, 1775)

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip (Neuauflage; Deutscher Krimi Preis 1992)

Erwin Kohl: Willenlos (Ein Polizist wird ermordet. Der Täter ist auch schnell gefunden. Aber Kommissar Joshua Trempe glaubt nicht an diese einfache Lösung.)

Paul Lascaux: Salztränen (Privatdetektiv Heinrich Müller soll herausfinden, ob der Autounfall eines Käseeinkäufers wirklich nur ein Unfall war. Lascaux hat unter seinem bürgerlichen Namen Paul Ott das sehr lesenswerte Sachbuch „Mord im Alpenglühen: Der Schweizer Kriminalroman“ veröffentlicht)

Claudia Puhlfürst/Petra Steps (Hrsg.): Mordssachsen 2 (Zwanzig Kurzgeschichten von –ky, Jan Flieger, Franziska Steinhauer und anderen)

Jochen Senf: Knochenspiel (Fritz Neuhaus schlägt sich dieses Mal mit der Organmafia herum.)

Friederike Schmöe: Pfeilgift (Ein Ehemann wird mit einem mit Curare vergifteten Pfeil umgebracht. Privatdetektivin Katinka Palfy ermittelt.)

Harald Schneider: Ernteopfer (Kommissar Reiner Palzki jagt den Mörder eines polnischen Erntehelfers und stochert unter Gemüsebauern herum.)

Franziska Steinhauer: Menschenfänger (Kommissar Peter Nachtigall jagt einen mehrfachen Frauenmörder. Außerdem sucht die Polizei einen flüchtigen Vergewaltiger und Mehrfachmörder. Nach dem Krimilehrbuch gehören beide Fälle zusammen.)

Günther Thömmes: Der Bierzauberer (Historischer Kriminalroman: Mittelalter)

Verena Wyss: Todesformel (das Manuskript erhielt 2004 den Frauen-Krimi-Preis „Agathe“)

Wolfgang Zander: Hundeleben (Privatdetektiv Siegfried Gass muss sich mit zwei Millionen Euro, einer verlassenen Frau, sexlüsternen Buchhändlerinnen und feuerfesten Kinoleinwänden herumschlagen.)

 

 

Grafit

Februar

Jacques Berndorf: Eifel-Kreuz (Taschenbuch-Ausgabe)

Ingo Gach: Freyas Fluch (Historischer Kriminalroman; spielt im von Römern besetzten Köln)

Pentti Kirstilä: Schwarzer Frühling – Ein Fall für Lauri Hanhivaara (Taschenbuch-Ausgabe)

Ernst Solèr: Staub im Schnee (Dritter Kommissar-Staub-Krimi: ein bekannter TV-Moderator wird ermordet.)

April

Angela Esser (Hrsg.): Schöne Leich’  in Wien (Kurzgeschichten zur Criminale von Heinrich Steinfest, Jürgen Kehrer, Burkhard Driest, Nessa Altura, Leo P. Ard, Andrea Maria Schenkel und anderen)

Peter Godazgar: Unter schrägen Vögeln (Privatdetektiv Markus Waldo zweifelt an seinem Job. Er soll den Entführer von Kaninchen finden.)

Matti Rönkä: Bruderland (Der zweite Viktor-Kärppä-Krimi oder guter Hardboiled aus Finnland.)

Mai

Lucie Klassen: Der 13. Brief (Debüt: eine Ausreißerin drückt wieder die Schulbank. Sie will herausfinden, warum die 16-jährige Eva sich umbrachte.)

Jaroslav Kutak: Tod unter Par (Ein Schulfreund von Privatdetektiv Karel Schwarz stirbt auf dem Golfplatz. Der Detektiv sucht unter den Vereinsmitgliedern den Mörder. Das klingt nicht besonders aufregend, aber Kutak wurde für „Strafe muss sein“ mit dem tschechischen Krimipreis ausgezeichnet und mit 192 Seiten ist „Tod unter Par“ angenehm kurz.)

Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld (Historischer Kriminalroman aus dem Vormärz)

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.


RiP: Roy Scheider, Stefan Murr; WGA-Drehbuchpreise 2008

Februar 12, 2008

R. i. P. Roy Scheider (10. November1932 – 10. Februar 2008 )

Er spielte in „Klute“, „French Connection“, „Der weiße Hai“, „Der Marathon-Mann“, „Atemlos vor Angst“, „Hinter dem Rampenlicht“, „In der Stille der Nacht“, „Das fliegende Auge“, „2010 – Das Jahr in dem wir Kontak aufnehmen“, „52 Pick-Up“, „Das Russland-Haus“, „Romeo is bleeding“, „Naked Lunch“ und „Der Regenmacher“ mit. Wahrlich keine schlechte Liste.

(Weitere Infos: Nachruf der New York Times; Nachruf von Associated Press; Meldung in Spiegel Online)

R. i. P. Stefan Murr (4. September 1919 – 22. Januar 2008)

Einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren(Ein Toter stoppt den 6 Uhr 10; Vorsicht – Jaczek schießt sofort; Affäre Nachtfrost, Auf den Tag genau) ist tot – und die Zahl der Nachrufe hält sich in überschaubaren Grenzen. Die Alligatorpapiere melden es und hier gibt es einen, hm, Nachruf. „Stefan Murr ist ein Phänomen. Von allen deutschen Krimi-Autoren ist er der dienstälteste, der kontinuierlich veröffentlicht, und er konnte sich sogar im Hardcover-Bereich etablieren, in Deutschland ein schwieriges Terrain für heimische Thriller-Autoren.“ (Rudi Kost/Thomas Klingenmaier: Steckbriefe, 1995)

Die WGA hat ihre Preise für die besten Drehbücher verliehen (btw: der Streik ist wohl zu Ende.). Keine schlechte Liste mit vielen bekannten Namen. So sind die Coen-Brüder mit „No Country for old Men“ dabei. „The Wire“ (Wann kommt diese diese Polizeiserie endlich ins deutsche Fernsehen?) und „The Company“ (die auf Robert Littells Roman basierende Miniserie hat auch noch keinen deutschen Ausstrahlungstermin) ebenso. Aus dem Nicht-Krimi-Bereich wurden „Juno“ von Diablo Cody als bestes Drehbuch und „Taxi to the Dark Side“ von Alex Gibney als beste Dokumentation prämiert. – Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


„Vanity Fair“-Hollywood-Ausgabe mit Hitchcock-Nachinszenierungen

Februar 11, 2008

Im neuen Vanity Fair (Nein, nein, nein, nicht im deutschen, im amerikanischen) gibt es eine Bilderstrecke, in der bekannte Schauspieler bekannte Szenen aus Alfred-Hitchcock-Filmen nachstellen. Sehen Sie sich das Retro-Vergnügen an – und erraten die Stars.


Bloody Cover

Februar 10, 2008

Zum siebten Mal kann das „Bloody Cover“ gewählt werden. Wie der englischsprachige Name eindeutig verrät, geht es um die Wahl des besten Titelbildes eines deutschsprachigen Kriminalromans. Zu den Titelbildern und zur anschließenden Wahl geht’s hier lang.


Unsortierte Kurzmeldungen mit viel Stallone

Februar 8, 2008

„Rambo IV“ läuft in den deutschen Kinos in einer gekürzten Fassung. Wahrscheinlich wurde eine Minute herausgeschnitten. Schade, denn nach den bisherigen Meldungen scheint er wieder an den ersten Rambo-Film anzuknüpfen.

Ken Levine erklärt, was die Technischen Berater beim Film machen. Er greift dabei auf seine Erfahrung bei „M. A. S. H.“ zurück. Anfangs hatten sie einen Technischen Berater vom Militär, der ihnen lange Fachvorträge hielt. Innerhalb weniger Monate wurde er dann ‚zu Hollywood‘. Die Show scheint – im Gegensatz zu den neuen Arztserien – den medizinischen Teil fachlich richtig gezeigt zu haben. Das gleiche gilt für „CSI: Las Vegas“. Schön ist hier auch die Diskussion dazu und der Hinweis auf die Criterion-„Armageddon“-DVD und den Audiokommentar der Technischen Berater. Im Wesentlichen sagen sie wohl immer wieder: „Wir haben Michael Bay gesagt, dass das so nicht geht. Es war ihm egal.“

Markus Sakey (Der Blutzeuge) hat Barack Obama gewählt und erklärt es im „Outfit“:

I believe that Obama’s character is exactly what we need right now. Now perhaps more than ever in our history. Our role in the world is changing. Our internal systems are breaking down. We are divided and distrustful.

We need a leader of unquestionable intelligence who refuses to dumb down a position to a soundbite. We need a leader who is more interested in fixing America’s many problems than in sitting behind the big desk. We need a leader who dares tells us that we shouldn’t be afraid to hope.

Duane Louis (Swierczynski) , der Autor von „Blondes Gift“, hat seinen Brotjob gekündigt. In seinem Blog erklärt er warum (Tja, er will mehr schreiben.) und verlinkt zu einem Interview (So sieht er aus, wenn er in einem New Yorker TV-Studio sein Sherlock-Holmes-Rätselbuch vorstellt: Will you solve Sherlock’s Mystery?).

Die Februar-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online mit Besprechungen von Joe Hill (Black Box, Kurzgeschichten) und William Gibson (Mustererkennung).

Bleiben wir in der Zukunft: eine nicht produzierte Version von „Demolition Man“ (der Action-Kracher in dem Stallone und Snipes sich verkloppen) ist online. Die Fassung vom 19. November 1992, geschrieben von Daniel Waters und Jonathan Lemkin scheint sich, so Donovan, sehr von dem Film zu unterscheiden: DEMOLITION MAN changed almost completely from its first draft before it made it to the screen. Different characters, different story, different genre, even a different “world”. Only Lenkov’s basic concepts (e.g. cryo-prison, cop vs psycho) survived.


Zwei Hinweise: John-Harvey-Interview, Februar Krimi-Couch

Februar 3, 2008

Jetzt hat auch mich der normale Winterschnupfen erwischt. Das hat bei allen Nachteilen einen Vorteil: Ich habe eine gute Entschuldigung für meine Abwesenheit beim Rosenmontagszug.

Einer der Nachteile: meine für heute geplante Besprechung von Marc Kaysers Debüt „Trias“ erscheint später. Aber soviel kann schon verraten werden: der Politthriller hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Berliner können sich am Dienstag, den 5. Februar, um 20.00 Uhr in der Bertelsmann AG (Unter den Linden 1) von den Qualitäten des Buches überzeugen.

Und nun zu den versprochenen Hinweisen:

Ali Karim redet mit John Harvey (und veröffentlicht es mit einer langen Einladung im Rap Sheet).

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online. Duane Louis (Swierczynski) wird abgefeiert. Ebenso C. J. Box, Gianrico Carofiglio und Marcus Sakey. Simon Brett nicht. Den Rest müssen Sie sich selbst ansehen.

Ich pflege jetzt meine Krankheit.


Nominierungen, Preise, Wahre Worte und der „Big Thrill“

Februar 1, 2008

Für den diesjährigen Hammett-Preis sind diese Werke nominiert:

 

Gil Adamson, The Outlander

Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union: A Novel

Michael Dibdin (1947-2007), End Games: An Aurelio Zen Mystery (Sterben auf Italienisch)

Katie Estill, Dahlia’s Gone: A Novel

Martin Cruz Smith, Stalin’s Ghost: An Arkady Renko Novel (Stalins Geist)

 

Der Preis wird von der nordamerikanischen Sektion der International Association of Crime Writers für besonders gute von US-amerikanischen und kanadischen Autoren geschriebene Kriminalromane vergeben. Der Preisträger wird im Juni auf der Bloody Words Conference in Toronto verkündet.

(via Sarah Weinmann)

 

 

Der Publikumspreis Spinetingler ist vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

 

Best Novel, Legend: Laura Lippman: What the Dead Know

 

Nominiert:

Ken Bruen: Cross

Ken Bruen: Priest

James Lee Burke: The Tin Roof Blowdown

Ian Rankin: The Naming of the Dead (Im Namen der Toten)

James Reasoner: Devil’s Dust

 

Best Novel: Rising Star: Sean Doolittle: The Cleanup

 

Nominiert:

Charlie Huston: The Shotgun Rule

Larry Karp: The Ragtime Kid

Rick Mofina: A Perfect Grave

P. J. Parrish: A Thousand Bones

Steven Torres: Concrete Maze

 

Best Novel: New Voice: Allan Guthrie: Hard Man

 

Nominiert:

Megan Abbott: Queenpin

Declan Burke: The Big O

Steve Mosby: The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer)

J. D. Rhoades: Safe and Sound

Duane Swierczynski: The Blonde (Duane Louis: Blondes Gift)

 

Best Publisher: Bitter Lemon Press

 

Nominiert: Europa Editions; Hard Case Crime; Poisoned Pen Press; Text Publishing

 

Best Cover: Allan Guthrie: Hard Man (gestaltet von Vaughn Andrews; Foto von Corbis)

 

Nominiert:

Robert Terrall: Kill Now, Pay Later (gezeichnet von Robert McGinnis)

Gil Brewer: The Vengeful Virgin (gezeichnet von Greg Manchess)

George Axelrod: Blackmailer (gezeichnet von Glen Orbik)

Nick Stone: Mr. Clarinet (gestaltet von Emily Cavett Taff)

 

Best Editor: Stacia Decker, Harcourt

 

Nominiert: Charles Ardai, Hard Case Crime; Alison Janssen, Bleak House; Barbara Peters, Poisoned Pen Press; and Dave Thompson, Busted Flush

 

Special Services to the Industry: Daniel Hatadi von Crimespace

 

Nominiert: Ali Karim of Shots und The Rap Sheet; Graham Powell von CrimeSpot; J. Kingston Pierce von The Rap Sheet; Maddy Van Hertburger von 4MA; Sarah Weinman von Confessions of an Idiosyncratic Mind

 

Best Short Story on the Web: “Seven Days of Rain,” by Chris F. Holm (Demolition)

Nominiert:

Charles Ardai: The Leap (Hardluck Stories)

Stephen Blackmoore: Breaking in the New Guy (Demolition

Nathan Cain: Amphetamine Logic (ThugLit

Lyman Ferro: The Switch (ThugLit)

Gerri Leen: Shared Losses (Shred of Evidence)

Amra Pajalic: The Living Dead (Spinetingler)

Kelli Stanley: Convivum (Hardluck Stories)

(via The Rap Sheet)

 

 

Dieter Paul Rudolph schreibt wahre Worte über Leserreaktionen auf Verrisse. Schade, dass Künstler, deren Freunde und Fans den Kritiker immer nur dann als inkompetent beschimpfen, wenn er schreibt, das Werk sei schlecht. Denn es wäre doch schön, wenn nach einer inkompetenten Lobhudelei der Künstler sich meldet und – – – Ach, das wird ein Traum bleiben.

 

 

Kein Traum ist die Februar-Ausgabe von The Big Thrill. Dieses Mal mit G. M. Ford (sein erster Standalone ist draußen), James O. Born, Peter May, Alex Berenson (sein Edgar-prämiertes Debüt „Kurier des Todes“ erschien jetzt auf Deutch) und Gespräche mit Michael Palmer und Tess Gerritsen.


Kleiner Rundumschlag

Januar 30, 2008

Things I’d rather be doing befragt im Monday Interview Marcus Sakey (Der Blutzeuge):

And the opportunity to point things out, to have a pulpit from which to say, „Hey, look – this is fucked up, and we should notice it,“ that’s one of the reasons I love being a novelist.

That said, my first purpose is to entertain, to tell a good story that hopefully keeps people up late. Everything else comes second. Who wants to read a polemic?

Duane (Louis) Swierczynski (Blondes Gift) ist von „Cloverfield“ (deutscher Kinostart am 31. Januar) schwer begeistert. Tage später: I’m still thinking about Cloverfield, by the way. It’s the kind of movie that sticks to your ribs. Und hier schon wieder.

Weitere Infos über den von „Lost“-Erfinder J. J. Abrams produzierten Film „Cloverfield“ gibt es bei Film-Zeit, hier (englisch) oder hier (deutsch).

„Rambo“-Erfinder David Morrell findet den neuen Rambo-Film ziemlich gut:

With relief, I’m happy to report that it’s excellent. The level of violence might not be for everyone, but it has a serious intent.

This is the first time that the tone of „First Blood“ the novel has been used in any of the movies. It’s spot-on in terms of how I imagined the character: angry, burned-out, and filled with self-disgust because he hates what he is and yet knows it’s the only thing he does well. (…) It’s not a 4-star movie — the villains are too superficial. But this is a solid three stars.

„Rambo 4“ kommt Mitte Februar in die deutsche Kinos.

Im ZDF Infokanal kann ein fünfzehnminütiges Ian-Rankin-Porträt von Tobias Gohlis genossen werden. Schönes Teil. Es geht hauptsächlich um Rankins neuestes Buch „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006). Die Übertragung war bei mir etwas ruckelig, aber immerhin hat die ZDF Mediathek bei Rankin endlich wieder einmal funktioniert.

Ist das witzig?


Kleinkram: Nachrufe, Lesetipps von Sakey, Was Autoren von Hollywood lernen können, Fusilli und Banks antworten, Bowden nennt den Unterschied

Januar 28, 2008

Sara Paretsky schreibt im Outfit über den am 17. Januar verstorbenen Edward D. Hoch:

Ed was one of the kindest, most gracious and gentlemanly of all crime writers. His was the first face and hand to welcome any newcomer to MWA, and almost all of us active writers can cite any number of generous acts, from seeing that our own work got published, to his support of Sisters in Crime when we were first starting out. His memory will live long, but we will miss him sorely.

Hier geht’s zum New York Times Nachruf auf Edward D. Hoch.

Marcus Sakey (Der Blutzeuge) verrät seine aktuelle Lektüre.

Bei Naked Truth about Literature and Life wird der Frage nachgegangen, was Romanautoren von Filmen lernen können. James O. Born (wir kennen ihn von seiner Ballerstunde auf Bücher) macht den Aufschlag:

Some of the best advice I was ever given was by Elmore Leonard when I was just starting to write. He and his assistant, Gregg Sutter, encouraged me to look at the book like a movie with each chapter broken into scenes. It sounds simple but to a novice like me it was the Holy Grail. To this day I can focus on each scene of a novel without becoming overwhelmed with the idea of a larger project. Maybe that way of looking at the novels makes them seem like they would transition to film.

Bei  ihm gibt es auch eine interessante Diskussion über gelunge Verfilmungen.

Jacqueline Winspear nimmt den Ball auf und sieht sich die Charaktere in Filmen an:

I also like to watch the “Special Features” at the end of a rented movie – you never know what you might learn. This time, it was a comment from the wardrobe mistress (do they still call them by that old-fashioned name? Or are they costume designers?). She said that when each actor comes to her studio, to talk about their costumes for a movie, she asks them about their character. The question that tells her more about the charcter, that guides her in pulling together the costumes, is, “What do you have in your pocket?” Ooooohhhh, that’s a good question, I thought.

Bei Sons of Spade beantworten Jim Fusilli und Ray Banks einige Fragen zu ihren Privatdetektiven.  Jim Fusilli, von dessen vier Terry-Orr-Romanen zwei auf Deutsch erschienen, sagt, es gebe wahrscheinlich keinen weiteren Terry-Orr-Roman:

 I enjoyed doing the four Terry Orr novels, but I’m not certain that the P.I. field is the best place for my writing.

Fusilli schrieb außerdem ein Buch über Brian Wilson und das Beach-Boys-Album „Pet Sounds“.

Ray Banks, der noch nicht ins Deutsche übersetzte Erfinder von Manchester-PI Cal Innes (er arbeitet gerade am vierten Innes-Roman), nennt einige wichtige zeigenössische PI-Autoren:

I think Ken Bruen is already a massive influence on newer writers, and not just stylistically. He’s bringing emotion back to what is still primarily a chilly, investigative sub-genre. Laura Lippman, Walter Mosley and George Pelecanos bring in the sociological elements, without becoming either too preachy or too political. James Sallis deconstructs the mythology and the very idea of a fictional private investigator. And James Crumley happens to write some of the finest, meatiest prose I’ve ever read.

Really, the PI will never die. He or she will just evolve into something more meaningful for their time.

Und J. D. Rhoades (ähem, auch noch nicht übersetzt) hat in seinem „What fresh hell is this?“-Blog ein schönes Zitat von Mark Bowden (der Sachbuchautor von „Killing Pablo“ und „Black Hawk Down“) gepostet:

The essential difference between writing nonfiction and writing fiction is that the artist owns his vision, while the journalist can never really claim one, or at least not a complete one—because the real world is infinitely complex and ever changing. Art frees you from the infuriating unfinishedness of the real world.

Die Screen Actors Guild hat ihre Preise verliehen.  Die Gewinner sind – 


Schockierend! Ein nackter Hintern!!

Januar 27, 2008

Die Netzeitung präsentiert uns diese AP-Meldung:

Das US-Fernsehnetzwerk ABC soll wegen eines nackten Frauenhinterns in der Serie «NYPD Blue» 1,4 Millionen Dollar (950.000 Euro) Strafe zahlen. Das forderte die amerikanische Medienaufsichtsbehörde FCC am Freitag in Washington. Sie nahm Anstoß an einer Szene aus einer im Jahr 2003 über 52 ABC-Stationen gezeigten Folge, in der ein Junge eine Frau überrascht, die gerade in die Dusche gehen will.

In der Szene seien «mehrfach Nahaufnahmen» des Körperteils gezeigt worden, hieß es in dem FCC-Antrag. Sie seien unanständig, weil sie «Sexual- und Ausscheidungsorgane zeigen, besonders den nackten Hintern einer Frau». Dies sei in der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr nicht zulässig. Den Einwand von ABC, ein Hintern sei kein Sexualorgan, wies die FCC zurück. (AP)

(Etwas ausführlicher und auf englisch von Reuters)

Der Hintern gehört Charlotte Ross. Sie spielte in der inzwischen eingestellten Polizeiserie „NYPD Blue“ sechs Jahre lang Detective Connie McDowell – und wenn man bedenkt, welche Tabubrüche „NYPD Blue“ in der ersten Staffel (unter anderem einen nackten David Caruso)  wagte, dann verrät uns diese Klage einiges über die USA.

Sehen Sie selbst vor was für schockierenden Bildern die amerikanische Jugend und ihre Eltern im Abendprogramm geschützt werden muss:

 


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2008

Januar 26, 2008

Die KrimiWelt-Bestenliste für den Februar 2008 empfiehlt diese Werke:

 

1          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist

2          (7)       Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre

3          (2)       Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

4          (-)        Tom Rob Smith: Kind 44

5          (6)       Charles Todd: Zeit der Raben

6          (-)        Arimasa Osawa: Der Hai von Shinjuku – Rache auf Chinesisch

7          (5)       Arne Dahl: Ungeschoren

8          (-)        Iain McDowall: Zwei Tote im Fluss

9          (-)        Peter Temple: Vergessene Schuld

9          (8)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

 

In den Klammern ist die Platzierung des Vormonats.

Weitere Informationen zu den Büchern gibt es bei Arte.

 

Martin Cruz Smith und Peter Temple habe ich bereits abgefeiert. Gianrico Carofiglio demnächst. Sein „Gesetz der Ehre“ (doofer deutscher Titel) ist ein spannender Gerichtsthriller über einen kleinen Drogenschmuggelfall.

Der Rest – hmhm.

Aber ich kann jetzt schnell einige Bücher empfehlen, die es immer noch nicht (naja, wahrscheinlich ‚die es nicht’) auf die KrimiWelt-Bestenliste geschafft haben:

Thomas H. Cook: Das Gift des Zweifels

Marcus Sakey: Der Blutzeuge

Nick Stone: Voodoo 

Duane Louis (Swierczynski): Blondes Gift

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg

Ein Movie-Tie-In wird wahrscheinlich niemals auf die Liste kommen. Dabei sind die Monk-Bücher von Lee Goldberg und die CSI:NY-Romane von Stuart M. Kaminsky ziemlich gute Krimis.


Kurzmeldungen: Heath Ledger tot, Oscar- und Razzie-Nominierungen, „Die Anwälte“ abgesetzt, „Conspiracy Theory“ online

Januar 23, 2008

Der 28-jährige Heath Ledger (Brokeback Mountain) wurde am Dienstag tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden. Er starb wahrscheinlich an einer Überdosis Drogen  (via Crimespree Cinema; siehe auch CNN).

Die Oscar-Nominierungen sind draußen. Die meisten Filme (viele Krimis!), die in den wichtigen Kategorien nominiert sind, laufen demnächst in Deutschland an. Etliche der nominierten Drehbücher gibt’s im Netz. Direkte Links zu ihnen gibt es bei Simply Script.  Und, bei dem ganzen Jugendkult, ist es schön, dass der achtzigjährige Hal Holbrook (hier der Link zu einem Interview) als bester Nebendarsteller nominiert wurde.

Die Razzie-Nominierungen sind ebenfalls draußen. Die meisten Filme kenne ich nicht – und will sie wahrscheinlich auch niemals sehen.

RTL arbeitet am Absetzungsrekord. Nach nur einer Folge wird „Die Anwälte“ (mit Kai Wiesinger und Alexander Held) abgesetzt. Die Quote am vergangenen Donnerstag war aus RTL-Sicht suboptimal („deutlich unter den Erwartungen„) und so wurde ein Kurzer Prozess gemacht. Dabei hätten „Die Anwälte“ durchaus Eine Zweite Chance verdient gehabt.  Denn sooo schlecht war die erste Folge nicht.

Brian Helgelands Drehbuch „Conspiracy Theory“ (Fletchers Visionen, verfilmt von Richard Donner mit Mel Gibson und Julia Roberts) ist online.


Kurzmeldungen: Benjamin M. Schutz gestorben,…

Januar 21, 2008

Benjamin M. Schutz ist gestorben (Meldung1, Meldung 2). Schutz wurde bekannt mit seinen Leo-Haggerty-PI-Romanen. Zuletzt veröffentlichte er „Unerbittlich“ (The Mongol Reply, 2004); ein lesenswerter Thriller über eine Scheidung.

Al Navis schrieb einen Nachruf auf seinen am 17. Januar 2008 verstorbenen Freund Edward D. Hoch. Ebenso Robert J. Randisi und Bill Chambers.

Dieter Paul Rudolph veröffentlicht das Inhaltsverzeichnis des „Krimijahrbuch 2008“.


Blog-Karneval, eine Jugendrichterin erzählt, Folter, Overwriting, Pitching

Januar 21, 2008

AUS DER WELT DER LITERATUR

Ludger Menke aus HaHa ruft in seinem Krimiblog zum zweiten Blog-Karneval auf. Das Thema ist:

Zum Totlachen komisch – der Krimi und der Humor

Mord und Totschlag stehen oft im Mittelpunkt von Krimis und Thrillern. Angesichts solcher Verbrechen stellt sich die Frage, wie witzig, wie lustig darf Kriminalliteratur sein? Schwarzer Humor gegen schwarze Gedanken? Witz und Ironie als Mittel im Kampf gegen das Böse in der Welt? Wie lustig darf es für Dich sein?

Wie das Thema bearbeitet wird ist egal. Wo nicht. Aber das sagt Ludger alles im Krimblog. Und das alles muss bis zum 24. Februar erledigt sein. Also nach Fastnacht und Berlinale.

AUS DER WELT DES VERBRECHENS

Überhaupt nicht komisch, aber sehr lesenswert ist das ausführliche Interview mit der Jugendrichterin Ruth Sieveking (Berlin, Amtsgericht Tiergarten)  in der Berliner Zeitung: „Drill hilft gar nicht“.

Barry Eisler schreibt in seinem Blog über die neuesten Äußerungen des National Intelligence-Direktors Mike McConnell zur Wasserfolter.

AUS DER WELT DES FILMS

Ken Levine schreibt in seinem Blog über Overwriting. Einerseits schreibt er TV-Drehbuchautoren  (da gibt es genaue Zeitvorgaben), andererseits sind die Bemerkungen auch für deutsche Drehbuchautoren interessant zu lesen – und auch einige Romanautoren, die glauben, ein Buch unter vierhundert Seiten sei schlecht, inspirierend zu lesen:

When reading a spec, one of the most common traps I see young writers falling into is overwriting. (…)

The only thing worse than a TV script of screenplay that’s overwritten is a stage play. Plays have no length requirement so the playwright has free reign to torture us long into next month. (…)

And then there’s the dialogue.

This may sound obvious but worth stating anyway: Always remember that actors have to perform your script.

Soooo many times I’ll see full page speeches with sentences so long and complicated that no human being on earth could ever deliver them. And certainly not in one breath. (…)

Whenever my partner, David and I go back to polish a draft we thin out the big speeches. If the speech is 14 lines we make it 11, if it’s 11 lines we make it 9. There are ALWAYS trims.

Same is true in stage direction. A reader sees a big block of stage direction I GUARANTEE he will not read it. You could describe a sex act in detail and he’ll flip the page.

As a rule it’s better to underwrite than overwrite. We have an expression. We like “open pages”. Much more white than type. 

Lisa Kling schreibt über das Pitching (also das Verkaufsgespräch für eine Geschichte) für eine TV-Serie:

What they want is an interesting variation on their established formula. “House” wants medical mysteries. “CSI” wants twisty murders. But successful pitches will always be about the characters, even on a procedural show. Pitch stories which challenge the main characters, and force them to make decisions or take actions which reveal more about them. When you’re doing your show homework, look for character moments which hint at untold secrets or unexpected traits. Then create a story situation which brings them out. Yes, a clever, original plot is important, but one which also carries some emotional weight will be a much stronger pitch.


Deutscher Krimipreis 2008

Januar 20, 2008

Der Deutsche Krimipreis 2008 wurde mit einer schnöden Pressemitteilung vergeben, weil es auch in diesem Jahr eine große, öffentliche Preisverleihung gibt. Die Preisträger sind:

 

National:

1. Platz: Andrea Maria Schenkel: Kalteis

2. Platz: Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

3. Platz: Jan Costin Wagner: Das Schweigen

 

International:

1. Platz: James Sallis: Driver (Drive, 2005)

2. Platz: Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Stalin’s Ghost, 2007)

3. Platz: Matti Rönkä: Der Grenzgänger (Tappajan näköinen mies, 2002)

 

Tja, die internationalen Preisträger habe ich bereits abgefeiert. Bei den Deutschen kenne ich nur die Erstplatzierte (meine Meinung zu dem Buch ist ja bekannt). Das war in den vorherigen Jahren nicht anders.

 

(Dank an Krimiblog Ludger für die Info; dort gibt es auch die Begründungen – und die Edgar-Nominierungen mit Klappentexten, Coverabbildungen und weiterführenden Links).


Cartier Diamond Dagger 2008 für Sue Grafton

Januar 20, 2008

Sue Grafton, die Erfinderin von PI Kinsey Milhone, erhält den diesjährigen Cartier Diamond Dagger der British Crime Writers‘ Association. Der erste Milhone-Roman „‚A‘ is for Alibi“ erschien 1982. Der letzte „‚T‘ is for Trespass“ erschien im Dezember 2007.

Hier geht’s zur Begründung, hier zu ihrer Homepage.


Bayerischer Filmpreis 2007: Die Gewinner

Januar 19, 2008

Die Pierrots sind verliehen. Das Geld wird überwiesen. Die Gewinner des diesjährigen Bayerischen Filmpreises (und meines gestrigen TV-Tipps) sind:

Produzentenpreis: Olga-Film (Molly von Fürstenberg/Harald Kügler) für „Kirschblüten – Hanami“

Regie-Preis: Fatih Akin für „Auf der anderen Seite“

Beste Kamera: Benedict Neuenfels in „Liebesleben“

Beste Darstellerin: Martina Gedeck in „Meine schöne Bescherung“

Bester Darsteller: Elmar Wepper in „Kirschblüten – Hanami“

Beste Nachwuchsregie und Drehbuch: Ralf Westhoff für „Shoppen“

Beste Nachwuchsdarstellerin: Elinor Lüdde in „Meer is nich“

Beste Nachwuchsdarstellerin: Petra Schmidt-Schaller in „Ein fliehendes Pferd“

Bester Dokumentarfilm: „Am Limit“ von Pepe Danquart

Bester Kinderfilm: „Hände weg von Mississippi“ von Detlev Buck

VGF-Preis: „Am Ende kommen Touristen“ von Hans-Christian Schmid und Britta Knöller

Sonderpreis: „Absurdistan“

Beste Filmmusik: Niki Reiser für „Liebesleben“

Ehrenpreis für Michael Ballhaus

Publikumspreis: „Lissi und der wilde Kaiser“


Die Edgar-Nominierungen 2008

Januar 18, 2008

Die Mystery Writers of America (MWA) haben die Nominierungen für den diesjährigen Edgar bekannt gegeben. Der Preis ist nach Edgar Allan Poe benannt und wird jährlich für die besten Werke im Krimigenre (wozu auch Bühne, Kino, Fernsehen und Sachbücher gehören) vergeben. Die diesjährigen Edgar-Preisträger werden am Donnerstag, den 1. Mai 2008,  beim 62. Galabankett der MWA im Grand Hyatt Hotel, New York City, verkündet.  

 

BEST NOVEL

 

Christine Falls von Benjamin Black (Henry Holt and Company)

Priest von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

The Yiddish Policemen’s Union von Michael Chabon (HarperCollins)

Soul Patch von Reed Farrel Coleman (Bleak House Books)

Down River von John Hart (St. Martin’s Minotaur)

 

BEST FIRST NOVEL VON AN AMERICAN AUTHOR

 

Missing Witness von Gordon Campbell (HarperCollins – William Morrow)

In the Woods von Tana French (Penguin Group – Viking)

Snitch Jacket von Christopher Goffard (The Rookery Press)

Head Games von Craig McDonald (Bleak House Books)

Pyres von Derek Nikitas (St. Martin’s Minotaur)

 

BEST PAPERBACK ORIGINAL

 

Queenpin von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Blood of Paradise von David Corbett (Random House – Mortalis)

Cruel Poetry von Vicki Hendricks (Serpent’s Tail)

Robbie’s Wife von Russell Hill (Hard Case Crime)

Who is Conrad Hirst? von Kevin Wignall (Simon & Schuster)

 

BEST FACT CRIME

 

The Birthday Party von Stanley Alpert (Penguin Group – G.P. Putnam’s Sons)

Reclaiming History: The Assassination of President John F. Kennedy

von Vincent Bugliosi (W.W. Norton and Company

Chasing Justice: My Story of Freeing Myself After Two Decades on Death Row for a Crime I Didn’t Commit von Kerry Max Cook (HarperCollins – William Morrow)

Relentless Pursuit: A True Story of Family, Murder, and the Prosecutor Who Wouldn’t Quit von Kevin Flynn (Penguin Group – G.P. Putnam’s Sons)

Sacco & Vanzetti: The Men, The Murders and the Judgment of Mankind von Bruce Watson (Penguin Group – Viking)

 

BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

 

The Triumph of the Thriller:  How Cops, Crooks and Cannibals Captured Popular Fiction von Patrick Anderson (Random House)

A Counter-History of Crime Fiction:  Supernatural, Gothic, Sensational von Maurizio Ascari (Palgrave Macmillan)

Deviance in Contemporary Crime Fiction von Christiana Gregoriou (Palgrave Macmillan)

Arthur Conan Doyle:  A Life in Letters von Jon Lellenberg, Daniel Stashower and Charles Foley (The Penguin Press)

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy

von Jean Gould O’Connell (McFarland & Company)

 

BEST SHORT STORY

 

The Catch von Mark Ammons in “Still Waters” (Level Best Books)

Blue Note von Stuart M. Kaminsky in “Chicago Blues” (Bleak House Books)

Hardly Knew Her von Laura Lippman in “Dead Man’s Hand” (Harcourt Trade Publishers)

The Golden Gopherr von Susan Straight in “Los Angeles Noir” (Akashic Books

Uncle  von Daniel Woodrell in “A Hell of a Woman” (Busted Flush Press)

 

BEST JUVENILE

 

The Name of This Book is Secret von Pseudonymous Bosch (Little, Brown Books for Young Readers)

Shadows on Society Hill von Evelyn Coleman (American Girl Publications)

Deep and Dark and Dangerous von Mary Downing Hahn (Clarion Books)

The Night Tourist von Katherine Marsh (Hyperion Books for Young Readers)

Sammy Keyes and the Wild Things von Wendelin Van Draanen (Random House Children’s Books – Alfred A. Knopf)

 

BEST YOUNG ADULT

 

Rat Life von Tedd Arnold (Penguin – Dial Books for Young Readers)

Diamonds in the Shadow von Caroline B. Cooney (Random House Children’s Books – Delacorte Press)

Touching Snow von M. Sindy Felin (Simon & Schuster Children’s Publishing – Atheneum Books for Young Readers)

Blood Brothers von S.A. Harazin (Random House Children’s Books – Delacorte Press)

Fragments von Jeffry W. Johnston (Simon & Schuster Children’s Publishing – Simon Pulse)

 

BEST PLAY

 

If/Then von David Foley (International Mystery Writers‘ Festival)

Panic von Joseph Goodrich (International Mystery Writers‘ Festival)

Books von Stuart M. Kaminsky (International Mystery Writers‘ Festival)

 

BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

 

„It’s Alive“ – Dexter, Drehbuch von Daniel Cerone (Showtime)

„Yahrzeit“ – Waking the Dead, Drehbuch von Declan Croghan & Barbara Machin (BBC America)

„Pie-Lette“ – Pushing Daisies, Drehbuch von Bryan Fuller (ABC/Warner Bros Television

„Senseless“ – Law & Order: Criminal Intent, Drehbuch von Julie Martin & Siobhan Byrne O’Connor (Wolf Films/NBC Universal)

„Pilot“ – Burn Notice, Drehbuch von Matt Nix (USA Network/Fox Television Studios)

 

BEST MOTION PICTURE SCREENPLAY

 

Eastern Promises, Drehbuch von Steven Knight (Focus Features)

The Lookout, Drehbuch von Scott Frank (Miramax)

Michael Clayton, Drehbuch von Tony Gilroy (Warner Bros. Pictures)

No Country for Old Men, Drehbuch von Joel Coen & Ethan Coen, basierend auf dem Roman von Cormac McCarthy (Miramax)

Zodiac, Drehbuch von James Vanderbilt, basierend auf dem Buch von Robert Graysmith (Warner Bros. Pictures)

 

(Anmerkung: Bis auf “The Lookout” sind alle Drehbücher im Netz zu finden – und ich habe auf sie bereits in der Kriminalakte hingewiesen.)

 

ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

 

„The Catch“ – Still Waters von Mark Ammons (Level Best Books)

 

GRAND MASTER

 

Bill Pronzini

 

RAVEN AWARDS

 

Center for the Book in the Library of Congress

Kate’s Mystery Books (Kate Mattes, owner)

 

THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD

 

In Cold Pursuit von Sarah Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Wild Indigo von Sandi Ault (Penguin Group – Berkley Prime Crime)

Inferno von Karen Harper (Harlequin – MIRA Books)

The First Stone von Judith Kelman (Penguin Group – Berkley Prime Crime)

Deadman’s Switch von Barbara Seranella (St. Martin’s Minota


Kurzmeldungen

Januar 18, 2008

Sat.1 beendet das Drama um die unwitzige Comedy-Kopie „Das iTeam – Die Jungs an/mit der Maus“ mit sofortiger Wirkung (siehe Qutenmeter-Meldung). Nachdem die erste Folge fast einhellig verrissen wurde, die zweite Folge von kaum jemandem gesehen wurde, wird die dritte Folge überhaupt nicht mehr gezeigt. „Hausmeister Krause“ übernimmt. Den Grund für das Scheitern der fast Eins-zu-Eins-Kopie von „The IT-Crowd“ finden Sie hier und hier (mit einem direkten Bildvergleich).

Steve Mosby (Der 50/50-Killer, The 50/50 Killer) beantwortet in Declan Burkes Blog „Crime always pay“ einige Fragen.

Edward D. Hoch ist gestorben (oder hier). Der Grandmaster schrieb unzählige Kurzgeschichten (es dürften fast tausend sein), wenige Romane und gab viele Anthologien heraus.

Eben erst entdeckt: Max Allan Collins beantwortet Fragen von Sean Chercover (Chercovers PI-Debütroman „Big City, Bad Blood“ wurde in den USA ziemlich abgefeiert und wird für’s Fernsehen entwickelt. Von einer deutschen Übersetzung weiß ich derzeit nichts.)

Im Outfit hat Sean Chercover wieder eine Menge Videoclips um und über den WGA-Streik gepostet.

Allan Smithee hat einen neuen Original-Remake-Vergleich online: Scarface.  Das Ergebnis ist – – –

Dumm gelaufen (jedenfalls für die Gewinner): die Darwin-Awards.

Vom ersten Radio-Tatort „Der Emir“ habe ich die ersten Minuten gehört und dann entnervt aufgegeben. Die Dialoge gruselig. Das ständige Überbetonen der Sprecher nervig. Wenn das die Zukunft des Krimihörspiels ist, krame ich lieber meine alten BBC-Hörspiele raus, höre mir einen dieser vorgelesenen Romane oder den „Killer Club“ an.


Dily-Nominierungen, Politthriller, ein Vince-Flynn-Interview

Januar 16, 2008

Die Nominierungen für den Dily sind draußen:

Der Preis wird von Buchhändlern verliehen für das Buch, das sie am liebsten verkauften. Die Verleihung ist Anfang März beim Left Coast Crime.

Sarah Weinman schreibt über die aktuelle Renaissance des Politthriller mit seinen alten Helden, wie Robert Littell und Charles McCarry, und ihren Nachfolgern, wie Olen Steinhauer, Dan Fesperman, Jenny Siler und Alex Berenson (dessen The faithful spy/Kurier des Todes gerade auf Deutsch erschien):

If crime novels seek order out of chaos, spy novels seek to find shreds of humanity within the chaos, mining casual and catastrophic betrayals for larger meanings — even if none actually exist. Some spy novels offer pure escapism, but the best understand, and illuminate, how impossible that pursuit is in today’s world.

Ali Karim redet im RapSheet mit Vince Flynn. Von ihm erschien zuletzt der Politthriller „Der Feind“ (Consent to Kill) auf Deutsch.  Zu ihm meint er im Interview:

At his core, Rapp is an assassin. Since the beginning of his creation I’ve struggled with a simple question: How does a man that has seen and done what Rapp has done, expect to have a normal domestic life? How does a taker of life expect to create life, and not have his job come home to haunt him?

Die Golden Globes sind verliehen.

Und Rotbuch veröffentlicht – Krimiblog und Krimileser haben’s bereits geschrieben – im März die Hard Case Crime-Romane „Abschied ohne Küsse“ (Kiss her goodbye) von Alan Guthrie, „Abzocker“ (Grifter’s Game) von Lawrence Block und „Flop“ (Bust) von Ken Bruen und Jason Starr. Weitere Infos gibt es auf der deutschsprachigen Hard Case Crime-Seite (im Wesentlichen eine abgespeckte Übersetzung der Originalseite) – oder im „Krimijahrbuch 2006“ (da habe ich einen längeren Artikel über Hard Case Crime geschrieben).