Original und Kopie: „IT-Crowd“ gegen „iTeam“

Januar 4, 2008

Doofe Sache, das mit dem Internet und YouTube. Denn Original und Kopie können in wenigen Minuten miteinander verglichen werden. Zuerst habe ich mir bei Sat.1 die ersten Minuten der neuen Comedy-Serie „Das iTeam – Die Jungs mit der Maus“ angesehen und habe ungefähr einmal gelacht und zweimal geschmunzelt (allerdings produziert das Lachen vom Band natürlich den Mitlacheffekt). Sie startet heute Abend um 21.45 Uhr.

Danach habe ich auf YouTube die ersten Minuten des Originals „The IT-Crowd“ gesehen. Dabei fällt auf, dass die Sat.1-Kopie das Original fast Bild für Bild, Zeile für Zeile, neuverfilmt hat. Allerdings schlechter. Denn obwohl ich alle Gags kannte, musste ich beim Original öfter lachen.

Vergleichen Sie selbst!


KrimiWelt-Bestenliste Januar 2008

Dezember 29, 2007

Die KrimiWelt-Bestenliste für den Januar 2008 sieht so aus:

 

1          (-)        Martin Cruz Smith: Stalins Geist

2          (5)       Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

3          (1)       James Sallis: Driver

4          (3)       Ian Rankin: Im Namen der Toten

5          (4)       Arne Dahl: Ungeschoren

6          (-)        Charles Todd: Zeit der Raben

7          (-)        Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre

8          (2)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

9          (8)       Marek Krajewski: Gespenster in Breslau

10       (6)       Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

 

In der Klammer steht die Platzierung vom Vormonat. Was soll ich sagen? Smith, Sallis, Rankin, De Marinis: gut. Carofiglio liegt noch auf dem Stapel. Aber sein vorheriges Buch „Im freien Fall“ hat mir sehr gut gefallen. Der Manchette/Bastid ist noch nicht bei mir eingetroffen.

F. Paul Wilson hat’s, wie ich bei der Vorstellung der Dezember-Liste meinte, nicht geschafft. Leider auch nicht Thomas H. Cook oder Peter Temple.

Und der Rest? Irgendwie die üblichen Verdächtigen.


Neue Krimi-Drehbücher online

Dezember 27, 2007

Dank der neuen Studiopolitik, Oscar-nominierte Drehbücher online zu stellen, gibt es etliche weitere Drehbücher zum Lesen. Für uns Krimifans sind diese Scripts wichtig:

Andrew Dominik: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford)

Tony Gilroy: Michael Clayton (Deutscher Kinostart des George Clooney-Films ist am 28. Februar 2008)
Steven Knight: Eastern Promises (Tödliche Versprechen)

Roderick Taylor, Bruce A. Taylor, Cynthia Mort: The Brave One (Die Fremde in Dir – meine Besprechung)

Jamie Vanderbilt: Zodiac – Chronicles (Zodiac)

(Dank an Simply Scripts – dort gibt es auch die Links zu den weiteren nominierten Drehbüchern)


Neu im Kino: 1 Mord für 2

Dezember 20, 2007

1 Mord für 2 (GB/USA 2007, Regie: Kenneth Branagh, Drehbuch: Harold Pinter)

Der erfolgreiche Krimiautor Andrew Wyke (Michael Caine) lädt den jungen Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Jude Law), zu einem offenen Gespräch in seine Villa ein. Schnell entspinnt sich zwischen den beiden Männern ein tödliches Spiel.

Im Original heißt der Film „Sleuth“ und ist eine Verfilmung des erfolgreichen Zwei-Personen-Theaterstücks „Revanche“ von Anthony Shaffer, das bereits erfolgreich als „Mord mit kleinen Fehlern“ unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz nach einem Drehbuch von Shaffer mit Sir Laurence Olivier und Michael Caine (damals in der Rolle des jungen Liebhabers) verfilmt wurde. Nach übereinstimmender Meinung kann das Remake nicht mit dem wesentlich längeren Original mithalten.

In der „Tageszeitung“ sagte Michael Caine zum Remake:

Als Jude Law mir die Rolle bei einem Abendessen anbot, war ich erst noch skeptisch, aber schon als er anfügte, dass Pinter das Drehbuch geschrieben hatte, war für mich alles klar. Jude wusste, dass Pinter den Film von 1972 nie gesehen hatte. Er kannte nur Shaffers Drama, das er radikal umschrieb. Ich selbst habe den alten „Sleuth“ seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Es gab in unserer Version also keinerlei Verweise auf das Original, es war daher kein Remake, sondern etwas völlig anderes. Die Figur, die ich spiele, ist so weit weg von dem, was Larry Olivier damals gespielt hat.

 (Auch für „1 Mord für 2“ gibt es keine deutsche Filmhomepage.)

 

Weitere Informationen:

Englische Homepage zum Film (mit einem  Aufnahmen von den Dreharbeiten)

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film


Born ballert, Faust tanzt, Connelly verfilmt, Montgomery fragt, Temple antwortet, Goldberg empfiehlt

Dezember 17, 2007

Dank Krimileser Bernd bin ich auf diesen von James O. Born (noch kein deutscher Verlag) gemachten Videoclip „Literature and Lead“ (bei Naked Authors Blog oder You Tube) aufmerksam geworden. In ihm bringt der in Florida lebende Krimiautor seinen Beruf und sein Wunsch Literaturkritiker zu sein auf dem Schießstand zusammen.

Köstlich!

Ehe gemeckert und mit der Moralkeule um sich geschlagen wird, sollten bei Naked Authors die Worte von James O. Born dazu gelesen werden.

Und jetzt könnten Borns deutschsprachige Kollegen mal nachdenken, ob sie eine ähnlich bleihaltige, äh, unterhaltsame Werbung machen möchten.

 

Nett ist auch die Werbung von Christa Faust für ihr im Februar erscheinendes Hard Case Crime-Debüt „Money Shot“. Es wird bereits jetzt in den einschlägigen Blogs und Seiten abgefeiert. Sie selbst meinte, es sei „I, the Jury with tits“ (Das muss ich jetzt aber wirklich nicht übersetzten!).

 

Michael Connelly verfilmte die ersten Seiten des Harry Bosch-Romans „Echo Park“. Zehn Minuten Kino und dann ab in die nächste Buchhandlung. Auch eine gute Werbung für das Buch.

 

David J. Montgomery fragte für das Crime Fiction Dossier einige Autoren, welche drei Bücher (Genre und Erscheinungsjahr egal) ihnen dieses Jahr besonders gut gefallen haben. Bis jetzt haben unter anderem Charles Ardai (der Hard Case Crime-Macher), Ken Bruen, Thomas Perry, George Pelecanos, T. Jefferson Parker, John Hart, Tess Gerritsen und James Rollins geantwortet.

 

Bei Shotsmag gibt es ein neues Interview mit Peter Temple. Sein gerade in Deutschland erschienenes Debüt „Vergessene Schuld“ (Bad Debts, 1996) sollte unter einigen Weihnachtsbäumen liegen.

 

Für Kurzentschlossene mit viel Zeit und Geld gibt es am Dienstag beim Streik der amerikanischen Drehbuchautoren den „Scene of the Crime“-Tag. Weitere Infos bei Lee Goldberg.


Ein Interview mit Max Allan Collins; Einige Kurzmeldungen

Dezember 14, 2007

Max Allan Collins beantwortet bei „Things I’d rather be doing“ im Montagsinterview einige Fragen. Die erfreulichste Meldung dürfte sein, dass er nach einer mehrjährigen Pause (Ein deutscher Verleger für die ausstehenden Heller-Romane wird immer noch gesucht.) mit zwei weiteren Krimis die Heller-Saga abschließen will:

It looks like I may get to do Nathan Heller again, and I will very likely write the final two books, to make sure the series has a sense of having been finished. If they are successful, I’ll fill in with earlier stories, but I have always intended to do Marilyn and Kennedy as Heller’s last cases.

Den ersten von drei Mike Hammer-Romanen, zu denen Mickey Spillane ausführliche Notizen hinterließ, hat er bereits fertig geschrieben. Veröffentlicht wurde vor wenigen Tagen „Dead Street„. Auch diesen Krimi von Mickey Spillane schrieb Max Allan Collins für die Hard Case Crime-Veröffentlichung fertig. Die ersten Kritiken – vor allem bei den langjährigen Spillane-Fans – sind sehr positiv.

Collins sagt zur Zusammenarbeit mit dem verstorbenen Spillane:  More carpentry on that one, but I can honestly say I never had a better time than collaborating with Mickey (and that’s what it is) on a Mike Hammer novel.

Kurzmeldungen:

Die Liste der Golden Globe-Nominierungen gibt es hier.

Robert Boyle erhält einen Ehrenoscar. Der fast hundertjährige Art-Director (klingt doch irgendwie nach mehr als Ausstatter) wirkte unter anderem bei „Der unsichtbare Dritte“, „Die Vögel“, „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, „Kaltblütig“ und  „Der letzte Scharfschütze“ mit.

Das Cover zum dritten Gemeinschaftswerk „The Max“ von Ken Bruen und Jason Starr ist online. Auch hier könnte ein deutscher Verleger mal zuschlagen. Denn Jason Starr wird doch auch bei uns gelesen.


Neu im Kino: Todeszug nach Yuma, Hitman, Rubljovka

Dezember 13, 2007

Todeszug nach Yuma (USA 2007, R: James Mangold, B: Halsted Welles, Michael Brandt, Derek Haas)

Kein Krimi. Aber der, auch hier mehrfach erwähnte, Western „Todeszug nach Yuma“ ist für Krimifans der Film der Woche, weil die Vorlage von Elmore Leonard stammt. 1953 erschien in „Dime Western“ seine Kurzgeschichte „Three-Ten to Yuma“. Vier Jahre später wurde sie von Delmer Daves mit Glenn Ford und Van Heflin als „Zähl bis drei und bete“ erfolgreich verfilmt. Auch das Remake „Todeszug nach Yuma“ von James Mangold mit Russell Crowe und Christian Bale hält sich an die Idee von Leonards Kurzgeschichte: ein normaler Mensch will einen legendären, verhafteten Verbrecher zu einem Zug bringen. Die Freunde des Gangsters wollen das verhindern. Der Normalo steht vor der Frage, ob er als Held sterben oder den Gangster laufen lassen soll.

Während sich die Geschichte von Leonard und „Zähl bis drei und bete“ auf das Psychoduell zwischen Gangster und Normalo (bei Leonard ein Deputy, bei Daves ein Farmer) in dem Hotelzimmer in Contention und dem kurzen Fußweg zum Bahnhof konzentriert, baut Mangold dieses Duell zweier verschiedener Charaktere zu einer mehrtätigen Reise aus, führt auch den Sohn des Farmers in die Geschichte ein und bretzelt sie mit Schießereien auf.

Dennoch sind sich alle einig: ein guter Western zur wieder aktuellen Frage, ob ein Heldentod ein sinnvoller Tod ist.

Leonards Kurzgeschichte „Three-Ten to Yuma“ kann unter anderem in „The Tonto Woman and other Western Stories“ und „The complete Western Stories of Elmore Leonard“ nachgelesen werden. 

Deutsche Homepage zum Film (scheint einfach eine Übersetzung der amerikanischen Homepage zu sein)

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film

Homepage von Elmore Leonard

Elmore Leonard in der Kriminalakte (mit weiterführenden Hinweisen)

 

Hitman – Jeder stirbt alleine (F/USA 2007, R: Xavier Gens, B: Skip Woods)

Timothy Olyphant, der Bösewicht aus „Stirb langsam 4.0“ spielt in „Hitman“ den Guten. Er ist ein Killer, der in ein unüberschaubares Komplott gerät und vor allem bleihaltige Argumente akzeptiert und bevorzugt letale Argumente austeilt. „Hitman“ ist die Verfilmung eines Computerspiels – und hält das vergessenswerte Niveau der anderen Computerspiel-Verfilmungen. Obwohl die zahlenden Besucher – sie bekommen wofür sie zahlen – sogar relativ zufrieden sind. 

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film

 

Rubljovka – Straße der Glückseligkeit (D/Russland 2007, R/B: Irene Langemann)

Doku über die Moskauer Oberschicht und damit die ideale Ergänzung zum neuen Arkadi Renko-Roman „Stalins Geist“ von Martin Cruz Smith. 

Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film


„Gone Baby Gone“ online

Dezember 9, 2007

Miramax veröffentlicht, wie vor wenigen Tagen Universal, Paramount und Warner Independent, Oscar-nominierte Drehbücher. Neben „No Country for old men“ (bereits hier erwähnt) gibt es auch das Drehbuch zur Dennis Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone“ von Ben Affleck und Aaron Stockard.

Simply Scripts hat inzwischen auch eine Seite eingerichtet, in der alle im Netz veröffentlichten Oscar-nominierten Drehbücher aufgeführt sind.


Gedanken zu einem Schenkel-Zitat

Dezember 8, 2007

Im neuen „ZEITmagazin Leben“ 50/2007 (scheint’s nicht online zu geben) beantwortet Andrea Maria Schenkel einige Fragen. Bei ihrer Antwort auf die Frage was sie an ihren Tätern fasziniere musste ich schlucken: „Dass dieses Mörder ganz anders sind als man selbst oder die meisten Menschen. Und dass es diese Mörder wiederum sehr wohl gibt.“

Denn bei diesen Worten fällt mir nur „Freakshow“ ein. Das ist – wenn es gut gemacht ist – unterhaltsam, ohne uns etwas über uns selbst zu verraten, uns zu berühren oder uns zum Nachdenken zu bringen.

Allerdings sollten gute Kriminalromane uns immer wieder vor Augen führen, dass jeder von uns zu bösen Taten fähig ist. Das neue Buch von Thomas H. Cook „Das Gift des Zweifel“ (Red Leaves, 2005) zeigt eindrücklich, zu welch schrecklichen Taten ganz normale Menschen fähig sind oder fähig sein könnten.

Der Film „Hundstage“ (USA 1975, Regie: Sidney Lumet, Drehbuch: Frank Pierson, mit Al Pacino) zeigt eine homosexuelle Liebesgeschichte, die schon damals die Zuschauer als Liebesgeschichte berührte. Die Schwulen waren keine Freaks, sondern Liebende am Ende einer Beziehung. Arte zeigt den Klassiker am Sonntag, den 9. Dezember.

Außerdem, das wird gerne vergessen, sind ganz normale Menschen nicht nur zu sehr bösen, sondern auch zu sehr heldenhaften Taten fähig.  Barbara D’Amato machte im „Outfit“vor wenigen Tagen diesen Punkt: „Heroism“:

„To crime writers, who spend a lot of time dwelling on the idea of a bit of evil in all of us, it’s a boon to think there is a bit of hero in all of us as well.“

P. S.:  Karlheinz Stockhausen verstarb am Mittwoch, den 5. Dezember. 


Zwei literarische Adventskalender, eine Krimi-Couch

Dezember 5, 2007

Beim Syndikat habe ich eben das entdeckt und (obwohl die ersten Türen bereits geöffnet sind und ich die Qualität noch nicht geprüft habe) empfehle ich die von deutschen Krimiautoren kredenzten Adventskalender.  Für die Menschen, die schnell ans Ziel wollen:

Carsten Sebastian Henn und Ralf Kramp haben einen 24-teiligen Adventskrimi geschrieben.  … Unter www.albamoda.de/krimi gibt es vom 01. Dezember an jeden Tag ein neues Kapitel zu lesen. Und man darf mörderisch gespannt sein, wer am 24. Dezember hinter dem Türchen von Kramp und Henn lauert.

Von Wolfgang Kemmer gibt es den Jokers Krimi-Adventskalender 24 namhafte SYNDIKAT-Autoren haben für jeden Tag eine spannende Geschichte geschrieben.

(Schamlos vom Syndikat kopiert und gekürzt.)

Und nun zu etwas vollkommen anderem: die Dezember-Kritiken der Krimi-Couch sind online.  Besprochen werden unter anderem Nick Stone, Walter Mosley, Friedrich Ani, Felix Huby, John Connor und Elmore Leonard. Einen Flop gibt es dieses Mal nicht.


„In the Valley of Elah“ von Paul Haggis online

Dezember 3, 2007

Das ist ein schöner Trend und in den Tagen bis zur Oscar-Verleihung (und hoffentlich auch danach) dürften noch einige Drehbücher zu Oscar-Anwärten von den Produktionsfirmen veröffentlicht werden. Das neueste Drehbuch ist „In the Valley of Elah“ von Paul Haggis (Million Dollar Baby, Crash, Flags of our Fathers, Casino Royale, James Bond 22), der auch Regie führte. Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, James Franco, Josh Brolin, Jonathan Tucker spielen mit.

Die Story: Nach seinem Dienst im Irak verschwindet der Sohn eines Offiziers. Zusammen mit einer Polizistin will er die Wahrheit herausfinden.

Der deutsche Kinostart von „In the Valley of Elah“ (Homepage) ist für den 6. März 2008 geplant.


Killer Club von Droemer Knaur eröffnet

Dezember 3, 2007

Droemer Knaur will seine Webpräsenz mit guten Angeboten ausbauen. Der Anfang ist ein der „Killer Club“ im „Krimi Podcast„. Der „Killer Club“ ist – ach, hier ist die Pressemitteilung:

Droemer Knaur launcht den ersten kostenlosen Fortsetzungskrimi im Podcast-Format – geschrieben von hochkarätigen Autoren des Verlags. Unter ihnen der derzeit erfolgreichste deutsche Krimischriftsteller, Andreas Franz („Das Todeskreuz“), der US-Bestsellerautor John Katzenbach („Das Opfer“) und der Berliner Thriller-Shootingstar Sebastian Fitzek („Die Therapie“), von dem auch die Killer-Club-Rahmenhandlung stammt. Gesprochen wird die monatlich fortgesetzte Krimi-Anthologie von Matti Klemm, (Synchron-)Sprecher und Fußball-Stimme der ARD. Ein Jahr lang können die Hörer den Spannungsstücken entweder direkt auf der Seite lauschen oder sie sich kostenlos im MP3-Format herunterladen.

Im Killer Club werden internationale Autoren zu Auftragsmördern und töten um die Wette. Wer das am besten kann, entscheidet zum Schluss die Web-Gemeinde – in einer Online-Abstimmung zur Frankfurter Buchmesse 2008. Nach Kriterien wie Originalität, Kreativität und Finesse.

Der Startschuss ist gefallen: mit dem Prolog des Killer Clubs, entwickelt von Sebastian Fitzek. Hier erfahren die Hörer, um was es geht, sprich: was sich das wahnsinnige Hirn des todkranken Milliardärs Roderick van Larven auf seiner Luxusyacht vor der Küste Madeiras ausgedacht hat. Sein Plan sieht nämlich vor, einen Wettbewerb unter der internationalen Crème de la Crème der Gewaltverbrecher auszuloben.

Im Dezember 2007 geschieht der erste Auftragsmord – und zwar in der Geschichte des Münchner Kulinarik-Killers Michael Böckler („Tödlicher Tartufo“). Alborino und die hohe Kunst der Tat verströmt nicht nur mediterranes Aristokratenflair, sondern auch italienische Mordstimmung.

Die Bleistifte gespitzt und die Messer gewetzt werden derzeit außerdem von der Hamburger Autorin und Krimi-Debütantin Simone Buchholz („Revolverherz“, ET: 3/2008), dem belgischen Thrillerschreiber Luc Deflo („Nackte Seelen“) sowie dem Tatort-Drehbuchautor Markus Stromiedel („Zwillingsspiel“, ET: 5/2008).

Vorher habe ich mir die Eröffnung von Sebastian Fitzek (Die Therapie, Amokspiel) angehört. Nett, aber etwas langatmig. Halt mehr Dan Brown als Richard Stark. Aber weil die folgenden Autoren einfach nur möglichst aufsehenerregend eine bekannte Person umbringen sollen, dürften einige spannende Geschichten folgen.

Jedenfalls werde ich mir die nächsten Morde anhören.


Einige Fundstücke

November 30, 2007

Crime Zine Report hat seine Nominierungslisten für den Spinetingler Preis veröffentlicht.  Schöne Listen mit einigen bekannten Namen (Ken Bruen, James Lee Burke, Ian Rankin, Duane Swierczynski, Charlie Huston, Laura Lippman) und vielen Covers von Hard Case Crime.

Allan Guthrie (dessen Hard Case Crime-Buch „Kiss Her Goodbye“ ich im „Krimijahrbuch 2006“ abfeierte) listete die 200 besten Noir-Romane von 1929 bis 1997 auf. Die letzten zehn Jahre ließ er weg, weil die Liste eh schon lang ist.  Schöne Liste mit vielen bekannten Namen.

Bei IAMTW ist ein Interview mit dem ehemaligen James Bond-Autor Raymond Benson erschienen. Eine umfangreiche, textlastige Homepage hat Benson auch.

Bei It’s a Crime empfehlen Krimiautoren Bücher.  Zuletzt Zoe Sharp, die Bücher von Ken Bruen, Lee Child, Robert P. Parker, Jeffery Deaver und Julia Spencer-Fleming (hm, dabei sollten die Autoren doch immer nur ein Buch empfehlen)  für den weihnachtlichen Gabentisch empfiehlt.

Robert B. Parker schreibt in der New York Times über ein Essen mit Ed Haris, der Parkers Western „Appaloosa“ verfilmt. Wo wir gerade bei Parker-Verfilmungen sind: der fünfte Jesse Stone-Film „Thin Edge“ mit Tom Selleck ist fast fertig und wird wahrscheinlich im Februar im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt (das deutsche Fernsehen könnte ja mal die ersten Stone-Filme bringen). Und seit Ende Oktober gibt es einen neuen Spenser: „Now and Then“.

Ian Rankin (zuletzt „Im Namen der Toten„)  ist ab Montag auf Lesetour:

Montag, 3. Dezember: Berlin: Babylon Berlin (Rosa-Luxemburg-Straße 30), 19.30 Uhr

Dienstag, 4. Dezember: Hamburg: Buchhaus Weiland im Mercado (Ottenser Hauptstraße 10), 20.45 Uhr

Mittwoch, 5. Dezember: Wien: Rabenhof Theater (Rabengasse 3), 20.00 Uhr

Donnerstag, 6. Dezember: Zürich: Kaufleuten (Pelikanplatz), 20.00 Uhr

Udo Wachtveitl liest die deutschen Teile.

Was sagen uns die Anfangszeiten über das Abend- und Nachtleben der Städte?


KrimiWelt-Bestenliste Dezember 2007

November 24, 2007

Am letzten Wochenende eines Monats erscheint die neue KrimiWelt-Bestenliste. Für den Dezember empfehlen die Kritiker:

 

1          (1)       James Sallis: Driver

2          (8)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

3          (5)       Ian Rankin: Im Namen der Toten

4          (7)       Arne Dahl: Ungeschoren

5          (-)        Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

6          (3)       Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

7          (-)        John S. Cooper: Das 5. Flugzeug

8          (-)        Marek Krajewski: Gespenster in Breslau

9          (-)        Thomas Weiss: Tod eines Trüffelschweins

10       (-)        Jo Nesbø: Der Erlöser

 

In der Klammer ist die Platzierung des Vormonats.

Mit Sallis, Rankin und DeMarinis sind drei Bücher drin, die mir auch sehr gut gefallen haben. Der Manchette/Bastid ist bei mir noch nicht eingetroffen. Aber die anderen Bücher von Jean-Patrick Manchette haben mir gut gefallen; die Verfilmungen weniger. Bottinis Aufstieg erstaunt mich etwas. Denn die Kritiken, die ich gelesen habe, waren durchwachsen bis negativ.

Auf der Januar-Liste sollten dann Nick Stone, Paul Temple, Thomas C. Cook, Martin Cruz Smith und, vielleicht, Gianrico Carofiglio sein. F. Paul Wilsons neuester Handyman Jack-Roman hat dagegen wahrscheinlich keine Chancen.


VDD unterstützt WGA

November 20, 2007

Das ist eine erfreuliche Meldung: Seit einigen Tagen blogt der VDD, äh, der Verband deutscher Drehbuchautoren. Er unterstützt den Streik der amerikanischen Drehbuchautoren. Deshalb heißt der Blog „VDD supports WGA strike!“

Weitere Infos gibts natürlich bei der WGA und in den Blogs zahlreicher Drehbuchautoren. Zum Beispiel John August, Lisa Klink,   Lee Goldberg (direkt hier, hier und weitersuchen), Ken Levine, Nikki Finke’s Deadline Hollywood, undundund (halt immer den Links folgen).


Happy Birthday, Marty!

November 17, 2007

Ein Blick in den Kalender zeigt’s: Martin Scorsese wurde am 17. November 1942 geboren und im Fernsehen kommt nichts, außer morgen dem durchwachsenen Thriller „Kap der Angst“ (BR 3, 23.15, VPS 23.00).

Dabei hat Martin Scorsese uns in den vergangenen Jahren so viele schöne Stunden beschert und vergangenes Jahr den längst überfälligenOscar für „Deeparted – Unter Feinden“ erhalten. Als nächstes verfilmt er wahrscheinlich „Shutter Island“ von Dennis Lehane.

Filmzeit über Martin Scorsese

Anmerkung aus Hollywoods Gerüchteküche: Einige Zeit war Martin Scorsese als Regisseur der Don Winslow-Verfilmung „The Winter of Frankie Machine“ im Gespräch gewesen. Jetzt ist Michael Mann im Gespräch.


Bill Pronzini neuer Grandmaster der MWA

November 16, 2007

Die Mystery Writers of America (MWA)  haben ihren neuen Grandmaster bekanntgegeben. Es ist, nach Stuart M. Kaminsky und Stephen King, Bill Pronzini. Der produktive Autor ist mit Marcia Muller verheiratet. Zu seinem Opus zählen zahlreiche Anthologien, Einzelwerke und die über dreißigbändige Serie mit einem namenlosen Privatdetektiv (Nameless Detective Serie). In Deutschland blieb ihm bis jetzt der große Durchburch versagt.

Hier gibt’s einige weitere Informationen:

The Rap Sheet über die Nominierung: Ain’t It Grand

Mystery File über Grandmaster Bill Pronzini

Thrilling Detective über Bill Pronzini

Fantastic Fiction über Bill Pronzini 

 Krimi-Couch über Bill Pronzini

Kaliber .38 über den letzten Versuch Bill Pronzini in Deutschland zu etablieren 


Neu im Kino: American Gangster

November 15, 2007

Genrejunkies freuen sich seit Wochen auf „American Gangster“, den neuen Film von Ridley Scott, mit Denzel Washington und Russell Crowe, nach einem Drehbuch von Steven Zaillian. Zaillian schrieb auch die Bücher zu „Schindlers Liste“, „Hannibal“, „Gangs of New York“ und „Die Dolmetscherin“; halt immer Qualitätsarbeit. Die Inspiration für das zweieinhalbstündige Biopic war das Leben von Frank Lucas. Der in Harlem lebende Afroamerikaner importierte in den frühen Siebzigern in die USA mehr und bessere Drogen als die Mafia, weil er den Drogenhandel wie ein normales Geschäft anging. Cop Richie Roberts machte es sich zur Lebensaufgabe, den Gangster zu jagen. Zu seinen schlimmsten Gegnern zählten dabei korrupte Polizisten.

Mark Jacobson schrieb den „New York“-Artikel „The Return of Superfly“, der als Inspiration für den Film diente.

Max Allan Collins  schrieb das Buch zum Film. Bis jetzt ist keine deutsche Übersetzung angekündigt.

Das Drehbuch von Steven Zaillian wird definitiv nicht übersetzt, kann aber hier gelesen werden.

Der englische Wikipedia-Eintrag ist sehr informativ; die deutsche und die amerikanische Homepage zum Film unterscheiden sich nur in akustischer Hinsicht.


Ira Levin gestorben

November 14, 2007

R. i. P.: Ira Levin, 27. August 1929 – 12. November 2007

Zwei Tage nach Norman Mailer starb ein weiterer amerikanischer Autor. Ira Levin schrieb wenig, aber „Der Kuss des Todes“, „Rosemaries Baby“, „Die Frauen von Stepford“, „Die Boys aus Brasilien“ und „Sliver“ waren als Buch und Film erfolgreich. Er schrieb Thriller, die mal mehr Krimi, mal mehr Horror, mal mehr Science Fiction, aber immer spannend waren.

Hier die erste Meldung zu seinem Tod in der New York Times, hier die Spiegel Online-Meldung und hier ein Verzeichnis seiner Werke.


Kurz notiert

November 14, 2007

„Stirb langsam 4.0“ ist jetzt in mehreren Fassungen auf DVD erschienen. Aber die Unrated-Version gibt es in Deutschland noch nicht. Schnittberichte zeigt die Unterschiede zwischen der Kinofassung und der wohl ursprünglich geplanten Fassung (vor allem mehr „Fucks“).

„Deadline“ heißt die neue, am Donnerstag startende Sat.1-Krimiserie. „Deadline“ heißt ein 2005 von Katharina Bachmann veröffentlichter Roman. Jetzt, so Quotenmeter, läßt sie das Schutzrecht für den Titel prüfen; also ob sie den alleinigen Anspruch auf den Titel „Deadline“ hat. Da sollte die Dame aber nicht in der Internet Movie Database recherchieren: eine genaue Übereinstimmung des Titels wird 29 mal gefunden. Wenn jetzt die Produzenten die Autorin verklagen, weil ihre älteren Rechte an dem Titel verletzt wurden…

Aber vielleicht hat Bachmann auch den Titel von Rogelio J. Pineiro  geklaut. Denn sein Buch „De@dline“ erschien bereits 2004 bei Bastei-Lübbe.

Fragen über Fragen.

Während des Nachdenkens können wir auch mal das Drehbuch zu einem deutschen Serienkrimi lesen. Das Ehepaar Eva und Volker A. Zahn haben ihr Drehbuch zur „Soko Leipzig“-Folge „Herrenrunde“ online gestellt.

Das gibt mir die Gelegenheit endlich auch darauf hinzuweisen: Die BBC hat in ihrem writersroom etliche Drehbücher online. Für uns Krimifans sind natürlich die Krimi-Drehbücher interessant. Es sind „Silent Witness: Schism“ von Christian Spurrier,  „Waking the Dead: Shadowplay“ von Ed Whitmore, „Life on Mars, Episode 1“ von Matthew Graham und Doctor Who ist auch an Bord.

Ziemlich blöd versteckt hat „Die Zeit“ den schönen Artikel von Dominik Graf über Samuel Fuller, seinen Kressin-Tatort „Tote Taube in der Beethovenstraße“ und zwei, damals ebenfalls in Deutschland arbeitende, Regiekollegen. Wer die Wochenzeitung nicht kaufen will, kann’s hier lesen.

Nicht so versteckt ist in der heutigen „taz“der Artikel von Andreas Fanizadeh über die Edition Nautilus (mehr) und ihr Zugpferd Andrea Maria Schenkel (weniger).