One World Berlin – ab Mittwoch mit mir

November 12, 2007

Am Mittwoch beginnt das hier bereits erwähnte One World-Festival. Die Humanistische Union präsentiert mit der Gustav Heinemann-Initiative beim diesjährigen „One World Berlin – Filmfestival für Menschenrechte und Medien“ diese Veranstaltungen:

 

Eröffnungsveranstaltung

Mittwoch, 14. November, 19.30 Uhr, KATO (U-Bahn „Schlesisches Tor“)

Mit:

Bernhard Docke (Anwalt von Murat Kurnaz),

Hans-Christian Ströbele (Mitglied des Bundestages),

 Tamer Yigit (Künstler),

Fredrik Roggan (Humanistische Union)

 

Der diesjährige Festivalschirmherr Bernhard Docke hat den Bremer Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz verteidigt. Kurnaz (mit dem Ko-Autor Helmut Kuhn) hat die Erlebnisse während seiner Inhaftierung ohne rechtmäßige Verurteilung in dem Buch Fünf Jahre meines Lebens – Ein Bericht aus Guantánamo niedergeschrieben. Schauspieler/Regisseur/Musiker Tamer Yigit wird von Kurnaz ausgewählte Buchpassagen lesen.

Beschränkte Kartenzahl, daher Voranmeldung unter 030 – 24 31 30 30

 

 

Workshop: Film/Video/Neue Medien und Menschenrechtsvermittlung

Samstag, 17. November, 11.00 – 18.00 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte (Greifswalder Str. 4, Tram „Am Friedrichshain“)

Mit:  

Meira Asher (Regisseurin/Sound Artist),

Emanuel Vaughan-Lee (Regisseur),

Claudia Lohrenscheit (Deutsches Institut für Menschenrechte),

Angie Koch (Filmverleiherin, Neuzeit Film)

 

Medienmacher/innen, Filmbusinessleute, NGO-Vertreter/innen, Entwickler/innen von sozialen Kampagnen, Bildungsexpert/innen stellen ihre Arbeit vor und tauschen sich aus. In drei Gesprächsrunden wird über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Filmemachern und NGOs, der Ansprache bestimmter Zielgruppen am Beispiel von Jugendlichen und dem Erreichen einer breiten Öffentlichkeit informiert und diskutiert.

Der Workshop richtet sich in erster Linie an NGO-VertreterInnen, die in diesem Bereich demnächst etwas tun wollen oder schon einschlägige Erfahrungen gesammelt haben.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Eine Anmeldung ist daher erforderlich unter 030 – 20 45 02 56 oder info@humanistische-union.de

 

 

Film „The Trap: What happened to our dream of freedom“ (GB 2007)

Sonntag, 18. November, 18.00 Uhr, Brotfabrik (Prenzlauer Promenade 3, S-Bahn „Prenzlauer Allee“)

Mit:

Prof. Dr. Bernd Ladwig (FU Berlin)

 

In drei Stunden zeichnet Adam Curtis in seinem beeindruckenden BBC-Dreiteiler „The Trap: What happened to our dream of freedom“ von Adam Curtis. In drei Stunden zeichnet er nach, wie sich während des Kalten Krieges ein reduzierter Begriff von Freiheit und ein ebenso reduziertes ökonomisches Menschenbild (ich sage nur Rational Choice und Public Choice) zuerst in der Wissenschaft und später in der Politik durchsetzte. Er zeigt, wie Ideen die Welt verändern können. Er zeigt, wie das Rational-Choice-Menschenbild und der Glaube, alles messen zu können, die Politik beeinflusst. Denn wenn die Politiker nur noch von selbstinteressierten Menschen ausgehen, werden sie eine bestimmte Politik machen. Eine Politik die bestimmt ist von Misstrauen und Paranoia. Denn eine der Kernpunkte des Rational-Choice-Menschenbildes ist, dass man niemand vertrauen kann. Ein anderer, dass jeder nur noch nach seinem eigenen Glück streben solle. So etwas wie Gemeinschaft, Vertrauen undsoweiter gibt es nicht.

 

 

Film „Taxi to the Dark Side“ (D/USA/GB 2007)

Mittwoch, 21. November, 19.00 Uhr, Acud (Veteranenstraße 21, U-Bahn „Rosenthaler Platz“, S-Bahn „Nordbahnhof“)

Mit:

Andrea Arndt, Behandlungszentrum für Folteropfer

Britta Jenkins, Behandlungszentrum für Folteropfer

Prof. Dr. Rosi Will, Bundesvorsitzende der Humanistischen Union, Professorin an der Humboldt-Universität

 

Der afghanische Taxifahrer Dilawar wird 2002 während einer Taxifahrt mit seinen Fahrgästen vom US-Militär festgenommen und ohne einen Prozess im Gefängnis festgehalten. Fünf Tage später stirbt er in seiner Zelle an den Folgen der Misshandlungen, die ihm die US-Soldaten zugefügt haben. In der gleichen Weise sind seit dem Beginn des „Krieges gegen den Terror“ über hundert US-Gefangene unter mysteriösen Umständen umgekommen. Die mehrfach ausgezeichnete Dokumentation zeigt den Umgang mit Folter als legitimes staatliches Handeln vonseiten der Bush-Regierung und wie sie dadurch gegen die Genfer Konvention verstößt.

Spielfilmlange Doku über den fälschlich als Terrorist beschuldigten afghanischen Taxifahrer Dilawar. Er wird verhaftet, gefoltert und stirbt fünf Tage später. Gibney zeigt in seiner eindrücklichen, sachlich argumentieren Dokumentation am Schicksal eines Jedermanns, wie die US-amerikanische Regierung ihre Soldaten ermutigte, Folter als Verhörmethode wieder einzusetzen.

“Taxi zur Hölle” wurde auf den Filmfestival in Tribeca (New York) und Chicago als beste Dokumentation ausgezeichnet.

 

Weitere Informationen zum One World-Festival

Weitere Informationen zur Humanistischen Union

Weitere Informationen zur Gustav Heinemann-Initiave


Vorratsdatenspeicherung – die Beerdigung eines Grundrechts

November 10, 2007

Während im Bundestag die Regierung die Vorratsdatenspeicherung beschloss, trafen wir von der Humanistischen Union uns bei der feierlichen Beerdigung des davon betroffenen Grundrechts.

Einige Aufnahmen (einige Aufnahmen wurden von mir geschossen) gibt es hier.

Weitere Infos zur Debatte und den Positionen verschiedener Verbände bei ARD (sogar mit Bilder der HU-Aktion), Spiegel Online oder beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Die beruhigenden Worte der Justizministerin klingen überhaupt nicht beruhigend, wenn just heute bekannt wird, dass Polizisten die Post von vier Berliner Tageszeitungen durchsuchte und Gespräche beim NDR abhörte.


Vorratsdatenspeicherung – nach der Demo

November 7, 2007

Die angekündigte Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung ist gelaufen. Heise berichtet mit Text und Bild, Spiegel mit Text und Video – und sicher findet sich auch in der Tageszeitung ihres Vertrauens ein Artikel darüber.


Kleinkram: Cain und Christie, Carnahan und Hollywood

November 6, 2007

Vor einigen Tagen postete ich Elmore Leonards Schreibregeln. Die Tage hat im „Outfit“ Krimiautorin Barbara D’Amato über das gleiche Thema geschrieben. Sie bemerkt, dass „James M. Cain and Agatha Christie“ die gleichen literarischen Techniken benutzen:

In structure and technique James M. Cain and Agatha Christie are very much alike. (…) For example, it is told mostly through dialogue, as are Christie’s novels. Both authors are far more “show, don’t tell” than was most fiction of the period.

The sentences are direct, using nothing that a friend of mine used to call „fancy writin“. (…) Or elaborate scene setting. Like Christie, Cain gives you only as much setting as you need. It has been said about Christie that she never includes a scene just for atmosphere or padding. Every scene advances the plot. Cain too.

Both writers are deceptively plain and forthright. Robert Barnard has said about Christie that her writing seems simple, and yet is very subtle. Both authors are so declarative that the reader takes the information as simply true, a useful deception in Christie’s puzzles.

Christie believed a novel should be capable of being read in one day. Cain’s novels can be gobbled in an evening.“

Ups, das ist ein Unterschied.

Es wird zwar noch verhandelt, aber anscheinend darf Joe Carnahan (so blogt er) zuerst „Killing Pablo“ verfilmen und dann „White Jazz“. (Hier geht’s zu den Drehbüchern.)

Drehbuchautorin Lisa Kling sagt, was sie derzeit in Hollywood tut: Sie geht mit einem Schild auf den Bürgersteig – und trifft alte Kollegen.


Vorratsdatenspeicherung: Dienstag Demo dagegen

November 5, 2007

Kurz bevor der Bundestag über die Vorratsdatenspeicherung (die Speicherung von allen Telefon- und Internetdaten von allen in und aus Deutschland getätigten Verbindungen für ein halbes Jahr, denn es könnte ja für die Strafverfolgung wichtig werden) beschließt, reagiert die Justizministerin dünnhäutig und beschimpft den Bundesbeauftragten für Datenschutz als wenig sachkundig. Ist ja auch nervig, wenn nicht nur die üblichen Verdächtigen stänkern, sondern tausende Bürger auf die Straße gehen und Bürgerrechtsorganisationen, Unternehmen, Journalistenverbände, die evangelische Telefonseelsorge, Psychologen- und Ärztevereinigungen die Vorratsdatenspeicherung ablehnen.

Das Nerven der Politiker geht weiter. Am Dienstag gibt es in zahlreichen Städten Demos dagegen. Die Berliner versammeln sich ab 17. 00 Uhr vor dem Bundestag (naja, fast direkt davor) und lauschen den Worten von

  • Martin Buchholz, Kaberettist
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB FDP
  • Petra Pau, MdB Die Linke
  • Hans-Christian Ströbele, MdB Bündnis90/Die Grünen
  • Prof. Rosemarie Will, Humanistische Union

Kleinkram mit Elmore Leonard – und anderen

November 4, 2007

The Rap Sheet hat die vergangenen Tage das Erscheinen von „Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing“ mit mehreren Artikeln und einem Wettbewerb begleitet. Sehr interessant ist das Interview mit Elmore Leonard über das Schreiben.

Eine ältere und kürzere Fassung seiner zehn Schreibregeln kann bei der New York Times gelesen werden. Für das kurze Buch (96 illustrierte Seiten) hat Leonard seine für einen Vortrag schnell hingeschriebenen Regeln noch einmal überarbeitet und erweitert. Wer kein Englisch kann, die Regeln aber trotzdem kennen möchte:

1. Beginne ein Buch niemals mit dem Wetter.

2. Vermeide Prologe.

3. Benutze niemals ein anderes Verb als “sagte” um einen Dialog voranzubringen.

4. Benutze niemals ein Adverb um “sagte” zu verändern.

5. Benutze keine Ausrufezeichen.

6. Benutze niemals die Worte “plötzlich” und “die Hölle brach los”.

7. Benutze Dialekte sparsam.

8. Vermeide genaue Beschreibungen von Personen.

9. Beschreibe Plätze und Gegenstände nicht zu detailliert.

10. Versuche die Teile wegzulassen, die der Leser überlesen wird.

Ohne eine längere Erklärung klingen diese Regeln etwas harsch, aber ich halte sie für zutreffende Regeln. Denn meistens ist ein Buch, das mit einer ausführlichen Beschreibung des Wetters oder einem Prolog beginnt einfach langweilig. Denn das Wetter hat nichts mit der Geschichte zu tun (jedenfalls meistens) und mit einem Prolog sagt uns der Autor, dass er noch nicht mit seiner Geschichte beginnen will (bei „Lolita“ sind die Vorworte allerdings ein Teil der Geschichte). Die meisten anderen Regeln fordern Autoren auf, etwas mit wenigen und einfachen Worten zu sagen. Denn alles andere lenkt von der Geschichte ab. Das gleiche gilt für den Hinweis, möglichst keine Personen, Orte und Gegenstände zu beschreiben. Denn auch diese Teile haben normalerweise nichts mit der Geschichte zu tun und, wenn der Roman in der Gegenwart spielt, weiß der Leser, wie ein Mercedes aussieht.

 

Krimiautor John Rickards macht sich seine Gedanken über das Genre: Our Genre has no clothes.

 

David Geffner schreibt im Hollywood Magazine über Jim Thompson in Hollywood.

 

Regisseur Joe Carnahan ließ es zuletzt mit „Smokin’ Aces“ mächtig krachen. Seine nächsten Projekte „Killing Pablo“ und „White Jazz“ gehen dagegen wieder in Richtung seines Debüts „Narc“, einem düster-realistischen Polizeifilm. Schon vor dem Drehbeginn sind die Drehbücher online. „Killing Pablo“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch-Bestseller von Mark Bowden. Er erzählt die Geschichte von Pablo Escobar. „White Jazz“, das er zusammen mit seinem Bruder Matthew Michael Carnahan („Operation: Kingdom“, „Von Löwen und Lämmern“) schrieb, ist die seit langem erwartete James Ellroy-Verfilmung. In seinem Blog sagt Carnahan, dass er mit einem baldigen Drehbeginn rechnet.

 

Die aktuellen Informationen zum WGA-Streik gibt es hier – und hier gibt es einen Artikel von Pat Sierchio über die Anfänge der WGA (hmhm, im kapitalistischen Amerika haben die Autoren eine Gewerkschaft, im sozialdemokratischen Deutschland…)

 

Und mit „Tatort Krimi“ gibt es einen weiteren Blog, der sich der einzig wahren Literatur widmet (neben all den anderen).


Krimiwelt-Bestenliste November 2007

Oktober 27, 2007

Monatsende – Zeit für die neue Krimiwelt-Bestenliste. Für den November empfehlen die Kritiker:

1          (3)       James Sallis: Driver

2          (2)       Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

3          (5)       Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

4          (4)       Deon Meyer: Der Atem des Jägers

5          (-)        Ian Rankin: Im Namen der Toten

6          (-)        Hannelore Cayre: Der Lumpenadvokat

7          (8)       Arne Dahl: Ungeschoren

8          (-)        Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

8          (-)        Ulrich Ritzel: Forellenquintett

9          (1)       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

In den Klammern ist die Platzierung vom Vormonat. Schenkel rapider Abstieg liegt an den Regeln. Ansonsten James Sallis, Rick DeMarinis, Ian Rankin (Ich lese es gerade: bis jetzt ist es ein G8-Bericht mit Krimibeigabe. Die Besprechung gibt’s demnächst.): gut.


Zwei Arten, mit Zeichnungen umzugehen

Oktober 26, 2007

Pulp Covers können als Titelbilder bei neuen Büchern dienen:

collins-two-for-the-money.jpg

oder man macht das damit.


Viele neue Drehbücher online

Oktober 26, 2007

Zwei der Filme sind noch nicht in Deutschland gestartet, aber bereits jetzt sind die Drehbücher für einige Kriminalfilme (wie gewohnt lege ich den Begriff großzügig aus) online:

Steven Zaillian: American Gangster (American Gangster; auf Tatsachen beruhender Gangsterfilm von Ridley Scott mit Denzel Washington und Russell Crowe; Kinostart: 15. November 2007)

Tony Gilroy, Scott Z. Burns, George Nolfi: The Bourne Ultimatum (Das Bourne Ultimatum; Abschluss der Bourne-Trilogie von Paul Greengrass mit Matt Damon – läuft bereits)

Adam Mazer, William Rotko,  Billy Ray: Breach (Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene; auf Fakten basierender Geheimdienstfilm von Billy Ray mit Chris Cooper und Ryan Phillippe – läuft bereits)

Bruce A. Evans, Raynold Gideon: Mr. Brooks (Mr. Brooks – Der Mörder in Dir; ein psychologischer Thriller von Bruce A. Evans mit Kevin Costner, Demi Moore und Marg Helgenberger; Kinostart: 29. November 2007)

Matthew Micahel Carnahan: The Kingdom (Operation Kingdom; Politthriller von Peter Berg mit Jamie Foxx und Chris Cooper – läuft bereits)

Scott Alexander, Larry Karaszewski: 1408 (Zimmer 1408; Stephen King-Verfilmung von Mikael Hafstöm mit John Cusack und Samuel L. Jackson – läuft bereits)


Sachdienliche Hinweise von Block bis Voss

Oktober 22, 2007

Tobias Gohlis schreibt jetzt nicht mehr in sein Krimitagebuch, sondern in seinen Blog.

Krimiautor Willi Voss ist unter die Blogger gegangen. Außerdem hat er mir (und damit der Krimiwelt gesagt):

Ja, ist wirklich an der Zeit, wieder einmal einen Krimi zu schreiben… ist in Arbeit. Nachdem ich einen dickleibigen Thriller fertig gestellt habe, der noch seinen Verleger sucht, steht das Ende des neuen Kriminalromans in Aussicht. Gute sechs Wochen noch, denke ich. Ob das Comeback gelingt, wird sich zeigen. 

Das hört sich gut an.

Kurz notiert:

The Writing Show interviewt David Simon, den Macher der Krimiserie „The Wire“ (Eine realistische, hochgelobte Serie, für die auch Ed Burns, Richard Price, Dennis Lehane und George Pelecanos schrieben. Über einen deutschen Start ist noch nichts bekannt.)

Mark Coggins interviewt Joe Gores über Dashiell Hammett (In dem Interview verrät Joe Gores auch, dass er Jahrzehnte nach seinem Roman „Hammett“ jetzt ein Prequel zu „Der Malterser-Falke“ schreibt.)

Blockianer aufgepasst! Krimiautor Wallace Stroby schreibt über den Matthew Scudder-Krimi „The Devil knows your’re dead“: „It is, in my mind, the ne plus ultra of the Scudder books and maybe one of the ten best private eye novels ever.

Things I’d rather be doing schreibt, dass die Sammlung von sehr frühen Kurzgeschichten „One Night Stands“ von Lawrence Block 2008 wiederveröffentlicht wird. Die erste Auflage ist schon lange ausverkauft. (Etwas runterscrollen bis „Early Lawrence Block stories coming back to print“)

Außerdem:

Heute ist der Erstverkaufstag von „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006), dem neuen John Rebus-Roman von Ian Rankin. Das ist für uns ein viel wichtigeres Ereignis als der neue Harry Potter.  Eine Besprechung von dem fast sechshundertseitigen Werk gibt es demnächst.


Monika Griefahn und die Quote

Oktober 18, 2007

Der Auslöser für die gestrige Quotendiskussion (Zur Erinnerung: dieses Mal ging’s um eine Quote für deutsche Produktionen im Fernsehen) war eine BILD-Meldung, die die  SPD-Politikerin Monika Griefahn,  Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, zitierte. Jetzt erklärt sie auf ihrer Homepage, dass sie das nicht gefordert habe. Sondern: „Nach wie vor, spreche ich mich für die stärkere Berücksichtigung von deutschsprachiger und in Deutschland produzierter populärer Musik im Rundfunk aus. Die hohen Verkaufszahlen bei Konzertkarten und CDs zeigen die großen Erfolge von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, die jedoch keine ausreichende Anerkennung im Rundfunk finden. (…) Da sich allerdings gerade bei deutschen Serien bisher keine so starke Differenz zwischen vorhandener und gesendeter Qualität wie im Bereich der Musik erkennen lässt, gibt es für mich hier keinen Grund für eine gesonderte politische Forderung.“

Kann mir jemand den Griefahns letzten Satz erklären? Oder ist es ein reines Analogieargument? Dann ginge das ungefähr so: Bis jetzt werden DVDs von deutschen Serien kaum gekauft. Die schlechten Verkaufszahlen spiegeln sich nicht im TV-Programm wieder und deshalb muss ich nichts fordern.

Der Beweis: ein Blick auf die Amazon-Liste der meistverkauften TV-Produktionen. Erst auf Platz 48 ist, wenn wir Mario Barth und Oliver Pocher (Hey, das sind Bühnenprogramme und keine Serien), mit „Stromberg“ eine in Deutschland produzierte Serie.


Kinostarts, Deutschquote, Streik

Oktober 18, 2007

Im Internet wurde der Film „Trade – Willkommen in Amerika“ von Marco Kreuzpaintner heftig beworben. Die ersten deutschen Kritiken sind durchwachsen-positiv, den amerikanischen Kritiker gefiel der Film nicht. Untergegangen ist dabei die Inspration für den Film: die Reportage „The Girls Next Door“ von Peter Landesmann. Sie erschien am 25. Januar 2004 im New York Times Magazine und wurde später in der sehr empfehlenswerten Kriminalreportagensammlung „The Best American Crime Writing 2005“ (herausgegeben von Otto Penzler und Thomas H. Cook, mit einer Einleitung von James Ellroy) abgedruckt. In den USA löste die Reportage eine Diskussion über die Sexsklaverei aus.

Außerdem startet im Kino der Western „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Bob Ford“ (USA 2006, Regie/Drehbuch: Andrew Dominik). Er braucht gute 160 Minuten um seine Geschichte zu erzählen. Samuel Fuller schaffte die Story in seinem Debüt „Ich erschoss Jesse James“ in der halben Zeit. Mal sehen, wer den besseren Film gemacht hat.

Ebenfalls auf Tatsachen basiert „Enttarnt“ (USA 2007, Regie: Billy Ray, Drehbuch: Adam Mazer, William Rotko, Billy Ray). Es geht um den verdienten FBI-Agenten Robert Hanssen. Im Februar 2001 wurde er als langjähriger Doppelagenten für die Sowjetunion verhaftet. Ist anscheinend ein langsam erzählter Thriller mit einem intelligenten Drehbuch und guten Schauspielerleistungen. Aber wer hätte von Chris Cooper etwas anderes erwartet?

Wer schon immer wissen wollte, wo genau der Unterschied zwischen den Privaten und den Öffentlich-Rechtlichen Sendern liegt, wenn eine Serie schlechte Quoten hat, erfährt es hier: „Ein Fall für Nadja“ wird nach fünf von sechs Folgen abgesetzt. Bei „Las Vegas“ ging’s doch beim ersten Mal schon nach drei Folgen, oder?

Angesichts dieser Situation ist natürlich die Forderung nach einer Quote für deutsche Serien – genauso blöd, wie die immer wieder erhobene Forderung nach einer Quote für deutsche Musik (aber: wenn ich sowieso kein Radio, sondern nur CDs höre, kann mir auch eine Quote egal sein. Hm.). Aber die Politiker tun’s mal wieder. In der Tageszeitung gibt es dazu einen schönen Bericht von Klaus Raab mit dem treffenden Satz:  „Und, ganz wichtig: Floppen deutsche Serien nicht reihenweise?“

Und Hollywood bereitet sich auf einen Streik der Drehbuchautoren vor.  Lee Goldberg zitiert einen Artikel von Howard Rodman aus der LA Times.


Hammett-Preis 2006 verliehen

Oktober 16, 2007

Am Wochenende hat die International Association of Crime Writers/North America (IACW/NA) ihren Preis für den besten Kriminalroman des vergangenen Jahres, den Hammett, an

The Prisoner of Guantanamo von Dan Fesperman (Knopf)

verliehen.

Neben Fesperman waren

Ghost Dancer: A Thriller, von John Case (Ballantine)

Dark Companion, von Jim Nisbet (Dennis McMillan)

The Crimes of Jordan Wise: A Novel, von Bill Pronzini (Walker)

Four Kinds of Rain, von Robert Ward (St. Martin’s)

nominiert.

Die Pressemitteilung der IACW/NA gibt es hier, einige Gedanken zu den Nominierungen gibt es bei Krimileser Bernd und ich werde mir den Roman irgendwann vornehmen.


Robert B. Parker, VDD, WGA, „Miami Vice“, BigBrotherAward

Oktober 14, 2007

Einige kurze Meldungen:

Spenser-Erfinder Robert B. Parker gibt dem Boston Globe ein Interview. Nicht uninteressant.

In der aktuellen Ausgabe von „Spript“, der Zeitschrift des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) , ist das Schwerpunktthema „Der Krimiboom: Seine Gewinner, seine Verlierer“ mit Artikeln über die gefloppte Sat.1-Serie „Blackout“ (von Xao Seffcheque), einen Nachbericht über „Tatort Eifel“ (von Bettina Buchler)  und einen Überblick über die deutschen TV-Krimiserien (nur die Titel).

Die amerikanischen Autoren haben auch ihre Vereinigung der Drehbuchautoren: die Writers Guild of America (WGA). In ihrem Magazin „Written by“ veröffentlichten sie in der Sommerausgabe sechs Drehbücher zu nicht-produzieren Science-Fiction-Serienpiloten. Aber zwei könnten auch in der Zukunft spielende Krimis sein.

In meiner Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“ sagte ich, die Folgen seien beschnitten. Jetzt gibt es – endlich – bei Schnittberichte in täglichen Dosen einen Überblick über die Schnitte.  Direkt zu „Unter Haien“, dem neuesten Schnittbericht, geht es hier. (Oh, wenn wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: in Amerika und England erscheint die Tage eine Box mit allen Miami Vice-Folgen und einer noch etwas unklaren Menge an Bonusmaterial. Natürlich ungeschnitten und sogar mit der Originalmusik.)

Der BigBrotherAward (der Preis für besonders dreistes Sammeln von Daten) ist verliehen. Die glücklichen Gewinner sind hier zu finden.  Wolfgang Schäuble ging dieses Jahr leer aus.


Happy Birthday, Lee Konitz!

Oktober 12, 2007

Lee Konitz, geboren 13. Oktober 1927, Saxophonist

lee-konitz-foto-bussmer.jpg

Weitere Informationen über Lee Konitz:

All about Jazz (viel englischer Text; mit vielen weiterführenden Links)

Jazzthing zum Geburtstag (deutsch, wenige Zeilen)

JazzEcho (also Verve Music, ebenfalls deutsch, ebenfalls wenige Zeilen)

Das Foto machte ich vor etwas zehn Jahren in der „Seekuh“ in Konstanz. War ein tolles Konzert.


Eva Herman in Topform; Nachtrag zu Franck Burns

Oktober 10, 2007

Großes Theater Johannes B. Kerner. Eva Herman erklärt, dass sich die ganze Presse gegen sie verschworen habe, sie falsch zitiert werde und sowieso alle gegen sie seien. Denn in ihrer Welt hat nur eine Recht: nämlich E. H.. Die anderen Gäste (Senta Berger, Margarethe Schreinemakers, Mario Barth) versuchten erstaunt-schockiert die Blondine zu besänftigen. Ging aber nicht. Denn Eva war ja damit beschäftigt zu erklären, dass es in Deutschland Diskussionsverbote gebe, alle sie falsch verstünden, der Wissenschaftler gefälligst still sein solle und die Frauen irgendwie unterdrückt würden. Das sahen Margarethe und Senta anders. Mario hat wahrscheinlich sein nächstes Programm mit dem Inhalt „Meine Begegnung mit einer paranoiden Blondine“ geplant. Ein Bericht, der mir das Zusammenfassen erspart, gibt es hier und die Show müsste auch in der ZDF-Mediathek angesehen werden können. Tolle Selbstdemontage, Frau Herman! Weiter so!

Oh, und kann jemand für You Tube ein Video erstellen, in dem bei jeder falschen Behauptung von Eva Herman ein lautes Signal ertönt? Dürfte wegen der vielen „Beeps“ bestimmt ein witziges Teil werden.

Am 16. September zeigte Arte die Doku „Franck Burns verzweifelt gesucht“ über einen nicht auffindbaren Autor, der einen tollen Kriminalroman über Marseille von unten geschrieben hat. Jetzt ist das die Tage erschienene Debütwerk „Social Killer„auch auf der Homepage seines Verlages angekündigt.


„The Shield“ wieder abgesetzt

Oktober 9, 2007

Was kommt heraus, wenn ich meinen letzten Post radikal kürze?

Horst Eckert – lobt – John Harvey.

Und nun zur anderen Meldung:

„The Shield“-Fans sind eine Minderheit. Auch bei Kabel 1. Auch dort ist die Quote so schlecht, dass die Serie aus dem Programm fliegt. „Las Vegas“ kommt ab Sonntag eine Stunde später.  „The Shield“ soll irgendwann auf einen anderen Programmplatz wandern. Wahrscheinlich haben bis dahin alle Fans und künftigen Fans, wie bei den „Sopranos“ und „24“, die DVDs gekauft.

Für uns gebildeten Krimifans bleibt natürlich die Frage, warum diese grandiose Cop-Serie in Deutschland so floppt. Ad hoc einige Erklärungsversuche:

– In „The Shield“ hat das Verbrechen gewonnen. In deutschen Serien ist das Verbrechen eine Ausnahmeerscheinung und nach 45/60/90 Minuten ist die Welt in Ordnung.

– „The Shield“ trifft unsere innersten Gefühle und Ängste. Deutsche Serien sind dagegen Eskapismus.

– „The Shield“ ist unglaublich ökonomisch erzählt. Deutsche Serien bräuchten für eine „The Shield“-Folge wahrscheinlich die hundertfache Zeit.

– „The Shield“ ist für Erwachsene gemacht. Deutsche Krimiserien können ohne Probleme von Jugendlichen und Kindern gesehen werden. Also „FSK 18“ gegen „FSK 12/FSK 6“.

– In „The Shield“ wird keine der Hauptfiguren verschont. In deutschen Krimiserien gibt es einen allgemeinen Schmusekurs.

– In „The Shield“ agieren dreidimensionale Charaktere. In deutschen – nicht.


Aufräumarbeiten

Oktober 9, 2007

Heute wird nur der Briefkasten geleert und einige Altlasten beseitigt:

Horst Eckert ist im Januar 2008 „auteur-en-résidence“ im Départements Gironde. Das dortige Kulturbüro hat ihn eingeladen. Partner des Projekts sind unter anderem das Goethe-Institut Bordeaux und die Gesellschaft „Ours Polar“. Wir warten gespannt auf die Erkenntnisse des Krimiautors.

In seinem Rundbrief schreibt Eckert außerdem, dass „Der Absprung“ inzwischen als von Burghart Klaußner gelesenes Hörbuch vorliegt. Seinen neuesten Roman „Königsallee“ wird Eckert dagegen selbst vorlesen. Das Hörbuch soll noch vor Weihnachten erscheinen und eignet sich damit gut als Geschenk für die Lesefaulen. Denn: wir kriegen euch alle.

Das Programm der vom 28. Oktober bis 1. November stattfindenden „Krimi Tage Berlin“ steht fest. Gastland ist Island. Es lesen in alphabetischer Reihenfolge:

Ani, Friedrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Blaudez, Lena

Lesetermine: Sonntag, 28. 10. 2007, Dienstag, 30. 10. 2007

Blettenberg, D.B.

Lesetermin: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Chaplet, Anne

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Gross, Rainer

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Göhre, Frank

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Herrmann, Elisabeth

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Indriðason, Arnaldur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Ingólfsson, Viktor Arnar

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Ivanov, Petra

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Jósepsson, Ævar Örn

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Kastura, Thomas

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Kröger, Merle

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Morchio, Bruno

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Paprotta, Astrid

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Schenkel, Andrea Maria

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Schneider, Hansjörg

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Sigurðardóttir, Yrsa

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Stefánsson, Jón Hallur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Steinfest, Heinrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Die CWA hat folgende historischen Kriminalromane für den „Ellis Peters Historical Dagger“ nominiert:

Ariana Franklin: Mistress of the Art of Death (Bantam Press)

Jason Goodwin: The Snake Stone (Faber and Faber)

Philip Kerr: The One from the Other (Quercus)

Andrew Martin: Murder at Deviation Junction (Faber and Faber)

Mark Mills: The Savage Garden (HarperCollins)

Stef Penney: The Tenderness of Wolves (Quercus)

Der Preis wird am Mittwoch, den 7. November, in London verliehen.

Historisch wird dabei nicht so eng gesehen. Denn Kerrs Bernie Gunther-Roman spielt im Nachkriegsdeutschland.

Das zwanzigminütige Making-of des von Lee Goldberg geschriebenen Pilotfilms „Fast Track: No Limits“ kann hier angesehen werden.

Während die Bucheditionen der Süddeutschen Zeitung mit Neuauflagen sattsam bekannter Werke ihr Publikum fanden (Wie oft soll ich mir den Malteser-Falken ins Regal stellen?), verirren sich in die DVD-Editionen der SZ immer wieder Neuveröffentlichungen (Ich sage nur „Point Blank“.). Allerdings immer ohne Extras. Aus reiner Chronistenpflicht gibt es die Liste der neuesten SZ-Cinemathek-Edition. Sie heißt „Série Noire“ und präsentiert nicht Meisterwerke der „Schwarzen Serie“, sondern eine bunte, etwas willkürliche Auswahl französischer Kriminalfilme:

1. Vier im roten Kreis

2. Die Blume des Bösen

3. Das Mädchen und der Kommissar

4. Der Clan der Sizilianer

5. Eine fatale Entscheidung

6. Der Uhrmacher von St. Paul

7. Das Geheimnis der falschen Braut

8. Tödliche Diamanten

9. Der Teufel mit der weißen Weste

10. Diebe der Nacht

11. Die untreue Frau

12. Wahl der Waffen

(Oha, „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau hat ein Remake des Jean-Pierre Melville-Films „Le deuxième souffle“ [Der zweite Atem] gedreht. Bin gespannt, wann ich dieses Remake in Berlin sehen kann. Und noch gespannter bin ich, wann endlich das Werk von Jean-Pierre Melville auf DVD vorliegt.)

Ebenfalls aus Chronistenpflicht, denn über den Artikel wird schon im Krimiblog und beim Krimileser diskutiert: Thomas Wörtche hat einen „Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen“ geschrieben.

Danach darf dann noch einige Minuten bei Europolar verweilt werden, ehe die Oktober-Besprechungen der Krimi-Couch gelesen werden. Zum Beispiel deren Abfeiern von „Schau nicht zurück“ von John Harvey.

Ich gehe jetzt ganz realistisch ins Bett.


„Ultimo“ lobt das „Krimijahrbuch 2007“ nicht

Oktober 5, 2007

Yippie, nach all dem Lob für das „Krimijahrbuch 2007“ gibt es im Bielefelder Magazin „Ultimo“ einen launigen Verriss von Alex Coutts.


Fundsachen: Das Syndikat, „Final Call“, „Rosemary’s Baby“, Lee Goldberg, Stephen King, Tatort Eifel

Oktober 2, 2007

„Das Syndikat“, die Vereinigung der deutschen Krimi-Autoren, hat eine neue Webseite. Das Layout ist etwas gewöhungsbedürftig und die Textmenge noch sehr überschaubar (einige alte Texte habens nicht geschafft), aber wenn die ehrenwerten Herren demnächst genug Stoff hineinstellen, dürften wir uns auch an das neue Layout gewöhnen.

Bis dahin können wir eine frühe Version von Larry Cohens Drehbuch „Cellular“ mit einer späteren, von Chris Morgan bearbeiteten, Fassung und dem Spielfilm „Final Call“ (USA 2004, Regie: David R. Ellis, Drehbuch: Chris Morgan, mit Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy) vergleichen.  In dem ziemlich unterschätzten, kleinen, spannenden Thriller wird ein junger Mann auf seinem Handy von einer unbekannten Frau angerufen. Sie sagt, man habe sie entführt und er sei ihre einzige Chance auf eine Befreiung. Deshalb dürfe er unter keinen Umständen die Verbindung unterbrechen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Wer mehr auf die anerkannten Klassiker steht, dürfte sich über die endgültige Drehbuchfassung von Roman Polanski zu seinem Horrorfilm „Rosemary’s Baby“ (USA 1968) freuen. Ira Levin schrieb die Romanvorlage.

Auf der Cologne Conference versuchte Lee Goldberg (unter anderem die Monk-Romane) deutschen Fernsehmachern zu erklären, warum die US-amerikanische Ware weltweit so erfolgreich ist. Er sagte, es liege am Franchise. Die Deutschen meinten, man müsse „wieder Themen finden, die speziell auf Deutschland zugeschnitten seien und die somit auch nur deutsche Produktionen erzählen können. “ (DWDL) Warum habe ich den Eindruck, dass hier von verschiedenen Dingen gesprochen wird?

(Danach besuchte Goldberg die Verleihung des deutschen Fernsehpreises. Er fand, sie sei wie die Emmy-Verleihung, nur noch langweiliger. Sagt er jedenfalls in seinem Blog. Dort fasst er auch seinen Vortrag zusammen: Why no one is watching german TV. – Ich denke er hat Recht. Aber das dürfte niemand verwundern, der zu diesem Thema meine doch sehr ähnlichen Gedanken im „Krimijahrbuch 2007“ gelesen hat.)

In der New York Times schreibt Stephen King über die Kurzgeschichte: „What ails the Short Story“.

Und der „Tatort Eifel“ bereitet langsam seine Tagung nach. Die Gewinner des Kurzkrimi-Wettbewerb gibt es hier.  Einige Pressemitteilungen gibt es hier.