Left Coast Crime verleiht Preise

März 10, 2008

Das diesjährige Left-Coast-Crime-Treffen in Denver, Colorado, hat ihre diesjährigen Preise verliehen:

 

Dilys Award: Thunder Bay, von William Kent Krueger (Atria)

 

Nominiert:

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Berkley)

The Spellman Files, von Lisa Lutz (Simon & Schuster)

Silent in the Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

The Blade Itself, von Marcus Sakey (St. Martin’s Minotaur)

 

The Lefty (for the most humorous mystery published in 2007):

Murder with Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Nominiert:

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Stuff to Die For, von Don Bruns (Oceanview Publishing)

Some Like It Hot-Buttered, von Jeff Cohen (Berkley)

Knee High von the Fourth of July, von Jess Lourey (Midnight Ink)

 

The Rocky (for the best mystery set in the Left Coast Crime geographical region in 2007):

The Girl with Braided Hair, von Margaret Coel (Berkley)

 

Nominiert:

Free Fire, von C.J. Box (Putnam)

Lost Dog, von Bill Cameron (Midnight Ink)

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny (Midnight Ink)

False Fortune, von Twist Phelan (Poisoned Pen Press)

 

The Arty (for best cover art on a mystery novel published in 2007):

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Berkley)

 

Nominiert:

Queenpin, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Isabella Moon, von Laura Benedict (Ballantine)

Silent Counsel, von Ken Issacson (Windermere Press)

Stealing the Dragon, von Tim Maleeny (Midnight Ink)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger.

 

(Dank an The Rap Sheet für die Infos. Dort hat Mark Coggins die vergangenen Tage von der Tagung berichtet.)


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Hardcovers und Hard Case Crime

März 7, 2008

Im vierten Teil der kleinen Vorschau auf demnächst erscheinende Kriminalromane werfen wir einen Blick auf die Hardcover-Programme (für die älteren Semester: Bücher im festen Einband) der großen Verlage und loben Rotbuch für seine neue Reihe

 

Blanvalet Hardcover

Mai

Caro Ramsay: Ich habe gesündigt (Absolution – Debüt: in Glasgow jagt DCI Alan McAlpine den Kruzifikiller)

 

Heyne Hardcover

März

Dean Koontz: Seelenlos (Forever Odd – Odd Thomas sucht einen entführten, kranken Freund. In einem ausgebrannten Indianercasino trifft er auf die Verkörperung des Bösen: eine Schamanin. Mystery-Thriller)

Stieg Larsson: Vergebung (Luftslottet som sprängdes – gewohnt seitenstarkter Abschluss der Trilogie um deas Ermittlerduo Blomkvist/Salander)

Mai

Sebastian Faulks (schreibt als Ian Fleming): Der Tod ist nur der Anfang (Devil May Care – Zeitgleich erscheint der neue James-Bond-Roman. Das wird einen großen Pressebohei geben, der durch den 100. Geburtstag von Ian Fleming am 28. Mai noch beflügelt wird. Abgeschlossen wird das Jahr mit dem neuen Bond-Film)

Patrick Robinson: Codename Viper (Ghost Force – Politthriller mit Admiral Morgan als Helden um den Kampf um die letzten Rohstoffreserven)

 

Manhattan

März

Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel (The Stone Angels – ein Polizist und eine Menschenrechtsexpertin suchen in Buenos Aires den Mörder eines Schriftstellers. – Zweiter Roman von Cohen; sein Debüt „Unsichtbare Welt“ erschien 2000)

Janet Evanovich: Kalt erwischt (Twelve Sharp – der neue Stephanie-Plum-Krimi)

 

Page & Turner

Februar

Lisa Unger: Der Fluch der Wahrheit (Die Abenteuer von Ridley Jones gehen weiter. Nachdem sie in „Das Gift der Lüge“ erfuhr, dass ihre Eltern nicht ihre Eltern sind, entdeckt sie jetzt auf alten Familienfotos einen seltsamen Mann. Sie will wissen, wer das ist. – Ohne mich. Denn das erste Ridley-Jones-Abenteuer gefiel mir überhaupt nicht.)

Juni

John Twelve Hawks: Dark River – Das Duell der Traveler (Fortsetzung von „Traveler“)

 

Rotbuch

März

Rob Alef: Das magische Jahr („Ein Schlüsselkrimi zu den 68ern“ meint der Verlag)

Lawrence Block: Abzocker

Ken Bruen/Jason Starr: Flop

Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse (Hard Case Crime auf Deutsch. Sogar mit den Originalcovers. Da jubelt mein Noir-gestähltes Herz. Außerdem sind diese drei Krimis einfach spannend. Im „Krimijahrbuch 2006“ habe ich die Reihe bereits abgefeiert.)

April

Jürgen Ebertowski: Hungerkralle (Karl Meunier, der ehemalige Hotel-Adlon-Hausdetektiv, ermittelt im Nachkriegsberlin)

 

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


Aufräumarbeiten mit meinen Lieblingen

März 6, 2008

R. i. P. Julian Rathbone (10. Februar 1935 – 28. Februar 2008)

Sarah Weinman hat die Nachrufe auf diesen zweimal für den Booker-Preis nominierten Thriller-Autor gesammelt.

Die März-Ausgaben der Krimi-Couch und von The Big Thrill, dem Online-Magazin der International Thriller Writers, sind online. Erstere mit Besprechungen der neuen und, seltener, nicht ganz so neuen Werke von Martin Cruz Smith, Joseph Wambaugh, Peter Temple, Sebastian Fitzek, Frank Göhre, den Krimi-Cops (überhaupt nicht begeistert), Yasmina Khadra, C. J. Box und, als Klassiker, Robert Edmond Alter.  Letztere mit einem Gespräch mit Ridley Pearson und vielen noch (?) nicht ins Deutsche übersetzten Autoren wie Reed Farrell Coleman.

Duane Louis (Swierczynski) schreibt, dass Michelle Monaghan (zuletzt „Gone Baby Gone“) die Filmrechte für „The Blonde“ (Blondes Gift) erworben hat.  Mal abwarten, ob aus der Option ein Film wird.

Bleiben wir in Hollywood: Vince Flynn hat einen Filmdeal mit CBS abgeschlossen. Seine Mitch-Rapp-Thriller sollen verfilmt werden. Amy Baer von CBS sagt:

With the Mitch Rapp series, Vince Flynn has created a relatable, modern, post-9/11 hero for the action/thriller genre. It is an amazing collection of creative material that offers tremendous potential for a smart, energizing new film franchise with appeal to a wide range of movie- going audiences.

Und nochmal Hollywood: Martin Scorsese verfilmt Dennis Lehanes „Shutter Island“. Auch Max von Sydow spielt mit. Drehbeginn ist noch im März.

Irgendwie auch Hollywood: Richard Price wird im Moment in den USA abgefeiert. Ein Grund ist sein gerade veröffentlichter neuer Roman „Lush Life“. Er schrieb die verfilmten Romane „The Wanderers“, „Clockers“ und „Freedomland“. Er schrieb, um nur einige der bekanntesten zu nennen, die Drehbücher zu „Die Farbe des Geldes“ (The Colour of Money),  „Sea of Love“, „Night and the City“, „Kiss of Death“, „Kopfgeld – Einer wird bezahlen“ (Ransom), „Shaft“ und einige Bücher für „The Wire“ (Hey, wenn kein TV-Sender die Cop-Serie bringen will, soll sie endlich auf DVD veröffentlicht werden.). In der einstündigen Sendung „All over the Map“ von titlepage.tv sprach er über seinen neuen Roman und seine Arbeitsweise.  Bei Critical Mass gab es die Price-Woche mit Scott Phillips, Rafiyq AbdellahLarry Mulane, Georges Pelecanos und Dennis Lehane über „Clockers“, einem dreiteiligen Interview mit Richard Price (Teil 1, Teil 2, Teil 3) und Richard Price in der Charlie Rose Show.

Ebenfalls in Critical Mass sagt Michael Connelly, welche fünf Krimis man unbedingt haben muss.  Gegen diese Liste habe ich keine Einwände (außer vielleicht, dass ein Buch von Connelly fehlt).

Evil-E unterhält sich mit dem Otto Penzler. Er erzählt von seiner Begegnung mit Patricia Highsmith (nicht so erfreulich) und sucht immer noch einen Nachfolger für Ross Thomas:
The spectacularly gifted Ross Thomas was in a class by himself.  The closest I’ve ever read is Thomas Perry, whose Metzger’s Dog was so Ross Thomas-like that I almost thought Ross had written it under a pseudonym.  Perry’s later books retain the similar, clear prose style, but the plots are not as varied as Thomas’.  If you ever read someone as good as Ross Thomas, please let me know immediately.

Crime Down Under unterhält sich mit australischen Krimiautoren. Dabei ist auch Peter Temple.

Dank Krimiblog-Ludger ist jetzt die Ausschreibung zum Ripper Award geändert worden. Jetzt wird der Name überhaupt nicht mehr erklärt. Aber dafür ist der Text ziemlich unlesbar durchgegendert.


Die zwanzigsten Agatha-Nominierungen

Februar 29, 2008

Aus reinem Pflichtgefühl – immerhin trägt der „Agatha Award“ ihren Namen zu Ehren von Agatha Christie, ehrt daher traditionelle Kriminalromane (Cozys eben) und diese gehören nicht zu meiner bevorzugten Lektüre – gibt es die Nominierungen für den XX Agatha Award:

 

Bester Roman

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Penguin Group)

Hard Row, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

A Fatal Grace, von Louise Penny (St. Martin’s Minotaur)

Murder With Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Bestes Debüt

A Beautiful Blue Death, von Charles Finch ( St. Martin ’s Minotaur)

A Real Basket Case, von Beth Groundwater (Five Star)

Silent In The Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

Prime Time, von Hank Phillipi Ryan (Harlequin)

 

Bestes Sachbuch

Arthur Conan Doyle: A Life In Letters, von Charles Foley, Jon Lellenberg , and Daniel Stashower (Penguin Press)

The Official Nancy Drew Handbook, von Penny Warner (Quirck Productions)

 

Beste Kurzgeschichte

„A Rat’s Tale“, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine Sept/Oct, 2007)

„Please Watch Your Step“, von Rhys Bowen (The Strand, Spring, 2007)

„Casino Gamble“, von Nan Higginson (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

„Popping Round To The Post“, von Peter Lovesey (Ellery Queen Mystery Magazine, November, 2007)

„Death Will Clean Your Closet“, von Elizabeth Zelvin (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

 

Bestes Kinder-/Jugendbuch

A Light In The Cellar, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

Bravo Zulu, Samantha!, von Kathleen Benner Duble (Peachtree Publishers)

Cover-Up: Mystery At The Super Bowl, von John Feinstein (Knopf [Random House])

The Falconer’s Knot, von Mary Hoffman (Bloomsbury USA Childrens‘ Books)

Theodosia And The Serpents Of Chaos, von R.L. LaFevers (Houghton Mifflin)

 

Der Preis wird am 26. April verliehen. Erstmals wurde der Agatha-Preis 1989 an Carolyn G. Hart für „Something Wicked“ als bester Roman und Elizabeth George für „A Great Deliverance“ als bestes Debüt verliehen.

 

(Dank an David J. Montgomery für die Infos)


Wer ist Diablo Cody?

Februar 27, 2008

In der Kurzfasung ist sie der amerikanische Traum: sie schrieb ein Drehbuch, es wurde verfilmt, das Publikum stürmte in die Kinos, die Kritik liebte den Film und jetzt erhielt sie den Oscar für das beste Drehbuch des Jahres.

„Juno“ heißt die Komödie über eine schwangere Sechzehnjährige. Sie startet am 20. März in Deutschland. Bis dahin kann das Drehbuch (natürlich im Original) oder ein Interview mit Diablo Cody gelesen werden.

Aktuell gibt es bei Planet Interview (auch im Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung „jetzt“),  Stern, MSPMag (etwas älter, auf englisch und ausführlich) oder NewsBlaze (dit0) Interviews mit ihr.

Außerdem bloggt Diablo Cody und bei Entertainment Weekly hat sie eine Kolumne.


Wahre Worte

Februar 26, 2008

über die Defizite deutscher Serien bei den Privatsendern und die Grundlagen des Schreibens von TV-Serien. Formuliert von Jörg Tilmes (Storyfabrik).


Oscars 2008

Februar 25, 2008

Die Oscars sind vergeben. Die Coen-Brüder haben einige erhalten: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Nebenrolle. Ihre Cormac-McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ startet am Donnerstag. Ebenso, nach einigen Verschiebungen, Tony Gilroys Thriller „Michael Clayton“. Tilda Swinton erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle.

Aber am meisten freut mich der Oscar für den besten Dokumentarfilm. „Taxi to the Dark Side“ erhielt ihn.  Ich durfte die beeindruckende Doku über folternde US-Soldaten im Kampf gegen den Terror während des letzten One-World-Berlin-Filmfestivals präsentieren.

Die Drehbücher zu „Juno“ und „No Country for Old Men„, nach Ansicht der Juroren die besten verfilmten Drehbücher des vergangenen Jahres, gibt es online.  Die Nominierten – und einige Drehbücher aus Filmen, die in anderen Kategorien nominiert waren – ebenso. Eine umfassende Liste gibt es bei Simply Scripts.


Ein Strauß Buntes

Februar 25, 2008

R. i. P. Robin Moore (31. Oktober 1925 – 21. Februar 2008)

Er schrieb den erfolgreich verfilmten Tatsachenroman „The French Connection“. In der New York Times erschien ein Nachruf.

R. i. P. Stephen Marlowe (7. August 1928 –  22. Februar 2008)

Der Krimiautor (er publizierte unter seinem Geburtsnamen Milton S. Lesser, Spephen Marlow [die Drumbeat-Romane], Jason Ridgway und einmal auch als Ellery Queen) wurde 1997 von der Private Eye Writers of America (PWA) für sein Lebenswerk geehrt. Hier geht’s zum von AP geschriebenen Nachruf.

(via The Rap Sheet)

„Plots with Guns“ ist zurück mit einem gut geschnürten Päckchen Kurzgeschichten und Bildern von Frauen mit Wummen, garniert mit dem Spruch „Noir is now“.

Watch the Skies: Der amerikanische Verlag Tor/Forge (zu seinen Nicht-S-F-Autoren gehören Max Allan Collins, Loren D. Estleman, Stuart M. Kaminsky, Andrew Klavan, Tim Willocks, F. Paul Wilson; – oh, und Andreas Eschbach ist auch dabei) bietet jede Woche den Link zu einem kostenlosen Download von einem Science-Fiction-Roman an.  Diese Woche hat Tor in  „Watch the Skies“ den Hugo-nominierten Roman „Old Man’s War“ von John Scalzi.

Vor den Oscar gibt’s die Razzies. Die Gewinner sind hier zu finden.  Lindsay Lohan, Eddie Murphy und „I know who killed me“ (Ich weiß, wer mich getötet hat) sind vielleicht etwas überrepräsentiert.

Und diese Meldung ist einfach grandios. Da spricht ein wahrer Schnellmerker.


Hollywood klopft an meine Tür

Februar 23, 2008

Das ist doch eine gute Überschrift für diese Meldung: Hollywood-Drehbuchautor Lee Goldberg weist in seinem immer lesenswerten Blog „A Writer’s Life“ auf meine Besprechungen der von ihm geschriebenen Monk-Romane hin.


KrimiWelt-Bestenliste März 2008

Februar 23, 2008

Was empfiehlt die KrimiWelt-Bestenliste für den März? Diese Kapitalverbrechen:

1          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Stalins Ghost, 2007)

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt

C. Bertelsmann, geb., 368 S. 19,95 €

2          (-)        Robert Littell: Die Söhne Abrahams (Vicious Circle, 2006)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und. Klaus Timmermann

Scherz, geb., 352 S., 17,90 €

3          (-)        Peter Temple: Shooting Star (Shooting Star, 1999)

Aus dem Englischen von Hans M. Herzog

C. Bertelsmann, geb., 288 S., 17,95 €

4          (6)       Arimasa Osawa: Der Hai von Shinjuku – Rache auf Chinesisch

Aus dem Japanischen von Katja Busson

Cass, geb., 324 S., 19,80 €

5          (2)       Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre (Ragionevoli dubbi, 2006)

Aus dem Italienischen von Claudia Schmitt

Goldmann, geb., 272 S., 19,95 €

6          (4)       Tom Rob Smith: Kind 44

Aus dem Englischen von Armin Gontermann

DuMont Buchverlag, geb., 508 S., 19,90 €

7          (-)        Åke Edwardson: Rotes Meer

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch

Ullstein, geb., 364 S., 19,90 €

8          (-)        Xavier-Marie Bonnot: Der große Jäger

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel

Zsolnay, geb., 464 S., 19,90 €

9          (-)        Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

Eichborn Berlin, geb., 368 S., 19,95 €

10       (-)        Jean-Christophe Rufin: 100 Stunden

Aus dem Französischen von Brigitte Große und Claudia Steinitz

S. Fischer, geb., 558 S., 19,90 €

 

In der Klammer ist der Platz des Vormonats.

 

Martin Cruz Smith und Gianrico Carofiglio habe ich bereits abgefeiert. Die beiden Neuzugänge Robert Littell und Peter Temple demnächst.  Die anderen Krimis finde ich nicht so interessant.

David Peace mit seinem Abschluss des Red Riding Quartetts, „1983“ (Nineteen Eighty Three, 2002) dürfte sich nächsten Monat auf der Liste befinden. Denn der Roman hat schon etwas. Ich habe ihn heute gelesen und bin noch etwas unentschlossen mit meiner endgültigen Bewertung. Der Krimiplot, die Jagd nach dem Yorkshire-Ripper, ist kaum noch vorhanden. Dafür ist „1983“ auf mehreren Zeitebenen und mit mehreren Erzählern ziemlich komplex komponiert. Ich denke, „1983“ funktioniert als Rap besser als als still gelesenes Buch. Denn vorgelesen kann diese Sprache mit ihren zahlreichen Wiederholungen einen Sog entwickeln, den der Text so nicht hat. Ich meine, wer beginnt nicht Worte und Zeilen zu überfliegen, wenn sie sich in kurzen Abständen wortwörtlich, manchmal auch mit kleinen Variationen, wiederholen? Aber vorgelesen ist das etwas anderes.

 

Auf der Leipziger Buchmesse stellt die Krimiwelt ihre Liste der zehn besten Krimis des Jahres 2007 vor.


Die Glauser-Nominierungen 2008

Februar 21, 2008

Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, hat die Nominierungen für den diesjährigen Glauser bekannt gegeben:

Roman

– Annette Berr – Die Stille nach dem Mord (Konkursbuch Verlag  Claudia Gerke)

– Lilian Faschinger – Stadt der Verlierer (Hanser)

– Gert Heidenreich – Im Dunkel der Zeit (Nymphenburger)

– Jan Costin Wagner – Das Schweigen (Eichborn)

– Emil Zopfi – Spurlos (Limmat)

 

Debüt

– K. Gerwens/H. Schröger – Stille Post in Kleinöd (Piper)

– Rainer Gross – Grafeneck (Pendragon)

– Manfred Köhler – Schreckensgletscher (Gmeiner)

– Thomas Raab – Der Metzger muss nachsitzen (Leykam)

– Sybil Volks – Café Größenwahn (Jaron Verlag)

 

Kurzkrimi

– Gisa Klönne – Pasta nach Hurenart (in: “Pizza, Pasta und Pistolen”, LangenMüller Herbig)

– Hippe Habasch – Der Hut des Präsidenten (in: Reisemagazin Bodensee, ADAC)

– Amaryllis Sommerer – Patsy Power (in: “In aller Freunschaft”, Fischer Verlag)

– Carsten Sebastian Henn – Mord im Kühlschrank (in: “Henkers Tropfen”, Emons Verlag)

– Berhard Jaumann – Schnee in der Blaukuppe (in: “Zum Sterben schön”, Wunderlich)

 

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Sabine Deitmer

                          

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimi)

– Isabel Abadi – Isola (Arena)

– Kristina Dunker – Schwindel (dtv)

– Boris Koch – Feuer in Blut (Beltz und Gelberg)

– Hilke Rosenboom – Hund Müller (Carlsen)

– Edith Schreiber-Wicke – Schatten der Angst (Thienemann)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten; – auch wenn ich gerade in der Kategorie Roman keines der nominierten Werke kenne. Von den meisten habe ich bis jetzt sogar überhaupt nichts gehört. Sind das alles unentdeckte Perlen, die bis heute von der Kritik ignoriert wurden? Möglich. Jedenfalls überrascht die Auswahl der Juroren.

Bei den Debüts sieht’s besser aus. Da wurden einige breit besprochen (auch von mir) und „Grafeneck“ von Rainer Gross ist ein durchaus lesenswerter Roman.

 

Die Gewinner werden auf der Criminale in Wien (16. – 20. April) bekannt gegeben.


Mündliche Verhandlung der Plagiatsklage gegen „Tannöd“

Februar 21, 2008

Am Mittwoch, den 20. Februar, war die mündliche Verhandlung der Klage von Peter Leuschner gegen Andrea Maria Schenkel. Er behauptet sie habe ihr Debüt „Tannöd“ aus einem seiner Sachbücher abgeschrieben. Der Richter hielt die Klage heute für nicht stichhaltig und schlug eine gütliche Einigung vor (ausführlicher in der Netzeitung).

Hier die Mitteilung von Schenkels Verlag, der Edition Nautilus:

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass das Landgericht München I die Plagiatsvorwürfe Peter Leuschners  gegen Andrea Maria Schenkel als ungerechtfertigt ansieht.

In der heutigen mündlichen Verhandlung ließ das Landgericht München I deutlich erkennen,  dass es der Klage Peter Leuschners auf Unterlassung und Schadensersatz keinerlei Erfolg in Aussicht stellt. Es ist daher davon auszugehen, dass am 21. Mai 2008 ein Urteil in diesem Sinne ergehen wird. An diesem Tag wird das Gericht seine Entscheidung und die Urteilsbegründung verkünden.

Peter Leuschner hat Andrea Maria Schenkel des Plagiats beschuldigt: Sie habe für ihren Bestseller-Roman „Tannöd“ aus seinem Sachbuch „Der Mordfall Hinterkaifeck“ abgeschrieben. In seiner Klage fordert er 500.000 Euro Schadensersatz und die Vernichtung aller existierender Exemplare von „Tannöd“. Verlag und Autorin haben den Plagiatsvorwurf immer als ungerechtfertigt zurückgewiesen – eine Haltung, die heute von gerichtlicher Seite bestätigt wurde.

Das Gericht machte deutlich, dass es keine Urheberrechtsverletzungen durch Andrea Maria Schenkel gegeben sieht, da es sich bei dem Fall Hinterkaifeck um ein belegtes historisches Ereignis handele.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Mörderisches von Blanvalet und Goldmann

Februar 20, 2008

Heute kommen wir zu zwei großen Verlagen, die einerseits viel für die Hardcorekrimifans uninteressante Bestsellerware verlegen, die andererseits aber auch einige gute Autoren in ihrem Programm haben. Ich sage nur Lynda La Plante, Ian Rankin, Mark Billingham, Jeffery Deaver, Peter Temple und Norbert Horst. Ja, der Polizist hat seine Schreibmaschine endlich wieder zum Krimischreiben benutzt.

Blanvalet

März

Margie Orford: Blutsbräute (Deutsche Erstveröffentlichung eines heftig beworbenen Krimidebüts aus Südafrika. Ich bin deshalb entsprechend misstrauisch.)

April

Clive Cussler: Cyclop (Sonderausgabe zum Welttag des Buches)

Mai

Susan Andersen: Todesspirale (Deutsche Erstveröffentlichung eines Lady-Thrillers)

Steve Berry: Patria (Deutsche Erstveröffentlichung: Cotton Malone soll Erpressern den Zugang zur Bibliothek von Alexandria verschaffen. Sonst stirbt sein Sohn.)

Jeffery Deaver: Gezinkt (Deutsche Erstveröffentlichung von sechzehn Kurzgeschichten)

Kathy Reichs: Hals über Kopf (mit einer großen Werbekampagne garnierte Taschenbuch-Veröffentlichung eines Tempe-Brennan-Romans)

Juni

Jenna C. Black: Der Seelensammler (zweiter Thriller mit der Polizistin Laura Cardinal)

Sandra Brown: Weißglut (Taschenbuchausgabe: Sayre Hoyle vermutet den Mörder ihres jüngeren Bruders im Kreis der Familie.)

Rachel Butler: Blutbild (Deutsche Erstveröffentlichung: eine Malerin und Killerin soll im Auftrag des FBI eine kriminelle Organisation unterwandern. Klingt ziemlich ausgedacht; könnte aber ein netter Schmöker sein.)

Clive Cussler/Paul Kemprecos: Höllenschlund (diese Deutsche Erstveröffentlichung ist der siebte Kurt-Austin-Roman und wurde den NUMA-Akten entnommen)

Jerome Delafosse: Im Blutkreis (Mystery-Thriller über eine Verschwörung, die die Welt an den Rand des…)

Andy McNab: Die Abrechnung (Deutsche Erstveröffentlichung eines Nick-Stone-Agententhriller)

Juli

Suzanne Brockmann: Feuerkuss (Deutsche Erstveröffentlichung)

Robin Cook: Crisis (Medizin-Thriller)

Iris Johansen: Melodie der Angst (Ein Lady-Thriller)

James Patterson: Die 5. Plage (ein „Women’s Murder Club“-Roman in der Taschenbuchausgabe)

Helena Reich: Nasses Grab (Originalausgabe; geplant als Start einer in Prag spielenden Serie mit einem sympathischen Ermittlertrio aus Kommissar, Pathologin und Reporterin. Hm.)

Andreas Wilhelm: Projekt Sakkara (Ein Mystery-Thriller)

August

Commander James Barrington: Die Virus-Waffe („Die britische Antwort auf Tom Clancy!“ – Sie sind gewarnt.)

Janet Evanovich: Tiefer gelegt (Krimikomödie ohne Stephanie Plum)

David Gibbins: Mission: Atlantis (oder: Viele Menschen suchen die untergegangene Stadt Atlantis und es geht rund.)

Tami Hoag: Kaltherzig (Deutsche Erstveröffentlichung: Eine Ex-Polizistin muss sich auf der Jagd nach einem Mörder den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen. Tja, nun.)

Linda Howard: Mordgeflüster (Deutsche Erstveröffentlichung eines Lady-Thrillers: ein Unbekannter scheint noch eine Rechnung mit Blair Mallory offen zu haben.)

Mike Lawson: Der Luchs (Thrillerdebüt über einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Die Kritiken versprechen eine spannenden, leicht unrealistischen Verschwörungsthriller.)

Lisa Scott: Die Richterin (Deutsche Erstveröffentlichung, Thriller über eine Richterin auf Mördersuche)

Debra Webb: Wie ein böser Traum (Deutsche Erstveröffentlichung)

September

Dale Brown: Erstschlag (Deutsche Erstveröffentlichung: Major Jason Richter und seine Hightech-Eingreiftruppe zeigen einem Drogenbaron wo der Hammer hängt.)

Gilles Del Pappas: Der Kuss der Muräne (Deutsche Erstveröffentlichung; Marseille-Krimi für die Camilleri-Fans)

Cindy Gerard: Riskant (Deutsche Erstveröffentlichung; nach einer längeren Pause erscheint jetzt der vierte Bodyguard-Roman. Bis jetzt gefiel mir der erste Bodyguard-Roman „Wer den Tod begrüßt“ am besten.)

Brad Thor: Overkill (Deutsche Erstveröffentlichung eines Agententhrillers)

Oktober

Chelsea Cain: Furie (Ihr Debüt als Taschenbuch: ein Polizist in den Händen einer Serienmörderin. Die Fortsetzung erscheint die Tage als Hardcover.)

Lynda La Plante: Die blutrote Dahlie (Deutsche Erstveröffentlichung eines Polizeithrillers von der in Großbritannien erfolgreichen TV-Produzentin.)

Giuseppe Pederiali: Die Todesshow (Deutsche Erstveröffentlichung eines in Italien spielenden Krimis)

Vanda Symon: Ein harmloser Mord (Deutsche Erstveröffentlichung; Eine Polizistin ermittelt in Neuseeland)

Goldmann – Taschenbuch

März

Jonathan Burnham Schwartz: Eine Sekunde nur (Buch zum Film mit Joaquin Phoenix und Jennifer Connelly)

Janet Evanovich & Charlotte Hughes: Jeder Kuss ein Treffer (Deutsche Erstveröffentlichung, Komödie)

April

Deborah Crombie: Der Rache kaltes Schwert (limitierte Auflage zum Sonderpreis zum Welttag des Buches)

Nicci French: Der Feind in deiner Nähe (Taschenbuch-Ausgabe)

Frank Schätzing: Mordshunder (Taschenbuchausgabe mit Rezepten von 15 Kölner Küchenchefs; die Verfilmung läuft im Frühjahr bei RTL)

Minette Walters: Der Schrei des Hahns (Deutsche Erstveröffentlichung: kurzer Psychothriller über einen historischen Kriminalfall)

Mai

Jennifer Apodaca: Ladykiller (Deutsche Erstveröffentlichung, der Romance Readers Connection ist begeistert von dieser „Romantischen Komödie des Monats“)

Giorgio Faletti: Im Namen des Mörders (Deutsche Erstveröffentlichung: ein Halbindianer muss sich seinen und den Dämonen seines Stammes stellen.)

Frederick Forsyth: Der Afghane (heftig beworbene Taschenbuch-Ausgabe des Spiegel-Jahresbestsellers 2006: SIS-Agent Mike Martin soll einen Al-Kaida-Anschlag verhindern.)

Martha Grimes: Inspektor Jury geht übers Moor (Neuauflage des Rowohlt-Titels)

Ruth Rendell: Alles Liebe vom Tod/Mord ist ein schweres Erbe (die Wexford-Krimis erscheinen jetzt wieder monatlich in chronologischer Reihenfolge in Doppelbänden)

Michael Robotham: Todeskampf (Deutsche Erstveröffentlichung, ist der Krimi des Monats des Verlages)

Andrew Taylor: Im Zeichen des Raben (Deutsche Erstveröffentlichung: ein Kinderspiel wird zum Alptraum.)

Juni

Jonathan Kellerman: Narben – Ein Alex-Delaware-Roman (Muss noch mehr gesagt werden?)

John Matthews: Die letzte Stunde (Deutsche Erstveröffentlichung: Thriller über einen Anwalt der seinen Mandanten vor der Todesstrafe bewahren will. Dummerweise hat dieser alles gestanden und will sterben. – Hübsche Prämisse. Mal lesen, wie’s ausgeht.)

Ian Rankin: Eindeutig Mord – Zwölf Fälle für John Rebus (Kurzgeschichten in Deutscher Erstveröffentlichung)

Patrick Redmond: Die Gottesanbeterin (Deutsche Erstveröffentlichung eines psychologischen Thrillers)

Ruth Rendell: Schweiß der Angst/Mord am Polterabend

Daniel Scholten: Der kopflose Engel (dritter Fall für Kommissar Cederström)

Peter Temple: Kalter August (hab ich bereits abgefeiert)

Grazia Verasani: Briefe einer Toten (Deutsche Erstveröffentlichung: eine Privatdetektivin ermittelt in Bologna.)

Juli

Maxime Chattam: Das Pentagramm (ein Mystery-Thriller)

Patricia Cornwell: Gefahr – Ein Win-Garano-Roman

Robert Ellis: Todesqual (Deutsche Erstveröffentlichung – Michael Connelly blurbt diesen Polizistin-jagt-Serienkiller-Krimi)

Martha Grimes: Karneval der Toten – Ein Inspector-Jury-Roman

Marcel Feige: Gier (Deutsche Erstausgabe – Kommissar Kalkbrenner ermittelt wieder in meiner Stadt. Aber dieses Mal ohne mich.)

G. M. Ford: Die Spur des Blutes (Blown Away, 2006 – sechster und vorläufig letzter Corso-Roman)

Ruth Rendell: Der Liebe böser Engel/Schuld verjährt nicht

John Searles: Kind der Lüge (Deutsche Erstveröffentlichung; ist wohl eher eine Familientragödie)

Dimitri Stachow: Der Retuscheur (Deutsche Erstveröffentlichung eines russischen Mystery-Thrillers: ein Fotograf retuschiert Menschen aus Bildern. Kurz darauf verschwinden diese Menschen.)

Michelle Wan: Wer Lügen sät – Ein Krimi aus der Dordogne (Deutsche Erstveröffentlichung)

August

Mark Billingham: Das Blut des Opfers – Ein Inspector-Thorne-Roman (Deutsche Erstveröffentlichung: Thorne jagt einen Killer, der nichts mehr zu verlieren hat)

Gianrico Carofiglio: In freiem Fall (habe ich bereits abgefeiert)

Michael Crichton: Next (oder Crichton und die bösen Umtriebe der Biogenetiker.)

Janet Evanovich: Liebe über Bord (eine romantische Screwball-Komödie ohne Stephanie Plum)

Eugenio Fuents: Das Herz des Mörders – Ein Fall für Ricardo Cupido (der in Spanien einen Mörder jagt)

Gerald Hagemann: Mord bei Pooh Corner (Originalausgabe; könnte ziemlich cozy sein)

Thomas O’Callaghan: Blutrituale (nach „Der Knochendieb“ jagen die Polizisten Driscoll und Aligante wieder einen Serienkiller. Oder zwei?)

Anne Perry: Gefährliche Trauer/Eine Spur von Verrat (zwei im viktorianischen England spielende Privatdetektiv-William-Monk-Romane)

Ruth Rendell: Die Tote im falschen Grab/Phantom in Rot

Sabine Rückert: Unrecht im Namen des Volkes – Ein Justizirrtum und seine Folgen (Sachbuch über zwei zu Unrecht als Vergewaltiger verurteilte Männer)

September

Jefferson Bass: Bis auf die Knochen (Forensiker Bill Brockton will wissen, warum der Mann in Frauenkleidern sterben musste.)

Stephen Booth: Todesnacht (750 Seiten – Soll das noch ein Krimi sein?)

Jan Burke: Blutsverwandte (Deutsche Erstveröffentlichung – müsste das für den Anthony- und Nero-nominierte „Kidnapped“ sein. Dieses Mal hat Journalistin Irene Kelly Trouble, nachdem sie eine Geschichte über misshandelte und vermisste Kinder veröffentlicht.)

Norbert Horst: Sterbezeit (Endlich erscheint sein vierter Krimi)

Jonathan Kellerman: Schwere Schuld/Faye Kellerman: Der Wächter meiner Schwester (Deutsche Erstveröffentlichung zweier für Kellermansche Verhältnisse kurzer Romane in einem Band)

Frank Littek: Alle Achtung! – Sich erfolgreich schützen und zur Wehr setzen bei Überfällen, Einbrüchen, Taschendiebstählen, etc. (Sachbuch, Originalausgabe)

Andy McDermott: Die Jagd nach Atlantis (Deutsche Erstveröffentlichung. „Für alle Leser von Clive Cussler“ schreibt Goldmann sicher ziemlich treffend.)

James Patterson: Totenmesse (Deutsche Erstveröffentlichung: Start der Serie mit dem polizeilichen Deeskalationsexperten Mike Bennett. Die Trauergäste bei der Beerdigung der First Lady werden als Geisel genommen und Bennett beginnt mit den Verhandlungen.)

Ruth Rendell: Der Kuss der Schlange/Leben mit doppeltem Boden

Lawrence Wright: Der Tod wird euch finden – Al-Qaida und der Weg zum 11. September (Taschenbuchausgabe des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Sachbuchs)

Oktober

Maxime Chattam: Bestie (Deutsche Erstveröffentlichung eines französischen Bestsellers. Eine Bestie dezimiert eine Schiffsbesatzung. Aber sie hat nicht mit Leutnant Craig Ferwin gerechnet.)

Michael Chrichton: The Lost World – Vergessene Welt (Arbeitstitel war wohl „Jurassic Park II“)

Barbara Krohn: Die achte Todsünde – Ein Neapel-Krimi

Natasha Mostert: Der Fluch der Schwestern (Mystery-Thriller in Deutscher Erstveröffentlichung)

Anne Perry: Das dunkle Labyrinth (William Monk ermittelt in den Abwasserkanälen Londons)

Ian Rankin: Der diskrete Mr. Flint (ein von mir bereits abgefeiertes Frühwerk von Rankin)

Ruth Rendell: Der Tod fällt aus dem Rahmen/Die Verblendeten

Frank Schätzing: Tod und Teufel – Die illustrierte Ausgabe des Weltbestsellers (Weltbestseller ist, ohne Übersetzung ins Englische, wohl etwas hoch gegriffen)

Mike Walters: Blutiger Schnee (Auch in Ulan Bator dezimiert ein Serienkiller Westler. Gut, dass Inspector Nergui ermittelt.)

Louise Welsh: Der Kugeltrick

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner Grafit


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Wir können auch Krimis

Februar 15, 2008

Im zweiten Teil unserer kleinen Verlagsschau sehen wir uns das Frühjahrprogramm einiger kleiner Verlage, die regelmäßig gute Krimis veröffentlichen, an. Der Alexander Verlag, die Edition Nautilus, Pendragon, der Unionsverlag, Pulp Master und vgs veröffentlichen nicht nur Kritikerlieblinge, sondern sie haben auch einige die Bestsellerlisten stürmende  Publikumslieblinge im Angebot.

 

 

Alexander Verlag

setzt seine Ross-Thomas-Neuausgabe fort:

Ross Thomas: Teufels Küche (Überarbeitete Neuausgabe von „Mördermission“ [Missionary Stew, 1983]; erhielt 1986 den Deutschen Krimi Preis und Stephen King meint: „Dieses Buch ist definitiv das beste, das ich von Ross Thomas gelesen habe.“)

David Mamet: Bambi vs. Godzilla (Arbeitstitel; David Mamet meckert über Hollywood; das ist zwar kein Krimi, aber David Mamet hat mit seinen Drehbüchern und Filmen auch im Genre seine Spuren hinterlassen.)

Die Bücher erscheinen im Frühjahr.

 

 

Edition Nautilus

setzt die „Kaliber .64“-Reihe (64 Seiten und Schluss – schöne Reihe mit inzwischen schon einigen Entdeckungen) mit drei Geschichten fort:

Bernhard Jaumann: Geiers Mahlzeit

Roman Rausch: Meet the Monster

Friedrich Ani: Der verschwundene Gast

Die Bücher erscheinen Ende Februar.

 

 

Pendragon

Herausgeber Günther Butkus verspricht mir immer wieder, dass im nächsten Programm weniger Kriminalromane seien – und bricht dieses regelmäßig dieses Versprechen. Aber bei diesen angekündigten Romanen will ich wirklich nicht böse sein:

Februar

Frank Göhre: MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser (Nachdem Göhre vor Jahren bereits die Werke von Friedrich Glauser herausgegeben hat, legt er jetzt eine literarische Annäherung an Glauser vor.)

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag (Neuveröffentlichung von „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“, dem auch verfilmten „Schnelles Geld“ und den bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten „Verrückte Schritte“ und „Keine Chance“)

Renate Niemann: Der Graumacher (Psychothriller über eine Journalistin, die den Graumacher jagt.)

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis (Nach einer langen Pause endlich wieder ein neuer Schweiger. Dieses Mal erzählt er eine Familien- und Rachegeschichte.)

Jürgen Siegmann: Am Abgrund (In Bielefeld verschwinden zwei Schülerinnen. Kommissar Lippe ermittelt.)

März

Die Schweizer gestalten den Pendragon-März

Mitra Devi: Stumme Schuld (Eine Privatdetektivin sucht einen Mörder und findet zunächst viele Verdächtige.)

Roger Graf: Die Frau am Fenster (Yep, der Mann, der uns die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney bescherte scheint dieses Mal wesentlich ernsthafter zu erzählen. Jedenfalls sucht die Polizei nach einem Mörder, der bei seinen Opfern immer eine Plastikuhr mit der Uhrzeit 11.15 Uhr zurücklässt.)

Daniel Himmelberger/Saro Marretta: Die letzte Reise nach Palermo (Ein Berner Schriftsteller wird ermordet. Seine Kollegen fragen sich, ob’s die Mafia war. Die Polizei ermittelt.)

Roger Strub: Kalter Abschied (Vor dreißig Jahren brachte eine Mutter zuerst ihre Kinder und dann sich um. Heute untersucht die Polizei den Fall wieder und fragt sich, ob die Tote wirklich die Mutter war.)

 

 

Unionsverlag

Bleiben wir in der Schweiz. Der Unionsverlag legt sein erstes Krimiprogramm nach dem Ausscheiden von Thomas Wörtche als Herausgeber vor. Aber für die meisten Bücher dürfte Wörtche noch irgendwie verantwortlich sein. Jedenfalls liest sich das Programm so:

Fester Einband

Leonardo Padura: Das Havanna-Quartett (Sammelband mit „Ein perfektes Leben“, „Handel der Gefühle“, Labyrinth der Masken“ und „Das Meer der Illusionen“)

Claudia Pineiro: Ganz die Deine (Tuya, 2003 – Inés wird von ihrem Mann betrogen. Irgendwann reicht es ihr und sie beginnt einen Rachefeldzug. Die ersten Zeilen gefallen mir sehr gut.)

Tran-Nhut: Das schwarze Pulver von Meister Hou – Ein Kriminalfall für Mandarin Tan (La pudre noire de Maitre Hou, 2002 – eine im Vietnam des 17. Jahrhunderts spielende Mischung aus historischem Roman, Spannung und Fantasy)

Taschenbuch

Februar

Friedrich Glauser: Die Wachtmeister-Studer-Romane (alle sechs Krimis in einer Kassette und damit die ideale Ergänzung zu Frank Göhres Glauser-Roman)

Celil Oker: Dunkle Geschäfte am Bosporus (Son Ceset, 2004 – Nach einer vierjährigen Pause und nachdem ich bereits die Hoffnung auf eine weitere Übersetzung eines Krimis mit Privatdetektiv Remzi Ünal aufgegeben hatte, erscheint jetzt sein vierter Fall. Guter Hardboiled aus der Türkei.)

Leonardo Padura: Adiós Hemingway (Adios Hemingway, 2006 – hab ich bereits abgefeiert)

Manfred Wieninger: Kalte Morde (Erstausgabe 2006 im Haymon-Verlag – Privatdetektiv Marek Miert glaubt nicht an die Mär von den blutrünstigen Ausländern. Er sucht den wahren Mörder.)

April

Garry Disher: Schnappschuss (Snapshot, 2005 – hab ich bereits abgefeiert)

Bill Moody: Solo Hand (Solo Hand, 1994 – Neuausgabe des ersten Evan-Horne-Krimis. Moodys Evan-Horne-Serie hab ich hier abgefeiert.)

Gabriel Trujillo Munoz: Tijuana Blus (El festín de los cuervos, 2002 – hab ich bereits abgefeiert)

 

Pulp Master

will mit zwei Werken den Sommer lebenswert gestalten:

Buddy Giovinazzo: Piss in den Wind (College-Dozent James Gianelli bringt in einem Wutanfall seine Freundin um und entsorgt die Leiche. Kurz darauf trifft er Dominique und jetzt hat er wirkliche Probleme, „denn sie ist nicht nur ultra-cool, sondern irgendwie auch ultra-tot…“ – Ah, das klingt angenehm abgedreht.)

Thor Kunkel: Kuhls Kosmos (Silvester 1979: Raubmörder Kuhl hat sich von Frankfurt nach Miami verabschiedet und, weil er gerne auf großem Fuß lebt, muss er sich schnell um neue Einkünfte kümmern. „Neo-Pulp für Fortgeschrittene“ schreibt der Verlag über dieses Comin-of-Age-Werk. Bin sehr gespannt.)

 

VGS

Die meisten VGS-Bücher sind für Krimifans nicht sonderlich interessant. Aber mit den „CSI“-Romanen gibt es spannendes Futter für die Buch-zum-Film-Fraktion (obwohl es sich hier um neue Fälle mit den bekannten Seriencharakteren handelt) und auch die Freunde einer gut geplotteten Geschichte dürfen zugreifen:

März

Max Allan Collins: CSI: Crime Scence Investigation – Die Last der Beweise (Ich bin halt ein Collins-Fan.)

April

Donn Cortez: CSI: Miami – Todsicheres Alibi

Donn Cortez: CSI: Miami – Im freien Fall

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

Hier geht’s zu Teil 1: Emons, Gmeiner Grafit


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Auftritt der Krimiverlage

Februar 13, 2008

Die Verlage Emons, Gmeiner und Grafit sind vor allem für ihre Kriminalromane von deutschsprachigen Autoren bekannt. Emons und Gmeiner veröffentlichen auch andere Bücher. Grafit lässt inzwischen auch übersetzten. Trotzdem liegt bei diesen Verlagen der Schwerpunkt immer noch bei Krimis von deutschsprachigen Autoren.

 

Emons

Februar

Martin Conrath: Der Schattenreiter (Saarland Krimi: Kommissar Bremer ermittelt im Reitermilieu. Ohne mich; denn „Das schwarze Grab“ gefiel mir überhaupt nicht.)

Markus Guthmann: Weinstrassen Marathon (Pfalz Krimi: Ein toter Historiker, ein fünf Jahre zurückliegender Mord und ein Keltengrab beschäftigen das Team Roöder/Hellinger.)

Ingrid Strobl: Tödliches Karma (Köln Krimi: Nele soll ihren Dealer umgebracht haben. Katja glaubt’s nicht.)

März

Peter Freudenberger: Stiller und die Tote im Bus (Main Krimi: Journalist Paul Stiller will herausfinden, wer die alte Hedda Kunkel in einem Linienbus vergiftete. – Hm, nicht gerade der Unauffällige Tatort Nr. 1.)

Alfred Hellmann: Vor den Hymnen (Erstens: der Krimi spielt in Berlin. Zweitens: ich kenne den Autor. Drittens: ich bin gespannt.)

Hannsdieter Loy: Rosen für eine Leiche (Oberbayern Krimi: Kriminalrat a. D. Joe Ottakring will den Mörder der in einem Ausflugschiff ermordeten Menschen finden.)

Barbara Meyer: Im Schatten des Doms (Historischer Kriminalroman: Paderborn um 1600)

Antonia Pauly: Der Büttel zu Köln (Historischer Kriminalroman: Köln, 1271)

April:

Hannes Nygaard: Todesküste (Hinterm Deich Krimi: Haben Terroristen auf dem Heider Marktfrieden einen Mord verübt? Lüder Lüders und Große Jäger – die Namen sind kein Scherz – ermitteln.)

Rainer Martin Mittl: Der Fröhlichmann (Der Badische Krimi: in dem Psychothriller müssen sich die Kommissare Kindlein und Morgenthaler mit zwei Männern herumschlagen, die die gleichen Frauen umgebracht haben wollen.)

Britt Reissmann: Der Traum vom Tod (Stuttgart Krimi: Kommissarin Thea Engel ermittelt in der Szene der Fantasy-Rollenspiele.)

Jobst Schlennstedt: Tödliche Stimmen (Küsten Krimi: Kommissar Birger Andresens dritter Fall: Ein Serienmörder in Lübeck?)

Mai

Oliver Buslau: Neandermord (Der Bergische Krimi: Privatdetektiv Remigius Rott wird Zeuge eines Mordes und Gejagter. Das könnte ein spannender Thriller sein.)

Edgar Noske: Himmel über Köln (allerdings nicht heute, sondern 1968)

 

 

Gmeiner

Der Verlag aus Meßkirch feiert das zehnjährige Bestehen seiner Krimireihe. Dafür schon einmal Herzlichen Glückwunsch. Der erste Teil des Jubiläumsprogramms enthält:

Hermann Bauer: Fernwehrträume (Ein Wiener Kaffehauskrimi mit einem Amateurdetektiv auf Mörderjagd.)

Sinje Beck: Totenklang (Anscheinend der dritte und letzte Heiner-Himmel-Krimi.)

Ulrike Blatter: Vogelfrau (Kommissar Erich Bloch sucht den Mörder eines Archäologieprofessors, der standesgemäß mit einer Steinzeitaxt erschlagen wurde.)

Manfred Bomm: Notbremse (Kommissar Häberles achter Fall: dieses Mal führen ihn die Morde zu Pharmakonzernen und zur Spielautomatenmafia. Da fragen wir uns doch, wer von beiden der größere Schurke ist.)

Ella Danz: Nebelschleier (Kommissar Angermüller muss auch im Urlaub Mörder jagen. Ein Großgrundbesitzer, der seine Felder einem Gentechnikkonzern verkaufen wollte, wurde erwürgt.)

Sandra Dünschede: Solomord (Kommissar Hagen Brandt sucht den Mörder eines entführten Mädchens. Die Spur führt – Überraschung! – ins Kinderpornomilieu.)

Pierre Emme: Ballsaison (Krimi zur Fußball-EM)

Christian Gude: Binärcode (Ein ermordeter Italiener und geheimnisvolle Signale aus dem All beschäftigen Kommissar Karl Rünz.)

Uwe Gardein: Die letzte Hexe – Maria Anna Schwegelin (Historischer Kriminalroman: Kempten, 1775)

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip (Neuauflage; Deutscher Krimi Preis 1992)

Erwin Kohl: Willenlos (Ein Polizist wird ermordet. Der Täter ist auch schnell gefunden. Aber Kommissar Joshua Trempe glaubt nicht an diese einfache Lösung.)

Paul Lascaux: Salztränen (Privatdetektiv Heinrich Müller soll herausfinden, ob der Autounfall eines Käseeinkäufers wirklich nur ein Unfall war. Lascaux hat unter seinem bürgerlichen Namen Paul Ott das sehr lesenswerte Sachbuch „Mord im Alpenglühen: Der Schweizer Kriminalroman“ veröffentlicht)

Claudia Puhlfürst/Petra Steps (Hrsg.): Mordssachsen 2 (Zwanzig Kurzgeschichten von –ky, Jan Flieger, Franziska Steinhauer und anderen)

Jochen Senf: Knochenspiel (Fritz Neuhaus schlägt sich dieses Mal mit der Organmafia herum.)

Friederike Schmöe: Pfeilgift (Ein Ehemann wird mit einem mit Curare vergifteten Pfeil umgebracht. Privatdetektivin Katinka Palfy ermittelt.)

Harald Schneider: Ernteopfer (Kommissar Reiner Palzki jagt den Mörder eines polnischen Erntehelfers und stochert unter Gemüsebauern herum.)

Franziska Steinhauer: Menschenfänger (Kommissar Peter Nachtigall jagt einen mehrfachen Frauenmörder. Außerdem sucht die Polizei einen flüchtigen Vergewaltiger und Mehrfachmörder. Nach dem Krimilehrbuch gehören beide Fälle zusammen.)

Günther Thömmes: Der Bierzauberer (Historischer Kriminalroman: Mittelalter)

Verena Wyss: Todesformel (das Manuskript erhielt 2004 den Frauen-Krimi-Preis „Agathe“)

Wolfgang Zander: Hundeleben (Privatdetektiv Siegfried Gass muss sich mit zwei Millionen Euro, einer verlassenen Frau, sexlüsternen Buchhändlerinnen und feuerfesten Kinoleinwänden herumschlagen.)

 

 

Grafit

Februar

Jacques Berndorf: Eifel-Kreuz (Taschenbuch-Ausgabe)

Ingo Gach: Freyas Fluch (Historischer Kriminalroman; spielt im von Römern besetzten Köln)

Pentti Kirstilä: Schwarzer Frühling – Ein Fall für Lauri Hanhivaara (Taschenbuch-Ausgabe)

Ernst Solèr: Staub im Schnee (Dritter Kommissar-Staub-Krimi: ein bekannter TV-Moderator wird ermordet.)

April

Angela Esser (Hrsg.): Schöne Leich’  in Wien (Kurzgeschichten zur Criminale von Heinrich Steinfest, Jürgen Kehrer, Burkhard Driest, Nessa Altura, Leo P. Ard, Andrea Maria Schenkel und anderen)

Peter Godazgar: Unter schrägen Vögeln (Privatdetektiv Markus Waldo zweifelt an seinem Job. Er soll den Entführer von Kaninchen finden.)

Matti Rönkä: Bruderland (Der zweite Viktor-Kärppä-Krimi oder guter Hardboiled aus Finnland.)

Mai

Lucie Klassen: Der 13. Brief (Debüt: eine Ausreißerin drückt wieder die Schulbank. Sie will herausfinden, warum die 16-jährige Eva sich umbrachte.)

Jaroslav Kutak: Tod unter Par (Ein Schulfreund von Privatdetektiv Karel Schwarz stirbt auf dem Golfplatz. Der Detektiv sucht unter den Vereinsmitgliedern den Mörder. Das klingt nicht besonders aufregend, aber Kutak wurde für „Strafe muss sein“ mit dem tschechischen Krimipreis ausgezeichnet und mit 192 Seiten ist „Tod unter Par“ angenehm kurz.)

Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld (Historischer Kriminalroman aus dem Vormärz)

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.


RiP: Roy Scheider, Stefan Murr; WGA-Drehbuchpreise 2008

Februar 12, 2008

R. i. P. Roy Scheider (10. November1932 – 10. Februar 2008 )

Er spielte in „Klute“, „French Connection“, „Der weiße Hai“, „Der Marathon-Mann“, „Atemlos vor Angst“, „Hinter dem Rampenlicht“, „In der Stille der Nacht“, „Das fliegende Auge“, „2010 – Das Jahr in dem wir Kontak aufnehmen“, „52 Pick-Up“, „Das Russland-Haus“, „Romeo is bleeding“, „Naked Lunch“ und „Der Regenmacher“ mit. Wahrlich keine schlechte Liste.

(Weitere Infos: Nachruf der New York Times; Nachruf von Associated Press; Meldung in Spiegel Online)

R. i. P. Stefan Murr (4. September 1919 – 22. Januar 2008)

Einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren(Ein Toter stoppt den 6 Uhr 10; Vorsicht – Jaczek schießt sofort; Affäre Nachtfrost, Auf den Tag genau) ist tot – und die Zahl der Nachrufe hält sich in überschaubaren Grenzen. Die Alligatorpapiere melden es und hier gibt es einen, hm, Nachruf. „Stefan Murr ist ein Phänomen. Von allen deutschen Krimi-Autoren ist er der dienstälteste, der kontinuierlich veröffentlicht, und er konnte sich sogar im Hardcover-Bereich etablieren, in Deutschland ein schwieriges Terrain für heimische Thriller-Autoren.“ (Rudi Kost/Thomas Klingenmaier: Steckbriefe, 1995)

Die WGA hat ihre Preise für die besten Drehbücher verliehen (btw: der Streik ist wohl zu Ende.). Keine schlechte Liste mit vielen bekannten Namen. So sind die Coen-Brüder mit „No Country for old Men“ dabei. „The Wire“ (Wann kommt diese diese Polizeiserie endlich ins deutsche Fernsehen?) und „The Company“ (die auf Robert Littells Roman basierende Miniserie hat auch noch keinen deutschen Ausstrahlungstermin) ebenso. Aus dem Nicht-Krimi-Bereich wurden „Juno“ von Diablo Cody als bestes Drehbuch und „Taxi to the Dark Side“ von Alex Gibney als beste Dokumentation prämiert. – Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


„Vanity Fair“-Hollywood-Ausgabe mit Hitchcock-Nachinszenierungen

Februar 11, 2008

Im neuen Vanity Fair (Nein, nein, nein, nicht im deutschen, im amerikanischen) gibt es eine Bilderstrecke, in der bekannte Schauspieler bekannte Szenen aus Alfred-Hitchcock-Filmen nachstellen. Sehen Sie sich das Retro-Vergnügen an – und erraten die Stars.


Bloody Cover

Februar 10, 2008

Zum siebten Mal kann das „Bloody Cover“ gewählt werden. Wie der englischsprachige Name eindeutig verrät, geht es um die Wahl des besten Titelbildes eines deutschsprachigen Kriminalromans. Zu den Titelbildern und zur anschließenden Wahl geht’s hier lang.


Unsortierte Kurzmeldungen mit viel Stallone

Februar 8, 2008

„Rambo IV“ läuft in den deutschen Kinos in einer gekürzten Fassung. Wahrscheinlich wurde eine Minute herausgeschnitten. Schade, denn nach den bisherigen Meldungen scheint er wieder an den ersten Rambo-Film anzuknüpfen.

Ken Levine erklärt, was die Technischen Berater beim Film machen. Er greift dabei auf seine Erfahrung bei „M. A. S. H.“ zurück. Anfangs hatten sie einen Technischen Berater vom Militär, der ihnen lange Fachvorträge hielt. Innerhalb weniger Monate wurde er dann ‚zu Hollywood‘. Die Show scheint – im Gegensatz zu den neuen Arztserien – den medizinischen Teil fachlich richtig gezeigt zu haben. Das gleiche gilt für „CSI: Las Vegas“. Schön ist hier auch die Diskussion dazu und der Hinweis auf die Criterion-„Armageddon“-DVD und den Audiokommentar der Technischen Berater. Im Wesentlichen sagen sie wohl immer wieder: „Wir haben Michael Bay gesagt, dass das so nicht geht. Es war ihm egal.“

Markus Sakey (Der Blutzeuge) hat Barack Obama gewählt und erklärt es im „Outfit“:

I believe that Obama’s character is exactly what we need right now. Now perhaps more than ever in our history. Our role in the world is changing. Our internal systems are breaking down. We are divided and distrustful.

We need a leader of unquestionable intelligence who refuses to dumb down a position to a soundbite. We need a leader who is more interested in fixing America’s many problems than in sitting behind the big desk. We need a leader who dares tells us that we shouldn’t be afraid to hope.

Duane Louis (Swierczynski) , der Autor von „Blondes Gift“, hat seinen Brotjob gekündigt. In seinem Blog erklärt er warum (Tja, er will mehr schreiben.) und verlinkt zu einem Interview (So sieht er aus, wenn er in einem New Yorker TV-Studio sein Sherlock-Holmes-Rätselbuch vorstellt: Will you solve Sherlock’s Mystery?).

Die Februar-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online mit Besprechungen von Joe Hill (Black Box, Kurzgeschichten) und William Gibson (Mustererkennung).

Bleiben wir in der Zukunft: eine nicht produzierte Version von „Demolition Man“ (der Action-Kracher in dem Stallone und Snipes sich verkloppen) ist online. Die Fassung vom 19. November 1992, geschrieben von Daniel Waters und Jonathan Lemkin scheint sich, so Donovan, sehr von dem Film zu unterscheiden: DEMOLITION MAN changed almost completely from its first draft before it made it to the screen. Different characters, different story, different genre, even a different “world”. Only Lenkov’s basic concepts (e.g. cryo-prison, cop vs psycho) survived.


Zwei Hinweise: John-Harvey-Interview, Februar Krimi-Couch

Februar 3, 2008

Jetzt hat auch mich der normale Winterschnupfen erwischt. Das hat bei allen Nachteilen einen Vorteil: Ich habe eine gute Entschuldigung für meine Abwesenheit beim Rosenmontagszug.

Einer der Nachteile: meine für heute geplante Besprechung von Marc Kaysers Debüt „Trias“ erscheint später. Aber soviel kann schon verraten werden: der Politthriller hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Berliner können sich am Dienstag, den 5. Februar, um 20.00 Uhr in der Bertelsmann AG (Unter den Linden 1) von den Qualitäten des Buches überzeugen.

Und nun zu den versprochenen Hinweisen:

Ali Karim redet mit John Harvey (und veröffentlicht es mit einer langen Einladung im Rap Sheet).

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online. Duane Louis (Swierczynski) wird abgefeiert. Ebenso C. J. Box, Gianrico Carofiglio und Marcus Sakey. Simon Brett nicht. Den Rest müssen Sie sich selbst ansehen.

Ich pflege jetzt meine Krankheit.