Kleinkram: Interviews, Listen und Raymond Chandler

April 22, 2008

Bei Planet Interview ist ein lesenswertes Interview mit Ken Follett erschienen. Er spricht viel über sein neues Buch „Die Tore der Welt“, aber auch über das Schreiben:

Meiner Meinung nach sollte jeder so klar wie möglich schreiben. Das hat nichts mit dem Schreiben von Bestsellern zu tun. Im Grunde ist Schreiben eine Form der Kommunikation. Man will, dass der Leser versteht. Also sollte die Struktur der Sätze so beschaffen sein, dass die Bedeutung sich sofort offenbart. Das scheint mir eine grundlegende Regel zu sein. Ich würde nie wollen, dass jemand einen meiner Sätze zwei Mal lesen müsste. (…) Ich denke nicht, dass übermäßig komplexe Satzstrukturen irgendetwas zur Kunstform beitragen. (…) Wobei es mir jetzt gar nicht um kurze Sätze geht – die kann jeder schreiben, das ist einfach. Es gibt Beispiele von langen Sätzen, die komplizierte Gedanken ausdrücken, aber dabei immer noch sehr klar sind. Das beste Beispiel für mich ist der Essay am Anfang des 20-bändigen Oxford English Dictionary. Darin findet man diese langen majestätischen Sätze. Doch sie sind sehr klar geschrieben und man kann sie sofort verstehen. Viele Schriftsteller entwerfen Sätze, die es einem wirklich schwer machen, sie zu verstehen. Und manche von ihnen denken sicher, sie seien sehr schlaue Schriftsteller, weil sie so schwer zu verstehen sind. (lacht) (…) Ich denke, selbst meinen intelligentesten Lesern sollte ich den Gefallen tun, dass meine Sprache sehr einfach zu verstehen ist.

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Bei „Poets & Writers“ beantwortet Literaturagent Nat Sobel Fragen und erzählt auch über seine Arbeit mit James Ellroy. Ein langes Teil. (Dank an Crime Fiction Dossier für den Hinweis.)

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Die London Times hat eine Liste der fünfzig wichtigsten Krimiautoren veröffentlicht. Die Liste wird von mehreren Artikeln begleitet. Zum Beispiel schreibt Ian Rankin über die Probleme von Listen.

Uh, und die Liste? Viele gute, bekannte Namen (Chandler, Christie, Doyle, Hammett, Highsmith, Simenon, undsoweiter). Einige nicht ganz offensichtliche Namen  (Coben, Dibdin, Hiaasen, Mosley, Pelecanos. Okay. Leon? Also bitte!). Und einige Autoren, wie Lawrence Block, Ken Bruen, Michael Connelly, Erle Stanley Gardner (die Perry-Mason-Serie), Robert B. Parker (die Spenser-Serie), Mickey Spillane, Rex Stout, Ross Thomas, Donald Westlake (aka Richard Stark) fehlen.

(Dank an Sarah Weinman für den Hinweis.)

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Bleiben wir kurz bei den Klassikern: das „Outfit“ beschäftigt sich diese Woche mit Raymond Chandler und seinem Roman „The long goodbye“. Sean Chercover, Libby Hellmann, Sam Reaves, Kevin Guilfoile, Sara Paretsky, Barbara D’Amato haben bereits ihre Texte abgeliefert.

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Und der „Noir of the Week“ ist Alfred Hitchcocks „Strangers on a train“ (nach dem Roman von Patricia Highsmith, am Drehbuch schrieb auch Raymond Chandler mit). Teil 1 hier,  Teil 2 hier.

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Zum Abschluss ein Satz von Science-Fiction-Autor Ben Bova: In writing fiction, the more fantastic the tale, the plainer the prose should be. Don’t ask your readers to admire your words when you want them to believe your story.

(Dank an The Weekly Script für das Zitat.)



Glauser 2008 vergeben

April 20, 2008

Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimautoren, hat auf ihrer diesjährigen Criminale in Wien ihren Krimipreis, den Glauser, vergeben. Die Gewinner sind:

Roman

Lilian Faschinger: Stadt der Verlierer (Hanser Verlag).

Debüt

Rainer Gross: Grafeneck (Pendragon)

Kurzkrimi

Bernhard Jaumann: „Schnee an der Blutkuppe“ aus „Zum Sterben schön“ (Wunderlich).

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Boris Koch: Feuer im Blut (Beltz und Gelberg).

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Sabine Deitmer

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Die Begründungen können beim Syndikat als .pdf nachgelesen werden.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: dtv

April 15, 2008

Ohne große Worte: die demnächst im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erscheinenden Krimis:

Mai

Friedrich Ani: Wer tötet, handelt (der zweite Fall des Sehers: der blinde Kommissar Jonas Vogel bietet sich als Geisel an. Der erste Fall, „Wer lebt, stirbt“, hat mir nicht gefallen.)

T. C. Boyle: Talk Talk (Der Thriller von T. C. Boyle als Taschenbuch: Ein Betrüger hat gefälschte Schecks auf ihren Namen ausgestellt und ihre Identität geklaut. Jetzt schlägt sie zurück.)

Jonathan Harr: Der verschollene Caravaggio (The lost painting, 2005 – Zwei Studentinnen suchen das seit Jahrhunderten verschwundenes Caravaggio-Gemälde „Gefangennahme Christi“. Harr schrieb auch das erfolgreiche, mit John Travolta verfilmte Sachbuch „Zivilprozess“ und „Der verschollene Caravaggio“ erzählt ebenfalls eine wahre Geschichte.)

Gabriela Jaskulla: Die Geliebte des Trompeters (kein Krimi, sondern eine im Nachkriegsberlin spielende Liebesgeschichte zwischen einem Berliner Mädchen und einem amerikanischen Soldaten. Er heißt Chet Baker und wurde später als Jazzmusiker weltberühmt. – Die ersten Seiten haben mir nicht so gefallen, aber als Jazzfan gebe ich dem Buch eine zweite Chance. Oh, auch als Berliner.)

Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot (A field of darkness, 2006 – Das Debüt war unter anderem für den Edgar, Gumshoe, Macavity und Barry nominiert. Also nicht von dem etwas nichtssagenden Titel und Cover irritieren lassen. – Besprechung demnächst.)

Ilka Remes: Das Erbe des Bösen (Pahan Perimä, 2007 – Als Biotechniker Erik Narva sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht, findet er heraus, dass dieser als Physiker für die Nazis arbeitete. Bei seiner Suche bringt er auch das Leben seiner Familie in Gefahr. – Thriller über die Verantwortung von Wissenschaftlern für ihre Handlungen.)

Juni

John Harvey: Schlaf nicht zu lange (Darkness and Light, 2006 – Der dritte Frank-Elder-Roman: eine Freundin von Elders Exfrau ist verschwunden. – dtv wird danach die Resnick-Krimis veröffentlichen. Schön, dass Harvey endlich wieder einen deutschen Verlag gefunden hat. Und schön, dass jetzt auch hier die Leser John Harvey entdecken.)

Peter Oberdorfer: Kreuzigers Tod (Ein Debüt: eine mörderische Groteske aus einem österreichischen Bergdorf.)

Juli

Klaus Luttringer: Der Skorpion (Debüt: Tsilihin soll in Arkadien ein Verbrechen der Wehrmacht aufdecken.)

Henning Mankell: Das Auge des Leoparden (einer von Mankells Afrika-Romane)

Iain McDowall: Der perfekte Mord (das müsste „Percetly Dead“, 2003, der dritte Jacobson/Kerr-Roman sein. Dieses Mal müssen die beiden Polizisten den Mörder eines Dealers suchen. Kurz darauf bringt ein Mann in einem gediegenen Vorort seine Familie und dann sich um. – In jedem Fall spannende Krimiunterhaltung von der Insel.)

August

Umberto Eco: Der Namen der Rose (Vor über zwanzig Jahren hat mir das Buch gerade wegen der langen Diskurse über Gott, die Welt, die Ketzer und das Lachen viel besser als der Film gefallen.)

Cynthia Harrod-Eagles: Der Tote auf der Schaukel (ein neuer Fall für DI Bill Slider: auf einem Spielplatz bei einer Sozialwohnungssiedlung wird die Leiche eines muskulösen, gut gekleideten Mannes gefunden.)

September

Horst Bosetzky: Quetschkartoffeln und Karriere (der Abschluss der großen Familiensage von –ky lässt die siebziger Jahre wieder aufleben)

Kjell Eriksson: Nachtschwalbe (In einer Buchhandlung wird die Leiche eines jungen Schweden gefunden. Kommissarin Ann Lindell sucht den Mörder. Die Presse hält Einwanderer für die Täter. – Wird als „erstklassiger schwedischer Kriminalroman in bester Mankell-Tradition“ beworben.)

Paul Grote: Der Pottwein-Erbe (Zielgebiet der weinseligen Ermittlungen: Portugal. Auf den Erben eines Weingutes werden Anschläge verübt. Dieser sucht die Täter und erfährt dabei einiges über den portugiesischen Wein.)

Oktober

Leif Davidsen: Der Feind im Spiegel (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers über die Jagd nach einem Dschihad-Kämpfer. Seine Jäger: ein ehemaliger serbischer Auftragskiller und ein dänischer Polizist.)

Anne George: Mörderische Aussichten (George erhielt für ihre Southern-Sisters-Serie nicht umsonst den Debüt-Agatha-Award, der Krimis im Stil von Agatha Christie auszeichnet. Dieses Mal wird die Hochzeit von Mary Alices Sohn durch einen Mord gestört. Gut, dass Patricia Anne ihr bei der Mördersuche helfen kann.)

Henning Mankell: Der Mann am Strand (Zwei Geschichten aus „Wallanders erster Fall“.)

Agustín Sánchez Vidal: Krytum (noch eine Dan-Brown-Variation. Dieses Mal ist ein geheimnisvolles Pergament der Auslöser für Mord und Totschlag.)

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Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

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Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Knaur Taschenbuch, Droemer Hardcover, List Taschenbuch, Ullstein Taschenbuch

Heyne Taschenbuch

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


„Bloody Cover“ gewählt

April 14, 2008

Das ist also das beste Cover eines deutschen Krimis.  Die Plätze zwei und drei sind auch ziemlich schwarz geraten. Keines der drei Covers löst bei mir einen Zugreifimpuls aus.

Das aus dem Hause Hard case Crime dagegen schon:


Sachdienliche Hinweise: Tatort, Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung, Friedkins Georges-Arnaud-Verfilmug und Ken Bruen

April 14, 2008

Der Spiegel hat die Tatort-Autoren Thorsten Wettcke, Jan Hinter und Stefan Cantz, Peter Probst, Pim Richter, Andreas Pflüger, Felix Huby, Mario Giordano, Fred Breinersdorfer, Jobst Oetzmann und Thomas Bohn nach ihrem Tatort-Ritual, ihrem liebsten nicht-geschriebenen Dialog, woher sie ihre Ideen bekommen (Aus der Zeitung. Hm.), ihrer Arbeit und der Bedeutung vom Tatort gefragt.

Ganz nett.

Mein Favorit ist dieser Dialog von Jan Hinter und Stefan Cantz:

Ballauf: „Wie heißt die Frau noch mal? Bauknecht?“

Schenk: „Nee. Bosch. Mercedes Bosch. Ne Redakteurin vom WDR.“

Ballauf: „Und die lag tot in ihrem Opel?“

Schenk: „Ja. Auf dem Parkplatz in der Nähe von McDonald’s.“

Ballauf: „Hilf mir auf die Sprünge. Bei der Aral-Tankstelle?“

Schenk: „Genau. Gleich neben Blaupunkt. Zwischen dem Aldi und Saturn Hansa.“

Ballauf (niest): „Haste mal nen Tempo?“

Schenk: „Du hast dir ja ne richtige Erkältung eingefangen. Nimm lieber ne Aspirin. Und steck mich nicht an.“

Den werde ich niemals in einem Tatort hören!

Und Fred Breinersdorfer antwortet schön knurrig.

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Dank Crimespree Cinema bin ich auf diesen Guardian-Artikel aufmerksam geworden: Bertrand Tavernier spricht über die Dreharbeiten zur James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (der Robicheaux-Roman heißt „In the electric mist with confederate dead“/“Im Schatten der Mangroven“). Die waren wohl nicht so erfreulich und der endgültige Schnitt wurde ihm auch aus der Hand genommen. Trotzdem sei er mit der jetzigen Version, die im Lauf des Jahres in den US-Kinos starten soll, nicht unzufrieden.

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Ebenfalls via Crimespree Cinema: es kann sein, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt wird.

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Als Das Vierte die Georges-Arnaud-Verfilmung „Atemlos vor Angst“ von William Friedkin zeigte, kürte ich den Film zum „Tipp des Tages“. Jetzt gibt es bei Schnittberichte einen Vergleich der US-Fassung mit der deutschen Fassung und der deutschen Fassung mit der US-Fassung (hier sind die geschnittenen langen Einführungen der Charaktere enthalten). Denn nachdem der Film in den USA floppte, wurde der Film ohne Friedkins Wissen für den europäischen Markt radikal gekürzt und umgeschnitten.

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Gut, wenn junge Menschen unterschiedliche Professionen ausprobieren. – Nur: warum nicht mit der Dienstwaffe?

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Außerdem: die April-Ausgabe der Krimi-Couch ist online und das „Krimijahrbuch 2008“ ist draußen. Unter anderem mit einem Text von mir über „The Shield“.


Charlton Heston tot; Scribe-Nominierungen, The big Thrill, Diskussion über Buchbesprechungen, Schnittberichte und Drehbücher online

April 7, 2008

R. i. P.: Charlton Heston (4. Oktober 1923 – 5. April 2008 )

Zuletzt war er nur noch als seltsamer Waffennarr und Republikaner bekannt. Früher spielte er in einigen verdammt guten Filmen mit. Nicht die Bibelfilme, wie „Die größte Geschichte aller Zeiten“ und „Die zehn Gebote“ (als Moses), oder Monumentalfilme, wie „Ben Hur“ und „El Cid“, oder Katastrophenfilme, wie „Erdbeben“, oder die zahlreichen Kriegs- und Militärfilme, wie „U-Boot in Not“, „Schlacht um Midway“ und „Khartoum – Aufstand am Nil“ oder „55 Tage in Peking“ (die je nach Perspektive auch als Monumentalfilme durchgehen), oder den damals erfolgreichen, heute eher vergessenen Zirkusfilm „Die größte Show der Welt“ (die ihn damals als Hauptdarsteller in Hollywood etablierte) meine ich. Nein, bei allen Mängeln gehören die negativen Utopien, wie „Planet der Affen“, „Der Omega-Mann“ oder „Jahr 2022…die überleben wollen“ (alle drei Filme basieren auf bekannten Science-Fiction-Romanen), Western, wie „Der letzte der harten Männer“, „Der Verwegene“ (sein Lieblingsfilm), „Sierra Charriba“ und „Weites Land“, und natürlich der Noir „Im Zeichen des Bösen“ zu seinen besten Werken.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Netzeitung, taz, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Los Angeles Times und New York Times.

Schon vor einigen Tagen hat die International Association of Media Tie-in Writers ihre Nominierungen für den diesjährigen Scribe Award bekannt gegeben:

Best General Fiction Original:

CSI NY: DELUGE (CSI: NY – Sintflut), von Stuart M. Kaminsky

MR. MONK AND THE TWO ASSISTANTS, von Lee Goldberg

MURDER SHE WROTE: PANNING FOR MURDER, von Jessica Fletcher & Donald Bain

CRIMINAL MINDS: JUMP CUT, von Max Allan Collins

Best General Fiction Adapted:

AMERICAN GANGSTER, von Max Allan Collins (nominee & winner)

Best Speculative Original:

LAST DAYS OF KRYPTON, von Kevin J. Anderson

STARGATE ATLANTIS CASUALTIES OF WAR, von Elizabeth Christiansen

STAR TREK: Q&A, von Keith R.A. DeCandido

Best Game-related Original (Special Scribe Award):

HITMAN, von William Dietz

FORGE OF THE MINDSLAYERS, von Tim Waggoner

NIGHT OF THE LONG SHADOWS, von Paul Crilley

Best Speculative Adapted

RESIDENT EVIL: EXTINCTION, von Keith R.A. DeCandido

52: THE NOVEL, von Greg Cox

30 DAYS OF NIGHT, von Tim Lebbon

Best Young Adult Original:

BUFFY THE VAMPIRE SLAYER: THE DEATHLESS, von Keith R.A. DeCandido

GOODLUND TRILOGY: VOLUME THREE: WARRIORS BONES, von Stephen D. Sullivan

Clue_crew NANCY DREW AND THE CLUE CREW #10: TICKET TROUBLE, von Stacia Deutsch & Rudy Cohon

Best Young Adult Adapted:

TWELVE DOGS OF CHRISTMAS, von Steven Paul Leiva (nominee & winner)

Der zweite Grandmaster der IAMTW ist Alan Dean Foster. Der Science-Fiction-Autor schrieb in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche erfolgreiche „Romane zum Film“. Am bekanntesten dürften seine Star-Trek-Romane, seine Alien-Romane, „Outland“, „Pale Rider, und „Krieg der Sterne“ (das er unter dem Pseudonym George Lucas schrieb) sein.

Die Scribe Awards werden im Juli auf der Comic-Con Convention in San Diego verliehen.

Die International Thriller Writers hat die April-Ausgabe von “The big Thrill” veröffentlicht. Wie immer sind viele, mangels Übersetzung, in Deutschland unbekannte Thriller-Autoren vertreten. Zu den auch hier bekannten Namen gehören Mary Higgins Clark, Raymond Benson, David Baldacci und Alex Klava.

Krimileser Bernd hat bereits auf die Serie von lesenswerten Posts von David J. Montgomery in seinem Crime Fiction Dossier, und die ebenso lesenswerten Kommentare dazu, über die Arbeit eines Rezensenten hingewiesen. Wann werden Bücher besprochen? Wann nicht? Soll ein Rezensent auch negative Besprechungen schreiben? Wenn ja: wie soll ein Verriss sein? Welche Fehler machen Verlage? Wann liest ein Rezensent ein Buch nicht? Zum Beispiel wenn der Prolog kursiv gedruckt ist. Davor schrieb Montgomery, wann ein Manuskript veröffentlicht wird.

Bei Schnittberichte gibt es einen Vergleich zwischen dem „Grindhouse“-Double-Feature und den bei uns im Kino gelaufenen Einzelfilmen „Death Proof“ von Quentin Tarantino und „Planet Terror“ von Robert Rodriguez. Dort gibt es auch weitere Schnittberichte zu den gekürzten deutschen Fassungen von „Miami Vice“ (damit die Trottel, die die gekürzten deutschen „Miami Vice“-Boxen kaufen, auch wissen, was ihnen entgeht. In England gibt es inzwischen schon eine Box mit allen „Miami Vice“-Staffeln.).

Und dann gibt es diese krimiaffinen Drehbücher online:

Lawrence D. Cohen: Carrie (basierend auf dem Roman von Stephen King für den Klassiker von Brian de Palma)

George Goldsmith: Children of the Corn (“Kinder des Korn” basiert auf einer Stephen-King-Kurzgeschichte und war erfolgreich genug für etliche Fortsetzungen, die noch schlechter als das Original sein sollen.)

Steve Niles (überarbeitet von Stuart Beattie und Adi Hasak): 30 Days of Night (basierend auf der Graphic Novel von Niles und Templesmith)

Skip Woods: Hitman (eine bleihaltige Comicspielverfilmung. Gibt es auch andere?)

Von „Verlockende Falle“ (die nette Caperkomödie mit Sean Connery, Catherine Zeta-Jones und Ving Rhames) gibt es gleich mehrere Fassungen:

Ron Bass: Entrapment – Erste Fassung

Ron Bass: Entrapment – Achte Fassung

Ron Bass: Entrapment – Zehnte Fassung (beide Überarbeitungen sind von Don Macpherson und William Broyles Jr.)

Die verschiedenen Fassungen dürften vor allem für die wirklichen Fans und Wissenschaftler interessant sein. Donovan meint: “The Tenth Draft is a surprisingly good read.”


R. i. P. Jules Dassin

April 2, 2008

R. i. P. Jules Dassin (18. Dezember 1911 – 31. März 2008 )

Selbst wenn er nur „Rififi“ und „Topkapi“ gedreht hätte, wäre ihm ein Platz in der Filmgeschichte sicher. Aber er drehte auch „Naked City“, „Die Ratte von Soho“, „Sonntags nie“ und natürlich „Das Gespenst von Canterville“. Außerdem war er ein wirklicher Weltbürger: 1911 wurde er als Sohn russisch-jüdischer Emigranten in Middletown, Connecticut (USA), geboren. Er war einige Jahre Mitglied der Kommunistischen Partei. In der McCarthy-Ära erhielt er wie viele Hollywood-Künstler ein Berufsverbot. Dassin wanderte nach Europa aus. Er lebte lange in Frankreich und zog 1974 mit seiner Frau, der Schauspielerin und Kulturministerin Melina Mercouri nach Griechenland.

Nachrufe gibt es bei der Spiegel online, Welt, Süddeutsche, Tageszeitung (Schweiz), BBC News, USA Today (von AP), LA Times und die New YorkTimes.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Knaur, Droemer, List und Ullstein

April 2, 2008

Was bieten Droemer Hardcover, Knaur Taschenbuch, List Taschenbuch und Ullstein Taschenbuch dem hungrigen Krimifan in den kommenden Monaten? Das:

 

Knaur Taschenbuch

April

Ariana Franklin: Die Totenleserin (Eine Pathologin ermittelt im Mittelalter in Cambridge)

Thomas Thiemeyer: Magma (ein Wissenschaftsthriller mit etwas Mystik)

 

Mai

Beverly Barton: Killing time (erhielt 2006 den Romance Writers of America Award)

Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod (oder ein Serienmörder mordet sich durch die norddeutsche Population junger Mädchen)

Walt Becker: Missing Link (Heftige Kloppereien um einen archäologischen Fund, der das Geheimnis um die Entstehung der Menschheit verraten kann.)

Luc Deflo: Totenspur (Zweiter Krimi des belgischen Bestsellerautors)

Elizabeth Eyre: Das Geständnis des Dogen (Historischer Krimi: im 15. Jahrhundert wird in Venedig ein reicher Edelmann ermordet und der Sohn des Dogen gesteht die Tat. Aber ist er auch der Mörder?)

Bernd Harder: Der Bond-Appeal (und noch ein Buch über James Bond. Aktueller Anlass ist der hundertste Geburtstag von Ian Fleming am 28. Mai.)

Patrícia Melo: Schwarzer Walzer (Psychothriller: ein krankhaft eifersüchtiger Dirigent verliebt sich in eine junge Violinistin.)

Craig Smith: Das Jesusporträt (Mysterythriller)

 

Juni

Michael Marschall: Engel des Todes (oder Die Jagd nach dem „zweiten Schöpfer“ geht weiter)

Iain Pears: Das Porträt (Ein berühmter Maler und ein scharfzüngiger Kunstkritiker haben ein dunkles Geheimnis.)

Markus Stromiedel: Zwillingsspiel (Stromiedel schrieb einige gute Krimidrehbücher. Sein Debütroman klingt allerdings sehr nach der Vorlage für den „TV-Film der Woche“, gekreuzt mit den depressiven, skandinavischen Bestsellern. In diesem Fall bin ich trotzdem gespannt.)

Außerdem: „Tödliches Vergnügen“ (9 Krimis mit neuem Umschlag für jeweils 6 Euro):

Michael Böckler: Vino Criminale

Simon Brett: Mord im Museum

Peter James: Ein guter Sohn

P. D. James: Im Saal der Mörder

Sabine Kornbichler: Nur ein Gerücht

Alexandra Kui: Tod an der Schleuse

Val McDermid: Ein Ort für die Ewigkeit

Zane Radcliffe: Todesgruß

Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns

 

Juli

Friedrich Ani: Süden und das Geheimnis der Königin

Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist (pünktlich zur geplanten Ausstrahlung der Süden-Krimis als ZDF-Samstagkrimi werden zwei der Süden-Krimis wieder aufgelegt)

Kate Atkinson: Liebesdienste (Privatdetektiv Jackson Brodie sucht den Mörder einer während des Edinburgher Theaterfestivals ermordeten Frau.)

Beverly Connor: Das Gesetz der Knochen (Dritter Fall der Pathologin Diane Fallon, die dieses Mal eine Leiche in einer teilweise unerforschten Höhle entdeckt.)

John Katzenbach: Das Opfer (Für sie ist es ein One-Night-Stand. Für ihn die große Liebe. Er beginnt sie und ihre Familie zu verfolgen.)

Michael Prescott: Mörderisches Spiel (Tess McCallum und Abby Sinclair, zwei aus früheren Prescott-Romanen bekannte Charaktere, jagen einen Mörder, der Frauen entführt und in der Kanalisation von Los Angeles angekettet ertrinken lässt.)

Joel Ross: Der Überläufer (Während des zweiten Weltkriegs spielender Spionagethriller)

Martyn Waites. Der Gnadenthron (der Auftakt der Joe-Donovan-Serie war für den Gold Dagger nominiert)

 

August

Glenn Chandler: Die Todeskarte (in England ist Chandler als Erfinder und Autor der langlebigen, nie in Deutschland ausgestrahlten Taggard-Polizeiserie bekannt. Dies ist sein erster von bislang zwei Krimis mit DI Steve Madden.)

Jonathan Hayes: Martyrium (Tja: ein Pathologe, ein Serienkiller, gekreuzigte Frauen, ein religiöser Spleen, die Freundin des Pathologen als nächstes Opfer des Killers. Das klingt alles nach Standard-Thriller. Oh, halt, der Held hat – das gab’s vor zehn Jahren noch nicht – ein 9/11-Trauma.)

Reginald Hill: Ins Leben zurückgerufen (DSI Andrew Dalziel auf Mörderjagd.)

Brenda Joyce: Fallen der Liebe (ein 1902 in New York spielender Ladythriller)

Kate Morgenroth: Töte mich zuerst (Neuauflage: ein Terrorist bringt in einem Sanatorium die Patienten vor laufender Kamera um. Eine Patientin wird seine Komplizin.)

Mary Stanley: Vermisst (Dublin in den 70er Jahren: ein Mädchen verschwindet. Ihre jüngere Schwester sucht sie.)

 

September

Pamela Clare: Kalt wie der Tod (ein Ladythriller)

Donn Cortez: Closer (Cortez schrieb auch einige „CSI Miami“-Romane. In „Closer“ bringt der Held Mörder um. Eines Tages stößt er auf eine Serienmörder-Community im Internet und den Mörder seiner Familie.)

Nicole Drawer: Das Messer in der Hand (Polizeipsychologin Johanna Jensen glaubt nicht, dass die blutüberströmte Frau mit dem Messer in der Hand ihren Mann umgebracht hat.)

Susan Hill: Des Abends eisige Stille (Ein Junge verschwindet in dem beschaulichen Lafferton. DCI Simon Serrailler sucht ihn.)

Lisa Jackson: Shiver – Meine Rache wird euch treffen (jetzt im Taschenbuch)

David Lawrence: Tödliches Dunkel (Detective Stella Mooney jagt einen Frauenmörder, der auf den Leichen geheimnisvolle Botschaften hinterlässt.)

Matthew Pearl: Die Stunde des Raben (oder Wie war das noch mal mit dem Tod von Edgar Allan Poe?)

David Skibbins: Der Tod ist eine Frau („Ein charmantes Schlitzohr, ein verzwickter Fall und ein ungewöhnliches Geheimnis“ dichtet der Verlag.)

 

Oktober

Christian von Ditfurth: Das Luxemburg-Komplott (Historischer Thriller über einen Mordanschlag auf Rosa Luxemburg.)

Sebastian Fitzek: Der Seelenbrecher (In seinem vierten Thriller treibt ein Psychopath unerkannt in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Luxuspsychiatrie sein Unwesen.)

Colin Harrison: Afterburn – Tödliche Verstrickung (Ein Millionär verknallt sich in eine junge Schönheit, die gerade der Mafia fünf Millionen Dollar stibitzt hat. Selbstverständlich will die Mafia ihr Geld zurückhaben.)

Shaun Hutson: Scharfe Klauen („Spannend wie ein Thriller, blutig wie ein Steak“ textet der Verlag über diesen Horrorthriller, in dem ein geheimnisvoller Mörder am liebsten Literaturkritiker und Verlagsmitarbeiter zerfetzt. Der knallharte Inspector Birch zieht seinen Trenchcoat an. Könnte ein unterhaltsamer Schmöker sein.)

Chris Kuzneski: Arcanum – Im Zeichen des Kreuzes (finden Kuzneskis Helden die Spuren von Dan Brown. Allerdings scheint die Angelegenheit, immerhin geht es um das größte Geheimnis des Christentums, hier etwas weniger jugendfrei zu sein.)

Julia Spencer-Fleming: Das dunkle Netz der Rache (Vierter Krimi mit Pastorin Clare Fergusson und Sheriff Russ Van Alstyne. Dieses Mal wird die Erbin eines Großgrundbesitzers entführt.)

Marcos M. Villatoro: Mania (FBI-Agentin Romilia Chacón jagt die Mörder eines Kollegen. Die Spur führt zu einem südamerikanischen Drogenkartell.)

 

 

Droemer – Hardcover

12. April

Simone Buchholz: Revolverherz (Staatsanwältin Chastity Riley jagt den Mörder der St.-Pauli-Tänzerinnen. – Irgendwie klingt die ganze Beschreibung nach einem dieser superhippen, superwitzigen Bücher, die absolut nicht mein Geschmack sind.)

14. Juni

Douglas Preston: Credo – Das letzte Geheimnis (Blasphemy, 2008 – In einem abgelegenen Labor erforschen Wissenschaftler eine neue Energiequelle. Da behauptet eine Stimme, sie sei der Schöpfer des Universums. Ihre Forderung: die Naturwissenschaften als einzige Religion anerkennen. – Puh.)

8. August

Kate Atkinson: Lebenslügen (When will there be good news, 2008 – Privatdetektiv Jackson Brodie versucht einen lange zurückliegenden Mord aufzuklären.)

 

 

List Taschenbücher

April

William Brodrick: Die Gärten der Toten (Pater Anselm will den Mord an einer früheren Strafverteidiger-Kollegin aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem alten Prostitutionsfall.)

Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht/In alle Ewigkeit (Zwei Erik-Winter-Krimis für zehn Euro)

Mai

Leif Davidsen: Der Augenblick der Wahrheit (Fotograf Peter Lime verliert bei einem Anschlag seine Familie. Blind vor Hass beginnt er die Täter zu jagen. – Neuauflage)

Juni

Ronnith Neuman: Tod auf Korfu (Ein Polizist versucht auf Korfu eine Mordserie aufzuklären. Seine Ermittlungen führen ihn zu einer lange zurückliegenden deutsch-griechischen Tragödie.)

Barbar Pope: Im hellen Licht des Todes (Aix-en-Provence, 1885: Ein Richter fragt sich, ob Paul Cézanne eine Frau ermordet hat.)

Juli

Mila Lippke: Der Puppensammler (Mörderjagd im Berlin der Jahrhundertwende)

Dominique Sylvain: Letzte Show (Das Stardouble von Britney Spears stürzt aus dem 34. Stock. Eine Ex-Kommissarin und eine Stripperin beginnen mit der Mördersuche. – Das könnte mir gefallen.)

August

Marcello Fois: Sardische Vendetta (die Gesichte des sardischen Banditen Samuele Stocchino erhielt den Premio Grinzane Cavour)

September

Marianne Macdonald: Tod zwischen den Zeilen (Buchhändlerin Dido Hoare freut sich über ein billig erstandenes Pergament. Da wird der Verkäufer ermordet und Dido fragt sich, ob das Pergament der Grund für den Mord war.)

Jo Nesbo: Rotkehlchen (Neuausgabe zum Sonderpreis)

Michael Theurillat: Eistod (der zweite Fall für Kommissar Eschenbach jetzt als Taschenbuch)

 

 

Ullstein – Taschenbuch

April

Lori Andrews: Bis auf die Knochen (Haben ein lange zurückliegendes Massaker und der Mord eines Händlers etwas miteinander zu tun? Molekularbiologin Blake fliegt nach Saigon.)

Peter Brendt: Deep Hunters (ein U-Boot-Thriller)

John Connolly: Die weiße Straße (Privatdetektiv Charlie Parker will die Unschuld eines Afroamerikaners, der für den Mord an der Tochter eines Millionärs in der Todeszelle sitzt, beweisen.)

Oliver Pötzsch: Die Tochter des Henkers (sucht kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg einen Mörder)

 

Mai

Bernard Cornwell: Schnee in der Karibik (Ein Skipper gerät in einen Drogenkrieg.)

Esteban Martin/Andreu Carranza: Die dritte Pforte (Ein in Spanien spielender Mystery-Thriller über eine angeblich auserwählte junge Frau, verschlüsselte Hinweise in alten Bauwerken und einer satanischen Sekte.)

Matthew Reilly: Auf Crashkurs („Es scheppert herrlich“, meint BamS [nicht Bumms] über diesen Action-Thriller über lebensgefährliche Hovercar-Rennen in der nahen Zukunft.)

Inger Wolf: Spätsommermord (2007 als bestes dänisches Krimidebüt ausgezeichnet)

 

Juni

Marc Van Allen: Arcanum (Der Ordo Invisibilium will die totale Kontrolle über die Menschheit erlangen. Aber einige Menschen wehren sich.)

Rita Mae Brown: Die Sandburg (eine Sommergeschichte, kein Krimi)

Julie Garwood: Mord nach Liste (Die als therapeutische Übung aufgeschriebene Todesliste einer Hotelerbin gerät in die Hände eines Killers, der sie abarbeitet.)

 

Juli

Blake Crouch: Bruderherz (Neuauflage: Ein Krimiautor wird in ein mörderisches Spiel verwickelt)

Christian Moerk: Eminenza (Ein Wissenschaftler findet einen Weg, den Hunger in der Welt zu beenden. Damit gerät er in das Visier einer alten venezianischen Loge.)

Peter Robinson: Eine respektable Leiche (der zweite Inspector-Banks-Krimi)

 

August

Carol Higgins Clark: Nacht in Las Vegas (Siebter Einsatz für Privatdetektivn Regan Reilly: Sie soll herausfinden, wer die Dreharbeiten für eine Show sabotiert.)

John S. Marr/John Baldwin: Die elfte Plage (Ein Psychopath erfreut die Amerikaner mit an die zehn biblischen Plagen angelehnten Viruserkrankungen. Ein Virologe jagt ihn.)

Franck Thilliez: Im Zeichen des Blutes (Und wieder wird ein Serienmörder gejagt)

 

September

Rita Mae Brown/Sneaky Pie Brown: Die kluge Katze baut vor (Miau. Ein Fall für Mrs. Murphy.)

Iris Johansen: Gnadenlose Jagd (Jemand will die Talente einer ehemaligen CIA-Agentin für seine Zwecke nutzen. Er entführt ihre Tochter.)

Inge Löhning: Der Sünde Sold (In einem bayerischen Dorf wütet ein sadistischer Mörder. Kommissar Konstantin Dühnfort jagt ihn.)

Aline Templeton: Wenn es ans Sterben geht (Wer ermordete drei ehrenamtliche Helfer? Die Polizeichefin von Galloway ermittelt.)

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue. Neuausgaben und Taschenbuchausgaben natürlich ausgenommen.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Heyne Taschenbuch

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


KrimiWelt-Bestenliste April 2008

März 30, 2008

Die KrimiWelt-Bestenliste für den April sieht so aus:

1          (2)       Robert Littell: Die Söhne Abrahams

2          (3)       Peter Temple: Shooting Star

3          (9)       Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

4          (-)        David Peace: 1983

5          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist

6          (-)        Andrew McGahan: Last Drinks

7          (-)        Lee Child: Sniper

8          (-)        Lawrence Block: Verluste

9          (-)        Michael Collins: Der Bestseller-Mord

10       (-)        Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse

 

Die vielen Neueinsteiger wirbeln die Liste so richtig auf. Trotzdem kenne ich, bis auf drei, alle empfohlenen Krimis.

Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ ist ein gutes Buch über den Israel-Palästina-Konflikt, das aber nicht die Qualität von „Die kalte Legende“ erreicht. Dafür ist die Geschichte dann doch zu bekannt und die beiden religiösen Fanatiker hauen sich ihre Thesen und Interpretationen der heiligen Schriften zu spannungslos um die Ohren. Peter Temples „Shooting Star“ ist ein traditioneller Privatdetektivroman, bei dem das Porträt der verkommenen Familie schwärzer als gewohnt ausfällt. David Peace schließt mit „1983“ sein Red-Riding-Quartett mit einem vielstimmigen Chor ab. „Stalins Geist“ von Martin Cruz Smith ist der neueste Renko-Roman und ein Porträt des heutigen Russland. Lee Child setzt mit „Sniper“ seine Jack-Reacher-Serie überaus spannend fort. Ein guter Thriller für eine schlaflose Nacht. Allan Guthries „Abschied ohne Küsse“ ist eines von drei auf Deutsch erschienenen Hard-Case-Crime-Büchern, bei denen Rotbuch zum Glück auch die Covergestaltung der Originale übernommen hat. Guthrie erzählt eine grimmige, schwarzhumorige Gangstergeschichte, in der ein des Mordes verdächtiger Geldeintreiber den Mörder seiner Tochter sucht (Noch witziger ist das Hard-Case-Crime-Buch „Flop“ von Ken Bruen und Jason Starr.). Lawrence Block erlebt derzeit in Deutschland eine gelungene Rückkehr mit dem Frühwerk „Abzocker“ (ebenfalls in der Hard-Case-Crime-Reihe) und dem blutigen Matthew-Scudder-Roman „Verluste“. In „Verluste“ hilft Scudder seinem Freund Mick Ballou und das geht nicht ohne ein gehöriges Maß an Gewalt und Toten ab.

 

In den Klammern ist die Platzierung vom Vormonat.


Die Crimespree-Preisträger 2008

März 28, 2008

Das Crimespree Magazine hat die diesjährigen Preisträger des Crimespree Preises bekannt gegeben:

Favorite book of 2007

The Unquiet – John Connolly

Nominiert:

What The Dead Know – Laura Lippman

The Watchman – Robert Crais

Priest – Ken Bruen

Thunder Bay – William Kent Krueger

 

 

Best On-Going Series

Peter Robinson’s Inspector Banks

Nominiert:

Lee Child’s Jack Reacher

Ken Bruen’s Jack Taylor

John Connolly’s Charlie „Bird“ Parker

Barry Eisler’s John Rain

 

 

Favorite Anthology of 2007

Expletive Deleted – Jen Jordan, Editor

Nominiert:

A Hell of a Woman – Megan Abbott, Editor

Chicago Blues – Libby Hellman, Editor

 

 

Favorite Comics Writer of 2007

Brian Azzarello

Nominiert:

Ed Brubaker

Jason Aaron

Greg Rucka

Garth Ennis

 

 

Best first book of 2007

Sean Chercover-Big City Bad Blood

Nominiert:

Marcus Sakey – The Blade Itself (Der Blutzeuge)

Craig McDonald – Head Games

Stealing The Dragon – Tim Maleeny

Tom Schreck – On The Ropes

 

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


Kurzmeldungen: Kuppler-Interview; Zwei geplante Verfilmungen

März 28, 2008

Herausgeberin Lisa Kuppler beantwortet im Krimiblog einige Fragen von Ludger Menke  zu den deutschen Hard-Case-Crime-Romanen (die sich im Layout zum Glück an die Originale halten und alle sehr empfehlenswert sind).

Es gibt Neuigkeiten zur geplanten Verfilmung von James Sallis Noir „Driver“: Neil Marshall ist als Regisseur dabei.

Ebenso zur geplanten Verfilmung von Barry Eislers John-Rain-Roman „Rain Fall“: Gary Oldman scheint mitzuspielen. Wahrscheinlich als einer der Gegner von Rain.


Verschiedens: Widmark gestorben, Hinweise auf Interviews, verschiedene Überlegungen zum Schreiben

März 27, 2008

R. i. P. Richard Widmark (26. Dezember 1914 – 24. März 2008 )

Gleich für sein Filmdebüt als durchgeknallter Gangster in „Der Todeskuss“ erhielt er eine Oscar-Nominierung. In den folgenden Jahrzehnten trat er in über siebzig Filmen auf. Seine bekanntesten sind „Die gebrochene Lanze“, „Der Garten des Bösen“, „Polizei greift ein“ (Pickup on South Street), „Der letzte Wagen“, „Der Schatz der Gehenkten“ (Sonntag, 30. März, SWR, 14.00 Uhr; Freitag, 11. April, HR, 00.00 Uhr [Taggenau]), „Alamo“, „Zwei ritten zusammen“, „Das Urteil von Nürnberg“, „Nur noch 72 Stunden“, „Mord im Orient-Express“, „Das Ultimatum“ und „Ein Aufstand alter Männer“.

Heute Abend zeigt Das Vierte um 20.15 die Alistair-MacLean-Verfilmung „Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis“ mit Widmark und weiteren bekannten Schauspielern.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online (kurz), ARD/Tagesschau (ausführlicher), FAZ (ausführlicher), Die Welt (von Gerhard Midding), und selbstverständlich der New York Times (von Aljean Harmetz).

Frank Göhre beantwortet im Krimiblog viele Fragen von Ludger Menke.

Wolfgang Rademann, der „Meister des Leichten“ (so der Titel des ausführlichen Interviews mit dem Macher der „Schwarzwaldklinik“ und des „Traumschiffs“), redet mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Woody Haut hat einen längeren Text über die vielen Elmore-Leonard-Verfilmungen geschrieben und warum die meisten nicht gut und nur wenige gut sind.

Der Verband der Drehbuchautoren hat den Podcast „Stichwort Drehbuch“ gestartet. Oliver Schütte und Frank Zeller wollen jeden Monat mit einem Drehbuchautor sprechen. Eine gute Idee. Auch die Homepage sieht gut aus. Aber die Ausführung bei dem ersten Teil – ein Gespräch mit Rainer Berg, dem Autor des Zweiteilers „Die Gustloff“ – erreicht auch mit viel Wohlwollen nicht einmal Amateurniveau. Denn einen so schlechten Ton habe ich seit ich seit ich weiß nicht wann nicht mehr gehört.

(Hm, und warum nur Töne und keine Bilder? Ich denke da zum Beispiel an diese schöne Seite/Sendung aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.)

Ken Levine gräbt einen alten Post „When to STOP writing“ aus (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

John August denkt über die Motivationen seiner Charaktere nach (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

David J. Montgomery gibt im Crime Fiction Dossier den noch nicht publizierten Autoren einige bedenkenswerte Ratschläge (und zahlreiche lesenswerte Kommentare bestätigen ihn).


ITW nominiert die besten Thriller 2008

März 23, 2008

Die International Thriller Writers haben die Nominierungen für den diesjährigen Thrillerpreis bekannt gegeben. Die Gewinner werden beim Thrillerfest am Samstag, den 12. Juli, im Grand Hyatt in New York City verkündet.

 

Nominiert wurden diese Thriller

Bester Roman

“No Time For Goodbye” von Linwood Barclay (Bantam)

“The Watchman” von Robert Crais (Simon & Schuster)

“The Ghost” von Robert Harris (Simon & Schuster)

“The Crime Writer” von Gregg Hurwitz (Viking)

“Trouble” von Jesse Kellerman (Putnam)

 

Bestes Debüt

“Interred With Their Bones” von Jennifer Lee Carrell (Dutton)

“Big City, Bad Blood” von Sean Chercover (William Morrow)

“From the Depths” von Gerry Doyle (McBook Press)

“Volk’s Game” von Brent Ghelfi (Henry Holt and Co.)

“Heart-Shaped Box” von Joe Hill (William Morrow)

 

Bestes Taschenbuch

“The Last Nightingale” von Anthony Flacco (Ballantine)

“A Thousand Bones” von P.J. Parrish (Pocket)

“The Midnight Road” von Tom Piccirilli (Bantam)

“The Queen of Bedlam” von Robert McCammon (Pocket)

“Shattered” von Jay Bonansinga (Pinnacle)

 

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten.

 

In allen Kategorien sind bekannte, teilweise übersetzte Namen vertreten. Klare Favoriten sehe ich nicht; auch weil in den vergangenen Jahren die Auswahl und Wahl der Preisrichter immer wieder überraschend war.

Bei den beiden vorherigen Thrillerfesten wurden auch ein Thrillermaster (Clive Cussler 2006, James Patterson 2007) ernannt und ein Preis für das beste Thrillerdrehbuch vergeben. Während ich fest mit einem weiteren Thrillermaster rechne, kann ich auf den Drehbuch-Preis gut verzichten. Denn gerade bei diesem Preis war die Auswahl doch sehr seltsam („The good shepherd“ als bester Thriller 2007?).


R. i. P.: Arthur C. Clarke, Anthony Minghella

März 19, 2008

R. i. P. Arthur C. Clarke (16. Dezember 1917 – 18. März 2008 )

Einer der ganz großen der Science-Fiction-Literatur starb in der Nacht zum Mittwoch an einem Atemproblem. Sein bekanntestes Werk ist das zusammen mit Stanley Kubrick geschriebene Drehbuch zu dem Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“. Daneben schrieb er zahlreiche Sachbücher, S-F-Romane, Kurzgeschichten (einige mit Krimi-Touch) und gab etliche Anthologien heraus.

Einen kurzen Nachruf gibt es bei Spiegel Online, längere bei BBC News, Yahoo News (von AP) und Times Online und einen sehr ausführlichen bei der New York Times.

Update: Inzwischen gibt es auch deutschsprachige Nachrufe in der Süddeutschen Zeitung (viel AP), Frankfurter Rundschau (viel AP und DPA), taz, Berliner Zeitung (von Jens Balzer), Handelsblatt, Spiegel Online (längerer Nachruf von Thorsten Dörting), Zeit online und telepolis.

R. i. P. Anthony Minghella (6. Januar 1954 – 18. März 2008 )

Der Drehbuchautor und Regisseur ist vor allem bekannt für seine Literaturverfilmungen: „Der englische Patient“, „Unterwegs nach Cold Mountain“ und die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“. Vor seinen Kinofilmen drehte er auch drei Folgen für die britische Krimiserie „Inspector Morse“; die in Deutschland nie gezeigte Serie mit John Thaw basiert auf den Romane von Colin Dexter. Zuletzt verfilmte er für HBO „The No. 1 Ladies Detective Agency“ (nach den Romanen von Alexander McCall Smith).

Minghella starb an den Folgen einer Krebsoperation. Nachrufe gibt es bei unter anderem bei Spiegel online, der Welt, Süddeutsche Zeitung, und der Tageszeitung.


Kleinkram: ein Buchcover, ein Programm, eine Preisverleihung

März 17, 2008

Charles Ardai schreibt noch am fünfzigsten HardCaseCrime-Buch (es erscheint im Dezember), aber das Cover von Glen Orbik ist schon fertig:

ardai-fifty-to-one.jpg

Genau so sehen wir Krimifans uns doch gerne: eine schöne Frau im Arm, ein Dutzend Krimis vor uns, die uns beim Lösen der wichtigen Fragen in einem Mordfall helfen sollen. Charles Ardai wird uns in seinem Roman erzählen, was geschieht, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht:

CELEBRATING 50 YEARS OF HARD CASE CRIME!

Okay, not really. But what if, instead of having been founded 50 books ago, Hard Case Crime had been founded 50 years ago, by a rascal out to make a quick buck off the popularity of pulp fiction? Such a fellow might make a few enemies—especially after publishing a supposed non-fiction account of a heist at a Mob-run nightclub, actually penned by an 18-year-old showgirl. With both the cops and the crooks after them, our heroes are about to learn that reading and writing pulp novels is a lot more fun than living them…

Eine Möglichkeit andere Krimifans zu treffen bietet die diesjährige Criminale vom 16. bis zum 20. April in Wien.  Inzwischen ist das Programm online.

Die Western Writers of America (WWA) hat ihre diesjährigen Spur Awards verliehen. Die meisten Autoren dürften, schließlich werden Western kaum ins Deutsche übersetzt, hier gänzlich unbekannt sein. Nur der Mann, der den Preis für sein Lebenswerk (Owen Wister Award for Lifetime Contribution) bekommen hat, ist auch bei Krimifans ein alter bekannter: Tony Hillerman. Er schreibt die Serie um die beiden Navajo-Polizisten Joe Leaphorn und Jim Chee. WWA-Präsident Cotton Smith sagt: “Tony Hillerman is truly a national treasure, bringing all of us wonderful stories of the modern West while giving us memorable glimpses of the distinctive ways of the Navajo Nation.”


Krimiwelt nennt „Die 10 besten Krimis 2007“

März 14, 2008

Die Macher der Krimiwelt präsentieren nicht nur jeden Monat eine Bestenliste mit zehn empfehlenswerten Krimis, sondern auch jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse eine Liste mit den zehn besten, im deutschsprachigen Raum veröffentlichten Kriminalromanen. Diese sind:

1          James Sallis: Driver

2          Matti Rönkä: Der Grenzgänger

3          Fred Vargas: Die dritte Jungfrau

4          Peter Temple: Kalter August

5          Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

6          Astrid Paprotta: Feuertod

7          Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao

8          John Harvey: Schrei nicht so laut

9          Ian Rankin: Im Namen der Toten

10       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

 

Bei der Präsentation in der sonnendurchfluteten Glashalle war ich nur vom ersten und letzten Platz überrascht. Dass James Sallis mit „Driver“ auf den ersten Platz kommt, hätte ich nicht erwartet. Dass Andrea Maria Schenkel nach dem allgemeinen Lob und einer zweimaligen Platzierung auf dem ersten Platz der Monatsliste nur auf den letzten Platz kommt, hatte ich ebenfalls nicht erwartet. Ich hätte sie, weil die Jahresbestenliste eine Auswahl der Monatsbestenliste ist, auf einem der vorderen Plätze erwartet. Doch sie ist das im Rückblick: einige hochgelobte Bücher sind doch nicht so gut, einige weniger gelobte sind besser.

Etwas überrascht hat mich das Fehlen von Martin Cruz Smith und seinem neuesten Roman „Stalins Geist“. Denn von dem im Dezember erschienenen Roman scheinen die Krimiwelt-Kritiker stockbesoffen vor Begeisterung zu sein. Damit gehört er doch eigentlich, wie der wenige Wochen früher erschienene Rebus-Roman „Im Namen der Toten“ von Ian Rankin in das vergangene Jahr und nicht in dieses Jahr.


Oh weh

März 14, 2008

Das ist ein ausgezeichnet Beispiel für mein Bevorzugen von US-amerikanischer und englischer Krimiware gegenüber deutscher:

 

STARK

Sie standen Wilson nahe?

 

ZINGER (Investmentberater)

Was heißt nah? Wir hatten beruflich miteinander zu tun. Als er nach Berlin kam haben wir uns kennen gelernt – und angefreundet. Ja.

 

RITTER

Was heißt beruflich?

 

ZINGER

Ted ist die Nr. 1 einer internationalen Kapitalanlagegesellschaft, Blue Mountain Invest, die auch hier in Berlin aktiv ist.

 

RITTER

Und was treibt Blue Mountain Invest so in Berlin?

 

ZINGER

Wir bereiten eine Übernahme vor.

 

STARK

Was heißt „wir“? Arbeiten Sie denn auch für diese Gesellschaft?

 

ZINGER

Nicht direkt. Ich bin Scout.

 

RITTER

Das müssen Sie mir mal erklären.

 

ZINGER

Also, ein Scout nimmt Firmen unter die Lupe. Analysiert deren wirtschaftliche Situation. Und wenn er eine Firma findet, die reif für eine Übernahme ist, dann bietet er sie einem Investmentfonds an. Hedge-Fonds oder Private Equity, wenn Sie davon schon mal gehört haben.

 

Ich würde jeden Satz dieses Auszuges aus dem Drehbuch von Hartmann Schmige für den neuen RBB-Tatort „Tod einer Heuschrecke“ mit den Kommissaren Till Ritter und Felix Stark ändern. Wenn ich allerdings während des Sehens mit dem Redigieren beschäftigt bin, kann ich nicht in den Film eintauchen.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Viele Thriller und etwas Hardcore

März 12, 2008

Über den Heyne-Verlag muss eigentlich nichts gesagt werden; – außer dass die Freunde des traditionellen britischen Krimis mit diesen Taschenbüchern wenig Freude haben werden. Horror-Fans, Thriller-Aficionados und Freunde der härteren Gangart werden dagegen nicht nur in der Hardcore-Reihe glänzend bedient.

 

April

Meg Gardiner: Schmerzlos (Ein Klassentreffen endet in einem Blutbad. Denn ein unbekannter will den Jahrgang auslöschen. Evan Delaney will wenigstens einige retten.)

Hugh Laurie: Bockmist (wenn ich’s richtig im erkenne, ist das die im Original 1996 erschienene Krimikomödie „The Gun Seller“ von „Dr. House“-Laurie.)

Ben Mezrich: 21 (eine wahre, jetzt verfilmte Geschichte über sechs Studenten, die in Las Vegas die Bank sprengen)

David Peace: 1980 (Habe ich bereits abgefeiert)

Charles Todd: Auf dünnem Eis (günstige Ausgabe zum Welttag des Buches)

 

Mai

Thomas Harris: Hannibal Rising

Thomas Harris: Die Hannibal-Lecter-Romane (Sammelband mit den ersten drei Hannibal-Romanen für einen Zehner. Wer sie noch nicht hat, sollte jetzt zuschlagen. „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“ sind wirklich gut.)

Charlie Huston: Blutrausch – Ein Joe-Pitt-Roman (Privatdetektiv Joe Pitt kloppt sich in New York mit rivalisierenden Vampirclans)

Daniel Kalla: Rage – Die Therapie (Diese Werbung hat etwas: „Für die Leser von John Katzenbach und Sebastian Fitzek.“ Mag stimmen, mag nicht stimmen. Aber dass Heyne in seinem Katalog auf Knaur-Autoren verweist, gehört wohl in die Kategorie „dumm gelaufen“)

Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science-Fiction-Jahr 2008 (Erstaunlich-erfreulich, dass der Heyne-Verlag jedes Jahr eine neue Ausgabe des Science-Fiction-Jahrbuchs mit Interviews, Hintergrundartikeln, wissenschaftlichen Artikeln, Buch-, Film- und Hörspielkritiken, druckt.)

Kyle Mills: Die letzte Mission (Die US-amerikanische Regierung ließ ihn im Stich. Jetzt soll er für sie wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer holen. Aber er hat andere Pläne. – Tja, mit Jack Bauer wäre das nicht passiert. – Ansonsten: Lee Child, Vince Flynn und Gayle Lynds blurben.)

Tom Piccirilli: Killzone (Der viermalige Bram-Stoker-Preisträger stößt in Thriller-Gefilde vor. Weil „Killzone“ in der Hardcore-Reihe erscheint, ist es nichts für sensible Geister.)

 

Juni

Max Barry: Logoland (Satirischer Thriller über die Globalisierung.)

David Ellis: In Gottes Namen (soll ein intelligenter Serienkillerroman in der Tradition von Se7en sein. Ellis erhielt für „Line of Vision“ 2002 einen Edgar.)

Baden Kenney: Skalpell Nr. 5 (Eine Anwältin und ein Rechtsmediziner jagen einen Mörder)

Frédéric Molay: Die siebte Frau (Ein Pariser Kommissar jagt einen Serienkiller, der jeden Tag eine bestialisch ermordete Frau abliefert. – In Frankreich stand der Thriller für die Fans von Karin Slaughter monatelang auf den Bestsellerlisten.)

Patrick Robinson: Jagd in der Tiefe (oder: das Militär rettet die Welt.)

 

Juli

Paul Cleave: Die Stunde des Todes (Deutsche Erstausgabe von „The Killing Hour“. Der erste Roman des Neuseeländers war für den Ned-Kelly-Award nominiert. In seinem zweiten Roman erzählt er die Geschichte von Charly. Die Polizei hält ihn für einen zweifachen Frauenmörder. Charly behauptet, die Morde habe Cyris begangen. Aber niemand kennt Cyris.)

Meg Gardiner: Vermisst (Evan Delaney will die Wahrheit über den angeblichen Selbstmord seines Vaters herausfinden. Denn es gibt keine Leiche.)

Sebastian Junger: Tod in Belmont (Hochgelobtes True-Crime-Buch über einen brutalen Frauenmord 1963 in einem Vorort von Boston. Junger schrieb auch „Der Sturm“.)

Jack Ketchum: Amokjagd (Der Krimi über einen Gattenmord mit ungeahnten Konsequenzen erscheint in der Hardcore-Reihe und deshalb für sensible Geister nicht geeignet.)

Robert Ludlum/Patrick Larkin: Das Moskau-Virus

Matt Richtel: Süchtig (Ein Journalist entgeht knapp einem Bombenanschlag. Auf der Jagd nach den Tätern führt ihn die Spur nach Silicon Valley.)

Jed Rubenfeld: Morddeutung (Sigmund Freud jagt 1909 in New York einen diabolischen Killer. Ausgezeichnet mit dem Britisch Book Award)

 

August

Massimo Carlotto: Arrivederci Amore, Ciao (wurde im vergangenen Jahr ziemlich abgefeiert.)

James Conan: Die Stadt der dunklen Herzen (Mörderjagd in Chicago 1893 kurz vor der Weltausstellung)

Dean Koontz: Todesregen (klingt nach einem Invastionsthriller: Silbriger Regen. Strom fällt aus. Die Sloans suchen ihre Freunde in einer Welt, die sich in ein geisterhaftes Labyrinth verwandelt hat.)

Richard Laymon: Der Keller (Horrorthriller)

Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde (mit Elijah Wood und John Hurt verfilmter Rätselkrimi über die Jagd nach einem Serienkiller in Oxford. Er soll mit mathematischer Logik zur Strecke gebracht werden.)

Joshua Spanogle: Makellos (Medizinthriller)

Charles Todd: Der Schatten des Teufels (Inspector Rutledge ermittelt)

Kim Young-ha: Im Reich der Lichter (Nach zwanzig Jahren wird der Spion Gi-yeong Kim reaktiviert. Er soll nach Pjöngjang zurückkommen.)

 

September

Martina Cole: Die Tochter (Der gefürchtetste Mann Londons will seine Tochter rächen. Eine Polizistin versucht das schlimmste zu verhindern. Aber als Mutter kann sie den Rächer verstehen und sie fühlt sich zu ihm hingezogen.)

Vince Flynn: Der Verrat (Mitch Rapp soll herausfinden, wer den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten umbringen will. – Eine kurze Meldung zu Flynn und seiner Rapp-Serie: die Filmrechte sind verkauft, es ist eine Spielfilmserie geplant und Autor und Produzenten blicken sehr optimistisch in die Zukunft.)

Chuck Hogan: Endspiele („Pulp Fiction als Literatur“ sagt Jeffery Deaver. Das klingt doch gut. Außerdem wurde der Thriller mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet.)

Stieg Larsson: Verdamnis (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bandes seiner Milkenium-Trilogie)

Alexander McCall Smith: Das Herz des fremden Toten (Miss Isabel Dalhousie will einem Psychologen helfen. Dieser leidet mit seinem neuen Herzen an seltsamen Visionen. – Ein Krimi mit Humor.)

 

Oktober

Paul Christopher: Das Rembrandt-Erbe (Zwei Erben finden auf einem gefälschten Rembrandt einen Hinweis auf einen verborgenen Schatz. Sie begeben sich auf Schatzsuche nach Borneo. Dummerweise haben sie noch einige Konkurrenten.)

Michael Connelly: Kalter Tod (Harry Bosch ermittelt wieder. „The Overlook“ war ursprünglich ein Fortsetzungsroman im New York Times Sunday Magazine und wurde von Connelly für die Buchausgabe erweitert.)

Joe Hill: Blind (Taschenbuch-Ausgabe des im vergangenen Jahr abgefeierten Debüts des Sohns von Stephen King.)

Dean Koontz: Intensity (Oregon: Ein psychopathischer Mörder wütet. Chyna wehrt sich und verwickelt ihn in ein mörderisches Spiel.)

Richard Laymon: Die Show (Heyne Hardcore: Drei Jugendliche wollen im Sommer 1963 eine Vampirshow sehen und erleben ihr blaues Wunder)

John Lescroart: Dünnes Eis (Justiz-Thriller)

Stephen Woodworth: Die Sprache des Blutes (Ein Mystery-Thriller aus dem Reich von CSI und Ghost Whisperer.)

 

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


Die Gumshoe-Nominierungen

März 11, 2008

Mystery Ink hat ihre Nominierungen für die besten Kriminalromane, die 2007 zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten publiziert wurden, veröffentlicht. Die Gewinner des diesjährigen Gumshoes Award werden am 21. April bekannt gegeben. 

Nominiert sind folgende Kriminalromane:

Bester Kriminalroman

James Lee Burke – Tin Roof Blowdown (Simon & Schuster)

John Connolly – The Unquiet (Atria)

Ariana Franklin – Mistress of the Art of Death (Putnam)

Charlie Huston – The Shotgun Rule (Ballantine)

Laura Lippman – What the Dead Know (William Morrow)

 

Bester Thriller

Lee Child – Bad Luck and Trouble (Delacorte)

Robert Crais – The Watchman (Simon & Schuster)

Joseph Finder – Power Play (St. Martin’s Press)

Michael Gruber – The Book of Air and Shadows (William Morrow)

Richard K. Morgan – Thirteen (Del Rey)

 

Bestes Debüt

Sean Chercover – Big City, Bad Blood (William Morrow)

Philip Hawley, Jr. – Stigma (Harper)

Lisa Lutz – The Spellman Files (Simon & Schuster)

Craig McDonald – Head Games (Bleak House Books)

Nick Stone – Mr. Clarinet (HarperCollins)

 

Eine schöne Liste bekannter Namen und oft besprochener Bücher. Einige, wie John Connolly, Charlie Huston, Lee Child und Joseph Finder, werden in den kommenden Monaten sicher auch in Deutschland veröffentlicht werden. Bei anderen – ich sage nur James Lee Burke und Robert Crais, vielleicht auch Sean Chercover – empfiehlt sich der Griff zum Original.


Jetzt das „Krimijahrbuch 2008“ bestellen

März 10, 2008

Watching the Detectives und Krimiblog haben es bereits gesagt: das „Krimijahrbuch 2008“ kann hier vorbestellt werden.

Wer es bis zum 30. März bestellt, muss nur 10 Euro bezahlen. Danach wird das wichtigste Sachbuch des Jahres (sag‘ ich als einer der Mitschreiber vollkommen unbescheiden) 12 Euro kosten.

Am Umfang hat sich, wie das gewohnt umfangreiche Inhaltsverzeichnis zeigt, allerdings nichts geändert.

Also: sofort vorbestellen – und gleich noch die anderen Krimijahrbücher mitbestellen.