TV-Tipp für den 4. Juli: The Menu

Juli 3, 2026

Vox, 22.40

The Menu (The Menu, USA 2022)

Regie: Mark Mylod

Drehbuch: Seth Reiss, Will Tracy

Der exzentrische Starkoch Slowik lädt auf eine abgelegene Insel zu einem Essen ein, das die von ihm ausgewählten Gäste niemals vergessen werden. Falls sie es überleben.

Surrealistische Satire, zusammengestellt aus exquisiten Zutaten, aber letztendlich etwas enttäuschend.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy, Nicholas Hoult, Hong Chau, Janet McTeer, Reed Birney, Judith Light, Paul Adelstein, Aimee Carrero, Arturo Castro, Rob Yang, Mark St. Cyr, John Leguizamo

Wiederholung: Sonntag, 27. Juli, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The Menu“

Metacritic über „The Menu“

Rotten Tomatoes über „The Menu“

Wikipedia über „The Menu“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mark Mylods „The Menu“ (The Menu, USA 2022)


Der Verfassungsschutz, eine „Gesinnungspolizei im Rechtsstaat?“

Juli 3, 2026

Diese Woche stellte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt den neuen Jahresbericht des Verfassungsschutzes vor.

Vor einigen Wochen war der Verfassungsschutz in aller Munde, weil Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Juryentscheidung ignorierte und eigenmächtig mehrere Buchhandlungen vom Erhalt des Deutschen Buchhandlungspreises ausschloss. Es gebe, so Weimer, Erkenntnisse des Verfassungsschutzes über die drei Buchhandlungen. Was genau könne er nicht sagen, weil er es selbst nicht wisse. Mit dem Preis werden kleine Buchhandlungen für ihr Programm auszeichnet.

Dazwischen las ich „Gesinnungspolizei im Rechtsstaat – Der Verfassungsschutz als Erfüllungsgehilfe der Politik“. Mathias Brodkorb, Gründer von „Endstation Rechts“, Ex-SPD-MdL, Bildungs- und später Finanzminister von Mecklenburg-Vorpommern und Cicero-Kolumnist, verdeutlicht an sechs Fallbeispielen, warum die Causa Buchhandlungspreis kein Einzelfall ist und was an der Arbeit des Verfassungsschutzes so problematisch ist, dass das selbsternannte „Frühwarnsystem Verfassungsschutz“ abgeschafft werden sollte.

Brodkorb konzentriert sich bei seiner Kritik auf zwei Fälle, bei denen die Überwachten zufällig von der Überwachung erfuhren. Es handelt sich um Rolf Gössner und Bodo Ramelow. Beide gehören zum linken politischen Spektrum, sind seit Jahrzehnten politisch aktiv, inzwischen hochgeachtete Demokraten, die den Staat niemals, vor allem nicht mit Gewalt, abschaffen wollten. Beide wurden viele Jahrzehnte überwacht. Was der Verfassungsschutz über sie aufgeschrieben hat, ist immer noch unbekannt.

In den anderen Fällen – die AfD, Götz Kubitschek und sein Institut für Staatspolitik in Schnellroda, den nach rechts abdriftenden Wissenschaftler Martin Wagener, Reichsbürger und Corona-Leugner – ist die Beobachtung in den jährlichen Verfassungsschutzberichten und weiteren Publikationen dokumentiert. Im Gegensatz zu den Fällen Gössner und Ramelow handelt es sich hier um aktuelle Fälle. 

Brodkorb nimmt sich im Verfassungsschutzbericht und anderen vom Verfassungsschutz veröffentlichten Dokumenten genannte verfassungsfeindliche Zitate der Beobachtungsobjekte vor und seziert sie – als reine Textanalyse. Es geht also darum, ob der Verfassungsschutz das Zitat richtig oder falsch zitiert und interpretiert. Ob er es so interpretiert, wie es zur vom Dienst vorgefassten Meinung passt. Brodkorb prangert dabei die Verwendung unklarer Begriffe an. Er weist darauf hin, dass bestimmte Worte auch von anderen Personen benutzt werden, der Verfassungsschutz sie bei diesen Personen aber nicht als verfassungsfeindlich brandmarke. Es könnte darum gehen, wann bestimmte Äußerungen ein ganz normaler Teil eines Diskurses sind und wann sie außerhalb dieses Diskurses stehen. Brodkorb neigt hier durchgängig zur Position, dass der Verfassungsschutz die Sätze mutwillig falsch interpretiere.

Das Problem bei dieser Argumentation ist, dass auf jeglichen Kontext verzichtet wird. Dabei ist der Kontext und auch ob bestimmte Worte und Sätze in bestimmten Szenen Signalworte sind, wichtig. Es ist auch wichtig zu wissen, innerhalb welcher Gedankengebäude argumentiert wird und was der Sprecher mit seinen Worten erreichen möchte.

Brodkorb beachtet auch nicht die Handlungen der Akteure, also ob sie Menschen bedrohen, Demonstrationen organisiere, Straftaten verüben oder sich weigern, Steuern zu bezahlen. 

Es gehe dem Verfassungsschutz immer nur darum, die Äußerungen bewusst falsch zu verstehen und die Sprecher als Verfassungsfeinde, die die Bundesrepublik Deutschland abschaffen wollen, zu diskreditieren.

Brodkorb klagt auch an, dass der Verfassungsschutz seine Begriffe, wie „Extremismus“ und „Volk“, verschieden verwendet und neue Kategorien, wie „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“, „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“, dazu kommen. Für Brodkorb sind diese neuen Kategorien keine Reaktion auf neue Phänomene, sondern ein weiteres Beispiel für die Willkür des Verfassungsschutzes. Das Amt führe die Kategorien ad hoc ein, um seine Arbeit zu rechtfertigen und sich neue Arbeit zu verschaffen. Das stimmt einerseits. Andererseits ist das Schaffen neuer Kategorien und auch das Verändern der Bedeutung bestimmter Kategorien ein Teil normaler wissenschaftlicher Arbeit. Oder anders gesagt: alles was er hier dem Verfassungsschutz vorwirft, kann er genausogut jedem Sozial- und Politikwissenschaftler vorwerfen.

Auf juristische Bedenken gegen den Verfassungsschutz geht er nicht ein. Er unterzieht auch nicht die gesamte Arbeit des Verfassungsschutzes einer Kritik. Dazu gehören, unter anderem, der Einsatz und Umgang mit V-Leuten, die jahrzehntelang einseitige Ausrichtung der Arbeit des Verfassungsschutzes (der Feind wurde vor allem links gesehen), die teilweise erstaunlich schlechte Arbeit des Dienstes, genannt sei hier beispielhaft die Beobachtung der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, und die Nicht-Erfüllung der Funktion als Frühwarnsystem. Vor bestimmten Gefahren warnte der Verfassungsschutz erst, nachdem schon alle Zeitungen darüber berichteten.

Gesinnungspolizei im Rechtsstaat?“ ist ein zwiespältiges Buch. Gut ist, das Brodkorb sich auf einen Aspekt und eine Methode konzentriert. Allerdings ist die Auswahl der Fallbeispiele merkwürdig. Die ausgewählten Zitate werden nicht kontextualisiert. Die gewählte Form der Kritik des Dienstes bleibt zu sehr in einem akademisch-luftleerem Raum. Mehr als einmal drängt sich der Gedanke auf, dass es Brodkorb weniger um eine fundierte Kritik des Verfassungsschutzes, sondern mehr um ein relativieren rechten Gedankengutes geht. 

Außerdem gibt es von Bürgerrechtlern, wie dem schon erwähnten Rolf Gössner, schon seit Jahren eine fundiertere Kritik an der weltweit einzigartigen Behörde.

Mathias Brodkorb: Gesinnungspolizei im Rechtsstaat? – Der Verfassungsschutz als Erfüllungsgehilfe der Politik: Sechs Fallstudien (Aktualisierte Ausgabe mit VS-Gutachten zur AfD)

Klampen Verlag, 2025 (erweiterte vierte Auflage)

272 Seiten

25 Euro

Hinweise

Perlentaucher über Mathias Brodkorb

Wikipedia über Mathias Brodkorb


TV-Tipp für den 3. Juli: Apocalypse Now – Final Cut

Juli 2, 2026

3sat, 22.00

Apocalypse Now – Final Cut (Apocalypse Now, USA 1979)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: John Milius, Francis Ford Coppola

LV: Joseph Conrad: Heart of Darkness, 1899 (Herz der Finsternis)

Während des Vietnamkrieges soll Captain Willard (Martin Sheen) Colonel Kurtz (Marlon Brando), der im Dschungel sein Reich errichtete, suchen und töten.

Klassiker. Heute im 2019 von Francis Ford Coppola erstellen „Final Cut“. Dafür wurde der Film digital restauriert (das Bild ist toll, aber auf der riesengroßen Kinoleinwand zeigen sich auch die Beschränkungen des Ausgangsmaterials) und er lief sogar im Kino.

Von der Länge liegt der dreistündige Final Cut zwischen der kürzeren 1979er Kinoversion und der längeren Redux-Fassung, die für mich die beste Fassung des Films ist. Danach kommt die Kinoversion (in der Fassung sah ich den Film zum ersten Mal). Der „Final Cut“ ist die schlechteste Fassung.

Meine – und jetzt wird es etwas kompliziert – Besprechung des Final Cut, der DVD/Blu-ray-Ausgabe des Final Cut und einer früheren, umfassenden Ausgabe des Film in der Kino- und Redux-Fassung.

mit Martin Sheen, Robert Duvall, Marlon Brando, Fred Forrest, Sam Bottoms, Albert Hall, Larry Fishburne, Dennis Hopper, Harrison Ford, G. D. Spradlin, Bill Graham

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Apocalypse Now“, „Apocalypse Now Redux“ und „Apocalypse Now – Final Cut“

Wikipedia über „Apocalypse Now“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleich der Kino- mit der „Redux“-Fassung

Schnittberichte: Vergleich der „Redux“-Fassung mit dem „Final Cut“

Awesome Film: Drehbuch „Apocalypse Now“ von John Milius (Fassung vom 3. Dezember 1975)

Meine Besprechung von Norbert Grob/Bern Kiefer/Ivo Ritzer (Herausgeber) „Mythos ‘Der Pate’ – Francis Ford Coppolas Godfather-Trilogie und der Gangsterfilm (Deep Focus 10)“ (2011)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now” (Apocalypse Now, USA 1979 – die “Full Disclosure”-Blu-ray)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now: The Final Cut“ (USA 1979/2019) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „The Outsiders: The complete Novel“ (The Outsiders, USA 1983/2005) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“ (Rumble Fish, USA 1983)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Twixt – Virginias Geheimnis“ (Twixt, USA 2011)

Meine Besprechung von Franics Ford Coppolas „Megalopolis“ (Megalopolis, USA 2024)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993) (der Comic-Version von Francis Ford Coppolas Film)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „The Piano Tuner“ auf kriminellen Abwegen

Juli 2, 2026

Natürlich hat Dustin Hoffman nicht die Hauptrolle in „The Piano Tuner“. Seine Rolle ist klein, aber wichtig und für den gesamten Film prägend. Außerdem ist es nach elf Jahren („The Program – Um jeden Preis“) endlich wieder ein Film mit Dustin Hoffman, der im Kino läuft und den man sich ohne schlechtes Gewissen und lange „Megalopolis“-Entschuldigungen ansehen kann.

The Piano Tuner“ ist das überaus gelungene Spielfilmdebüt von Daniel Roher. Von ihm ist der mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnete „Nawalny“ (Nawalny, USA 2022).

Im Mittelpunkt des Kriminalfilms steht Niki White (Leo Woodall). Er hat das absolute Gehör. Außerdem ist er extrem geräuschempfindlich. Er leidet er an einer Störung seines Hörsinns, die dazu führt, dass er alle Geräusche als extrem laut wahrnimmt. Deshalb trägt der Einzelgänger immer einen Kopfhörer. Inzwischen ist der frühere hochbegabte Pianist der Lehrling von Harry Horowitz (Dustin Hoffman). Harry führt in New York seit Ewigkeiten ein kleines Geschäft als Klavierstimmer. Inzwischen ist er in dem Alter, in dem er vergesslich wird und nur noch nach Gefühl hört, während er aus seinem Leben und seinen Begegnungen mit Jazz-Legenden erzählt. Eines Tages hat er einen Herzinfarkt. Während er im Krankenhaus liegt, türmen sich die Rechnungen für die Behandlung.

Ungefähr in dem Moment trifft Niki in einer Nobelvilla auf den in New Jersey residierenden halbseidenen Sicherheitsunternehmer Uri Stern (Lior Raz) und seine Männer. Uri erzählt Niki zwar etwas von einem Kundenauftrag, aber es ist offensichtlich, dass sie den Safe ausräumen wollen und von Niki beim Öffnen gestört wurden. Niki ist in der Villa, weil er das Klavier stimmen wollte, das er tagsüber bei den lauten Vorbereitungen für eine Feier nicht stimmen konnte. Er hatte gehofft, am Abend ungestört seine Arbeit erledigen zu können. Aber Uris Männer verursachen bei ihrem dilettantischem Versuch, den Safe zu öffnen, einen infernalischen Lärm.

Um seine Arbeit fortsetzen zu können, hilft er Uri. Er öffnet den Safe, indem er die Kombination erlauscht. In dem Moment erkennt Uri Nikis Talent, das ihm bei weiteren Diebstählen nützlich sein kann. Er bietet Niki weitere Aufträge an. Niki, der Harry und Harrys Frau beim Bezahlen der Rechnungen helfen will, nimmt an.

Zur gleichen Zeit verliebt er sich in die ehrgeizige Pianistin und Kompositionsstudentin Ruthie (Havana Rose Liu). Er lernte sie beim Stimmen eines Klaviers kennen.

Die Assoziation mit „Baby Driver“, über einen ähnlich geräuschempfindlichen und musikbegeisterten Fluchtwagenfahrer, trägt nicht länger als der Trailer. Regisseur Daniel Roher setzt in seinem „The Piano Tuner“ gänzlich andere Akzente. Er inszenierte kein brutales Gangsterthriller-Quasi-Musical, sondern eine atmosphärische Noir-Verbrechergeschichte, die deutlich mehr eine komplexe Charakterstudie als ein Thriller ist. Im Mittelpunkt steht Niki, der zufällig eine Gelegenheit zum scheinbar gefahrlosem Geldverdienen erhält, sich in eine Pianistin verliebt und in Teufels Küche gerät. Das ist eine klassische Noir-Geschichte, die in diesem Fall von der feinen Zeichnung der Figuren und ihres Lebens lebt.

Musikalisch unterlegt mit einem gelungenem Mix aus klassischen Jazzstücken, teils garniert mit Erinnerungen von Harry, und E-Musik erzählt Roher gelungen im Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Stil eine Kleine-Leute-Gangstergeschichte. Er zeigt auch ein New York, das wohltuend an das damalige New York erinnert und das es heute immer noch gibt.

The Piano Tuner (Tuner, USA 2025)

Regie: Daniel Roher

Drehbuch: Daniel Roher, Robert Ramsey

mit Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu, Lior Raz, Tovah Feldshuh, Jean Reno, Nissan Sakira, Gil Cohen, C.S. Lee, Herbie Hancock, Marius De Vries

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Piano Tuner“

Metacritic über „The Piano Tuner“

Rotten Tomatoes über „The Piano Tuner“

Wikipedia über „The Piano Tuner“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Daniel Rohers Dokumentarfilm „Nawalny“ (Nawalny, USA 2022) (u. a. ausgezeichnet mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm)


TV-Tipp für den 2. Juli: James Bond 007: Sag niemals nie

Juli 1, 2026

Vox, 22.30

James Bond 007: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Lorenzo Semple jr.

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

James Bond bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika. Dort kämpft er gegen den Schurken Largo, der zwei Atombomben klauen will.

Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.

„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.

mit Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Kim Basinger, Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey, Rowan Atkinson, Alec McCowen

Die Vorlage

Ian Fleming: Feuerball

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

Thunderball, 1961

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Sag niemals nie“

Wikipedia über „James Bond: Sag niemals nie“ (deutschenglisch)

zu James-Bond-Romanen

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond: Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: GoldenEye“ (GoldenEye, 1995)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: KALT“ (COLD, 1996)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

Meine Besprechung von Kim Sherwoods „Doppelt oder nichts“ (Double or nothing, 2022) (ein Spionageroman aus der Welt von James Bond)

zu James-Bond-Filmen

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

zu anderem James-Bond-Zeug

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

Meine Besprechung von Mark Salisburys „Being Bond: Daniel Craig – Ein Rückblick“ (Being Bond: A Daniel Craig Retrospective, 2024)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Minions & Monster“ in Hollywood

Juli 1, 2026

Über einige Umwege, die zu grotesk sind, um hier verraten zu werden, stolpern die Minions in eine Verfolgungsjagd in einem Hollywood-Stummfilmwestern. Die Aufnahme läuft vollkommen aus dem Ruder. Regisseur Max ist verzweifelt, aber die beiden Produzenten sind begeistert über den Auftritt dieser Agenten des Chaos. Und so beginnt in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Hollywood-Karriere der Minions. Treibende Kräfte bei den Minions sind die beiden filmbegeisterten Freunde James und Henry.

Mit dem Beginn des Tonfilms ist diese Karriere allerdings gefährdet. Sie verfallen auf die Idee, mit einem echten Monster einen Monsterfilm zu drehen. Der von ihnen mit der Hilfe eines Zauberbuchs befreite, verdächtig harmlos aussehende und agierende Goomi bietet ihnen seine Hilfe an. Er kenne gute auf einer einsamen Insel lebende Monster. Dabei verfolgt er sinistre Pläne.

Minions & Monster“ ist Pierre Coffins mit Zitaten und Anspielungen gespickte Liebeserklärung an das klassische Hollywood, den Stummfilm und den B-Picture-Monsterfilm. Während Cineasten in dem Moment einen „wer erkennt die meisten Anspielungen“-Wettbewerb starten, dürften vor allem Kinder die wenigsten Anspielungen erkennen und einordnen können. Für das Vergnügen ist das nicht schlimm, aber schade. Deshalb wäre bei der DVD/Blu-ray-Veröffentlichung ein entsprechender erklärender, auf alle Anspielungen eingehender Audiokommentar fantastisch. Dann wäre dieser Teil der Arbeit der Macher nicht vollkommen umsonst.

Am besten funktioniert der neueste Minions-Film, wenn er einfach nur Episoden aneinanderreiht, in denen die Minions Minions-Dinge tun; also voller Energie und gutem Willem und kindlicher Unschuld versuchen, etwas besonders gut zu machen und dabei ein veritables Chaos auslösen. Sie wollen einem Bösewicht helfen und werden durch ihre eigene Unfähigkeit zu Kräften des Guten. Wer da nicht beginnt, an göttliche Fügung zu glauben, muss an die heilende Kraft des eskalierenden Slapsticks glauben.

Coffin, der Erfinder der Minions und der Regisseur der ersten drei von vier „Ich – Einfach unverbesserlich“- und des ersten und dritten, also diesem „Minions“-Films, erzählt den gesamten Film durchgängig in hoher Geschwindigkeit. Das ist, weil es nur ein Erzähltempo gibt und, wenn es dann doch in der zweiten Filmhälfte so etwas wie eine Monster-Geschichte gibt, ermüdend. In dieser Hälfte fällt nämlich negativ auf, dass die Figuren arg eindimensional sind. Ihre Auftritte dienen weniger der Geschichte, sondern mehr einzelnen Gags. Nach dem Gag verschwinden sie aus der Geschichte. Manchmal tauchen sie wieder auf. Manchmal nicht.

Minions & Monster (Minions & Monster, USA 2026)

Regie: Pierre Coffin

Drehbuch: Brian Lynch, Pierre Coffin

mit (im Original den Stimmen von) Allison Janney, Christoph Waltz, Jeff Bridges, Jesse Eisenberg, Zoey Deutch, Bobby Moynihan, Phil LaMarr, Trey Parker, Pierre Coffin

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Pierre Coffin, Bill Kaulitz, Tom Kaulitz, Christoph Waltz, Alexandra Marisa Wilcke, Joachim Tennstedt, Alice Bauer, Tim Sander, Tilo Schmitz

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 6 Jahre (allerdings sollten Eltern prüfen, ob diese Slapstick-Komödie für ihre Kinder geeignet ist)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Minions & Monster“

Metacritic über „Minions & Monster“

Rotten Tomatoes über „Minions & Monster“

Wikipedia über „Minions & Monster“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kyle Balda/Brad Ableson (Co-Regie)/Jonathan del Vals (Co-Regie) „Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ (Minions: The Rise of Gru, USA 2022)

Meine Besprechung von Chris Renaud/Patrick Delages „Ich – Einfach unverbesserlich 4“ (Despicable Me 4, USA 2024)