Neu im Kino/Filmkritik: Stirb langsam, „Violent Night“

Dezember 1, 2022

Dieser Film ist vollkommen unrealistisch. Ein echter Weihnachtsmann, der innerhalb weniger Stunden auf der ganzen Welt Geschenke verteilt, hätte niemals die halbe Nacht gebraucht, um eine Geiselnahme zu beenden. Das hätte er innerhalb von Sekundenbruchteilen erledigt, die Geschenke an die lieben Kinder, die Rutenschläge an die bösen Kinder verteilt und schon wäre er auf dem Weg zum nächsten Haus gewesen.

Doch der Santa Claus (David Harbour) in Tommy Wirkolas brutaler Komödie „Violent Night“ braucht einen zweistündigen Spielfilm und den größten Teil der Nacht, um die Geiselnahme im Haus der Lightstones zu beenden. Die Lightstones sind eine stinkreiche Familie, deren Mitglieder sich abgrundtief verachten und hassen. Am Heiligabend versammeln sie sich im Haus ihrer Mutter. Gertrude Lightstone (Beverly D’Angelo) ist eine mit spitzen Bemerkungen und Schimpfworten um sich werfenden Patriarchin. Ein echtes Ekel eben. Ihre Tochter Alva (Edi Patterson) will nur die Erbschaft. Ihr neuer Freund ist der Schauspieler Morgan Steel (Cam Gigandet), der in unzähligen Actionfilmen den stahlharten Helden spielte. Im normalen Leben ist er ein Großmaul und Feigling. Alvas Sohn, noch ein Unsympath, ist vor allem mit seinem Telefon beschäftigt.

Gertrudes Sohn Jason (Alex Hassell) ist viel netter. Das verrät schon sein peinlicher Pullover. Außerdem erträgt er die Weihnachtsfeier, um seiner siebenjährigen Tochter Trudy (Leah Brady) eine Freude zu bereiten. Diese glaubt noch an den Weihnachtsmann und sie hat einen Weihnachtswunsch: ihre Eltern sollen wieder zusammen kommen. Ihre Mutter Linda (Alexis Louder), die ebenfalls mitgekommen ist, hält das für ausgeschlossen.

Diese Weihnachsfeier einer sich in Geldgier und Hass verbundenen Familie wird von einer Bande bewaffneter Verbrecher gestört. Angeführt werden sie von Ben (John Leguizamo), den alle Scrooge nennen dürfen. Sie wollen die im Keller des einsam gelegenen Anwesens in einem Safe gebunkerten 300 Millionen US-Dollar klauen.

In diese Situation stolpert Santa Claus. Er ist der wirkliche, echte wahrhaftige Weihnachtsmann und er hat schon seit Ewigkeiten keine Lust mehr auf die Arbeit. Er trinkt. Er flucht. Er kotzt. Und er ißt herumliegende Weihnachtskekse. Beim Abliefern der Geschenke bemerkt er die Verbrecher. Aber er will nichts unternehmen. Doch da bittet Trudy ihn, ihnen zu helfen. Weil Trudy auf der Liste der braven Kinder steht, beginnt er gegen die Bösewichter zu kämpfen.

Spätestens ab diesem Moment ist „Violent Night“ eine weitere „Stirb langsam“-Variante, die immer wieder überdeutlich an das bessere Vorbild erinnert, in dem der New Yorker Polizist John McClane in einem Hochhaus die Pläne einer Bande Geiselnehmer stört.

In Wirkolas Version ist alles deutlich brutaler, blutiger, goriger und derber im Humor. Die einzelnen Figuren sind erwartbar eindimensional. Aber die Schauspieler hatten erkennbar ihren Spaß. Die Story erschöpft sich in einer Abfolge von Witzen und Kämpfen.

Violent Night“ ist ein Comic, in dem mit Gewalt auf Gewalt reagiert wird und sie atemberaubend schnell, blutig und tödlich eskaliert. Wenn zwei Bösewichter in einer „Kevin – Allein zu Haus“-Szene böse malträtiert werden, sorgt das für garantierte Lacher.

Die Kämpfe, in denen Santa Claus Bösewichter tötet, sind ebenso brutal. Wobei Santa sich wie ein übergewichtiger Betrunkener (was er ist) blind in den Kampf stürzt und einfach alle Bösewichter tötet. Mit den Mitteln, die er gerade zur Hand hat von der Weihnachtbeleuchtung über Deko-Sterne bis hin zum Schädelschmetterer. Dabei unterscheidet Santa sich kaum von einem normalen Menschen. Diese Abwesenheit von irgendwelchen Superkräften (außer der Sache mit dem Kaminschacht) ist dann schon etwas enttäuschend. Denn„Violent Night“ hätte, mit wenigen notwendigen Änderungen im Text und bei den Kämpfen, genauso funktioniert, wenn Santa Claus nicht der echte Weihnachtsmann, sondern ein normal-falscher Weihnachtsmann gewesen wäre.

Mit zwei Stunden ist das Schlachtfest zu lang geraten. Vor allem in der Mitte, wenn Santa mit Trudy gefühlte Ewigkeiten am Walkie-Talkie Nettigkeiten austauscht und er sich an seine Vergangenheit erinnert, hätte gekürzt werden können zugunsten eines schneller eskalierenden Konflikts. Denn die Menschen, die sich diesen Weihnachtsfilm ansehen, wollen vor allem Blut und Gewalt, garniert mit in diesem Fall plattem Humor und einigen Anspielungen auf andere Filme, sehen. Die im Film vorhandenen Süßlichkeiten und Klischees über Weihnachten werden notgedrungen toleriert als Konzessionen an das Genre Weihnachtsfilm, das von „Violent Night“ letztendlich auch bedient wird.

In den kommenden Jahren könnte „Violent Night“, mangels Alternativen, zu einem immer wieder gern gesehenem Weihnachsfilm im kleinen Kino um die Ecke werden.

Violent Night (Violent Night, USA 2022)

Regie: Tommy Wirkola

Drehbuch: Pat Casey, Josh Miller

mit David Harbour, Beverly D’Angelo, John Leguizamo, Leah Brady, Alex Hassell, Alexis Louder, Cam Gigandet, Edi Patterson, Brendan Fletcher, Mike Dopud

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre („für Jugendliche ab 16 Jahren klar als überzeichnete Mischung aus Actionfilm und Weihnachtsfilm-Parodie erkennbar, die nichts mit der Lebensrealität zu tun hat“ [aus der Freigabe-Begründung])

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Violent Night“

Metacritic über „Violent Night“

Rotten Tomatoes über „Violent Night“

Wikipedia über „Violent Night“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (Hansel and Gretel: Witch Hunters, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „What happened to Monday?“ (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ (I onde dager, Norwegen 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Menu“ – es ist edel angerichtet

November 17, 2022

Die Karte sieht überaus prächtig aus. Die Zutaten und die gereichten Gerichte ebenso. Aber die Ausführung, vor allem das Finale, enttäuscht dann doch etwas.

Angerichtet wird das Menü von Sternekoch Slowik. Mit seinen Angestellten lebt er auf einer Insel. In dem auf der Insel liegendem Edelrestaurant bewirtet er nur wenige Gäste, die dafür einen auch nach Sterne-Niveau astronomisch hohen Preis zahlen.

Für diesen Abend hat Slowik sich ein besonderes Menü ausgedacht. Die an den sechs Tischen sitzenden zwölf Gäste sind sorgfältig ausgewählt. Die einzelnen Gänge des Menüs sind für jeden Gast speziell angerichtet. Sie berücksichtigen seinen Geschmack und sein Leben.

Zu den Gästen gehören ein älteres Ehepaar, das schon mehrmals Slowiks Essen genossen hat, drei unangenehm auffallende Executives einer High-Tech-Firma, ein snobistischer Schauspieler, der nach seiner Schauspielkarriere eine Reise-Food-Sendung moderiert, mit seiner an eine Kündigung denkenden Assistentin, eine aufgedonnerte Restaurantkritikerin mit ihrem Redakteur und ein junger Mann, der ein fanatischer Fan von Slowik und seinem Essen ist. Dieser Foodie, der stundenlang über Essen reden kann, sorgt schon beim Empfang für die erste Irritation im sorgfältig geplanten Ablauf. Er hat nicht seine namentlich angekündigte Freundin, sondern eine Escort-Dame mitgebracht. Für sie ist Essen keine hohe Kunst, sondern schnöde Nahrungsaufnahme. Aber wenn ihr Kunde sie mitnehmen und ihr ihr Essen bezahlen will, dann begleitet sie ihn.

Vor dem Essen zeigt ihnen Slowiks Assistentin die Gärten und die Schlafbaracken des Personals. Den allseits bewunderten und verehrten Slowik sehen sie zum ersten Mal im Restaurant. Dort tritt er als Küchenmeister auf, der gerne laut in die Hände klatscht und ihnen befiehlt, das Essen zu genießen. Das Fotografieren des Essens verbietet er ihnen.

Der Foodie tut es trotzdem (Hey, warum haben Slowiks Leute am Eingang nicht die Handys eingesammelt?). Slowik äußerst sein Mißfallen so nachdrücklich, dass der Essensfotograf eingeschüchtert auf weitere Bilder verzichtet.

Das ist allerdings nur der erste Gang von einem Essen, das mit jedem Gang weiter eskaliert. Der diabolische Küchenmeister hat jedes einzelne Gericht für eine bestimmten Gast komponiert hat. Er kennt die Geheimnisse seiner Gäste, wie Betrug und Ehebruch. Und er verewigt sie in seinen Gerichten.

Außerdem soll der heutige Abend ein besonderer, ein einmaliger, für alle unvergesslicher Abend werden.

Natürlich ist „The Menu“, geschrieben von Seth Reiss und Will Tracy, inszeniert von Mark Mylod, kein realistischer Film, der auch nur im entferntesten ein auch nur halbwegs reales Abendessen nacherzählt. Spätestens nachdem einem Gast ein Finger abgetrennt wird, ist das offensichtlich. „The Menu“ ist eine surrealistische Satire. Das Menü ist nur der Anlass, um etwas über die Gesellschaft zu sagen.

Trotzdem, oder gerade deswegen, fällt spätestens beim Hauptgang auf, dass bei diesem letzten Menü eine wichtige Zutat fehlt.

Denn alle Figuren bleiben leere Schablonen, über die wir kaum etwas erfahren und das, was wir erfahren, erklärt nicht, warum Slowik gerade sie für diesen Abend auserwählte. Sie sind keine Agatha-Christie-Rätselkrimi-Gesellschaft, in der jeder einen guten Grund hat, den Mord zu begehen, sondern eindimensionale Platzhalter für Gäste, die an jedem Abend in jedem Restaurant auftauchen. Natürlich ist ein fanatischer Fan nervig. Aber hat er deshalb den Tod verdient? Das gleiche gilt für einen vermögenden Gast, der nur deshalb in diesem Restaurant isst, weil er es sich leisten kann. Entsprechend rätselhaft und grotesk ist das Missverhältnis von der Bedeutungslosigkeit der Gäste und Slowiks Wunsch, sich an ihnen zu rächen.

Auch Slowik ist nur ein Platzhalter, der gut in die Hände klatschen und fies grinsen kann. Ralph Fiennes freut sich erkennbar, diesen kalten, perfektionistischen Koch zu spielen.

Am Ende ist „The Menu“ eine Übung in Stil über Substanz. Oder, kulinarisch gesagt: sieht gut aus, macht nicht satt.

The Menu (The Menu, USA 2022)

Regie: Mark Mylod

Drehbuch: Seth Reiss, Will Tracy

mit Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy, Nicholas Hoult, Hong Chau, Janet McTeer, Reed Birney, Judith Light, Paul Adelstein, Aimee Carrero, Arturo Castro, Rob Yang, Mark St. Cyr, John Leguizamo

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Menu“

Metacritic über „The Menu“

Rotten Tomatoes über „The Menu“

Wikipedia über „The Menu“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Juli: Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!

Juli 28, 2022

ZDFneo, 20.15

Kiss the Cook – So schmeckt das Leben! (Chef, USA 2014)

Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Jon Favreau

Nachdem Starkoch Carl (Jon Favreau) gefeuert wird, macht er sich mit seinem elfjährigem Sohn und seinem Sous-Chef in einem Imbisswagen auf den Weg von Miami quer durch die Südstaaten zurück nach Los Angeles.

„Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Nur hungrig sollte man nicht sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.

Wiederholung: Samstag, 30. Juli, 04.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Kiss the Cook“

Metacritic über „Kiss the Cook“

Rotten Tomatoes über „Kiss the Cook“

Wikipedia über „Kiss the Cook“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)

Meine Besprechung von Jon Favreaus “Kiss the Cook – So schmeckt das Leben” (Chef, USA 2014)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „The Jungle Book (The Jungle Book USA 2016)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Der König der Löwen“ (The Lion King, USA 2019)


TV-Tipp für den 31. Mai: Der Mandant

Mai 30, 2022

Nitro, 23.05

Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Regie: Brad Furman

Drehbuch: John Romano

LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)

Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.

Rundum geglückte Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere einen gewaltigen Schub in Richtung interessanter Projekte gab.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.

mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mandant“

Wikipedia über „Der Mandant“ (deutsch, englisch)

Michael Connelly unterhält sich mit Matthew McConaughey über den Film

Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Brad Furmans „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Meine Besprechung von Brad Furmans „The Infiltrator“ (The Infiltrator, Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 12. Januar: Air Force One/Einsame Entscheidung

Januar 11, 2022

So eine Flugreise…

Kabel 1, 20.15

Air Force One (Air Force One, USA 1997)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals. Denn inzwischen ist er anscheinend im Ruhestand.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Donnerstag, 13. Januar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

Kabel 1, 22.50

Einsame Entscheidung (Executive Decision, USA 1996)

Regie: Stuart Baird

Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas

Terroristen entführen eine Boing 747. Das Militär schleust eine Spezialeinheit, die von dem Antiterrorexperten Dr. David Grant (Kurt Russell) begleitet wird, in das Flugzeug. Dummerweise stirbt dabei deren Chef (Steven Seagal!) und der Zivilist Grant muss jetzt, bevor der Jumbo abgeschossen wird, im Alleingang die Terroristen besiegen und die Passagiere retten.

Der flotte Thriller ist das Regiedebüt von Stuart Baird, der vor allem als Editor bekannt ist. Zum Beispiel für die James-Bond-Filme „Casino Royale“ und „Skyfall“.

mit Kurt Russell, Steven Seagal, Halle Berry, John Leguizamo, Oliver Platt, David Suchet, Joe Morton, BD Wong, J. T. Walsh, Jon Huertas (sein Spielfilmdebüt, als Terrorist)

Wiederholung: Donnerstag, 13. Januar, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Einsame Entscheidung“

Wikipedia über „Einsame Entscheidung“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. März: John Wick

März 27, 2021

Pro7, 22.55

John Wick (John Wick, USA 2014)

Regie: Chad Stahelski, David Leitch (ungenannt)

Drehbuch: Derek Kolstad

Als der missratene Sohn eines Mafiosos den Hund von John Wick tötet, packt der Ex-Killer John Wick seine eingelagerten Waffen wieder aus.

Actionfilm der wegen seines Stils und seiner furiosen Actionszenen begeistert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe, Dean Winters, Adrianne Palicki, Omer Barnea, Toby Leonard Moore, Daniel Bernhardt, Bridget Moynahan, John Leguizamo, Ian McShane

Wiederholung: Freitag, 2. April, 22.45 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „John Wick“

Metacritic über „John Wick“

Rotten Tomatoes über „John Wick“

Wikipedia über „John Wick“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick“ (John Wick, USA 2014)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick: Kapitel 2“ (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick: Kapitel 3“ (John Wick: Chapter 3 – Parabellum, USA 2019) und der Blu-ray


TV-Tipp für den 19. August (+ Buchtipp): Der Mandant

August 18, 2020

Nitro, 20.15
Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)
Regie: Brad Furman
Drehbuch: John Romano
LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)
Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.
Rundum geglückte Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere einen gewaltigen Schub in Richtung interessanter Projekte gab.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.
mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

Lektürehinweis

Zuletzt von Michael Connelly auf Deutsch erschienen:

Auf eigene Faust ermittelt die in die Nachtschicht verbannte LAPD-Ermittlerin Renée Ballard in zwei Fällen. In dem einen wurde eine junge Frau halbtot auf dem Santa Monica Boulevard gefunden. In dem anderen erschoss ein Mann in einem Promi-Club fünf Menschen.

In ihren nächsten beiden, in den USA bereits erschienen Fällen ermittelt Ballard zusammen mit ihrem Kollegen Harry Bosch. Und einmal taucht auch Michael Haller auf. Die Großstadt ist halt doch nur ein Dorf mit vielen Menschen.

Michael Connelly: Late Show – Renée Ballard: Ihr erster Fall

(übersetzt von Sepp Leeb)

Kampa, 2020

432 Seiten

19,90 Euro

Originalausgabe

Late Show

Little, Brown and Company, 2017

 

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mandant“

Wikipedia über „Der Mandant“ (deutsch, englisch)

Michael Connelly unterhält sich mit Matthew McConaughey über den Film

Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Brad Furmans „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Meine Besprechung von Brad Furmans „The Infiltrator“ (The Infiltrator, Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 2. Juli: American Ultra

Juli 1, 2020

Vox, 22.15

American Ultra (American Ultra, USA 2015)

Regie: Nima Nourizadeh

Drehbuch: Max Landis

Mike lebt dauerbekifft und wunschlos glücklich mit seiner Freundin Phoebe in einer Kleinstadt. Das friedliche Leben endet, als eine Frau wirres Zeug zu ihm sagt und zwei Männer an seinem Auto herumfummeln. Mit der Hilfe von einem Kaffeebecher und einem Plastiklöffel bringt er sie um. Kurz darauf wimmelt es in der Kleinstadt von schießwütigen CIA-Agenten, die Mike aufgrund seiner Vergangenheit als gemeingefährliche Killermaschine umbringen wollen. Aber Mike hat nichts verlernt und einiges neues gelernt.

Herrlich abgefahrene, brutal durchgeknallte Kiffer-Actionkomödie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Topher Grace, Connie Britton, Walton Goggins, John Leguizamo, Bill Pullman, Tony Hale, Stuart Greer

Hinweise
Moviepilot über „American Ultra“
Metacritic über „American Ultra“
Rotten Tomatoes über „American Ultra“
Wikipedia über „American Ultra“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Nima Nourizadeh „American Ultra“ (American Ultra, USA 2015)


TV-Tipp für den 21. März: Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!

März 20, 2020

ZDFneo, 20.15

Kiss the Cook – So schmeckt das Leben! (Chef, USA 2014)

Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Jon Favreau

Nachdem Starkoch Carl (Jon Favreau) gefeuert wird, macht er sich mit seinem elfjährigem Sohn und seinem Sous-Chef in einem Imbisswagen auf den Weg von Miami quer durch die Südstaaten zurück nach Los Angeles.

Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Nur hungrig sollte man nicht sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.

Hinweise

Moviepilot über „Kiss the Cook“

Metacritic über „Kiss the Cook“

Rotten Tomatoes über „Kiss the Cook“

Wikipedia über „Kiss the Cook“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)

Meine Besprechung von Jon Favreaus “Kiss the Cook – So schmeckt das Leben” (Chef, USA 2014)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „The Jungle Book (The Jungle Book USA 2016)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Der König der Löwen“ (The Lion King, USA 2019)


TV-Tipp für den 4. Juni: Der Mandant

Juni 3, 2019

Nitro, 20.15
Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)
Regie: Brad Furman
Drehbuch: John Romano
LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)
Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.
Rundum geglückte Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere auf spannende Bahnen lenkte.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.
mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

Wiederholung: Mittwoch, 5. Juni, 22.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mandant“

Wikipedia über „Der Mandant“ (deutsch, englisch)

Michael Connelly unterhält sich mit Matthew McConaughey über den Film

Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Brad Furmans „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Meine Besprechung von Brad Furmans „The Infiltrator“ (The Infiltrator, Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 19. Mai: John Wick: Kapitel 2

Mai 19, 2019

Wenige Tage bevor John Wick wieder im Kino kämpft (Jubelarie zum Filmstart), gibt es heute den zweiten John-Wick-Actionkracher. So als Vorbereitung.

RTL, 23.00

John Wick: Kapitel 2 (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

Regie: Chad Stahelski

Drehbuch: Derek Kolstad

Der Kampf geht weiter. Wir erfahren mehr über John Wicks Welt. Es gibt mehr Kämpfe und Tote – und am Ende von „Kapitel 2“ läuft John Wick um sein Leben.

John Wick: Kapitel 3“ schließt am 23. Mai im Kino nahtlos daran an.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Keanu Reeves, Riccardo Scamarcio, Ian McShane, Ruby Rose, Common, Claudia Gerini, Lance Reddick, Laurence Fishburne, John Leguizamo, Bridget Moynahan, Franco Nero, Peter Stormare

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „John Wick: Kapitel 2“

Metacritic über „John Wick: Kapitel 2“

Rotten Tomatoes über „John Wick: Kapitel 2“

Wikipedia über „John Wick: Kapitel 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chad Staheskis „John Wick“ (John Wick, USA 2014)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick: Kapitel 2“ (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

 

 


TV-Tipp für den 18. Mai: John Wick

Mai 17, 2019

Wenige Tage bevor John Wick wieder im Kino kämpft (Jubelarie zum Filmstart), gibt es heute und morgen die ersten beiden John-Wick-Filme. So als Vorbereitung.

Pro7, 22.30

John Wick (John Wick, USA 2014)

Regie: Chad Stahelski, David Leitch (ungenannt)

Drehbuch: Derek Kolstad

Als der missratene Sohn eines Mafiosos den Hund von John Wick tötet, packt der Ex-Killer John Wick seine eingelagerten Waffen wieder aus.

Actionfilm der wegen seines Stils und seiner furiosen Actionszenen begeistert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe, Dean Winters, Adrianne Palicki, Omer Barnea, Toby Leonard Moore, Daniel Bernhardt, Bridget Moynahan, John Leguizamo, Ian McShane

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Moviepilot über „John Wick“

Metacritic über „John Wick“

Rotten Tomatoes über „John Wick“

Wikipedia über „John Wick“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick“ (John Wick, USA 2014)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick: Kapitel 2“ (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

Der Trailer für den dritten John-Wick-Film


TV-Tipp für den 29. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 28, 2019

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Mittwoch, 30. Januar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch


TV-Tipp für den 23. März: American Ultra

März 23, 2018

RTL II, 22.50

American Ultra (American Ultra, USA 2015)

Regie: Nima Nourizadeh

Drehbuch: Max Landis

Mike lebt dauerbekifft und wunschlos glücklich mit seiner Freundin Phoebe in einer Kleinstadt. Das friedliche Leben endet, als eine Frau wirres Zeug zu ihm sagt und zwei Männer an seinem Auto herumfummeln. Mit der Hilfe von einem Kaffeebecher und einem Plastiklöffel bringt er sie um. Kurz darauf wimmelt es in der Kleinstadt von schießwütigen CIA-Agenten, die Mike aufgrund seiner Vergangenheit als gemeingefährliche Killermaschine umbringen wollen. Aber Mike hat nichts verlernt und einiges neues gelernt.

Herrlich abgefahrene, brutal durchgeknallte Kiffer-Actionkomödie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Topher Grace, Connie Britton, Walton Goggins, John Leguizamo, Bill Pullman, Tony Hale, Stuart Greer

Wiederholung: Samstag, 24. März, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „American Ultra“
Moviepilot über „American Ultra“
Metacritic über „American Ultra“
Rotten Tomatoes über „American Ultra“
Wikipedia über „American Ultra“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Nima Nourizadeh „American Ultra“ (American Ultra, USA 2015)


TV-Tipp für den 30. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 30, 2018

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme. Der vierte „The Purge“-Film „The Island“ ist für den 4. Juli 2018 (US-Premiere) angekündigt.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Donnerstag, 1. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch


DVD-Kritik: „John Wick: Kapitel 2“: Viele Leichen, Regeln und die Ehre unter Dieben

Juli 3, 2017

Vor drei Jahren war „John Wick“ ein Überraschungserfolg mit einem offenem Ende. Man konnte darüber diskutieren, ob er überlebt oder stirbt.

Er überlebte und in den ersten Minuten von „John Wick: Kapitel 2“ erledigt er einige weitere Schergen von Abram Tarasov und Tarasov. Sein Sohn hat in „John Wick“ Wicks Hund getötet und seinen 1969er Ford Mustang March 1 gestohlen. Wick, ein sich im Ruhestand befindender Über-Profikiller, begab sich auf eine Rachemission.

Jetzt, nachdem sie erledigt ist, will er endgültig seinen Ruhestand genießen. Deshalb lehnt er auch den mit einer Schuldmünze (Marker im Original) bekärftigten Auftrag von Santino D’Antonio ab. Dabei ist Wick durch den Kodex der Profikillervereinigung, zu der er gehört, verpflichtet, den Auftrag anzunehmen. Und hier kommen wir zu einem Problem des Films: John Wick muss sich mehrmals vollkommen unlogisch verhalten. Jedenfalls solange man ihm keinen verkappten Todeswunsch unterstellt. Das geschieht am Ende des Films, wenn das dritte Kapitel vorbereitet wird, wieder. Denn wieder verstößt er bewusst gegen eine der fundamentalen Regeln des Ordens. Und wieder muss der intelligente Killer sich unglaublich dumm verhalten.

Nachdem Wick den D’Antonios Auftrag ablehnt, zerstört dieser Wicks Haus. Angesichts der nach den Ordensregeln möglichen Bestrafung (D’Antonio dürfte Wick töten) ist das eine sehr milde Strafe. Der Obdachlose Wick übernimmt dann den Auftrag und fliegt nach Rom, um D’Antonios Schwester Gianna zu töten.

Sie nimmt ihm durch einen Suizid die Arbeit ab. Dennoch tötet er sie mit einem Kopfschuss (keine Ahnung warum) und, schon in Rom, kämpft er gegen D’Antonios Schergen, die ihn töten wollen.

Zurück in New York eskaliert der Kampf.

In „John Wick: Kapitel 2“, wieder geschrieben von David Kolstad und inszeniert von Chad Stahelski, einem Stuntman und Second Unit Director (zuletzt „Captain America: Civil War“), ist alles eine Spur größer als in „John Wick“. In diesem Fall gibt es einen willkommen Ausflug nach Rom und etliche Action-Set-Pieces in großen Locations mit vielen Statisten. Die schon im ersten Film etablierte Welt von John Wick wird liebevoll um einige weitere Details ergänzt. Es ist die Welt von Geheimgesellschaften, Verbindungen und Organisationen, die sich an ein jahrhundertelanges Regelwerk halten und so nur in Pulp-Romanen oder Comics existieren. Auch der Bildaufbau (Kamera: Dan Laustsen [„Crimson Peak“]) orientiert sich immer wieder gelungen an Comic-Panels. Im Finale wird auch die legendäre Spiegelkabinett-Szene aus dem Noir-Klassiker „Die Lady von Shanghai“ gelungen zitiert.

Und, wie im ersten Film gibt es etliche Actionszenen, in denen man die Stuntmänner bei der Arbeit beobachten kann. Neben den üblichen Kämpfen mit Fäusten, Messern, Schusswaffen und Autos gibt es, in Rom, auch einen langen Kampf, in dem John Wick und sein Gegner miteinander kämpfend eine Steintreppe hinunterrollen. Staheski inszeniert die Actionszenen wieder mit wenigen Schnitten.

Insgesamt ist „John Wick: Kapitel 2“ eine gute Fortsetzung, die mit einigen Storyschwächen (wenn Wick gegen die Regeln des Ordens der Auftragskiller verstößt) zu kämpfen hat. Aber die Action und die prägnanten Auftritte von bekannten Schauspielern, wie, dieses Mal, Franco Nero und Laurence Fishburne, reißt es dann heraus.

Ein drittes „John Wick“-Kapitel ist angesichts der positiven Resonanz und des überzeugenden Einspiels schon beschlossen. Es ist nur unklar, wann die Dreharbeiten beginnen.

Das Bonusmaterial der DVD besteht aus einem Audiokommentar von Chad Stahelski und Keanu Reeves und zwei Featurettes, die es auf insgesamt knapp neun Minuten Laufzeit bringen. Für die Blu-ray sind über siebzig Minuten Bonusmaterial angekündigt.

John Wick: Kapitel 2 (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

Regie: Chad Stahelski

Drehbuch: Derek Kolstad

mit Keanu Reeves, Riccardo Scamarcio, Ian McShane, Ruby Rose, Common, Claudia Gerini, Lance Reddick, Laurence Fishburne, John Leguizamo, Bridget Moynahan, Franco Nero, Peter Stormare

DVD

Concorde Home Entertainment

Bild: 2,39:1 816:9)

Ton: Deutsch (Doly Digital 5.1, Dolby Digital 2.0, DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Audiokommentar von Keanu Reeves und Regisseur Chad Stahelski, RetroWick: Der unerwartete Erfolg von „John Wick“ (Featurette), Die Verbrecherwelt des John Wick (Featurette), Deutscher und Original-Kinotrailer

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „John Wick: Kapitel 2“

Metacritic über „John Wick: Kapitel 2“

Rotten Tomatoes über „John Wick: Kapitel 2“

Wikipedia über „John Wick: Kapitel 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chad Staheskis „John Wick“ (John Wick, USA 2014)


TV-Tipp für den 12. Februar: Der Mandant

Februar 12, 2017

RTL II, 20.15
Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)
Regie: Brad Furman
Drehbuch: John Romano
LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)
Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.
Heute ist die TV-Premiere der rundum geglückten Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere auf spannende Bahnen lenkte.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.
mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

Wiederholung: Montag, 13. Februar, o1.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mandant“

Rotten Tomatoes über „Der Mandant“

Michael Connelly unterhält sich mit Matthew McConaughey über den Film

Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Brad Furmans „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Meine Besprechung von Brad Furmans „The Infiltrator“ (The Infiltrator, Großbritannien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Infiltrator“ – eine wahre Geschichte aus dem Kampf gegen Drogenhändler und Geldwäscher

September 30, 2016

Florida, achtziger Jahre: Drogen aus Südamerika überfluten das Land. Brian De Palma in „Scarface“ und Michael Mann in der TV-Serie „Miami Vice“ zeichneten, neben etlichen Krimiautoren, in Echtzeit ein Sittengemälde dieses Krieges.

Robert ‚Bob‘ Mazur war als U.S. Customs Special Agent an vorderster Front dabei. 2009 veröffentlichte er unter dem Titel „The Infiltrator“ seine Erinnerungen.

Jetzt verfilmte Brad Furman („The Lincoln Lawyer“) Mazurs Biographie, die unbestritten das Potential für einen spannenden Kinoabend hat, in dem alles drin ist, was man von einem sich für sonniger Kulisse entfaltendem Drogenthriller erwartet. Vor allem wenn es um einen langjährigen Undercover-Einsatz geht, in dem Robert Mazur als Geldwäscher Robert Musella die Spur des Drogengeldes verfolgt. Dabei geraten neben den Kartellbuchhaltern auch mehrere Repräsentanten der global tätige Bank of Credit and Commerce International (BCCI) in den Fokus der Ermittlungen des Zollfahnders.

Und trotzdem enttäuscht „The Infiltrator“.

Das liegt nicht daran, dass Furman sich einige dramaturgische Freiheiten nimmt. Das ist immer so und fällt nur denen auf, die Mazurs Buch kennen oder sich vor dem Kinobesuch ausführlich mit den wahren Ereignissen beschäftigen.

Ein großes Problem ist allerdings, auch ohne die Fakten zu kennen, das Alter der beiden Hauptdarsteller Bryan Cranston und Diane Kruger. Sie sind zu alt für ihre Rollen. So spielt der sechzigjährige Cranston den damals 36- bis 38-jährigen Mazur. Die vierzigjährige Kruger spielt eine unerfahrene Polizistin, die während ihres ersten Undercover-Einsatzes Mazurs Verlobte spielen soll.

Aber auch darüber – immerhin überzeugen sie schauspielerisch – könnte man hinwegsehen, wenn Furman wenigstens konsequent die offensichtlichen Themen eines Gangsterthrillers behandeln würde.

Denn selbstverständlich geht es um Vertrauen,Misstrauen und auch die Faszination der Gefahr und des großen Geldes für den kleinen Polizisten. Lässt Mazur sich korrumpieren? Verrät er seine Gangsterfreunde? Was empfindet er dabei? Wie geht er mit Vertrauens- und Loyalitätskonflikten um? Und, im Fall von Mazur, der glücklich verheirateter Vater zweier Kinder ist, geht es natürlich auch um die Frage, wie seine Arbeit sein Familienleben beeinflusst.

Das alles wird in „The Infiltrator“ angesprochen. Auch weil man eine solche Geschichte nicht erzählen kann, ohne diese Themen anzusprechen. Aber Furman gelingt es nie, auch nur einen Funken Spannung oder Interesse an den Charakteren zu wecken. Mazur (der den Film mitproduzierte) wird als glücklicher und zufriedener Familienmensch porträtiert, der als ehrlicher, vertrauenswürdiger und zuverlässiger Beamter seine Arbeit erledigt. Und ob er als Beamter jetzt ohne irgendeinen Gewissenskonflikt Akten sortiert oder etwas anderes tut, ist egal. Auch weil er sich auf die finanzielle Seite des Drogengeschäfts konzentriert. Er fliegt nicht nach Südamerika, um Drogen einzukaufen, sondern er erschleicht die Freundschaft von Bankern und Buchhaltern. Bei den zahlreichen Transaktionen geht es um Geld und Bankkonten. Das gekaufte und verkaufte Produkt ist nebensächlich. Die Gefahr einer Enttarnung von Mazur und seiner Kollegin Kathy Ertz eher behauptet, als wirklich spürbar.

Gleichzeitig wird in dem Film vieles in Nebensätzen angesprochen, aber nicht weiter verfolgt. Dabei würde man, weil es angesprochen wird, gerne mehr über die Geschäfte des Geheimdienstes in Südamerika (siehe die Iran-Contra-Affäre) und das Medellin-Kartell erfahren. Aber Pablo Escobar, der in den ersten Minuten auf einer Schautafel als Kopf der Drogenmafia gezeigt wird (was für den kundigen Zuschauer heißt: der Mann wird die nächsten neunzig Minuten gejagt und am Ende zur Strecke gebracht), wird während des Films immer wieder erwähnt, aber persönlich taucht er nur einmal für den Bruchteil einer Sekunde am Bildrand auf. Escobar ist in „The Infiltrator“ nur der anonym bleibende Kopf einer Firma, während die Ermittlungen sich auf einen seiner mehr oder weniger wichtigen Angestellten konzentrieren.

Denn in dem Film und der in ihm gezeigten Operation C-Chase (wird der Name überhaupt vor dem Abspann erwähnt?) geht es, ausgehend von dem Kampf gegen die Drogenimporteure und das Medellin-Kartel, um die Geldwäscher der Drogenkartelle und um die darin involvierte Bank of Credit and Commerce International (BCCI), die neben Drogenhändlern auch andere nicht weniger unseriöse Kunden hatte.

Letztendlich erfährt man in „The Infiltrator“ nichts, was man nicht schon in der Noir-Serie „Miami Vice“ gesehen hat. Oder zuletzt, wesentlich vergnüglicher, in der Siebziger-Jahre-Gaunerkomödie „American Hustle“.

the-infiltrator-plakat

The Infiltrator (The Infiltrator, Großbritannien 2016)

Regie: Brad Furman

Drehbuch: Ellen Brown Furman

LV: Robert Mazur: The Infiltrator, 2009

mit Bryan Cranston, Diane Kruger, John Leguizamo, Benjamin Bratt, Yul Vazquez, Juliet Aubrey, Elena Anaya, Amy Ryan, Olympia Dukakis, Rubén Ochandiano, Simón Andreu, Joseph Gilgun, Daniel Mays

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Infiltrator“

Metacritic über „The Infiltrator“

Rotten Tomatoes über „The Infiltrator“

Wikipedia über „The Infiltrator“

History vs. Hollywood über „The Infiltrator“

Meine Besprechung von Brad Furmans „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Meine Besprechung von Brad Furmans „Runner Runner“ (Runner Runner, USA 2013)

Buchtipp

Narconomics von Tom Wainwright

Einerseits hat das gerade erschienene Buch nichts mit „The Infiltrator“ zu tun.

Andererseits erscheint es mir eine sehr gute Ergänzung zu dem Film zu sein. In „Narconomics – Ein Drogenkartell erfolgreich führen“ zeichnet „Economist“-Korrespondent Tom Wainwright die gesamte Wertschöpfungskette des illegalen Kokainhandels vom Anbau in den Anden bis zum Verkauf in westlichen Großstädten nach. Dabei betrachtet er den Drogenhandel als einen Markt – der dann auch mit entsprechenden Mitteln bekämpft werden kann.

Tom Wainwright: Narconomics – Ein Drogenkartell erfolgreich führen

(übersetzt von Henning Dedekind)

Blessing, 2016

352 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

How to run a Drug Cartel

PublicAffairs, Perseus Book Group, New York, 2016


Neu im Kino/Filmkritik: Die „Sisters“ Tina Fey und Amy Poehler feiern eine Party

Februar 15, 2016

Die Ellis-Schwestern sind zurück in Florida. Weil ihre Eltern das Haus verkaufen, sollen Maura (Amy Poehler), die vernünftige Schwester, und Kate (Tina Fey), die unvernünftige Schwester, ihr Kinderzimmer ausräumen. Natürlich treffen sie alte Bekannte, schwelgen beim Aufräumen in Erinnerungen und, nachdem ihre Eltern (James Brolin und Dianne Wiest) ihnen verboten haben, eine Party zu feiern, beginnen sie eben diese Party zu planen. Sie soll noch besser werden als ihre inzwischen legendären Partys, die sie als Schülerinnen feierten. Und sie soll natürlich ihre Jugend wieder zurückbringen.
Diese Party, die im Zentrum des Films steht, ist der zweite Akt und er dauert ungefähr eine Stunde. Im dritten Akt, der ungefähr das letzte Viertel des Films einnimmt, werden dann die Scherben zusammengekehrt, inclusive Kater und pflichtschuldig mitgelieferter, aus der vorherigen Geschichte kaum erkennbarer Moral für die beiden Mittvierzigerinnen Kate und Maura.
Die Party selbst nimmt, und dabei ist das Geschlecht des Gastgebers egal, ihren vorhersehbaren Verlauf. Aus dem nobel-austauschbarem Vorstadtanwesen wird innerhalb weniger Stunden eine einsturzgefährdete Ruine. Es werden legale und illegale Drogen konsumiert, es werden sich Beleidigungen an den Kopf geworfen, es wird gekuschelt und alle versuchen sich, nach kurzen Anlaufschwierigkeiten, wieder wie hormon- und drogengetriebene Teenager zu benehmen. Selbstverständlich gibt es auch in „Sisters“ die Zeichnung eines männlichen Geschlechtsteiles an einem unpassendem Ort. Dieser zuverlässige Indikator für das klamaukige Witzniveau des Films verziert dieses mal eine Zimmerwand.
Das ganze könnte die weibliche Version von der ebenfalls diese Woche angelaufenen „Komödie“ „Dirty Grandpa“ sein, wenn es in „Sisters“ nicht auch ruhige Momente gäbe und nicht alle Witze bewegen sich auf vorpubertärem Niveau. In „Sisters“ ist auch eine leichte Verzweiflung über das Älterwerden und verpasste Chancen spürbar, die aber meistens in den zu lang geratenen improvisierten Szenen und der in ihrer Eskalation keiner wirklichen Dramaturgie gehorchenden Party untergeht.
Ein echter Pluspunkt von „Sisters“ sind die spielfreudigen Komikerinnen und ihr Mut zur Hässlichkeit und Gesichtsverrenkungen. Mit reduzierten Erwartungen (denn eigentlich geht es nur, mit langem Vor- und Nachspiel, um die hauszerstörende Party) ist Jason Moores Film ein annehmbares, aber auch verzichtbares und mit zwei Stunden zu lang geratenes Vergnügen, bei dem sich schon die Frage nach der Zielgruppe stellt. Wobei: Warum sollten nur Männer auf ewig pubertieren? Und warum sollte ein Geschlechterwechsel zu einer besseren Komödie führen? Aber schön wäre es schon.

Druck

Sisters (Sisters, USA 2015)
Regie: Jason Moore
Drehbuch: Paula Pell
mit Tina Fey, Amy Poehler, Maya Rudolph, Ike Barinholtz, James Brolin, Dianne Wiest, John Cena, John Leguizamo, Bobby Moynihan, Greta Lee
Länge: 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sisters“
Metacritic über „Sisters“

Rotten Tomatoes über „Sisters“
Wikipedia über „Sisters“


Neu im Kino/Filmkritik: „American Ultra“ – Kiffer, Killer, Chaos

Oktober 16, 2015

Mike Howell hängt dauerbekifft mit seiner Freundin Phoebe in West Virginia in dem Kuhdorf Liman ab. Ob er sich wegen seinem Drogenkonsum oder aus anderen Gründen an nichts erinnern kann, ist da eigentlich egal. Er kann und will auch nicht weg aus Liman. Schon an der Stadtgrenze kriegt er die ersten Panikattacken, die erst wenn er von dem Dorfpolizisten freundlich begrüßt wird, abnehmen. Mit ihm, der sein Vater sein könnte, ist er schon lange per Du. Immerhin sitzt er oft genug wegen des Besitzes und Konsums illegaler Substanzen im Gefängnis. Dazwischen jobt er in der Friedhofsschicht im Supermarkt. Während er so tut, als warte er auf die nicht vorhandene Kundschaft, zeichnet er die Abenteuer des Affen „Apollo Ape“.
Eines Nachts kommt eine Frau an seine Supermarktkasse und redet wirres Zeug. Dass sie von der CIA ist und ihre Worte etwas in ihm auslösen sollen, ahnt er nicht. Auch nicht, als er kurz darauf auf dem Supermarkt-Parkplatz zwei Männer mit den Dingen, die ein Slacker so bei sich hat, wie Plastiklöffel und Pappbecher, innerhalb von Sekunden tötet. Auch nicht, als Sekunden später sein Schrottauto in die Luft fliegt. Er erklärt nur fassungslos seiner Freundin, was er getan hat, ehe schon die nächsten Anschläge auf sein Leben durchgeführt werden.
Denn er steht wegen seiner Fähigkeiten (von denen er nichts ahnt) im Fadenkreuz zweier verfeindeter CIA-Agenten, die sehr gegensätzliche Ansichten über sein weiteres Leben haben.
Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Liman wenige Stunden später ein von der restlichen Welt abgeschiedenes Schlachtfeld ist und Mike immer wieder Dinge tut, die seine Gegner dem eiskalten Killer niemals zutrauen, weil Kifferlogik der natürliche Feind jeglicher rational-militärischen Logik ist.
Kurz gesagt ist „American Ultra“ die durchgeknallte und gewalttätige Slacker-Version von „Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?“ und genau wie bei den Coen-Brüder, geraten bei Regisseur Nima Nourizadeh („Project X“) und Drehbuchautor Max Landis („Chronicle“, demnächst „Victor Frankenstein“, und der Sohn von „Blues Brothers“ John Landis) schnell die Dinge außer Kontrolle, weil alle kompromisslos ihre eigenen Interessen verfolgen, während Mike nur einen ruhigen Ort zum Entspannen sucht.
„American Ultra“ hat keine Scheu vor abstrusen Wendungen (wobei wir einige Wendungen schon aus anderen Büchern, Comics, Filmen und TV-Serien mehr oder weniger kennen) und Jesse Eisenberg und Kristen Stewart als Paar mit Geheimnissen sind natürlich die halbe Miete bei dieser durchgeknallten Action-Komödie, die durchaus Kultpotential bei den Unter-Dreißigjährigen hat. Obwohl man so etwas ja immer erst mit einigem zeitlichen Abstand sagen kann.

American Ultra - Plakat

American Ultra (American Ultra, USA 2015)
Regie: Nima Nourizadeh
Drehbuch: Max Landis
mit Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Topher Grace, Connie Britton, Walton Goggins, John Leguizamo, Bill Pullman, Tony Hale, Stuart Greer
Länge: 96 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „American Ultra“
Moviepilot über „American Ultra“
Metacritic über „American Ultra“
Rotten Tomatoes über „American Ultra“
Wikipedia über „American Ultra“ (deutsch, englisch)

Auch schön: das Teaserplakat

American Ultra - Teaser


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