TV-Tipp für den 28. Oktober: Road to Perdition

Oktober 27, 2022

3sat, 22.15

Road to Perdition (Road to Perdition, USA 2002)

Regie: Sam Mendes

Drehbuch: David Self

LV: Max Allan Collins (Text), Richard Piers Rayner (Zeichnungen): Road to Perdition, 1998 (Road to Perdition, Graphic Novel)

Buch zum Film: Max Allan Collins: Road to Perdition, 2002 (Road to Perdition)

Chicago, 30er Jahre: Profikiller Michael Sullivan steht plötzlich selbst auf der Abschußliste. Nachdem seine Familie umgebracht wird, flüchtet er mit seinem Sohn aus Chicago.

„Sam Mendes ist eine äußerst sehenswerte, in die Tiefe des Vater-Sohn-Verhältnisses lotende Film-noir-Tragödie gelungen, mit exzellenten Schauspielern und großartiger Kamerarbeit von Conrad L. Hall.“ (Sönke Lars Neuwöhner, tip 18/2002) oder „großartig besetzter, klassisch epigonaler Gangsterfilm“ (Adrian Prechtel, AZ 5. 9. 2002). Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Menschen, die die Graphic Novel dem etwas langatmigen Film vorziehen.

Max Allan Collins schrieb nach der erfolgreichen Verfilmung weitere Romane und Graphic-Novels, in denen die Geschichte von Michael Sullivan jr. weitererzählt wird. Übersetzt wurde nur die erste Fortsetzung „Road to Purgatory“ (2004, Road to Purgatory – Straße der Vergeltung).

Mit Tom Hanks, Paul Newman, Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Daniel Craig, Stanley Tucci

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Road to Perdition“

Wikipedia über „Road to Perdition“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Sam Mendes‘ „1917“ (1917, USA 2019)

Homepage von Max Allan Collins

Thrilling Detective über Max Allan Collins

January Magazine: Interview mit Max Allan Collins (1999)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins‘ „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

P. S.: Sollte mal wieder etwas von Max Allan Collins hier abfeiern.


TV-Tipp für den 24. August: Terminal

August 23, 2022

Pro7, 20.15

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Donnerstag, 25. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Elvis“ Presley, sein Leben erzählt von Colonel Tom Parker. Mehr oder weniger

Juni 24, 2022

Fans von Elvis Presley kommen in Baz Luhrmanns Biopic „Elvis“ auf ihre Kosten. Es gibt viel Elvis Presley, viel Musik und, bei seinen Liveauftritten, eine schweißtreibende animalische Entfesselung, die uns Spätgeborenen zeigt, warum in den Fünfzigern Eltern ihre Kinder vor diesem Mann beschützen wollten; – auch wenn Luhrmann hier wahrscheinlich schamlos übertreibt. Auch die Besetzung ist nicht ohne. Austin Butler (Tex Watson in „Once upon a time…in Hollywood“) spielt Elvis Presley. Tom Hanks spielt Colonel Tom Parker, den äußerst geschäftstüchtigen und skrupellosen Manager von Elvis Presley. Bevor er Presleys Entdecker, Förderer und Manager wurde, war er Schausteller auf Jahrmärkten. Mit Wanderzirkussen tingelte er durch die US-Provinz. Von Musik hatte er keine Ahnung. Von einem guten Geschäft schon und das sah er in Presley. Er ist der unzuverlässige Erzähler von Luhrmanns Biopic und damit ist von der ersten Minute an klar, dass im Zweifel eine gute Geschichte über die Fakten triumphiert. Soweit sie überhaupt bekannt sind.

Der Anfang und, ungefähr die erste Stunde des gut dreistündigen Films, ist furios. Danach scheint alle kreative Energie aufgebraucht zu sein. Damit ähnelt „Elvis“ dem Leben von Elvis Presley. Er wird am 8. Januar 1935 in East Tupelo, Mississippi, als Sohn eines Landarbeiters geboren. 1953 nimmt er seinen ersten Song für Sun Records auf. Schnell begeistert er die Massen und wird zum „King of Rock ’n’ Roll“. Er macht Blues, Gospel und Soul, also Schwarze Musik, mit einer Prise Country, für den weißen Musikhörer goutierbar.

Sein Manager, Colonel Tom Parker, ein, wie gesagt, äußerst halbseidener Charakter, sorgt dafür, dass sie viel Geld verdienen. Da sind Presleys Monate als Soldat von 1958 bis 1960 in Deutschland nur eine kurze Unterbrechung von den Live-Auftritten, die mit Schallplatten überbrückt werden.

Danach tritt Presley in über dreißig Hollywood-Filmen auf, die bis auf Don Siegels „Flammender Stern“ (Flaming Star), vergessenswerte Fließband-Musicals sind. Ab 1969 gastiert er in Las Vegas. Aus finanzieller Sicht ist das eine ertragreiche Zeit. Künstlerisch nicht.

Am 16. August 1977 stirbt er in seiner Villa Graceland in Memphis, Tennessee.

Luhrmann („Moulin Rouge“, „Der große Gatsby“) erzählt Presleys Leben chronologisch nach. Das ist bis zu seinem Aufenthalt in Deutschland als Soldat atemberaubend dicht erzählt. Wenig subtil, aber mitreisend, erzählt Luhrmann von Presleys Faszination für die Schwarze Musik. Zuerst hört er als Kind in einer Spelunke, die nur von Schwarzen besucht wird, den Blues. Dann hört er auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem Gottesdienst den Gospel und er ist…, nach den Filmbildern, ekstatisch besessen. Luhrmann springt in der Zeit hin und her, verdichtet und arbeitet auch mit Texteinblendungen. Das ist überbordend, maßlos und gerade deshalb mitreißend und voller Energie.

Danach handelt Luhrmann die weiteren Stationen und Jahre in Presleys Leben in gepflegter Biopic-Manier ab. Zunehmend redundant folgt ein Auftritt auf das nächste Gespräch, in dem Presley wieder sagt, er möchte eine Welttournee machen, ehe er wieder in Las Vegas auftritt und seine größten Hits präsentiert. Nichts bewegt sich in dieser Wiederholungsschleife. Unangenehmes, wie Presleys gesundheitliche Probleme, sein Drogenkonsum, seine Paranoia und sein zunehmend irrationales Verhalten, wird angesprochen weil es unbedingt angesprochen werden muss. Seine Waffensammlung wird mal gezeigt. Mit seiner dann Ex-Frau Priscilla trifft er sich am Flughafen. Aber diese Bilder hängen ohne einen Zusammenhang und ohne eine Auswirkung auf die Geschichte in der Luft.

In dem Moment löst Luhrmann sich immer mehr von seiner Prämisse nach der die Geschichte von Elvis Presley aus der Perspektive von Colonel Parker erzählt wird. Parker verschwindet aus dem Film. Stattdessen gibt es immer mehr Szenen, in denen Dinge passieren, von denen Parker nichts weiß und auch niemals erfährt. In dem Moment wird auch die Möglichkeit, das Leben von Elvis Presley aus einer radikal subjektiven und damit mit Fakten locker umgehenden Sicht zu schildern, zugunsten eines konventionellen Biopics aufgegeben, das dann ähnlich locker mit Fakten umgeht, aber implizit behauptet, die Wahrheit zu schildern. Alle negativen Aspekte von Presleys Persönlichkeit werden konsequent herunterspielt.

Das ist insofern verständlich, weil „Elvis“ kein kleiner Independent-Film ist (wie „Elvis & Nixon“), sondern mit einem offiziellem Budget von 85 Millionen US-Dollar ein Film ist, der ein breites Mainstream-Publikum und die Elvis-Fans erreichen will. Das darf dann nicht übermäßig kritisch sein. Stattdessen muss das Biopic die bekannten Hits und Konzertausschnitte präsentieren. Deshalb werden so viele Auftritte von Presley in Las Vegas gezeigt. Für den Elvis-Kult sind sie wichtig. Die echte, innovative Rockmusik fand an anderen Orten statt und wurde von anderen Musikern gespielt.

Mit gut drei Stunden ist „Elvis“ ein viel zu lang geratenes Biopic, das an seiner Länge, seinem Drang, das ganze Leben einer Figur zu schildern, und einer letztendlich unklaren Haltung zu ebendieser Figur krankt.

Wer allerdings den Saal verlässt, wenn Elvis Presley deutschen Boden betritt, sieht einen guten Film.

Elvis (Elvis, USA 2022)

Regie: Baz Luhrmann

Drehbuch: Baz Luhrmann, Sam Bromell, Craig Pearce, Jeremy Doner (nach einer Geschichte von Baz Luhrmann und Jeremy Doner)

mit Austin Butler, Tom Hanks, Olivia DeJonge, Helen Thomson, Richard Roxburgh, Kelvin Harrison Jr., David Wenham, Kodi Smit-McPhee, Luke Bracey, Gary Clark Jr., Yola

Länge: 160 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Elvis“

Metacritic über „Elvis“

Rotten Tomatoes über „Elvis“

Wikipedia über „Elvis“ (deutsch, englisch) und Elvis Presley (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Elvis“

AllMusic über Elvis Presley


TV-Tipp für den 15. Dezember: Der Soldat James Ryan

Dezember 14, 2021

Kabel 1, 20.15

Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan, USA 1998)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Robert Rodat

1944, nach der Landung der Allierten in der Normandie, wird US-Captain Miller mit einigen Männern losgeschickt. Sie sollen den titelgebenden Soldaten James Ryan finden und nach Hause schicken. Dummerweise weiß niemand, wo er ist.

Packender Kriegsfilm von Steven Spielberg. Auch wenn er letztendlich nur die Geschichte vom tapferen Soldaten erzählt.

Der Film ist der Auftakt einer kleinen Steven-Spielberg-Reihe. Am Donnerstag, den 16. Dezember, zeigt Kabel 1 um 20.15 Uhr seine H.-G.-Wells-Verfilmung „Krieg der Welten“ (mit Tom Cruise) und um 22.40 Uhr die neue spielfilmlange Doku „Die Steven-Spielberg-Story“ (Deutschland 2021).

ZDFneo zeigt am Samstag, den 18. Dezember, um 18.40 Uhr „Die Abenteuer von Tim und Struppi“, um 20.15 Uhr „E. T. – Der Außerirdische“, um 22.00 Uhr „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und um 00.10 Uhr „Der weiße Hai“.

Mit Tom Hanks, Edward Burns, Tom Sizemore, Matt Damon, Barry Pepper, Adam Goldberg, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Jeremy Davis, Ted Danson, Bryan Cranston, Paul Giamatti

Wiederholung: Freitag, 17. Dezember, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Soldat James Ryan“

Wikipedia über „Der Soldat James Ryan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 28. Juli: Sully

Juli 27, 2021

ZDF, 20.15

Sully (Sully, USA 2016)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Todd Komarnicki

LV: Chesley Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Highest Duty, 2009 (Man muss kein Held sein; Sully: Das Wunder vom Hudson)

Sehenswertes Biopic über Captain Chesley ‚Sully‘ Sullenberger, der am 15. Januar 2009 sein Passagierflugzeug kurz nach dem Start auf dem Hudson River notlanden musste. Die fast unmögliche Notladung gelang. Alle Passagiere konnten gerettet werden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Mike O’Malley, Jamey Sheridan, Anna Gunn, Holt McCallany, Chris Bauer, Jane Gabbert, Ann Cusack, Molly Hagan, Patch Darragh, Michael Rapaport

Hinweise

Moviepilot über „Sully“

Metacritic über „Sully“

Rotten Tomatoes über „Sully“

Wikipedia über „Sully“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Sully“: Gelungene Notlandung oder Totalcrash im Realitätscheck?

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Der Fall Richard Jewell! (Richard Jewell, USA 2019)

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Die Vorlage

Zum Filmstart erschien Chesley B. Sullenbergers Biographie mit einem neuen Titel und neuem Cover

Sully von Chesley B Sullenberger

Chesley B. Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Sully – Das Wunder vom Hudson

(übersetzt von Michael Bayer, Norbert Juraschitz und Henning Dedekind)

Penguin Verlag, 2016

352 Seiten

10 Euro

Deutsche Erstausgabe als „Man muss kein Held sein – Auf welche Werte es im Leben ankommt“

Originalausgabe

Highest Duty – My Search for what really matters

William Morrow, New York, 2009


TV-Tipp für den 11. Juli: Terminal

Juli 10, 2021

RTL II, 22.25

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Montag, 12. Juli, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Etwas Filmbildung mit „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ und „In Search of the Last Action Heroes“

Juni 28, 2021

Das wird jetzt eine satte Portion Hollywood. Mal besser, mal schlechter erzählt. Mal mit höherem, mal mit niedrigerem Budget. Das eine ist die 140-minütige Doku „In Search of the Last Action Heroes“, einer Doku über den Hollywood-Actionfilm ab den und vor allem über die achtziger Jahren. Das andere ist die zwölfteilige, insgesamt gut neunstündige CNN/HBO-Serie „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ . Produziert wurde sie unter anderem von Tom Hanks. Die Interviewpartner sind hochkarätig. Neben Filmjournalisten, wie die in mehreren Episoden auftretenden Neal Gabler (Filmhistoriker), Renee Graham (The Boston Globe), Ben Mankiewicz (TCM), Amy Nicholson (Variety) und Kenneth Turan (Los Angeles Times), sind viele bekannte Regisseure und Schauspieler dabei. Unter anderem Steven Spielberg, Tom Hanks, Robert Redford, Martin Scorsese, Paul Thomas Anderson, Cameron Crowe, John Landis, Julia Roberts, Alec Baldwin, Robert De Niro und Susanna Hoffs (keine Ahnung warum die „Bangles“-Sängerin und Frau von „Austin Powers“-Regisseur Jay Roach dabei ist).

Konzentriert wird sich auf Hollywood, wobei Hollywood meistens als Ort, aber auch als Synomym für das globale Kino verwandt wird. Das öffnet die Tür, um sich mit dem Independent-Kino (das wenig mit Hollywood zu tun hat) und James Bond zu beschäftigen. Es wird auch beherzt weggelassen. Auch in neun Stunden kann einfach nicht alles vorgestellt werden.

Das ist allerdings nicht das Problem der Serie. Dass Schwerpunkte gesetzt werden, dass nicht alles besprochen wird und dass selbstverständlich der eigene Lieblingsfilm und -regisseur fehlt oder nicht genügend gewürdigt wird, ist selbstverständlich. Zum Problem wird das, wenn man sich ansieht, was weggelassen wird und wie das restliche Material aufbereitet wird. Weggelassen wird zuerst einmal der gesamte Stummfilm. Die nächsten Jahrzehnte werden im Schweinsgalopp in den ersten beiden vierzigminütigen Episoden durchgegangen. Ab der dritten Episode widmet sich dann jede Doppelfolge einem Jahrzehnt. Beginnend mit den sechziger Jahren. Die letzten zwanzig Jahre werden in einer wild zwischen den Jahren hin- und herspringenden Doppelfolge abgehandelt. Die Erklärung für das Weglassen der ersten Hälfte der Geschichte Hollywoods ist wohl, dass die heute noch lebendige Gesprächspartner früher noch nicht aktiv waren. Die prominenten Interviewpartner wie Robert Redford, Steven Spielberg, Martin Scorsese und Ridley Scott können in ihren aktuellen Statements in Erinnerungen an ihre Vergangenheit schwelgen und über ihre Einflüsse reden, die anscheinend nichts mit dem Stummfilm und nur sehr wenig mit dem frühen Hollywood-Tonfilm zu tun haben. Verstorbene Regisseure wie Alfred Hitchcock und Robert Altman haben da schlechte Karten. Und Woody Allen wird nur mal nebenbei erwähnt. Aber Allen verlässt ja fast nie Manhattan.

Noch problematischer als diese Konzentration auf die vergangenen sechzig Jahre, ist die Anordnung des Materials. Da folgt Filmclip auf Kurzstatement auf Filmclip auf Kurzstatement. Nach ungefähr zwei Minuten folgt der nächste Film. So werden in der Doppelepisode über die neunziger Jahre in ungefähr achtzig Minuten atemberaubende 145 Filme in teils nur sekundenlangen Ausschnitten präsentiert.

Warum bestimmte Filme in der Serie erwähnt werden und andere nicht, erschließt sich dem unbefangenem Zuschauer nicht. Eine Filmgeschichte, also eine sinnvolle Verknüpfung verschiedener Ereignisse und ein Aufzeigen von Entwicklungen, ergibt sich daraus nicht. Stattdessen folgt einfach Film auf Film auf Film nach dem Prinzip ‚drin ist ein Film, wenn der Regisseur oder ein Schauspieler dabei ist oder irgendjemand etwas über den Film sagen will‘.

Als Einführung in die Filmgeschichte taugt die Serie deshalb nicht. Es ist keine Struktur, kein Gedankengang, keine Anordnung des Materials erkennbar. Jemand, der sich über die Filmgeschichte informieren möchte, wird danach nicht schlauer als vorher sein.

Cineasten, die die Film- und Interviewschnipsel in die Filmgeschichte einordnen können, brauchen die Serie nicht. Sie können „The Movies“ höchstens als Schwelgen in Erinnerungen und als Anregung, sich mal wieder einen bestimmten Film anzusehen, gebrauchen.

Angesichts der an der Serie beteiligten Personen, des offenkundigen Budgets und des damit verbundenen Potentials ist „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ ein Totaldesaster, das wie ein YouTube-Autoplay-Abend wirkt.

Wobei ich da ein „Trailers from Hell“-Autoplay empfehle. Dort sprechen, während der Trailer gezeigt wird, bekannte Regisseure, wie der immer gut aufgelegte John Landis, über Filme. Meistens sind es B-Pictures, Horrorfilme, liebenswerter, manchmal kultiger Schund, äußerst obskure Filme, aber auch Klassiker. Das ist eine äußert angenehme Mischung aus Fantum und Filmbildung, die manchmal mit persönlichen Erinnerungen der Regisseure angereichert wird. Sie erzählen, wann und wo sie die Filme erstmals sahen oder sie erzählen von Erlebnissen, die sie bei den Dreharbeiten hatten oder was ihnen später von den Dreharbeiten erzählt wurde.

 

Obwohl mit einem deutlich geringerem Budget als „The Movies“ gedreht, ist „In Search of the Last Action Heroes“ von Oliver Harper, dem Macher des YouTube-Kanals „Oliver Harper’s Retrospectives and Reviews“, der gelungenere Dokumentarfilm. In ihm geht es vor allem um den Hollywood-Actionfilm der achtziger Jahre. Damals etablierte sich der Actionfilm als eigenständiges Genre. Vor allem die Filme mit Sylvester Stallone („Rambo“) und Arnold Schwarzenegger („Terminator“, „Commando“ [Das Phantom-Kommando]) waren bahnbrechend. Auch der zweite „Alien“-Film und die „Mad Max“-Filme werden genannt. Nachdem Stallone und Schwarzenegger an der Kinokasse überzeugten, wurden mit Bodybuildern und Kampfsportlern als Hauptdarsteller unzählige, meist billig produzierte Filme mit viel Action und wenig Handlung produziert. Teils fürs Kino, teils für den boomenden Heimvideomarkt. Mit diesen Filmen beschäftigt Oliver Harper sich ausführlicher.

Blockbuster, wie „Robocop“, die „Lethal Weapon“-Filme, „Stirb langsam“, und die damit einher gehenden Änderungen bei den Actionhelden hin zu weniger Muskeln, besseren Schauspielern, höheren Budgets und mehr Tricks werden ebenfalls angesprochen. Während in den 80-Jahre-Actionfilmen alle Kämpfe, Crashs, Explosionen und Stunts live vor der Kamera ausgeführt wurden, werden seit „Jurassic Park“ immer mehr Actionszenen in einer sicheren Studioumgebung oder gleich im Computer inszeniert. Dafür brauchte man die Actionhelden der Achtziger nicht mehr. Sie waren außerdem keine guten Schauspieler und sie wurden älter.

Mit den nur sehr kurz angesprochenen „Bourne“-, „The Raid“- und „John Wick“-Filmen zeichnete sich hier wieder eine Rückkehr zum guten alten Actionhandwerk ab.

Harper unterhielt sich ausführlich mit den Produzenten, Regisseuren, Autoren, Filmkomponisten und Schauspielern, die vor allem in den achtziger und neunziger Jahren auf dem Zenit ihrer Karriere standen. Die großen Stars wie Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone fehlen. Aber Cynthia Rothrock, Bill Duke und Eric Roberts sind dabei. Und sie alle haben etwas zu erzählen. Vielen, vor allem den Produzenten, Autoren und Regisseuren, wie Shane Black, Steven E. De Souza, Sam Firstenberg, Peter MacDonald, Paul Verhoeven und Mario Kassar, hätte ich gerne noch länger zugehört.

The Movies – Die Geschichte Hollywoods (The Movies, USA 2019)

Regie: ?

Drehbuch: ?

mit Neal Gabler, Renee Graham, Ben Mankiewicz, Amy Nicholson, Kenneth Turan, Steven Spielberg, Tom Hanks, Robert Redford, Martin Scorsese, Paul Thomas Anderson, Cameron Crowe, John Landis, Julia Roberts, Alec Baldwin, Robert De Niro, Brad Bird, Edgar Wright, Bill Hader, Holly Hunter, Julia Roberts, John Singleton, Ron Howard, Julianne Moore, Ridley Scott, Peter Bogdanovich, Tim Burton, Susanna Hoffs, Lawrence Kasdan

DVD/Blu-ray

Studio Hamburg Enterprises

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 540 Minuten (12 x 45 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

In Search of the Last Action Heroes (In Search of the Last Action Heroes, Großbritannien 2019)

Regie: Oliver Harper

Drehbuch: Oliver Harper, Timon Singh

mit Scott Adkins, Stuart Ashen, Shane Black, James Bruner, Stan Bush, Ronny Cox, Boaz Davidson, Steven E. de Souza, Bill Duke, Brad Fiedel, Sam Firstenberg, Mark Goldblatt, Jenette Goldstein, Jeffrey Greenstein, Matthias Hues, Mario Kassar, Al Leong, Mark L. Lester, Sheldon Lettich, Peter MacDonald, Ian Nathan, Zak Penn, Phillip Rhee, Eric Roberts, Cynthia Rothrock, Paul Verhoeven, Vernon Wells, Michael Jai White, Alex Winter, Graham Yost ..

DVD/Blu-ray

Studio Hamburg Enterprises

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 140 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

ARD über „The Movies – Die Geschichte Hollywoods“ (online verfügbar in der deutschen und der Originalversion bis Mitte Oktober 2021 [die einzelnen Episoden gehen an verschiedenen Tagen offline])

Moviepilot über „The Movies“ und „In Search of the Last Action Heroes“

Rotten Tomatoes über „The Movies

Wikipedia über „The Movies“ (mit einer Liste der präsentierten Filme)


TV-Tipp für den 23. März: Captain Phillips

März 22, 2021

Nitro, 20.15

Captain Phillips (Captain Phillips, USA 2013)

Regie: Paul Greengrass

Drehbuch: Billy Ray

Vorlage: Captain Richard Phillips/Stephan Talty: A Captain’s Duty: Somali Pirates, Navy SEALS, and Dangerous Days at Sea, 2010 (Höllentage auf See – In den Händen von somalischen Piraten – gerettet von Navy Seals)

Am 8. April 2009 entern somalische Piraten die „Maersk Alabama“ und schnell beginnt ein Psychoduell zwischen Captain Richard Phillips und Muse, dem Anführer der Piraten.

Spannendes, auf Tatsachen basierendes Geiseldrama, das auch die Seite der Piraten zeigt.

mit Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Abdi, Barkhad Abdirahman, Faysal Ahmed, Mahat M. Ali, Michael Chernus, David Warshofsky, Corey Johnson, Max Martini

Hinweise

Moviepilot über „Captain Phillips“

Metacritic über „Captain Phillips“

Rotten Tomatoes über „Captain Phillips“

Wikipedia über „Captain Phllips“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Captain Phillips“

Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)


TV-Tipp für den 29. November: Der Krieg des Charlie Wilson

November 29, 2019

3sat, 22.25

Der Krieg des Charlie Wilson (Charlie Wilson’s War, USA 2007)

Regie: Michael Nichols

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: George Crile: Charlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History, 2003 (Der Krieg des Charlie Wilson)

Auf Tatsachen basierende, von der Kritik abgefeierte und für viele Preise nominierte Polit-Komödie über den liberal-demokratischen Kongressabgeordneten Charlie Wilson, der in den Achtzigern half den afghanischen Widerstand gegen die Sowjets finanziell und mit Waffen zu unterstützten.

Die Folgen – nun, heute kennen wir die weitere Geschichte von Afghanistan, den Taliban und von Al-Qaida.

Mit Tom Hanks, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffmann, Amy Adams, Ned Beatty, Emily Blunt, Michael Spellman

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Der Krieg des Charlie Wilson”

Wikipedia über “Der Krieg des Charlie Wilson” (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 22. Juni: Captain Phillips

Juni 22, 2019

RTL II, 20.15

Captain Phillips (Captain Phillips, USA 2013)

Regie: Paul Greengrass

Drehbuch: Billy Ray

Vorlage: Captain Richard Phillips/Stephan Talty: A Captain’s Duty: Somali Pirates, Navy SEALS, and Dangerous Days at Sea, 2010 (Höllentage auf See – In den Händen von somalischen Piraten – gerettet von Navy Seals)

Am 8. April 2009 entern somalische Piraten die „Maersk Alabama“ und schnell beginnt ein Psychoduell zwischen Captain Richard Phillips und Muse, dem Anführer der Piraten.

Spannendes, auf Tatsachen basierendes Geiseldrama, das auch die Seite der Piraten zeigt.

mit Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Abdi, Barkhad Abdirahman, Faysal Ahmed, Mahat M. Ali, Michael Chernus, David Warshofsky, Corey Johnson, Max Martini

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Captain Phillips“

Metacritic über „Captain Phillips“

Rotten Tomatoes über „Captain Phillips“

Wikipedia über „Captain Phllips“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Captain Phillips“

Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)


TV-Tipp für den 16. Juni: Sully

Juni 15, 2019

Sat.1, 20.15

Sully (Sully, USA 2016)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Todd Komarnicki

LV: Chesley Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Highest Duty, 2009 (Man muss kein Held sein; Sully: Das Wunder vom Hudson)

Sehenswertes Biopic über Captain Chesley ‚Sully‘ Sullenberger, der am 15. Januar 2009 sein Passagierflugzeug kurz nach dem Start auf dem Hudson River notlanden musste. Die fast unmögliche Notladung gelang. Alle Passagiere konnten gerettet werden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend zeigt Sat.1 um 22.05 Uhr einen weiteren sehenswerten Tom-Hanks-Film: Steven Spielbergs ebenfalls auf Tatsachen basierender Thriller „Bridge of Spies: Der Unterhändler“ (USA 2015)

mit Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Mike O’Malley, Jamey Sheridan, Anna Gunn, Holt McCallany, Chris Bauer, Jane Gabbert, Ann Cusack, Molly Hagan, Patch Darragh, Michael Rapaport

Wiederholung: Montag, 17. Juni, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sully“

Metacritic über „Sully“

Rotten Tomatoes über „Sully“

Wikipedia über „Sully“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Sully“: Gelungene Notlandung oder Totalcrash im Realitätscheck?

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Die Vorlage

Zum Filmstart erschien Chesley B. Sullenbergers Biographie mit einem neuen Titel und neuem Cover

Sully von Chesley B Sullenberger

Chesley B. Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Sully – Das Wunder vom Hudson

(übersetzt von Michael Bayer, Norbert Juraschitz und Henning Dedekind)

Penguin Verlag, 2016

352 Seiten

10 Euro

Deutsche Erstausgabe als „Man muss kein Held sein – Auf welche Werte es im Leben ankommt“.

Originalausgabe

Highest Duty – My Search for what really matters

William Morrow, New York, 2009

Und für SNL spielte Tom Hanks wieder Sully, der überhaupt keine Probleme mit seinem Ruhm hat


TV-Tipp für den 28. April: Inferno

April 27, 2019

RTL, 20.15

Inferno (Inferno, USA 2016)

Regie: Ron Howard

Drehbuch: David Koepp

LV: Dan Brown: Inferno, 2013 (Inferno)

Als Harvard-Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) in Florenz in einem Krankenhaus erwacht, kann er sich an nichts erinnern. Als kurz darauf Heerscharen bewaffneter Bösewichter ihn umbringen wollen, flüchtet er. Schnell kombiniert er, dass das alles etwas mit Dantes Prophezeiung von einem weltvernichtenden Inferno zu tun hat. Langdon hat nur keine Ahnung, ob er mit seinem Wissen die Prophezeiung verhindern kann oder erfüllen wird.

Ron Howards dritte Dan-Brown-Verfilmung ist eine flotte, ziemlich durchgeknallte Räuberpistole voller Schauwerte, die in der richtigen Stimmung ein herrlicher Spaß ist. Die in „The Da Vinci Code“ und „Illuminati“ so länglichen Geschichtsstunden werden in „Inferno“ im Sauseschritt oder gleich in einer Actionszene abgehandelt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der bislang besten und kürzesten Dan-Brown-Verfilmung.

mit Tom Hanks, Felicity Jones, Irrfan Khan, Omar Sy, Ben Foster, Sidse Babett Knudsen, Anna Ularu

Wiederholung: Montag, 29. April, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Inferno“

Metacritic über „Inferno“

Rotten Tomatoes über „Inferno“

Wikipedia über „Inferno“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Howards „Rush – Alles für den Sieg“ (Rush, USA/Großbritannien/Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Ron Howards „Im Herzen der See“ (In the Heart of the Sea, USA 2015)

Meine Besprechung von Ron Howards „Inferno“ (Inferno, USA 2016)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Homepage von Dan Brown

Krimi-Couch über Dan Brown

Perlentaucher über Dan Brown


TV-Tipp für den 21. Juli: Der Krieg des Charlie Wilson

Juli 20, 2018

ZDFneo, 21.35

Der Krieg des Charlie Wilson (USA 2007, Regie: Michael Nichols)

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: George Crile: Charlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History, 2003 (Der Krieg des Charlie Wilson)

Auf Tatsachen basierende, von der Kritik abgefeierte und für viele Preise nominierte Polit-Komödie über den liberal-demokratischen Kongressabgeordneten Charlie Wilson, der in den Achtzigern half den afghanischen Widerstand gegen die Sowjets finanziell und mit Waffen zu unterstützten.

Die Folgen – nun, heute kennen wir die weitere Geschichte von Afghanistan, den Taliban und von Al-Qaida.

Mit Tom Hanks, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffmann, Amy Adams, Ned Beatty, Emily Blunt, Michael Spellman

Hinweise

Film-Zeit über „Der Krieg des Charlie Wilson“

Rotten Tomatoes über “Der Krieg des Charlie Wilson”

Wikipedia über “Der Krieg des Charlie Wilson” (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 10. Juli: Saving Mr. Banks

Juli 10, 2018

Super RTL, 20.15

Saving Mr. Banks (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith

Walt Disney will das Kinderbuch „Mary Poppins“ verfilmen. Dafür braucht er nur das Einverständnis der Autorin P. L. Travers. Die Engländerin hasst ungefähr alles abgrundtief, was Walt Disney verkörpert und mit ihrem Buch machen will.

Das sehr, sehr gelungene und sehr kurzweilige Making of zu dem Klassiker „Mary Poppins“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung; mit vielen Clips.

mit Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, Ruth Wilson, B. J. Novak, Rachel Griffiths, Kathy Baker

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Saving Mr. Banks“

Moviepilot über „Saving Mr. Banks“

Metacritic über „Saving Mr. Banks“

Rotten Tomatoes über „Saving Mr. Banks“

Wikipedia über „Saving Mr. Banks“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood untersucht „Saving Mr. Banks“

Das Drehbuch „Saving Mr. Banks“ von Kelly Marcel und Sue Smith

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „Saving Mr. Banks“ (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The Founder“ (The Founder, USA 2016)


TV-Tipp für den 24. Juni: Catch me if you can

Juni 24, 2018

Sat.1, 20.15

Catch me if you can (Catch me if you can, USA 2002)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Jeff Nathanson

LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)

Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)

Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner

Wiederholung: Montag, 25. Juni, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Catch me if you can” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Catch me if you can”

History vs. Hollywood überprüft den Wahrheitsgehalt der Hochstaplergeschichte

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. März: Bridge of Spies – Der Unterhändler

März 25, 2018

Pro7, 20.15

Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen

Eher widerwillig übernimmt Versicherungsanwalt James B. Donovan 1957 ein Pflichtmandat: die Verteidigung des Sowjetspions Rudolf Abel. Er kann die Todesstrafe für Abel verhindern und als, Jahre später, über Russland ein CIA-Spion abgeschossen wird, soll Donovan mit den Sowjets über einen Gefangenenaustausch verhandeln.

Spielberg erzählt in seinem hochspannenden Thriller, immer nah an den Fakten, die Geschichte des ersten Gefangenenaustauschs auf der Glienicker Brücke.

Mehr, viel mehr, auch über James B. Donovans ausführlichen Bericht darüber, in meiner ausführlichen Buch- und Filmbesprechung.

mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers

Wiederholung: Montag, 26. März, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Die Hintergrundgeschichte

Donovan - Strangers on a Bridge - 4

Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die zum Filmstart erschienene Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.

James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964

Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Am 5. April läuft Steven Spielbergs neuester Film „Ready Player One“ an. Seine Verfilmung von Ernest Clines SF-Roman ist buntes Abenteuer für Jugendliche (und Nerds), das all die Momente hat, die man bei einem Film des Regisseurs von „E. T.“ erwartet und vollgestopft mit popkulturellen Anspielungen ist. Zum Kinostart gibt es die Filmkritik. Bis dahin:

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Verlegerin“ der Post und die Pentagon-Papiere

Februar 23, 2018

Als Katharine Graham nach dem Tod ihres Mannes 1963 die Leitung der „Washington Post“ übernahm, war sie die Tochter des Inhabers der „Washington Post“ (ihr Vater hielt sie für ungeeignet, die Zeitung zu führen, sie dachte das auch und hatte daher nichts gegen die Entscheidung ihres Vaters, ihren Ehemann zum Chef zu machen), eine ehemalige Journalistin und Mutter von vier Kindern, die sich, wie es dem damaligen Gesellschaftsbild entsprach, um Haushalt, Kindererziehung und das Gesellschaftsleben kümmerte. Sie war, so ihr Sohn Don Graham, „die Welthauptstadt der Selbstzweifel“.

Plötzlich stand sie, ohne echte Erfahrung im Zeitungsgeschäft und nur aus dem Gefühl einer Verpflichtung gegenüber dem Familienvermächtnis und ihren Kindern, als erste Frau an der Spitze eines großen Wirtschaftsunternehmen. Die Männer akzeptierten sie in ihren Männerzirkeln, den Clubs, Hinterzimmern und Vorstandszimmern nur, weil sie die Frau, die durch eine Erbschaft ihre aktuelle Position erhalten hatte, akzeptieren mussten. Aber eigentlich gehörte sie in das Damenzimmer, wo nicht über Politik, sondern über Frisuren geredet wurde.

Das Unternehmen, die „Washington Post“, war damals eine Tageszeitung mit finanziellen Problemen, deren größtes Problem – so sagt Steven Spielbergs neuer Film „Die Verlegerin“ – der Zugang zu verschiedenen Privatfeiern von US-Präsident Richard Nixon war. Zur Sanierung war ein Börsengang geplant, der möglichst störungsfrei verlaufen sollte. Skandalträchtige Geschichten und damit verknüpfte juristische Kalamitäten sollten in dem Moment unbedingt vermieden werden.

In diesem Moment schlug ihr ihr Chefredakteur Ben Bradlee eine Super-Story vor. Er war seit 1965 bei der „Washington Post“. Zwischen Bradlee und Graham herrschte eine vertrauenvolle Freundschaft. Die gegensätzlichen Charaktere hatten nämlich ein Ziel: aus der „Washington Post“ eine wichtige Tagezeitung zu machen. Sein Vorschlag war, nachdem die konkurrierende „New York Times“ am 13. Juni 1971 mit der Veröffentlichung der Pentagon-Papiere begonnen hatte und kurz darauf, auf Antrag der Nixon-Regierung, eine einstweilige Verfügung erhielt, die ihr weitere Veröffentlichungen aus den Pentagon-Papieren untersagte, sich die Papiere zu besorgen und zu drucken.

Dabei handelte es sich um eine siebentausend Seiten umfassende Studie des einflussreichen Think-Tanks RAND Corporation mit dem prosaischen Titel „Geschichte US-amerikanischer Entscheidungsfindungen in Vietnam, 1945 – 1966“ (United States – Vietnam Relations, 1945–1967: A Study Prepared by the Department of Defense). Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass mehrere US-Präsidenten die Öffentlichkeit über ihr Vorgehen in Vietnam belogen hatten. Daniel Ellsberg, einer der Autoren der Studie, hatte die siebentausend Seiten der Studie in mühevoller Kleinarbeit aus dem RAND-Büro geschmuggelt und fotokopiert. Er wollte, dass in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird.

Dass die Regierung über eine weitere Veröffentlichung nicht erfreut wäre, war in dem Moment klar. Denn damals kämpften in Vietnam US-Soldaten, während in den USA gegen den Krieg protestiert wurde.

Graham wusste, dass sie mit einer falschen Entscheidung die Zukunft der Zeitung ruinieren könnte. Sie wusste auch, dass es um die Freiheit der Presse ging, die im wichtigen Ersten Zusatzartikel zur Verfassung erklärt wird. Und sie war, als Teil der High Society von Washington, mit einigen der Männer, die in den Pentagon-Papieren erwähnt werden, eng befreundet.

Spielberg erzählt, nach einem konzentrierten Drehbuch von Liz Hannah und Josh Singer („Spotlight“), die Geschichte von Katherine Graham. Aber, wie der Originaltitel „The Post“ andeutet, auch die Geschichte der „Washington Post“, vor allem natürlich der Reporter, die sich als investigative Journalisten hinter die Story klemmen, und die Geschichte von ihrem Informanten Daniel Ellsberg, der später als Landesverräter angeklagt wurde. Am 11. Mai 1973 erklärte der zuständige Richter das Verfahren aufgrund eines schweren Fehlverhaltens der Regierung (sie hatte den Auftrag erteilt, Ellsbergs Psychiater auszuspionieren) für ungültig. Die Vorwürfe gegen Ellsberg und seinen RAND-Kollegen Anthony Russo wurden fallengelassen.

Spielbergs „Die Verlegerin“ ist, im besten Sinn, packendes quasidokumentarisches bildungsbürgerliches Kino, in dem liberale Werte, Traditionen und die Verfassung hochgehalten werden. Vor allem natürlich der Wert einer freien Presse. Denn am 18. Juni 1971 druckte die „Washington Post“ ihren ersten Artikel über die Pentagon-Papiere und weil ein Bundesrichter die vom Justizminsterium beantragte einstweilige und dauerhafte Verfügung gegen die Zeitung ablehnte, begann auch andere Zeitungen Berichte über die Pentagon-Papiere zu drucken.

Aber in dem Moment war der Weg durch die Gerichte noch nicht ausgeschöpft.

Die Verlegerin“ zeigt, wie die „Washington Post“ durch die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere und die gerichtlichen Auseinandersetzungen von einer unbedeutenden Lokalzeitung zu einer vielfach preisgekrönten und geachteten investigativen Tageszeitung wurde, wie eine Verlegerin sich emanzipiert und wie wichtig eine freie Presse ist bei der Aufdeckung von Skandalen.

Das Drama ist auch eine Liebeserklärung an die gute alte Tageszeitung. Es ist eine Zeit, als es in Redaktionen noch laut hämmernde Schreibmaschinen und einen festen Redaktionsschluss gab, Druckvorlagen von Hand erstellt wurden, Zeitungen gedruckt, verteilt und beim Frühstück oder dem Weg zur Arbeit gelesen wurden. Sie waren dann Tagesgespräch. Heute stehen die Artikel zuerst auf der Homepage der Zeitung und erst danach in der gedruckten Ausgabe.

Der Film endet mit dem Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate-Hotel am 17. Juni 1972. Diese Geschichte, die durch die Recherche der „Washington Post“-Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward zum Rücktritt von Nixon führte, erzählt Alan J. Pakula 1976 in seinem Filmklassiker „Die Unbestechlichen“, den man sich nach „Die Verlegerin“ wieder ansehen kann. Beide Filme erzählen von Ereignissen und Konflikten, die heute wieder erschreckend aktuell sind.

Die Verlegerin (The Post, USA 2017)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Liz Hannah, Josh Singer

mit Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Lettts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Michael Stuhlbarg

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Die Verlegerin“

Metacritic über „Die Verlegerin“

Rotten Tomatoes über „Die Verlegerin“

Wikipedia über „Die Verlegerin“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Die Verlegerin“

Tagespiegel über Katharine Graham

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Ein Gespräch mit Steven Spielberg, Meryl Streep, Tom Hanks, Bob Odenkirk und Bradley Whitford über den Film, organisiert von der Washington Post

Meryl Streep und Tom Hanks bei CBS This Morning

Das Teaserplakat, das mir besser als das Hauptplakat gefällt

P. S.: Nicht zu verwechseln mit diesem Film, der nichts, aber auch absolut nichts mit „Die Verlegerin“ zu tun hat

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Willkommen in der schönen neuen Welt des „The Circle“

September 7, 2017

Vor vier Jahren war Dave Eggers‘ Anti-Utopie „Der Circle“ in den Feuilletons und den Bestsellerlisten das Buch der Stunde. Denn er schrieb eine seitenstarke Anklage gegen Facebook und Konsorten, er warnte vor dem Überwachungswahn von Internetfirmen und der freiwilligen Preisgabe intimster Details.

Er reihte sich damit, wenigstens im Werbesprech, ein in die Reihe großer SF-Romane wie Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ (Brave new World, 1932), George Orwells „1984“ (Nineteen Eighty-Four, 1949) und Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ (1953).

Dass Eggers‘ Dystopie für Science-Fiction-Fans spätestens seit Cyberpunk ein alter Hut ist, dass Eggers‘ Dystopie deutlich länger und oberflächlicher als die eben genannten Klassiker ist; – geschenkt, solange das Werk auf ein aktuelles Problem aufmerksam machen kann und eine breite Diskussion darüber anstößt.

Außerdem zeigt er schön die subtilen Methoden, mit denen Arbeitgeber ihre Angestellten und Kunden beeinflussen. Sie müssen keinen Druck ausüben, weil, wie in einer Sekte, alle Circle-Mitarbeiter sich freiwillig dem Gebot der Transparenz unterwerfen, intimste Details miteinander teilen und sich gegenseitig über den grünen Klee loben.

Jetzt läuft bei uns James Ponsoldts Verfilmung von Dave Eggers‘ Roman an und es könnte der hochkarätig besetzte Film zur Stunde sein. Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega (bekannt aus „Star Wars: Das Erwachen der Macht“) und Allzweckwaffe Patton Oswalt sind dabei. Darren-Aronofsky-Stammkameramann Matthew Libatique übernahm die Kamera. Tim-Burton-Hauskomponist Danny Elfman schrieb die Musik.

Aber in den USA waren die Kritiken verheerend und an der Kinokasse blieb der Film weit hinter den Erwartungen zurück.

Ob das in Deutschland anders ist, wage ich zu bezweifeln. Denn „The Circle“ ist ein schlechter Film, der aber nicht mit dem Remmidemmi eines hirnlosen Blockbusters für sich werben kann.

Im Mittelpunkt des Buches und des Films steht die 24-jährige Mae Holland. Sie erhält, protegiert von ihrer Universitätsfreundin Annie Allerton, eine Stelle bei der Internetfirma „Circle“. Das ist, kurz gesagt, ein das Internet beherrschendes Konglomerat aller verfügbaren Dienste. So eine Art Super-Facebook-Amazon-YouTube-Twitter-Instagram-undwasessonstnochgibt, bei dem fast jeder Mensch ein persönlich verifiziertes TruYou-Konto hat. Ihre Arbeit beginnt Mae in der Kundenbetreuung. In den ersten Tagen erkundet sie die riesige Firmenzentrale. Sie ist ein Campus mit kostenlosen Mahlzeiten (teils von Spitzenköchen zubereitet), Apartments (bei Bedarf) und Endlospartys mit bekannten Künstlern. Im Film tritt Beck auf. Im Buch nennt Eggers keine Namen, aber Mae ist immer wieder begeistert, dass sie gerade den angesagten Musiker sehen kann. Denn die Firmenchefs wollen, dass es ihren Angestellten gut geht. Deshalb gibt es auch eine kostenlose Gesundheitsvorsorge; bei Bedarf auch für die Eltern. Und weil Maes Vater MS hat, ist das eine tolle Sache.

Circle-Firmengründer Eamon Bailey stellt mit SeeChange ein neues Projekt vor. Mit Minikameras, die überall auf der Welt verteilt werden, kann er vor dem Surfen sehen, ob die Wellen gut sind, ob seine Mutter in ihrer Wohnung nicht gestürzt ist (er hat die Kameras ohne ihr Wissen angebracht) und ob irgendwo in der Welt gerade etwas Schlimmes passiert, ein übergriffiger Polizist oder ein Aufstand. Die Kameras schaffen Transparenz für die gute Sache und sie führen zu einer besseren Welt. Meint Bailey.

Als Mae bei einer nächtlichen Kajakfahrt fast ertrinkt und nur durch die SeeChange-Kamera, die dafür sorgt, dass Rettungskräfte informiert werden, gerettet werden kann, ist sie von Baileys neuer Vision restlos überzeugt. Sie beschließt, vollkommen transparent zu werden.

Ab jetzt hat sie eine Kamera dabei, die ständig ins Internet überträgt, was sie tut. Sie will, dass alle Menschen ihrem Beispiel folgen. Denn, so ihr Spruch, der gleich vom Circle übernommen wurde: „Geheimnisse sind Lügen – Teilen ist Heilen – Alles Private ist Diebstahl“.

Während der Roman diese Geschichte (keine Panik, sie geht noch weiter) stringent als Verführungs- und bescheidene Aufstiegsgeschichte erzählt, geht der Film einen anderen Weg. Dass dafür einige Details verändert werden und dass aus zwei im Roman wichtigen Personen im Film eine wird, ist für das Scheitern des sich insgesamt sehr nah am Roman bewegenden Films letztendlich egal.

Wenn dabei allerdings die Motivation der Charaktere für ihr Handeln verändert wird, hat es Auswirkungen auf unseren Blick auf die Person und ihr Handeln.

So wird, um nur ein Beispiel zu nennen, Mae im Film transparent, weil sie in der Bucht bei einem nächtlichen Kajakausflug fast ertrunken wäre und nur durch SeeChange-Kameras gerettet werden konnte. Im Roman wird sie durch die SeeChange-Kameras bei dem Diebstahl des Kajaks erwischt und kann nur durch die Intervention der Besitzerin des Bootsverleihs, die für ihre Stammkundin Mae lügt, einer Verhaftung entgehen. Anschließend redet Bailey mit ihr darüber und wie unfair es sei, dass sie ihren nächtlichen Bootsausflug für sich behalten wollte und fragt sie, ob sie das Boot auch dann gestohlen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie bei dem Diebstahl gefilmt werde.

In diesem und in vielen anderen Momenten, zeigt Eggers, wie Mae manipuliert wird. Ständig wird ihr ein schlechtes Gewissen eingeredet. Sie verändert ihr Verhalten, passt sich klaglos den Circle-Regeln an und wird immer mehr zu einer überzeugten Circle-Jüngerin, weil sie so ein besserer Mensch wird.

Trotzdem gibt es im Roman, auch nachdem Mae ihr gesamtes Leben in das Internet überträgt, immer wieder Brechungen. Denn Mae und ihre Gesprächspartnerinnen verändern bewusst ihr Verhalten, wenn sie ihr begegnen. Sie wissen in dem Moment, dass sie sich vor einem Millionenpublikum unterhalten. Mae schauspielert und sie weiß das. Eine Intimsphäre hat sie nur noch in wenigen Momenten ihres Lebens. Wenn sie schläft, nimmt sie die Kamera ab. Wenn sie auf die Toilette geht, wird die Kamera für drei Minuten stumm gestellt.

Doch auch hier geht ihre Entwicklung weiter. Sie wird zu einer immer lautstärkeren Verfechterin der Circle-Philosophie und sie möchte, dass der Kreis sich schließt. Auch wenn sie in dem Moment keine Ahnung, was das Schließen des Circle-Kreises sein wird.

Im Film, und das ist das größte Problem der Verfilmung, enthüllt Regisseur und Drehbuchautor James Ponsoldt die Motive des Circle und die damit verbundenen Gefahren für unser Zusammenleben schon sehr früh. Danach weiß Mae, dass ihr Arbeitgeber nicht so edel ist, wie er behauptet, aber als die nächste App auf ihrem Computer installiert wird, denkt sie nicht mehr daran. Es ist ihr egal. Es hat keine Auswirkung auf ihr Handeln. Es gibt keine Entwicklung, sondern nur eine durchgehend naive Protagonistin, die jedes Mal, wenn ihr ein für sie besonders wichtiger Circle-App präsentiert wird, skeptisch die Stirn runzelt (nein, das kann Emma Watson nicht besonders gut), nickt und sofort die App begeistert und vollkommen kritiklos anwendet .

Deshalb ist das Filmende, das sich vom Romanende unterscheidet, ärgerlich. Das Romanende ergibt sich aus der vorherigen Geschichte. Im Film ist man dagegen von Maes Handlung überrascht, weil sie dramaturgisch nicht vorbereitet wurde. Es ist das Ende eines Films, der unter seiner glänzenden Oberfläche das Potential seiner Geschichte niemals auch nur im Ansatz ausschöpft, weil er durchgehend viel zu nah am schwachen Romantext bleib. Die wenigen Veränderungen schwächen die Geschichte eher, als dass sie sie stärken.

Und jetzt habe ich noch nichts über die vollkommen verschenkten politischen Subplots gesagt.

The Circle (The Circle, USA/UAE 2017)

Regie: James Ponsoldt

Drehbuch: James Ponsoldt

LV: Dave Eggers: The Circle, 2013 (Der Circle)

mit Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Karen Gillan, Ellar Coltrane, Patton Oswalt, Glenne Headly, Bill Paxton, Jimmy Wong, Judy Reyes, Beck (als Beck)

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Dave Eggers: Der Circle

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

KiWi, 2015

560 Seiten

10,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Kiepenheuer & Witsch, 2014

Originalausgabe

The Circle

Knopf, 2013

Hinweise

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Moviepilot über „The Circle“

Metacritic über „The Circle“

Rotten Tomatoes über „The Circle“

Wikipedia über „The Circle“ (deutsch, englisch)

Perlentaucher über „Der Circle“

Meine Besprechung von Tom Tykwers Dave-Eggers‘-Verfilmung „Ein Hologramm für den König“ (Deutschland/Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 4. März: Der Krieg des Charlie Wilson

März 4, 2017

ZDFneo, 21.55

Der Krieg des Charlie Wilson (USA 2007, Regie: Michael Nichols)

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: George Crile: Charlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History, 2003 (Der Krieg des Charlie Wilson)

Auf Tatsachen basierende, von der Kritik abgefeierte und für viele Preise nominierte Polit-Komödie über den liberal-demokratischen Kongressabgeordneten Charlie Wilson, der in den Achtzigern half den afghanischen Widerstand gegen die Sowjets finanziell und mit Waffen zu unterstützten.

Die Folgen – nun, heute kennen wir die weitere Geschichte von Afghanistan, den Taliban und von Al-Qaida.

Mit Tom Hanks, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffmann, Amy Adams, Ned Beatty, Emily Blunt, Michael Spellman

Hinweise

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Film-Zeit über „Der Krieg des Charlie Wilson“

Rotten Tomatoes über “Der Krieg des Charlie Wilson”

Wikipedia über “Der Krieg des Charlie Wilson” (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. März: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

März 1, 2017

BR, 23.30

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012, Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer)

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

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Film-Zeit über „Cloud Atlas“

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)

Meine Besprechung von Tom Tykwers Dave-Eggers-Verfilmung „Ein Hologramm für den König“ (Deutschland/Großbritannien 2016)


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