Still ruht der Fjord. Dabei verrät Pål Øie schon in der ersten Minute seines neuen Films „Kraken – Erwachen der Tiefe“, dass unter der Oberfläche ein Monster lauert. 1970 schlug es zu. Das Fernsehen berichtete. Dann verschwand es.
Jetzt scheint es wieder in dem Fjord aufgetaucht zu sein. Jedenfalls verschwindet eine Gruppe Jugendlicher. Und ungewöhnlich viele Wildlachse sterben. Die aus der Gegend kommende Meeresbiologin Johanne soll das Sterben der Lachse untersuchen. Der Grund dafür könnte eine neue Lachsfarm sein, die mit einem revolutionärem Verfahren Zucht in einem großen Stil betreiben will.
„Kraken“ erzählt seine Geschichte, mit minimalsten Überraschungen, strickt nach der seit dem „Der weiße Hai“ bekannten Formel. Das Monster aus der Tiefe, ein riesiger Kraken, wird durch menschliche Eingriffe in seinem natürlichem Lebensraum gestört. Er taucht auf, tötet Menschen und diese versuchen ihn zu töten. Das ganze wird, während die Schauspieler sich überzeugend im Non-Acting bewähren, mit etwas milder, sehr milder, wirklich sehr milder Kapitalismuskritik garniert.
Immerhin ist „Kraken“ kompetent inszeniert, es gibt schöne Bilder vom Fjord und er ist, wenn die Monster ganz oder in Teilen auftauchen, ordentlich getrickst.
Pål Øies Film wäre ein enttäuschender Tier-Horrorfilm, wenn man mehr erwartet hätte.

Kraken – Erwachen der Tiefe (Kraken, Norwegen 2026)
Regie: Pål Øie
Drehbuch: Vilde Eide, Kjersti Helen Rasmussen, Natasha Arthur (nach einer Geschichte von Pål Øie und Sjur Aarthun)
mit Sara Khorami, Mikkel Bratt Silset, Øyvind Brandtzæg, Jenny Evensen, Ingvild Holthe Bygdnes, Jon Erik Myre
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 23. Juli 2026
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Hinweise
Wikipedia über „Kraken“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Pål Øies „The Tunnel – Die Todesfalle“ (Tunnelen, Norwegen 2019)