Monika Griefahn und die Quote

Oktober 18, 2007

Der Auslöser für die gestrige Quotendiskussion (Zur Erinnerung: dieses Mal ging’s um eine Quote für deutsche Produktionen im Fernsehen) war eine BILD-Meldung, die die  SPD-Politikerin Monika Griefahn,  Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, zitierte. Jetzt erklärt sie auf ihrer Homepage, dass sie das nicht gefordert habe. Sondern: „Nach wie vor, spreche ich mich für die stärkere Berücksichtigung von deutschsprachiger und in Deutschland produzierter populärer Musik im Rundfunk aus. Die hohen Verkaufszahlen bei Konzertkarten und CDs zeigen die großen Erfolge von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, die jedoch keine ausreichende Anerkennung im Rundfunk finden. (…) Da sich allerdings gerade bei deutschen Serien bisher keine so starke Differenz zwischen vorhandener und gesendeter Qualität wie im Bereich der Musik erkennen lässt, gibt es für mich hier keinen Grund für eine gesonderte politische Forderung.“

Kann mir jemand den Griefahns letzten Satz erklären? Oder ist es ein reines Analogieargument? Dann ginge das ungefähr so: Bis jetzt werden DVDs von deutschen Serien kaum gekauft. Die schlechten Verkaufszahlen spiegeln sich nicht im TV-Programm wieder und deshalb muss ich nichts fordern.

Der Beweis: ein Blick auf die Amazon-Liste der meistverkauften TV-Produktionen. Erst auf Platz 48 ist, wenn wir Mario Barth und Oliver Pocher (Hey, das sind Bühnenprogramme und keine Serien), mit „Stromberg“ eine in Deutschland produzierte Serie.


Kinostarts, Deutschquote, Streik

Oktober 18, 2007

Im Internet wurde der Film „Trade – Willkommen in Amerika“ von Marco Kreuzpaintner heftig beworben. Die ersten deutschen Kritiken sind durchwachsen-positiv, den amerikanischen Kritiker gefiel der Film nicht. Untergegangen ist dabei die Inspration für den Film: die Reportage „The Girls Next Door“ von Peter Landesmann. Sie erschien am 25. Januar 2004 im New York Times Magazine und wurde später in der sehr empfehlenswerten Kriminalreportagensammlung „The Best American Crime Writing 2005“ (herausgegeben von Otto Penzler und Thomas H. Cook, mit einer Einleitung von James Ellroy) abgedruckt. In den USA löste die Reportage eine Diskussion über die Sexsklaverei aus.

Außerdem startet im Kino der Western „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Bob Ford“ (USA 2006, Regie/Drehbuch: Andrew Dominik). Er braucht gute 160 Minuten um seine Geschichte zu erzählen. Samuel Fuller schaffte die Story in seinem Debüt „Ich erschoss Jesse James“ in der halben Zeit. Mal sehen, wer den besseren Film gemacht hat.

Ebenfalls auf Tatsachen basiert „Enttarnt“ (USA 2007, Regie: Billy Ray, Drehbuch: Adam Mazer, William Rotko, Billy Ray). Es geht um den verdienten FBI-Agenten Robert Hanssen. Im Februar 2001 wurde er als langjähriger Doppelagenten für die Sowjetunion verhaftet. Ist anscheinend ein langsam erzählter Thriller mit einem intelligenten Drehbuch und guten Schauspielerleistungen. Aber wer hätte von Chris Cooper etwas anderes erwartet?

Wer schon immer wissen wollte, wo genau der Unterschied zwischen den Privaten und den Öffentlich-Rechtlichen Sendern liegt, wenn eine Serie schlechte Quoten hat, erfährt es hier: „Ein Fall für Nadja“ wird nach fünf von sechs Folgen abgesetzt. Bei „Las Vegas“ ging’s doch beim ersten Mal schon nach drei Folgen, oder?

Angesichts dieser Situation ist natürlich die Forderung nach einer Quote für deutsche Serien – genauso blöd, wie die immer wieder erhobene Forderung nach einer Quote für deutsche Musik (aber: wenn ich sowieso kein Radio, sondern nur CDs höre, kann mir auch eine Quote egal sein. Hm.). Aber die Politiker tun’s mal wieder. In der Tageszeitung gibt es dazu einen schönen Bericht von Klaus Raab mit dem treffenden Satz:  „Und, ganz wichtig: Floppen deutsche Serien nicht reihenweise?“

Und Hollywood bereitet sich auf einen Streik der Drehbuchautoren vor.  Lee Goldberg zitiert einen Artikel von Howard Rodman aus der LA Times.


Hammett-Preis 2006 verliehen

Oktober 16, 2007

Am Wochenende hat die International Association of Crime Writers/North America (IACW/NA) ihren Preis für den besten Kriminalroman des vergangenen Jahres, den Hammett, an

The Prisoner of Guantanamo von Dan Fesperman (Knopf)

verliehen.

Neben Fesperman waren

Ghost Dancer: A Thriller, von John Case (Ballantine)

Dark Companion, von Jim Nisbet (Dennis McMillan)

The Crimes of Jordan Wise: A Novel, von Bill Pronzini (Walker)

Four Kinds of Rain, von Robert Ward (St. Martin’s)

nominiert.

Die Pressemitteilung der IACW/NA gibt es hier, einige Gedanken zu den Nominierungen gibt es bei Krimileser Bernd und ich werde mir den Roman irgendwann vornehmen.


Robert B. Parker, VDD, WGA, „Miami Vice“, BigBrotherAward

Oktober 14, 2007

Einige kurze Meldungen:

Spenser-Erfinder Robert B. Parker gibt dem Boston Globe ein Interview. Nicht uninteressant.

In der aktuellen Ausgabe von „Spript“, der Zeitschrift des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) , ist das Schwerpunktthema „Der Krimiboom: Seine Gewinner, seine Verlierer“ mit Artikeln über die gefloppte Sat.1-Serie „Blackout“ (von Xao Seffcheque), einen Nachbericht über „Tatort Eifel“ (von Bettina Buchler)  und einen Überblick über die deutschen TV-Krimiserien (nur die Titel).

Die amerikanischen Autoren haben auch ihre Vereinigung der Drehbuchautoren: die Writers Guild of America (WGA). In ihrem Magazin „Written by“ veröffentlichten sie in der Sommerausgabe sechs Drehbücher zu nicht-produzieren Science-Fiction-Serienpiloten. Aber zwei könnten auch in der Zukunft spielende Krimis sein.

In meiner Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“ sagte ich, die Folgen seien beschnitten. Jetzt gibt es – endlich – bei Schnittberichte in täglichen Dosen einen Überblick über die Schnitte.  Direkt zu „Unter Haien“, dem neuesten Schnittbericht, geht es hier. (Oh, wenn wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: in Amerika und England erscheint die Tage eine Box mit allen Miami Vice-Folgen und einer noch etwas unklaren Menge an Bonusmaterial. Natürlich ungeschnitten und sogar mit der Originalmusik.)

Der BigBrotherAward (der Preis für besonders dreistes Sammeln von Daten) ist verliehen. Die glücklichen Gewinner sind hier zu finden.  Wolfgang Schäuble ging dieses Jahr leer aus.


Happy Birthday, Lee Konitz!

Oktober 12, 2007

Lee Konitz, geboren 13. Oktober 1927, Saxophonist

lee-konitz-foto-bussmer.jpg

Weitere Informationen über Lee Konitz:

All about Jazz (viel englischer Text; mit vielen weiterführenden Links)

Jazzthing zum Geburtstag (deutsch, wenige Zeilen)

JazzEcho (also Verve Music, ebenfalls deutsch, ebenfalls wenige Zeilen)

Das Foto machte ich vor etwas zehn Jahren in der „Seekuh“ in Konstanz. War ein tolles Konzert.


Eva Herman in Topform; Nachtrag zu Franck Burns

Oktober 10, 2007

Großes Theater Johannes B. Kerner. Eva Herman erklärt, dass sich die ganze Presse gegen sie verschworen habe, sie falsch zitiert werde und sowieso alle gegen sie seien. Denn in ihrer Welt hat nur eine Recht: nämlich E. H.. Die anderen Gäste (Senta Berger, Margarethe Schreinemakers, Mario Barth) versuchten erstaunt-schockiert die Blondine zu besänftigen. Ging aber nicht. Denn Eva war ja damit beschäftigt zu erklären, dass es in Deutschland Diskussionsverbote gebe, alle sie falsch verstünden, der Wissenschaftler gefälligst still sein solle und die Frauen irgendwie unterdrückt würden. Das sahen Margarethe und Senta anders. Mario hat wahrscheinlich sein nächstes Programm mit dem Inhalt „Meine Begegnung mit einer paranoiden Blondine“ geplant. Ein Bericht, der mir das Zusammenfassen erspart, gibt es hier und die Show müsste auch in der ZDF-Mediathek angesehen werden können. Tolle Selbstdemontage, Frau Herman! Weiter so!

Oh, und kann jemand für You Tube ein Video erstellen, in dem bei jeder falschen Behauptung von Eva Herman ein lautes Signal ertönt? Dürfte wegen der vielen „Beeps“ bestimmt ein witziges Teil werden.

Am 16. September zeigte Arte die Doku „Franck Burns verzweifelt gesucht“ über einen nicht auffindbaren Autor, der einen tollen Kriminalroman über Marseille von unten geschrieben hat. Jetzt ist das die Tage erschienene Debütwerk „Social Killer„auch auf der Homepage seines Verlages angekündigt.


„The Shield“ wieder abgesetzt

Oktober 9, 2007

Was kommt heraus, wenn ich meinen letzten Post radikal kürze?

Horst Eckert – lobt – John Harvey.

Und nun zur anderen Meldung:

„The Shield“-Fans sind eine Minderheit. Auch bei Kabel 1. Auch dort ist die Quote so schlecht, dass die Serie aus dem Programm fliegt. „Las Vegas“ kommt ab Sonntag eine Stunde später.  „The Shield“ soll irgendwann auf einen anderen Programmplatz wandern. Wahrscheinlich haben bis dahin alle Fans und künftigen Fans, wie bei den „Sopranos“ und „24“, die DVDs gekauft.

Für uns gebildeten Krimifans bleibt natürlich die Frage, warum diese grandiose Cop-Serie in Deutschland so floppt. Ad hoc einige Erklärungsversuche:

– In „The Shield“ hat das Verbrechen gewonnen. In deutschen Serien ist das Verbrechen eine Ausnahmeerscheinung und nach 45/60/90 Minuten ist die Welt in Ordnung.

– „The Shield“ trifft unsere innersten Gefühle und Ängste. Deutsche Serien sind dagegen Eskapismus.

– „The Shield“ ist unglaublich ökonomisch erzählt. Deutsche Serien bräuchten für eine „The Shield“-Folge wahrscheinlich die hundertfache Zeit.

– „The Shield“ ist für Erwachsene gemacht. Deutsche Krimiserien können ohne Probleme von Jugendlichen und Kindern gesehen werden. Also „FSK 18“ gegen „FSK 12/FSK 6“.

– In „The Shield“ wird keine der Hauptfiguren verschont. In deutschen Krimiserien gibt es einen allgemeinen Schmusekurs.

– In „The Shield“ agieren dreidimensionale Charaktere. In deutschen – nicht.


Aufräumarbeiten

Oktober 9, 2007

Heute wird nur der Briefkasten geleert und einige Altlasten beseitigt:

Horst Eckert ist im Januar 2008 „auteur-en-résidence“ im Départements Gironde. Das dortige Kulturbüro hat ihn eingeladen. Partner des Projekts sind unter anderem das Goethe-Institut Bordeaux und die Gesellschaft „Ours Polar“. Wir warten gespannt auf die Erkenntnisse des Krimiautors.

In seinem Rundbrief schreibt Eckert außerdem, dass „Der Absprung“ inzwischen als von Burghart Klaußner gelesenes Hörbuch vorliegt. Seinen neuesten Roman „Königsallee“ wird Eckert dagegen selbst vorlesen. Das Hörbuch soll noch vor Weihnachten erscheinen und eignet sich damit gut als Geschenk für die Lesefaulen. Denn: wir kriegen euch alle.

Das Programm der vom 28. Oktober bis 1. November stattfindenden „Krimi Tage Berlin“ steht fest. Gastland ist Island. Es lesen in alphabetischer Reihenfolge:

Ani, Friedrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Blaudez, Lena

Lesetermine: Sonntag, 28. 10. 2007, Dienstag, 30. 10. 2007

Blettenberg, D.B.

Lesetermin: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Chaplet, Anne

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Gross, Rainer

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Göhre, Frank

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Herrmann, Elisabeth

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Indriðason, Arnaldur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Ingólfsson, Viktor Arnar

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Ivanov, Petra

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Jósepsson, Ævar Örn

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Kastura, Thomas

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Kröger, Merle

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Morchio, Bruno

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Paprotta, Astrid

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Schenkel, Andrea Maria

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Schneider, Hansjörg

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Sigurðardóttir, Yrsa

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Stefánsson, Jón Hallur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Steinfest, Heinrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Die CWA hat folgende historischen Kriminalromane für den „Ellis Peters Historical Dagger“ nominiert:

Ariana Franklin: Mistress of the Art of Death (Bantam Press)

Jason Goodwin: The Snake Stone (Faber and Faber)

Philip Kerr: The One from the Other (Quercus)

Andrew Martin: Murder at Deviation Junction (Faber and Faber)

Mark Mills: The Savage Garden (HarperCollins)

Stef Penney: The Tenderness of Wolves (Quercus)

Der Preis wird am Mittwoch, den 7. November, in London verliehen.

Historisch wird dabei nicht so eng gesehen. Denn Kerrs Bernie Gunther-Roman spielt im Nachkriegsdeutschland.

Das zwanzigminütige Making-of des von Lee Goldberg geschriebenen Pilotfilms „Fast Track: No Limits“ kann hier angesehen werden.

Während die Bucheditionen der Süddeutschen Zeitung mit Neuauflagen sattsam bekannter Werke ihr Publikum fanden (Wie oft soll ich mir den Malteser-Falken ins Regal stellen?), verirren sich in die DVD-Editionen der SZ immer wieder Neuveröffentlichungen (Ich sage nur „Point Blank“.). Allerdings immer ohne Extras. Aus reiner Chronistenpflicht gibt es die Liste der neuesten SZ-Cinemathek-Edition. Sie heißt „Série Noire“ und präsentiert nicht Meisterwerke der „Schwarzen Serie“, sondern eine bunte, etwas willkürliche Auswahl französischer Kriminalfilme:

1. Vier im roten Kreis

2. Die Blume des Bösen

3. Das Mädchen und der Kommissar

4. Der Clan der Sizilianer

5. Eine fatale Entscheidung

6. Der Uhrmacher von St. Paul

7. Das Geheimnis der falschen Braut

8. Tödliche Diamanten

9. Der Teufel mit der weißen Weste

10. Diebe der Nacht

11. Die untreue Frau

12. Wahl der Waffen

(Oha, „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau hat ein Remake des Jean-Pierre Melville-Films „Le deuxième souffle“ [Der zweite Atem] gedreht. Bin gespannt, wann ich dieses Remake in Berlin sehen kann. Und noch gespannter bin ich, wann endlich das Werk von Jean-Pierre Melville auf DVD vorliegt.)

Ebenfalls aus Chronistenpflicht, denn über den Artikel wird schon im Krimiblog und beim Krimileser diskutiert: Thomas Wörtche hat einen „Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen“ geschrieben.

Danach darf dann noch einige Minuten bei Europolar verweilt werden, ehe die Oktober-Besprechungen der Krimi-Couch gelesen werden. Zum Beispiel deren Abfeiern von „Schau nicht zurück“ von John Harvey.

Ich gehe jetzt ganz realistisch ins Bett.


„Ultimo“ lobt das „Krimijahrbuch 2007“ nicht

Oktober 5, 2007

Yippie, nach all dem Lob für das „Krimijahrbuch 2007“ gibt es im Bielefelder Magazin „Ultimo“ einen launigen Verriss von Alex Coutts.


Fundsachen: Das Syndikat, „Final Call“, „Rosemary’s Baby“, Lee Goldberg, Stephen King, Tatort Eifel

Oktober 2, 2007

„Das Syndikat“, die Vereinigung der deutschen Krimi-Autoren, hat eine neue Webseite. Das Layout ist etwas gewöhungsbedürftig und die Textmenge noch sehr überschaubar (einige alte Texte habens nicht geschafft), aber wenn die ehrenwerten Herren demnächst genug Stoff hineinstellen, dürften wir uns auch an das neue Layout gewöhnen.

Bis dahin können wir eine frühe Version von Larry Cohens Drehbuch „Cellular“ mit einer späteren, von Chris Morgan bearbeiteten, Fassung und dem Spielfilm „Final Call“ (USA 2004, Regie: David R. Ellis, Drehbuch: Chris Morgan, mit Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy) vergleichen.  In dem ziemlich unterschätzten, kleinen, spannenden Thriller wird ein junger Mann auf seinem Handy von einer unbekannten Frau angerufen. Sie sagt, man habe sie entführt und er sei ihre einzige Chance auf eine Befreiung. Deshalb dürfe er unter keinen Umständen die Verbindung unterbrechen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Wer mehr auf die anerkannten Klassiker steht, dürfte sich über die endgültige Drehbuchfassung von Roman Polanski zu seinem Horrorfilm „Rosemary’s Baby“ (USA 1968) freuen. Ira Levin schrieb die Romanvorlage.

Auf der Cologne Conference versuchte Lee Goldberg (unter anderem die Monk-Romane) deutschen Fernsehmachern zu erklären, warum die US-amerikanische Ware weltweit so erfolgreich ist. Er sagte, es liege am Franchise. Die Deutschen meinten, man müsse „wieder Themen finden, die speziell auf Deutschland zugeschnitten seien und die somit auch nur deutsche Produktionen erzählen können. “ (DWDL) Warum habe ich den Eindruck, dass hier von verschiedenen Dingen gesprochen wird?

(Danach besuchte Goldberg die Verleihung des deutschen Fernsehpreises. Er fand, sie sei wie die Emmy-Verleihung, nur noch langweiliger. Sagt er jedenfalls in seinem Blog. Dort fasst er auch seinen Vortrag zusammen: Why no one is watching german TV. – Ich denke er hat Recht. Aber das dürfte niemand verwundern, der zu diesem Thema meine doch sehr ähnlichen Gedanken im „Krimijahrbuch 2007“ gelesen hat.)

In der New York Times schreibt Stephen King über die Kurzgeschichte: „What ails the Short Story“.

Und der „Tatort Eifel“ bereitet langsam seine Tagung nach. Die Gewinner des Kurzkrimi-Wettbewerb gibt es hier.  Einige Pressemitteilungen gibt es hier.


Bouchercon 2007: Anthony verliehen

September 30, 2007

Sodele, jetzt sind die Anthonys verliehen. Mit der Meldung war Sarah Weinman schneller als The Rap Sheet. Dafür ist The Rap Sheet ausführlicher und Ken Bruen hat keinen Anthony gewonnen, weil er nicht nominiert war.

Die Gewinner sind:

Bester Roman: Laura Lippman: No good Deeds (William Morrow)

Bestes Debüt: Louise Penny: Still Life (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: Dana Cameron: Ashes and Bones (Avon)

Beste Kurzgeschichte: Simon Wood: My Father’s Secret (Crimespree Magazine, B’con Special Issue 2006)

Bestes Sachbuch: Jim Huang & Austin Lugar (Herausgeber): Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers (Crum Creek Press)

Besondere Verdienste: Jim Huang, Crum Creek Press and The Mystery Company


Bouchercon 2007: Shamus verliehen

September 29, 2007

Die Private Eye Writers of America (PWA) haben auf der Bouchercon ihren Preis, den Shamus verliehen. Wie der Namen schon sagt, ist die Hauptfigur ein Privatdetektiv. Die Gewinner sind:

Bester Roman: „The Dramatist” von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: „An Unquiet Grave” von P.J. Parrish (Pinnacle)

Bestes Debüt: „The Wrong Kind of Blood” von Declan Hughes (Morrow)

Beste Kurzgeschichte: “The Heart Has Reasons” von O’Neil De Noux (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine [AHMM], September 2006)

Der Preis “The Eye” für lebenslange Verdienste ging an Stuart M. Kaminsky (geb. 29. September 1934 – Herzlichen Glückwunsch!). Er erfand – ich beschränke mich jetzt auf seine Privatdetektive – den in Hollywood in den Vierzigern ermittelnden Privatdetektiv Toby Peters (etliche Romane aus dieser Serie wurden übersetzt), den im heutigen Sarasota, Florida, ermittelnden Privatdetektiv Lew Fonesca (tolle, bis jetzt nicht ins Deutsche übersetzte PI-Romane) und schrieb zwei Detektiv-Rockford-Romane (Hey, denn kennen jetzt aber alle.).

Als neuen Preis verleiht die PWA „The Hammer“. Er ging an Shell Scott; den von Richard S. Prather erfundenen Privatdetektiv. Etliche Shell-Scott-Abenteuer wurden auch ins Deutsche übersetzt und sie müssten leicht in verschiedenen Antiquariaten zu finden sein.

Keith Gilman gewann den von St. Martin’s Press und PWA ausgelobten Preis für das beste Manuskript. Gilman, ein Polizist, ist also ein Name, den wir uns merken müssen.

Ken Bruen hat jetzt noch einen Preis für einen Jack-Taylor-Roman gewonnen. „The Dramatist“ ist das vierte Abenteuer des PI. „Priest“ das fünfte. Die ersten drei waren „The Guards“ (Shamus-Gewinner), „The Killing of the Tinkers“ (Macavity-Gewinner) und „The Magdalen Martyrs“. Der sechste Band “Cross” ist vor wenigen Monaten erschienen. Obwohl jeder Roman für sich alleine steht, liest man die kurzen Bücher besser chronologisch. Außerdem dürfte „The Guards“ das zugänglichste sein.

(Dank an The Rap Sheet für die Liste der Gewinner.)


Bouchercon 2007: Barry und Macavity verliehen

September 28, 2007

Während des Krimitreffens “Bouchercon“ werden auch zahlreiche Preise verliehen. Inzwischen rollen die Listen der Preisträger (dank Sarah Weinman) ein.

Barry 2007

Bester Roman: “The Night Gardener” von George Pelecanos

Bestes Debüt: „Still Life“ von Louise Penny

Bester britischer Kriminalroman: „Priest“ von Ken Bruen

Bester Thriller: „The Messenger“ von Daniel Silva

Bestes Taschenbuch: “The Cleanup” von Sean Doolittle

Beste Kurzgeschichte: „The Right Call“ von Brendan DuBois

(„The Night Gardener“ von George Pelecanos und „Priest“ von Ken Bruen habe ich bereits gelesen und sie sind verdammt gut. Wobei Bruen mit seiner radikalen Absage an die klassische Detektivgeschichte nicht jedermanns Sache ist.)

Macavity 2007

Bester Roman: “The Virgin of small plains” von Nancy Pickard (Ballantine)

Bestes Debüt: “Mr. Clarinet” von Nick Stone (Penguin/Michael Joseph)

Bestes Sachbuch: “Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers”, herausgegeben von Jim Huang and Austin Lugar (Crum Creek)

Beste Kurzgeschichte: „Til Death Do Us Part“ von Tim Maleeny (MWA Presents Death Do Us Part: New Stories about Love, Lust, and Murder, herausgegeben von Harlan Coben; Little, Brown)

Sue Feder Historical Mystery: “Oh Danny Boy” von Rhys Bowen (Minotaur)

Ah, ich muss endlich “Mr. Clarinet“ lesen. Der Schinken räumt ja alle möglichen Preise ab. Von einer deutschen Übersetzung weiß ich noch nichts.


KrimiWelt-Bestenliste für den Oktober 2007

September 28, 2007

Neuer Monat, neue KrimiWelt-Bestenliste. Im Oktober wünschen die Kritiker diesen Büchern viele Leser:

1          (1)       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

Edition Nautilus, 160 Seiten, 12,90 €

2          (2)       Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

Piper, 348 Seiten, 12,00 €

3          (-)        James Sallis: Driver

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger

Liebeskind, 160 Seiten, 16,90 €

4          (5)       Deon Meyer: Der Atem des Jägers

Aus dem Englischen von Ulrich Hoffmann

Rütten&Loening, 432 Seiten, 19,95 €

5          (-)        Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

Aus dem Amerikanischen von Frank Nowatzki und Angelika Müller

Pulp Master, TB, 352 Seiten, 13,80 €

6          (6)       Juan Damonte: Ciao Papá

Aus dem argentinischen Spanisch von Peter Tremp

Lateinamerika Verlag, 192 Seiten, 14,80 €

7          (-)        Friedrich Ani: Hinter blinden Fenstern

Zsolnay, 320 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Simon Beckett: Kalte Asche

Aus dem Englischen von Andree Hesse

Wunderlich, 432 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Arne Dahl: Ungeschoren

Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt

Piper, 416 Seiten, 19,90 €

8          (-)        John Hart: Der König der Lügen

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt

C. Bertelsmann, 448 Seiten, 19,95 €

 

James Sallis! Rick DeMarinis! Zwei Autoren, die mich die letzten Tage verdammt gut unterhielten. Gute Krimis. Gute Literatur. Halt genau das, was ich (Ja, ich weiß, alle anderen sind begeistert. Aber -) bei Andrea Maria Schenkel vermisse. John Hart liegt ganz oben auf meinem Stapel und er bekommt für sein Debüt auf der Bouchercon vielleicht auch einen Preis.

Robert B. Parker (Der stille Schüler [School Days]) und Michael Connelly (Der Mandant [The Lincoln Lawyer]) sind wieder draußen. Trotzdem wünsche ich ihnen weiterhin viele Leser. Wenn Sie diese Bücher gelesen haben, können Sie gleich zur „Gangsterbraut“ von Elmore Leonard greifen.

P. S.: In der Klammer ist die Position des Vormonats.


Magnus Gäfgen, Eva Herman und Lee Goldbergs „Fast Track“

September 27, 2007

Erinnern Sie sich noch an den Fall Magnus Gäfgen? Der Jura-Student entführte ein Kind, brachte es um und gestand seine Tat. Allerdings drohte ihm die Polizei vorher mit unerträglichen Schmerzen, vulgo Folter. Jetzt beschäftigt sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Fall und es könnte sein, dass der freikommt. Der Grund?

Die Richter sahen Anhaltspunkte, dass die deutschen Behörden gegen das Verbot der Folter und gegen das Grundsatz des fairen Verfahrens verstoßen haben. Diese Fragen wollen die Juristen nun genauer prüfen – ein Etappensieg für Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer. (Spiegel Online)

Wenn Gäfgen deshalb freikäme, hätte ich nichts dagegen. Denn im Gegensatz zu den milden Urteilen für die Polizisten, die es okay fanden einen Verdächtigen zu foltern, würde ein solches Urteil eindeutig zeigen, dass Beweise, die mit den falschen Mitteln gefunden werden, vor Gericht nichtig sind. Wir Krimifans kennen diese Konstruktion der „Früchte vom verbotenen Baum“ aus zahlreichen US-amerikanischen Krimis. Sie ist in einem Rechtstaat sehr sinnvoll.

Eva Herman meint, dass sie vor einigen Wochen falsch verstanden wurde und daher auch zu Unrecht ihren Job beim Fernsehen verlor. Deshalb hat sie jetzt das Originalzitat auf ihre Homepage gestellt. – (Kurze Lesepause.) – Wenn ich aus diesem Gebrabbel von Halbsätzen einen vollständigen und sinnvollen Satz machen sollte, käme bei mir genau das heraus, was bereits vor Wochen in den Medien gemeldet wurde. Nur das 68er-Bashing fehlt.

Aber es ist doch immer wieder ämusant, wenn Promis sich falsch verstanden fühlen, dann über die bösen Medien herziehen und ihre Version publizieren, die zeigt, dass die Medien sie genau richtig verstanden haben. Erinnern Sie sich noch an diesen Radfahrer?

Schon seit einigen Tagen ist der Trailer für „Fast Track“ zu sehen. Es ist eine Produktion von action concept (Genau, „Alarm für Cobra 11“) und sieht wie eine Kopie von „The Fast and the Furios“ aus. Aber Lee Goldberg schrieb das Drehbuch und er ist der verantwortliche Produzent/Creator. Seine Monk-Romane (mehr ist von ihm bis jetzt nicht auf Deutsch erschienen) sind jedenfalls sehr gelungen. Deshalb erwarte ich von „Fast Track“ auch viel mehr als der Trailer zeigt.


Zwei Buchhinweise: Louis ist Swierczynski, „Geheime Melodie“ als Taschenbuch

September 25, 2007

Duane Swierczynskis Roman „The Blonde“ (2006) ist jetzt auf Deutsch erschienen. Allerdings, Swierczynski hat es bereits vor längerem in seinem Blog gesagt, nicht unter seinem richtigen Namen. Der Heyne Verlag meinte, Swierczynski könne sich kein Deutscher merken (in anderen Ländern erscheinen Swierczynskis Romane unter seinem richtigen Namen Swierczynski) und schlug Duane Louis vor. Swierczynski fand’s seltsam, war aber letztendlich einverstanden und jetzt liegt „Blondes Gift“ als Werbeschwerpunkt des Heyne Verlages in den Buchläden ihres Vertrauens. (Eine Besprechung gibt’s demnächst.)

Also greifen sie bei Duane Louis zu. Sie erhalten Duane Swierczynski.

John le Carrés neuester Roman „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006) liegt inzwischen bei List als Taschenbuch vor. Ich fand ihn nicht so toll.


R. i. P. Schulze-Rohr, Behm – und das „The Black Dahlia“-Drehbuch

September 24, 2007

R. i. P.: Peter Schulze-Rohr, 25. Mai 1926 – 22. September 2007

Mehr über ihn gibt es hier oder hier.  Genau wie Jürgen Roland prägte er den deutschen TV-Krimis.

R. i. P.: Marc Behm, 12. Januar 1925 – 12. Juli 2007

Im Rap Sheet findet sich ein Nachruf über den Autor des Krimis „Das Auge“. Neben weiteren Krimis (einige erschienen vor Jahren bei Piper) schrieb er auch Drehbücher. Seine bekanntesten Arbeiten für den Film dürften „Charade“ und „Hi-Hi-Hilfe!“ sein.

Ich muss mal in den Tiefen meiner Festplatte wühlen. Denn vor Ewigkeiten habe ich die Romane von Behm abgejubelt.  Wenn Sie sie also in einem Antiquariat finden, greifen Sie zu.

Bei Daily Sript gibt es eine frühe Drehbuchfassung von „The Black Dahlia“ von Josh Friedman. Diese James-Ellroy-Verfilmung von Brian De Palma gehörte für mich zu den großen Enttäuschen des letzten Kinojahres.


Billingham über „Columbo“, Furst über seine Lektüre

September 15, 2007

Mark Billingham hat für die BBC eine halbstündige Radio-Sendung über „Columbo“ gemacht. Die hörenswerte Sendung mit Peter Falk, Steven Bochco, Jonathan Demme und anderen kann kann hier gehört werden.

In dem interessanten Blog „Writers Read“ verrät Alan Furst, was er gerade liest. Vor einigen Tagen tat’s Thomas Perry.

Nachtrag: Peter Falk feiert am morgigen Sonntag, den 16. September, seinen achtzigsten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Woher ich das weiß? Nun, in der Berliner Zeitung steht ein schöner Artikel von Daniela Pagade über den Mann, den die ganze Welt als Columbo kennt, der Berlin als Engel besuchte (Erinnert Ihr euch an den Wim-Wenders-Film?) und immer wieder mit John Cassavetes drehte.  Im Mittelpunkt des Artikels steht allerdings seine Rolle als Columbo und vieles kannte ich bereits von dem bereits erwähnten, von Mark Billingham gemachten, Columbo-Porträt.


Joe Zawinul gestorben

September 11, 2007

Er war einer der ganz großen Jazzmusiker. Hier der offizielle Nachruf von Managerin Risa Zincke und seiner Plattenfirma Birdjam:

Joe Zawinul  * 7. Juli 1932  † 11. September 2007

 

 

Joe Zawinul, Österreichs berühmtester Jazzmusiker, ist in den frühen Morgenstunden des 11. September in Wien an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Ende Juni hatte er in Wien mit seiner Band Zawinul Syndicate seine letzte Europatournee angetreten, am 7. Juli feierte er seinen 75. Geburtstag. Nach dem Abschlusskonzert der Tournee am 3. August in Güssing musste er sich, bereits von der Krankheit gezeichnet, in Wien in Spitalsbehandlung begeben.

 

Joe Zawinul, geboren am 7. Juli 1932 in Wien, galt schon in jungen Jahren als Höchstbegabung am Klavier. Anders als sein um zwei Jahre älterer Freund Friedrich Gulda schlug er aber nicht den Weg zur Klassik, sondern jenen zu einer Jazz-Laufbahn ein.

 

1959 übersiedelte er mit einem Stipendium des Berklee College of Music in die USA, wo er eine steile Karriere antrat, die ihn rasch zum Weltstar machen sollte. Zawinul wurde Pianist bei der Vokalistin Dinah Washington und trat 1962 in die Band des  Saxophonisten Julian Cannonball Adderley ein, für den er Evergreens wie den Hit „Mercy, Mercy, Mercy“ schrieb. Ende der Sechziger Jahre arbeitete er mit dem Trompeter Miles Davis, der eines seiner Alben, „In A Silent Way“, nach einer Zawinul-komposition benannte. 1970 gründete er gemeinsam mit dem Saxophonisten Wayne Shorter die legendäre Band Weather Report, die mehr als 15 Jahre lang die führende Formation des Fusion-Stils werden sollte, der Jazz mit starken Rockelementen verband. Aus dieser Ära stammen Zawinul-Welterfolge wie „Birdland“ oder „Black Market“.

 

Nach dem Abschied von Weather Report gründete Zawinul 1987 sein Ensemble Zawinul Syndicate, das heuer sein 20-Jahre-Jubiläum feierte. In den letzten Jahren wandte sich der Musiker, der im kalifornischen Malibu lebte, wieder verstärkt Europa und seiner österreichischen Heimat zu. 2004 gründete er in Wien seinen Jazzclub, das Birdland.

 

Joe Zawinul hinterlässt drei Söhne, Erich, Ivan und Anthony. Er überlebte seine Ehefrau Maxine, die am 26. Juli starb, nur um wenige Wochen.

Und noch einige Links:

Homepage von Joe Zawinul

Nachruf von Thomas Miessgang (Die Zeit)

Nachruf von Tobias Rapp (taz) 


Lesungen in Berlin und dem Rest der deutschsprachigen Welt

September 10, 2007

Einerseits taumeln in Berlin literaturbegeisterte Menschen die Tage euphorisiert von den vielen bekannten Namen über das Literaturfestival. Andererseits ist für den richtigen Genrefan die Ausbeute an bekannten Namen auf dem Literaturfestival karg. Chuck Palahniuk las. Aber ist er ein Krimi-Autor? Eben.

In den kommenden Tagen wird’s allerdings besser. Es lesen, in der Reihenfolge ihres Auftretens:

Jörg Juretzka liest am Donnerstag, den 13. September, um 20.00 Uhr in der Gaststätte „Matto“ (Chamissoplatz 4, Nähe U-Bahn Platz an der Luftbrücke) aus seinem neuen Kriminalroman „Bis zum Hals“.

Juretzka erhielt für seine Kryszinsky-Krimis bereits zweimal den Deutschen Krimipreis. In seinem neuesten Roman wirft die Polizei Privatdetektiv Kristof Kryszinski vor, den Russen Dimitrij Jalnikow getötet zu haben. Die Suche nach dem wahren Mörder führt ihn in die übelsten Ecken des Ruhrpotts. Und dann klopft die wunderschöne Witwe des Toten an seine Tür.

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Michael Morley unternimmt mit seinem Debütroman „Spider“ eine ganze Lesereise. Die deutschen Teile liest Ralph Herforth. Kriminalhauptkommissar und Sachbuchautor Stephan Harbort diskutiert anschließend mit Morley über das Phänomen Serienkiller.

Die Termine:

München: Dienstag, 18. September, um 19.00 Uhr im Sektionshörsaal des Pathologischen Instituts der LMU (Frauenlobstraße 7)

Berlin: Mittwoch, 19. September, um 20.00 Uhr im Berliner Medizinhistorischem Museum der Charité (ehemaliger Virchow-Hörsaal, Charitéplatz 1)

Wien: Donnerstag, 20. September, um 19.00 Uhr im Wiener Kriminalmuseum (Große Sperlgasse 24)

Bremen: Freitag, 21. September, um 20.00 Uhr in der Buchhandlung Geist (Am Wall 161)

Bremen: Samstag, 22. September, um 19.30 Uhr, in der Großen Kriminacht in der Bremer Shakespeare Company (Leibnizplatz)

FBI-Profiler Jack King zog sich mit seiner Frau und seinen Sohn nach einem Zusammenbruch in die Toskana als Hotelier zurück. Er wird von Alpträumen an „Spider“, den einzigen Serienkiller, den er niemals fassen konnte, geplagt. Da meldet sich „Spider“ zum zwanzigsten Jahrestag seines ersten Mordes zurück. In den USA gräbt er sein erstes Opfer aus und schickt den Kopf an das „FBI, zu Händen Jack King“. In Italien bringt er eine junge Frau um. Jack King muss sich der Herausforderung stellen.

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Marcel Feige liest aus seinem Thriller „Wut“ am Donnerstag, den 27. September, um 20.30 Uhr in den Räumen der Berliner Unterwelten (Brunnenstraße 108a). Vor der Lesung gibt es eine Führung durch die historische Luftschutzanlage im U-Bahnhof Gesundbrunnen. Der Treffpunkt ist die südliche Vorhalle des U-Bahnhofs Gesundbrunnen (Ausgang Humboldthain/Brunnenstraße).

Ein Serienkiller legt seine Opfer im Berliner Untergrund ab. Kommissar Paul Kalkbrenner hat schnell einen Verdächtigen: den Studenten Leif Nehring, der wegen eines Drogendeliktes Sozialstunden in einem Obdachlosenprojekt leistet. Leif versucht seine Unschuld zu beweisen. Als kurz vor einem Internationalen  Umweltgipfel eine Angestellte der amerikanischen Botschaft das nächste Opfer des Killers wird, müssen Paul und Leif zusammenarbeiten.

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