Jakob Arjouni (8. Oktober 1964, Frankfurt am Main – 17. Januar 2013, Berlin)
Als 1985 sein Debüt „Happy Birthday, Türke!“ erschien, war die im schnoddrigen Hardboiled-Stil geschriebene Privatdetektiv-Geschichte mit einem türkischstämmigen Detektiv, bei dem nur sein Name Kemal Kayankaya türkisch, der Rest Frankfurter Junge ist, eine Frischzellenkur. Denn dröge Sozialkritik fand sich nie bei Arjouni. Politik und Kritik an der bundesdeutschen Gesellschaft schon. Ebenso pointierte Dialoge und ein deutlicher Einfluss der Sam-Spade/Philip-Marlowe-Schule. Schnell erschienen mit „Mehr Bier“ und „Ein Mann, ein Mord“ zwei weitere Kayankaya-Krimi. Zehn Jahre später, 2001, erschien der vierte Kayankaya-Krimi „Kismet“ und 2012 mit „Bruder Kemal“ der fünfte Kayankaya-Krimi. Daneben schrieb er weitere Romane und Theaterstücke.
„Happy Birthday, Türke!“ wurde 1991 von Doris Dörrie mit Hansa Czypionka in der Hauptrolle gelungen verfilmt.
Arjouni starb in der Nacht zum 17. Januar im Kreis seiner Familie in Berlin. Er hatte Krebs.
R. i. P.: Tony Scott (21. Juni 1944, North Shields, England – 19. August 2012, San Pedro, Kalifornien/USA)
Am Sonntagnachmittag sprang Tony Scott von der Vincent-Thomas-Hängebrücke, die Los Angeles mit San Pedro verbindet. Seinen Selbstmord hatte der Regisseur gut geplant: im Auto lag eine Liste mit den Menschen, die benachrichtigt werden sollen, und in seinem Büro ein Abschiedsbrief. Der Grund für seinen Selbstmord ist bis jetzt noch nicht bekannt. Denn er war gesund (so heißt es) und er arbeitete an mehreren Projekten.
Tony Scott, der jüngere Bruder von „Alien“- und „Blade Runner“-Regisseur Ridley Scott, drehte keine Filme, die Kritiker zu Jubelstürmen hinrissen. Aber schon in seinem ersten Spielfilm, der Vampirliebesgeschichte „Begierde“ (The Hunger, USA 1983) mit Catherine Deneuve, David Bowie und Susan Sarandon, ist sein durch unzählige Werbefilme geschulter bildgewaltiger Stil vorhanden, den er in den nächsten Jahren vor allem in Thrillern, die fast immer auch Kassenhits waren, weiterentwickelte und der etliche jüngere Regisseure beeinflusste.
Sein zweiter Film, die Militärschmonzette „Top Gun“ (USA 1986), mit Tom Cruise, war dann der große Durchbruch. „Beverly Hills Cop II“ (USA 1987) ist so etwas wie ein Tony-Scott-Best-of. Danach kamen „True Romance“ (USA 1993), nach einem Drehbuch von Quentin Tarantino, „Der Staatsfeind Nr. 1“ (Enemy of the State, USA 1998) und „Mann unter Feuer“ (Man on Fire, USA 2004), obwohl er den Film durch seine damalige Manie, möglichst jede Zehntelsekunde einen Schnitt zu setzten, fast ruinierte. Bei dem Komplettdesaster „Domino“ (USA 2005) gelang ihm das. Danach wurden seine Filme wieder ruhiger und Denzel Washington, der schon in in den Tony-Scott-Filmen „Crimson Tide – In tiefster Gefahr“ (USA 1995) und „Mann unter Feuer“ der Hauptdarsteller war, übernahm auch in Scotts nächsten und letzten drei Spielfilmen „Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit“ (USA 2006), „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ (The Taking of Pelham 123, USA 2009) und „Unstoppable – Außer Kontrolle“ (USA 2010), die Hauptrolle. Es waren nicht seine schlechtesten Filme, denn in ihnen ist eine leichte Altersweisheit und eine, im heutigen Kino, angenehme Hinwendung zu altmodischen Erzähltugenden erkennbar.
R. i. P.: Ernest Borgnine (24. Januar 1917, Hamden, Connecticut – 8. Juli 2012, Los Angeles, Kalifornien)
Irgendwie war Ernest Borgnine immer da. Über 200 Filme drehte er seit 1951, als er in „China Corsair“ sein Debüt als Hu Chang gab.
Danach spielte er in „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953), „Johnny Guitar“ (1954), „Vera Cruz“ (1954), „Marty“ (1955 – für diese Rolle erhielt er unter anderem den Oscar, Golden Globe und BAFTA-Award als bester Hauptdarsteller), „Das dreckige Dutzend“ (1967), „Eisstation Zebra“ (1968), „The Wild Bunch“ (1969), „Ein Zug für zwei Halunken“ (1973), „Convoy“ (1978), „Die Klapperschlange“ (1981), „Gattaca“ (1997), „R. E. D. – Älter. Härter. Besser.“ (2010) und in der TV-Serie „Airwolf“ (1984 – 1986) mit. Um nur einige seiner wichtigeren und bekannteren Filme zu nennen.
Sein letzter Film „The Man Who Shook the Hand of Vicente Fernandez“ (2012), sogar mit ihm in der Hauptrolle, wartet noch auf die richtige Auswertung. Beim Newport Beach Film Festival erhielt er den Preis in der Kategorie „Outstanding Achievement in Acting“.
Er schrieb unter anderem „Fahrenheit 451“ (verfilmt von Francois Truffaut), „Die Mars-Chroniken“, zahlreiche Kurzgeschichten und auch Drehbücher, unter anderem für „Alfred Hitchcock präsentiert“.
Das Syndikat trauert um sein Mitglied Alfred Hellmann. Der Berliner Autor verstarb am Sonntag, den 27.11.2011 an den Folgen einer langen Krankheit. 1958 in Bonn geboren, war er als Krimi- und Drehbuchautor, als Journalist und Kabarettist tätig. Im Emons Verlag sind seine beiden Kriminalromane »Vor den Hymnen« und »Heidenlärm« erschienen, die beide in Berlin spielen. Mit Alfred Hellmann verlieren wir einen großartigen Autor und einen wertvollen Menschen.
Ich habe Alfred gekannt, seine letzten Krimis „Vor den Hymnen“ (mit Interview) und „Heidenlärm“ (mit Interview), die er nach einer längeren Romanpause schrieb, abgefeiert und ich kann dem Syndikat nur recht geben.
Newton Thornburg (Harvey, Illinois, 13, Mai 1929 – Bothell, Washington, 9. Mai 2011)
Via The Rap Sheet habe ich erfahren, dass Newton Thornburg bereits am 9. Mai gestorben ist. Am bekanntesten ist sein 1976 erschienener Roman „Cutter and Bone“, der damals wegen seiner literarischen Qualitäten im Rahmen einer spannend erzählten Genregeschichte (also kein „literarischer Kriminalroman“) gelobt wurde.
George Pelecanos sagt: „There are very few novels, in fact, that have rocked my world to the degree that ‚Cutter and Bone‘ did the first time I read it.“
Heute ist das Buch vor allem als die Vorlage für den Film „Bis zum bitteren Ende“ (Cutter’s Way, USA 1981) von Ivan Passer mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn und Stephen Elliott bekannt. Jeffrey Alan Fiskins Drehbuch erhielt den Edgar und inzwischen ist der Krimi ein kleiner Klassiker.
Nach einem Schlaganfall 1998 konnte Thornburg keine weiteren Bücher mehr schreiben und er verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein.
Peter Falk (New York City, New York, 16. September 1927 – Beverly Hills, Kalifornien, 23. Juni 2011)
Lieutenant Columbo ist tot.
Neben dieser Rolle, die Peter Falk erstmals 1968 in dem TV-Film „Mord nach Rezept“ (Prescription: Murder) spielte und ab 1971 in der „Columbo“-Serie fast siebzigmal bis 2003 verkörperte, spielte er auch in zahlreichen kleinen Filmen, wie „Ehemänner“ (Husbands, USA 1970) und „Eine Frau unter Einfluss“ (A woman under the influence, USA 1974), beide inszeniert von seinem Freund John Cassavetes (ein weiterer Grenzgänger zwischen klassischem Hollywood- und radikalem Independent-Kino), Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ (D 1987), und, nun, normalen Hollywood-Filmen, wie „Eine Leiche zum Dessert“ (Murder by Death, USA 1976), „Das große Ding bei Brinks“ (The Brink’s Job, USA 1978) und „Die Braut des Prinzen“ (The Princess Bride, USA 1987), mit. Peter Falks letzter Filmauftritt war 2009 in der schwarzen Komödie „American Cowslip“.
Aber er wird immer der scheinbar trottelige Lieutenant Columbo bleiben, der mit seiner Schusseligkeit, seinen schlecht sitzenden Kleidern und „Eine Frage hätte ich noch“ die von ihrem Status, ihrem Geld und ihrer Macht überheblich gewordenen Mörder fängt. Insofern sind die „Columbo“-Filme Klassenkampf.
Und Super RTL zeigt am Sonntag, den 26. Juni, um 22.15 Uhr die für drei Golden Globes nominierte Columbo-Folge „Der Tote in der Heizdecke“ (USA 1993). Peter Falk schrieb das Drehbuch, Faye Dunaway (die einen Emmy für ihre Rolle erhielt) ist der Bösewicht und Columbo hat da noch eine Frage.
R. i. P. Craig Thomas (24. November 1942, Cardiff – 4. April 2011, Somerset)
Für mich war der Engländer Craig Thomas, der Erfinder des Techno-Thrillers, ein sehr wichtiger Autor. Zum ersten Mal begegnete ich ihm als Ideenlieferant für den Clint-Eastwood-Film „Firefox“. Mein erster Clint-Eastwood-Film, aber nicht der letzte. Danach las, nein, verschlang ich die Vorlage, einem, so mein damaliges Gefühl, spannender Thriller über einen Amerikaner, der den Russen ein Superduperflugzeug mopsen soll, und Craig Thomas wanderte auf meine Zu-lesen-Liste. Er gehörte auch zu den ersten Autoren, die ich im Original las, weil der Heyne Verlag nicht schnell genug die Übersetzungen lieferte und einige Bücher, wie sein Debüt „Rat Trap“, überhaupt nicht übersetzte.
„Rat Trap“ ist ein 250-seitiger Thriller über eine Flugzeugentführung. Das war damals – der Roman erschien 1976 – ein großes Thema und der britische SIS-Geheimdienstchef Kenneth Aubrey, der in fast allen Romanen von Craig Thomas eine wichtige Rolle hatte, musste sich hier noch mit einem Cameo-Auftritt begnügen.. Die späteren Romane von Craig Thomas waren dann länger. So um die vier- bis fünfhundert Seiten.
Die direkt an „Firefox“ anschließende Fortsetzung „Firefox Down“ verschlang ich in wenigen Tagen.
Craig Thomas war auch der erste Autor, von dem ich mit meinem schmalen Taschengeld ein Hardcover im Original kaufte. „The Bear’s Tears“ hieß das Werk – und ich erinnere mich an keine einzige Zeile mehr.
Irgendwann in den frühen Neunzigern verlor ich das Interesse an den dicken Geheimdienstschinken des ehemaligen Lehrers. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte er, wie alle Spionageromanschriftsteller, sein großes Thema, den Kampf zwischen Ost und West, verloren. Es wurde sogar gefragt, ob es jetzt, am „Ende der Geschichte“, überhaupt noch Geheimdienste geben müsse. Naja, die Frage wurde schnell und schon lange vor 9/11 beantwortet.
Craig Thomas schrieb weiter. 1998 veröffentlichte er mit „Slipping into Shadow“ seinen letzten Roman. Warum er danach aufhörte zu schreiben, weiß ich nicht.
„Was Craig Thomas schreibt, ist Kolportage, allerdings in Vollendung. Er nistet sich in den Lücken der Zeitgeschichte ein und spekuliert munter drauflos.“ (Rudi Kost/Thomas Klingenmaier: Steckbriefe, rororo 1995)
Gleichzeitig war er (lange vor Tom Clancy) der erste, der in seinen Agentenschmökern die Geschichte mit Unmengen an technischen Details über mehr oder weniger fantastischen militärischen Waffensystemen aufpeppte. Das Publikum, wie die Millionenauflagen zeigten, liebte ihn dafür.
Unter Thriller-Fans wird er deshalb als Erfinder des Techno-Thrillers und der Vorlage für einen Clint-Eastwood-Film in Erinnerung bleiben.
Craig Thomas starb am 4. April 2011 an einer Pneumonie, die die Folge eines kurzen Kampfes gegen eine akute myeloische Leukämie war.
R. i. P. Sidney Lumet (25. Juni 1924, Philadelphia, Pennsylvania – 9. April 2011, New York City, New York)
Nicht jeder seiner Filme (ich nenne nur das überflüssige John-Cassavetes-Remake „Gloria“) wurde ein Klassiker. Aber die meisten Sidney-Lumet-Filme sind richtig gut und es gibt erstaunlich viele Klassiker dabei. Schon das Kinodebüt des Live-TV-Regisseurs, die Theaterverfilmung „Die zwölf Geschworenen“ (12 angry Men, USA 1957), wurde ein Klassiker. Gleichzeitig steckte Sidney Lumet mit diesem Film bereits die wichtigsten Pfeiler seines künftigen Schaffens ab: die Frage nach Schuld, Unschuld, schuldig werden und der Verantwortung des Einzelnen, das Funktionieren und Nicht-Funktionieren von Systemen (die Korruption innerhalb der Systeme thematisierte er erst später), die Wichtigkeit von guten Schauspielern, Drehbuch und einer der Geschichte dienenden Kamera. Denn in diesem Punkt war Lumet immer angenehm altmodisch. Auch in seinem letzten Film, dem grandiosem Noir-Drama „Tödliche Entscheidung“ (Before the Devil knows you are dead, USA 2007) blieb er sich in jedem Punkt treu.
Dazwischen drehte Sidney Lumet „Angriffsziel Moskau“ (Fail Safe, USA 1964), „Ein Haufen toller Hunde“ (The Hill, GB 1965), seine erste Zusammenarbeit mit Sean Connery, „Der Anderson-Clan“ (The Anderson Tapes, USA 1971), „Sein Leben in meiner Gewalt“ (The Offence, GB 1972), „Mord im Orient-Express“ (Murder on the Orient Express, GB 1974) und „Family Business“ (Family Business, USA 1990) folgten, „Serpico“ (Serpico, USA 1973) und „Hundstage“ (Dog Day Afternoon, USA 1975) festigten den Ruf von Al Pacino als grandiosem Schauspieler, „Network“ (Network, USA 1976) ist eine erschreckend aktuelle Mediensatire, „Prince of the City“ (Prince of the City, USA 1981), „The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ (The Verdict, USA 1982), „Tödliche Fragen“ (Q & A, USA 1990), „Nacht über Manhattan“ (Night falls on Manhattan, USA 1996) und das unterschätzte „Find me guilty – Der Mafiaprozess (Find me guilty, USA 2006) beschäftigten sich immer wieder mit dem Rechtssystem. In „Daniel“ (Daniel, USA 1983) und „Die Flucht ins Ungewisse“ (Running on empty, USA 1988) beschäftigte er sich mit der jüngeren amerikanischen Vergangenheit. In „Power – Der Weg zum Ruhm“ (Power, USA 1986) wirft er einen erhellenden Blick auf die US-amerikanischen Wahlkämpfe.
Und dabei habe ich seine wenigen, eher gradlinigen Kriminalfilme, wie „Der Morgen danach“ (The morning after, USA 1986), „Sanfte Augen lügen nicht“ (A stranger among us, USA 1992) und „Jenseits der Unschuld“ (Guilty as sin, USA 1993), seine Komödien und Dramen noch nicht erwähnt.
Sehenswert sind alle seine Filme. Sie sind unterhaltsam, gut gemacht und meistens ist man am Ende des Films sogar etwas schlauer als vorher.
2005 erhielt er seinen einzigen Oscar: einen Ehrenoscar. Damit erging es ihm wie Alfred Hitchcock, der 1968 den Irving G. Thalberg Memorial Award erhielt.
Sidney Lumet starb am 9. April in der Stadt, die immer im Mittelpunkt seiner Arbeit stand und deren Chronist er war: New York City.
In seiner Heimat war Henry Raymond Fitzwalter Keating, der sich immer nur H. R. F. Keating nannte, ein von Kollegen und Lesern hochgeschätzte Autorität. Denn neben seiner langlebigen Serie um den bescheidenen Inspector Ghote (26 Bände zwischen 1964 und 2009, von denen nur einige ins Deutsche übersetzt wurden und derzeit nur drei Bücher erhältlich sind) schrieb er auch, ab 2000 eine nicht übersetzte siebenbändige Reihe über Detective Chief Inspector Harriet Martens und zahlreiche Einzelwerke. Außerdem war er jahrelang der Krimi-Kritiker der „Times“ und von 1985 bis 2000 Präsident des ehrwürdigen Detection Club.
Am Anfang seiner Karriere hatte er in den Alfred-Hitchcock-Filmen „Rope – Cocktail für eine Leiche“ (1948) und „Der Fremde im Zug“ (Strangers on a train, 1951) die Hauptrolle. Aber anstatt seine Filmkarriere auszubauen, drehte er ab 1955 hauptsächlich für das Fernsehen und spielte Theater am Broadway.
Am 13.03.2011 ist unser geliebtes Familienoberhaupt Andreas Franz unerwartet von uns gegangen.
Wir können seinen viel zu frühen Tod noch nicht begreifen.
Ihre Anteilnahme wissen wir sehr zu schätzen, aber wir möchten in unserer tiefen Trauer vorerst nicht persönlich kontaktiert werden.
Familie Franz
Andreas Franz war zwar kein Kritikerliebling, aber das Publikum liebte den bienenfleißigen Krimi-Autor, der neben Einzelwerken auch die Julia-Durant-, die Peter-Brandt- und die Sören-Henning/Lisa-Santos-Krimiserien schrieb. In den vergangenen fünfzehn Jahren erschien mindestens ein neues Buch von ihm. Seine Gesamtauflage betrug über 5 Millionen Bücher. Sein Verlag Knaur nannte ihn sogar „Deutschlands erfolgreichsten Krimiautor“.
Sein Verleger Hans-Peter Übleis: „Einer unserer treuesten Autoren, der Millionen von Lesern Spannung und Unterhaltung geschenkt hat, aber auch ein Aufbegehren gegen abscheuliche Schattenseiten unserer Gesellschaft vermitteln konnte, ist nicht mehr. Wir sind sprachlos und trauern mit seiner Familie.“
Franz starb am 13. März in seinem Wohnort Hattersheim am Main an einem Herzversagen. Er hinterlässt eine Frau und fünf Kinder.
Was für eine Meldung: Der 61-jährige Bernd Eichinger hatte in Hollywood während eines Essens mit Freunden und Familienmitgliedern einen Herzinfarkt.
Er war Deutschlands bekanntester und erfolgreichster Filmproduzent. „Falsche Bewegung“ war sein erster Film als Produzent. Danach produzierte er, um nur einige Filme zu nennen, „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, „Die unendliche Geschichte“, „Der Name der Rose“, „Zahn um Zahn“, „Zabou“ (die beiden Schimanski-Kinofilme), „Letzte Ausfahrt Brooklyn“, „Werner – Beinhart!“, „Das Geisterhaus“, „Der bewegte Mann“, „Resident Evil“ (eine bummserfolgreiche Kinoserie), „Der Untergang“, „Das Parfüm“ und „Der Baader Meinhof Komplex“.
Die meisten seiner Filme waren keine Kritikererfolge, aber das Publikum liebte sie und wahrscheinlich hat jeder seine ein, zwei, drei Eichinger-Lieblingsfilme.
R. i. P.: Joe Gores (25. Dezember 1931, in Rochester, Minnesota – 10. Januar 2011, in Greenbrae, Kalifornien)
Es geht doch nichts über die richtigen Prioritäten. Völlig überraschend, immerhin dürften nicht allzu viele Deutsche Joe Gores kennen, meldete die „Hamburger Morgenpost“ den Tod von Krimiautor Joe Gores unter der Überschrift „Magnum-Autor Joe Gores tot“.
Der dann folgende Artikel weist die Zeitung dann aber nicht gerade als Qualitätsmedium aus. Denn Joe Gores schrieb nicht „Der Malteser-Falke“ und Sätze wie „Joe Gores hauchte dem Privatdetektiv im Fernsehen Leben ein. Aus seiner Feder stammten TV-Hits wie „Columbo“, „Magnum“, „Kojak“ oder „Remington Steele“.“ haben mit der Wirklichkeit wenig zu tun.
Denn Joe Gores schrieb zwar auch einige Drehbücher. Hier mal eines für „Kojak“ (eine Polizeiserie), da mal eines für „Columbo“ (noch eine Polizeiserie) und auch eines für „Magnum“ (Ah, eine Detektivserie).
Aber für das Krimigenre sind die Romane des dreifachen „Edgar“-Gewinners Joe Gores viel wichtiger. Der ehemalige Privatdetektiv schrieb die DKA-Serie. In dieser Serie steht die alltägliche Arbeit der in San Francisco residierenden Detektei „Dan Kearney and Associates“ im Mittelpunkt. Dazu gehört vor allem, wegen ausstehender Ratenzahlungen, das Zurückholen von Autos. In „32 Cadillacs“, einem dicken, sehr kurzweiligem, „Edgar“-nominiertem Buch aus der DKA-Serie über eine Reihe von Diebstählen und Betrügereien, erlaubten sich sein Freund Donald Westlake und er den Spaß ein Kapitel auszutauschen und so ermittelten Dan Kearny und seine Angestellten in einem Dortmunder-Roman und der Profieinbrecher John Dortmunder hatte einen Auftritt in einem DKA-Roman.
1975 schrieb Joe Gores „Hammett“. In dem Krimi lässt er den Krimiautor und Ex-Privatdetektiv Dashiell Hammett ermitteln. Die Krimihandlung ist von Gores erfunden, aber viele Ereignisse aus Hammetts Leben und der gesamte historische Background stimmen. Wim Wenders verfilmte den Roman.
Als letztes Buch veröffentlichte Joe Gores 2009 „Spade & Archer“, das in den USA ziemlich abgefeierte und noch nicht ins Deutsche übersetzte Prequel zu Dashiell Hammetts „Der Malteser-Falke“.
Joe Gores starb bereits am 10. Januar an einer Magenblutung. Ironischweise ist das auch der Todestag von Dashiell Hammett.
R. i. P. Peter Yates (24. Juli 1929 – 9. Januar 2011)
Bevor der Engländer Peter Yates Filmregisseur wurde, arbeitete er als Cutter, Regieassistent (unter anderem bei der Alistair-MacLean-Verfilmung „Die Kanonen von Navarone“), Theater-Regisseur und auch als Rennfahrer. Sein Spielfilmdebüt war 1963 das Cliff-Richard-Musical „Holiday für dich und mich“ (Summer Holiday). Anschließend inszenierte er mehrere Folgen für die Serien „Simon Templar“ (mit Roger Moore) und „Danger Man“ (mit Patrick McGoohan).
1967 inszenierte er den Gangsterfilm „Überfall“ (Robbery) über den legendären Eisenbahnpostraub von 1963. Steve McQueen gefiel der Film und als nächstes inszenierte Peter Yates die Robert-L.-Pike-Verfilmung „Bullitt“ mit der legendären Autoverfolgungsjagd, die anschließend in fast jedem Krimi kopiert wurde. Es folgten, meist mit Stars (wie Robert Redford, Dustin Hoffman, Mia Farrow, Barbara Streisand, Robert Mitchum, George Segal, Nick Nolte, Robert Shaw, Cher, Dennis Quaid, Sigourney Weaver, William Hurt, Raquel Welch, Harvey Keitel, John Malkovich, Tom Selleck, James Spader, Michael Caine, Liam Neeson) in den Hauptrollen, eine Reihe von Kassenhits, die inzwischen auch Klassikerstatus haben. Dazu gehören der witzige Einbrecherfilm „Vier schräge Typen“/“Vier schräge Vögel“/“Zwei dufte Typen“ (The hot Rock, USA 1971, nach einem Dortmunder-Roman von Donald Westlake), der noirische Gangsterfilmklassiker „Die Freunde von Eddie Coyle“ (The Friends of Eddie Coyle, USA 1973, nach George V. Higgins‘ grandiosem Debütroman), die nicht nur wegen, aber vor allem wegen Jacqueline Bisset an der Kasse erfolgreiche Peter-Benchley-Verfilmung „Die Tiefe“ (The Deep, USA 1977), der Thriller „Der Augenzeuge“ (Eyewitness, USA 1981), der Gerichtsfilm „Suspect – Unter Verdacht“ und sein Oscar- und BAFTA-nomiertes Drama „Ein ungleiches Paar“ (The Dresser, GB 1983); ein Schauspielerduell zwischen Albert Finney und Tom Courtenay.
Der vielseitige Regisseur Peter Yates starb am Sonntagabend nach langer Krankheit an Herzversagen in London.
R. i. P. Blake Edwards (16. Juli 1922 – 15. Dezember 2010)
In den letzten gut fünfzehn Jahren genoss der Drehbuchautor und Regisseur seinen Ruhestand. Sein letzter Film war, als TV-Film, die Aufzeichnung einer Theateraufführung der Verwechslungskomödie „Victor/Victoria“, einem Stoff, den er bereits 1982 als Spielfilm (mit seiner Ehefrau Julie Andrews und James Garner) verfilmte und der ein Remake des gleichnamigen UFA-Films von 1933 war. Die 1982er-Verfilmung erhielt zahlreiche wichtige Filmpreise, wie den César als bester fremdsprachiger Film und den Preis der Writers Guild of America für das Drehbuch.
Edwards präsentierte uns „Ten – Die Traumfrau“ (damals war Bo Derek die heißeste Frau des Planeten, heute – nicht mehr) , den „Partyschreck“ (ein typischer Silvesterfilm), „Das große Rennen rund um die Welt“ (dito), „Das Frühstück bei Tiffanys“ (nach einer Novelle von Truman Capote) und er erfand die Privatdetektiv-Krimiserie „Peter Gunn“. Aber das alles wird überschattet von einer anderen Filmserie: Inspector Clouseau und dem „rosaroten Panther“.
Blake Edwards starb in Santa Monica, Californien, an den Folgen einer Lungenentzündung.
R. i. P. Captain Beefheart (Don Van Fliet, 15. Januar – 17. Dezember 2010)
Don Van Vliet hieß er in der Schule. Als „Captain Beefheart“ spielte er experimentellen Avantgarde-Blues für eine kleine eingeschworene Fangemeinde. Sein bekanntestes Werk ist die 1969 erschienene Doppel-LP „Trout Mask Replica“. Außerdem war er mit Frank Zappa befreundet: Er war Mitglied in Zappas Band und Frank Zappa produzierte einige seiner Platten. 1982 erschien mit „Ice Cream for Crow“ die zwölfte und letzte LP von „Captain Beefheart and The Magic Band“. Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.
Neben und nach seiner Karriere als Musiker war er auch als Maler erfolgreich.
Der in Arcata, Kalifornien, verstorbene Musiker hatte MS.
Der Regisseur Irvin Kershner begann als Dokumentarfilmer. Dann gab ihm Roger Corman 1958 mit „Stakeout on Dope Street“ die Chance einen Spielfilm zu inszenieren. Weitere folgten, sind inzwischen vergessen und Kershner unterrichtete an der USC. Einer seiner Studenten war George Lucas.
Mit „Der Mann, den sie Pferd nannten – 2. Teil“ (The return of a man called horse, 1976) und „Die Augen der Laura Mars (The eyes of Laura Mars, 1978) wurde sein Name bekannter. Nachdem George Lucas ihn überzeugen konnte, die Regie bei „Star Wars II: Das Imperium schlägt zurück (The empire strikes back, 1980) zu übernehmen, wurde sein Name weltweit bekannt. Der James-Bond-Film „Sag niemals nie“ (Never say never again, 1983) folgte. Sein letzter Spielfilm war „Robocop 2“ (Robocop 2, 1990). Seine letzte Regiearbeit war 1993 die Folge „To Be or Not to Be“ für die SF-Serie „SeaQuest“.
Kershner starb am Samstag in Los Angeles nach einer langen Krankheit.
R. i. P. Leslie Nielsen (11. Februar 1926 – 28. November 2010)
Die erste Hälfte seiner Hollywood-Karriere verbrachte der Kanadier Leslie Nielsen als Nebendarsteller und Gastdarsteller in zahlreichen TV-Serien, wie „Auf der Flucht“, „Peyton Place“, „Dr. Kildare“, „Ihr Auftritt, Al Mundy!“, „Solo für O. N. K. E. L.“, „Die Leute von der Shiloh Ranch“, „Die Straßen von San Francisco“, „Hawaii Fünf-Null“, „Kojak – Einsatz in Manhattan“ und „Columbo“. Die meisten dieser Auftritte sind heute vergessen. Zu den heute noch bekannten Filmen, in denen er mitspielte, gehören der Krimi „Menschenraub“ (Ransom, USA 1956 [wobei heute vor allem Ron Howards Remake „Kopfgeld“ mit Mel Gibson bekannt ist]), der Science-Fiction-Klassiker „Alarm im Weltall“ (Forbidden Planet, USA 1956) und der starbesetzte Katastrophenfilm „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (The Poseidon Adventure, USA 1972).
Große Spuren in der Filmgeschichte hinterließ er nicht, bis er 1980 in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane) mitspielte und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte. Der Film war ein Hit. Mit der auf einer kurzlebigen TV-Serie basierenden Komödie „Die nackte Kanone“ (The Naked Gun: From the Files of Police Squad!, USA 1988) festigte er seinen Ruf als Comedy-Darsteller, der selbst in den absurdesten Momenten keine Mine verzog. Diese Rolle des Lt. Frank Drebin wurde die Rolle seines Lebens.
Leslie Nielsen starb am Sonntag in Fort Lauderdale, Florida, an einer Lungenentzündung.
Stephen J. Cannell war als Autor und Produzent einer der wichtigsten TV-Macher der letzten Jahrzehnte. Seine erste wichtige Arbeit war „Detektiv Rockford“. Später, vor allem in den Achtzigern, kamen etliche weitere langlebige Serien, wie „Trio mit vier Fäusten“, „Hunter“, „Hardcastle & McCormick“, „Das A-Team“, „Stingray“ und „21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer“, dazu. Danach wurde es etwas „ruhiger“. Denn der Workaholic trat auch als Schauspieler vor die Kamera und schrieb etliche Thriller. Und er erfand, produzierte und schrieb weitere Krimiserien, wie „Der Polizeichef – Eis im Blut“, „Renegade – Gnadenlose Jagd“ und „Palm Beach Duo“. Außerdem gehen einige TV-Filme und viele kurzlebige Serien, die teilweise düsterer oder ironischer (Was bei dem Erfinder von Jim Rockford etwas heißen will.) waren, auf sein Konto. Bei all der Arbeit fand er trotzdem Zeit, sich immer wieder für ein Pokerspiel mit Rick Castle zu treffen.
Er starb am 30. September in Pasadena, Kalifornien, in seiner Wohnung. Er hatte Krebs (wer’s genau wissen will: er hatte Melanom, auch bekannt als Schwarzer Hautkrebs, und es gab Komplikationen).
Seine Schauspielerkarriere begann in den späten Vierzigern mit kleinen Nebenrollen. Zum Beispiel in Robert Siodmaks Noir „Gewagtes Alibi“ (Criss Cross, 1949, mit Burt Lancaster). Seine bekannteste Rolle dürfte in Billy Wilders Komödie „Manche mögen’s heiß“ (Some like it hot, 1959) die von Joe/Josephine gewesen sein.
Davor spielte Curtis eine Hauptrolle in dem Drama „Flucht in Ketten“ (The defiant ones, 1958), das vor allem deshalb bekannt ist, weil ein weißer und ein afroamerikanischer Sträfling aneinandergekettet in die Freiheit flüchten. Stanley Kramers Film war ein Statement zur Versöhnung der Rassen. In „Der Frauenmörder von Boston“ (The Boston Strangler, 1968) überzeugte der Frauenschwarm auch als Schauspieler. Danach gehörte er zum Ensemble der TV-Krimiserien „Die 2“ (The Persuaders!, 1971/1972) und „Vegas“ (1978-1981).
Arthur Penn (27. September 1922 – 28. September 2010)
Arthur Penn erlebte seine Kindheit und Jugend als Sohn jüdischer Eltern in Philadelphia und New York. 1944 war er als Infanterist bei der Ardennen-Schlacht dabei und diese Erfahrungen von Gewalt und Tod prägten ihn. Seine ersten Sporen im Filmgeschäft verdiente er sich von 1951 bis 1958, wie John Frankenheimer, Sidney Lumet und George Roy Hill, im Fernsehen, als alle Sendungen (wozu auch fiktionale Programme gehörten) noch live inszeniert wurden. Seinen ersten Spielfilm inszenierte er 1958: „Einer muss dran glauben“/“Billy the Kid“ (The left-handed gun) mit Paul Newman in der Hauptrolle und der Western wurde ein kleiner Klassiker. Seine bekanntesten Filme sind die Schlag auf Schlag aufeinander folgenden Klassiker „Bonnie und Clyde“ (Bonnie and Clyde, 1967), „Alices Restaurant“ (Alice’s Restaurant, 1969), „Little Big Man“ (1970) und, nach einer fünfjährigen Pause, „Die heiße Spur“ (Night Moves, 1975). „Duell am Missouri“ (The Missouri breaks, 1976) wurde damals zu unrecht verrissen und auch seine späteren Filme „Vier Freunde“ (Four Friends, 1981), „Target – Zielscheibe“ (Target, 1985) und „Tod im Winter“ (Dead of winter, 1987), auch wenn sie nicht mehr den gesellschaftlichen Einfluss seiner früheren Filme hatten, sind sehenswert. In seinen Filmen ging es immer um das Verhältnis von Außenseitern (mit denen er sympathisierte) zur Gesellschaft, zu seinem Land und zur Gewalt.
Erst aus der aktuellen epd-Film habe ich erfahren, dass Alain Corneau bereits vor über einem Monat gestorben ist. Corneau begann als Regieassistent und Filmfan, vor allem des französischen und amerikanischen Kinos. Fritz Lang und Don Siegel waren seine Vorbilder und er war, wenig erstaunlich, auch ein Jazzfan. Sein erstes Filmprojekt war eine Verfilmung von Jim Thompsons „Pop. 1280“ (1280 schwarze Seelen). Sein Kollege Bertrand Tavernier verfilmte den Roman 1981 als „Coup de torchon“ (Der Saustall).
Corneau gab 1974 sein Spielfilmdebüt mit „France société anonyme“ (Tödlicher Markt). Danach drehte er, meistens mit Yves Montand als Hauptdarsteller, einige der besten französischen Kriminalfilme: „Police Python 357“ (1976), „La menace“ (Lohn der Giganten/Die Bedrohung, 1977), „Serié Noire“ (1979, nach Jim Thompsons „A hell of a woman“), „Le choix des armes“ (Wahl der Waffen, 1981) und „Le môme“ (Blues Cop, 1986). Danach folgten, ebenfalls erfolgreich, Filme in anderen Genres: „Fort Saganne“ (1984), „Nocturne indien“ (Nächtliches Indien, 1989) und „Tous les matins du monde“ (Die siebente Saite, 1992). In den vergangenen Jahren wandte er sich mit „Le deuxième souffle“ (2007; José Giovannis Roman wurde bereits 1966 von Jean-Pierre Melville verfilmt) und „Crime d’amour“ (2010) wieder dem Kriminalfilm zu. Beide Filme wurden bislang, abgesehen von Festivals, noch nicht in Deutschland gezeigt.
Er hatte Krebs und starb in der Nacht zum Montag, den 30. August 2010, in einem Pariser Krankenhaus.
R. i. P.: Claude Chabrol (24. Juni 1930 – 12. September 2010)
Wenige Tage nach seinem achtzigsten Geburtstag starb der Kritiker der Bourgeoisie in Paris. Er drehte zwar auch einige Nicht-Krimis, aber im Genre fühlte er sich am wohlsten und mit Inspektor Lavardin (grandios verkörpert von Jean Poiret) schuf er auch einen Polizisten, gegen den Dirty Harry ein Weichei ist. In seiner über fünfzigjährigen Karriere drehte Chabrol über siebzig Filme. Nicht alle sind gut, aber viele wurden zu Klassikern (wie „Der Frauenmörder von Paris“, „Die untreue Frau“, „Das Biest muss sterben“, „Der Schlachter“, „Der Riß“, „Doktor Popaul“, „Violette Nozière“, „Die Fantome des Hutmachers“, „Masken“, „Der Schrei der Eule“, „Eine Frauensache“ undsoweiter) und seine letzten Filme, die er im Jahresturnus inszenierte, zeigen, trotz aller Fehler, ein gleichbleibend hohes Niveau. Sein letzter großartiger Film war „Geheime Staatsaffären“ (2006) mit der grandiosen Isabelle Huppert. Sein letzter Film, „Kommissar Bellamy“ (2009) mit Gerard Depardieu, ist ein durchwachsenes Werk, aber in jeder Sekunde ein typischer Chabrol.
R. i. P. Abbey Lincoln (6. August 1930 – 14. August 2010)
Die politisch engagierte Jazzsängerin mit dem eigenwilligen Gesangsstil wurde, nach einigen Aufnahmen unter ihrem Namen, als Sängerin der „Freedom Now Suite“ bekannt. Das Stück ist auf der 1960 erschienenen LP „We Insist! Freedom Now Suite“ ihres späteren Ehemannes Max Roach. In den folgenden Jahren gab es immer wieder lange Pausen zwischen ihren Aufnahmen, in denen sie in schauspielte, unterrichtete und schrieb. In den vergangenen zwanzig Jahren stand sie bei Verve unter Vertrag und erlebte ein Comeback und weltweite Anerkennung.