TV-Tipp für den 15. August: Kaltblütig

August 15, 2009

Kabel 1, 02.30

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Wikipedia über „Kaltblütig (deutsch, englisch)



Aktuelle TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 14, 2009

Alligator-Alfred hat mal wieder keine Gefahren gescheut und in den gesetzlosen Weiten des Internets viele bunte Bilder gefunden und so meine TV-Krimi-Buch-Tipps aufgehübscht:

Der absolute Höhepunkt der kommenden beiden, sehr französischen Wochen ist die TV-Premiere der ungekürzten Version von Jean-Pierre Melvilles „Der zweite Atem“. Denn vor vierzig Jahren wurde für den deutschen Kinostart eine halbe Stunde aus dem Film geschnitten.
„Der zweite Atem“ basiert auf einem Roman von José Giovanni und Lino Ventura spielt mit. Wer von den Beiden nicht genug bekommen kann, hat nochmal die Gelegenheit „Die Abenteurer“ und „Der Kommissar und sein Lockvogel“ anzusehen.
Außerdem sehenswert sind Richard Brooks Truman-Capote-Verfilmung „Kaltblütig“, Jean-Pierre Jeunets Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Mathilde – Eine große Liebe“, Jean Beckers Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Ein mörderischer Sommer“, Jean-Jacques Beneixs Delacorta-Verfilmung „Diva“, Claude Berris Alain-Page-Verfilmung „Am Rande der Nacht“, Alvin Rakoffs unterschätzte James-Hadley-Chase-Verfilmung „An einem Freitag um halb zwölf“ und Claude Chabrols Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der Schrei der Eule“. Von Alfred Hitchcock gibt es „Die 39 Stufen“, Eine Dame verschwindet“, „Psycho“, „Familiengrab“ und „Verdacht“. Außerdem laufen die beiden James-Cagney-Gangsterfilmklassiker „Die wilden Zwanziger“ und „Der öffentliche Feind“ wieder.
Einen Blick lohnen auch die beiden TV-Premieren „Freedomland – Das Gesicht der Wahrheit“ (nach dem Roman und Drehbuch von Richard Price) und „The Good German – In den Ruinen von Berlin“ (Steven Soderbergh verfilmte den Roman von Joseph Kanon).


Neu im Kino: Hunger

August 14, 2009

Hunger (Hunger, GB/Irland 2008)

Regie: Enda Walsh, Steve McQueen

Ein mit Preisen überschütteter Spielfilm über den Hungerstreik von Bobby Sands und weiterer IRA-Kämpfer 1981 im nordirischen Maze Prison. Sie wollten als politische Gefangene anerkannt werden.

Bei uns läuft der Film in einigen Kinos (in Berlin in einem) quasi als Werbemaßnahme für die am 20. August erscheinende DVD.

mit Michael Fassbender, Stuart Graham, Liam Cunningham

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hunger“

Wikipedia über Bobby Sands (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. August: Blood Work

August 14, 2009

RTL II, 22.55

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

„I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Wiederholung: Sonntag, 16. August, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte


Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Regionen

August 13, 2009

oder einmal quer durch den Gemüsegarten, mal mit Mord, mal mit Terror, mal sogar ganz ohne Verbrechen

Edition Phantasia

August

Brian W. Aldiss: Terror (ist ein gesellschaftskritischer Science-Fiction-Roman. England wurde durch den Krieg gegen den Terror zum Polizeistaat. Der unschuldige Schriftsteller Autor Paul Fadhil Abbas Ali wird verdächtigt ein Terrorist zu sein. – Das neue Werk eines Altmeisters.)

Rex Miller: Im Blutrausch (ist der „Fettsack“-Autor auch in diesem Splatterkrimi. Jack Eichord jagt in dieser Erstausgabe einen Auftragskiller mit desolatem Privatleben.)

–

Liebeskind

August

Philip K. Dick: Unterwegs in einem kleinen Land (Deutsche Erstveröffentlichung eines posthum erschienen Werkes, das KEIN S-F-Roman, sondern eine Milieuschilderung der amerikanischen Mittelschicht zu Beginn der fünfziger Jahre ist.)

David Peace: Tokio im Jahr Null (Nach dem Red-Riding-Quartett jagt David Peace in Tokio einen Serienmörder.)

–

Rotbuch

August

Richard Aleas: Lieder der Unschuld (ein Hard-Case-Crime-Buch und der zweite Fall für den aus „Tod einer Stripperin“ bekannten Privatdetektiv John Blake)

Robert Bloch: Shooting Star (ein Hard-Case-Crime-Buch, mit diesem schönen Originalcovertext: „When Murder comes to Hollywood, only a one-eyed Private Eye can spot the Killer“)

Max Allan Collins: Der letzte Quarry (ein Hard-Case-Crime-Buch; der spannende letzte Auftrag für Collins‘ Auftragskiller)

Allan Guthrie: Hard Man (die weiteren Abenteuer des aus „Post Mortem“ bekannten Pearce. Jetzt soll er eine schwangere 16-jährige beschützen. Garantiert kein betulicher Häkelkrimi.)

Jörg Juretzka: Der Willy ist weg (aber dafür ist Juretzkas 2002 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnetes Werk wieder da.)

September

Jürgen Ebertkowski: Blutwäsche (der vierte Fall für Eugen Meunier ist sicher ein spannender Wirtschaftskrimi)

Christa Faust: Control Freak (deutsche Erstausgabe des Debüts der Autorin des von mir und vielen anderen geliebten „Hardcore Angel“)

–

Tropen

31. August

Jonas T. Bengtsson: Submarino (klingt nach einem gut abgehangenen Noir: zwei gescheiterte Existenzen, die nach dem Tod ihrer Mutter einen Neuanfang versuchen. In Dänemark ist’s ein Bestseller und „Das Fest“-Regisseur Thomas Vinterberg will’s verfilmen.)

Massimo Carlotto/Marco Videtta: Wo die Zitronen blühen („Carlotto und Videtta erzählen die bittere Wahrheit über unsere korrupte Gesellschaft“, sagt der Verlag. Mal sehen, ob’s stimmt.)

Mehmet Murat Sommer: Der Kuss-Mord (geschieht in Istanbul und eine Transe ermittelt im Milieu. – Könnte mir, weil’s so angenehm untouristisch klingt und der nächste Remzi-Ünal-Krimi von Celil Oker noch nicht angekündigt ist, gefallen.)

–

Unionsverlag

Wenig neues bei Metro, aber dafür die Gelegenheit, Lücken in der Sammlung zu schließen:

bereits erschienen

Chester Himes: Harlem-Romane (enthält „Die Geldmacher von Harlem“, „Heiße Nacht für kühle Killer“ und „Fenstersturz in Harlem“. – Sein 100. Geburtstag war am 29. Juli und niemand hat’s bemerkt.)

Petra Ivanov: Fremde Hände – Ein Fall für Flint und Cavalli (Taschenbuch-Ausgabe; die Erstausgabe erschien 2005 im Appenzeller Verlag)

Claudia Pineiro: Elena weiß Bescheid (ihr neues Buch – Besprechung demnächst)

Claudia Pineiro: Ganz die Deine (Taschenbuch-Ausgabe)

Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät (Die Briten benötigen die Hilfe von. C. F. Wong, der nach den ersten Toten seine Honorarforderungen beträchtlich erhöht.)

23. September

Hannelore Cayre: Der Lumpenadvokat (Taschenbuch-Ausgabe)

Frank Göhre: Mo – Der Lebensroman des Friedrich Glauser (Taschenbuch-Ausgabe eines ursprünglich bei Pendragon erschienenen Werkes)

Jean-Claude Izzo: Die Marseille-Trilogie (enthält „Total Cheops“, „Chourmo“ und „Solea“ – also, wenn sie die Bücher immer noch nicht gekauft haben, können sie jetzt zuschlagen)

Manfred Wieninger: Rostige Flügel (Taschenbuch-Ausgabe eines erstmals 2008 im Haymon Verlag erschienenen Krimis.)

–

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)


TV-Tipp für den 13. August: No Wave

August 13, 2009

Arte, 22.30

No Wave (D 2009, R.: Christoph Dreher)

Drehbuch: Christoph Dreher

Knapp einstündige Doku mit dem eindeutigen Untertitel „Underground 80: Berlin – New York“. Dabei sind unter anderem Jim Jarmusch, Lydia Lunch, Blixa Bargeld und Nick Cave. Gemeinsam erinnern sie sich an die frühen Achtziger.

Dreher erhielt für „Lost in Music“ einen Grimme-Preis und als Mitglied von „Die Haut“ hat er damals auch kräftig mitgemischt. Er sagt zur Doku:

Dieser Film taucht ein in eine Übergangszeit, eine Ära der Veränderung. Alles war in Bewegung, nichts sicher – und gerade deshalb schien alles möglich. Die 70er klangen noch nach, die 80er hatten noch nicht richtig begonnen. Wir bewegen uns zwischen den Perioden der reinen Abkehr vom Etablierten und des politisch bewegten Aktionismus . Die Zeit und Szene, die dieser Film beleuchtet, hat eine hohe Relevanz für alle Bereiche der Kultur und des Lebens bis zum heutigen Tage. Der Begriff des Underground bekam einen neuen Klang in dieser Zeit. Es war eine Zeit der radikalen Herausforderungen und kompromisslosen Selbstversuche – in jeglicher Hinsicht. Im Mittelpunkt stand das Machen, ohne Wenn und Aber. Und die, die damals schufen und überlebten, sind bis heute kreativ und vielleicht einflussreicher denn je.

Wiederholungen

Dienstag, 1. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 2.September, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


Sherlock Holmes und der Fall der „Berliner Literaturkritik“

August 12, 2009

In der Berliner Literaturkritik ist mein, hm, Porträt von Sherlock Holmes erschienen. Der Anlass waren der Geburtstag von Sir Arthur Conan Doyle und das Erscheinen von drei Werken mit Sherlock-Holmes-Geschichten: das von David Ian Davies gelesene Hörbuch „The Adventures of Sherlock Holmes“, die Neuauflage der „Sherlock Holmes Geschichten“ (Diogenes) und die wahrscheinlich Erstauflage von „Sherlock Holmes Kriminalgeschichten“ (dtv). Das erste Buch ist ein reguläres, von Doyle zusammengestelltes Werk. Die letzten beiden sind neue Zusammenstellungen.

Doyle - The Adventures of Sherlock Holmes

„The Adventures of Sherlock Holmes“ enthält:

A Scandal in Bohemia

The Red-headed League

A Case of Identity

The Boscombe Valley Mystery

The Five Orange Pips

The Man with the Twisted Lip

The Adventure of the Blue Carbuncle

The Adventure of the Speckled Band

The Adventure of the Enginieer’s Thumb

The Adventure of the Noble Bachelor

The Adventure of the Beryl Coronet

The Adventure of the Copper Beeches

Doyle - Sherlock Holmes Geschichten

„Sherlock Holmes Geschichten“ (Diogenes) enthält:

Das gefleckte Band (The Adventure of the Speckled Band, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Der zweite Fleck (The Adventure of the Second Stain, aus The Return of Sherlock Holmes)

Der Mann mit der Narbe (The Man with the Twisted Lip, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Ein Skandal in Böhmen (A Scandal in Bohemia, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Der Bund der Rothaarigen (The Red-Headed League, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Der blaue Karfunkel (The Adventure of the Blue Carbuncle, aus The Adventure of Sherlock Holmes)

Der Teufelsfuß (The Adventure of the Devil’s Foot, aus His Last Bow)

Der Rote Kreis (The adventure of the Red Circle, aus His Last Bow)

Doyle - Sherlock Holmes Kriminalgeschichten

„Sherlock Holmes Kriminalgeschichten“ (dtv) Zusammenstellung enthält:

Silberstern (Silver Blaze, aus The Memoirs of Sherlock Holmes)

Das Ritual der Musgrave (The Musgrave Ritual, aus The Memoirs of Sherlock Holmes)

Der Verein der Rothaarigen (The Red-Headed League, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Die Geschichte mit dem zweiten Fleck (The Adventure of the Second Stain, aus The Return of Sherlock Holmes)

Der griechische Dolmetscher (The greek Interpreter, aus The Memoirs of Sherlock Holmes)

Die Geschichte mit dem gesprengelten Bande (The Adventure of the Speckled Band, aus The Adventures of Sherlock Holmes)

Die Geschichte mit der Pappschachtel (The Adventure of the Cardboard Box, aus His Last Bow)


Kurzmeldungen

August 12, 2009

Charles Ardai hat bereits vor längerem gesagt, dass sie für Dezember ein besonderes Hard-Case-Crime-Buch planen. Jetzt ist die Neuigkeit draußen: es ist die Novelle „The Valley of Fear“ von „The Lost World“-Autor A. C. Doyle.

Alle weiteren Informationen dazu und warum Ardai es für einen glücklichen Zufall hällt, dass im Dezember auch „Sherlock Holmes“ (deutscher Kinostart: 28. Januar 2010) anläuft gibt es bei Sarah Weinman.

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Bei Facebook gibt es eine Gruppe „Kriminalliteratur“ (Gelle, Ludger).

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George Pelecanos beantwortet in einem Kurzinterview des Independent einige Fragen nach seinen Vorbildern und seinen Lesern:

Most of them are like me. They are of a similar generation, they want to come and talk about music and „muscle cars“, and the 1970s. I see a lot of people who look like me.

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Bei NPR gibt es ein Interview mit James Lee Burke und eines mit Mark Billingham.

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New Mystery Reader unterhält sich mit Theresa Schwegel:

I think I’m a method writer. I don’t picture characters on screen, but I need know them—where they come from, what they think of themselves, and of each other. Method actors do this—and much of it is internal and never fully expressed. That’s true for my writing—I don’t “show” everything I know unless it fits contextually. In terms of scene, I need to see—to visualize the places: the streets, the surroundings, the details. When I lived in California I’d return to Chicago and take photos so I could keep the images fresh. It’s easier now that I’m in the city—all I have to do is look out the window. (…)

I think all my protagonists, male and female, have been strong—if only for coming to terms with their weaknesses. To me, that’s noir.

Ihr Buch „Das Gesetz der Spinne“ (Person of Interest, 2007) ist gerade bei Knaur erschienen.

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Oline H. Cogdill fragt in der Mystery Scence, ob James Crumley eine Legende ist.

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Auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest läuft auch „District 9“ (ein SF-Film über Menschen und Außerirdische). Im Netz finden sich bereits einige sehr vielversprechende Trailer.

Aber am Anfang war ein Kurzfilm.

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Abteilung neue Drehbücher:

Jon Lucas, Scott Moore: The Hangover (Yep, die enorm erfolgreiche Komödie über einen aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschied in Las Vegas)

Robert Bolt: Lawrence of Arabia (der David-Lean-Klassiker)

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Und der Noir of the Week ist „99 River Street“.


TV-Tipp für den 12. August: Auf der Flucht

August 12, 2009

RBB, 22.50

Auf der Flucht (USA 1993, R.: Andrew Davis)

Drehbuch: Stuart Twohy, Jeb Stuart

LV: TV-Serie von Roy Huggins

Dr. Richard Kimble wird verdächtigt, seine Frau ermordet zu haben. Er flüchtet. US Marshal Sam Gerard verfolgt ihn.

Die Kinoversion der erfolgreichen TV-Serie von Roy Huggins. Dr. Richard Kimble, gespielt von David Jansen, war vier Jahre in 120 Folgen auf der Flucht und die Welt schaute gebannt zu. Harrison Ford beweist in zwei spannenden Kinostunden seine Unschuld.

„Die Inszenierung setzt, perfekt und effizient, auf Thrill und Action. Was sie über gleichartige Produkte hinaushebt, ist ihre gelungene Bemühung um Atmosphäre und Lokalkolorit, der Verzicht auf den üblichen Waffenfetischismus und auf das gewohnte Eskalieren spektakulärer Gewalttätigkeit sowie das gepflegte Handwerk bis hin zu den Kleinigkeiten.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Der Film war ein Kassenknüller und erhielt für einen Thriller ungewöhnlich viele Preise und Nominierungen. Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert. Tommy Lee Jones erhielt einen Oscar als bester Nebendarsteller.

Fünf Jahre später spielte Tommy Lee Jones in „Auf der Jagd“ (U. S. Marshals) wieder den unerbittlichen Jäger Sam Gerard.

mit Harrison Ford, Tommy Lee Jones, Sela Ward, Joe Pantoliano, Julianne Moore, Jeroen Krabbé

Hinweise

Wikipedia über „The Fugitive“ (TV-Serie und die Folgen)

Thrilling Detective über Roy Huggins

Harrison-Ford-Fanseite


Cover der Woche

August 11, 2009

Truffaut - Mr Hitchcock wie haben Sie das gemacht


Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag

August 11, 2009

Edition Nautilus

26. August

Andrea Maria Schenkel: Tannöd (in einer Geschenkausgabe mit einem Titelbild von Tomi Ungerer. Die Verfilmung soll am 19. November starten.)

Jan Costin Wagner: Sandmann träumt (ein Kaliber.64-Buch über einen Lehrer, der sich in eine Schülerin verliebt)

–

Grafit

bereits erschienen

Hagemann & Stitz: Jung stirbt, wen die Götter lieben (historischer Krimi aus der Zeit, als die Römer in Germanien das Sagen hatten)

Andreas Hoppert: Der Thule-Code (Marc Hagen ist zurück)

August

Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud (hat eine 14-jährige ermordet. Kommissar Balleroy sucht den Mörder und findet auch eine jahrzehntelang gehütete Geheimnisse.)

Ella Theis: Die Spucke des Teufels (historischer Krimi aus der Zeit, als Friedrich II. die Kartoffel entdeckte)

September

Leo P. Ard/Reinhard Junge: Mordsschnellweg (Kurzgeschichten)

Thomas Hoeps/Jac. Toes: Das Lügenarchiv (Haben Dritte-Welt-Aktivisten irrtümlich einen Kunstrestaurator umgebracht. – Die erste Zusammenarbeit von Hoeps und Toes wurde für den Gouden Stroup nominiert.)

Harri Nykänen: Ariel – Mord vor Jom Kippur (in Helsinki. Zum Glück ermittelt der jüdische Kommissar Ariel Kafka.)

Oktober

Ralph Gerstenberg: Feuer im Aquarium (Hat Al Qaida in Berlin einen Anschlag verübt? Und was hat der Arbeitslose Henry Palmer damit zu tun? Die Lösung gibt’s nach 280 Seiten.)

Michael Herzig: Die Stunde der Töchter (oder: eine Polizistin sitzt bei der Suche nach einem entführtem Raubgutkunsthändler zwischen allen Stühlen.)

Jan Zweyer: Goldfasan (historischer Krimis aus der Zeit, als die Nazis im Ruhrpott wüteten)

–

Pendragon

So langsam wird der Pendragon-Verlag zur Auffangstation für renommierte deutsche Krimiautoren aus den Siebzigern und Achtzigern, die in den vergangenen Jahren ganz weit abseits des Rampenlichtes standen und in den Wühlkisten überlebten. Ich sage nur Frank Göhre, Wolfgang Schweiger, Friedhelm Werremeier. Und die Renaissance der alten Helden geht weiter.

Bereits erschienen

Roger Strub: Waches Auge (ist anscheinend eine weitere Variation zum Thema „Selbstjustiz“, in dem eine Kommissarin den Mörder jagt.)

Klaus-Peter Wolf: Samstags, wenn Krieg ist (Neuauflage eines Krimis über rechtsradikale Jugendliche in der Provinz. Vor gut fünfzehn Jahren gefiel mir das Buch ganz gut.)

12. August

Günthr Butkus (Hrsg.): Mord-Westfalen II – Kriminelle Geschichten aus Westfalen (erzählt von -ky, Max von der Grün, Frank Göhre, Willi Voss, u. a.)

Sabine Ernst: Der Krieger (Kommissarin Hanna Brandt sucht in Herford einen Dreifachmörder. Die Spur führt in die Vergangenheit.)

Wolfgang Schweiger: Kein Ort für eine Leiche – Chiemgau-Krimi (Die Kommissare Gruber und Bischoff suchen den Mörder eines 59-jährigen.)

Franz Zeller: Herzlos (Debüt: In Salzburg wird munter gestorben und der ‚liebeswunde‘ Chefinspektor Franco Moll ermittelt ‚in alle Richtungen‘. – Hm.)

16. September

Sandra Lüpkes: In Hermanns Schatten – Kriminelle Geschichten aus Nordrhein-Westfalen

Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby (Hundred-Dollar Baby, 2006 – Tja, ein neuer Spenser, in dem auch April Kyle dabei ist.)

Willi Voss: Pforte des Todes (klingt nach einem 08/15-Mystery-Thriller um eine Sekte, die weiß, wie man aus dem Jenseits zurückkehren kann. – Weil Willi Voss ein Guter ist, ist „Pforte des Todes“ sicher kein 08/15-Mystery-Thriller)

–

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)


TV-Tipp für den 11. August: Diva

August 11, 2009

Arte, 21.00

Diva (F 1981, R.: Jean-Jacques Beineix)

Drehbuch: Jean-Jacques Beineix, Jean van Hamme

LV: Delacorta: Diva, 1979 (Diva)

Postbote Jules gerät in Teufels Küche nachdem er heimlich das Konzert einer Operndiva mitschneidet und an ein Tonband mit dem Geständnis eines Callgirls gerät. Denn einige Menschen sind bereit ihn umzubringen, um an die Bänder zu gelangen.

Beinix bildgewaltiger, zitatenreicher Debütfilm war in den USA ein Überraschungserfolg und wurde danach auch in Europa zu einem Kultfilm.

„Diva ist ein aufregendes Werk, eine Mischung aus Märchen, Romanze und Thriller: Oper, Pop und schräge Typen in einem höchst stilisierten Kriminalfilm.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Mit Frédéric Andrei, Wilhelmenia Wiggins Fernandez, Richard Bohringer

Wiederholungen

Mittwoch, 12. August, 15.15 Uhr (VPS 15.14)

Dienstag, 18. August, 15.15 Uhr

Hinweise

Homepage von Daniel Odier (aka Delacorta)

Wikipedia über Daniel Odier (deutsch, englisch, französisch)


Die Hugo-Gewinner 2009

August 10, 2009

Für uns Hardcore-Krimifans ist der Hugo natürlich nicht der wichtigste Preis des Universums. Aber bedeutend ist der Preis der amerikanischen Science-Fiction-Fans schon. Er wurde, wie immer, auf der WorldCon vergeben:

NOVEL – The Graveyard Book (Das Graveyard-Buch), Neil Gaiman

NOVELLA – The Erdmann Nexus, Nancy Kress

NOVELETTE- Shoggoths in Bloom, Elizabeth Bear

SHORT STORY – Exhalation, Ted Chiang

RELATED BOOK – Your Hate Mail Will Be Graded: A Decade of Whatever, 1998-2008, John Scalzi

GRAPHIC STORY – Girl Genius, Volume 8: Agatha Heterodyne and the Chapel of Bones, Kaja & Phil Foglio, art by Phil Foglio, colors by Cheyenne Wright

DRAMATIC PRESENTATION: LONG FORM – WALL-E (Andrew Stanton & Pete Docter, story; Andrew Stanton & Jim Reardon, screenplay; Andrew Stanton, directo; Pixar/Walt Disney)

DRAMATIC PRESENTATION: SHORT FORM – Doctor Horrible’s Sing-Along Blog (Joss Whedon, & Zack Whedon, & Jed Whedon, & Maurissa Tancharoen, writers; Joss Whedon, director; Mutant Enemy)

EDITOR, SHORT FORM – Ellen Datlow

EDITOR, LONG FORM – David G. Hartwell

PROFESSIONAL ARTIST – Donato Giancola

SEMIPROZINE – Weird Tales, Ann VanderMeer & Stephen H. Segal, eds.

FANZINE – Electric Velocipede, John Klima

FAN WRITER – Cheryl Morgan

FAN ARTIST – Frank Wu

Campbell Award for Best New Writer (Not a Hugo): David Anthony Durham

–

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

(Dank an BSC für die Infos. Dort gibt es auch die Nominierten.)


TV-Tipp für den 10. August: Legenden: Alfred Hitchcock; Die 39 Stufen

August 10, 2009

In den kommenden Tagen laufen, anlässlich des Geburtstages von Alfred Hitchcock auch einige selten gezeigte Hitchcock-Filme im Fernsehen. Los geht’s heute mit:

ARD, 21.00

Legenden: Alfred Hitchcock (D 2009, R.: Michael Strauven)

Drehbuch: Michael Strauven

45-minütige Doku über den am 13. August 1899 geborenen “Master of Suspense”.

Wiederholung: Dienstag, 11. August, 03.50 Uhr (Taggenau!)


MDR, 22.55

Die 39 Stufen (GB 1935, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Charles Bennett, Alma Reville, Ian Hay

LV: John Buchan: The Thirty-Nine Steps, 1915 (Die neundundreißig Stufen)

Richard Hannay wird verdächtigt einen Spion umgebracht zu haben. Die Suche nach dem Mörder führt ihn durch halb England zu einem mordlüsternem Spionagering.

Schon seit Jahren nicht mehr gezeigter Hitchcock-Klassiker. Der “Anlass” ist der 110. Geburtstag des Meisters der Suspense am 13. August. Wenn das als Anlass genommen wird, einige auch selten gezeigte Hitchcock-Filme zu zeigen, ist es mir sehr recht.

“Was mir bei The 39 Steps gefiel, waren die jähen Umschwünge und das rapide Springen von einer Situation in die nächste. (…) Sollte ich The 39 Steps noch einmal drehen, dann würde ich wieder nach diesem Rezept vorgehen. Aber das kostet wirklich eine Menge Arbeit. Man muss einen Einfall auf den anderen folgen lassen, und das unheimlich schnell.” (Alfred Hitchcock zu Peter Bogdanovich)

Mit Madeleine Carroll, Robert Donat, Lucie Mannheim, Godfrey Tearle, Peggy Ashcroft, John Laurie

Wiederholung: BR, Sonntag, 16. August, 23.30 Uhr


Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz

August 9, 2009

Nach Hollywood (schöne Bilder, aber auch zu viel Bildung) geht’s zurück in heimische Gefilde und ziemlich oft in die Vergangenheit. Werfen wir einen Blick auf die Speisekarte von zwei sehr in den Regionen verwurzelten Gasthäusern:

Emons

Im Frühling begann Emons mit einer Reihe „True Crime“ und im Herbst beginnt der Kölner Verlag mit einer „Tatort“-Reihe. Es sind klassische Romane zum Film und ich bin schon ziemlich gespannt auf das Ergebnis.

Natürlich gibt’s auch eine Ladung Regionalkrimis.

August

Udo Bürger: Bleche Botz und Klingelpütz – Kölner Kriminalfälle von 1815 – 1918

Volker Mauersberger: Kalte Wut – Der Fall Ellen Rinsche (Rekonstruktion eines wahren Mordfalls aus dem Nachkriegsdeutschland)

Renate Naber/Cornelia Ehses: Zeit der Strafe (Köln-Krimi mit einer Pfarrerin als Mörderjägerin.)

September

Rudolf Jagusch: Nebelspur (Ein Kommissar will herausfinden, warum seine Schwester vor vielen Jahren verschwunden ist.)

Dietmar Lykk: Totenuhr (ein Flensburg-Krimi)

Edgar Noske: Letzte Ausfahrt Eifel (Ähem, ein Eifel-Krimi mit Kommissar Roger Lemberg. Dieses Mal sucht er einen Polizistenmörder.)

Hannes Nygaard: Der Inselkönig (ein weiterer Hinterm-Deich-Krimi des sehr produktiven Nygaard)

Silke Urbanksi: Störtebekers Henker (ein Krimi aus dem Mittelalter)

Tatort

Martin Conrath: Aus der Traum (nach dem Tatort-Krimi von Fred und Léonie Breinersdorfer, mit Frank Kappl und Stefan Deininger)

Günther Jurczyk: Strahlende Zukunft (nach dem Tatort-Krimi von Christian Jeltsch, mit Inga Lürsen und Nils Stedefreund)

Martin Schüller: Die Blume des Bösen (nach dem Tatort-Krimi von Thomas Stiller, mit Max Ballauf und Freddy Schenk)

Martin Schüller: A gmahde Wiesn (nach dem Tatort-Krimi von Friedrich Ani, mit Franz Leitmayr und Ivo Batic)

Oliver Wachlin: Blinder Glaube (nach dem Tatort-Krimi von Andreas Pflüger, mit Till Ritter und Felix Stark)

Oliver Wachlin: Todesstrafe (nach dem Tatort-Krimi von Mario Giordano und Andreas Schlüter, mit Eva Saalfeld und Andreas Keppler)

Oktober

Sybille Baecker: Körperstrafen (auch die Schwaben morden)

Luc Bahl: Der Jakobs-Tarot (Was haben heutige Morde auf dem Jakobsweg mit Albrecht Dürer zu tun? Die Kommissare Pier und Kaiser wollen es wissen.)

Ralf Dorweiler: Badische Blutsbrüder (oder: was die Schwaben können, können die Badenser schon lange)

Edgar Franzmann: Millionenallee (Köln-Krimi über verbrecherische Umtriebe in einem Parfüm-Konzern und hilfsbereite Bettler)

Peter Freudenberger: Stiller und die Finsternis (in Aschaffenburg. Denn dort wurde während eines Ritterspiels ein bizarrer Mord verübt. Journalist Stiller recherchiert.)

Brigitte Glaser: Bienenstich (Spitzenköchin Katharina muss wieder Mörder jagen.)

Georg Gracher: Hanbalz (ein Energie-Lobbyist wird in den Alpen erschossen. Gendarmerie-Major Oskar Jacobi ermittelt.)

Hannsdieter Loy: Rosenmörder (ist der abschließende Band der in Oberbayern spielenden Rosen-Trilogie)

Manfred Megerle: Seeteufel (Am Bodensee sterben Obdachlose und alte Frauen wie die Fliegen. Kommissar Wolf ermittelt.)

Jutta Mehler: Saure Milch (In Fannis Garten wird eine Leiche entdeckt und bevor die Polizei den Falschen verhaftet, beginnt sie den Täter zu suchen.)

Antonia Pauly: Tod auf dem Mühlenschiff (ein Krimi aus dem Mittelalter)

Oliver Pautsch: Seelentöter (geht im Rheinland um: er tötet Frauen, die wie Kommissarin Broder aussehen.)

Marcus Raffelsberger: Menschenteufel (ein Wien-Krimi)

Britt Reißmann: Zimmer ohne Aussicht (ein Stuttgart-Krimi mit einem ermordeten Zugbegleiter, einem 23 Jahre zurückliegendem Bankraub und zwei Ermittlern, die auch ihre Beziehung zueinander klären müssen)

November

Thomas Roth: „Verbrechensbekämpfung“ und soziale Ausgrenzung im nationalsozialistischen Köln (Schriften des NS-Dokumentationszentrums 15, erhielt 2007 den Köln-Preis und ist mit 900 Seiten wahrlich keine leichte Lektüre)

Frank Schmitter: Die Stille nach dem letzten Satz (Niederrhein-Krimi: Hat die Mullmafia eine Journalistin umgebracht? Oder waren’s neidische Kollegen?)

–

Gmeiner

Der Krimiverlag aus dem Süden der Republik haut, wie immer, seine gesamtes Halbjahresprogramm an einem Tag heraus. Deshalb müssten alle Titel in der gutsortierten Buchhandlung ihres Vertrauens gegen einen geringen Obulus erhältlich sein.

Die historischen Krimis

Herbert Beckmann: Die indiskreten Briefe des Giacomo Casanova (historischer Krimi aus dem alten Preußen)

Dagmar Fohl: Das Mädchen und sein Henker (spielt im Hamburg des 18. Jahrhunderts)

Uwe Klausner: Pilger des Zorns (fallen 1416 in Mainfranken ein und Bruder Hilpert muss wieder für Gerechtigkeit sorgen)

Sabine Klewe: Die schwarzseidene Dame (läuft 1819 durch Düsseldorf)

Norbert Klugmann: Die Adler von Lübeck (ist ein neuer, in Lübeck 1602 spielender Fall, für die Hebamme Trine Deichmann)

Gerhard Loibelsberger: Die Naschmarkt-Morde (im Wien der Jahrhundertwende)

Die zeitgenössischen Krimis

Beate Baum: Ruchlos (In Dresden stirbt ein rechthaberischer Rentner. Journalistin Kirsten Bertram glaubt nicht an einen natürlichen Tod und beginnt zu recherchieren.)

Burger/Imbsweiler/Schöbel (Hrsg.): Tödliche Wasser (ist die offizielle Anthologie der „Krimitage Heidelberg“ mit Geschichten von -ky, Marcus Imbsweiler, Carlo Schäfer und Friederike Schmöe.)

Anni Bürkl: Schwarztee (Während einer Lesung in ihrem Teesalon nibbelt ein Besucher ab. Die Salon-Besitzerin sucht den Mörder.)

Norbert Horst Bosetzky (-ky): Unterm Kirschbaum (Ein Theodor-Fontane-Krimi mit Kommissar Mannhardt. – [Sorry, -ky. Wird nie wieder vorkommen.])

Anke Clausen: Dinnerparty (aka Fressen bis zum Tod. Denn bei dieser Promi-Kochshow stirbt die Gastgeberin und alle Promi-Köche haben einen guten Grund, der Gastgeberin etwas Gift in das Essen zu mischen.)

Pierre Emme: Pasta Mortale (müsste der letzte Roman des 2008 verstorbenen Autors sein)

Bernd Franzinger: Leidenstour (Kommissar Tannenberg muss herausfinden, wer den Mechaniker eines Trainingslagers für die Tour de France ermordete.)

Matthias P. Gibert: Eiszeit (In Kassel wird der Besitzer einer Eisdiele ermordet. Kommissar Lenz hält einen Investor, der ein wasserdichtes Alibi und gute Beziehungen hat, für den Mörder.)

Christian Gude: Homunculus (Kommissar Rünz muss sich in Darmstadt mit humanoiden Robotern und deren Erschaffern herumschlagen.)

Sigrid Hunold-Reime: Schattenmorellen (Eine alte Frau erinnert sich an einen Jahrzehnte zurückliegenden Mordfall. Aber auch die Gegenwart ist mörderisch. – Wird als „Frauenroman“ beworben und ist daher nichts für mich.)

Marcus Imbsweiler: Altstadtfest (Dort läuft jemand Amok. Es gibt Tote. Die Polizei, Geheimdienste und Privatdetektiv Max Koller ermitteln. – Einmal dürfen Sie raten, wer den Täter überführt.)

Paul Lascaux: Feuerwasser (ist der dritte Fall für die Berner Detektei Heinrich Müller und Nicole Himmel)

Kurt Lehmkuhl: Nürburghölle (Wurde ein Anschlag auf zwei Rennfahrer während des 24-Stunden-Rennens verübt? Der pensionierte Kommissar Böhnke ermittelt.)

Bernd Leix: Fächertraum (Dieses Mal scheint Kommissar Oskar Lindt eine ausgewachsene Herbstdepression zu pflegen. Zigarettenschmuggel und seltsame Tatorte lenken da kaum ab.)

Isabel Morf: Schrottreif (Debüt: In einem Fahrradladen liegt eine Leiche. Die Züricher Polizei und die Ladenbesitzerin ermitteln.)

Reinhard Pelte: Inselkoller (ist der Debüt-Tipp des Verlages: Kommissar Tomas Jung will herausfinden, wer eine Sylter Immobilienmaklerin ermordete.)

Harald Schneider: Erfindergeist (Wenn ein Kommissar Urlaub macht, ist die nächste Leiche nicht weit weg. Aktuelles Erholungsziel ist der Holiday Park Haßlich.)

Friederike Schmöe: Fliehganzleis (ist ein Krimi zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Aber schnell geht es noch weiter in die Vergangenheit.)

Erich Schütz: Judengold (Ein Journalist stößt bei Recherchen auf einen lange zurückliegenden Goldschmuggel.)

Willibald Spatz: Alpendöner (In Kempten wird eine alte Frau erstochen. Ein Dönerbudenbesitzer ist verdächtig und Jungjournalist Birne beginnt zu recherchieren. – Schöner Titel.)

Franziska Steinhauer: Wortlos (In Cottbus wird eine Studentin aus Haiti ermordet. Kommissar Nachtigall ermittelt.)

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Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)


Arte über Dennis Lehane

August 9, 2009

Schnell, schnell. Dürfte nur einige Tage online sein. Die Reportage über Dennis Lehane bei dem Sender unseres Vertrauens.

(Kurze Vorfreudemeldung: Arte zeigt am Montag, den 17. August erstmals den Jean-Pierre-Melville-Klassiker „Der zweite Atem“ in der ungekürzten Version. 25 Minuten mehr Melville.)

Update – wenige Stunden später: Ist wohl schon offline.


TV-Tipp für den 9. August: Der Marshal

August 9, 2009

Arte, 20.15

Der Marshal (USA 1969, R.: Henry Hathaway)

Drehbuch: Marguerite Roberts

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (deutsche Titel wahrscheinlich „Die mutige Mattie“ und „Der Marshal und die mutige Mattie“)

Arkansas, 1880: Die 14-jährige Mattie will den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen. Weil sie das allein nicht schafft, überzeugt sie den einäugigen, dem Alkohol verfallenen Marshal Rooster Cogburn dazu, ihr zu helfen.

Der Western-Klassiker mit einem humoristischen Einschlag ist eine gelungene Abhandlung zum Thema Tapferkeit.

Ansonsten hat Joe Hembus alles gesagt: „Das glorreiche Denkmal von Hollywoods Western-Tradition, ein enorm junges, frisches, allumfassendes Werk von drei fetten alten Männern, dem Produzenten Hal B. Wallis, im Western-Geschäft seit 1922, dem Regisseur Henry Hathaway, der seine Karriere 1933 mit Zane-Grey-Verfilmungen begann, und Star John Wayne, der 1930 in The Big Trail debütierte. Die Summe dieser Erfahrungen wird mit einem Elan mobilisiert, den man sonst nur bei Debütfilmen sieht, zugleich mit dem gelassenen Humor, der weiß, dass man nur noch gewinnen kann.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

John Wayne erhielt für diese Rolle seinen einzigen Oscar, einen Golden Globe und einen Laurel Award.

mit John Wayne, Kim Darby, Glen Campbell, Robert Duvall, Jeff Corey, Dennis Hopper, Strother Martin

Wiederholungen

Donnerstag, 20. August, 15.15 Uhr

Dienstag, 25. August, 15.10 Uhr (VPS 15.15 Uhr)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis, den Roman und die Verfilmung

Nicht-Offizielle Charles-Portis-Seite


Will Holden Carver immer noch aussteigen?

August 7, 2009

Brubaker - Sleeper 3 - Die Gretchenfrage

Die von Autor Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips erfundene Saga von Holden Carver, eines guten Menschen, der Böses tun muss, geht mit dem dritten „Sleeper“-Band „Die Gretchenfrage“ furios weiter. Carver ist ein für International Operations in ein weltumspannendes Verbrecherimperium eingeschleuster Undercover-Agent. Am Ende des zweiten „Sleeper“-Bandes wurde er von Tao, dem Chef des Verbrecherimperiums, enttarnt. Aber Tao hat ihn nicht getötet. Denn der genial-skrupellose Tao ist sich sicher, dass Carver inzwischen zu einem von ihnen geworden ist. Außerdem hat Carver keine Verbindungen mehr zu seinem früheren Arbeitgeber. Denn sein Führungsoffizier John Lynch (der einzige Mann, der bei I. O. von dieser Operation weiß) liegt im Koma liegt.

Also fügt Carver sich resigniert seinem Schicksal.

Aber jetzt ist Lynch aus dem Koma erwacht und er versucht, letztendlich erfolgreich, Carver zu kontaktieren. Tao schickt Carver zu dem Treffen nach Kairo. Aber Carver hat Tao nicht alles gesagt. Er will in Kairo noch etwas anderes erledigen. Als Carver am vereinbarten Treffpunkt ist, wird auf ihn geschossen. Er flüchtet.

Carver, der abgesehen von seinem nicht existierendem Schmerzempfinden, ein gewöhnlicher Mensch ist, ist für Lynch und Tao nur ein Spielball. Sie stoßen ihn herum und sagen ihm immer nur den Teil der Wahrheit, der ihnen gerade in ihre Pläne passt. Carver weiß nicht, wem er vertrauen kann. Er weiß auch nicht mehr, auf welcher Seite er steht. Denn er hat bei den Verbrechern neue Freunde gefunden, die von seinen alten Freunden ermordet wurden. Diese halten ihn für einen Verräter. Sie jagen ihn. Sie foltern ihn. Sie wollen ihn töten. Und vor allem fragt Carver sich inzwischen, wer die Bösen sind.

Als er in Kairo seine frühere Freundin Veronica trifft, versucht sie ihn zur Rückkehr zu bewegen und sagt: „Er ist ein Terrorist, Holden. Er hat Regierungen rund um den Globus destabilisiert. Er hat Unschuldige getötet und Gott weiß was noch getan, von dem wir nichts wissen.“

Er antwortet: „Was habe ich denn deiner Meinung für I. O. getan? Regierungen destabilisiert, Unschuldige getötet und jede Menge Sachen, über die du wirklich nichts wissen möchtest. (…) Für Typen wie Lynch und Tao ist die ganze Welt nur ein Spielplatz.“

In solchen Momenten wird „Sleeper“ auch zu einem illusionslosem und pathosfreiem Spiegelbild der US-amerikanischen Politik und, immerhin erschienen die im dritten „Sleeper“-Band versammelten Einzelhefte 2004 und 2005, zu einer Metapher für den Kampf des Westens gegen den islamistischen Terrorismus. Dann ist „Sleeper“ gar nicht so weit weg von den erfolgreichen TV-Serien „24“ und „Battlestar Galactica“.

Und wenn Carver in „Die Gretchenfrage“ erzählt, wie Taos Männer nach 9/11 reisen, dann ist das eine lakonische Absage an den staatlichen Sicherheitswahn.

Am Ende von „Die Gretchenfrage“ liegen für Carver und seine Freundin Gretchen die Karten auf dem Tisch. Wie es Carver gelingt, sein altes Leben wieder zurückzugewinnen (falls er das überhaupt noch will), wird im vierten und abschließenden „Sleeper“-Band „Das lange Erwachen“ erzählt. Er ist für Dezember angekündigt.

Bis dahin ist also noch genug Zeit, die vorherigen „Sleeper“-Bände zu lesen.

Ed Brubaker/Sean Phillips: Sleeper 3 – Die Gretchenfrage

(übersetzt von Maria Morlock)

Cross Cult, 2009

152 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

Sleeper 3: A crooked line

Wildstorm/DC Comics 2005

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enthält

Sleeper: Season 2, 1 – 6

DC Comis, 2004/2005

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Hinweise

Homepage von Ed Brubaker

Blog von Sean Phillips

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips” “Criminal 1 – Feigling” (Criminal 1: Coward, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Criminal 2 – Blutsbande” (Criminal 2: Lawless, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Criminal 3 – Grabgesang“ (Criminal 3: The Dead and the Dying, 2008)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Colin Wilsons “Point Blank” (Point Blank, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 1 – Das Schaf im Wolfspelz” (Sleeper: Out in the cold, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 2 – Die Schlinge zieht sich zu” (Sleeper: All false moves, 2004)


TV-Tipp für den 8. August: Die Akte

August 7, 2009

Nach dem gemütlichen Getränk im Biergarten und hitzigen Diskussionen, etwas zur Entspannung


MDR, 00.20

Die Akte (USA 1993, R.: Alan J. Pakula)

Drehbuch: Alan J. Pakula

LV: John Grisham: The pelican brief, 1992 (Die Akte)

Politthriller über eine Jurastudentin (Julia Roberts), die einen Umweltskandal, der auch den Präsidenten belastet, aufdeckt.

Der starbesetzte Film war eine der ersten Grisham-Verfilmungen: handwerklich perfekt, grandiose Besetzung vor und hinter der Kamera, unpersönlich, mit Justiz-Grundierung und überlang. Pakula, dem wir immerhin die Klassiker „Klute“, „Zeuge einer Verschwörung“ und „Die Unbestechlichen“ verdanken, meinte, das Buch sei so aufregend wie eine Achterbahnfahrt. Das kann man von dem Film nicht behaupten.

Mit Julia Roberts, Denzel Washington, Sam Shepard, Robert Culp, John Lithgow, Stanley Tucci

Hinweise

Homepage von John Grisham

John-Grisham-Fanseite

John Grisham bei Charlie Rose (28. Januar 2009 – eine gute Stunde)


Compartmania

August 7, 2009

Martin Compart schreibt in seinem Blog, dass es bald mit der „Luzifer-Connection“ (seinem neuen Roman) losgeht. Unklar ist noch, ob bei Evolver oder in seinem Blog.

Ich bin gespannt, auch wenn Martin einige Kürzungen vornehmen will. Jugendschutz und so etwas, brummelt er. Als ob heute Jugendliche noch lesen, wenn sie sich den neuen ultrabrutalen Splatter-Horror-Sex-Trash-Film, natürlich illegal, downloaden können und dabei murmeln „das Internet ist ein rechtsfreier Raum – das Internet ist ein rechtsfreier Raum“.

Damals, als ich jung war, gab’s pädagogisch wertvolle Werke von Mickey Spillane und Nick Carter ohne so ein Jugendschutzgedöns (dafür teilweise auf dem Index oder seltsam übersetzt).

–

Und so kann ich elegant zum schönen Interview von dpr mit Martin Compart im „Krimikultur: Archiv“ überleiten:

Frank Allan, John Kling oder Jerry Cotton bei der Erforschung deutscher Krimitraditionen auszulassen ist etwa so, als würden die Amerikaner ihren Nick Carter und andere Dime Novel-Heroen verschweigen, die bekanntlich das Bindeglied zwischen den Westernhelden und dem Private Eye oder anderen Hard-boiled-Typen sind.

Was bei uns alle paar Jahre als große Literatur abgefeiert wird, übersteht ja kaum den Zehnjahrestest. Meist ist das Lesen reine Zeitverschwendung. Grass oder Walser werden längst vergessen sein, wenn man Unterhaltungsschriftsteller wie Shakespeare, Dickens oder Chandler noch begeistert lesen wird.

Im Interview geht’s um Noir, die deutsche Verlagslandschaft (und das Ende der Krimireihen) und deutschsprachige Krimiautoren damals und heute:

Quantitativ hat der deutsche Krimi sicherlich ein höheres Niveau erreicht. Wenn alle Syndikat-Autoren sich gegenseitig kaufen, reicht das schon für eine Auflage. Qualitativ hat der deutsche Thriller oder Detektivroman nie wieder das Niveau alter Cracks wie Hans Gruhl oder Philip Vandenberg erreicht. Während ich Österreicher wie die Abenteuer von Ostbahn Kurti mit Vergnügen lesen kann, finde ich Haas unleserlich, fürchterlich gewollt, ohne Charme und Stil. Reine Pose. Ich lese kaum deutsche Krimis. (…)

Im Fernsehen ist es genauso: Man vergleiche nur die verwahrlosten TATORTE, ZDF oder RTL-Produktionen mit Serien wie SHIELD, WIRE oder SPOOKS. Genauso groß ist der Unterschied in der literarischen Produktion. Erfolg ist schön, aber kein Kriterium für Qualität.