TV-Tipp für den 30. April: I am Mother

April 29, 2021

RTL II, 20.15

I am Mother (I am Mother, Australien 2019)

Regie: Grant Sputore

Drehbuch: Michael Lloyd Green (nach einer Geschichte von Grant Sputore und Michael Lloyd Green)

Nach einem Krieg, der die Welt unbewohnbar machte, wird in einer hermetisch von der Außenwelt abgeriegelten Station ein Mädchen, „Tochter“ genannt, von einem Roboter, der sich „Mutter“ nennt, groß gezogen. Eines Tages steht eine verletzte Frau vor der Tür der Station. Sie behauptet, dass sie verfolgt werde. Wenn das stimmt, hat Mutter Tochter, die inzwischen ein Teenager ist, über die Außenwelt belogen.

TV-Premiere. In jeder Beziehung gut aussehender, zum Nachdenken anregender Science-Fiction-Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Clara Rugaard, Hilary Swank, Rose Byrne (im Original: Stimme Mutter), Luke Hawker (Körper von Mutter)

Wiederholung: Samstag, 1. Mai, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „I am Mother“

Metacritic über „I am Mother“

Rotten Tomatoes über „I am Mother“

Wikipedia über „I am Mother“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Grant Sputores „I am Mother“ (I am Mother, Australien 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „I am Mother“ und die Probleme der Kindererziehung in der Zukunft

August 23, 2019

Wer Science-Fiction nicht als kunterbunten Jahrmarkt, sondern als Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen schätzt, sollte sich „I am Mother“ ansehen. In diesem, je nach Rechnung, Zwei- oder Dreipersonenstück erzieht ein Roboter, der sich ‚Mutter‘ nennt, in einer hermetisch abgeschlossenen, sehr geräumigen Station ein Kind, das sie ‚Tochter‘ nennt.

Der Grund für diese ungewöhnliche Form der Erziehung ist ein Notfallplan der Menschen. Vor einigen Jahren vernichtete sich die Menschheit in einem Krieg. Seitdem ist die Erdoberfläche verseucht. Ein Leben ohne Schutzanzug ist nicht möglich. In der Station, in der tausende Embryonen gelagert sind, sollen die künftigen Menschen entstehen.

Im Moment ist Tochter ihr einziges Versuchsobjekt. Mühsam zieht sie sie über viele Jahre groß. Tochter entwickelt sich in jeder Beziehung prächtig. Die zahlreichen regelmäßigen Tests und Prüfungen bestätigen ihre Entwicklungsfortschritte. Außerdem sind Mutter und Tochter ein Herz und eine Seele. Auch wenn Mutter ein klobiger, menschenähnlich aussehender Roboter ist, der mehr an Robocop als an C-3PO erinnert.

Als Tochter im Teenageralter ist, klopft es an der Tür zum Bunker, in dem sie lebt. Eine verletzte ‚Frau‘ steht vor der Stahltür. Sie behauptet, sie werde verfolgt und sie benötige Hilfe.

Tochter, die bis jetzt nie gegen ein Befehl von Mutter verstieß, lässt die Frau in die Station und versteckt sie. Die Frau erzählt ihr, dass alles, was Mutter ihr über die Außenwelt erzählt habe, gelogen sei. Aber erzählt die Frau die Wahrheit?

Das SF-Kammerspiel „I am Mother“ ist das überzeugende Spielfilmdebüt von Regisseur Grant Sputore und Drehbuchautor Michael Lloyd Green. Gemeinsam entwickelten sie eine Geschichte, die gelungen Thrillerspannung mit einer ordentlichen Portion Paranoia und philosophischen Fragen verbindet. Es geht in der Geschichte um Künstliche Intelligenz. Selbstverständlich wurde Mutter programmiert. Aber wir kennen ihre Programmierung nicht. Wir wissen auch nicht, ob sie ihre Programmierung befolgt, wenn sie behauptet, sie beschütze Tochter und sich dann verhält, als habe sie noch nie etwas von Isaac Asimovs bekannten Robotergesetzen gehört.

Es geht auch um Fragen der Erziehung und Vorbilder. Einerseits weil Mutter Tochter erzieht, andererseits weil Tochter sich zwischen Mutter und der von Außen kommenden Frau, der Fremden, entscheiden muss.

Und damit geht es auch um die Frage, wie Tochter vom Kind zur Frau wird.

Das sind universelle Fragen, auf die es keine eindeutigen und endgültigen Antworten gibt und mit denen man sich noch nach dem Filmende beschäftigen kann.

„I am Mother“ ist ein zum Nachdenken anregender, spannender SF-Thriller.

I am Mother (I am Mother, Australien 2019)

Regie: Grant Sputore

Drehbuch: Michael Lloyd Green (nach einer Geschichte von Grant Sputore und Michael Lloyd Green)

mit Clara Rugaard, Hilary Swank, Rose Byrne (im Original: Stimme Mutter), Luke Hawker (Körper von Mutter)

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „I am Mother“

Metacritic über „I am Mother“

Rotten Tomatoes über „I am Mother“

Wikipedia über „I am Mother“ (deutsch, englisch)


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