Auftrag Rache (Edge of Darkness, USA/Großbritannien 2010)
Regie: Martin Campbell
Buch: William Monahan, Andrew Bovell (nach dem Drehbuch von Troy Kennedy Martin)
Vor der Haustür des Polizisten Thomas Craven erschießen Unbekannte seine Tochter. Craven glaubt, dass der Anschlag ihm gegolten hat. Er beginnt ihren Mörder zu jagen.
Nach einer siebenhährigen Schauspielpause übernahm er in diesen leicht noirischen Politthriller endlich wieder die Hauptrolle. Es wurde eine veritable Soloshow.
„Auftrag Rache“ ist das Remake der hochgelobten, sechsstündigen BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness) von 1985, die ebenfalls von Martin Campbell inszeniert wurde und ein mit mehreren BAFTAs (unter anderem „Beste TV-Serie“) ausgezeichneter „Meilenstein der Fernsehgeschichte“ (Martin Compart: Crime TV) ist. Dagegen ist das Remake nur austauschbare 08/15-Kost.
„Simpler Thriller, der das Spannungspotential seiner Actionszenen inszenatorisch nicht sonderlich ausschöpft und dessen politische Hintergründe eher konfus gezeichnet sind.“ (Lexikon des internationalen Films)
Alice (Milla Jovovich) kehrt zurück und in den ersten Minuten des neuen „Resident Evil“-Films gibt es, wie gewohnt, eine kurze Zusammenfassung der vorherigen Filme. Wobei dieses Mal einige Dinge anders erzählt werden, als wir es in der Erinnerung haben. Dr. Isaacs (Iain Glen) ist jetzt nicht mehr nur ein Gegenspieler von Alice, sondern der Chef der Umbrella Corporation und, als Firmenchef, der Verantwortliche für die Freisetzung des gefährlichen T-Virus, der die Menschheit seit dem ersten „Resident Evil“-Film vor fünfzehn Jahren ziemlich global vernichtete. Die meisten Menschen starben oder wurden zu Zombies. Die Erde wurde zu einer „Mad Max“-Endzeitwüste. Mit dem aus diesen Filmen vertrautem Kleidungsstil.
Jetzt, also in genau 48 Stunden, plant Dr. Isaacs seinen letzten Schlag mit dem er die Restmenschheit auslöschen will. Nur einige Auserwählte sollen die Katastrophe im Hive, dem unterirdischen Versteck und Riesenforschungslabor der Umbrella Corporation in Raccoon City, überleben.
Alice erfährt davon und hat zwei Tage, um nach Raccoon City zu kommen und die Katastrophe zu verhindern. Dummerweise ist das Land immer noch die „Mad Max“-Einöde der vorherigen Filme, die mit Zombies und meist höchst böswilligen Menschen bevölkert ist. Und in Raccoon City, dem Ort, an dem alles begann, wird sie bereits erwartet.
Der sechste „Resident Evil“-Film heißt „The Final Chapter“ und es soll auch wirklich das letzte Kapitel, der letzte Film sein. Obwohl von einen siebten Teil und einer TV-Serie gemunkelt wird und der Film sich, wie die vorherigen Filme, die Möglichkeit für einen weiteren Film offen hält. Dafür sprächen auch die nackten Zahlen – bis jetzt haben die „Resident Evil“-Filme weltweit eine knappe Milliarde Dollar eingespielt – und dass Milla Jovovichs Filmkarriere „Resident Evil“ ist. Warum sollte sie sie beenden?
Natürlich werden in „Resident Evil: The Final Chapter“ Fragen aus den vorherigen Filmen, die wir nicht hatten, beantwortet. Natürlich werden lose Fäden aus vorherigen Filmen zusammengeführt. Allerdings eher solala. Und Natürlich gibt es ein Ende, eine Erklärung für die bisherigen Ereignisse, für Alices bunte Biographie und ihre fehlende Erinnerung an die Zeit vor dem ersten „Resident Evil“-Film. Aber dieses Ende ist dann eher wie das Ende von „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“ (das ist der Film, in dem Anakin Skywalker zu Darth Vader wird): ein Ende, das ein Anfang ist.
Deshalb wirkt „The Final Chapter“ nie wie ein Abschluss, sondern von der ersten bis zur letzten Minute nur wie ein weiteres Kapitel im unendlichen Kampf von Alice gegen die Umbrella Corporation. Mit, wie immer, vielen bekannten Gesichtern aus den früheren Filmen, und einer Story, die nicht mehr als die Fassade für die Action sein will.
Das knüpft dann vor allem an Serials wie „Flash Gordon“ an und kann als Trash-Variante des Autorenkinos gesehen werden. Denn Paul W. S. Anderson ist als Regisseur, Drehbuchautor und einer der Produzenten für alles verantwortlich und es ist schon beachtlich, wie sehr er die Filme ineinander übergehen lässt (indem der nächste Film immer unmittelbar an den vorherigen anknüpft), Schauspieler immer wieder engagiert und Rückblenden zu den früheren Filmen einfügt. Da entsteht dann eine bei Spielfilmen selten gesehene Kontinuität. Vor allem wenn diese Filme über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren und unabhängig voneinander gedreht, zweimal sogar von anderen Regisseuren, werden. Mit seiner Frau Milla Jovovich setzt Anderson seine Vision kompromisslos um.
Genau wie die „Underworld“-Filme (das andere langlebige Franchise, das einer Schauspielerin viel Geld bringt) sind die „Resident Evil“-Filme dann am besten, wenn sie sich, umstellt von plakativ präsentierten filmischen Anspielungen, auf die Action konzentrieren. Diese Action ist, wie in den vorherigen „Resident Evil“-Filmen eher ein Schnipselgewitter als wirklich nachvollziehbar. Aber sie hat ihre Momente und Bilder. Und es hat schon etwas, wenn Alice in wenigen Sekunden eine halbe Armee schwerbewaffneter Männer tötet.
Damit bietet „Resident Evil: The Final Chapter“ das, was die Fans wollen: Milla Jovovich und viel Action. Der Rest ist Dekoration, bei der vor allem Iain Glen als Bösewicht gefällt. Natürlich in 3D und, wenn ihre eine vollkommen bescheuerte Entschuldigung für den nächsten Berlin-Besuch braucht, im IMAX.
Alle anderen, die schon dankend auf die vorherigen „Resident Evil“-Filme, verzichteten, können auch das letzte Kapitel ignorieren. Es unterscheidet sich höchstens graduell von den vorherigen Filmen, die als gehirnbefreites, logikfreies Popcorn-Kino ohne erkennbare Ansprüche durchaus ihre unterhaltsamen Momente hatten.
Resident Evil: The Final Chapter (Resident Evil: The Final Chapter, USA 2016)
Regie: Paul W. S. Anderson
Drehbuch: Paul W. S. Anderson
mit Milla Jovovich, Iain Glen, Ali Larter, Shawn Roberts, Ruby Rose, Eoin Macken, William Levy, Fraser James, Lee Joon-ki
Als Vorbereitung für „The Expendables 3“, der am 21. August startet und in dem Mel Gibson einen maulfaulen Bösewicht spielt
ZDFneo, 22.00
Auftrag Rache (USA/Großbritannien 2010, Regie: Martin Campbell)
Buch: William Monahan, Andrew Bovell (nach dem Drehbuch von Troy Kennedy Martin)
Vor der Haustür des Polizisten Thomas Craven erschießen Unbekannte seine Tochter. Craven glaubt, dass der Anschlag ihm gegolten hat. Er beginnt ihren Mörder zu jagen.
Nachdem Mel Gibson in den vergangenen Jahren vor allem als Regisseur und wegen anderer Dinge von sich reden machte (Hey, wir haben doch alle kopfschüttelnd die Meldungen auf den Bunten Seiten gelesen.), übernahm nach einer siebenjährigen Schauspielpause für diesen leicht noirischen Politthriller endlich wieder einmal die Hauptrolle und es wurde eine veritable Soloshow.
„Auftrag Rache“ ist das Remake der hochgelobten, sechsstündigen BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness) von 1985, die ebenfalls von Martin Campbell inszeniert wurde und ein mit mehreren BAFTAs (unter anderem „Beste TV-Serie“) ausgezeichneter „Meilenstein der Fernsehgeschichte“ (Martin Compart: Crime TV) ist. Dagegen ist das Remake nur austauschbare 08/15-Kost.
„Simpler Thriller, der das Spannungspotential seiner Actionszenen inszenatorisch nicht sonderlich ausschöpft und dessen politische Hintergründe eher konfus gezeichnet sind.“ (Lexikon des internationalen Films)