Ein herausragendes Debüt

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Bereits beim Erscheinen wurde Marcus Sakeys Debüt „Der Blutzeuge“ in seiner amerikanischen Heimat abgefeiert und landete zum Jahresende auf einigen Listen der besten Bücher des Jahres 2007. In Deutschland ging „Der Blutzeuge“ dagegen unter.

Zu Unrecht. Denn Sakey erzählt seine einfache Geschichte über den Kampf zwischen zwei ehemaligen Freunden mit überraschenden Wendungen spannend bis zum bitteren Ende.

Danny Carter und Evan McGann sind zwei Kleinkriminelle in Chicago. Danny ist der intelligentere und vernünftigere von beiden. Trotzdem saß er bereits zweimal im Gefängnis. Ihre gemeinsame kriminelle Karriere endet mit einem Einbruch in eine Pfandleihe. Als der Besitzer überraschend auftaucht, schießt Evan auf ihn. Während Evan noch am Tatort versucht, an die Beute zu gelangen, flüchtet Danny.

Evan wird zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Wegen guter Führung wird er bereits nach sieben Jahren entlassen. Jetzt will er sein altes Leben fortführen.

In der Zwischenzeit wurde Danny ehrlich. Er ist ein geachteter Bauleiter, glücklich verheiratet und er will dieses Leben unter keinen Umständen aufgeben. Als er Evan trifft, bietet er ihm einen Job auf einer Baustelle an. Evan lehnt ab und beginnt Danny zu terrorisieren. Er bricht bei ihm ein. Er bedroht Dannys Frau.

Danny ist verzweifelt. Er kann nicht zur Polizei gehen. Denn dann müsste er auch den Einbruch in die Pfandleihe gestehen und sein ehrliches Leben wäre vorbei. Aber er weiß auch, dass er Evan nicht mit einigen guten Ratschlägen besänftigen kann.

Deshalb lässt Danny sich auf ein letztes gemeinsames Ding mit seinem früheren Freund ein. Sie entführen den Sohn von Dannys Chef Richard O’Donnell. Doch Evan hält sich schon bei der Geiselnahme nicht mehr an den gemeinsamen Plan. Danny muss immer mehr erkennen, dass er sich auf ein Geschäft mit dem Teufel eingelassen hat.

Und das ist auch schon der einzige kleine Wermutstropen in Sakeys beängstigend gelungenem Debüt „Der Blutzeuge“. Evan ist als Bösewicht etwas zu überzeichnet. Es fällt viel zu leicht ihn als cholerisch-rachsüchtiges Monstrum zu hassen. Dabei wurde er – wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen – von seinem Freund im Stich gelassen.

Verrat und Freundschaft sind in Marcus Sakeys düsterem Roman „Der Blutzeuge“ die Eckpunkte des zentralen Konflikts. Vor allem seine Hauptfigur Danny Carter ist in einem Netz verschiedener Verpflichtungen gefangen, die er nicht gleichzeitig erfüllen kann. Wie damals in der Pfandleihe versucht er jetzt wieder den Weg zu nehmen, der für ihn die geringsten Kosten verursacht. Dabei hat er keine Ahnung, wie hoch das Blutzoll für seinen Wunsch, sein bürgerliches Leben weiterzuführen, ist.

Die Filmrechte sind an LivePlanet, der Firma von Ben Affleck und Matt Damon, vergeben. Ihr letztes Projekt war die fantastische Dennis Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone“. 

 

 

Marcus Sakey: Der Blutzeuge

(deutsch von Violeta Topalova)

Goldmann, 2007

416 Seiten

8,95 Euro

 

Originalausgabe

The blade itself

St. Martin Minotaur, 2007

 

Homepage von Marcus Sakey

Marcus Sakey schreibt im Outfit

Marcus Sakey bei Goldmann

5 Responses to Ein herausragendes Debüt

  1. […] The Blade Itself (Der Blutzeuge) by Marcus Sakey (St. Martin’s Minotaur) […]

  2. […] The Blade Itself, von Marcus Sakey (St. Martin’s Minotaur) […]

  3. […] The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey […]

  4. […] The Blade Itself (Der Blutzeuge), von Marcus Sakey […]

  5. […] Sakey (Der Blutzeuge; – seine weiteren Bücher sind immer noch nicht übersetzt) hält den Schreibhinweis, über […]

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