Anstatt fleißig vor dem Computer zu sitzen, habe ich heute (endlich) zwei neue Regale gekauft und musste natürlich sofort mit dem Einräumen beginnen. Gleichzeitig habe ich mit dem großen Frühjahrsputz begonnen. Ich weiß, ich bin da etwas spät dran, aber dafür sortiere ich jetzt leidenschaftslos ganz viel aus. Ganze Jahrgänge alter Zeitungen fliegen raus (es gibt ja das Internet). Aktenordner werden geleert (es gibt ja Bibliotheken – und wer will schon einen politikwissenschaftlichen Aufsatz von 1995 über die Internationalen Beziehungen lesen?). Nicht mehr benötigte Kataloge landen in der Papiertonne. Kleider und Computerzubehör (Braucht jemand eine alte Tastatur?) fliegen raus – und plötzlich ist die Wohnung wieder viel größer.
Bei dieser ganzen Arbeit hat ein Linktipp von Bill Crider meine müden Augen erfreut: TCCandler hat eine Liste mit den 100 besten Filmplakaten erstellt. Ein schönes Teil mit einer ungewöhnlichen Wahl für den ersten Platz. Denn:
A great poster should intrigue, shock, inspire & excite. It should be aesthetically beautiful or original. Above all, it should be so memorable that a single glance will be instantly recognizable.
Einbrecher Gus Cardinale klaut zufällig einen unglaublich wertvollen Rubinring. Selbstverständlich machen sich andere Einbrecher, die Polizei, Geheimdienste und obskure Gestalten auf die Jagd nach dem Dieb.
Durchgeknallte Gaunerkomödie nach einem nicht ins Deutsche übersetzten Dortmunder-Roman (Das war mein erster Dortmunder und ich lag beim Lesen die meiste Zeit vor Lachen auf dem Boden.).
„Eine wirre, wilde Gaunerkomödie (…) mit Christopher Lambert und Christopher Lloyd, die ihren Affen reichlich Zucker verabreichen.“ (Fischer Film Almanach 1991)
Mit Christopher Lambert, Kim Greist, Christopher Lloyd, J.T. Walsh
Auch bekannt als „Die Jagd nach dem Teufelsrubin“ und „Warum gerade ich?“
Nach einer mehrjährigen Pause als Krimiautor (in der Zwischenzeit schrieb Alfred Hellmann Kabarettprogramme und das Sachbuch „Disziplin für Faule“, übersetzte Bücher und organisierte in Berlin die feine Veranstaltungsreihe „Cinema Royal“, bei der vier Drehbuchautoren sich, wie „Das Literarische Quartett“, über neue und alte Filme fetzten) veröffentlichte er vor wenigen Wochen seinen zweiten Kriminalroman. „Vor den Hymnen“ erhielt, nicht nur von mir, euphorische Kritiken.
Für die Kriminalakte beantwortet er fünf Fragen:
1) Jede Geschichte beginnt mit einer Idee. Was war die Ausgangsidee für „Vor den Hymnen“?
Ich hörte, dass Firmen mittlerweile auch bei uns diskrete Versicherungen gegen Produkterpressungen abschließen können, was bis dahin nur in Großbritannien und den USA möglich war. Die Versicherer arbeiten eng mit privaten Sicherheitsfirmen und Spezial-Detekteien zusammen, was, wie aktuell der Fall Telekom und andere belegen, nicht immer unproblematisch ist.
Zugleich wurde damals gegen Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Kölner Polizei ermittelt, wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung, versuchter Strafvereitelung im Amt, Betrug, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. – Beides zusammen ergab den Treibsatz.
2) Kannst du uns etwas über das Schreiben von „Vor den Hymnen“ erzählen?
Es folgten erste Übungskapitel mit der Herausbildung der Protagonisten, einem gebürtigen Rheinländer und einer Ostdeutschen, innerhalb einer Berliner Mordkommission.
Parallel dazu führte ich Interviews mit Managern und Polizisten, darunter Mitgliedern von Spezialeinheiten, die natürlich darauf hinwiesen, dass ein paar schwarze Schafe noch keine Herde machen.
Früher schrieb ich nachts, heute schreibe ich früh am Morgen, ziemlich diszipliniert. (Ich gebe ja auch Workshops zum Thema Disziplin & Kreativität.)
3) Du bist auch Satiriker und Drehbuchautor. Inwiefern glaubst du, dass das deinen Roman beeinflusst hat?
Den Satiriker – oder Kabarettisten – musste ich im Zaum halten. Spannung und Komik passen nur bedingt zusammen. Ich habe versucht eine funktionierende Mischung zu finden.
Meine Lektorin, Dr. Marion Heister, hat zum Beispiel die frühe Variante einer zentralen Nebenfigur kritisiert: Katharina Syltenfuß, die zu diesem Zeitpunkt noch Sieglinde von Syltenfuß hieß und Kaufhauserpressung als harmloses Hobby für südseesüchtige Witwen betrieb. Der Lektorin erschien sie in der alten Fassung zu parodistisch, und sie befürchtete, dass der relative Unernst dieser Figur das restliche Buch ‚infizieren‘ könnte. Das fand ich, nach einer angemessenen Phase des Beleidigtseins, überzeugend. Also habe ich sie entschärft und ihr ein wenig Melancholie mitgegeben. Viele Leser, und noch mehr Leserinnen, mögen sie sehr.
Meine Arbeit als Drehbuchautor schlägt sich am deutlichsten in der Wahl der Erzählperspektiven nieder, vielleicht auch in der relativen Kürze der Kapitel. Spät rein in die Szene, früh raus, so lautete die Regel, die ich aber auch ein paar Mal verletzt habe.
4) Was dürfen wir demnächst von dir erwarten?
Einerseits arbeite ich an einem neuen Krimi, andererseits habe ich, gewissermaßen zu Erholung, eine Theaterkomödie („HoPP!“) geschrieben, die ich zurzeit Verlagen anbiete. Im Hintergrund schreibe ich an einem ,großen‘ Roman, der sich aber nur langsam entwickelt. Außerdem arbeite ich gelegentlich als freier Texter.
5) Welche fünf Bücher empfiehlst du für den Strandkorb?
1.. John Sandford, die Lucas-Davenport-Reihe – die für mich aktuell besten Thriller: spannend, realitätsnah und frei von narzisstisch-depressivem Gejammer.
2.. Janwillem van de Wetering – die frühen Krimis, auch die Bücher über seine Aufenthalte in buddhistischen Klöstern.
3.. Albert Camus „Der Fremde“. Vorzugsweise bei großer Hitze zu lesen.
4.. Anne Michaels „Fluchtstücke“. Hervorragend geschrieben, mit wunderschönem Sprachklang. Ich kenne Leute, die beim Lesen geweint haben.
5.. Lion Feuchtwanger „Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis“. Leidenschaft, Liebe, Künstlertum – mit Worten gemalt.
Bank Job (The Bank Job, GB 2008, R.: Roger Donaldson)
Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais
Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).
Mit ihrem neuesten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.
Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.
Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David
NCIS ist eine coole Serie. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Diese Reportage zeigt sie. Ungeschminkt, ohne bekannte Gesichter und wahrscheinlich mit der gleichen Militärverehrung, die wir aus der Serie kennen.
„The best thing about Alfred Hitchcock presents is Alfred Hitchcock presenting“, schrieb die New York Tribune bereits 1955. Denn der Regisseur ließ sich für das von ihm zwischen 1955 und 1965 präsentierte Programm von James Allardice sarkastische Texte schreiben, die mal mehr, mal weniger mit der dann folgenden Kriminalgeschichte zu tun hatten und sich immer wieder über die Sponsoren (damals wurde eine Serie von einer Firma präsentiert) lustig machte. In Deutschland wurden diese Einleitungen, wie die jetzt veröffentlichte DVD-Box „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“ zeigt, fast immer durch vollkommen andere Texte ersetzt, immer gekürzt und einmal sogar vollkommen weggelassen. Auch die Episoden wurden für die Fernsehausstrahlung gekürzt. Denn auch damals gab es ein Sendeschema und US-amerikanische Serien wurden dafür mal mehr, mal weniger elegant zurechtgeschnitten.
In der schön gestalteten DVD-Box „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“ sind die ungeschnittenen Episoden (die damals nicht synchronisierten Teile sind untertitelt), die vollständigen Moderationen von Alfred Hitchcock, die deutsch synchronisierten Einleitungen von Hitchcock (die anderen Teile seiner Moderation wurden geschnitten; außerdem wurde teilweise ein falscher Vorspann benutzt) und ein informatives Beiheft enthalten.
Doch das ist nur die Verpackung für zehn, heute immer noch sehenswerte, Episoden der „Alfred Hitchcock Hour“. Drei der zehn in der DVD-Box enthaltenen Episoden sind Premieren. Es sind das Spielerdrama „Ein Stück vom Kuchen“ mit dem jungen Robert Redford, der als Pilotfilm geplante Thriller „Diagnose Gefahr“, inszeniert von Sidney Pollack, und die schwarzhumorige Geschichte „Die Leiche“ mit einer grandiosen Ruth McDevitt als nervige, ältliche Schnapsdrossel, die entgegen aller Hoffnungen des Publikums, überlebt. Während bei „Ein Stück vom Kuchen“ und „Diagnose Gefahr“ die Schlusspointe nicht besonders überraschend ist, ist „Die Leiche“ eine der typischen Hitchcock-Geschichten über einen Unschuldigen, der glaubt im Suff einen Mord begangen zu haben und jetzt die Leiche verschwinden lassen will.
Genauso stilistisch bunt wie die Premieren sind auch die bereits in Deutschland gezeigten Episoden. In „Der letzte Zeuge“, inszeniert vom Meister höchstselbst, verteidigt sich ein der Fahrerflucht angeklagter Schriftsteller vor Gericht. Die einzelnen Verhöre sind kleine Kabinettstückchen der Schauspielkunst. Denn die einzelnen Zeugen zeichnen innerhalb weniger Sekunden gegensätzliche Charaktere.
„Einer weiß mehr“ ist ein weiteres Gerichtsdrama. Doch dieses Mal sitzt der Mörder als Geschworener im Gerichtssaal. Der angesehen Kaufmann George Davis hat im Affekt ein stadtbekanntes Flittchen erwürgt. Angeklagt wurde ihr Freund und Davis, der, obwohl von Schuldgefühlen geplagt, seine Tat nicht gestehen möchte, wird als ehrbarer Bürger einer der zwölf Geschworenen. Von der Jurybank aus versucht Davis die Unschuld des Angeklagten zu beweisen – ohne selbst angeklagt zu werden.
„Der Mann von nebenan“ ist eine gelungene „Das Fenster zum Hof“-Variante. Eine gerade zugezogene, junge Witwe glaubt, dass ihr Kleinstadt-Nachbar seine Frau umgebracht hat. Denn seit Tagen verhält er sich merkwürdig. Der Sheriff (gespielt von dem in den USA populären Davy-Crockett- und Daniel-Boone-Darsteller Fess Parker) beginnt sich umzuhören, aber – wie der schöne Originaltitel verrät – „Nothing ever happens in Linvale“.
„Ein Mord, wie er im Buche steht“, mit James Mason und Angie Dickinson, erzählt von einem angekündigten Mord. Ein Unbekannter schickt einem Verleger Tonbänder, auf denen er von einem Mord, den er begehen will, erzählt. Als der Verleger herausfindet, dass der Unbekannte einer seiner Krimiautoren ist, fragt er sich, ob der Autor ihm die Wahrheit oder nur die Geschichte von seinem neuesten Roman erzählt.
„Die Rechnung ist fällig“, mit Gena Rowlands, ist eine einfache, aber sehr effektive Gangstergeschichte mit zahlreichen Thrillerelementen. Richard Matheson (zuletzt wurde sein Roman „I am legend“ wieder verfilmt) schrieb den Roman und das darauf basierende Drehbuch. Der glücklich verheiratete, biedere Chris Martin erhält einen Anruf. Jemand will ihn umbringen. Schnell erfährt Martins Frau, dass ihr Mann früher ein Gangster war, er seine Mitverbrecher betrogen hatte und sie sich jetzt rächen wollen. Es entspinnt sich ein tödliches Spiel. Denn Martin will sein jetziges Leben beschützen.
„Kobalt 60“ erzählt die klassische Gangstergeschichte von einem minutiös geplantenÜberfall, bei dem die Diebe mit ihrer Beute nicht froh werden. Denn zur Beute gehört neben dem Geld auch hochgefährliches Kobalt 60. Katherine Ross hat hier die Rolle der Geliebten des jungen Verbrechers – und entsprechend viel Raum wird den Liebesnöten der beiden jungen Erwachsenen gegeben. Doch natürlich kommt auch die Geschichte des Diebstahl und der anschließenden Konflikte innerhalb der Gruppe nicht zu kurz.
„Die Straße führt nach Dos Cucharos“ ist ein Thriller über eine minderjährige Britin, die mit ihren Eltern durch die USA fährt, vor einem Gasthof müde in das falsche Auto einsteigt und in Mexiko Zeugin eines Mordes wird. Die Verbrecher jagen sie. Ihre Eltern suchen sie und melden ihre Tochter bei der örtlichen Polizei als vermisst. Dummerweise gehört der Sheriff zur Schmugglerbande – und auch auf der mexikanischen Seite arbeitet die Polizei mit den Verbrechern zusammen. .
Die zehn in „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“ enthaltenen Episoden (insgesamt wurden 63 einstündige und 266 halbstündige Episoden gedreht) lassen die schnelle Pointe des vorher halbstündigen Formats „Alfred Hitchcock presents“ vermissen. Dafür wird den einzelnen Charakteren und der Milieuzeichnung mehr Raum gegeben. Die TV-Filme sind so, ungeachtet aller Beschränkungen des Formats (kurze Drehzeit, wenige Orte, wenige Schauspieler, keine Massenszenen, hauptsächlich Innendrehs oder auf dem Studiogelände), kleine Spielfilme. Damit sind sie das Zweitbeste an „Alfred Hitchcock zeigt“.
Koch Media will im zweiten Teil von „Alfred Hitchcock zeigt“ die restlichen in den Sechzigern in der ARD ausgestrahlten Episoden veröffentlichen. Neben den fünf Episoden sollen auch mehrere Deutschlandpremieren auf der DVD-Box enthalten sein.Dass danach auch ein dritter Teil mit bislang in Deutschland noch nicht gezeigten Episoden veröffentlicht wird, ist leider ziemlich unrealistisch.
Der angesehene Kinderpsychologe Carter Nix hat Probleme mit seinen verschiedenen Persönlichkeiten. Besonders Kain löst Probleme mit anderen Menschen gerne final.
Unterschätzter De-Palma-Film. Denn: “Raising Cain is (…) one of De Palma’s most challenging, elliptical and darkly comic films. Because of its refusal to ‚make it easy‘ for the audience, it is also the least understood and appreciated film from his ‚red phase‘.” (Senses of Cinema)
Mit John Lithgow, Lolita Davidovich, Steven Bauer, Frances Sternhagen, Gregg Henry
R. i. P. Stan Winston (7. April 1946 – 15. Juni 2008 )
Ihm verdanken wir die Spezialeffekte und das Make-Up in zahlreichen Horror- und Science-Fiction-Filmen, wie „Terminator“, „Aliens“, „Predator“, „Edward mit den Scherenhänden“, „Small Soldiers“, „Jurassic Park“, „A. I. – Künstliche Intelligenz“ und, zuletzt, „Iron Man“.
Und noch ein Film, den ich mir nicht im Kino ansehen werde: „Doomsday – Tag der Rache“ (GB 2008, Regie/Buch: Neil Marshall). In den harten Endzeitfilm dürfen nur Erwachsene gehen – aber auch die dürfen, wie Schnittberichte verrät, nicht alles sehen.
TV-Premiere der Musikdoku über das Watts-Gedenkkonzert vom 20. August 1972 im Los Angeles Memorial Coliseum mit den Stars von Stax Records: Isaac Hayes, The Bar-Kays, Rufus Thomas, The Staple Singers, The Dramatics, Kim Weston, Jimmy Jones, Rance Allen Group, The Emotions, Albert King, Little Milton, Johnnie Taylor, Mel and Tim, Carla Thomas und Luther Ingram. Jesse Jackson hält seine “I am”-Rede. Richard Pryor erledigt die Comedy-Einlagen. Herz, was begehrst du mehr?
I’m not going to reflect in this post on whether these changes are right or wrong (though I do have strong views on these matters). I’m just saying, it’s happening. The result will be a situation where the investigation of crime and the policing of the public will move from being the traditional consensus-based process we are familiar with to an essentially automated system, focused on monitoring (to identify possible criminals before they act) and on the use of databases (to target them after they act).
The role of the state, and above all the police, will be truly revolutionized in Britain over the coming decade. No doubt our future law-enforcement officers will still have their personal crises and secrets, they’ll still drink, listen to music, and crack great one-liners. But they’ll be doing a fundamentally different job for a radically different employer. While we might mourn the inevitable extinction of the 20th-century British police detective, his or her replacement will be stacked with potential for writers of crime fiction.
Bei uns sieht es ähnlich aus und dieser Wandel wird bis jetzt kaum diskutiert.
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Die letzten Tage habe ich „Damages“ (die gesamte Serie) und „Unschuldig (eine Folge, aber gefühlte zehn Folgen) gesehen. Während „Damages“ gut funktionierte, fragte ich mich bei der „Unschuldig“ immer wieder ‚Was soll das?‘. Ich hatte die letzte Folge „Chaostage“ gesehen. Die Story: Ein Mann hat seine lebenslange Haft für den Mord an einem Polizisten verbüßt. Jetzt will er, weil er nur noch wenige Wochen zu leben hat und sein Enkelkind kennenlernen will, seine Unschuld beweisen. Seine Tochter verweigert nämlich jeden Kontakt. Anwältin Dr. Anna Winter und ihr Team ermittelt. Dummerweise war mir die Motivation des Verurteilten vollkommen unklar. Warum hat er so lange geschwiegen? Warum will er jetzt, dass seine Unschuld bewiesen wird? Immerhin hat er seine Strafe verbüßt und seine Familie war ihm in den letzten Jahrzehnten herzlich egal. Warum will er jetzt seinen Enkel kennenlernen?
Und dann die Story. Ich fragte mich bei jedem Gespräch: Warum reden die Leute mit der Anwältin? Warum helfen sie der Anwältin Beweise für ihre Schuld zu finden (Ich sage nur: Demolieren der Hütte.)? Außerdem fehlten innerhalb der Ermittlungen die überraschenden Wendungen (Es ist nicht überraschend, wenn ein an Alzheimer erkrankter Mann sich an die Vergangenheit erinnert. Das ist das Normale. Überraschend wäre, wenn der Alzheimerkranke sich an sein letztes Essen erinnert.).
Your characters should always have a plan. That plan can be changed or thwarted or abandoned in favor of a new plan, but they should never be directionless.
I wrestled with this very issue on a recent project. My characters were investigating a crime. They spent a while poking around, looking for clues, but it somehow felt flat. Then I realized the problem – they didn’t have a theory. So their investigation seemed random and flailing rather than purposeful. I rewrote the sequence so that they were specifically investigating one suspect at a time. They found exactly the same clues in exactly the same order, but their attitudes had changed. Instead of “Aha, a clue, but what does it mean?”, they could say “Aha, this clue means it wasn’t Suspect A after all. But it might point to Suspect B.” Much stronger. The same is true for medical investigations. On any given episode of “House,” they’ll go through a dozen theories before hitting on the right answer. But there’s always a working theory.
Uh, und nicht der Autor, sondern der Zuschauer muss diesen Plan (also das Ziel von jedem Charakters in einer Szene) kennen. In „Damages“ ist das den Drehbuchautoren sehr gut geglückt.
Drehbuch: James Agee, John Huston, Peter Viertel (ungenannt), John Collier (ungenannt)
LV: C. S. Forester: The African Queen, 1946 (Die „African Queen“)
Die zeitlos-witzige Abenteuerromanze (für die Jüngeren: Romantic-Comedy) enthält die klassischen Zutaten: zwei gegensätzliche Charaktere (Bogart als versoffener Kapitän und Hepburn als sittenstrenge Missionarin), exotische Kulisse (Ostafrika 1914), etwas Weltpolitik (sie will, nachdem die Deutschen ihre Familie ermordeten, ein Boot der Deutschen in die Luft jagen, er will in einem Fluss-Seitenarm in aller Ruhe seinen Schnapsvorrat austrinken) und ein vorhersehbares Ende (Ja, sie kriegen sich). Davor gibt es gefährliche Abenteuer und heftige Wortgefechte.
Bogart erhielt für diese untypische Rolle den schon lange überfälligen Oscar als bester Hauptdarsteller. Das Publikum liebte das streitbare Leinwandpaar. Die katastrophalen Dreharbeiten wurden später von Peter Viertel literarisch verarbeitet und von Clint Eastwood unter „Weißer Jäger, schwarzes Herz“ (White hunter, black heart; USA 1990) verfilmt.
Mit Humphrey Bogart, Katharine Hepburn, Robert Morley, Peter Bull
I’d tell you the real reason to read this novel is that it’s an absolute delight from the first page. The dialogue is laugh-out-loud funny, the plot as twisted as the characters. This book can be read more than once and never gets old.
Ross Thomas paved the way for many contemporary writers who bring velocity to their plots without losing a third dimension from their characters. If you love mysteries and thrillers and want the best of both in a single novel, pick up Chinaman’s Chance.
Dank des Alexander Verlages können wir auch die deutsche Übersetzung „Umweg zur Hölle“ genießen – und dann die weiteren Ross-Thomas-Romane lesen. Vor wenigen Wochen erschien „Teufels Küche“ (Missionary Stew, 1983).
Der grüne Bogenschütze (D 1961, R.: Jürgen Roland)
Drehbuch: Wolfgang Menge, Wolfgang Schnitzler
LV: Edgar Wallace: The green archer, 1923 (Der grüne Bogenschütze)
Millionär und Ex-Gangster Abel Bellamy will sich auf dem Schloß Garre Castle zur Ruhe setzen. Aber ein geheimnisvoller grüner Bogenschütze beginnt auf seinem Anwesen Menschen umzubringen.
Der zweite und letzte Wallace-Film von Jürgen Roland ist „Wallace ohne Gänsehaut“ (Joachim Kramp: Hallo – Hier spricht Edgar Wallace!), aber mit Gert Fröbe.
Mit Gert Fröbe, Karin Dor, Klausjürgen Wussow, Eddi Arent, Harry Wüstenhagen, Wolfgang Völz
An einem Freitag um halb zwölf (D 1960, R.: Alvin Rakoff)
Drehbuch: Frank Harvey
LV: James Hadley Chase: The world in my pocket, 1959 (An einem Freitag um halb zwölf)
Der Geldtransporter mit den Lohngeldern ist nicht zu knacken. Also plant Frank Morgan gleich den Diebstahl des Transporters.
Selten gezeigtes Caper-Movie. „While this effective film may ostensibly be a thriller about the robbery of an armored vehicle, considerable black comedy ensnares the action in many places.” (All Movie Guide)
Mit Nadja Tiller, Rod Steiger, Peter van Eyck,Jean Servais, Ian Bannen, Marisa Merlini
You kill me (You kill me, USA 2007, R.: John Dahl)
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely
Nach „Brügge sehen…und sterben“ ist „You kill me“ innerhalb weniger Wochen die zweite schwarze Komödie über einen Killer in der Fremde. Dieses Mal wird Sir Ben Kingsley, der den Alki-Killer Frank Falenczyk spielt, von seinem Boss von Buffallo, New York, in das sonnige San Francisco geschickt. Dort soll er bei den Anonymen Alkoholikern den dringend nötigen Entzug machen. Überflüssig zu sagen, dass das zu einigen tödlichen Verwicklungen und einer Liebesgeschichte führt.
(Anmerkung: Vielleicht ist es nur Zufall, aber Krimiautor Lawrence Block wurde in Buffalo, New York geboren, er schreibt eine Serie über einen Alkoholiker und eine über einen Killer. Vielleicht auch nicht.)
Mit Sir Ben Kingsley, Téa Leoni, Luke Wilson, Philip Baker Hall, Dennis Farina, Bill Pullman, Al Corley
Quellcode des Lebens: Gert Scobel im Gespräch mit William Gibson – na, dieser Titel verrät doch schon alles: eine Stunde mit dem Vater des Cyberpunks. Das ist doch eine echte Alternative zu dem Fußballspiel.
Am 27. Mai schreibt Watching-the-detectives-Dieter, er werde für einige Tage verschwinden und sich überlegen, wie es mit Wtd weitergehen soll. Doch anstatt der angekündigten Pause gibt es das.
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Am Donnerstag läuft „The Happening“, der neue Film von „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan gekürzt in den deutschen Kinos an. Tja, da hab ich wieder Geld gespart.
I was often at a loss to say why Indy was doing what he was doing. (…) It’s this kind of granular motivation I’ve written about before. It’s not psychoanalysis. It’s making sure the audience understands what’s happening in any given moment, so they can anticipate what might happen next. Without this ability to anticipate, the audience is just flung around helplessly, wondering why the great Indiana Jones is just standing there watching special effects.The lesson: Every scene, every moment, ask the question: What is my hero doing, and why? If it’s not obvious, stop and rethink it.
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Auf diese Seite wollte ich schon lange hinweise: Aktionsbündnis für faire Verlage. Das Bündnis wendet sich gegen Druckkostenzuschussverlage.