One World Berlin – Die Eröffnung

„60 Jahre Erklärung der Menschenrechte“ ist ein Schwerpunkt des diesjährigen One World Berlin. Während der Eröffnung im vollen Arsenal wurden zwei Kurzfilme gezeigt, die während eines Wettbewerbs des Goethe-Instituts und der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft entstanden. In „Ein menschliches Anliegen“ (D 2007, R.: Barbara Falkner) wird sehr konzentriert, verknappt und etwas experimentell nachgezeichnet, wie es nach dem zweiten Weltkrieg zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kam. Mir hat der Film gerade wegen seiner Klarheit und Fokussiertheit gefallen. Dass er dabei gleichzeitig sehr didaktisch wurde und bei der Darstellung der Gegenpositionen zu den Menschenrechten (historisch korrekt) Stereotypen des Westens bediente, nahm ich dafür hin. Viele Zuschauer sahen das allerdings anders und es gab schnell eine lebhafte Diskussion; und damit ist auch ein Ziel erreicht. Es wurde darüber diskutiert, ob das in dem Film gezeigte Bild der Menschenrechte überhaupt stimmt. Ob nicht gezeigt werden müsste, wo die Menschenrechte noch nicht verwirklicht sind; wo die USA gegen die Menschenrechte damals und heute verstößt.

Weniger Diskussion gab es dagegen über „Gewahrsam“ (USA 2007, R.: Michael Masarof). Er erzählte die fiktive Geschichte eines pakistanischstämmigem Durchschnittsamerikaners, der eines Tages vom Geheimdienst als Terrorist verhaftet wird. Masarof sagte anschließend, er verstünde seinen Film (auch) als Warnsignal. Im Arsenal, immerhin wurden mehrere Deutsche von US-Geheimdienstlern entführt und nach jahrelanger Haft freigelassen, wurde „Gewahrsam“ als Beschreibung der Wirklichkeit wahrgenommen.

Nach dem offiziellen Teil unterhielt ich mich länger mit Ulrich Gregor (der auch einen einführenden Vortrag über das Verhältnis von Kino zu Menschenrechten hielt), seiner Frau, Michael Masarof und Bartosz Paduch. Dessen Kurzfilm „Ohne Visum“ wird am Sonntag, um 17.00 Uhr, im Arsenal gezeigt.

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