CSI: Las Vegas und CSI: NY auf Mörderjagd

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Tote im Knast, in einem italienischen Cafe, in einem See und in einer Villa. Das sind in den neuen Büchern von Jerome Preisler und Keith R. A. DeCandido die harten Fälle für die CSIler aus New York und Las Vegas.

Preisler und DeCandido sind erprobte Tie-In-Autoren. Preisler schrieb mehrere „Homicide“- und „Tom Clancy’s Power-Plays“-Romane. DeCandido „Resident Evil“-, „Buffy“-, „Supernatural“- und „Star Trek“-Romane. Beiden gelingt es mit ihrer ersten Arbeit für das CSI-Franchise einerseits perfekt die Formel für die TV-Fans auszufüllen, und andererseits spannende Fälle für die Leser, die die Serien nicht ansehen, zu erfinden. Denn auch ein Tie-In-Roman muss vor allem als Roman funktionieren.

Im Original heißt Jerome Preislers Roman mit dem Las-Vegas-Team um Gil Grissom „Nevada Rose“. Dieser Titel bezieht sich dabei auf beide Fälle, während der deutsche Titel „Tod in der Wüste“ einen Fall hervorhebt. Denn in dem einem Fall wird das stadtbekannte Partygirl Rose Demilles, genannt Nevada Rose, tot in ihrem Bett gefunden. Wurde sie ermordet oder ist ein SM-Spiel zu weit gegangen? Catherine Willows und Warrick Brown haben schnell zwei Verdächtige. Demilles Freund, den Baseball-Star Mark Baker, und ihren verheirateten Liebhaber. Dr. Layton Samuels ist Schönheitschirurg und seine Ehe inzwischen ein schrottreifes Unternehmen mit glänzender Fassade.

In dem zweiten Fall wird in einem künstlichen See eine männliche Leiche gefunden. Aber der Fundort ist nicht der Tatort. Anhand des sandartigen Materials an den Kleidern des Toten finden Greg Sanders und Sara Sidle heraus, dass Adam Belcher in einem Stollen starb und durch ein Unwetter in den See gespült wurde. Der Tote hatte zusammen mit seinem Bruder Charles einen wertvollen Stein gefunden, den sie „Nevada Rose“ nannten. Aufgrund ihrer Ermittlungen glauben die CSIler an einen Mord und Charles, der den Stein meistbietend verkaufen wollte, ist ihr Hauptverdächtiger.

Während Jerome Preislers „Tod in der Wüste“ einfach eine weitere Geschichte mit den Forensikern aus Las Vegas ist, platziert Keith R. A. DeCandido seine Geschichte genau an das Ende der dritten „CSI: NY“-Staffel zwischen die Folgen „Nachspiel“ und „Ausnahmezustand“. Deshalb werden in „Ohne Ausweg“ für einen Tie-In-Roman ungewöhnlich oft frühere Ereignissen erwähnt. Außerdem lässt DeCandido, genau wie in vielen Episoden, nach der Verhaftung einen langen Epilog folgen. Das funktioniert überraschend gut, weil er allen Charakteren einen abschließenden Auftritt gewährt.

Am Anfang von „Ohne Ausweg“ werden Mac Taylor und seine Jungs in die Richmond Hill Correctional Facility gerufen. Vance Barker wurde erstochen. Der Mithäftling Jack Mulroney gesteht sofort die Tat. Taylor und sein Team sollen nur die Spuren sichern.

Der zweite Todesfall ist wesentlich komplizierter. Der allseits beliebte, zum Islam konvertierte Ex-Polizist Malik Washburne wurde erschlagen. Der erste Tatverdächtige ist Jorge Melendez. Er fand die Leiche und er hatte in den vergangenen Tagen Streit mit Malik, weil dieser ihm bei einer Berufungsverhandlung nicht helfen wollte.

Stella Bonasera und Lindsay Monroe müssen derweil den Mord an der Nachtbedienung Maria Campagna in Belluso’s Bakery aufklären. Ihr erster Verdächtiger ist ein cholerischer Kampfsportler, der die Tote zuletzt gesehen hatte und, nachdem er früher bereits wegen einer Vergewaltigung fälschlich verdächtigt wurde, die Polizei hasst und sich entsprechend unkooperativ verhält.

Im direkten Vergleich ist Keith R. A. DeCandidos „Ohne Ausweg“ gelungener als Jerome Preislers „Tod in der Wüste“. Denn während Preisler sich vor allem auf die Frage nach dem Täter konzentriert und diesen, entsprechend der TV-Serie, anhand der Spuren ermittelt, gewinnen bei DeCandido die einzelnen Charaktere, ihre Gefühle, Motive und Wünsche ein größeres Gewicht. Es entsteht ein kleines Sittenbild von New York als einer pulsierenden Großstadt, die doch ein Dorf ist. Jedenfalls spätestens, wenn Stella Bonasera ihre Arbeitskollegen am Ende in Belluso’s Bakery zum Cannoli-Essen einlädt.

Jerome Preisler: CSI: Crime Scene Investigation – Tod in der Wüste

(übersetzt von Frauke Meier)

vgs, 2008

264 Seiten

17,95 Euro

Originalausgabe

CSI: Crime Scene Investigation – Nevada Rose

Pocket Books, 2008

Keith R. A. DeCandido: CSI: NY – Ohne Ausweg

(übersetzt von Frauke Meier)

vgs, 2008

312 Seiten

17,95 Euro

Originalausgabe

CSI: NY – Four Walls

Pocket Books, 2008

Hinweise

Homepage von Jerome Preisler

Homepage von Keith R. A. DeCandido

CSI Files: Interview mit Keith R. A. DeCandido über seinen CSI: NY-Roman (30. April 2008)

Meine Besprechungen der CSI-Romane und CSI-Comics (mit weiterführenden Links)

Max Allan Collins: CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003):

Max Allan Collins: CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Max Allan Collins:  CSI – Das Dämonenhaus (Demon House, 2004 – Comic)

Max Allan Collins:  CSI: NY – Blutiger Mond (Bloody Murder, 2006 – Comic)

Donn Cortez: CSI: Miami – Mörderisches Fest (CSI: Miami – Harm for the Holidays – Misgivings, 2006)

Donn Cortez: CSI: Miami – Todsicheres Alibi (CSI: Miami – Harm for the Holidays – Heart Attack, 2006)

Donn Cortez: CSI: Miami – Im freien Fall (CSI: Miami – Cut and run, 2007)

Ken Goddard: CSI: Crime Scene Investigation – In Extremis (CSI: Crime Scene Investigation – In Extremis, 2007)

Steven Grant: CSI: Geheimidentität (Secret Identity, 2005 – Comic)

Stuart M. Kaminsky: CSI: NY – Der Tote ohne Gesicht (CSI: NY – Dead of Winter, 2005)

Stuart M. Kaminsky: CSI: NY – Blutige Spur (CSI: NY – Blood on the sun, 2006)

Stuart M. Kaminsky: CSI: NY – Sintflut (CSI: NY – Deluge, 2007)

Jeff Mariotte/Kris Oprisko: CSI Miami (enthält die Comics „Blut/Geld“, „Du sollst nicht“ und „Verräterische Waffe“, 2005)

Kris Oprisko: CSI: Domino (Dominoes, 2005)



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