Kleinkram: The Big Thrill, Hammett-Nominierungen, Felix-Huby-Interview, Ken-Bruen-Verfilmung, Robert-Littell-Verfilmung und eine gute Reportage, die es noch (?) nicht online gibt

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill, der Zeitung der International Thriller Writers, ist mit vielen, vielen Buchvorstellungen (inzwischen normalerweise mit einem Interview) online. Unter anderem werden Alex Berenson, Lincoln Child, Robert Gregory Browne (der erzählt, warum er vom Drehbuchautor zum Romanautor wurde), Michael Palmer, Linda Fairstein und Peter Straub zu ihren neuen Werken befragt.

(Kurzer Hinweis: Ich habe jetzt die beiden Kurzgeschichten-Bücher der ITW, „Thriller“ [herausgegeben von James Patterson] und „Killer Year“ [herausgegeben von Lee Child], gelesen und bin begeistert. Sie werden demnächst in einer Spurensuche abgefeiert.)

Die North American Branch of the International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat ihre diesjährigen Hammet-Nominierungen veröffentlicht:

– Leading Lady, von Heywood Gould

– The Finder, von Colin Harrison

– City of the Sun, von David Levien

– The Turnaround, von George Pelecanos

– South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

Der Preis wird Anfang Oktober auf der Konferenz der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) in Baltimore verliehen. Da bleibt also noch genug Zeit, die Werke zu lesen.

(Dank an The Rap Sheet)

Bei Planet Interview beantwortet Bienzle-Erfinder Felix Huby einige Fragen:

Unterhaltung ohne eigene Haltung ist nicht möglich, da soll man es lieber gleich lassen oder Lore-Romane schreiben. Ich habe meine politische Haltung nie verheimlicht und habe sie immer wieder in meine Romane oder auch in meine Filme einfließen lassen, sofern es die Fernsehleute zugelassen haben. Ich war von Anfang an von den Soziokrimis beeinflusst – als ich zu schreiben begann, gab es ja bereits Sjöwall/Wahlöö, –ky , Michael Molsner und Irene Rodrian. Das waren sicherlich Vorbilder für mich. Für mich war aber auch Friedrich Glauser mit seinem Wachtmeister Studer und seinen heimatbezogenen Romanen ein Vorbild. (…) In dieser Tradition sehe ich mich. Es gab Leute, die haben mir vorgeworfen: „Du bist ja nur so erfolgreich, weil du Heimatromane schreibst.“ Und dann habe ich geantwortet: ja, sicher, ich will ja auch gar nichts anderes machen, als Heimatromane zu schreiben.

Lesenswert.

Krimileser Bernd hat ja schon gesagt, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt werden soll. William Monahan, der zuletzt die Drehbücher zu „Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“ (Body of lies) schrieb, schrieb das Drehbuch und soll auch Regie führen. Die Hauptrollen bei seinem Debüt sollen von Colin Farrell und Keira Knightley gespielt werden.

Ziemlich viel „sollen“, aber da der Drehstart erst Ende Mai/Anfang Juni ist, kann sich natürlich noch einiges ändern. Aber bis jetzt klingt das alles sehr vielversprechend.

(Weitere Infos bei Crimespree Cinema und die Meldung, dass Knightley mitspielt, bei Daily Mail. Die sagen, dass der Film von Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“ inspiriert sei. Naja, eine alternde Schauspielerin gibt es auch bei Ken Bruen.)

Bleiben wir kurz in Hollywood. Bereits 2007 wurde Robert Littells CIA-Schmöker „The Company“ als knapp fünfstündige Miniserie (Regie: Mikael Salomon, Drehbuch: Ken Nolan, mit Michael Keaton, Alfred Molina, Natascha McElhone, Rory Cochrane) verfilmt. Den Kritikern gefiel’s, es gab zahlreiche Nominierungen und Preise (unter anderem einen Golden-Globe-Nominierung als beste Miniserie, mehrere Emmy-Nominierungen, einen Emmy für die Musik, und den Preis der Writers Guild of America für die Adaption). Die Deutschlandpremiere gibt es, dank Universal Pictures, am 12. März als DVD.

Sozusagen als kleiner Nachschlag zu meinem gestrigen TV-Tipp „Serpico“: Andreas Förster schreibt in der Berliner Zeitung vom Samstag über Whistleblower bei der deutschen Polizei: „Polizeiliche Fehlerkultur – Polizisten jagen Verbrecher. Wenn sie aber gegen eigene Kollegen aussagen, riskieren sie Mobbing, Ausgrenzung und manchmal sogar ihr Leben“.

Nicht nur aufgrund aktueller Ereignisse eine sehr interessante Reportage, die es im Moment allerdings nur offline gibt.

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