Kündigung à la Swierczynski

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An einem heißen Samstagvormittag in Philadelphia bittet David Murphy in Duane Louis Swierczynskis neuestem Roman „Letzte Order“ sieben seiner Angestellten zu einem außerordentlichen Meeting. Als Jamie De Broux, Amy Felton, Ethan Goines, Roxanne Kurtwood, Molly Lewis, Stuart McCrane und Nichole Wise eintreffen, sagt er ihnen: „Wir sind eine Tarnfirma des CI-6, einem Geheimdienst der Regierung. Und der Laden wird heute dichtgemacht. Ich werde Sie nicht feuern. Ich werde Sie töten. Und dann werde ich mich selbst umbringen.“

Er stellt sie vor die Wahl einen Giftcocktail zu trinken oder von ihm erschossen zu werden. Stuart McCrane glaubt an ein unangekündigtes Training, trinkt den Cocktail und kippt tot um.

Bevor sich die Angestellten mit der neuen Situation arrangieren können, bringt Molly Lewis den Chef um. Nur: Wie können sie Hilfe holen oder aus der hermetisch abgeriegelten sechsunddreißigsten Etage flüchten? Denn ihre Diensthandys funktionieren nicht. Die Telefone sind tot. An den Türen sind Sarin-Bomben. Die Fahrstühle sind für die nächsten Stunden blockiert.

Aber das schlimmste wissen Jamie De Broux, Amy Felton, Roxanne Kurtwood und Nichole Wise nicht: Molly Lewis hat den CI-6-Chefs vorgeschlagen hat, ihre Kollegen umzubringen und sich so für einen besseren Job zu empfehlen. Das ist dann doch nicht so einfach, weil einerseits Molly in diesem Vorstellungsgespräch ihre Fähigkeiten demonstrieren will, und andererseits die meisten ihrer Kollegen ausgebildete Agenten und daher ebenbürtige Gegner sind.

Auch der zweite auf deutsche erschienen Noir-Roman von Duane Louis (so heißt Duane Swierczynski auf Wunsch des Verlages bei uns) ist nach „Blondes Gift“ ein in wenigen Stunden stattfindender Wettlauf gegen die Zeit. Louis zeichnet die einzelnen Charaktere mit knappen Worten und lässt sie dann meistens gegeneinander agieren. Dabei gibt es auch in „Letzte Order“ nachdem die Prämisse etabliert ist, zahlreiche irrwitzige Wendungen und Überraschungen. Denn das „Vorstellungsgespräch“ von Molly Lewis läuft wegen der sterbeunwilligen Kollegen absolut nicht nach Plan. David Murphy hat noch einige weitere Überraschungen für seine Angestellten vorbereitet. Und der biedere Pressemann Jamie De Broux, der nichtsahnend in die Fänge des Geheimdienstes geriet, entwickelt ungeahnte Kräfte. Immerhin will er seine Familie wieder sehen.

„Letzte Order“ ist ein schwarzhumoriger Highspeed-Thriller, der locker auch als bitterböse Allegorie auf den Kampf um den Arbeitsplatz gelesen werden kann.

Duane Louis: Letzte Order

(übersetzt von Frank Dabrock)

Heyne, 2009

352 Seiten

7,95 Euro

Originalausgabe

Duane Swierczynski: Severance Package

(mit Illustrationen von Dennis CaleroI)

St. Martin Minotaur, 2008

Hinweise

Secret Dead Blog von Duane Swierczynski

Meine Besprechung von Duane Louis’ „Blondes Gift“ (The Blonde, 2006)

Meine Besprechung von Duane Swierczynskis „Cable: Kriegskind – Band 1“ (Cable: War Child – 1, 2008)

3 Responses to Kündigung à la Swierczynski

  1. […] geirrt. Kein Connelly. Kein Bunker. Keine Schenkel. Kein Disher. Kein Mosley. Lansdale, Deaver und Louis, wie erwartet, ebenfalls nicht. Stattdessen empfehlen die Kritiker der KrimiWelt diese Werke für […]

  2. […] • Severance Package (Letzte Order), von Duane Swierczynski (Minotaur) […]

  3. […] Meine Besprechung von Duane Louis (Swierczynskis) „Letzte Order“ (Severance Package, 2008) […]

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