James Bond: Skyfall – der erste Trailer

Mai 23, 2012

Der erste Trailer (einmal mit englischem, einmal mit deutschem Ton) für den neuen James-Bond-Film „Skyfall“ ist draußen. Er verrät zwar noch nichts über den Film, sieht aber vielversprechend aus:


John Zorn Masada Sextet – Live

Mai 23, 2012

Was für eine Band.

Was für ein Konzert.


TV-Tipp für den 23. Mai: Dark Blue

Mai 23, 2012

Kabel 1, 23.10

Dark Blue (USA 2002, R.: Ron Shelton)

Drehbuch: David Ayer

LV: James Ellroy (Originalstory)

April 1992: Während Los Angeles sich in den letzten Tagen vor dem Urteil im Rodney-King-Prozess langsam zu einem Pulverfass entwickelt, muss der korrupte Polizist Eldon Perry mit seinem jungen Partner Bobby Keough einen Vierfach-Mord in einem koreanischen Geschäft aufklären.

Dark Blue“ ist einer der besten Cop-Thriller der vergangenen Jahre. Das Buch stellt Fragen nach Schuld und Sühne, individueller Verantwortung und wie Verbrechen bekämpft werden sollen. Die Schauspieler agieren fantastisch. Die Kamera ist immer bei ihnen. Gedreht wurde an Originalschauplätzen.

James Ellroys Anteil war dabei relativ klein. Er schrieb in den frühen Neunzigern das Drehbuch „The Plague Season“, das vor dem Hintergrund der 1965er Watts-Unruhen spielte. In den folgenden Jahren wurde es entwickelt (So nennen Filmproduzenten ein ständiges Herumschreiben an einem Buch. Nicht immer unbedingt zum Vorteil des Buches.) und letztendlich von „Training Day“-Autor David Ayer umgeschrieben. Anscheinend überlebte wenig bis nichts von Ellroys ursprünglichem, nicht veröffentlichtem Skript. Trotzdem enthält „Dark Blue“ etliche Ellroy-Themen und der Polizeithriller ist ein extrem düsterer Spielfilm.

Das Los Angeles Police Department hat eine lange Geschichte von Polizeiskandalen. Nach dem Rodney King-Skandal kam es in den späten Neunzigern zum Rampart-Skandal. Im Bezirk Rampart wurden Polizisten der Elite-Einheit CRASH, um Drogenhändler zu bekämpfen, selbst zu Verbrechern. Der Rampart-Skandal löste eine große Umgestaltung des LAPD aus.

Filmischen Widerhall fand Rampart unter anderem in „Training Day“ und der grandiosen Polizeiserie „The Shield“ (bei uns vor allem grandios gefloppt).

Mit Kurt Russell, Scott Speedman, Ving Rhames, Brendan Gleeson, Lolita Davidovich

Wiederholung: Donnerstag, 24. Mai, 04.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Dark Blue“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Ellroys Unterwelt-Trilogie

James Ellroy in der Kriminalakte


Cover der Woche

Mai 22, 2012

wegen


TV-Tipp für den 22. Mai: Kommissar Bellamy – Mord als Souvenir

Mai 22, 2012

WDR, 23.15

Kommissar Bellamy – Mord als Souvenir (Fr 2009, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Odile Baski, Claude Chabrol

Kommissar Bellamy (gespielt von Gérard Depardieu) macht Urlaub. Als ihm ein Unbekannter einen Mord gesteht, beginnt er dennoch zu ermitteln und stößt auf einen geplanten Versicherungsbetrug.

Chabrols letzter Spielfilm. Sicher nicht sein bestes Werk, aber auch ein typischer später Chabrol.

Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornilla, Jacques Gamblin, Marie Bunel

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film (Nur der Trailer)

Film-Zeit über „Kommissar Bellamy“

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Kriminalakte über Claude Chabrol


DVD-Kritik: Französischer Krimi bereitet eine „Sleepless Night“

Mai 21, 2012

Der Überfall in den ersten Minuten des französischen Thrillers „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ geht schief. Es gibt einige Tote, aber die beiden Täter können mit der Beute, einer Tasche voll Kokain, entkommen.

Die Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen und auch die beiden Täter, Vincent (Tomer Sisley [„Largo Winch“]) und Manuel (Laurent Stocker [zuletzt „Die Kunst zu lieben“]) hören sich um. Sie sind Polizisten, die den Überfall auf eigene Rechnungen machten und jetzt versuchen, ihre Spuren zu verwischen. Das geht ziemlich schief und Vincents Sohn wird von dem Gangsterboss, dessen Kokain sie geklaut haben, entführt. Wenn Vincent das geklaute Kokain herausrückt, kann er seinen Sohn wieder sehen.

In der riesigen Disco des Erpresser soll es zum Austausch kommen. Vor dem Treffen versteckt Vincent das Kokain auf der Männertoilette. Aber er wird dabei von einer Kollegin beobachtet und sie nimmt es, mit ihrem höchst zwiespältigen Vorgesetzten (naja, eigentlich gibt es in „Sleepless Night“ nur Verbrecher und korrupte Polizisten), aus dem Versteck.

Als Vincent feststellt, dass das Kokain verschwunden ist, versucht er seinen Sohn zu befreien. Da entdeckt er die Kollegen, die ihn in die Disco gefolgt sind.

Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ ist ein feines Stück Hochspannungskino, bei dem man fast vergisst, sich über die riesige Discothek mit den unzähligen Räumen (nur der Swimmingpool wurde ausgelassen) zwischen Tanzflächen, Billard-Halle, schummerigem Bordell, Küche (immer gut für einen exzessiven Kampf), Hinterzimmern und Büros zu wundern. Und irgendwie laufen sich die die Polizisten und Verbrecher in dem kafkaesken Gebäude immer wieder über den Weg. Es wird geschossen, gekämpft und gemordet. Das ist in der proppenvollen Disco zwar nicht besonders plausibel, aber spannend. Vor allem, weil Vincent fast immer, gleichzeitig mit mehreren Problemen und Gegnern zu kämpfen hat.

Clint-Eastwood-Kameramann Tom Stern inszenierte Vincents atemlose Versuche, seinen Sohn aus den Händen der Verbrecher zu retten, fiebernd, immer nah am Geschehen, mit nimmermüder, pseudodokumentarischer Handkamera. Da hätte etwas weniger Gewackel auch seinen Dienst getan.

Und demnächst gibt es dann das Hollywood-Remake.

Sleepless Night – Nacht der Vergeltung (Nuit Blanche, Frankreich 2011)

Regie: Frédéric Jardin

Drehbuch: Frédéric Jardin (Adaption und Dialoge), Olivier Douyère (Adaption und Dialoge) (nach einem Szenario von Frédéric Jardin und Nicolas Saada)

mit Tomer Sisley, Laurent Stocker, Joey Starr, Birol Üney, Julien Boisselier

DVD

Sunfilm Entertainment

Bild: 16:9 (1:1,85)

Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS), Französisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

(Blu-ray identisch; – und dann gibt es noch eine 3D-Blu-ray [erscheint mir zwar ziemlich überflüssig, aber…)

Hinweise

AlloCine über „Sleepless Night“

Metacritic über „Sleepless Night“


Die Longlist für den Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2012

Mai 21, 2012

Zum achten Mal wird der Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award für den besten Kriminalroman, den ein britischer oder irischer Autor in den vergangenen zwölf Monaten veröffentlichte, vergeben.

Wie in den vorherigen Jahren ist die Longlist eine ziemlich umfangreiche Leseempfehlung:

Rivers of London (Die Flüsse von London), von Ben Aaronovitch (Gollancz)

Darkside (Der Beschützer), von Belinda Bauer (Corgi)

Now You See Me, von SJ Bolton (Corgi)

Where the Bodies Are Buried, von Chris Brookmyre (Abacus)

The Burning Soul, von John Connolly (Hodder Paperback)

The Calling (Luther: Die Drohung), von Neil Cross (Simon & Schuster)

The Hanging Shed, von Gordon Ferris (Corvus)

Bryant and May and the Memory of Blood, von Christopher Fowler (Bantam)

Blue Monday (Blauer Montag), von Nicci French (Michael Joseph)

The Fear Index (Angst), von Robert Harris (Arrow)

The Retribution (Vergeltung, angekündigt für Dezember 2012), von Val McDermid (Sphere)

The End of the Wasp Season, von Denise Mina (Orion)

Black Flowers (Black Flowers), von Steve Mosby (Orion)

Collusion, von Stuart Neville (Vintage)

The Impossible Dead (Die Sünden der Gerechten), von Ian Rankin (Orion)

Mice, von Gordon Reece (Pan Books)

Agent 6 (Agent 6), von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)

Before I Go To Sleep (Ich. Darf. Nicht. Schlafen.), von SJ Watson (Black Swan)

Die Shortlist wird am 5. Juli 2012 veröffentlicht.

Die Preisverleihung ist auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate (19. – 22. Juli 2012) und als Gäste sind unter anderem Mark Billingham, Jo Nesbo, Harlan Coben, John Connolly, Peter Robinson, Peter James und Ian Rankin dabei.


TV-Tipp für den 21. Mai: Das Netz der 1000 Augen

Mai 21, 2012

Arte, 20.15

Das Netz der 1000 Augen (Le Secret, F/I 1974, R.: Robert Enrico)

Drehbuch: Robert Enrico, Pascal Jardin (Dialoge)

LV: Francis Ryck: Le Compagnon indésirable, 1973 (Flieh nicht mit Fremden)

Musik: Ennio Morricone (Wer sonst?)

David flüchtet aus einer Irrenanstalt und findet Unterschlupf bei einem Schriftsteller-Ehepaar. Er sagt ihnen, dass er, weil er etwas Wichtiges weiß, verfolgt und aus dem Weg geschafft werden soll. Das Ehepaar beschließt, ihm zu helfen. Aber wird David wirklich verfolgt?

Extrem selten gezeigter französischer Paranoia-Thriller, der extrem spannend unterhält.

Obwohl es bis auf die Szenen am Anfang und am Ende des Films keinerlei Gewalt, Verfolgungsjagden oder sonstige der üblicherweise spannungssteigernden Elemente zu sehen gibt, versteht es Enrico geschickt, eine konstante Atmosphäre der Bedrohung zu schaffen.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Von Francis Ryck wurden in den Siebzigern und Achtzigern etliche Krimis erfolgreich verfilmt.

Im Anschluss läuft, um 21.55 Uhr, eine spielfilmlange Doku über den Hauptdarsteller „Jean-Louis Trintignant“ (Frankreich 2012, R.: Serge Korber).

mit Jean-Louis Trintignant, Marlène Jobert, Philippe Noiret

Hinweise

Arte über „Das Netz der 1000 Augen“

AlloCine über „Das Netz der 1000 Augen“

Wikipedia über Francis Ryck (deutsch, englisch, französisch)

Blog über Francis Ryck (französisch)

Meine Besprechung von Robert Enricos „Die Abenteurer“


TV-Tipp für den 20. Mai: Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123

Mai 20, 2012

Tele 5, 22.40

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (USA 1974, R.: Joseph Sargent)

Drehbuch: Peter Stone

LV: John Godey: The taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelhalm 1 Uhr 23)

Immer noch hochspannender Thriller über die Entführung einer New Yorker U-Bahn.

Das okaye, aber blasse Remake kann man sich schenken. Den Roman sollte man lesen.

Mit Walter Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam, Hector Elizondo, Earl Hindman, James Broderick, Dick O’Neill, Lee Wallace

Wiederholung: Dienstag, 22. Mai, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Kriminalakte über das Remake

Meine Besprechung von John Godeys “Abfahrt Pelham 1 Uhr 23” (The taking of Pelham One Two Three, 1973)


TV-Tipp für den 19. Mai: Donnie Brasco

Mai 19, 2012

Sixx, 21.45

Donnie Brasco (USA 1997, R.: Mike Newell)

Drehbuch: Paul Attanasio

LV: Joseph D. Pistone, Richard Woodley: Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia, 1990

FBI-Agent Joe Pistone arbeitete von 1975 bis 1981 als Undercover-Agent in New York gegen den Bonanno Clan. Dabei befreundete er sich mit dem Kleingangster Lefty Ruggiero.

Intensives Porträt über Mafiosi am unteren Ende der Futterleiter, den persönlichen Folgen gefährlicher Einsätze, über Beziehungen, Freundschaft und Verrat.

Mit Al Pacino, Johnny Depp, Michael Madsen, James Russo, Anne Heche

Wiederholung: 20. Mai, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Donny Brasco“ (deutsch, englisch)

Weekly Script: Drehbuch „Donnie Brasco“ von Paul Attanasio (Fassung vom 27. Juli 1992)


Neu im Kino/Filmkritik: Was ist „Die Kunst zu lieben“?

Mai 18, 2012

Liebe oder Freundschaft? Oder beides“ steht auf dem Plakat und wenn ein französischer Film versucht, diese Frage zu beantworten, dann erwartet man doch einige überraschende Einsichten in einem kurzweiligen, vielleicht sogar frivolen Werk. Gut, das sind jetzt Klischees und Vorurteile über die französische Lebensart, die dennoch in Filmen ziemlich oft und gern zelebriert werden.

Emmanuel Mouret („Tapetenwechsel“, „Küss mich bitte!“) hat sich in seinem neuesten Film „Die Kunst zu lieben“ dafür entschieden, zunächst vollkommen unverbunden und mit verschiedenen Charakteren einen Kurzfilm an den nächsten zu reihen. In jedem Film geht es im heutigen Paris des Bildungsbürgertums um Fragen von Liebe und Freundschaft, von Begehren und amourösen Abenteuern. Mal mehr, mal weniger in der Fantasie der Charaktere und der Zuschauer. Aber vor allem wird viel geredet. Fast wie in einem Film von Eric Rohmer.

Weil es Kurzfilme sind, sind die Einsichten dann auch eher banal und plakativ. Erst mit der Zeit tauchen einige Charaktere, die immer theaterhaft-künstlich in ebenso künstlichen Räumen spielen, öfters auf und diese Kurzfilme hängen dann auch etwas mehr miteinander zusammen. Trotzdem überwiegt immer das episodenhafte und man wird nie das Gefühl los, dass die Reihenfolge der einzelnen Geschichten weitgehend austauschbar ist.

Die Kunst zu lieben“ ist eine Sammlung von Notizen und Gedanken zu Liebe und Freundschaft, die nur eine zunehmend enttäuschende Kurzfilmrolle ist.

Die Kunst zu lieben (L’art d’aimer, Frankreich 2011)

Regie: Emmanuel Mouret

Drehbuch: Emmanuel Mouret

mit François Cluzet, Frédérique Bel, Julie Depardieu, Emmanuel Mouret, Laurent Stocker, Gaspard Ulliel, Pascale Arbillot, Ariane Ascaride, Judith Godrèche, Louis-Do de Lencquesaing, Philippe Magnan, Stanislas Merhar, Élodie Navarre

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Kunst zu lieben“

AlloCine über „Die Kunst zu lieben“

Wikipedia über „Die Kunst zu lieben“ (französisch, englisch)


TV-Tipp für den 18. Mai: Die Bourne Identität

Mai 18, 2012

RTL II, 20.15

Die Bourne Identität (USA 2002, R.: Doug Liman)

Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron

LV: Robert Ludlum: The Bourne Identity, 1980 (Der Borowski-Betrug, Die Bourne-Identität)

CIA-Agent und Killer Jason Bourne hat sein Gedächtnis verloren. Schlimme Sache. Aber schlimmer ist, dass seine ehemaligen Arbeitgeber ihn umbringen wollen.

Die eher werkferne, kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Borowski-Buches. Für die Verfilmung des damals über zwanzig Jahre alten Buches wurde nur das Skelett der Handlung übernommen, der Rest aktualisiert und ein unterhaltsamer Action-Thriller gedreht, der sogar angenehm altmodisch ist. Nur Matt Damon wirkt einfach fünf Jahre zu jung für den eiskalten Profikiller. Aber das Problem hatte er in den spannenden Fortsetzungen nicht mehr.

Mit Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Brian Cox, Walton Goggins

Wiederholung: Samstag, 19. Mai, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Robert Ludlum (deutsch, englisch)

Robert-Ludlum-Fanseite

Kirjasto über Robert Ludlum


Neu im Kino/Filmkritik: Bescheuerte Idee, herziger Film: „Lachsfischen im Jemen“ mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked und Kristin Scott Thomas

Mai 17, 2012

Es gibt einen terroristischen Anschlag und einige Tote, aber „Lachsfischen im Jemen“ ist kein Krimi und auch kein Thriller, sondern eine Romantic Comedy mit einem ordentlich Schuss politischer Satire. Vor allem Kristin Scott Thomas darf hier als absolut ich- und problemzentrierte Pressesprecherin des englischen Premierministers brillieren („Sie ist verbal aggressiv und im Grunde einfach unangenehm. Sie besitzt keinerlei ausgleichende, versöhnliche Qualitäten“, sagt Kristin Scott Thomas, der die Rolle sichtbar gefiel.) und sie würde, wenn sie öfters im Bild wäre, Ewan McGregor locker den Film stehlen. Denn Ewan McGregor spielt den im Fischereiministerium angestellten Wissenschaftler und internationalen Lachsexperten Dr. Alfred Jones, dessen höchstes Glück im Angeln besteht. Nicht das gefährliche Hochseeangeln, sondern das Angeln in ruhig vor sich hin plätschernden englischen Bächen und, seltener, Flüssen.

Als Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) ihm vorschlägt, dass er auf Wunsch von Scheich Muhammed ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) im Jemen das Fischen von Lachs ermöglichen soll, hält er es, aus streng wissenschaftlicher Sicht, für eine vollkommen hirnverbrannte Idee und erklärt Mrs. Chetwode-Talbot mit einer schnell hingekritzelten Skizze, dass der an kalte Gewässer gewöhnte nordeuropäische Lachs niemals im heißen Jemen überleben kann. Für sie ist die Skizze allerdings eine Machbarkeitsstudie. Denn der Scheich hat genug Geld, um es in dieses Projekt zu stecken.

Mit sanfter Gewalt, wozu der nimmermüde Optimismus von Miss Chetwode-Talbot, das gewinnende Charisma des Scheichs und, vor allem, die Pressesprecherin Patricia Maxwell, die das Projekt fördert, weil sie eine positiven Schlagzeile aus dem arabischen Raum will und dies in der Verwaltung mit dem nötigen Druck rücksichtslos durchsetzt, wird Dr. Alfred Jones zuerst in das Projekt gedrängt und dann, als er es schließlich durchführen will, wegen der geänderten politischen Großwetterlage, aus seinem Job gedrängt. Aber das geschieht erst viel später.

Lasse Hallström („Gilbert Grape“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Chocolat“) erzählt diese Geschichte nach einem Drehbuch von Simon Beaufoy („Ganz oder gar nicht“, „Slumdog Millionär“, „127 Hours“) als herzige RomCom, die nie überbordend schmalzig wird, einige herrliche politische Spitzen hat und gut unterhält.

Das „Lachsfischen im Jemen“ wird die Welt nicht verändern, aber es ist ein schönes, kurzweiliges Feelgood-Movie, das, gut besetzt, bestes englisches Unterhaltungskino der gehobenen Klasse ist.

 

Lachsfischen im Jemen (Salmon Fishing in the Yemen, Großbritannien 2011)

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Simon Beaufoy

LV: Paul Torday: Salmon Fishing in the Yemen, 2006 (Lachsfischen im Jemen)

mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristin Scott Thomas, Amr Waked, Catherine Steadman, Tom Mison, Rachael Stirling, Tom Beard

Länge: 112 Minuten

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lachsfischen im Jemen“

Rotten Tomatoes über „Lachsfischen im Jemen“

Wikipedia über „Lachsfischen im Jemen“



TV-Tipp für den 17. Mai: Sherlock: Ein Skandal in Belgravia

Mai 17, 2012

ARD, 20.15

Sherlock: Ein Skandal in Belgravia (GB 2011, R.: Paul McGuigan)

Drehbuch: Steven Moffat

Erfinder: Mark Gattiss, Steven Moffat

LV: Charakter und die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes soll wichtige Informationen von Irene Adlers (die einzige Frau, die Holmes jemals liebte) Smartphone sicher stellen.

Furioser Auftakt der zweiten, wieder aus drei spielfilmlangen Episoden bestehenden Staffel von „Sherlock“, in der Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, Grandios!) und Dr. John Watson (Martin Freeman, Grandios!) in der Gegenwart ermitteln. Dieses Mal haben die beiden Serienerfinder Mark Gattiss und Moffat für ihre Geschichten sogar originale Holmes-Geschichten als Vorlage genommen. Jedenfalls teilweise.

Am Pfingstsonntag, den 27. Mai, läuft um 21.45 Uhr „Die Hunde von Baskerville“ und am Pfingstmontag, den 28. Mai, läuft ebenfalls um 21.45 Uhr „Der Reichenbachfall“. Damit wäre dann die grandiose zweite Staffel von „Sherlock“ gezeigt und das warten auf die nächsten Fälle von Sherlock Holmes und Dr. Watson beginnt.

mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gattiss, Lara Pulver

Wiederholung: Samstag, 19. Mai, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitzs „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte

Wegen Spoiler erst nach dem Film ansehen:


DVD-Kritik: In Stephen-King-Land mit der TV-Serie „Haven“

Mai 16, 2012

FBI-Agentin Audrey Parker wird von ihrem Chef in die idyllische, am Meer gelegene Maine-Kleinstadt Haven geschickt. Dort entdeckt sie ein Bild von einem fast dreißig Jahre zurückliegendem Vorfall mit dem „Colorado Kid“. Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die ihr wie eine Zwillingsschwester gleicht. Die Waise Audrey will herausfinden, wer diese Frau ist. Außerdem glaubt sie, dass sie aus einem bestimmten Grund nach Haven geschickt wurde.

Am Ende der ersten Staffel steht sie einer Frau gegenüber, die behauptet, die echte FBI-Agentin Audrey Parker zu sein und unsere etwa dreißigjährige Heldin erfährt, dass sie Lucy Ripley, die Frau auf dem „Colorado Kid“-Zeitungsfoto ist und die letzten Jahre verschwunden war. Aber anscheinend kann sich niemand, der damals bei dem Ereignis dabei war, daran erinnern. Die beiden „Haven“-Journalisten, die anscheinend jedes Dorfgeheimnis kennen, schweigen eisern. Und das ist nicht das einzige Geheimnis, das Haven vor Fremden verbirgt.

Denn Haven ist keine normale Kleinstadt. In ihr haben viele Leute Probleme, die sich bei ihnen in übernatürlichen Fähigkeiten manifestieren.

Zusammen mit dem Kleinstadtpolizisten Nathan Wournos, der keine Schmerzen empfindet, und Duke Crocker, einem Schmuggler und Restaurantbesitzer mit einer Easy-Going-Lebenseinstellung, bis er erfährt, dass er von einer Person mit einer Tätowierung ermordet wird, versucht Audrey das Geheimnis ihre Vergangenheit zu ergründen und den Menschen in „Haven“ zu helfen.

Denn „die Probleme“ sind wieder zurück in Haven.

Haven“ ist eine Syfy-Serie, die sehr lose auf dem Kurzroman „The Colorado Kid“ von Stephen King basiert. Eigentlich haben die Macher von Kings Buch nur die beiden hinterfotzigen Kleinstadtjournalisten und die Stimmung des Ortes übernommen. Die von King erzählte Geschichte des Colorado Kids, einer Leiche, die in den frühen achtziger Jahren aus immer noch ungeklärten Gründen und physikalisch nicht nachvollziehbaren Wegen nach Moose-Lookit Island, Maine, kam, diente den Serienerfindern Sam Ernst und Jim Dunn nur als Startpunkt für ihre grandiose Serie. Denn in den ersten beiden „Haven“-Staffeln verraten sie, außer einigen sehr kryptischen Andeutungen, nichts über das „Colorado Kid“ und die damaligen Ereignisse. Das ist Insider-Wissen für die Leser des Romans; – falls Sam Ernst und Jim Dunn sich am Ende überhaupt auf diese Geschichte beziehen. Stattdessen haben sie in den bisherigen „Haven“-Folgen ihre eigene Mythologie von Haven und den Problemen entworfen. Eine Mythologie, die tief im Werk von Stephen King verwurzelt ist.

So wird „Haven“ schnell zu der archetypischen Stephen-King-Stadt, voller Stephen-King-Charaktere und Anspielungen und Querverweise auf sein Werk. Und, wie bei einem Stephen-King-Roman, ist man schnell von der liebevoll-heimelig-vertrauten Stimmung der Stadt und ihren Bewohnern, mit denen man gerne einige Stunden verbring, gefangen.

Vor allem weil man die Stadt und ihre Bewohner immer besser kennen lernt und schnell von ihren seltsamen, aber sympathischen Bewohnern verführt wird. Auch wenn sie, in der letzten Folge der zweiten Staffel, Weihnachten im Sommer feiern, nur Audrey auf ein traditionelles Weihnachtsfest besteht und immer mehr Bewohner spurlos aus Haven verschwinden.

Die DVDs platzen vor Bonusmaterial. Für beide Staffeln wurden mehrere hochinteressante Featurettes und Making-ofs produziert, die vor allem einen Blick hinter die Kulissen werfen. Auf der DVD-Box mit der zweiten Staffel gibt es auch das nicht so informative „Haven“-Panel von der New York Comic Con 2011. Und dann gibt es noch, verteilt auf beide Staffeln, 22 Audiokommentare; also, statistisch gesehen, zu fast jeder Folge ein Audiokommentar.

Haven (Haven, USA 2010 [Staffel 1]/2011 [Staffel 2])

Erfinder: Sam Ernst, Jim Dunn

LV: Stephen King: The Colorado Kid, 2005 (Colorado Kid)

mit Emily Rose (Audrey Parker), Lucas Bryant (Nathan Wuornos), Eric Balfour (Duke Crocker), Richard Donat (Vince Teagues), John Dunsworth (Dave Teagues), Nicholas Campbell (Chief of Police Wuornos), Stephen McHattie (Reverend Ed Driscoll), Vinessa Antoine (Evidence ‚Evi‘ Ryan), Mary-Colin Chisholm (Eleanor Carr), Glen Lefchak (Stan the Cop), Michelle Monteith (Julia Carr)

Haven – Staffel 1

DVD

Entertainment One

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bonusmaterial: Making-of Featurettes (Welcome to Haven, VFX of Heaven, Mythology of Haven), Behind-the-Scenes Video Blogs (What is Haven to You?, Let the Good Times Roll…, Locaction, Location, Location, Emily Rose Q & A, Stephen King References in Spira, SCI FI Wire Interview with Emily Rose), Cast Interviews (Emily Rose, Lucas Bryant, Eric Balfour), Season Two Sneak Peek: Inside the Writers‘ Room, Audiokommentare von Schauspielern und Produzenten (so das halbe Team) (Willkommen in Haven), Adam Kane (Willkommen in Haven), Sam Ernst (Executive Producer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Schmetterlinge), Sam Ernst (Executive Producer), Jim Dunn (Executive Producer) und Jose Molina (Co-Executive Producer) (Einklang), Sam Ernst (Executive Producer/Writer) und Jose Molina (Co-Executive Producer (Verdorben), Schauspielern und Produzenten (Eine Frage des Alters), Sam Ernst (Executive Producer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Eine Frage des Alters), Jim Dunn (Executive Producer/Writer) (Jäger und Gejagte), Sam Ernst (Executive Producer/Writer) und Jim Dunn (Executive Producer) (Tödlicher Schatten), Schauspielern und Produzenten (SOS), Charles Ardai (Consulting Producer/Writer) (So nah und doch so fern), Schauspielern und Produzenten (Zerrissen)

FSK: ab 16 Jahre

Länge: 535 Minuten (4 DVDs)

Die Probleme sind zurück in „Haven“

Willkommen in Haven (Welcome to Haven)

Regie: Adam Kane

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Schmetterlinge (Butterfly)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Ann Hamilton

Einklang (Harmony)

Regie: Rachel Talalay

Drehbuch: Matt McGuiness

Verdorben (Consumed)

Regie: Rachel Talalay

Drehbuch: Ann Hamilton

Eine Frage des Alters (Ball and Chain)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Nikki Toscano

Jäger und Gejagte (Fur)

Regie: Keith Samples

Drehbuch: Jim Dunn

Die Zeichnung (Sketchy)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Matt McGuiness

Tödlicher Schatten (Ain’t no Sunshine)

Regie: Ken Girotti

Drehbuch: Sam Ernst

Das Chamäleon (As you were)

Regie: Rob Lieberman

Drehbuch: Jose Molina

Der Feuerteufel (The hand you dealt)

Regie: Rick Rosenthal

Drehbuch: Jim Dunn

SOS (The Trial of Audrey Parker)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Sam Ernst, Jose Molina (nach einer Geschichte von Charles Ardai)

So nah und doch so fern (Resurfacing)

Regie: Mike Rohl

Drehbuch: Charles Ardai

Zerrissen (Spiral)

Regie: Fred Gerber

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Haven – Staffel 2

DVD

Entertainment One

Bild: 16:9

Ton: Deutsch (DD 2.0), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Französisch

Bonusmaterial: Hinter den Kulissen: Drehbuch; Produktions-Design; Kostüme; Locations; Produktions-Meeting; Regie, Kamera & Schauspieler, Interview mit Gast-Star Adam Copeland (WWE-Superstar „Edge“), Frage und Antwort: das Haven-Team auf der New York Comic Con 2011, Audiokommentare von Sam Ernst und Jim Dunn (Die doppelte Audrey), Emily Rose und Lloyd Segan (Déjà-vu), Lilla und Nora Zuckerman (Déjà-vu), Lilla und Nora Zuckerman (Abgeriegelt), Jonathan Abrahams und Brian Millikin (Die Wendigo-Schwestern), Shawn Piller und Brian Millikin (Enthüllungen), Lloyd Segan und Adam Copeland (Enthüllungen), Sam Ernst und Jim Dunn (Offene Rechnungen), Emily Rose, Lucas Bryant und Eric Balfour (Offene Rechnungen)

Länge: 526 Minuten & 94 Minuten Bonus (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Probleme bleiben in „Haven“

Die doppelte Audrey (A Tale of two Audreys)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Das Puzzle (Fear & Loathing)

Regie: Rob Lieberman

Drehbuch: Gabrielle Stanton

Mensch gegen Maschine (Love Machine)

Regie: T. W. Peacocke

Drehbuch: Matt McGuiness, Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman (nach einer Geschichte von Matt McGuiness)

Unter Strom (Sparks and Recreation)

Regie: Lynne Stopkewich

Drehbuch: Jonathan Abrahams (Nora Zuckerman, Annmarie Morais, Story Editor)

Zurück zu den Wurzeln (Roots)

Regie: Tim Southam

Drehbuch: Jim Dunn

Déjà-vu (Audrey Parker’s Day Off)

Regie: Fred Gerber

Drehbuch: Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman

Blut und Wasser (The Tides that bind)

Regie: Paolo Barzman

Drehbuch: Gabrille Stanton

Die Kopie (Friend or Faux)

Regie: Stephen Reynolds

Drehbuch: Sam Ernst

Abgeriegelt (Lockdown)

Regie: Jason Priestley

Drehbuch: Nora Zuckerman, Lilla Zuckerman

Die Wendigo-Schwestern (Who, What, Where, Wendigo?)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Jonathan Abrahams

Enthüllungen (Business as Usual)

Regie: Shawn Piller

Drehbuch: Matt McGuiness, Gabrielle Stanton

Offene Rechnungen (Sins of the Fathers)

Regie: Lee Rose

Drehbuch: Sam Ernst, Jim Dunn

Stille Nacht (Silent Night)

Regie: Shawn Piller

Drehbuch: Brian Millikin

Hinweise

Syfy-Homepage zur Serie

Wikipedia über „Haven“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Stephen King in der Kriminalakte und in seinem Trailer-Park


Ein Meinungsaustausch zum Urheberrecht

Mai 16, 2012

Ich habe noch keine Ahnung, ob diese Diskussion „Fair Use oder Gratiskultur“ gut ist, aber die ersten Minuten sind schon einmal informativ und es ist sogar ein Mann von der Gema dabei ist.

Auf dem Podium sitzen Boris Turovskiy (Mitglied der Piratenpartei) und Alexander Wolf (Geschäftsführer CELAS, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen). Die Diskussion war am 14. Mai 2012 auf den Audiovisual Media Days 2012 in München.


TV-Tipp für den 16. Mai: Alles über meine Mutter

Mai 16, 2012

Arte, 20.15

Alles über meine Mutter (Spanien/Frankreich 1999, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die alleinerziehende Manuela sucht in Barcelona den Vater ihres verunglückten 17-jährigen Sohnes. Dieser ist ein Transvestit.

Das Melodrama erhielt den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Eine gute Wahl.

Anschließend läuft die gut einstündige Doku „Es war einmal…“ über die Dreharbeiten.

mit Cecilia Roth, Marisa Paredes, Penélope Cruz

Hinweise

Arte über die Pedro-Almodóvar-Reihe

Wikipedia über „Alles über meine Mutter“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Die „Special Forces“ retten Diane Kruger

Mai 15, 2012

Den Film würde ich gerne im Kino sehen. Nicht weil „Special Forces“ so gut ist. Der französische Thriller erzählt, wie eine französische Eliteeinheit eine Journalistin aus den Händen eines Taliban-Führers befreit und mit ihr aus Pakistan, wo sie versteckt wurde, über den verschneiten Khaiberpass zur sicheren Militärbasis flüchtet. Das ist eine klassische Geschichte, die von den Machern straff und mit der richtigen Mischung aus Action und Drama erzählt wird. Denn selbstverständlich sind die Special Forces tapfere Männer, die sich auch die Zeit nehmen, einige Einheimische vor ihren mordgierigen Verfolgern zu schützen. Erstaunlich ist in diesen Momenten, wie freiwillig sie sich der Gefahr stellen und, ohne zu zögern und Wehklagen, in den teilweise sicheren Tod gehen.

In diesen Momenten wird „Special Forces“ zu einem Hohelied auf diese staatlichen, im geheimen arbeitenden Mörder. Dass sich der Film nicht groß um kritische Distanz bemüht, ist, wenn von einer Rettungsmission erzählt wird und der Film keine Satire ist, ein integraler Teil der Geschichte. Auch die Journalistin, die vor ihrer Entführung kritische Artikel über die Spezialeinheiten schrieb, ändert während des langen Marsches ihre Einstellung.

Auf dieser Ebene ist „Special Forces“ einfach gutes, verdammt unterhaltsames Handwerk, das kurzweilig eine Geschichte über Tapferkeit und den Überlebenswillen von mehreren Menschen in einer extremen Situation erzählt. Dabei ist für sie letztendlich die Natur ein viel schlimmerer Gegner als ihre Verfolger.

So weit, so konventionell und auch befriedigend für die Freunde eines guten Abenteuerfilms.

Aber die grandiosen Landschaftsaufnahmen schreien förmlich nach einer großen Leinwand. Der Film wurde in Frankreich, Dschibuti und Tadschikistan gedreht und Kameramann David Jankowski fing die verschneiten Berge und die trockenen Wüsten und Gebirgslandschaften bildschirmfüllend ein.

Im Gegensatz zu „Act of Valor“ (Kinostart: 24. Mai 2012), bei dem echte Special-Forces-Soldaten die Hauptrollen in einer ähnlichen Geschichte übernahmen und kläglich scheiterten (das Drehbuch ist nicht ganz unschuldig), ist „Special Forces“ der deutlich bessere Film. Er regt auch zum Nachdenken darüber an, was für Männer das sind. Denn sie sterben während dieser Mission wie die Fliegen – und empfinden das als Teil ihres Jobs.

Das Bonusmaterial ist mit einem neunzigminütigen „Making of“ auf den ersten Blick sehr üppig geraten. Auf den zweiten Blick ist es, wenn man (wie ich) Französisch nicht sehr gut versteht, ausgesprochen dünn geraten. Denn es wurde auf eine deutsche Tonspur und sogar auf Untertitel verzichtet. Dafür gibt es ein dickes „Pfui!“.

Special Forces (Forces spéciales, Frankreich 2011)

Regie: Stéphane Rybojad

Drehbuch: Michael Cooper, Stéphane Rybojad

mit Diane Kruger, Djimon Hounsou, Benoît Magimel, Denis Menochet, Raphaël Personnaz, Alain Figlarz, Alain Alivon, Mehdi Nebbou, Raz Degan, Tchéky Karyo


DVD

Universum Film

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Französisch/Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Trailer, Wendecover

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Wikipedia über „Special Forces“ (englisch, französisch)

 


Cover der Woche

Mai 15, 2012


TV-Tipp für den 15. Mai: The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer

Mai 15, 2012

RBB, 22.45

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

„The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber nachdem die TV-Premiere  zu einer unmöglichen Zeit war (dafür von mir mit einem ausführlichen Gespräch verschönert), läuft der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) jetzt zu einer besseren Zeit.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte