DVD-Kritik: „Who killed Marilyn?“ und Warum verdrehte MM in Mouthe den Männern die Köpfe?

Krimiautor David Rousseau (Jean-Paul Rouve) fährt nach Mouthe, dem kältesten Ort in Frankreich, um eine Erbschaft zu erhalten. Die entpuppt sich als ausgestopfter Hund („weil er ihn immer so liebte“), die schnell im nächsten Mülleimer landet. Doch noch bevor er sich auf den Heimweg machen kann, hört er von einer Toten, die mitten im Niemandsland zwischen Frankreich und der Schweiz gefunden wurde und die uns schon in den ersten Filmminuten von ihrem Tod erzählte.

Rousseau sieht in ihrem Tod, den die Polizei sofort als Suizid deklariert, den Nukleus für seinen nächsten Roman und er beginnt in der Provinz über das Leben der Lokalschönheit Candice Lecoeur, geborene Martine Langevin (Sophie Quinton), zu recherchieren. Dabei bemerkt er schnell die vielen Parallelen zwischen Lecoeurs Leben und dem von Marilyn Monroe, geborene Norma Jeane Mortenson. Nicht nur, dass die beiden Frauen sich ähnlich sahen, sie starben auch im gleichen Alter unter mysteriösen Umständen. Aber während Marilyn Monroe mit dem Baseball-Spieler Joe DiMaggio und dem Dramatiker Arthur Miller verheiratet war und sogar eine Affäre mit John F. und Robert Kennedy hatte, reichte es bei der Lokalberühmheit, die auch das Gesicht für die Werbung einer Käserei ist, nur für entsprechende Affären auf provinzieller Ebene.

Gerade in dieser lässigen Verbindung zwischen den beiden Leben liegt der Reiz von „Poupoupidou“, so der verspielte Originaltitel. Denn Regisseur und Autor Gérald Hustache-Mathieu erzählt einen typisch französischen Krimi, der mit leicht seltsamen Charakteren und einer herrlich abstrus-glaubwürdigen Geschichte kurzweilig unterhält.

Who killed Marilyn?“ ist so gut, dass es schon ein kleines Rätsel ist, warum Hollywood sich noch nicht die Remakerechte gesichert hat.

Who killed Marilyn - DVD-Cover

Who killed Marilyn? (Poupoupidou, Frankreich, 2011)

Regie: Gérald Hustache-Mathieu

Drehbuch: Gérald Hustache-Mathieu, Juliette Sales (Mitarbeit)

mit Jean-Paul Rouve, Sophie Quinton, Guillaume Gouix, Olivier Rabourdin, Clara Ponsot, Arsinée Khanjian, Eric Ruf

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton Deutsch, Französisch (Dolby Digital 5.1, DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of (34 Minuten), Kinotrailer

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Französische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Who killed Marilyn?“

Rotten Tomatoes über „Who killed Marilyn?“

Wikipedia über „Who killed Marilyn?“

Das Kinoplakat

Who killed Marilyn - Plakat

One Response to DVD-Kritik: „Who killed Marilyn?“ und Warum verdrehte MM in Mouthe den Männern die Köpfe?

  1. Mir hat der Film auch ausgesprochen gut gefallen und ich habe mich gefragt, warum er hierzulande so wenig Beachtung gefunden hat. Alleine schon an der Idee, dass Rousseau Ellroy-gleich versucht, mit einem Buch über einen wahren Kriminalfall endlich als Krimiautor ernst genommen zu werden, hat mich sehr amüsiert.

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