R. i. P. Damiano Damiani

R. i. P. Damiano Damiani (geb. 23. Juli 1922, Pasiano di Pordenone, Friaul-Julisch Venetien, Italien – gest. 7. März 2013, Rom, Italien)

Er war einer der Großen des italienischen Politthriller, der in den sechziger und siebziger Jahren seine Hochphase hatte und sich mit der Korruption in Italien, den schmutzigen Geschäften der Politik und dem Einfluss der Mafia auf die Gesellschaft und die Politik auseinandersetzte. „Der Tag der Eule/Don Mariano weiß von nichts“ (Il giorno della civetta, 1968, nach einem Roman von Leonardo Sciascia), „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“ (Confessione di un Commissario di Polizia al Procuratore Della Republica, 1970), „Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie’s!/Die Untersuchung ist abgeschlossen: Vergessen Sie alles“ (L’istruttoria è chiusa: dimentichi, 1971),Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?/Der Terror führt Regie“ (Perche si Uccide un Magistrato?“, 1974), „Ich habe Angst“ (Io ho Paura, 1977), „Goodbye & Amen“ (Goodbye e Amen, 1978), „Ein Mann auf den Knien“ (Un uomo in ginocchio, 1979), „Die tödliche Warnung“ (L’Avvertimento, 1980; deutsche Erstaufführung 1987 im ZDF) und „New York Connection“ (Pizza Connection, 1984; von den Berliner Filmfestspielen direkt auf Video) hießen die Filme, die heute zu großen Teilen Klassikerstatus genießen.

Auch sein viel zu unbekannter Bibelfilm „Die Untersuchung“ (L’inchiesta, 1986; bei uns ebenfalls direct to video) könnte man locker in diese Reihe stellen, wenn die titelgebende Untersuchung nicht der Tod und die Wiederauferstehung von Jesus Christus wäre und der Film wenige Tage nach seinem Tod spielt.

Damiano drehte auch Italo-Western, wie „Töte Amigo“ (Quien sabe?, 1966) und „Nobody ist der Größte“ (Un genio, due compari, un pollo, 1975).

Sein Werk krönte er 1984 mit der TV-Serie „Allein gegen die Mafia“ (La Piovra), in der der Kampf eines Polizisten auf Sizilien gegen die Mafia erzählt wird. Die Serie war ein weltweiter Erfolg. In Italien erreichte die Serie fünfzehn bis siebzehn Millionen Zuschauer.

Racheengel“ (L’Angelo con la Pistola, 1991), eine durchwachsene Rachegeschichte, in der eine junge Frau und ein Polizist Mafia-Mitglieder umbringen, bei uns wieder direct to video, war sein letzter Spielfilm, der auch in Deutschland gezeigt wurde. Dennoch drehte er in Italien noch einige weitere Filme.

 

Nachrufe gibt es im Tagesspiegel, Der Welt (Gerhard Midding), Standard, Examiner und vielen italienischen Zeitungen.

2 Responses to R. i. P. Damiano Damiani

  1. Harry sagt:

    Ist doch irgendwie seltsam. Sein Tod geht irgendwie unter, während jeder Pups einer Lohan durch die Medien gejagt wird. Ich hab die Meldung zufällig im Standard und später hier gelesen.

  2. AxelB sagt:

    Ich war (und bin) auch erstaunt, dass nicht mehr darüber geschrieben wurde. Aber außerhalb Italiens scheint Damiano Damiani inzwischen vollkommen unbekannt zu sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: