Neu im Kino/Filmkritik: „Brittany runs a Marathon“ und verliert überflüssige Pfunde

Muss inzwischen jeder x-beliebige Film, der nicht gerade ein Serienmörder-Thriller oder ein Zombiefilm ist, mit dem Hinweis, dass er auf einer wahren Begebenheit beruhe, beworben werden? Anscheinend: ja. Das war zuletzt bei der Schmonzette „Dem Horizont so nah“ so und ist jetzt bei „Brittany runs a Marathon“ so.

Die titelgebende New Yorkerin Brittany Forgler ist eine übergewichtige, unterbeschäftigte, finanziell klamme, partysüchtige End-Zwanzigern, die ihren Arzt besucht, um sich von ihm einige Medikamente verschreiben zu lassen. Dieser gibt ihr allerdings keine Pillen, sondern die Empfehlung gesünder zu leben. Weil ihr ein Fitnessstudio zu teuer ist, beschließt sie zu Laufen. Ihr erster Versuch endet mit totaler Erschöpfung an der nächsten Kreuzung.

Dann beginnt sie mit ihrer Nachbarin und einer Laufgruppe zu trainieren. Sie will, gepackt vom Ehrgeiz, am New York City Marathon teilnehmen.

In seinem Debüt als Drehbuchautor und Spielfilmregisseur erzählt Paul Downs Colaizzos humorvoll von Brittanys Selbstüberwindung und wie sich ihr Leben ändert. Die etwas biestige Dame findet neue Freunde, wie ihre ältere Nachbarin Catherine, Seth und Jern. Catherine war für sie zuerst nur eine erfolgreiche, hyperaktive, unglaublich sportliche, jeden Drogengenuss ablehnende Freiberuflerin, die sie für all das hasste. Und für ihre gertenschlanke Figur.

Seth lernt sie beim Laufen kennen. Er lebt mit seinem Freund zusammen und will seinem Sohn zeigen, dass man alles schaffen kann, was man wirklich will. Seine ersten Laufversuche sind nur etwas besser als Brittanys erster Laufversuch. Gemeinsam trainieren sie für den Marathon und kommen sich vor, während und nach dem Training auch persönlich näher.

Jern ist, wie sie, ein Hundesitter. Während sie tagsüber in der luxuriösen Wohnung des Hundebesitzers auf den Hund aufpasst, tut er das nachts. Außerdem lebt er tagsüber vertragswidrig in der Wohnung. Anfangs sind sie wie Hund und Katze.

Colaizzos grundsympathische Komödie erzählt eine wunderschöne Geschichte von Selbstüberwindung, neuen Freundschaften und der nicht geplanten großen Liebe. Denn kaum purzeln die Pfunde, verändert sich Brittanys Selbstwahrnehmung und damit auch ihr Leben. Das ist natürlich jederzeit absolut vorhersehbar als gelungene Mischung aus leichtem Drama, Komödie und Feelgood-Movie mit erwartbarem Ende.

Auf dem Sundance Film Festival, wo die Feelgood-Komödie ihre Premiere hatte, erhielt „Brittany runs a Marathon“ den Publikumspreis.

Colaizzo schrieb vor seinem Debüt als Drehbuchautor und Regisseur mehrere Theaterstücke.

Die Komödie läuft jetzt in einigen Kinos und ab dem 15. November auf Amazon Prime Video. Wobei Brittanys Doktor sicher den Kinobesuch empfiehlt.Denn sogar wenig Bewegung ist besser als keine Bewegung.

Brittany runs a Marathon (Brittany runs a Marathon, USA 2019)

Regie: Paul Downs Colaizzo

Drehbuch: Paul Downs Colaizzo

mit Jillian Bell, Michaela Watkins, Utkarsh Ambudkar, Lil Rel Howery, Micah Stock, Alice Lee

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Instagram-Seite zum Film

Moviepilot über „Brittany runs a Marathon“

Metacritic über „Brittany runs a Marathon“

Rotten Tomatoes über „Brittany runs a Marathon“

Wikipedia über „Brittany runs a Marathon“

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