„Ich, der Verrückte“ bin nicht wahnsinnig. Oder doch?

In der Firma ist Angel Molinos der Exot. Von ihm wurden vor über zwanzig Jahren zwei Theaterstücke inszeniert. In einem Stück vertrat er die Ansicht, dass die Gesellschaft Vincent van Goghs Kreativität als krankhaft angesehen und ihn deshalb zum Verrückten erklärt habe. Angels Theaterstücke führten dazu, dass Otrament ihm seine jetzige Stelle anbot. Abgesehen von dieser Vergangenheit fällt der Psychologe neben seinen Kollegen nicht weiter auf. Sie entdecken (Spötter würden sagen ‚erfinden‘) für ein internationales Pharmaunternehmen neue psychische Krankheiten, die dann mit Medikamenten behandelt werden. Dabei achten er und seine Kollegen darauf, dass möglichst viele Menschen diese Krankheit haben oder haben könnten und dass sie möglichst erstrebenswert klingt. Denn bestimmte Krankheiten will kein Mensch haben, aber die Begierde nach körperlicher Perfektion klingt doch gar nicht so schlimm, fast schon erstrebenswert. Und wer ist nicht neophil (Hang zu Neuem) oder neophob (Ablehnung des Neuen)?

Als ein Kollege von Angel, der Informationen über illegale Forschungen ihrer Arbeitgeber veröffentlichten wollte, spurlos verschwindet, fragt Angel sich, ob die Vorwürfe seines Kollegen wahr sind. Er beginnt selbst zu recherchieren.

Selbstverständlich findet er genug Informationen, die seinen Verdacht bestätigen. Sein Arbeitgeber scheint illegale Experimente durchzuführen und dabei den Tod der Versuchsteilnehmer in Kauf zu nehmen.

Gleichzeitig zweifelt Angel an seinem Verstand. Er fragt sich, ob er paranoid, verrückt und somit ein Fall für eine medikamentöse Behandlung wird.

Ich, der Verrückte“ ist, nach „iIch, der Mörder“, die neue Zusammenarbeit von Autor Antonio Altarriba und Zeichner Keko. Er zeichnete die Geschichte in meist realistischen SW-Panels mit einigen gelben Farbspritzern. Diesen Zeichenstil behält er auch in Angels Alpträumen bei. Sie hat Angel seit kurzem.

Die Geschichte ist ein feiner Noir mit einem unzuverlässigem Erzähler und etlichen Informationen über die unmoralischen Geschäfte von Pharmaunternehmen, die damit Geld verdienen, dass wir nicht gesund werden.

Antonio Altarriba/Keko: Ich, der Verrückte

(übersetzt von André Höchemer)

Avant Verlag, 2021

136 Seiten

25 Euro

Originalausgabe

Éditions DENOÉL

Hinweise

Homepage von Antonio Altarriba

Avant Verlag über Antonio Altarriba und Keko

Wikipedia über Antonio Altarriba und Keko

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: