Neu im Kino/Filmkritik: „Abseits des Lebens“, allein in den Bergen

In ihrem Kino-Regiedebüt – davor inszenierte sie mehrere „House of Cards“-Episoden – erzählt Robin Wright die Geschichte von Edee Holzer. Die von ihr gespielte Edee entschließt sich, nach einem traumatischen Ereignis, das für uns in seinem vollen Umfang lange im Dunkeln bleibt, die Zivilisation und ihr bisheriges wohlgeordnetes Leben hinter sich zu lassen. Sie kauft sich eine einsam in den Bergen von Wyoming gelegene Blockhütte, die nur eine Ein-Zimmer-Bretterbude ist, und fährt mit einer Jahresration Dosenessen dorthin. Ihr Auto lässt sie später abholen. Ihr Telefon hat sie bereits vorher in eine Mülltonne geworfen.

Dass sie keine Ahnung vom Überleben in der Wildnis hat, stört sie nicht. Es gibt ja Ratgeberbücher.

Im Winter stößt diese naive „Was soll mir schon passieren“-Strategie an ihre Grenze.

Kurz bevor sie in der Hütte erfriert, wird sie von Miguel Borras (Demián Bichir) und Alawa (Sarah Dawn Pledge), einer mit ihm befreundeten Krankenschwester, gerettet. Der Jäger hat Edee schon länger beobachtet.

In dem Moment beginnt Edees Rückkehr ins Leben. Auch wenn diese Rückkehr zunächst darin besteht, dass Miguel ihr beibringt, wie man in der Wildnis überlebt und schweigend genossenen Sonnenuntergängen.

Abseits des Lebens“ erzählt die nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlene Geschichte einer Traumabehandlung. Denn ohne Miguel wäre Edee schon lange vor dem ersten Frühling gestorben. Mit seiner schweigsamen, nie fordernden, immer geduldigen Art ist er dann der ideale Therapeut.

Der andere Therapeut in diesem dialogarmen „Die Einsamkeit heilt alle Wunden“-Stück ist die beeindruckende Landschaft der Rocky Mountains. Gedreht wurde hauptsächlich in Moose Mountain in Alberta, Kanada, und Kameramann Bobby Bukowski verbrachte werden des Drehs jede Nacht in Edees Hütte, um die Landschaft aufzunehmen.

Abseits des Lebens“ ist ein ruhig erzähltes Zwei-Personenstück. Dank des zurückgenommenen Spiels von Robin Wright und Demián Bichir sind die seelischen Wunden ihrer Figuren immer spürbar. Wenn sie dann ihre Verlusterfahrungen und die Gründe für ihre Schuldgefühle ansprechen, klingen sie beliebig. Das liegt daran, dass es in „Abseits des Lebens“ um die Folgen und um einen Weg geht, wie mit einem schmerzhaften Verlust umgegangen werden kann.

Abseits des Lebens (Land, USA 2021)

Regie: Robin Wright

Drehbuch: Jesse Chatham, Erin Digman

mit Robin Wright, Demián Bichir, Sarah Dawn Pledge, Brad Leland, Kim Dickens

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Abseits des Lebens“

Metacritic über „Abseits des Lebens“

Rotten Tomatoes über „Abseits des Lebens“

Wikipedia über „Abseits des Lebens“ (deutsch, englisch)

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