Neu im Kino/Filmkritik: Wo ist „Der Schneeleopard“?

Im zentralasiatischen Hochgebirge lebt der Schneeleopard und er gehört zu den gefährdeten Arten. Es ist also nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich einen Schneeleoparden zu sehen. Schließlich ist ihr Jagdrevir groß und sie laufen nicht in Massen durch die Berge.

Trotzdem, oder gerade deswegen, will der Tierfotograf Vincent Munier im Tibet einen solchen Leoparden fotografieren. Dafür verbringt er mehrere Monate in den Bergen, ohne einen Schneeleoparden zu sehen. Er sieht nur Spuren von ihm.

Dieses Mal möchte er seine Reise auch filmisch und schreibend dokumentieren. Darum begleiten ihn ein kleines Kamerateam und der Reiseschriftsteller Sylvain Tesson. Tessons Buch „Der Schneeleopard“ über diese Tibetreise ist schon seit einem Jahr auf Deutsch erhältlich. Der Film von Munier und Marie Amiguet läuft jetzt in den Kinos an.

Schon die ersten Bilder zeigen, wie wahnsinnig Muniers Vorhaben ist. Denn das Gebiet, in dem der Leopard sein soll, ist riesig, öd und menschenleer. Ein Mann allein kann nur zufällig (und mit dem Wissen der Einheimischen und der Fähigkeit, Fährten zu lesen) das Raubtier finden. Aber auf dem Weg dahin, kann Munier andere Tiere fotografieren.

Der aus der Reise entstandene Dokumentarfilm „Der Schneeleopard“ ist sehr ruhig, eigentlich schon medidativ mit seinen langen Aufnahmen von menschenleeren Landschaften und den wenigen Gesprächen zwischen Munier und Tesson. Sobald Munier stundenlang bewegungslos auf der Lauer liegt und darauf hofft, einen Schneeleoparden vor sein Kameraobjekt zu bekommen, schweigt er.

Die Musik ist von Nick Cave und Warren Ellis. Beide spielen schon seit Ewigkeiten in der Indie-Rockband „Nick Cave & The Bad Seeds“ zusammen, die einen Hang zum gepflegten Lärm hat. Ihre Filmmusiken sind anders. Auch für „Der Schneeleopard“ schrieben sie einen sehr reduzierten, minimalistischen und, der Landschaft entsprechenden, kargen Soundtrack.

Am Ende des Films ist man nicht unbedingt klüger, aber sehr entspannt. Und das ist doch auch etwas.

Bei den diesjährigen César- und Lumiere-Preisverleihungen wurde „Der Schneeleopard“ als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Der Schneeleopard (La Panthère des Neiges, Frankreich 2021)

Reige: Marie Amiguet, Vincent Munier

Drehbuch: Marie Amiguet, Vincent Munier

mit Vincent Munier, Sylvian Tesson, Schneeleopard, weitere Wildtiere und Einheimische

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Hoemapge zum Film

AlloCiné über „Der Schneeleopard“

Moviepilot über „Der Schneeleopard“

Metacritic über „Der Schneeleopard“

Rotten Tomatoes über „Der Schneeleopard“

Wikipedia über „Der Schneeleopard“

2 Responses to Neu im Kino/Filmkritik: Wo ist „Der Schneeleopard“?

  1. Liegeradler sagt:

    Das titelgebende Kätzchen bekommt man erst nach über einer Stunde zu sehen…

  2. AxelB sagt:

    Pst! Spoiler!

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