Neu im Kino/Filmkritik: „River“ erzählt von Flüssen und Wasser

Kommen wir zum zweiten Film mit Willem Dafoe, der diese Woche in den Kinos startet. In „The Northman“ ist er als Hofnarr Heimir unter der Maske nicht erkennbar. In „River“ ist er in der Originalfassung nur hörbar.

Er liest einen von dem bekannten Reise- und Naturschriftsteller Robert Macfarlane geschriebenen Text vor. Macfarlane schrieb unter anderem die Bücher „Karte der Wildnis“, „Alte Wege“ und, zuletzt, „Im Unterland. Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde“.

In dem von Dafoe vorgetragenem Text geht es um Flüsse und die Bedeutung von Wasser für die Erde und die Menschen. Dazu gibt es Bilder von Flüssen und Musik vom Australischen Kammerorchester. Dieses spielt eine während des gesamten Films erklingende Partitur aus viel klassischer Musik und wenig speziell für den Film komponierten Stücken. Zu den Repertoir-Komponisten gehören Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Gustav Mahler, Jean Sibelius, Maurice Ravel und Jonny Greenwood. Die Originalmusik ist von Richard Tognetti, William Barton und Piers Burbrook de Vere.

Auffallend ist bei „River“, vor allem im Vergleich zu anderen die Schönheit der Natur hymnisch preisenden und vor ihrer Zerstörung warnenden experimentellen Dokumentarfilmen, wie sehr hier die Bilder, die Musik und der Text nebeneinander her laufen und sich teilweise von ihren Stimmungen sogar widersprechen. Denn normalerweise beabsichtigen diese Filme nur die visuelle Überwältigung.

Formal wechseln Regisseurin Jennifer Peedom und ihr Co-Regisseur Joseph Nizeti dabei zwischen SW- und Farbaufnahmen, zwischen historischen und aktuellen Aufnahmen und zwischen Zeitlupe und Zeitraffer. Diese rund um den Globus und aus dem Weltraum aufgenommenen Bilder sehen und wirken auf der großen Leinwand selbstverständlich überwältigend. Aber, wie auch andere essayistische Dokumentarfilme in der Tradition von „Koyaanisqatsi“ (1982), der ganz auf Dialoge und einen Erzähler verzichtet, ist die Botschaft überschaubar einfach und unkontrovers. Sie bleibt, bei aller visuellen Überwältigung, auf dem Niveau eines Kalenderspruchs oder, in diesem Fall, auf dem Niveu einer banalen Meditation.

In Australien plant das Australische Kammerorchester Auftritte mit dem Film. Das ist sicher eine angemessene Art, den Film zu präsentieren.

River“ ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie, die, so die Macher, „die Auswirkungen der Landschaft auf das menschliche Herz erforschen“ sollen. Der erste Film der Trilogie war vor fünf Jahren „Mountain“. Ebenfalls von und mit Jennifer Peedom (Regie), Robert Macfarlane (Text), Willem Dafoe (Erzähler), Joseph Nizeti (Co-Regie), Richard Tognetti (Künstlerischer Leiter des Australischen Kammerorchesters) und Jo-anne McGowan (Produzentin). Der auch in Deutschland in den Kinos gezeigte Film war 2017 in Australien der umsatzstärkste einheimische Dokumentarfilm.

Ihr neuer Film „River“ zeigt die Schönheit von Flüssen, ihre Bedeutung für das Leben auf der Erde und wie die Menschen sie bezwingen, begradigen und die Flusslandlandschaften vernichten. Er ist ein Aufruf, die Schönheit der Natur wahrzunehmen und sie zu schützen.

River (River, Australien 2021)

Regie: Jennifer Peedom, Joseph Nizeti

Drehbuch: Robert Macfarlane, Jennifer Peedom, Joseph Nizeti

mit Willem Dafoe (Erzähler)

Länge: 75 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „River“

Rotten Tomatoes über „River“

Wikipedia über „River“

 

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