Neu im Kino/Filmkritik: „Lee Cronin’s The Mummy“ ist Horror für Ekelfreunde

Lee Cronin’s The Mummy“ heißt der Horrorfilm. Dabei wäre für Lee Cronins dritten Film, nach „The Hole in the Grund“ und „Evil Dead Rise“, „Lee Cronin’s The Exorcist“ der zutreffendere Titel.

Sicher, die Geschichte beginnt in Ägypten und sie hat auch irgendetwas mit der ägyptischen Vergangenheit zu tun, aber das verfluchte Mädchen tut genau das, was die zwölfjährige Regan (Linda Blair) in William Friedkins Horrorfilmklassiker tat: in ihrem Zimmer sitzen, eklige Flüssigkeiten ausspeien, schimpfen, die Familie terrorisieren und Menschen in den Tod treiben. Bei Cronin gibt es vor dem Sterben noch etwas ekligen Bodyhorror und sinnfrei gruselige Bilder. So bohrt sich nach einem Flugzeugabsturz ein Ast durch den Kopf und das Auge eines Passagiers. Cronin präsentiert das Bild im hellen Licht des Tages. Dieses und ähnliche Bilder machen die FSK-ab-18-Jahre-Freigabe nachvollziehbar.

Über zwei Stunden präsentiert Cronin die sattsam bekannten Elemente eines Horrorfilms über eine verfluchte Person. Dieses Mal spielt die Geschichte vor allem in einer einsam gelegenen Villa in Albuquerque, New Mexico. Dorthin bringen Charlie (Jack Reynor) und Larissa Cannon (Laia Costa) ihre Tochter Katie (Natalie Grace). Sie verschwand vor acht Jahren spurlos in Kairo. Jetzt wurde sie in Ägypten in einem 3000 Jahre altem Sarkophag gefunden, der in den Trümmern eines abgestürzten Flugzeugs lag. Sie ist katatonisch und extrem geräuschempfindlich. Die beste Therapie sei, so der zuständige Arzt, wenn sie im Kreis ihrer Familie gepflegt werde. Die Cannons holen ihre Tochter zu sich nach Albuquerque. Dort wird Katie von ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihrer sehr gläubigen Großmutter (die wie ein Direktimport aus einer italienischen Komödie aus den fünfziger Jahren wirkt) erwartet. Und schon kann Katie beginnen, ihre Familie zu terrorisieren.

Frei von Überraschungen folgt Cronin der von Friedkin etablierten Formel. Die Tonspur und die Ekeleffekte überzeugen. In sie floss Cronins, wie schon in seinem vorherigen Film „Evil Dead Rise“, seine kreative Energie. Die Geschichte selbst ist dann Malen-nach-Zahlen und ohne ein Thema, dass die einzelnen Szenen zusammenhält. Katie ist einfach von einem bösen Geist besessen. Das muss als Motivation für Angst und Schrecken und Tötungen reichen.

Das Ergebnis ist dann nicht die schlechteste Kopie von „Der Exorzist“.

Mit Karl Freunds Klassiker „Die Mumie“ (The Mummy, USA 1933, mit Boris Karloff) hat Lee Cronins „The Mummy“ nichts zu tun. Auch wenn das so vor dem Filmstart immer wieder gesagt wurde.

Lee Cronin’s The Mummy (Lee Cronin’s The Mummy, USA/Irland 2026)

Regie: Lee Cronin

Drehbuch: Lee Cronin

mit Jack Reynor, Laia Costa, May Calamawy, Natalie Grace, Veronica Falcón

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Lee Cronin’s The Mummy“

Metacritic über „Lee Cronin’s The Mummy“

Rotten Tomatoes über „Lee Cronin’s The Mummy“

Wikipedia über „Lee Cronin’s The Mummy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Cronins „The Hole in the Ground“ (The Hole in the Ground, Irland/Belgien/Finnland 2019)

Meine Besprechung von Lee Cronins „Evil Dead Rise“ (Evil Dead Rise, USA 2023)

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