Marianne Farrère (Isabelle Huppert) ist unglaublich reich, nach dem Filmtitel sogar „Die reichste Frau der Welt“, und angemessen angeödet von ihren Aufgaben als Firmenchefin. Auch das Fotoshooting lässt sie über sich ergehen, bis sie von der charmant-frechen Art des Fotografen Pierre-Alain Fantin (Laurent Lafitte) herausgefordert wird. Er tanzt nicht nach ihrer Pfeife, sondern gestaltet den Raum nach seiner Vision. Nach dem Shooting beginnt er sich bei ihr einzuschleimen und sie finanziell auszunehmen. Das ruft irgendwann die ebenso gierige Verwandtschaft von Marianne Farrère auf den Plan.
Und spätestens in diesem Moment fragt sich der Cineast, was Claude Chabrol aus der Geschichte, die lose auf der Bettencourt-Affäre basiert, gemacht hätte. Wahrscheinlich eine bitterböse, schreiend komische Abrechnung mit der Bourgeoisie. Vielleicht eine Neuauflage von „Der Halunke“/“Doktor Popaul“ (Docteur Popaul, 1972, mit Jean-Paul Belmondo). Er hätte jede Figur dem Gespött des Publikums preisgegeben.
Thierry Klifa macht daraus, mit genussvoll aufspielenden Schauspielern, eine anfangs satirische Gesellschaftskomödie. Später wird sie zu einem konfusem Streit zwischen den Erben, vor allem der Tochter, und dem Fotografen. Das ist dann mehr verwirrend als amüsant.

Die reichste Frau der Welt (La Femme la plus riche du monde, Frankreich/Belgien 2025)
Regie: Thierry Klifa
Drehbuch: Thierry Klifa, Cédric Anger, Jacques Fieschi
mit Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, Raphaël Personnaz, André Marcon, Mathieu Demy, Joseph Olivennes
Länge: 123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
AlloCiné über „Die reichste Frau der Welt“
Moviepilot büer „Die reichste Frau der Welt“
Rotten Tomatoes über „Die reichste Frau der Welt“
Wikipedia über „Die reichste Frau der Welt“ (englisch, französisch)