Wie wird das Wetter am Dienstag? Heute konsultieren wir verschiedene Wetter-Apps, sind danach maximal verwirrt und packen vorsichtshalber die Regenjacke und die Badehose ein. Früher war die Wettervorhersage die letzte Möglichkeit für eine Pinkelpause vor dem „Tatort“.
Und noch früher, nämlich 1944, war das eine für eine militärische Operation entscheidende Frage. Sollte die Operation Neptune als Teil der Operation Overlord, also die Landung der Alliierten in der Normandie, die heute bekannter als D-Day ist, am 5. Juni stattfinden?
Die Entscheidung darüber traf natürlich US-General Dwight D. Eisenhower. Er gab den Einsatzbefehl.
Über das Wetter stritten der britische Chefmeteorologe Captain James Stagg und sein US-amerikanischer Kollege Irving P. Krick. Krick war damals Eisenhowers Meteorologe. Ihre Prognosen beruhten auf verschiedenen Methoden. Außerdem war Stagg mit den Besonderheiten des regionalen Wetters vertraut. Aber würde er das Wetter am Tag der geplanten Invasion besser vorhersagen? Wem würde Eisenhower vertrauen? Oder können die beiden Meteorologen sich auf eine Prognose einigen?
Diesen Streit zeigt Regisseur Anthony Maras ausführlich und bis ins letzte Wetterdatendetail in seinem Film „Pressure“ – und was vollkommen langweilig klingt, ist hochspannendes, prächtig ausgestattetes Schauspielerkino. Es handelt sich erkennbar um eine Prestigeproduktion mit Stars – Andrew Scott als James Stagg, Brendan Fraser als Dwight D. Eisenhower, Chris Messina als Irving P. Krick, Kerry Condon als Kay Summersby und Damian Lewis als Bernard Montgomery –, Statisten und einer verschwenderischen Ausstattung. So betritt James Stagg am Filmanfang nicht einfach sein neues Büro. Stattdessen begleitet ihn die Kamera auf dem ganzen Weg von der Eingangspforte, durch das riesige Zeltlager, in dem die Soldaten campieren und ihre Freizeit verbringen, durch die Eingangshalle von Southwick House (gedreht wurde in Mentmore Towers), in der Hunderte an Schreibtischen arbeiten, die Treppe hoch durch einige Gänge bis hin zu den Räumen, in denen die Meteorologen die Wetterdaten analysieren.
Und schon sind wir im Zentrum des Konflikts: zwei Männer mit gegensätzlichen Ansichten über ein zukünftiges Ereignis und ein Mann, der entscheiden muss, welcher Meinung er vertraut.
Maras konventionell inszeniertes Drama basiert auf einem von David Haig geschriebenem Theaterstück und, egal, wie man es dreht und wendet, solange man sich auf Stagg als den Protagonisten der Geschichte konzentriert, bleibt es eine reduzierte, in einigen wenigen Räumen spielende Geschichte, in der Meteorologen sich über Wetterdaten streiten und weitere Daten anfordern. Maras zeigt dann auch in kurzen Sznen, wie mühsam die Gewinnung dieser Daten war. Und selbstverständlich gibt es einige Bilder von kämpfenden und sterbenden Soldaten.
„Pressure“ erzählt nur die Fußnote einer Fußnote. Aber hochspannend. Auch wenn man das Datum des D-Days kennt.

Pressure (Pressure, Großbritannien 2026)
Regie: Anthony Maras
Drehbuch: David Haig, Anthony Maras (basierend auf dem Theaterstück von David Haig)
mit Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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