In Alaska genießen Ex-Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) und sein Militärhund Odin die Einsamkeit. Beide sind von ihren gemeinsamen Kriegserlebnissen traumatisiert. Sie suchen Ruhe und Frieden. In der Wildnis begegnen sie fast nie einem anderen Menschen. Und wenn doch handelt sich dabei um einen weiteren Einzelgänger, der mit der restlichen Menschheit ebenfalls wenig bis nichts zu tun haben will.
Als Belmont mit seinem kleinen Wasserflugzeug zu ihrem nächsten Aufenthalt fliegen will, erleidet er einen Herzinfarkt. Sie stürzen ab in einen Fluss. Belmont und Odin können sich aus dem Wasser retten. Belmont holt noch einige Gegenstände aus der Cessna. Nach einem Blick auf die Landkarte plant er ihren mehrtägigen Weg zurück in die Zivilisation. Auch wenn die Zivilisation nur die nächstgelegene, 58 Meilen entfernte Straße ist.
In seinem neuesten Film „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ erzählt David Ayer eine gradlinige Überlebensgeschichte. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden Hauptpersonen – Offizier James Belmont und sein Hund Odin – geht es nur noch, unterbrochen von einigen kurzen, fast kontextlosen Flashbacks auf ihre gemeinsame Einsatzzeit, um ihren Marsch durch die menschenleere Wildnis und den Gefahren, denen sie begegnen. Ayer erzählt das fast wie einen beobachtenden Dokumentarfilm. Nüchtern, ohne Überhöhungen und überflüssige Dramatisierungen.
Das Ergebnis ist ein wohltuend altmodischer Abenteuerfilm. Er erzählt eine Männergeschichte, einen Überlebenskampf mit einem Protagonisten, der nicht an seinem Schicksal verzweifelt, sondern einfach tut, was nötig ist. Damit ähnelt der von Brad Pitt gespielte Ex-Soldat, um zwei aktuellere Beispiele zu nennen, Robert Redford in „All is lost“ (der auf dem Ozean auf einem Segelschiff spielt) oder Liam Neeson in „The Grey“ (der ebenfalls in Alaska spielt und Neesons Flugzeug in einem Wolfsrevier notlandet).
David Ayers „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ wirkt dagegen am Anfang wie ein dummer Unfall mit einer bewältigbaren Aufgabe für den Protagonisten. Schließlich sollte ein einwöchiger Marsch durch die Wildnis, halbwegs gut ausgerüstet und ausgebildet als Überlebenskämpfer in unwirtlichen Gegenden machbar sein. Auch später, wenn Belmont sich verletzt (und sofort selbst verarztet), bleibt Ayer in seinem Hohelied auf die Freundschaft zwischen Mensch und Tier diesem realistischen Grundton treu.
„Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“ wurde in Neuseeland, teils in schwer zugänglichen Gegenden, gedreht. Es handelt sich um das Spielfilmdebüt von Cameron Alexander. Das Drehbuch stand 2017 auf der jährlichen Hollywood Blacklist. Auf der Liste stehen die Drehbücher, die in Hollywood am meisten gemocht werden, aber noch nicht verfilmt sind.
In diesem Fall ist es, auch wenn ich Probleme mit dem Ende habe, gut, dass das Buch verfilmt wurde.

Eiserne Wildnis – Heart of the Beast (Heart of the Beast, USA 2026)
Regie: David Ayer
Drehbuch: Cameron Alexander
mit Brad Pitt, J.K. Simmons, Anna Lambe
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“
Metacritic über „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“
Rotten Tomatoes über „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“
Wikipedia über „Eiserne Wildnis – Heart of the Beast“
Meine Besprechung von David Ayers “End of Watch” (End of Watch, USA 2012)
Meine Besprechung von David Ayers “Sabotage” (Sabotage, USA 2014)
Meine Besprechung von David Ayers „Herz aus Stahl“ (Fury, USA 2014)
Meine Besprechung von David Ayers „Suicide Squad“ (Suicide Squad, USA 2016)
Meine Besprechung von David Ayers „The Beekeeper“ (The Beekeeper, USA/Großbritannien 2023)
Meine Besprechung von David Ayers „A Working Man“ (A Working Man, USA 2025)