Neu im Kino/Filmkritik: „Sinn und Sinnlichkeit“, Jane Austen und die Liebe. Wieder einmal

Bislang kommt Jane Austen in der Kriminalakte nur einmal ausführlicher vor. Im Zusammenhang mit Zombies. Und damit dürfte bewiesen sein, wie nahe wir uns stehen. Der Film „Stolz und Vorurteil & Zombies“ (Pride and Prejudice and Zombies, USA 2016) basiert auf Seth Grahame-Smiths Roman. Er war Teil eines damals beliebten Mash-up von gemeinfreien und immer noch populären Stoffen und einer lose darin eingefügten blutrünstigen Geschichte mit Monstern. Diese Zeit, die für Austen-Fans wahrscheinlich ein einziger Alptraum war, ist anscheinend vorbei.

Dafür werden die bekannt-beliebten Bücher von Jane Austen und Emily Brontë wieder, mehr oder weniger modernisiert, für das Kino interpretiert.

In „Sinn und Sinnlichkeit“ geht es um die um 1800 in England auf dem Land lebenden Dashwood-Schwestern Elinor (Daisy Edgar-Jones) und Marianne (Esmé Creed-Miles). Nach dem Tod ihres Vaters erfahren sie, dass das Erbe deutlich kleiner als erwartet ist. Eine Heirat könnte ihren Lebensstandard sichern. Dabei müssen die gesellschaftlichen Konventionen beachtet werden. Auch wenn das Herz für einen anderen Mann schlägt. Und auch wer den Roman nicht kennt, weiß schon bei den ersten Begegnungen von Elinor und Marianne mit Edward Ferrars (George MacKay) und John Willoughby (Frank Dillane), wie die Geschichte sich weiter entwickeln wird.

Georgia Oakley erzählt das in ihrem zweiten Spielfilm nach „Blue Jean“ mit Romantik-tauglichen Schauspielern und Schauwerten bei den Landschaften, Häusern, Kostümen und der Ausstattung. Die aus Austens Roman bekannten Konflikte und Liebesverwicklungen sind seit Jahrhunderten erprobt taschentuchgeeignet. Die Dialoge wurden aus dem Buch übernommen.

Trotzdem sprach mich nichts in Oakleys Interpretation der bekannten Geschichte an. Stattdessen fragte ich mich, warum die beiden Schwestern sich so dumm verhalten, sie nicht sofort wissen, welche Beziehungen sie mit welchen Männern eingehen sollen und langweilte mich durch die damaligen Heiratsregeln.

Das war mir durchgehend zu nah an den Schmonzetten, die ich normalerweise meide wie ein Vampir das Tageslicht.

Sinn und Sinnlichkeit (Sense and Sensibility, Großbritannien 2026)

Regie: Georgia Oakley

Drehbuch: Diana Reid

LV: Jane Austen: Sense and Sensibility, 1811 (Gefühl und Verstand; Verstand und Gefühl; Vernunft und Gefühl)

mit Daisy Edgar-Jones, Esmé Creed-Miles, Fiona Shaw, Bodhi Rae Breathnach, Caitríone Balfe, George MacKay, Frank Dillane, Stacy Martin

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Sinn und Sinnlichkeit“

Metacritic über „Sinn und Sinnlichkeit“

Rotten Tomatoes über „Sinn und Sinnlichkeit“

Wikipedia über „Sinn und Sinnlichkeit“ (deutsch, englisch)

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