
Barnett Trapp, der Erzähler in Yves Raveys neuem Noir „Nichts als heiße Luft“, hat viel Zeit, die neue Nachbarin zu beobachten. Seine Frau hat ihn verlassen. Sie will sich scheiden lassen. Der gemeinsame Sohn wohnt bei ihr. Ihr neuer Freund plant schon den Verkauf von Barnetts Haus Seine Firma für Krankentransporte war ein Reinfall. Sein anderes Geschäft, der Verkauf von Restposten, läuft solala. Da ist die verheiratete Sally, die sich nebenan am Swimmingpool räkelt, ein Lichtblick.
Sie beginnen, Zeit miteinander zu verbringen. Eines Tages schlägt sie ihm vor, den Safe ihres Mannes auszuräumen. In ihm lagert er sein Schwarzgeld. Das Schöne bei Schwarzgeld ist, dass der Bestohlene den Diebstahl nicht bei der Polizei melden kann. Trotzdem zögert Barnett.
Sie überredet ihn dann doch und, wie schon der Klappentext verrät und es sich für einen Noir gehört, bekommt Barnett danach ungeahnte Probleme.
Yves Ravey braucht nicht einmal 110 Seiten, um seine bitterböse Geschichte zu erzählen. Er verknappt. Er konzentriert sich auf die entscheidenden Punkte. Trotzdem ziehen sich Barnetts Zögern und die Diskussionen über Sallys abenteuerlich undurchdachten Plänen etwas hin. Sie zögern nur den unvermeidbaren Diebstahl hinaus.
Das gesagt gefällt die Länge, eigentlich Kürze, von „Nichts als heiße Luft“ und dass die Geschichte so eindeutig in der französischen Noir-Tradition steht.
Im Moment steht der Roman auf dem fünftem Platz der Krimibestenliste.
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Yves Ravey: Nichts als heiße Luft
(übersetzt von Holger Fock und Sabine Müller)
Liebeskind, 2026
112 Seiten
20 Euro
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Originalausgabe
Que du vent
Éditions de Minuit, Paris, 2024
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Hinweise
Wikipedia über Yves Ravey (deutsch, englisch, französisch)
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