Vorname Carmen (Frankreich/Schweiz 1983, R.: Jean-Luc Godard)
Drehbuch: Anne-Marie Miéville
Jean-Luc Godards sehr zugängliche (verglichen mit seinen anderen Spätwerken) Interpretation der Geschichte von „Carmen“. Er verlegte die Geschichte in die Gegenwart und er spielte in dem Film auch die Rolle des Regisseurs und Onkels von Carmen, der nie um einen bissigen Kommentar verlegen ist.
mit Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Hippolite Girardot, Jean-Luc Godard
„Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist der neue Film der „Little Miss Sunshine“-Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris.
„Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist eine Komödie über einen Schriftsteller, der in einer Schreibkrise einen seiner Charaktere, seine Traumfrau, zum Leben erweckt und fortan mit ihr zusammen leben muss.
Aber im Gegensatz zu „Harvey“ kann jeder Ruby Sparks sehen. Sie ist ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Bis auf ihren Geist. Der kommt immer von ihrem Erfinder Calvin Weir-Fields, einem schlackerhaftem Endzwanziger, der als 19-jähriger den „Fänger im Roggen“ für seine Generation schrieb, reich wurde, seitdem nichts mehr geschrieben hat und jetzt von seinem Psychiater aufgefordert wurde, einfach etwas zu schreiben. Je schlechter, desto besser.
Das klingt doch gut. Ein philosophisch angereicherte Feelgood-Film. Oder weil Drehbuchautorin Zoe Kazan auch die Rolle der Ruby Sparks übernommen hat, ihr Freund Paul Dano die von Calvin Weir-Fields und die Regisseure miteinander verheiratet sind, ein zeitgemäßes Update von Woody Allen für die Zwanzig-/Dreißigjährigen.
Aber dann zünden die Witze nicht, die Geschichte plätschert vor sich hin und die immer wieder angedeutete philosophische Dimension wirkt nur vorgetäuscht. Denn anstatt sich wirklich mit den Fragen von schriftstellerischer Kreativität, dem Verhältnis von Autoren zu ihren Charakteren, Schein und Sein, dem Wunsch nach der Traumfrau und der ernüchternden Wirklichkeit, zu beschäftigen, werden sie höchstens gestreift und manchmal mit einem halbgaren Witz, der früher sein Ende im Papierkorb des Autors gefunden hätte, garniert.
Das ist dann, auch wenn ich kein zweites „Little Miss Sunshine“ erwartete, eindeutig zu wenig um zu begeistern.
Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin (Ruby Sparks, USA 2012)
Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris
Drehbuch: Zoe Kazan
mit Paul Dano, Zoe Kazan, Antonio Banderas, Annette Bening, Steve Coogan, Elliott Gould, Chris Messina, Alia Shawkat
Columbo: Mord nach Rezept (USA 1968, R.: Richard Irving)
Drehbuch: Richard Levinson, William Link
LV: Richard Levinson, William Link: Prescription: Murder, 1962 (Theaterstück)
Kurz nach dem zehnten Hochzeitstag wird die Frau von Dr. Flemming von einem Einbrecher ermordet. Lt. Columbo zweifelt an der Einbrechertheorie und knöpft sich den Gatten vor.
Bevor Columbo 1971 als Teil der „NBC Mystery Movies“ in Serie ging, gab es bereits zwei TV-Auftritte des schusseligen Polizisten, die selten gezeigt werden, und daher nicht so richtig zum offiziellen Kanon gehören.
Francois Ozons neuer Film „In ihrem Haus“ ist ein Krimi ohne Mord und Totschlag. Eigentlich auch ohne Verbrechen, aber mit vielen falschen Tatsachen. Denn der Lehrer Germain (Fabrice Luchini) sieht in seinem sechzehnjährigem Schüler Claude (Ernst Umhauer) einen talentierten Schriftsteller und damit dessen Talent auch wirklich zum Funkeln kommt, gibt der verhinderte Schriftsteller Germain seinem Schüler kostenlose Privatstunden. Claude erzählt in seinen Geschichten von seinen Besuchen bei seinem Mitschüler Rapha jr. (Bastien Ughetto), dessen Vertrauen er sich als hilfsbereiter Mitschüler erschlich, weil er sich in dessen Mutter (Emmanuelle Seigner) verliebte.
Germain fordert Claude auf, die Geschichte, deren Wahrheitsgehalt im Detail sehr zweifelhaft ist, weiterzuschreiben.
Claude beginnt ihn um Gefälligkeiten, die seine Schulnoten positiv beeinflussen, zu bitten. Der Lehrer ist immer faszinierter von der Geschichte, in der er über seinen Schüler in eine fremde Familie eindringt – und irgendwann mischt er sich auch in die Geschichte ein, indem er Claude als Geist (oder Muse oder spitzzüngiger Kritiker) in dem Haus der Artoles erscheint und kluge Ratschläge verteilt.
Und Ozon zieht in dem Moment ganz lässig eine weitere Ebene in das Spiel von Lehrer und Schüler ein. Während wir uns anfangs fragten, wie viel von Claudes Geschichte erfunden ist und auch, wie sehr wir die Geschichte aus der Perspektive von Claude oder Germain, der sie seiner Frau (der immer eleganten Kristin Scott Thomas) am Esstisch vorliest, beginnt Ozon jetzt auch ganz offensiv über das Schreiben von Geschichten nachzudenken.
Das geschieht alles so leicht, dass man fast nicht wahrnimmt, wie komplex „In ihrem Haus“ ist. Dagegen nimmt man die Claude-Chabrol-Einflüsse wahr: der unbestechliche Blick des Wissenschaftlers auf die kleinstädtische Bourgeoisie, die pointierte Erzählweise, die immer, wenn es geht, einen Witz mitnimmt und natürlich die Riege guter Schauspieler, die sich lässig die Bälle zuwerfen.
Aber da, wo Chabrol beim Erzählen immer wieder schlampig wurde, entwirft Ozon ein präzises Spiel auf mehreren Ebenen, gegen das – irgendwie muss ich euch ja ins Kino bringen – „Inception“ wie ein laues Lüftchen wirkt.
Und das Verbrechen? Der Missbrauch von Vertrauen.
In ihrem Haus (Dans la maison, Frankreich 2012)
Regie: Francois Ozon
Drehbuch: Francois Ozon (freie Adaption des Stücks „Der Junge aus der letzten Reihe“ von Juan Mayorga)
mit Fabrice Luchini, Ernst Umhauer, Kristin Scott Thomas, Emmanuelle Seigner, Denis Ménochet, Bastien Ughetto, Jean-Francois Balmer, Yolande Moreau, Catherine Davenier
Das Fleisch der Orchidee (F/I/D 1974, R.: Patrice Chéreau)
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Patrice Chéreau
LV: James Hadley Chase: The Flesh of the Orchid, 1948 (Ein Grab voll roter Orchideen, Das Fleisch der Orchidee)
Eine Millionenerbin, die in einer Klinik in den Wahnsinn getrieben werden soll, bricht aus. Auf ihrer Flucht gerät sie unter anderem in ein Mordkomplott.
„Theater- und Opernregisseur Patrice Chéreau greift kräftig ins Reservoir kinematographischer Schreckenselemente, um seiner Verfilmung (…) die nötige Spannung zu verleihen. Dabei gelingt ihm über weite Partien tatsächlich die Schaffung eines Alptraums, beklemmend und wahrhaft mörderisch. Seine Inszenierung macht dabei allerdings einen bewusst artifiziellen Charakter. Chéreau bevorzugt bläuliche, kalte Farben und verkommene trostlose Handlungsorte.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)
mit Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Edwige Feuillère, Simone Signoret, Hans-Christian Blech, Alida Valli
Wie gerne hätte ich Andrew Dominiks neuen Film „Killing them softly“ gnadenlos abgefeiert, aber es war wohl ein Fehler, vor dem Besuch der deutschen Fassung den Roman „Cogan’s Trade“, die Vorlage zum Film, zu Lesen.
„Cogan’s Trade“ erschien bereits 1974 und George V. Higgins, der mit seinem ersten Roman „Die Freunde von Eddie Coyle/Hübscher Abend bis jetzt“ (The Friends of Eddie Coyle, 1971) einen Kriminalromanklassiker, Unterabteilung Gangsterkrimi, schuf, weil er ein ungeschöntes Bild des Kleingangstertums zeichnete und die Dialoge sich wie Abhörprotokolle lasen. Dieses Ohr für den Slang der Verbrecher hatte er vorher als Anwalt und Staatsanwalt in Boston geschärft. Das war eine Sprechweise, die teilweise auch von US-Amerikanern kaum verstanden wurde (und es den Übersetzern nicht leicht machte). Außerdem entfaltet sich die Geschichte nicht in den Taten der Verbrecher, sondern in ihren Gesprächen darüber.
Auch Higgins‘ dritter Roman „Cogan’s Trade“ besteht fast nur aus Dialogen. Über Seiten reden die Gangster ohne Punkt und Komma. Die Gespräche kreisen oft, mit Wiederholungen, um sich selbst. Oft ist lange Zeit nicht klar, wo das Gespräch hinführen soll. Gerade das macht den Roman einerseits mühsam zu lesen (Oh man, warum geht die Story nicht im Richard-Stark-Tempo weiter?), aber auch faszinierend (Uh, das ist die Wirklichkeit.). Higgins‘ erste Romane, vor allem sein Debüt, wurde von der Kritik abgefeiert und auch heute noch zählt er zu den Innovatoren des Genres. Elmore Leonard änderte danach seinen Schreibstil und er wird nicht müde, Higgins‘ stilistischen Einfluss auf sein Werk zu betonen. Quentin Tarantinos Endlosdialoge sind ebenfalls von Higgins beeinflusst.
Und Hollywood glaubt wohl, wegen der vielen Dialoge und den spärlichen Beschreibungen, fast schon ein Drehbuch vor sich zu haben.
Aber, und das zeigt sich in Dominiks sehr werkgetreuer Verfilmung von „Cogan’s Trade“, es ist auch nicht besonders filmisch. Denn die meiste Zeit sitzen mittelalte Männer in Autos, an Tischen und in Sesseln und reden über Dinge, die sie getan haben, oder von jemand gehört haben. Als Lektüre ist das faszinierend. In einem Film würde ich aber genau diese Erzählungen lieber sehen, anstatt immer nur von ihnen zu hören.
Dabei ist die Geschichte denkbar einfach: zwei Kleingangster rauben ein illegales Kartenspiel aus. Cogan, der Troubleshooter des Syndikats, soll die beiden Gangster finden. Schnell ist er auf der richtigen Spur und er will sie, als Denkzettel, umbringen. Kompliziert wird sie nur durch ihre Erzählweise.
Auch die Schauspieler sind gut. Brad Pitt als Cogan. James Gandolfini als physisches Wrack. Richard Jenkins als Verbindungsmann des Syndikats. Ray Liotta als Leiter der Spielhalle (die er selbst bereits einmal ausraubte), Sam Shepard (leider viel zu kurz) als Vollstrecker des Mobs. Scott McNairy und Ben Mendelsohn als die die beiden Räuber. Und Vincent Curatola als der Organisator des Coups. Sie haben erkennbar ihren Spaß an den Dialogen.
Es sind Dialoge und eine Geschichte, die tief in den siebziger Jahren steckt und über weite Teile auch wie ein aus der Zeit gefallener Siebziger-Jahre-Gangsterthriller aussieht, in dem die Gangster, die bis dahin in Büchern und Filmen normalerweise über kein nennenswertes Privatleben verfügten, sich stundenlang über die ganz normalen Probleme von mittelalten Männern unterhalten: das Einkommen, die Ehefrau, die Kinder und die kleinen Zipperlein, die die Arztrechnungen in ungeahnte Höhen treiben. Der Profi-Killer Mickey (James Gandolfini) zeigt eine mögliche Zukunft für Cogan auf: als larmoyanter, ängstlicher Alkoholiker, der an seinem Beruf zerbrach. Gangster als normale Menschen mit alltäglichen Problemen und, oft, dem Habitus eines kleinen oder mittleren Angestellten. Das war damals neu. Heute haben wir „Die Sopranos“ gesehen.
Dominik, der zuletzt den Western „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ (The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford, USA 2007, den ich elend langweilig fand) drehte und dort die Charaktere ihn ihrer historischen Zeit leben ließ, verlegt in „Killing them softly“ Higgins‘ Geschichte aus den frühen siebziger Jahren in die Fast-Gegenwart. Sie spielt jetzt 2008, während der letzten Amtstage von George W. Bush, im vom Hurrikan Katrina verwüsteten New Orleans, in der Hochphase des Präsidentschaftswahlkampfes von John McCain und Barack Obama. Immer wieder weisen TV-Nachrichten mit Redeausschnitten darauf hin. Die USA werden – mit einem erhobenen, „Tatort“-würdigem Zeigefinger – als ein sich ökonomisch im freien Fall befindendes Land, in dem jeder nur noch um das eigene Überleben kämpft, porträtiert. Diese Aktualisierung, als ob Gangsterkrimis nicht auch immer Kapitalismuskritik wären, wirkt allerdings die ganze Zeit wie ein vollkommen unpassender Fremdkörper in einem Männerfilm, der überdeutlich in den siebziger Jahren (und vor dem damaligen historischen Hintergrund, der von Higgins auch deutlich gezeichnet wird) spielt.
Killing them softly (Killing them softly, USA 2012)
Regie: Andrew Dominik
Drehbuch: Andrew Dominik
LV: George V. Higgins: Cogan’s Trade, 1974 (Neuauflage als „Killing them softly“, keine deutsche Übersetzung)
mit Brad Pitt, James Gandolfini, Ray Liotta, Richard Jenkins, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, Vincent Curatola, Trevor Long, Max Casella, Sam Shepard
Im Jahr des Drachen (USA 1985, R.: Michael Cimino)
Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino
LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)
Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.
Mit Mickey Rourke, John Lone
Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“
LV: Sherman Alexie: The Lone Ranger and Tonto Fistfight in Heaven, 1993 (Regenmacher, Smoke Signals)
Extrem selten gezeigtes, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetes, absolut sehenswertes Roadmovie über zwei junge Indianer, die die Asche von Victors Vater in das Reservat bringen wollen.
„Ein Film, der lange weitergeht im Kopf und Lust aufs Leben macht.“ (Frauke Hanck, AZ, 3. Dezember 1998)
„I’d give it a B- in artistic terms and an A+ in political terms.“ (Sherman Alexie)
mit Adam Beach, Evan Adams, Irene Bedard, Gary Farmer
Das hat aber lange gedauert. Denn die zweite Staffel der sehr vergnüglichen Crime-Comedy-Serie „Leverage“ lief bereits vor einem Jahr im Fernsehen. Aber jetzt ist sie, nicht mehr, wie die erste Staffel, bei Universum, sondern bei Edel erschienen und die dritte Staffel erscheint, ebenfalls bei Edel, am 7. Dezember. Im Fernsehen läuft Montags auf Vox derzeit die vierte Staffel und in den USA läuft schon die fünfte Staffel. Für Nachschub ist gesorgt.
Das liegt auch daran, dass das „Leverage“-Team gegen Bösewichter kämpft, die die Lücken des Gesetzes ausnutzen und die kleine Leute skrupellos um ihr Vermögen bringen. Von diesen Verbrechern im Nadelstreifenanzug, die fast nie von einem Gericht bestraft werden, gibt es viel zu viele.
Aber manchmal betritt das aus Nathan Ford (Timothy Hutton), einem ehemaligen Versicherungsdetektiv, der seiner Versicherung Millionenzahlungen ersparte, bis sein Sohn todkrank wurde und die Versicherung die Behandlung nicht bezahlte, Sophie Deveraux (Gina Bellman), einer begnadeten Trickbetrügerin, Eliot Spencer (Christian Kane), ein Söldner, der sich anscheinend schon durch jede Gangsterhöhle schlug, Alex Hardison (Aldis Hodge), einem Computergenie, das sich in jedes System hacken kann, und Parker (Beth Riesgraf), einer Einbrecherin und Fassadenkletterin (und sie könnte wirklich Parkers Tochter sein), bestehende „Leverage“-Team die Bühne. Bei einigen Jobs in der zweiten Staffel hilft ihnen Tara Cole (Jery Ryan), eine Freundin von Sophie Deveraux.
Ford, der lange Zeit mit seinem Alkoholismus kämpft, ist der Kopf der Gruppe und er konnte in der ersten „Leverage“-Staffel diese Verbrecher überzeugen, dass es wirklich Spaß macht und das Gewissen (sofern sie überhaupt eins hatten) beruhigt, die großen, skrupellosen Bösewichter, die sich auf Kosten der Armen und Machtlosen bereichern, zu betrügen.
Deshalb war am Ende der ersten Staffel die Rückkehr der Verbrecher in ihr altes Leben nur von kurzer Dauer (Okay, die guten Quoten waren auch hilfreich.) und in der zweiten Staffel, die aus 15 Episoden besteht (zwei mehr als Staffel 1), kämpfen sie gegen betrügerische Banker, einen betrügerischen Mixed Martials Promoter, eine skrupellose Sensationsjournalistin, einen skrupellosen Lebensmittelhersteller (hier darf Nathan Ford als Magier das Publikum verzaubern), einen halbseidenen Diamantenhändler, einen zwielichtigen Anwalt, einen gierigen Geldeintreiber (der die Stammkneipe des „Leverage“-Teams übernehmen will und der nicht mit der Bande ehrbarer Diebe und den anderen Stammgästen des Pubs rechnete) und im neunzigminütigem Staffelfinale kämpfen sie gegen einen korrupten Bürgermeister.
Es gibt einen Ausflug in die Modewelt und einmal dürfen sie sich auch mit einer anderen Diebesbande um ein Gemälde kloppen.
„Leverage“ ist eine leichtgewichtige, aber gut gemachte Krimikomödie, die durchaus ernste Themen anspricht und als Robin-Hood-Variante implizit in jeder Episode zum Klassenkampf aufruft.
Die Schauspieler haben ihren Spaß in den verschiedenen Rollen, die sie für ihre Betrügereien einnehmen müssen. Die Dialoge sind flott. Und die Geschichten voller gelungener Überraschungen.
Die englischen Episodentitel, die immer mit „Job“ enden, zeugen in ihrem Anspielungsreichtum, wie „The Three Day of the Hunter Job“ und „The Maltese Falcon Job“, dass hier einige Krimifans arbeiten.
Das ist kurzweilige Unterhaltung, die niveauvoll unterhält, dabei auf Grips und nicht auf Gewalt setzt und bei der wir die Helden nicht zu irgendwelchen Obduktionen begleiten müssen.
Das Bonusmaterial
Das Kernstück des Bonusmaterials ist ein gut zwanzigminütiges Interview mit den „Leverage“-Machern Dean Devlin, John Rogers und Chris Downey. Der Rest bewegt sich im üblichen Rahmen und bietet einige spezielle Einblicke in die Serie.
Leverage – Staffel 2 (Leverage, USA 2009/2010)
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison), Jeri Ryan (Tara Cole)
–
DVD
Edel
Bild: 16:9 (1,78:1)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 & 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial (50 Minuten):Interview mit den Machern von Leverage (Dean Devlin, John Rogers, Chris Downey), Aldis Holdis: Der Hand-Job-Schwindel, Imagefilm über den Musiker Andy Lange, Hinter den Kulissen: Special Effects, Outtakes, Filmsetführung mit „Leverage“-Produzent John Rogers
Länge: 622 Minuten (4 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre
Die Jobs des zweiten „Leverage“-Jahrgangs
Ausgebremst (The Beantown Bailout Job, US-Erstausstrahlung: 15. Juli 2009)
Regie: Dean Devlin
Drehbuch: John Rogers
–
Ring Frei (The Tap Out Job, US-Erstausstrahlung: 22. Juli 2009)
Regie: Marc Roskin
Drehbuch: Albert Kim
–
Quarantäne ( The Order 23 Job, US-Erstausstrahlung: 29. Juli 2009)
Regie: Rod Hardy
Drehbuch: Chris Downey
–
Hausarrest (The Fairy Godparents Job, US-Erstausstrahlung: 5. August 2009)
Regie: Jonathan Frakes
Drehbuch: Amy Berg
–
Rufmord (The Three Days of the Hunter Job, US-Erstausstrahlung: 12. August 2009)
Regie: Marc Roskin
Drehbuch: Melissa Glenn, Jessica Rieder
–
Verseucht (The Top Hat Job, US-Erstausstrahlung: 19. August 2009)
Regie: Peter O’Fallon
Drehbuch: M. Scott Veach, Christine Boylan
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Scheintot (The Two Live Crew Job, US-Erstausstrahlung: 26. August 2009)
Regie: Dean Devlin
Drehbuch: Amy Berg, John Rogers
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Diamantenfieber (The Ice Man Job, US-Erstausstrahlung: 2. September 2009)
Regie: Jeremiah Chechik
Drehbuch: Christine Boylan
–
Erbschleicher (The Lost Heir Job, US-Erstausstrahlung: 9. September 2009)
Regie: Peter Winther
Drehbuch: Christ Downey
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Modepiraten (The Runway Job, US-Erstausstrahlung: 13. Januar 2010)
Regie: Mark Roskin
Drehbuch: Albert Kim
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Schuldschein (The Bottle Job, US-Erstausstrahlung: 20. Januar 2010)
Regie: Jonathan Frakes
Drehbuch: Christine Boylan
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Eierdiebe (The Zanzibar Marketplace Job, US-Erstausstrahlung: 27. Januar 2010)
Regie: Jeremiah Chechik
Drehbuch: Melissa Glenn Jessica Rieder
–
Scharlatan (The Future Job, US-Erstausstrahlung: 3. Februar 2010)
Regie: Mark Roskin
Drehbuch: Amy Berg, Chris Downey
–
Schlagabtausch (The Three Strikes Job, US-Erstausstrahlung: 10. Februar 2010)
Regie: Dean Devlin
Drehbuch: John Rogers
–
Höhle des Löwen (The Maltese Falcon Job, US-Erstausstrahlung: 17. Februar 2010)
Buch: William Monahan, Andrew Bovell (nach dem Drehbuch von Troy Kennedy Martin)
Vor der Haustür des Polizisten Thomas Craven erschießen Unbekannte seine Tochter. Craven glaubt, dass der Anschlag ihm gegolten hat. Er beginnt ihren Mörder zu jagen.
Nachdem Mel Gibson in den vergangenen Jahren vor allem als Regisseur und wegen anderer Dinge von sich reden machte (Hey, wir haben doch alle kopfschüttelnd die Meldungen auf den Bunten Seiten gelesen.), übernahm nach einer siebenjährigen Schauspielpause für diesen leicht noirischen Politthriller endlich wieder einmal die Hauptrolle und es wurde eine veritable Soloshow.
„Auftrag Rache“ ist das Remake der hochgelobten, sechsstündigen BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness) von 1985, die ebenfalls von Martin Campbell inszeniert wurde und ein mit mehreren BAFTAs (unter anderem „Beste TV-Serie“) ausgezeichneter „Meilenstein der Fernsehgeschichte“ (Martin Compart: Crime TV) ist. Dagegen ist das Remake nur austauschbare 08/15-Kost.
„Simpler Thriller, der das Spannungspotential seiner Actionszenen inszenatorisch nicht sonderlich ausschöpft und dessen politische Hintergründe eher konfus gezeichnet sind.“ (Lexikon des internationalen Films)
Departed – Unter Feinden (USA 2006, R.: Martin Scorsese)
Drehbuch: William Monahan
Cop Billy Costigan ist Undercover-Agent in der Organisation des Mafiapaten Frank Costello. Gangster Colin Sullivan ist bei der Polizei der Top-Maulwurf für Costello. Beide steigen in den feindlichen Organisationen stetig auf. Da erhalten Costigan und Sullivan von ihrem Boss den Auftrag, den Verräter in den eigenen Reihen zu finden.
„Departed – Unter Feinden“ ist, wie Genre-Junkies wissen, das grandiose US-Remake des ebenso grandiosen Hongkong-Thrillers „Infernal Affairs“ (von Andrew Lau und Alan Mak). Monahan verlegte die Geschichte nach Boston, orientierte sich bei dem Mafiapaten an dem legendären Whitey Bulger und zeichnete ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft. Die schwächsten Szenen des Remakes sind die weinigen, direkten Übernahmen von Szenen aus dem Original.
Beide Filme sind stilistisch überzeugende Werke über Freundschaft, Loyalität und Verrat.
Monahans Drehbuch erhielt einen Edgar, einen Oscar, den Preis der Writers Guild of America und war für den Golden Globe nominiert (um nur einige zu nennen). Der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch den Oscar für den besten Film des Jahres
Die nächste Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio war die allseits abgefeierte Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ (mir gefiel das Buch besser).
Und William Monahans lieferte danach sein gelungenes Regiedebüt, die Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (mit Colin Farrell, David Thewlis, Ray Winstone, Eddie Marsan und, umpf, Keira Knightley) ab.
Mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Alex Baldwin
James Bond: In tödlicher Mission (GB 1981, R.: John Glen)
Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson
LV: Ian Fleming: For you eyes only, 1960 (Für Sie persönlich, Kurzgeschichte), Risico, 1960 (Riskante Geschäfte, Kurzgeschichte)
James Bond sucht im Mittelmeer ein verschwundenes Gerät zur Steuerung der U-Boot-Flotte, das ATAC. Es wurde von dem griechischen Millionär Kristatos geklaut, der es an die Sowjets verkaufen will.
Einer der besseren Roger-Moore-Bonds. „Variety“ hielt „In tödlicher Mission“ sogar für einen der durchgehend erfreulichsten aller bis dahin gedrehten zwölf Bond-Filme. Andere Kritiker meinten, es sei ein Remake von „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (Hm.) und eine einzige Verfolgungsjagd (Gut!) mit viel Werbung (Schlecht!). Jedenfalls kam diese Mischung dem Talent von John Glen entgegen und Roger Moore bewältigte seine Arbeit mit der Hilfe von fast fünfzig Stuntmännern.
Mit Roger Moore, Carole Bouquet, Julian Glover, Chaim Topol, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn
Der Überfall auf das Casino ging glatt über die Bühne und auch die Flucht in Richtung Kanada gelang, bis die drei Verbrecher auf der einsamen Landstraße einen Unfall bauen und Addison (Eric Bana) einen zufällig vorbeikommenden Polizisten erschießt. Addison sagt seiner Schwester Liza (Olivia Wilde), dass sie sich trennen müssen. Ihr dritter Mann starb bei dem Unfall.
Während sie sich zu Fuß, auf getrennten Wegen, durch das winterliche Michigan auf den Weg zur Grenze machen, erschlägt der gerade aus dem Gefängnis entlassene Ex-Boxer Jay Mills (Charlie Hunnam) seinen Ex-Manager während eines Streits. Er macht sich auf den Weg zu seinen Eltern Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek) und dem Thanksgiving-Dinner. Auf dem Weg zu ihnen gabelt er Liza auf. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Schönheit.
Ihr Bruder schlägt sich währenddessen skrupellos durch die einsame Landschaft und hinterlässt, verfolgt von der Polizei, eine Spur von Leichen. Da schickt ihm Liza eine SMS, in dem sie ihn in das Haus der Mills einlädt.
Diese Gangstergeschichte erzählt Stefan Ruzowitzky („Anatomie“, „Die Fälscher“) in seinem gelungenem US-Debüt nach einem Drehbuch des Debütanten Zach Dean, geradlinig und ohne große Erklärungen. So dürfen wir uns die Hintergründe der seltsamen Abhängigkeit zwischen Addison und Liza, die Gründe für die große Enttäuschung von Chet über seinen Sohn Jay und, als dritte Familiengeschichte, die übergroße Besorgnis von Sheriff Marshall Becker (Treat Williams) über seine ebenfalls als Polizistin arbeitende Tochter Hanna (Kate Mara) aus Halbsätzen und Gesten zusammenreimen. Sowieso wird in „Cold Blood“ die alte Weisheit, dass sich in ihren Taten der Charakter eines Menschen zeigt, eisern befolgt.
„Cold Blood“ (doofer deutscher Titel) ist ein gut gespielter, flott erzählter, traditionsbewusster Gangsterthriller mit glaubwürdigen Charakteren und auch glaubwürdiger Action, der einfach nur neunzig Minuten, ohne aufgesetzten Humor und Hypergewalt, aber dafür mit der Lakonie eines Western oder alten Gangsterfilms (wie „Entscheidung in der Sierra“/“High Sierra“), gut unterhalten will und dabei auch einiges über die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern, vor allem Väter, und Werte sagt.
Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade (Deadfall, USA/Frankreich 2012)
Regie: Stefan Ruzowitzky
Drehbuch: Zach Dean
mit Eric Bana, Olivia Wilde, Charlie Hunnam, Kate Mara, Kris Kristofferson, Sissy Spacek, Treat Williams
LV: Richard Stark: The hunter, 1962 (später wurde das Buch wegen der Verfilmungen unter den Titeln „Point Blank“ und „Payback“, in Deutschland unter „Jetzt sind wir quitt“ und „Payback“, verlegt)
Porter will seine 70 Riesen zurückhaben. Nur sein Kumpel Val, der ihn einige Kugeln in den Rücken verpasste und mit Porters Frau verschwand, und die Mafia haben etwas dagegen.
Ziemlich missratene, zwischen allen Stühlen sitzende, brutale Neuverfilmung von Richard Starks (ein Pseudonym von Donald Westlake) erstem Parker-Roman, die nie auch nur annähernd die Qualität von John Boormans „Point Blank“ (mit Lee Marvin) erreicht. Die Gründe sind u. a. verschiedene Auffassungen über die Hauptrolle zwischen Helgeland und Gibson (der deshalb Teile neu drehen lies), die Scherze sind nicht witzig und der Action-Overkill ist für einen einen kleinen, düsteren Gangsterfilm zu viel, aber für einen Action-Film zu wenig.
Kommissar X – In den Klauen des goldenen Drachen (A/I 1966, R.: Frank Kramer)
Drehbuch: Stefan Gommermann, Frank Kramer
LV: Bert F. Island: In den Klauen des goldenen Drachen („Kommissar X“-Heft 216)
Dritter Kino-Einsatz von Kommissar X: in Singapur treibt eine Erpresserbande ihr schändliches Spiel. Jo Walker und Tom Rowland lassen ihre Fäuste sprechen.
Sixties-Trash: Prügeleien, dumme Sprüche, Touristenaufnahmen – basierend auf der erfolgreichen Romanheftserie „Kommissar X“ über den New Yorker Privatdetektiv Jo Walker.
Mit Tony Kendall, Brad Harris, Barbara Frey, Luisa Rivelli, E.F. Fürbringer. Gisela Hahn
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (USA 1989, R.: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeffrey Boam, George Lucas, Menno Meyjes
Dritter Auftritt von Indiana Jones. Dieses Mal sucht der Archäologe mit der Peitsche den Heiligen Gral, tut alles, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt (das ist der leichte Teil) und er begegnet seinem Vater.
Und weil dieser von ‚James Bond‘ Sean Connery gespielt wird, der wenig von seinem Sohn hält, ist für Spaß gesorgt. Und es gibt, selbstverständlich, Action satt.
mit Harrison Ford, Sean Connery, River Phoenix, Denholm Elliott, John Rhys-Davies, Julian Glover, Michael Byrne
Mutter Krausens Fahrt ins Glück (D 1929, R.: Phil Jutzi)
Drehbuch: Willi Döll, Johannes Fethke
Berlin, Wedding: Während der goldenen Zwanziger versucht die Witwe Mutter Krause in einer kleinen Arbeiterwohnung, die sie mit ihren beiden erwachsenen Kindern und einem Untermieter, samt Anhang, teilt, anständig über die Runden zu kommen. Doch die Umstände sind nicht so.
Arte präsentiert die restaurierte, 133-minütige Fassung des Stummfilm-Klassikers (d. h. das Bild ist besser als in der YouTube-Version, Musik und mehr Bilder gibt es auch).
„Der durchweg mit Laien besetzte Film, in seiner Machart eng am Dokumentarfilm angelehnt, ist ein wichtiges Zeitdokument der zu Ende gehenden 1920er Jahre. Kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden sämtliche Kopien des Werks beschlagnahmt.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
mit Alexandra Schmitt, Holmes Zimmerman, Ilse Trautschold
Als Foley nach einem Vierteljahrhundert aus dem Gefängnis entlassen wird, will der Trickbetrüger nur ein ruhiges, ehrliches Leben führen. Aber Ethan, der Sohn seines früheren Partners, den er nach einem missglückten Coup umbringen musste, will mehr über den Tod seines Vaters wissen und er plant auch einen todsicheren Coup, bei dem Foley unbedingt mitmachen muss. Sozusagen als Wiedergutmachung.
Foley will nicht, aber Ethan hat schon ein Netz von Intrigen ausgeworfen, die Foley schließlich zur Mitarbeit bei dem Coup bringen sollen. Eine besondere Rolle spielt dabei eine drogenabhängige Prostituierte.
Gut, das Rad erfinden Regisseur David Weaver, der bislang vor allem für das Fernsehen arbeitete, und Autor Elan Mastai, dessen bekannteste Arbeit Uwe Bolls „Alone in the Dark“ ist, mit „The Samaritan“ nicht neu. Vieles wirkt auch, wie aus einem alten Noir geklaut und der Coup am Ende dürfte auf der Unglaubwürdigkeitsskala eine extrem hohe Punktzahl erreichen.
Aber im Mittelpunkt steht – zum Glück – auch nicht dieser Coup, sondern der von Samuel L. Jackson gespielte Foley, der versucht, ein ehrliches Leben zu führen, aber von den Umständen, Intrigen und der Liebe gezwungen wird, wieder in sein altes Leben zurückzukehren und das ist, zwar unspektakulär, aber gar nicht so schlecht erzählt.
„The Samaritan“ ist ein okayes Drama mit Noir-Anklängen und mit Verbrechern, die sich noch richtig anziehen können und ihre Gegner nicht mit Gewalt, sondern mit ihrer Intelligenz überzeugen wollen. Jedenfalls zuerst. Das ist nach dem letzten Action-Schnittgewitter mit prolligen Ghettoganstern schon einiges, aber „The Samaritan“ ist auch immer ein Film, der weit unter seinen Möglichkeiten bleibt und in erster Linie die bekannten Klischees bedient.
The Samaritan (The Samaritan, Kanada 2012)
Regie: David Weaver
Drehbuch: Elan Mastai, David Weaver
mit Samuel L. Jackson, Luke Kirby, Ruth Negga, A.C. Peterson, Gil Bellows, Deborah Kara Unger, Tom Wilkinson
The Town – Stadt ohne Gnade (USA 2010, R.: Ben Affleck)
Drehbuch: Ben Affleck, Peter Craig, Aaron Stockard
LV: Chuck Hogan: Prince of Thieves, 2004 (Endspiel)
Bankräuber Doug MacRay überfällt mit drei Freunden eine Bank und verliebt sich anschließend in die Filialleiterin, die sie auf der Flucht als Geisel mitgenommen hatten. Jetzt will er aussteigen. Davor muss er allerdings noch seinen letzten Coup durchführen.
Nach der tollen Dennis-Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone“ blieb Ben Affleck in seiner zweiten Regiearbeit dem Genre und Boston treu. „The Town“ ist gutes altmodisches Erzählkino, bei dem die Story, die Charaktere und ihr Umfeld im Vordergrund stehen. In seinen wenigen Actionszenen und in der Struktur erinnert „The Town“ teilweise an Michael Manns „Heat“ – und das ist durchaus anerkennend gemeint. Ein feiner Gangsterfilm.
Da ist es auch egal, dass die Zahl der Banküberfälle in Boston viel geringer ist, als im Film behauptet wird und dass das Viertel Charlestown in den vergangenen fünfzehn Jahren gentrifiziert wurde. Jetzt sitzen da die anderen Bankräuber.
Chuck Hogan erhielt für seinen Roman „Endspiel“, der Vorlage für „The Town“, den Hammett-Preis und auch Stephen King (ein passionierter Blurber) war begeistert.
Im Kino läuft gerade Ben Afflecks dritter Spielfilm „Argo“. Der auf Tatsachen beruhende Spionagethriller setzt Afflecks Serie toller Filme nahtlos fort.
mit Ben Affleck, Rebecca Hall, Jon Hamm, Jeremy Renner, Pete Postlethwaite, Chris Cooper