TV-Tipp für den 15. Dezember: Chinatown

Dezember 15, 2012

Sixx, 22.15

Chinatown (USA 1974, R.: Roman Polanski)

Drehbuch: Robert Towne

Los Angeles, 1937: Evelyn Mulwray beauftragt Privatdetektiv Jake Gittes, das Verschwinden ihres Mannes, dem Chef der Wasserwerke, aufzuklären. Schnell gerät der kleine Detektiv in ein Komplott, das er nie ganz durchschaut.

Sozusagen die Essenz der Schwarzen Serie. Georg Seeßlen hält „Chinatown“ für den definitiven private eye-Film der siebziger Jahre.

Mit Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, Perry Lopez, John Hillerman, Diane Ladd, Roman Polanski, Bruce Glover, James Hong, Burt Young,

Wiederholung: Sonntag, 16. Dezember, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Chinatown“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Chinatown“

Old School Reviews (John Nesbit) über „Chinatown“

Noir of the Week: David N. Meyer über „Chinatown“

Thrilling Detective über Jake Gittes

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter”


Film des Tages: „Man of Mystery“ von Robert Bloch

Dezember 14, 2012

Während ich noch an meiner Besprechung von Robert Blochs Thrillern „Psycho“ (einige werden die Verfilmung kennen) und „Psycho II“ (nie verfilmt) sitze, könnt Ihr euch schon einmal sein letzte Geschichte für die TV-Reihe „Thriller“ (er schrieb, nach einer seiner Kurzgeschichten, das Drehbuch) ansehen:

Regie führte John Newland und Boris Karloff (der die Filme präsentierte), Mary Tyler Moore und John Van Dreelen spielen mit. TV-Premiere war am 2. April 1962.

Mehr Infos hier, hier und hier.


TV-Tipp für den 14. Dezember: Insomnia – Schlaflos

Dezember 14, 2012

ZDFneo, 21.55

Insominia – Schlaflos (USA 2002, R.: Christoper Nolan)

Drehbuch: Hillary Seitz (nach dem Drehbuch von Nikolaj Frobenius für Erik Skjoldbjaergs „Insomnia“)

L.-A.-Cop Will Dormer soll zusammen mit seinem Kollegen in Alaska einen Mordfall aufklären. Dabei kämpft er gegen eine interne Korruptionsermittlung und Fehler, die er während der Ermittlungen begeht – und die ihn erpressbar machen.

Gelungenes US-Remake des norwegischen Thrillers „Todesschlaf“, das zwar nicht den rauen Charme des Originals, aber mit Al Pacino und Robin Williams zwei tolle Gegenspieler hat. Und Alaska bietet auch etwas für das Auge.

Das mag niemanden überzeugen, dem Kinothriller zu formelhaft sind – aber wer solche Genrespiele mag, bekommt hier ein intensives Beispiel geboten.“ (Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 10. Oktober 2002)

Das Drehbuch war für den Edgar Allan Poe Award nominiert.

mit Al Pacino, Robin Williams, Hilary Swank, Maura Tierney, Martin Donovan

Hinweise

Metacritic über „Insomnia“

Rotten Tomatoes über „Insomnia“

Wikipedia über „Insomnia“ (deutsch, englisch)

Englische Christopher-Nolan-Fanseite


TV-Tipp für den 13. Dezember: Der Anwalt

Dezember 13, 2012

3sat, 22.25

Der Anwalt (F 1993, R.: Jacques Deray)

Drehbuch: Alain Delon, Jean Curtelin, Jacques Deray

LV: Gilles Perrault: Le dérapage, 1987 (Doppelmord in der Avenue Victor Hugo)

Nachdem Anwalt Durand einen Freispruch für seinen Mandanten, der seine Eltern bestialisch ermordet haben soll, kommen ihm Zweifel an dessen Unschuld. Während eines nächtlichen Gesprächs will Durand die Wahrheit herausfinden.

Spannendes Psychoduell, das zwar mit einer arg hypothetischen Prämisse (Warum sollte sich der Anwalt darum kümmern, ob sein Mandant schuldig oder unschuldig ist?) beginnt und ein starkes 80er-Jahre Flair hat, aber mit Manuel Blanc eine echte Entdeckung liefert.

mit Alain Delon, Manuel Blanc

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Auch die Jungs von „The Body Farm“ stürzen sich auf Leichen

Dezember 12, 2012

Gut, das wird jetzt etwas kompliziert, weil die deutschen Sender, nach einer längeren Pause, erst seit einiger Zeit wieder englische Krimiserien in ihr Programm aufgenommen haben. Denn die Krimiserie „The Body Farm“, die jetzt auf DVD erschien, ist nicht nur von den Machern der Krimiserie „Waking the Dead“, in der von 2000 bis 2011 Polizisten alte Mordfälle wieder aufrollte, sondern auch ein Spin-Off von „Waking the Dead“. Dr. Eve Lockhart (Tara Fitzgerald) war von 2007 bis 2011 die Forensikerin des Teams und sie hat mit „The Body Farm“, betitelt nach der von ihr geleiteten Body Farm (einem großen Waldstück, auf dem sie mit ihren Mitarbeitern erforscht, wie Menschen verwesen), eine eigene TV-Serie bekommen. Weil bei uns die „Waking the Dead“-Fälle mit Eve Lockhart noch nicht ausgestrahlt wurden, begegnen wir ihr zum ersten Mal in der „The Body Farm“-Auftaktfolge „Wut und Schmerz“ (No Peace for the Wicked), die auch in einer spielfilmlangen Version (allerdings nicht synchronisiert und ohne Untertitel) auf der DVD vorliegt. Die anderen Folgen sind jeweils fünfzig Minuten. In „Wut und Schmerz“ beschließt sie, der Polizei auszuhelfen und so das dringend für die Body Farm benötigte Geld zu akquirieren.

Ihr erster Fall „Wut und Schmerz“ ist auch in der spielfilmlangen Fassung ausnehmend vertrackt, kurzweilig, spannend und insgesamt ein sehr gelungener Serienauftakt. In einer Sozialsiedlung wurde in einer leerstehenden Wohnung, schon vor einiger Zeit, anscheinend eine Bombe gezündet und das oder die Opfer an den Wänden verteilt. Schon das Feststellen der Identität des Opfers gestaltet sich schwierig und die Tätersuche führt sie mitten hinein in ein Familiendrama.

Die weiteren fünf Fälle der ersten und auch letzten „The Body Farm“-Staffel sind in jeder Hinsicht konventioneller. Denn auch wenn Dr. Eve Lockhart, ihr dreiköpfiges Team und DI Craig Hale (Keith Allen) an verschiedenen Orten, wie einem Fischerdorf oder einem noblen Anwesen ermitteln, sind die Fälle meist persönlich-private, fast schon alltäglich-banale Dramen, bei denen es teils zufällig zur Tat kam, teils Unfälle oder Pech den Tod verursachten und war es ein Suizid. Es geht um einen ertrunkenen Seemann, eine Hand, die zu einer in einem Gemüsebeet versteckten Leiche führt, einen verbrannten Bürgerrechtsanwalt, einen ermordeten Traveller und eine Inhaftierte in einem offenen Frauengefängnis. Dabei mischen die vier Forensiker sich in bester „Bones“- und „CSI“-Tradition ungefragt und extensiv in die Ermittlungen ein.

In vielen Rückblenden, die oft nichts mit den Erkenntnissen der Ermittler zu diesem Zeitpunkt zu tun haben, erfahren wir viel über das Opfer und sein Umfeld, bis hin zum Täter. Das steigert zwar die Spannung, aber es weist auch immer wieder auf einen Problem bei dem Serienkonzept hin. Denn die Idee, eine Freiberuflerin, deren Spezialgebiet ein kleiner Teil der polizeilichen Ermittlungen ist (nämlich das Feststellen vom Todeszeitpunkt und, eher sekundär, der Todesart) als Protagonistin einer Serie zu wählen, führt immer wieder dazu, dass sie an Orten, an denen sie nichts zu suchen hat, Dinge tut, die sie nicht tun sollte. Und wenn es auch nur die komplette Spurensicherung ist.

Davon abgesehen hat „The Body Farm“ mit einem Übermaß an Forensik-Krimiserien zu kämpfen, die alle mehr oder weniger ähnlich sind und teilweise schon seit Jahren erfolgreich im TV laufen. Die absolut okaye Krimiserie ist knapp gesagt die britische Variante von „Bones“, minus den Humor, aber dafür mit, für uns, weitgehend unverbrauchten Gesichtern und Landschaften, angenehm zurückhaltender Kamera und traditioneller Beleuchtung. Denn in „The Body Farm“ machen die Wissenschaftler das Licht an, bevor sie über einen Tatort stolpern oder an einer Leiche herumschnippeln.

Und das Ermittlerteam ist rundum sympathisch. Aber das war dann doch zu wenig Eigenständig für eine zweite Staffel.

The Body Farm - DVD-Cover4

The Body Farm (The Body Farm, GB 2011)

Erfinder: Declan Croghan

mit Tara Fitzgerald (Dr. Eve Lockart), Keith Allen (DI Craig Hale), Mark Bazeley (Dr. Mike Collins), Wummi Mosaku (Dr. Rosa Gilbert), Finlay Robertson (Dr. Oscar ‚Oggy‘ Traynor)

DVD

Edel

Bild: Pal 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Extended Version der ersten Episode (in englischer Originalfassung)

Länge: 311 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Fälle von Dr. Eve Lockhart

Wut und Schmerz (No Peace for the Wicked, Erstausstrahlung 13. September 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Declan Croghan

Die Macht der Reichen (Wealth pays the Rent, Erstausstrahlung 20. September 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Simon Tyrell

Tauchgang in den Tod (If you go down to the Sea today, Erstausstrahlung 27. September 2011)

Regie: David Drury

Drehbuch: Declan Croghan

Im Zeichen der Liebe (Sexual Intentions, Erstausstrahlung 4. Oktober 2011)

Regie: David Drury

Drehbuch: Graham Mitchell

Das Recht der Menschen (You’ve got visitors, Erstausstrahlung 11. Oktober 2011)

Regie: Philippa Langdale

Drehbuch: Simon Tyrell

Sitten und Bräuche (Scientific Justice, Erstausstrahlung 18. Oktober 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Declan Croghan

Hinweise

BBC über „The Body Farm“

BBC Germany über „The Body Farm“

Wikipedia über „The Body Farm“


TV-Tipp für den 12. Dezember: Der Pflichtverteidiger

Dezember 12, 2012

Arte, 20.15

Der Pflichtverteidiger (Frankreich 2009, Regie: Hannelore Cayre)

Drehbuch: Hannelore Cayre

LV: Hannelore Cayre: Commis d’office, 2004 (Der Lumpenadvokat)

Pflichtverteidiger Antoine Lahoud (im Roman Christophe Leibowitz) schlägt sich in Paris mit kleinen Fällen durch das Leben. Da erhält er von einem Gangster ein grandios-absurdes Angebot: er soll, für viel Geld, im Gefängnis dessen Rolle einnehmen. Lahoud nimmt das Angebot an.

Hannelore Cayres Roman „Der Lumpenadvokat“, den sie selbst verfilmte, ist eine grandios-schwarzhumorig-sarkastische Abrechnung mit dem französischen Justizapparat. Der Film scheint etwas harmloser geraten zu sein.

mit Roschdy Zem, Jean-Philippe Ecoffey, Mathias Mlekus, Sophie Guillemin

Wiederholung: Donnerstag 20. Dezember, 14.55 Uhr

Hinweise

Französische Homepage zum Film

AlloCine über „Der Pflichtverteidiger“

Wikipedia über „Der Pflichtverteidiger“

Arte über „Der Pflichtverteidiger“

Unionsverlag über Hannelore Cayre

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Der Lumpenadvokat“ (Commis d’office, 2004)

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Das Meisterstück“ (Toiles de maitre, 2005)

 


TV-Tipp für den 11. Dezember: Felicia, mein Engel

Dezember 11, 2012

ZDF Kultur, 20.15

Felicia, mein Engel (Kan/GB 1999, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: William Trevor: Felicia´s journey, 1994 (Felicias Reise)

Mr. Hilditch (Bob Hoskins) hilft der 17-jährigen Felicia bei der Suche nach Johnny. Dabei verfolgt er gleichzeitig seine eigenen Pläne.

Wie immer bei Egoyan: langsam, aber konzentriert erzählt, mit grandiosen Leistungen der Schauspieler und einer exquisiten Kameraarbeit. Halt Kino für denkende Menschen.

„Mit dieser Parabel für die Zerstörung von Unschuld liefert er [Egoyan] eins der düstersten und beklemmendsten Porträts eines Serienmörders, das seit langem in Kino zu sehen war – eine außerordentliche schauspielerische Leistung von Bob Hoskins.“ (Heinrichs, Rheinische Post, 4. 2. 2000)

Mit Bob Hoskins, Arsinée Khanjian, Elaine Cassidy

Wiederholungen

ZDF Kultur, Dienstag, 11. Dezember, 23.30 Uhr

3sat, Sonntag, 23. Dezember, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Felicia, mein Engel” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Felicia, mein Engel”

Homepage von Atom Egoyan

Deutsche Atom-Egoyan-Fanseite


„Django Unchained“ in Bild und Ton

Dezember 10, 2012

Bis zum Kinostart von Quentin Tarantinos neuem Film „Django Unchained“ dauert es noch einige Tage (und wir müssen Weihnachten und Silvester heil überstehen), aber der 17. Januar 2013 wird kommen. Jetzt hat Sony Pictures einige Bilder aus dem Western veröffentlicht.

Ach ja, darum geht es in „Django Unchained“:

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django (Oscar®-Preisträger JAMIE FOXX), einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Oscar®-Preisträger CHRISTOPH WALTZ) Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (KERRY WASHINGTON) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie (der für einen Oscar® nominierte LEONARDO DICAPRIO). Candie ist der Eigentümer von „Candyland“, einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen (der für einen Oscar® nominierte SAMUEL L. JACKSON). Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden…

Die Teaserplakate (die mir fast noch besser als die Hauptplakate gefallen)

Django Unchained - Teaserplakat 1

Django Unchained - Teaserplakat 2

Die Hauptplakate

Django Unchained - Hauptplakat 1

Django Unchained - Hauptplakat 2

Das zweite gefällt mir aber ziemlich gut.

Impressionen von den Dreharbeiten

Ein Stuhl, ein Buch, kein Regisseur (Bild: Sony Pictures)

Ein Stuhl, ein Buch, kein Regisseur (Bild: Sony Pictures)

Quentin Tarantino (Bild: Sony Pictures)

Quentin Tarantino (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio am Set (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio am Set (Bild: Sony Pictures)

Nach der Arbeit (Bild: Sony Pictures)

Nach der Arbeit (Bild: Sony Pictures)

Die Charaktere

Jamie Foxx als Django (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx als Django (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx als Django und ein namenloses Pferd (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx als Django und ein namenloses Pferd (Bild: Sony Pictures)

Kerry Washington als Broomhilda von Shaft, aka Djangos Frau (Bild: Sony Pictures)

Kerry Washington als Broomhilda von Shaft, aka Djangos Frau (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz als Dr. King Schultz (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz als Dr. King Schultz (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio als Calvin Candie (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio als Calvin Candie (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio als Calvin Candie (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio als Calvin Candie (Bild: Sony Pictures)

Action! – Ohne aussagekräftige Bildunterschriften, aber mit einigen weiteren Charakteren

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Not quite "Miami Vice". Don Johnson als Spencer Gordon Bennet (Bild: Sony Pictures)

Not quite „Miami Vice“. Don Johnson als Spencer Gordon Bennet (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Samuel L. Jackson als Stpehen und Kerry Washington als Broomhilda von Shaft (Bild: Sony Pictures)

Samuel L. Jackson als Stephen und Kerry Washington als Broomhilda von Shaft (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und Kerry Washington (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und Kerry Washington (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio, Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio, Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und noch (?) ein Pferd (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und noch (?) ein Pferd (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Christoph Waltz und Jamie Foxx (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und Leonardo DiCaprio (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und "Django", äh Franco Nero (Bild: Sony Pictures)

Jamie Foxx und „Django“, äh, Franco Nero (Bild: Sony Pictures)

Einen Trailer gibt es auch

Eine frühe Fassung des Drehbuchs ist auch online; – jedenfalls heißt es, dass das das Drehbuch sei, aber genaues wissen wir noch nicht. Aber diskutiert wird schon.

Es gibt einen „Django Unchained Blog“ mit vielen Infos.  Außerdem natürlich, immer noch The Quentin Tarantino Archives und Everthing Tarantino.


TV-Tipp für den 10. Dezember: 8 Blickwinkel

Dezember 10, 2012

Vor „Dredd“ war

Kabel 1, 20.15 (Wiederholung 23.50)

8 Blickwinkel (USA 2008, R.: Pete Travis)

Drehbuch: Barry L. Levy

Salamanca, Spanien, großer Antiterrorgipfel: der amerikanische Präsident will auf dem Marktplatz eine Rede halten. Da wird er erschossen und eine Bombe explodiert. Sein Leibwächter Thomas Barnes hat aber etwas gesehen und er nimmt die Spur auf.

„8 Fremde, 8 Sichtweisen, 1 Wahrheit“ lautet der Werbespruch, der ziemlich genau die erzählerische Pointe des Films verrät. Denn das Ereignisse vor, während und nach dem Attentat werden aus acht verschiedenen Sichtweisen erzählt und am Ende gibt es eine atemberaubende Autoverfolgungsjagd. Das unterhält prächtig über die knapp neunzig Minuten und ist filmisch und darstellerisch auch sehr gut gelöst. Denn mit den verschiedenen Blickwinkeln ändert sich auch immer der Blick auf die Ereignisse und die beteiligten Personen.

Dass der ganze Attentatsplan, wenn man genauer darüber nachdenkt, ziemlich konstruiert ist, fällt einem erst nach dem Abspann auf.

mit Dennis Quaid, Matthew Fox, Forest Whitaker, Sigourney Weaver, William Hurt, Edgar Ramirez, Ayelet Zurer, Bruce McGill, Zoe Saldana

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „8 Blickwinkel“

Los Angeles Times über Barry Levy

Meine Besprechung von Pete Travis‘ „Dredd“ (Dredd, GB 2012)


TV-Tipp für den 9. Dezember: No Country for Old Men

Dezember 9, 2012

Pro 7, 22.35

No Country for Old Men (USA 2007, R.: Ethan Coen, Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Montag, 10. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über „No Country for Old Men“

Rotten Tomatoes über „No Country for Old Men“

Wikipedia über „No Contry for Old Men“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (28. November 2005)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (Shooting Draft)

Film-Zeit über “No Country for Old Men”

Offizielle Webseite der Cormac-McCarthy-Gesellschaft

Time: Cormac McCarthy und die Coen-Brüdern reden über „No Country for Old Men“

Meine Besprechung der Cormac-McCarthy-Verfilmung “The Road”

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Erleben Sie mit den „Mad Dogs“ die dunkle Seite von Mallorca

Dezember 8, 2012

Rick, Baxter, Woody und Quinn freuen sich auf ein Wochenende bei ihrem alten Freund Alvo in dessen Finca auf Mallorca. Im Gegensatz zu ihnen konnte Alvo sich schon zur Ruhe setzen. Gemeinsam wollen sie in Erinnerungen schwelgen, sich in der Sonne bräunen, viel Alkohol trinken und den Strand- und Discoschönheiten in ihren knappen Bikinis hinterherblicken. Immerhin sind sie schon über Vierzig und teilweise noch verheiratet. Ein richtiger Männerurlaub eben.

Doch schon kurz nach ihrer Begrüßung stochert Alvo genussvoll in ihren alten Wunden und ätzt über die verpfuschten Leben und kleinen Geheimnisse von Rick, Baxter, Woody und Quinn. Denn wirklich gut geht es keinem der vier Freunde. Aber anscheinend ist sein Luxusleben auch nicht so toll. Denn er scheint Probleme zu haben, die er unbedingt vor ihnen verheimlichen will. Als er sie auf ein geklautes Boot von einem Gangster schleppt, sie in einen Drogendeal verwickelt und er, nach 45 Minuten, von einem Zwerg mit Tony-Blair-Maske erschossen wird, wissen Rick, Baxter, Woody und Quinn, dass sie jetzt mitten in der Scheiße stecken. Dabei glauben sie, dass die Polizei mit den Gangstern zusammenarbeitet. Sie verdächtigen dabei vor allem die schöne Polizistin, die behauptet, sie würde ihnen helfen und die verdächtig viel über Alvos Geschäfte weiß.

Aber eigentlich steht dieser eher banale Krimiplot nicht im Mittelpunkt der tiefschwarzen Komödie „Mad Dogs“. Denn dafür bleibt die Bedrohung durch die Gangster viel zu abstrakt und immer wieder ist fraglich, ob die vier Engländer überhaupt bedroht werden, oder sie einfach nur paranoid sind.

Im Zentrum des gut besetzten TV-Vierteilers steht über drei Stunden das konsequente Offenlegen von Lebenslügen. Denn die vier Protagonisten müssen, angesichts der kunstvoll auf dem Esszimmertisch verteilten Leiche von Alvo und der überbordenden Probleme, die ihnen Alvo hinterlassen hat, erkennen, dass sie alle nicht das erreichten, was sie als junge Männer erreichen wollten und dass die von ihnen jetzt wieder vielbeschworene Freundschaft so schon lange nicht mehr existiert. Falls überhaupt jemals.

Autor Chris Cole nimmt sich in den vier Episoden der ersten Staffel der BBC-Serie „Mad Dogs“ diese Lügen gnadenlos vor und Regisseur Adrian Shergold inszenierte es im Stil eines mit einem billigen Camcorder aufgenommenen, oft verwackelten, oft falsch belichteten Urlaubsdokumentation.

Als zutiefst pessimistische, surreal-schwarze Komödie über vier ziemlich unsympathisch-gewöhnliche Männer, die noch nicht einmal versuchen, sich halbwegs anständig aus der Affäre zu ziehen, bereitet „Mad Dogs“ ein durchaus quälendes Vergnügen, das an Roman Polanski erinnert (so sollte man „Mad Dogs“ mal mit „Wenn Katelbach kommt…“ [Cul-De-Sac, GB 1966] vergleichen). Denn auch in „Mad Dogs“ versuchen unsere vier Helden alles, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien und am Ende ihrer Bemühungen landen sie doch wieder am Ausgangspunkt.

In England wurde bereits eine zweite „Mad Dogs“-Staffel ausgestrahlt und eine US-Version von „Mad Dogs“ ist geplant.

Mad Dogs - Staffel 1 - DVD-Cover

Mad Dogs – Staffel 1 (Mad Dogs, GB 2011)

Regie: Adrian Shergold

Drehbuch: Cris Cole

mit Max Beesley (Woody), John Simm (Baxter), Marc Warren (Rick), Philip Glenister (Quinn), Ben Chaplin (Alvo), María Botto (Maria), Tim Woodward (Dominic), Tomás Pozzi (Tony), Eloise Joseph (Lottie)

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Making of (25 Minuten), Wendecover

Länge: 180 Minuten (4 Folgen à 45 Minuten, 2 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

BBC über „Mad Dogs“

Sky 1 über „Mad Dogs“

Wikipedia über „Mad Dogs“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 8. Dezember: Goldenes Gift

Dezember 7, 2012

RBB, 23.15

Goldenes Gift (USA 1947, R.: Jacques Tourneur)

Drehbuch: Geoffrey Homes (Pseudonym von Daniel Mainwaring), James M. Cain (ungenannt), Frank Fenton (ungenannt)

LV: Geoffrey Homes: Build my gallows high, 1946 (Goldenes Gift)

Privatdetektiv Jeff Bailey soll für den Gangster Whit Sterling dessen mit einer Tasche Geld durchgebrannte Freundin suchen. Dummerweise verliebt Jeff sich in das titelgebende „Goldene Gift“.

Jacques Tourneur, dessen bekannteste Werke die Horrorfilmklassiker „Katzenmenschen“ und „Ich folgte einem Zombie“ sind, inszenierte diesen Noir, der inzwischen zu den Klassikern des Genres gehört, nach einem Roman von Geoffrey Homes, der auch das Drehbuch schrieb und geschickt mit der Noir-typischen Rückblendenstruktur und den Noir-Archetypen (die heute sattsam bekannte Klischees sind) spielt. Tourneur zeigte sich wieder einmal als Meister der Licht- und Schattenspiele und Robert Mitchum demonstriert, wieviel Schauspiel in einem Nicht-Schauspiel sein kann.

Mit Robert Mitchum, Jane Greer, Kirk Douglas, Rhonda Fleming, Richard Webb, Steve Brodie, Virginia Huston, Paul Valentine, Dickie Moore

Auch bekannt als „Out of the past“

Hinweise

Wikipedia über “Goldenes Gift” (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Out of the past”

Roger Ebert über “Out of the past”

Meine Besprechung von „Goldenes Gift“ (Out of the past, USA 1947)


DVD-Kritik: Francis Ford Coppola meldet sich mit „Twixt – Virginias Geheimnis“ zurück

Dezember 7, 2012

Während Steven Spielberg immer noch einen Kassenknüller nach dem nächsten in die Kinos bringt und auch Martin Scorsese fast im Jahrestakt ein neues Meisterwerk nach dem nächsten heraushaut, hat Francis Ford Coppola sich in den vergangenen zwanzig Jahren als Regisseur fast vollkommen vom Filmgeschäft zurückgezogen. Die siebziger Jahre waren seine große Zeit: „Der Pate“, „Der Dialog“, „Der Pate II“ und „Apocalypse Now“. 1982 landete er mit „One from the heart“ einen so großen Flop, dass er die nächsten Jahre mit „Rumble Fish“, „The Outsider“, „Cotton Club“, „Peggy Sue hat geheiratet“, „Der steinerne Garten“, Tucker“ und „Der Pate III“ Schadensbegrenzung betrieb und versuchte, Geld für sein American-Zoetrope-Studio reinzuholen. Künstlerisch war das Jahrzehnt ziemlich durchwachsen, aber im Rückblick sind die Filme nicht so schlecht, wie sie damals von der Kritik gemacht wurden. In den Neunzigern kamen dann nur noch „Bram Stokers Dracula“, „Jack“ (Hat den jemand gesehen?), die biedere John-Grisham-Verfilmung „Der Regenmacher“ und der Science-Fiction-Film „Supernova“ (auch bekannt als der SF-Film, der eine so vermurkste Produktionsgeschichte hatte, dass das Ergebnis zwar Mist, aber erstaunlich ansehbarer Mist ist; vor allem wenn man darüber rätselt, welcher Regisseur für welchen Teil verantwortlich ist). Seitdem drehte er, weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, „Jugend ohne Jugend“, „Tetro“ (bislang keine deutsche Veröffentlichung) und jetzt „Twixt“; – und auch „Twixt – Virginias Geheimnis“ würde ohne Coppolas Namen niemand interessieren. Denn der Film ist, optisch durchaus ansprechend inszeniert, kruder, kaum unterhaltsamer Unfug mit einigen bekannten Schauspielern. Es ist wie das verkochte Restemenü in einem Restaurant: da kann der Kellner sich noch so viel Mühe geben, es schmeckt nicht und es macht auch nicht satt. Und dass der Koch früher Mal in einem Sterne-Restaurant der Küchenchef war, mag man gar nicht glauben.

Denn die von Francis Ford Coppola geschriebene Geschichte taugt höchstens für eine ganz schlechte, halbstündige „Twilight Zone“-Episode: der Horrorromanautor Hall Baltimore (Val Kilmer im Straight-to-DVD-Modus) trifft in einer Kleinstadt auf Ortssheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern), der ihm von einer geheimnisvollen Mordserie erzählt. Baltimore will zwar zunächst möglichst schnell weg, aber nachdem er einen Blick auf sein Bankkonto geworfen hat, sieht er die Möglichkeit, die Morde, garniert mit einigen Vampiren, als Inspiration für seinen nächsten Roman zu benutzen. Während er enorme Mengen Alkohol konsumiert, fantasiert er sich in seinen Träumen Begegnungen mit dem Geistermädchen V (Elle Fanning), vergangenen Morden und Edgar Allen Poe (Ben Chaplin), der auch mal eine Nacht in dem Kaff verbrachte, zusammen. Nur Vampire erscheinen ihm nicht im Traum.

Und während man während des Ansehens von „Twixt“ noch verzweifelt versucht, einen Sinn und interessante Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen zu finden, muss man am Ende feststellen, dass „Twixt“ hundertprozentig an die Roger-Corman-Schule, abzüglich Sex und Gewalt, anknüpft und damit wäre Francis Ford Coppola wieder bei seinen Anfängen gelandet, als er für Roger Corman für wenig Geld, aber dafür mit Resten aus anderen Filmen, seine ersten Gehversuche im Filmgeschäft machte.

Twixt - DVD-Cover

Twixt – Virginias Geheimnis (Twixt, USA 2011)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: Francis Ford Coppola

mit Val Kilmer, Bruce Dern, Elle Fanning, Ben Chaplin, Joanne Whalley, David Paymer, Tom Waits (Erzähler im Original)

DVD

Pandastorm/Studiocanal

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Twixt“

Wikipedia über „Twixt“

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (Apocalypse Now, USA 1979 – die „Full Disclosure“-Blu-ray)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. Dezember: Casino

Dezember 7, 2012

Tele 5, 02.30

Casino (USA 1995, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Nicholas Pileggi

LV: Nicholas Pileggi: Casino: Love and Honor in Las Vegas, 1995 (Casino)

Biopic über die Mafia in Las Vegas in den Siebzigern

Kurz gesagt: ein Meisterwerk und Pflichttermin für Krimifans.

„Die einander ergänzenden Elemente von ‚Casino’, die genaue, materialistische Dokumentation, das Shakespeare-Drama von Macht und Fall, der Genrefilm und die Strindbergsche Seelenpein von Mann und Frau, zwischen denen eine unsichtbare Mauer steht, laufen alle auf die Feststellung hinaus, die Robert De Niro schon am Anfang getroffen hat: dass niemand gegen die Bank gewinnen kann. Das ist nicht nur konkrete Beschreibung einer ökonomisch-kriminellen Situation und soziale Metapher auf das Wesen des Kapitalismus, sondern auch ein philosophisches Gleichnis.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)

Mit Robert De Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Kevin Pollak, L. Q. Jones

Hinweise

Metacritic über „Casino“

Rotten Tomatoes über „Casino“

Wikipedia über “Casino” (deutsch, englisch)

Drehbuch “Casino” von Nicholas Pileggi

Charlie Rose interviewt Nicholas Pileggi (2. November 1995 zu “Casino”)

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Hugo Cabret“ (Hugo, USA 2011)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „7 Psychos“ sind eine ganz spezielle Abendgesellschaft

Dezember 6, 2012

Auch wenn Colin Farrell an erster Stelle genannt wird, gehört der Film „7 Psychos“ Sam Rockwell. Und dann Woody Harrelson und Christopher Walken, der fast alles, außer Tanzen, tut. Tom Waits, mit einem süßen Tier im Arm, und Harry Dean Stanton haben mehr als erinnerungswürdige Auftritte. Und die Frauen bleiben, wie schon in Martin McDonaghs vorherigem Film „Brügge sehen…und sterben?“ (In Bruges, GB 2008) Staffage. Die Story, dieses Mal, auch.

7 Psychos“ funktioniert vor allem als schwarzhumorige Nummernrevue über Gangster und Hollywood, mit einer lässig eingezogenen Metaebene. Denn Marty Flanaran (Colin Farrell) ist ein erfolgloser, aber irisch-trinkfester, begnadeter Drehbuchautor auf der Suche nach Inspiration. Den Titel für sein neues Werk hat er schon: „7 Psychos“. Und er weiß auch, worum es gehen soll: um sieben Psychopathen. Aber ungewöhnlich. So soll ein Psychopath friedfertig sein. Vielleicht ein Buddhist. Oder ein Quäker. Oder ein Amish. Jedenfalls friedfertig. Und sein Drehbuch soll keine blutrünstige 08/15-Hollywood-Geschichte sein. Sein Freund Billy (Sam Rockwell), ein erfolgloser Schauspieler mit psychopathischen Tendenzen, hilft ihm mit Plotideen und kidnappt nebenbei mit Hans (Christopher Walken) Hunde, die er gegen Belohnung den Besitzern zurückgibt.

Zuletzt kidnappte er Bonny, das Schoßhündchen des an guten Tagen nur cholerischen Gangsters Charlie Castello (Woody Harrelson, mal wieder als fieser Fiesling. Aber er ist in Wirklichkeit sicher ein ganz netter Mensch, der kein Shih-Tzu-Haar krümmen kann.). Denn für seinen Bonny geht Charlie über Leichen.

Das ist der lockere Rahmen für einen an allen Ecken und Enden zerfasernden und zerfransenden Film, der auch in Richtung Nouvelle Vague geht, die halbe Filmgeschichte plündert und einfach alles mitnimmt, was Autor und Regisseur Martin McDonagh gefällt.

Am besten genießt man „7 Psychos“ daher als zeitgemäßes, brutal-blutrünstiges, amoralisch-moralisches, schwarzhumoriges Update von Jean-Luc-Godard-Filmen wie „Die Außenseiterbande“ und „Pierrot le fou – Elf Uhr nachts“. Da fragte auch niemand nach der Geschichte und ob sie logisch war, aber jeder genoss die einzelnen Szenen, die Stimmung, die Sprüche, die Weisheiten und die herrlich absurd-abgedrehten Situationen.

Denn davon gibt es in „7 Psychos“ noch mehr als in „Brügge sehen…und sterben?“. Aber auch, jedenfalls wenn man sich die Originalfassung ansieht, deutlich weniger „Fucks“.

7 Psychos - Plakat4

7 Psychos (Seven Psychopaths, UK/USA 2012)

Regie: Martin McDonagh

Drehbuch: Martin McDonagh

mit Colin Farrell, Sam Rockwell, Christopher Walken, Woody Harrelson, Tom Waits, Abbie Cornish, Olga Kurylenko, Harry Dean Stanton, Zeljko Ivanek, Gabourey Sidibe, Linda Bright Clay

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „7 Psychos“

Metacritic über „7 Psychos“

Rotten Tomatoes über „7 Psychos“

Wikipedia über „7 Psychos“ (deutsch, englisch)

7 Psychos - Teaser4


Neu im Kino/Filmkritik: Fatih Akins Doku „Müll im Garten Eden“

Dezember 6, 2012

Als die Kamera zum ersten Mal die Lage der Mülldeponie in Camburnu zeigte, fragte ich mich: „Wer kommt auf die bescheuerte Idee, eine Mülldeponie mitten in einem Wohngebiet zu planen?“

Das hatten sich 1997 die Bewohner des Bergdorfs im Nordosten der Türkei, am Schwarzen Meer, auch gefragt und sie protestierten gegen die Nutzung der stillgelegten Kupfermine als Mülldeponie für die gesamte Region. Erfolglos durch alle Instanzen. Auch der jetzige Bürgermeister kämpfte dagegen, stellte sich sogar gegen seine Partei, die Regierungspartei AKP und wurde wegen Verhinderung von Staatsinteressen angeklagt.

Währenddessen wurde die Brache ab 2006 planiert und Müll reingekippt. Die Planer und Bauherren versicherten immer wieder, dass diese Deponie nicht stinken werde, dass sie das Wasser nicht belaste, dass es keine Probleme geben wird. Nichts davon stimmte und Fatih Akin, dessen Großeltern aus Camburnu kommen und der dort 2006 das Finale seines Spielfilms „Auf der anderen Seite“ drehte, legt jetzt eine Dokumentation, die den Kampf der Bewohner gegen die Mülldeponie von 2006 bis heute chronologisch nachzeichnet, vor. Es ist ein Manifest des Widerstandes und der Zivilcourage.

Denn die Anwohner warnten vor vielen der Probleme, die während des Baus und des Betriebs, der kürzlich um zwei weitere Jahre verlängert wurde, entstanden. So rieß die Isolationsschicht; eine Plastikplane, die verhindern sollte, dass das Müllwasser in das Grundwasser dringt. Sie wurde notdürftig geflickt. Die Abwasserrohre waren zu klein dimensioniert und das Müllwasser lief über. Es stank. Zur Abhilfe spritzten die Betreiber der Deponie Parfüm in die Luft. Starke Regenfälle, die dort absolut üblich sind, führten immer wieder dazu, dass die Deponie überlief. Tiere gelangen auf die nicht abgesperrte Deponie und können Krankheiten und giftige Stoffe auf die Erntefelder tragen. Denn in Camburnu wird seit Ewigkeiten Tee geerntet. Und, als Höhepunkt der Fehlplanungen, bricht am 6. Dezember 2011 die Mauer des Abwasserbeckens und das hochgiftige Abwasser verseucht die Felder.

Mit diesem Ereignis hört Akins Film, der bereits in Cannes in „Official Selection“ lief, auf.

Er hat sich für den Dokumentarfilm mit Unternehmern, Beamten, auch von der Umweltschutzbehörde, Arbeitern und höheren Angestellten der Deponie, die unisono die Gefahren und Katastrophen verharmlosten unterhalten. Er hat auch den Bürgermeister von Camburnu und vielen Einwohnern von Camburnu interviewet, die teils gegen die Deponie kämpfen, teils, vor allem die Jüngeren, resigniert ihre Heimat verlassen. So sank die Zahl der Einwohner seit der Eröffnung der Deponie von 3500 auf 1200.

Ein guter Teil des Filmmaterials kommt von Bünyamin Seyrekbasan, einem örtlichen Fotografen. Stilistisch ist „Müll im Garten Eden“ ein Dokumentarfilm mit teils verwackelten Bildern, Interviews und einigen impressionistischen Bildern. Auf der formalen Ebene ist das nicht besonders bemerkenswert. Aber als Dokument einer menschenverachtenden Politik, einer Politik, die keine Rücksicht auf die Betroffenen nimmt, und zeigt, dass der bürokratische und politische Wahnsinn überall zuschlagen kann, überzeugt „Müll im Garten Eden“.

Denn Camburnu liegt auch in Deutschland. Ich erinnerte mich während des Films, an Pläne, Müllverbrennungsanlagen für Rheinland-Pfalz vor meiner Haustür zu bauen (wir konnten es verhindern), oder an den neuen Berliner Flughafen BER, der direkt vor den Toren der Stadt gebaut wird (der andere, einige Kilometer weiter südlich liegende Standort war für die Berliner Politiker Sibirien) oder an „Stuttgart 21“.

Müll im Garten Eden - Plakat

Müll im Garten Eden (Deutschland 2012)

Regie: Fatih Akin

Drehbuch: Fatih Akin

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Müll im Garten Eden“

Wikipedia über Fatih Akin


TV-Tipp für den 6. Dezember: Yella

Dezember 6, 2012

ZDF Kultur, 20.15

Yella (D 2007, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Die Ostdeutsche Yella will aus ihrem tristen Leben fliehen. In Hannover lernt sie einen Finanzmanager kennen und wird seine Geliebte und Partnerin.

Wie gewohnt bei Christian Petzold: toller, angenehm undeutscher Film.

Mit viel Gespür für Rhythmus und innere Beziehungen, präzisen Darstellern und einer suggestiven Raumdramaturgie inszeniert Christian Petzold den dritten Teil seiner ‚Gespenster‘-Trilogie als Mischung aus kühl-moralischem Blick auf Mechanismen des Geldmarktes und surrealem Märchen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner, Barbara Auer, Christian Redl

Wiederholung: Freitag, 7. Dezember, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Yella“

Rotten Tomatoes über „Yella“

Wikipedia über „Yella“


TV-Tipp für den 5. Dezember: Die Deutsche Lady Jazz

Dezember 5, 2012

Arte, 21.55

Die Deutsche Lady Jazz (D 2012, R.: Marc Boettcher)

Drehbuch: Marc Boettcher

Einstündige TV-Fassung der zweistündigen Kinodoku „Sing! Inge, sing! – Der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg“ über Inge Brandenburg (1929 – 1999), die 1960 in Frankreich zur „besten Jazzsängerin Europas“ ernannt wurde und das Time Magazine hielt sie für „die neue Billie Holiday“, aber ihre Produzenten verschleuderten ihr Talent in banalen Schlagern und ließen sie anschließend in Vergessenheit geraten.

Wiederholungen

Dienstag, 11. Dezember, 06.00 Uhr

Montag, 17. Dezember, 06.00 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Homepage zum Film

Film-Zeit über die Doku

Homepage von Marc Boettcher


TV-Tipp für den 4. Dezember: Hellboy

Dezember 4, 2012

Kabel 1, 20.15

Hellboy (USA 2004, Guillermo del Toro)

Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs

LV: Mike Mignola: Hellboy

Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.

Guillermo del Toro könnte ein Bruder von Robert Rodriguez sein. Auch seine Filme sehen teurer aus als sie sind und auch er liebt die Popkultur.

„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.

Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Wiederholung: Mittwoch, 5. Dezember, 21.50 Uhr

Hinweise:

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Amerikanische Hellboy-Film-Seite

Deutsche Hellboy-Film-Seite

Rotten Tomatoes über „Hellboy“

Wikipedia über „Hellboy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Tödliches Terrain (Band 7)“ (BPRD: Killing Ground, 2008)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Die Warnung (Band 8)“ (BPRD: The Warning, 2009/2010)

Und jetzt zum Bonusmaterial

„Hellboy“-Erfinder Mike Mignola 2011 auf der Comic Con

Mike Mignola und Christopher Golden im Gespräch

Das erinnert mich daran

Mignola - Hellboy - Medusas Rache2Mignola - Hellboy - Der Sturm2

Ich sollte endlich den von Christopher Golden herausgegebenen und von Mike Mignola illustrierten Kurzgeschichtensammelband „Medusas Rache“ (Golkonda Verlag, 300 Seiten, 16,90) und Mike Mignolas „Hellboy“-Comic „Der Sturm“ (Cross Cult, 176 Seiten, 22 Euro), das Finale der Mignola-&-Fegredo-Trilogie, lesen.

In „Medusas Rache“ sind vierzehn neue „Hellboy“-Geschichten (naja, so ganz neu sind sie nicht mehr, denn der Sammelband ist von 1999, aber erst jetzt auf Deutsch erschienen) von Nancy Holder, Brian Hodge, Poppy Z. Brite, Greg Rucka, Max Allan Collins und Christopher Golden & Mike Mignola.

 


TV-Tipp für den 3. Dezember: Stille Nacht – Mörderische Nacht

Dezember 3, 2012

ZDF, 22.15

Stille Nacht – Mörderische Nacht (USA 2008, R.: Susan Montford)

Drehbuch: Susan Montford

LV: Edward Bryant: While she was out, 1988 (Kurzgeschichte)

Nachdem Hausfrau Della in der Shopping Mal einige Weihnachtseinkäufe erledigt hat, beobachtet sie, wie einige Jugendliche einen Wachmann erschießen. Panisch flüchtet sie in eine abgelegene Baustelle. Die Mörder verfolgen die Zeugin.

Montfords Debüt „While she was out“ (DVD-Titel) ist ein geradliniger, angenehm kurzer Thriller, der mit einigen überraschenden Twists aufwartet und nicht mit überflüssigen, psychologisierenden Subplots nervt. Denn in neunzig Minuten darf sich auf die Hauptsache konzentriert werden: den gnadenlosen Kampf einer Frau ums Überleben in einer feindlichen Umgebung.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Kim Basinger, Lukas Haas, Craig Sheffer, Jamie Starr, Leonard Wu, Luis Chávez

Hinweise

Rotten Tomatoes über „While she was out“

Wikipedia über „While she was out“ (deutsch, englisch)

Bloody Disgusting: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Den of Geek: Interview mit Susan Montfort zu „While she was out“

Icons: Ausführliches Interview mit Susan Montfort über „While she was out“ (unter anderem zu den Unterschieden zwischen Vorlage und Film)

Russell Trunk: Interview mit Susan Montfort

Shock Till You Drop: Interview mit Susan Montfort und Don Murphy zu „While she was out“

Fantastic Fiction über Edward Bryant (Wow, hat der viele Preise gewonnen.)

Meine Besprechung von Susan Montfords „While she was out“ (While she was out, D/Can/USA 2008)