TV-Tipp für den 27. September: From Dusk Till Dawn

September 27, 2012

Vox, 23.00

From Dusk Till Dawn (USA 1996, R.: Robert Rodriguez)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Die Bankräuber Seth und Richard nehmen auf ihrer Flucht vor der Polizei eine Pfarrersfamilie als Geisel. Als sie in der abgewrackt-ranzigen Truckerkneipe „Titty Twister“ als Mahlzeit für die Stammgäste dienen sollen, verbünden sie sich gegen die Vampire.

Zwei Filme zum Preis von einem: die erste Hälfte ist ein Road-Movie-Geiseldrama, die zweite Hälfte ein extrem blutiger und saukomischer Horrorfilm, der heute wohl wieder in einer gekürzten Fassung gezeigt wird.

mit Harvey Keitel, George Clooney, Quentin Tarantino, Juliette Lewis, Cheech Marin, Fred Williamson, Salma Hayek, Marc Lawrence, Michael Parks, Tom Savini, John Saxon, Danny Trejo, John Hawkes und die Titty Twisters House Band (aka Tito & Tarantula)

Wiederholung: Freitag, 28. September, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „From Dusk Till Dawn“

Wikipedia über „From Dusk Till Dawn“ (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Quentin Tarantino in der Kriminalakte

Robert Rodriguez in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. September: Exam

September 25, 2012

Tele 5, 22.20

Exam (GB 2009, R.: Stuart Hazeldine)

Drehbuch: Stuart Hazeldine (nach einer Geschichte von Simon Garrity und Stuart Hazeldine)

Acht Bewerber fragen sich bei einem Einstellungstest, welche Frage sie beantworten sollen. Denn auf dem Fragebogen steht keine Frage. Aber ihnen wurde vorher gesagt, dass es nur eine Antwort gibt und dass nur einer den heißbegehrten Job erhält.

Spannendes Kammerspiel, das nicht zur Nachahmung empfohlen wird.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Adar Beck, Gemma Chan, Nathalie Cox, John Lloyd Fillingham, Chuk Iwuji, Pollyanna McIntosh, Luke Mably, Jimi Mistry, Colin Salmon, Chris Carey

Wiederholung: Freitag, 28. September, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Exam”

Digital Spy: Intervie mit Stuart Hazeldine und Jimi Misty über “Exam” (3. Januar 2010)

The Skinny: Interview mit Stuart Hazeldine über “Exam” (5. Januar 2010)

Electric Sheep: Interview mit Stuart Hazeldine über “Exam” (8. Januar 2010)

What Cuture: Interview mit Stuart Hazeldine über “Exam” (7. Juni 2010)

Indie London: Interview mit Stuart Hazeldine über “Exam”

Meine Besprechung von Stuart Hazeldines „Exam“ (Exam, GB 2009)


TV-Tipp für den 25. September: The Big Lebowski

September 25, 2012

ZDFneo, 20.15

The Big Lebowski (USA 1998, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

You know, for kids! (umfangreiche Seite über die Filme der Coen-Brüder)

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. September: Police Python 357

September 24, 2012

Endlich mal zu einer normalen Uhrzeit

Arte, 21.10

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Wiederholung: Donnerstag, 4. Oktober, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus “Wahl der Waffen”

Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 23. September: Surrogates – Mein zweites Ich

September 23, 2012

Pro 7, 20.15

Surrogates – Mein zweites Ich (USA 2009, R.: Jonathan Mostow)

Drehbuch: Michael Ferris, John Brancato

LV: Robert Venditti/Brett Weldele: The Surrogates, 2006/2009 (The Surrogates)

In naher Zukunft: Surrogate übernehmen die Drecksarbeit, während sie von Menschen, die nicht mehr ihre Wohnungen verlassen, gesteuert werden. Als bei einem Attentat auch der Mensch, der das Surrogat steuerte, stirbt, beginnt Agent Greer in einer Welt, in der es keine Morde (und auch keine anderen Verbrechen) mehr gibt und man nicht unterscheiden kann, ob man mit einem Menschen oder einem Surrogat redet, mit der Mördersuche.

Unter dem Deckmantel einer actionhaltigen Whodunit-Geschichte behandelt die tolle Graphic Novel „The Surrogates“ von Robert Venditti und Brett Weldele auch philosophische Fragen, wie was das Menschsein ausmacht und welche Realität wir wollen: die geschönte aus der Werbung oder die ungeschönte.

Die mit knapp neunzig Minuten (mit Abspann!) ungewöhnlich kurze Verfilmung (Hach, man möchte schon wissen, was da los war.) ist nur noch die Bruce-Willis-Version der freien Isaac-Asimov-Verfilmung „I, Robot“ aus. Also „Stirb langsam, Roboter“.

Da wäre mehr drin gewesen.

mit Bruce Willis, Radha Mitchell, Rosamund Pike, James Cromwell, Ving Rhames

Wiederholung: Montag, 24. September, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Surrogates“

Rotten Tomatoes über “Surrogates”

Wikipedia über “Surrogates” (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit Jonathan Mostow zu “Surrogates”

Meine Besprechung von Robert Venditti/Brett Weldeles „The Surrogates“


TV-Tipp für den 22. September: Stirb langsam

September 22, 2012

Sat.1, 22.20

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Hinweise

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8 2009)


Ein langer Abend im Wilden Westen – mit einigen gut abgehangenen Western

September 21, 2012

Ungewaschene Männer, Pferde, Schlägereien und Schießereien; – das Leben im Wilden Westen muss herrlich unkompliziert gewesen sein, wenn es da nicht auch Indianer, Frauen, Strauchdiebe und Pferdediebe gegeben hätte.

Diesen Eindruck vom Wilden Westen könnte man beim Ansehen von „Western von gestern“ und alten Western-Serials gewinnen. Allerdings war der Western als Genre auch immer ein mythologischer Ort, in dem die Amerikaner Dinge verhandeln konnten, die in einem zeitgenössischen Film nicht möglich gewesen wären.

So prangert der Western „Ritt zum Ox-Bow“ die im Wilden Westen übliche Lynchjustiz an. Hauptdarsteller Henry Fonda und Regisseur William A. Wellman erkannten gleich das Potential von Walter Van Tilburg Clarks Roman „The OxBow Incident“. Auch etliche Hollywood-Produzenten erkannten das Potential des Stoffes und sie gaben kein Geld, weil sie dachten, dass niemand einen Film sehen will, der sich gegen die Lynchjustiz richtet. Vor allem nicht während des 2. Weltkriegs. Trotzdem gelang es den Machen das Geld zusammenzukratzen und innerhalb weniger Tage drehten sie den Film, bis auf wenige Bilder, im Studio und hauptsächlich an zwei Sets. Deshalb hat Wellmans Film auch immer die klaustrophobische Atmosphäre eines verfilmten Theaterstücks.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Cowboys Gil (Henry Fonda) und sein Freund Art (Henry Morgan). Im Salon einer Kleinstadt in Nevada erfahren sie, dass Rancher Kincaid von Viehdieben ermordet wurde. Sofort wollen die Dorfbewohner den Mörder jagen und hängen. Eher widerwillig, auch um nicht selbst in das Kreuzfeuer der wütenden Einheimischen zu geraten, schließen sie sich der Posse an. Als sie die angeblichen Mörder finden, versuchen Gil halbherzig und eher passiv, die Lynchjustiz zu verhindern.

Schon damals wurde der Film von der Kritik gelobt, war sogar für einen Oscar als Bester Film nominiert, aber im Kino wollte ihn niemand sehen. Heute ist „Ritt zum Ox-Bow“, vor allem wegen seiner ernsten Thematisierung der Lynchjustiz, ein Western-Klassikern, der weniger als Western und mehr als Thesenfilm überzeugt.

Neben der Bildergalerie gibt es auf der DVD einen sehr informativen Audiokommentar und eine sehenswerte Dokumentation über Henry Fonda.

Ritt zum Ox-Bow (The Ox-Bow Incident, USA 1943)

Regie: William A. Wellman

Drehbuch: Lamar Trotti

LV: Walter Van Tilburg Clark: The Ox-Bow Incident, 1940

mit Henry Fonda, Dana Andrews, Anthony Quinn, Jane Darwell, Henry Morgan, Francis Ford

DVD

Koch Media

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Trailer, Booklet, Audiokommentar von Dick Eulain und William Wellman jr., Dokumentation „Henry Fonda: Hollywoods ruhiger Held“, Bildergalerie

Länge: 73 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Turner Classic Movies über „Ritt zum Ox-Bow“

Rotten Tomatoes über „Ritt zum Ox-Bow“

Wikipedia über „Ritt zum Ox-Bow“ (deutsch, englisch)

Auch bei den „Trommeln des Todes“ war das Budget arg überschaubar. Fast der gesamte Film spielt in einer Western-Kleinstadt und in deren Kirche, in die die wenigen Dorfbewohner vor einem Indianerangriff flüchten.

Die Indianer zwingen auch die beiden Intimfeinde Sam Leeds (Stephen McNally), ein Glücksspieler, und den Bürgermeister und Dorfschmied Joe Madden (Willard Parker) zur Kooperation. Davor wurde Leeds, nachdem er in Notwehr einen anderen Spieler erschoss, aus dem Ort herausgeworfen, er entdeckte eine von Indianern überfallene Kutsche und ritt zurück, um die Bewohner zu warnen.

Trommeln des Todes“ ist einer der unzähligen Routine-Western, die nicht weiter auffallen und die ihre Geschichte zügig und mit genug Action erzählen, um nicht zu langweilen. Einige Aspekte wurden sogar sehr geschickt gelöst. So bleiben die Indianer eine anonyme Bedrohung und, nachdem die Einwohner in die Kirche flüchteten, hören wir sie nur noch, außer wenn sie (natürlich immer nur einer) durch die hochliegenden Fenster hineinspringen oder, wenn es einen der raren Blicke aus der Kirchentür gibt, als vor der Tür vorbeilaufende, Kriegsschreie ausstoßende Menschenmenge. So, und mit den ständig zu hörenden Kriegstrommeln wird, wie bei einem Theaterstück, eine budgetschonende Bedrohung inszeniert. Bedrohlich ist auch der Indianerangriff auf Sam Leeds und einige der Bewohner, die kurz vor der Belagerung in der Wüste aus einem Wasserloch Wasser für die Dorfbewohner holen wollen und sie dann in einem Gebiet, wo es kein Versteck gibt, angegriffen werde.

Trommeln des Todes (Apache Drums, USA 1950)

Regie: Hugo Fregonese

Drehbuch: Milton Carruth

mit Stephen McNally, Coleen Gray, Willard Parker, Arthur Sields

DVD

Koch Media

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Länge: 72 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Trommeln des Todes“

Turner Classic Movies über „Trommeln des Todes“

Wikipedia über „Trommeln des Todes“

Schon beim Vorspann wird sich der kundige Westernfan beruhigt zurücklehnen: mit Regisseur Raoul Walsh (Die wilden Zwanziger [The roaring Twenties], Entscheidung in der Sierra [High Sierra], Sprung in den Tod/Maschinenpistolen [White Heat]), Drehbuchautor Frank Nugent (Der schwarze Falke [The Searchers]) und den Schauspielern Clark Gable, Jane Russell, Robert Ryan und Cameron Mitchell sind einige Profis am Werk. Die Bilder von den verschneiten Bergen in Montana erfreuen das Auge und wenn die beiden Reiter mitten in der Einöde einen Gehängten entdecken und Ben Allison (Glark Gable) zu seinem Bruder sagt „Hier fängt anscheinend die Zivilisation an.“, dann ist mit diesem ersten Satz der lakonische Erzählton für die nächsten zwei Stunden festgelegt, die wie im Flug (hm, vielleicht besser wie eine Rinderstampede) vergehen. Auch wenn der restliche Film eher den Pfaden eines Western-Abenteuers über einen Rindertreck von Texas nach Montana, mit einigen Gefahren und einer Liebesgeschichte mit vorhersehbaren Ende folgt.

Drei Rivalen“ ist ein Western-Abenteuer, in dem Hollywood zeigt, was damals das Fernsehen nicht leisten konnte und heute vielen Filmen fehlt: die entspannte Erzählweise, die den Schauspielern Zeit gibt, sich zu entfalten, die Bilder der majestätischen Landschaft, natürlich in Farbe und Cinemascope, die vielen Statisten, die gigantische Rinderherde, die langsam vor der Kamera vorbeizieht. Da wurden nicht einfach noch einige Tiere per Computer eingefügt, sondern einfach so viele Tiere durchgefüttert, bis das Bild voll war.

Für die deutsche Kinoauswertung wurde „Drei Rivalen“ auf 103 Minuten gekürzt. Auf der DVD ist aber die zweistündige Fassung des Films.

Drei Rivalen (The Tall Men, USA 1955)

Regie: Raoul Walsh

Drehbuch: Sidney Boehm, Frank Nugent

LV: Clay Fisher: The Tall Men, 1954 (Reprint unter dem Autorennamen „Will Henry“, einem anderen Pseudonym von Henry Wilson Allen)

mit Clark Gable, Jane Russell, Robert Ryan, Cameron Mitchell, Juan Garcia, Harry Shannon

DVD

Koch Media

Bild: 2.55:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0/4.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Drei Rivalen“

Turner Classic Movies über „Drei Rivalen“

Wikipedia über „Drei Rivalen“

High Noon“ ist sicher der bekannteste Western von Gary Cooper, aber „Der Mann aus dem Westen“ ist bei Western-Fans und Cineasten viel beliebter, wie einige Zitate zeigen:

Gary Coopers erste und einzige Begegnung mit dem Meisterregisseur Anthony Mann resultierte folgerichtig in dem ersten und einzigen wirklich großen Western seiner langen Karriere.“ (Homer Dickens: Gary Cooper und seine Filme)

Mit Anthony Mann entdecken wir den Western als Arithmetik, wie in der ersten Mathematikstunde. Was bedeutet, dass ‚Der Mann aus dem Westen’ der intelligenteste aller Filme ist und zugleich der einfachste.“ (Jean-Luc Godard, Cahiers du Cinéma)

„’Der Mann aus dem Westen‘ (Man of the West) zählt mit ‚Nackte Gewalt‘ (The Naked Spur) und ‚Über den Todespass‘ (The Far Country) zu seinen (Anthony Mann, A. d. V.) besten Western und damit zu de Hauptwerken des Genres überhaupt.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Die Geschichte des superb fotografierten Films ist dann auch auf den ersten Blick entsprechend einfach und, wenn man sich genauer damit beschäftigt unglaublich komplex:

1874 hat Link Jones (Gary Cooper) die Verbrecherlaufbahn zugunsten eines bürgerlichen Lebens aufgegeben. Als er während eines Zugüberfalls mit zwei Mitreisenden in der Einöde zurückbleibt führt er sie in eine Hütte, in der sie bereits von seinen alten Freunden erwartet werden. Ihr Anführer freut sich, dass das verlorene Schaf wieder zurückgekehrt ist. Aber ist das so?

Als der Film damals in die Kinos kam, wurde er von den US-Kritikern weitgehend ignoriert, die französischen Kritiker waren begeistert und heute zählt „Der Mann aus dem Westen“ zu den anerkannten Western-Klassikern.

Der Mann aus dem Westen (Man of the West, USA 1958)

Regie: Anthony Mann

Drehbuch: Reginald Rose

LV: Will C. Brown: The Border Jumpers, 1955

Mit Gary Cooper, Julie London, Lee J. Cobb, Arthur O’Donnell, Jack Lord

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bildergalerie, Amerikanischer Trailer, 12-seitiges Booklet mit einem Essay von Jean-Luc Godard zum Film, Wendecover

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mann aus dem Westen“

Turner Classic Movies über „Der Mann aus dem Westen“

Wikipedia über „Der Mann aus dem Westen“ (deutsch, englisch)

1957 erzählte John Sturges in dem Westernklassiker „Zwei rechnen ab“ (Gunfight an the OK Correal) mit Burt Lancaster und Kirk Douglas in den Hauptrollen, wie es zu dem legendären Schusswechsel am OK Corral zwischen Marshal Wyatt Earp, Doc Holliday und den Clanton-Brüdern kam.

Zehn Jahre später erzählte er in „Die 5 Geächteten“ die Geschichte weiter und bemühte sich kräftig, das Bild des edlen Wyatt Earp (James Garner) und seines honorigen Freundes Doc Holliday (Jason Robards) zu demystifizieren. Das kam damals nicht so gut an. Außerdem wurde „Die 5 Geächteten“ mit „Zwei rechnen ab“, der noch einmal all die hehren Westerntraditionen kongenial bis hin zum abschließenden Shoot Out, bündelte und gelassen, ohne verkrampfte Innovationsbemühungen erzählte, verglichen und der Film kam dabei schlecht weg.

Doch wenn man „Die 5 Geächteten“ als Einzelwerk, als melancholische Charakterstudie, betrachtet, ist er ein glänzender Western.

Die 5 Geächteten (Hour of the Gun, USA 1967)

Regie: John Sturges

Drehbuch: Edward Anhalt

mit James Garner, Jason Robards, Robert Ryan, Frank Converse, Sam Melville

DVD

Eurovideo

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Originaltrailer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die 5 Geächteten“

Turner Classic Movies über „Die 5 Geächteten“

Wikipedia über „Die 5 Geächteten“ (deutsch, englisch)

In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.

In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.

Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).

Die jetzt erschienene „Deluxe-Edition“ bietet genug Bonusmaterial für einen weiteren sehr langen oder zwei lange Abende. Dann weniger im Wilden Westen, sondern eher in der Dokumentarfilmabteilung mit Filmen, Interviews und Audiokommentaren zu dem Film und den historischen Hintergründen.

Und davor sieht man sich am besten, wieder einmal, den Film an.

Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman

mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey

DVD

Butch Cassidy und Sundance Kid – Deluxe-Edition

Black Hill Pictures

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono, Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch

Bonusmaterial: Audiokommentar von George Roy Hill (Regie), Hal David (Text), Robert Crawford (Produktion) und Conrad Hall (Kamera), Audiokommentar von William Goldman (Drehbuch), All das ist die Wahrheit: Das Making of von „Butch Cassidy und Sundance Kid“, Ein wilder Haufen: Die wahre Geschichte von Butch und Sundance, Entfallene Szene: „Das Zelt“ (mit optionalem Audiokommentar von George Roy Hill), George Roy Hill und die Herausforderung von Robert Redford, Geschichte unter der Lupe: „Butch Cassidy und Sundance Kid: Outlaws out of Time“, Making of von 1994, Interviews von 1994, Alternativer Abpann, 3 Kinotrailer

Länge: 106 Minuten (+ Extra-DVD mit 257 Minuten Bonusmaterial)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Turner Classic Movies über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 21. September: Detektiv Rockford: L. A. – Ich liebe dich

September 21, 2012

RTL Nitro, 20.15; 23.35 (Wiederholung)

Detektiv Rockford: L. A. – Ich liebe dich (USA 1994, R.: James Whitmore Jr.)

Drehbuch: Juanita Bartlett

Erfinder: Roy Huggins, Stephen J. Cannell

Privatdetektiv Jim Rockford soll herausfinden, wer die Frau von einem Baseball-Star ermordete. Als er die Täter findet, erlebt er eine Überraschung.

Der erste von acht „Detektiv Rockford“-Spielfilmen, natürlich mit James Garner, der Jim Rockford bereits von 1974 bis 1980 in der legendären TV-Serie spielte.

Weitere „Detektiv Rockford“-Spielfilme gibt es an den kommenden Freitagen.

mit James Garner, Joanna Cassidy, Joe Santos, Stuart Margolin

Hinweise

The Museum of Broadcast Communication über „The Rockford Files“

Thrilling Detective über Jim Rockford

Wikipedia über „Detektiv Rockford“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Steve Carrell ist „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ und trifft Keira Knightley

September 20, 2012

Was wäre passiert, wenn die Jungs in „Armageddon“ versagt und der Asteroid seinen Weg zur Erde hätte fortsetzen können?

Lorene Scarfaria versucht darauf in ihrem Debütfilm „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ eine Antwort zu geben. Bei ihr stehen daher nicht die hemdsärmeligen Machern im Weltall, sondern der kleine Mann auf der Erde im Mittelpunkt.

Dodge (Steve Carrell) ist ein Versicherungsvertreter, der noch nie ein Wagnis einging und der am Filmanfang, als sie im Radio hören, dass die Rettungsmission fehlschlug und der Asteroid in drei Wochen die Erde vernichten wird, von seiner Frau verlassen wird. Aber anstatt jetzt das Leben in vollen Zügen zu genießen, zieht er sich in seine Wohnung zurück, trifft die Nachbarin Penny (Keira Knightley) auf der Feuerleiter und, wenn nicht in einigen Tagen die Welt untergehen würde, könnten wir uns den Rest mühelos ausmalen.

Das müssen wir aber nicht. Denn Scafaria folgt in ihrem Film ab da streng dem erprobten Romantic-Comedy-Rezept, nach dem die beiden Hauptpersonen erst am Ende des Films erkennen, dass sie füreinander bestimmt sind. Allerdings lässt sie in „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ die Comedy weg und reichert das ganze mit einigen Road-Movie-Elementen an. Die beiden machen sich nämlich gemeinsam auf den Weg. Nicht um Amerika zu finden. Auch nicht, um zu sich selbst zu finden. Nein, sie will zu ihrer Familie. Er zu seiner Jugendliebe. Und die Prämisse vom nahenden Weltuntergang wird zugunsten eines Selbstfindungstrips quer durch die USA fallen gelassen. Außer wir gehen davon aus, dass außerhalb der Großstadt nur Lutherianer leben, die anstatt einen Apfelbaum pflanzen, noch schnell den Rasen mähen.

Diese Reise mit den vielen, teils bizarren, teils absurden Begegnungen und Ereignissen reiht dann gänzlich spannungs- und konfliktfrei eine Episode an die nächste. Das wird zwar ziemlich schmalzfrei, aber auch sehr vorhersehbar erzählt.

Dummerweise gibt es die Prämisse, nach der demnächst die Welt untergeht, und dieser Weltuntergang steht in einem so groben Missverhältnis zur von Scafaria erzählten Geschichte, dass sie letztendlich den gesamten Film verdirbt. Denn eigentlich hätte es, wie in unzähligen anderen Feel Good Movies, Romantic Comedies oder Selbstfindungsdramen genügt, wenn Dodge von seiner Frau verlassen wird, seinen Job verliert, von einer tödlichen Krankheit erfährt, endlich seine Jugend nachholen will oder von dem Tod eines Familienmitglieds erfährt, um ihn auf die Reise zu schicken.

Dann wäre der gesamte Film, ohne große Änderungen am Drehbuch, glaubwürdiger geworden.

So haben wir nur einen letztendlich nicht funktionierenden, nicht witzigen und mäßig unterhaltsamen Mix aus Katastrophenfilm, Road Movie und Romantic Comedy.

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Seeking a Friend for the End of the World, USA 2012)

Regie: Lorene Scafaria

Drehbuch: Lorene Scafaria

mit Steve Carell, Keira Knightley, Connie Britton, Adam Brody, Rob Corddry, Gillian Jacobs, Derek Luke, Melanie Lynskey, T. J. Miller, Patton Oswald, William Petersen, Martin Sheen

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Metacritic über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Rotten Tomatoes über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Wikipedia über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 20. September: Überwacht? Mit Sicherheit!

September 20, 2012

3sat, 20.15

Überwacht? Mit Sicherheit! (D 2012, Regie: Daniela Hoyer, Thomas Hies)

Drehbuch: Daniela Hoyer, Thomas Hies

45-Doku über neue Entwicklungen bei Überwachungstechniken, die unser Leben sicherer machen sollen. Denn die Videokamera soll nicht mehr einfach nur das Geschehen aufzeichnen.

Weitere Informationen zur Doku (und, nach der TV-Ausstrahlung, die Doku) gibt es hier.

 


Neu im Kino/Filmkritik: Michael Haneke denkt über die „Liebe“ nach

September 19, 2012

Georg und Anna sind Musikprofessoren und nicht mehr die Jüngsten. Sie genießen schon seit einigen Jahren ihren Ruhestand und besuchen gelegentlich Konzerte von ehemaligen Zöglingen. Als Anna eines Tages einen Schlaganfall hat, ruft Georg den Notarzt – und es beginnt der alltägliche Horror des Alters. Das langsame Sterben eben.

Denn Anna kommt aus dem Krankenhaus zurück und Georg versucht ihr in ihrer Wohnung zu helfen. So gut er kann. Aber sie kann sich immer weniger alleine bewegen. Das Sprechen wird auch immer schwieriger. Musizieren kann sie schon lange nicht mehr. Sie ist jetzt in einer Lage, in die sie nie kommen wollte.

Liebe“ erzählt wie einige andere Filme, die in den letzten Jahren im Kino liefen, vom Alt-Werden und den Problemen des Alt-Werdens.

Aber weil es ein Film von Michael Haneke ist, erzählt er nicht von rüstigen Rentnern, die Jungspunden zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören, oder vom wiedererwachten Liebesglück. Er erzählt vom Alltag, in dem einfach nur noch auf das letzte große Ereignis, den Tod, gewartet wird. Und das in der Detailgenauigkeit, Konsequenz und objektiv-beobachtenden Erzählhaltung, wie wir sie aus seinen früheren Werken, wie „Bennys Video“, „Funny Games“ (von dem er sogar ein US-Remake drehte, das bei uns weitgehend ignoriert wurde) und seinem Überraschungserfolg „Das weiße Band“, für den er, unter anderem, in Cannes die Goldene Palme und den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film erhielt, kennen. Für „Liebe“ erhielt er vor wenigen Monaten die Goldene Palme. Weitere Preise werden – dafür muss man kein Prophet sein – folgen.

Die Hauptrollen übernahmen Jean-Louis Trintignant (Jahrgang 1930), nach einer mehrjährigen Leinwandabstinenz, und Emmanuelle Riva (Jahrgang 1927), die in „Hiroshima, mon Amour“ von Alain Resnais, „Eva und der Priester“ von Jean-Pierre Melville und „Drei Farben: Blau“ von Krzysztof Kieslowski mitspielte und die bei uns nicht so bekannt ist, und sie spielen das alte Ehepaar beängstigend glaubwürdig; vor allem Emmanuelle Riva, die den körperlichen Verfall von Anna spielt, kann nicht genug gelobt werden.

Und weil es ein Film von Michael Haneke ist, geht es in „Liebe“ auch um Einsamkeit, Verlust, Schuld und Sühne. Denn gerade weil Georg seine Frau liebt, ruft er den Notarzt; gerade weil er sie liebt, pflegt er sie und setzt sich über ihren Wunsch zu Sterben hinweg. Sie will vielleicht nur deshalb sterben, weil sie ihn liebt und ihm keine Belastung sein will. Und die Geschichte steuert ohne Umwege und Atempausen auf ihr tödliches Ende, das bereits in den ersten Bildern gezeigt wird, zu. Diesen Weg schildert Haneke mit einer solchen bitteren Konsequenz, als ob er mit jedem Filmmeter beweisen möchte, dass Alt-Werden nichts für Feiglinge ist und dass es im Alter vielleicht noch Liebe, aber keine Freude mehr gibt.

Weil wir alle Alt-Werden, kann man sich dem formvollendet inszeniertem Film, seinem Thema und seiner Aussage wesentlich schwerer als Hanekes anderen Filmen entziehen. In „Funny Games“ konnte man sich sagen, dass man kein Haus am See habe. „Das weiße Band“ spielt in der Vergangenheit. „Bennys Video“ war ja ein Extrembeispiel von Jugendgewalt und dem schädlichen Einfluss von Videos.

In „Liebe“ haben wir nur den nackten Alltag eines seit Ewigkeiten verheirateten Ehepaares, das in einer großen Mietwohnung lebt und das unregelmäßig von ihrer glücklich verheirateten Tochter (Isabelle Huppert) besucht wird.

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. September: Lawinen der Erinnerung

September 19, 2012

Arte, 21.55

Lawinen der Erinnerung (D 2012, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Dominik Graf

Spielfilmlange Doku über Oliver Storz, der als Autor und Regisseur neben seriösen Werken auch die „Raumpatrouille Orion“ schrieb.

mit Oliver Storz, Eva Kruijssen

Wiederholung: Montag, 24. September, 11.00 Uhr

Hinweise

Arte über „Lawinen der Erinnerung“

Süddeutsche Zeitung: Matthias Brandt über „Lawinen der Erinnerung“ (16. September 2012)

Wikipedia über Oliver Storz

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte

Bonushinweis

Seit Jahren hatte ich meinen Buchhändler mit der Frage, wann es denn endlich ein Buch über Dominik Graf gibt, genervt.

Seit einigen Tagen kann er sagen „Da isses“ und mir und allen Graf-Jüngern ein 356-seitiges, reichhaltig bebildertes Werk in die Hand drücken.

Der Sammelband „Im Angesicht des Fernsehens“ versammelt Aufsätze, die sich mit verschiedene Aspekten seines umfangreichen Werkes oder einzelnen Filmen beschäftigten, es gibt einen kurzen Überblick über sein Schaffen (in der „Einführung“), selbstverständlich eine Filmografie, eine Bibliografie und ein Filmtitelindex (wenn man alles zu einem Film sucht) und ein Interview mit Dominik Graf.

Die ersten Seiten gefallen mir ziemlich gut.

Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.): Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf

edition text + kritik, 2012

356 Seiten

26 Euro

 


TV-Tipp für den 18. September: U-Turn – Kein Weg zurück

September 17, 2012

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Tele 5, 23.05

U-Turn – Kein Weg zurück (USA 1997, R.: Oliver Stone)

Drehbuch: John Ridley

LV: John Ridley: Stray Dogs, 1997 (später dann als „U-Turn“ publiziert)

Auf der Flucht vor Gläubigern bleibt Bobby Coopers 64er Mustang mitten in der Wüste liegen. Während in einer Werkstatt sein Auto repariert wird, trifft er die verheiratete Grace und seine wirklichen Probleme beginnen erst jetzt. Denn Grace will ihrem Mann Jake umbringen, Jake will Grace umbringen und beide wollen sich – gegen Bares – von Bobby helfen lassen.

Grandioses Romandebüt für die Noir-Gemeinschaft, fast grandioser Film. Denn Stones „Natural Born Killers“-Stil nervt.

Mit Sean Penn, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Powers Boothe, Billy Bob Thornton, Jon Voight

Wiederholung: Freitag, 21. September, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „U-Turn“

Wikipedia über „U-Turn“ (deutsch, englisch)

Homepage von John Ridley (wird derzeit wohl überarbeitet)

The Huffington Post: Politik-Blog von John Ridley

Mordlust über John Ridley (mit einem Text von Martin Compart)

Evolver (Martin Compart) über John Ridley

Spike Magazin: Interview mit John Ridley


TV-Tipp für den 17. September: Tödliche Entscheidung

September 17, 2012

Arte, 23.05

Tödliche Entscheidung (USA 2007, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Kelly Masterson

Andy, der für Drogen Geld aus der Firmenkasse nahm, kann seinen Bruder Hank überreden, das elterliche Juweliergeschäft zu überfallen. Der Überfall, auch weil die Mutter gar nicht daran denkt, irgendwelchen hergelaufenen, maskierten Verbrechern die Juwelen zu geben, geht schief – und dann bröckelt die heile Fassade der Familie verdammt schnell ab.

Mit seinem letzten Film drehte Sidney Lumet, nach einigen schwächeren Werken, mit einer Familientragödie noch einmal so richtig voll auf. Er seziert, wieder einmal, die Kehrseite des amerikanischen Traums anhand. Dieses Mal am Beispiel einer ziemlich kaputten, weißen Mittelstandsfamilie.

Der Pitch war vielleicht: „Family Business“, aber ohne Lacher.

„Tödliche Entscheidung“ ist ein feiner Noir und, kein Wunder bei der Besetzung, großes Schauspielerkino. Ein potentieller Klassiker.

mit Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Albert Finney, Marisa Tomei, Aleksa Palladino, Michael Shannon, Amy Ryan, Sarah Livingston, Brían F. O’Byrne, Rosemary Harris

Wiederholung: Donnerstag, 20. September, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Wikipedia über „Tödliche Entscheidung“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Tödliche Entscheidung“

Rotten Tomatoes über „Tödliche Entscheidung“

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)


TV-Tipp für den 16. September: Sturm

September 16, 2012

ARD, 23.35
Sturm (Deutschland/Dänemark/Niederland 2009, R.: Hans-Christian Schmid)
Buch: Bernd Lange, Hans-Christian Schmid
Hannah Maynard führt vor dem Tribunal in Den Haag die Anklage gegen den bosnischen Serben und Kriegsverbrecher Duric. Als ihr Hauptzeuge sich in Widersprüche verwickelt, beginnt sie im ehemaligen Kriegsgebiet nach neuen Beweisen zu suchen.
Verdammt guter Politthriller
mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Rolf Lassgård, Alexander Fehling, Tarik Filipovic, Jesper Christensen

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sturm“

Berlinale: Pressekonferenz zu „Sturm“ (beginnt erst nach über zwölf Minuten)

Meine Besprechung von “Sturm”


TV-Tipp für den 15. September: Der Informant!

September 14, 2012

Pro7, 20.15

Der Informant!(The Informant!, USA 2009)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Z. Burns

LV: Kurt Eichenwald: The Informant, 2000

Biotechniker und Topmanager Mark Whitacre steckt dem FBI, dass sein Arbeitgeber, der Agrarkonzern Archer Daniels Midland, mit den Japanern illegale Preisabsprachen tätigt. Das FBI ist begeistert und lässt Whitacre als Maulwurf arbeiten. Allerdings ist Whitacre nicht so unschuldig-doof, wie er auf den ersten Blick erscheint.

Die Big-Business-Posse basiert auf einem wahren Fall aus den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

New-York-Times-Finanzreporter Kurt Eichenwald schrieb auch die Enron-Geschichte „Conspiracy of Fools“ (Verschwörung der Narren).

mit Matt Damon, Scott Bakula, Joel McHale, Melanie Lynskey, Ludger Pistor, Clancy Brown

Wiederholung: Sonntag, 16. September, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Informant!“

Rotten Tomatoes über „Der Informant!“

Wikipedia über „Der Informant!“ (deutsch, englisch)

New York Times über Kurt Eichenwald

Movie Web: Kurzes Interview mit Drehbuchautor Scott Z. Burns

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Magic Mike“ (Magic Mike, USA 2012)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. September: Auf der Flucht

September 14, 2012

RTL II, 20.15

Auf der Flucht (USA 1993, R.: Andrew Davis)

Drehbuch: Stuart Twohy, Jeb Stuart

LV: TV-Serie von Roy Huggins

Dr. Richard Kimble wird verdächtigt, seine Frau ermordet zu haben. Er flüchtet. US Marshal Sam Gerard verfolgt ihn.

Die Kinoversion der erfolgreichen TV-Serie von Roy Huggins. Dr. Richard Kimble, gespielt von David Jansen, war vier Jahre in 120 Folgen auf der Flucht und die Welt schaute gebannt zu. Harrison Ford beweist in zwei spannenden Kinostunden seine Unschuld.

„Die Inszenierung setzt, perfekt und effizient, auf Thrill und Action. Was sie über gleichartige Produkte hinaushebt, ist ihre gelungene Bemühung um Atmosphäre und Lokalkolorit, der Verzicht auf den üblichen Waffenfetischismus und auf das gewohnte Eskalieren spektakulärer Gewalttätigkeit sowie das gepflegte Handwerk bis hin zu den Kleinigkeiten.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Der Film war ein Kassenknüller und erhielt für einen Thriller ungewöhnlich viele Preise und Nominierungen. Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert. Tommy Lee Jones erhielt einen Oscar als bester Nebendarsteller.

Fünf Jahre später spielte Tommy Lee Jones in „Auf der Jagd“ (U. S. Marshals) wieder den unerbittlichen Jäger Sam Gerard.

mit Harrison Ford, Tommy Lee Jones, Sela Ward, Joe Pantoliano, Julianne Moore, Jeroen Krabbé

Wiederholung: Samstag, 15. September, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über “The Fugitive” (TV-Serie und die Folgen)

Thrilling Detective über Roy Huggins

Harrison-Ford-Fanseite

Mein Geburtstagsgruß an Harrison Ford (mit weiteren Links)

Harrison Ford in der Kriminalakte


Neu im Kino/FIlmkritik: „Das Bourne-Vermächtnis“, ohne „Jason Bourne“ Matt Damon, dafür mit „Aaron Cross“ Jeremy Renner

September 13, 2012

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Die ersten drei Jason-Bourne-Filme „Die Bourne-Identität“, „Die Bourne-Verschwörung“ und „Das Bourne-Ultimatum“ mit Matt Damon in der Hauptrolle waren tolle Agententhriller, die einige Dinge etablierten, die heute zum Standard jedes Actionfilms gehören und die, weil Jason Bourne ein auf sich allein gestellter Mann auf der Flucht war, angenehm bodenständig waren. Seine Gegner konnten auf alle verfügbare Überwachungstechnik zugreifen. Bourne hatte nur seinen Grips und seine Muskeln. Außerdem ging es im Endeffekt nur um einen Mann, der herausfinden wollte, wer er ist.

Für den vierten Bourne-Film wurde einiges geändert. Matt Damon und der zweifache Bourne-Regisseur Paul Greengrass sind nicht mehr dabei. Aber Drehbuchautor Tony Gilroy blieb an Bord blieb und dieses Mal übernahm er sogar, nach „Michael Clayton“ und „Duplicity“, die Regie.

Mit Jeremy Renner wurde auch ein Hauptdarsteller engagiert, der durchaus als zweiter Jason Bourne durchgeht. Er ist Aaron Cross, ein Agent, der in Outcome ist, einem aus sechs Agenten bestehendem Parallelprogramm zu Treadstone, dem Programm, in dem Jason Bourne war. Als Jason Bourne in London nach Hinweisen auf seine Identität sucht, beschließt Eric Byer (Edward Norton, blass), Direktor der „National Research Assay Group“ (halt einem ultrageheimen Regierungsprogramm), alle Programme, in denen die Geheimdienste mit der Industrie an genetisch verbesserten Soldaten forschen, zu schließen und alle, die ihm gefährlich werden könnten, zu töten. Er benutzt dafür das schöne Bild vom Krebs, der entfernt werden muss.

Auch Cross ist ein Teil des infizierten Gewebes, das entfernt werden soll. Aber er überlebt den Mordanschlag – und dann entspinnt sich eine Geschichte, die durchaus viele Gemeinsamkeiten mit der Geschichte von Jason Bourne aufweist, außer dass Cross nichts vergessen hat und er unbedingt seine Medizin will, die ihm in der Vergangenheit von Dr. Shearing in einem Forschungslabor verabreicht wurde.

Es gibt, wie in den vorherigen Bourne-Filmen, eine wackelige Handkamera, es gibt atemlose Schnitte zwischen den verschiedenen Handlungsorten, es gibt Satelittenüberwachung, es gibt eine Liebesgeschichte zwischen Cross und Dr. Marta Shearing (Rachel Weisz), es gibt einige Kämpfe auf engstem Raum, es gibt, in Manila, eine Verfolgungsjagd über Häuserdächer, die dann auf den engen, überfüllten Straßen mit Autos und Motorrädern fortgesetzt wird – und in diesen Minuten wird Bourne, äh, Cross von einem skrupellosen Killer verfolgt, der, wie der Professor (Clive Owen) in dem ersten Bourne-Film „Die Bourne-Identität“, fast keine Dialogzeile hat. Aber während Owen wirklich bedrohlich war, ist LARX #3 (Louis Ozawa Changchien) einfach nur ein Asiate mit Sonnenbrille, der seiner Beute hinterherhechelt. Weil er auch erst am Ende, so als Überraschungsjoker, ins Spiel gebracht wird, bleibt er ein eindimensional-austauschbarer Gegner.

Davor gibt es zu viele, zu lange, zu umständliche und oft im Nichts endende Erklärungen. Es wird erklärt bis zum Gehtnichtmehr und so gut wie nichts davon ist wirklich interessant oder bringt die Handlung erkennbar voran. So vergeht ungefähr eine halbe Stunde, bis der erste Anschlag auf Cross verübt wird. Davor sehen wir ihn durch den Schnee gehen, dürfen uns mit der Frage beschäftigen, was er in dieser Einöde will, erfahren, was Jason Bourne gerade tut und dürfen uns am Anblick von einigen Schauspielern, die bereits in den vorherigen Bourne-Filmen dabei waren, erfreuen. Dummerweise haben sie nur Kurzauftritte.

Und während die eigentliche Geschichte immer noch nicht beginnt, verheddert sich Gilroy zwischen seinen verschiedenen Subplots.

Deshalb ist der vierte Bourne-Film mit 135 Minuten auch der längste. Die anderen waren zwanzig bis dreißig Minuten kürzer und hatten, gefühlt, mehr Action. Doug Liman und Paul Greengrass bauten die Spannung vor den Actionszenen immer gut auf und es gelang ihnen sogar, eigentlich langweilige Gespräche und Blicke in die Kommandozentrale der CIA hochspannend und wie eine Action-Szene zu inszenieren. Außerdem setzten sie die vielen Schnitte so klug, dass man nie den Überblick verlor. Ihre unzähligen Nachahmer gehen da meistens wesentlich ungeschickter vor.

Wenn es in „Das Bourne-Vermächtnis“ dann endlich zur Action kommt, ist diese oft ziemlich schnell vorbei und meistens so zerschnipselt, dass es wahrlich keine Freude bereitet. Denn es bringt nichts, wenn man als Zuschauer keinen Überblick über das Geschehen mehr hat oder, wie während der Verfolgungsjagd in Manila die exzellente Arbeit der Stuntmänner und Schauspieler, die teilweise die Stunts selbst ausführten, nicht mehr würdigen kann, weil alles so furchtbar hektisch ist und der Blickwinkel sich ständig und eher willkürlich ändert.

Gerade die finale Verfolgungsjagd in Manila über die Dächer und durch die Straßen erinnert an ähnliche, weitaus gelungener inszenierte Szenen aus dem fünften „The Fast and the Furios“-Film. Außerdem ist „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011) ein sehr gutes Beispiel für den gelungenen Neustart einer Filmserie. Es ist sogar der beste Film der Serie.

Dagegen bleibt „Das Bourne-Vermächtnis“ unentschlossen zwischen Neubeginn und Wiederholung der ersten Bourne-Filme stecken. So bleibt das Gefühl, dass man das alles schon einmal, dummerweise besser, gesehen hat – und Manila ist wirklich nicht die große Veränderung zu Europa.

Das Bourne-Vermächtnis (The Bourne Legacy, USA 2012)

Regie: Tony Gilroy

Drehbuch: Tony Gilroy, Dan Gilroy

LV: Charakter von Robert Ludlum

mit Jeremy Renner, Rachel Weisz, Edward Norton, Stacy Keach, Dennis Boutsikaris, Oscar Isaac, Zeljko Ivanek, Louis Ozawa Changchien, Joan Allen, Albert Finney, David Strathairn, Scott Glenn

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Das Bourne-Vermächtnis“

Metacritic über „Das Bourne-Vermächtnis“

Rotten Tomatoes über „Das Bourne-Vermächtnis“

Wikipedia über „Das Bourne-Vermächtnis“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Robert Ludlum (deutsch, englisch)

Robert-Ludlum-Fanseite

Kirjasto über Robert Ludlum


Neu im Kino/Filmkritik: Spannende Unterhaltung mit „Das verborgene Gesicht“

September 13, 2012

Zwei Warnungen vorweg:

Lesen Sie nicht die offizielle Zusammenfassung.

Sehen Sie sich nicht den Trailer an.

Beide verraten einen wichtigen Plottwist, der, wenn man ihn nicht kennt, wirklich überraschend kommt.

Denn „Das verborgene Gesicht“ von Andrés Baiz ist ein schöner Psychothriller, der mich an ähnlich gelagerte, hauptsächlich französische Filme aus den siebziger Jahren erinnerte und je weniger Sie über „Das verborgene Gesicht“ wissen, desto überraschender ist beim ersten Sehen, wie in „Die üblichen Verdächtigen“ oder „The sixth Sense“, die Auflösung.

Adrian ist ein junger, gutaussehender Orchesterdirigent in Bogotá, der gerade, vollkommen überraschend und grundlos von seiner Freundin Belén verlassen wurde. Sie hat ihm nur eine dürftige Videobotschaft hinterlassen, in der sie sagt, er solle nicht nach ihr suchen. Der Frauenschwarm ertränkt seinen Kummer im Alkohol und findet in einer Bedienung auch gleich eine neue Freundin, die seiner Verflossenen sehr ähnlich sieht. Fabiana zieht in seine abgelegen liegende Villa, die anscheinend ein Eigenleben führt. Denn sie hört Geräusche, beim Duschen wird sie verbrüht und der deutsche Schäferhund scheint sie als Eindringling wahrzunehmen. Sie fragt sich, ob das Haus verhext ist. Adrian glaubt ihr nicht.

Zur gleichen Zeit suchen zwei Polizisten nach Belén. Denn sie ist spurlos verschwunden – und natürlich ist Adrian der Hauptverdächtige.

Und der jüngere Polizist ist der frühere Liebhaber von Fabiana. Er glaubt, dass sie nur wegen des Geldes mit Adrian zusammen ist.

Das verborgene Gesicht“ ist ein ruhig erzählter Psychothriller mit wohldosierten Spannungsmomenten, vor allem in der ersten Hälfte des Films, wenn Regisseur Andrés Baiz sehr schön jeden verdächtig macht, indem die Schauspieler immer wieder in Spiegel blicken oder sie immer wieder in die falsche Richtung blicken. Jeder scheint immer noch eine zweite Agenda zu verfolgen. Adrian könnte Belén ermordet haben. Aber auch Fabiana könnte es getan haben. Und während wir noch überlegen, was mit Belén geschehen ist, gibt es in der zweiten Hälfte einen gewagten Plottwist, der einerseits vollkommen überraschend kommt, andererseits in der ersten Stunde mit vielen Hinweisen angedeutet wurde. Diese erste Stunde mit den vielen kleinen Irritationen in dem noblen Anwesen und dem seltsamen Verhalten der Protagonisten steht ganz in der Tradition der Geisterhaushorrorfilme, in denen unklar ist, ob Fabiana sich das alles nur einbildet oder ob es wirklich spukt.

Und es gibt zwei, herrlich nebenbei platzierte Lacher. Der eine hat mit dem Hund zu tun, der andere mit dem Inhalt eines Schrankes.

Die Erklärung ist, rückblickend, etwas unlogisch und der Film endet für meinen Geschmack etwas zu abrupt. Ich hätte mir noch ein, zwei Bilder gewünscht. So bricht der Film, wie ein Musikstück, bei dem die letzte Note fehlt, arg abrupt ab.

Das verborgene Gesicht (La Cara Oculta, Kolumbien/Spanien 2011)

Regie: Andrés Baiz

Drehbuch: Andrés Baiz, Hatem Khraiche Ruiz-Zorrilla

Darsteller: Quim Gutiérrez, Clara Lago, Martina García, Alexandra Stewart

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Das verborgene Gesicht“

Rotten Tomatoes über „Das verborgene Gesicht“

Wikipedia über „Das verborgene Gesicht“


TV-Tipp für den 13. September: Lord of War

September 13, 2012

VOX, 20.15

Lord of War – Händler des Todes (USA 2005, R.: Andrew Niccol)

Drehbuch: Andrew Niccol

There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That’s one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11? (Yuri Orlov)

Einer der wenigen ansehbaren Nicolas-Cage-Filme, die der Schauspieler in diesem Jahrzehnt drehte. Dafür sammelte er in den vergangenen Jahren Razzie-Nominierungen.

In der knalligen Satire „Lord of War – Händler des Todes“ spielt er Yuri Orlov, einen Waffenhändler, der ungefähr jeden Potentaten der Nach-Kalter-Kriegs-Welt mit Waffen beliefert. Der Film erzählt in kurzen Episoden die Geschichte seines märchenhaften Aufstiegs von den Hinterhöfen Little Odessas in die Hinterhöfe der Weltpolitik. Denn mit dem illegalen Waffenhandel kann viel Geld verdient werden.

That was intentional, just to be a little subversive and make almost like a ‘how-to’ film – how to be an arms dealer – and I thought that would be a more interesting way into it than a typical story structure. (Andrew Niccol)

Mit Nicholas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan, Ian Holm, Ethan Hawke

Wiederholung: Freitag, 14. September, 00.45 Uhr (Taggenau! – wegen der FSK-16-Freigabe dürfte dann die Kinoversion laufen)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über “Lord of War”

Drehbuch „Lord of War“ von Andrew Niccol

Moviefreak: Interview mit Andrew Niccol

IGN: Interview mit Andrew Niccol

Spike: Andrew Niccol redet über „Lord of War“

Schnittberichte: Vergleich der “RTL ab 12″-Fassung mit der FSK-16-Fassung