Im Rahmen der „Langen Filmnacht: Alain Delon“ gibt es davor „Rette deine Haut, Killer“ (um 22.15 Uhr) und danach „Der Anwalt“ (um 02.00 Uhr), aber der beste Film der Filmnacht ist
RBB, 23.45
Vier im roten Kreis (F 1970, R.: Jean-Pierre Melville)
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.
Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.
Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino
mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet
Das könnte fast ein neuer Film sein: Nachdem die Witwe Bunny O’Hare ihr Haus an die Bank verloren hat, beschließt sie, mit einem flüchtigen Ex-Bankräuber die Bank zu überfallen.
Bekannt wurde die sehr, sehr selten gezeigte, fast unbekannte Komödie, weil Hauptdarstellerin Bette Davis gegen die Produzenten klagte, weil sie den Kommentar zur Gesellschaft, der im Drehbuch enthalten war, im Film vermisste. „Das Scharmützel ging aus wie das Hornberger Schießen. Indes fällt schwer, sich vorzustellen, worin die sozialkritische Komponente des Films hätte angelegt sein sollen, überzeugen doch weder Geschichte, Regie noch Darsteller.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)
„Anspruchslose Verulkung“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Deutsche Gerd Oswald inszenierte in Hollywood etliche Episoden für TV-Serien, die Ira-Levin-Verfilmung „Ein Kuss vor dem Tode“ (sein Spielfilmdebüt) und den durchaus gelungenen, fast vollkommen unbekannten deutschen Noir „Am Tag, als der Regen kam“. Sein letzter Spielfilm war 1975 die Johannes-Mario-Simmel-Verfilmung „Bis zur bitteren Neige“.
mit Bette Davis, Ernest Borgnine, Jack Cassidy, Joan Delaney
auch bekannt als „Die ganz verrückte Rentnergang“, „Die Rentnergang“ und „Zwei Rentner außer Rand und Band“
Wenn sich die Surfer-Legende Rick ‚Frosty‘ Hesson (Gerard Butler) und der junge Jay Moriarity 1987 zum ersten Mal begegnen, ist klar, dass sie die Leidenschaft für das Meer teilen und auch wie sich die in Santa Cruz, Kalifornien, spielende, auf dem Leben des echten Jay Moriarity basierende Geschichte weiterentwickelt. Auch wenn wir noch nie etwas von Jay Moriarity (16. Juni 1978 – 15. Juni 2001) gehört haben.
Denn selbstverständlich will ‚Frosty‘ sieben Jahre später den fünfzehnjährigen Jay (Jonny Weston), der jede freie Minute auf dem Surfbrett verbringt, zuerst nicht trainieren. Vor allem nicht für die großen Monsterwellen, die es nur alle Jubeljahre gibt und die sogar für erfahrene Surfer tödlich sind. Aber Jay überzeugt ihn und ‚Frosty‘, der als Vater und Ehemann ein ziemlicher Versager ist, wird für Jay, der von seiner Mutter noch nicht einmal mehr schlecht als recht erzogen wird, zum Vaterersatz und zum Lehrer. Später auch zum Freund.
Diese Geschichte läuft ziemlich nach dem Drehbuchlehrbuch, inclusive der ersten Liebe, ab und funktioniert. Schließlich geht es in erster Linie um das harte Training, das zu der großen Bewährungsprobe führt, die dann auch am Filmende bestanden wird. Jay Moriarity wurde nachdem er erstmals die Wellen an dem inzwischen beliebt-bekannten Surfspot Mavericks geritten hat, zu einem bekannten Surfer, der in der Szene Legendenstatus hat. Eine solche Geschichte funktioniert immer.
Gleichzeitig sind die Charaktere präzise in einem Milieu und einer Szene verortet. Es wurde vor Ort in Santa Cruz, Half Moon Bay und Mavericks mit Einheimischen gedreht. Moriaritys engste Freunde, nämlich ‚Frosty‘ Hesson und Jay Moriaritys Frau Kim (die wir im Film als seine Freundin kennen lernen), waren von Anfang an bei dem Film dabei. Im Film sind Mitglieder der Surfer-Community, Freunde und Fans von Jay Moriarity. Es wird immer wieder der Wert der Freundschaft und die Kameradie in der eingeschworenen Gemeinde der Surfer gezeigt, in die Jay von ‚Frosty‘ aufgenommen wird, nachdem er sich von seinem Talent überzeugt hat. Das wird von Curtis Hanson („L. A. Confidential“, „8 Mile“) und Michael Apted („Halbblut“, „James Bond: Die Welt ist nicht genug“), der die Regie von Hanson, der gesundheitliche Probleme hatte, übernahm, süffig, ohne übermäßig kritisch zu sein, mit einem liebevollen Blick auf die Charaktere erzählt.
Wegen der spektakulären Bilder der Surfer, die die riesigen Wellen reiten, sollte der Film auf einer möglichst großen Leinwand genossen werden. So gewinnt man einen Eindruck von der Gewalt der Wellen, die über einem zusammenkrachen.
Don-Winslow-Fans können „Mavericks“ auch als ideale Ergänzung zu seinen Romanen sehen. Allerdings ohne Mord und Totschlag, Drogenhandel und grenzüberschreitende Kriminalität.
Mavericks (Chasing Mavericks, USA 2012)
Regie: Curtis Hanson, Michael Apted
Drehbuch: Kario Salem (nach einer Geschichte von Jim Meenaghan und Brandon Hooper)
mit Gerard Butler, Jonny Weston, Elizabeth Shue, Abigail Spencer, Leven Rambin, Greg Long, Peter Mel, Zach Wormhoudt, Cooper Timberline (spielt Jay Moriarity im 1987 spielendem Prolog)
Das ist doch eine gute Gelegenheit, wieder einen Blick auf sein Debüt zu werfen:
WDR, 23.15
Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)
Drehbuch: Quentin Tarantino
Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)
Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.
Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.
Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino
„Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film.
Sodele, das wäre die allerkürzeste Fassung meiner „Django Unchained“-Besprechung. Aber es geht auch länger.
Immerhin konnte ich, „Cowboys & Aliens“ war ja ein halber Science-Fiction-Film, als Westernfan wieder einmal einen waschechten Western auf der großen Leinwand sehen. Mit guten Schauspielern und guten Dialogen. Wobei Dr. King Schultz (Christoph Waltz) die besten Sätze sagen darf und letztendlich das dramaturgische und auch emotionale Zentrum des Films ist. Der deutschstämmige Schultz verdient zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg in den Südstaaten der USA sein Geld als Kopfgeldjäger, der die Formel „Tod oder Lebendig“ als „Tod oder viele unnötige Probleme, die man mit einer wohlplatzierten Kugel elegant und legal vermeiden kann“ interpretiert und deshalb die gesuchten Verbrecher ohne Diskussion erschießt. Danach kann er den Anwesenden ja immer noch erklären, warum er geschossen hat.
Er befreit in einer Szene, die ähnlich gelungen wie der erste Auftritt von Hans Landa in „Inglourious Basterds“ ist, den Sklaven Django (Jamie Foxx), weil dieser ihn zu den Brittle-Brüdern, auf die ein beträchtliches Kopfgeld ausgesetzt ist, führen kann. Nachdem sie das Kopfgeld kassiert haben, schlägt Schultz Django vor, dass sie gemeinsam Djangos verschwundene Frau Broomhilda von Shaft (Kerry Washington) suchen. Das Paar wurde bei einer Sklavenauktion getrennt und sie ist jetzt auf einer anderen Farm. Nach einer längeren Suche finden sie sie auf der Farm von Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), einem reichlich dekadenten Südstaatler, der sich bemüht, das ererbte Vermögen durchzubringen. Immerhin hat er den altgedienten Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson), der als kriecherisches Faktotum letztendlich die Farm führt und der Schultz und Django ziemlich schnell durchschaut.
Bis Django dann endlich mit seiner Frau Broomhilda, einer Afroamerikanerin, die von Deutschen erzogen wurde (was Tarantino die Möglichkeit gibt, Dr. King Schultz zuerst Django die Geschichte von Brunhilde und Siegfried zu erzählen und später, in der Originalfassung, mit ihr Deutsch zu sprechen), zusammen ist, gibt es, Tarantino-typisch, viele Verweise auf andere Filme, dieses Mal vor allem Italo-Western, spitzfindige Dialoge und eine ordentliche Portion Gewalt. Aber nicht so übertrieben und episch wie in „Kill Bill 1“.
Es gibt aber auch eine eher spannungsfreie Dramaturgie, die sich schnell in einem episodischen „Und dann“-Erzählen ergeht. Denn anstatt die Geschichte zu straffen und sie ziemlich konsequent auf das finale Duell zulaufen zu lassen, plätschert sie oft vor sich hin und mit fast drei Stunden Laufzeit ist „Django Unchained“, weil Tarantino, wie auch in seinen anderen Filmen, seine Geschichte einfach an allen Ecken und Enden ausfransen lässt, einfach zu lang geraten.
Wie ein kleines Kind will er sich nicht von einer guten Szene trennen, wenn die Szene für sich gut ist. Zum Beispiel die absurd-komische Diskussion einer Vigilantengruppe, die mit ihren Klu-Klux-Klan-Masken nicht zurechtkommen. Dass sie dann im Gesamtkontext wenig bringt, ist ihm egal. Auch dass dadurch der Erzählfluss teilweise zum Stillstand kommt, so zum Beispiel auf Candyland, ist ihm egal.
Dabei, und das ist bei „Django Unchained“ auffallend, hätte die Geschichte durch einige Umstellungen und Straffungen viel kraftvoller werden können.
So sterben die Brittle-Brüder ziemlich früh. Danach könnten sich die Wege von Schultz und Django trennen, aber aus einem moralischen Verantwortungsgefühl heraus (vulgo dem Willen des Autors), will Schultz Django bei der Suche nach seiner Frau helfen. Spannender wäre gewesen, wenn sie die Brittle-Brüder erst auf Candyland getroffen hätten. Denn Django geht es nicht nur um die Befreiung seiner Frau, sondern auch um Rache.
Und Django ist als Held der Geschichte einfach ein blasser, weitgehend passiver Charakter, der immer im Schatten des charismatischen Dr. King Schultz steht. Dummerweise stirbt er in dem Film, mit einem herrlich selbstironischen letzten Satz, viel zu früh ungefähr zu Beginn des letzten Filmdrittels – und damit stirbt auch das emotionale Zentrum des Films.
Mit dem Original-“Django“ hat „Django Unchained“ allerdings, abgesehen von Spurenresten, nichts zu tun. Eher schon mit den vielen anderen Italo-Western, die nach dem Erfolg von „Django“ alle einen verkaufsträchtigen „Django“ im Titel hatten und die ihre Geschichte auch oft als ekletische, teils barock ausufernde Nummernrevue mit schwarzem Humor, derber Gewalt und offensichtlichem politischen Subtext erzählten.
Wie gesagt: „Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film, mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise in Kleinstrollen, die dieses Mal unter der Maske von Bart und Dreck kaum bis überhaupt nicht erkennbar sind. Als Tarantino- und Western-Fan hat mir die Nummernrevue, bei der Tarantino einfach die vertrauten Pfade in einem anderen Setting abschreitet, durchaus gefallen.
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Walton Goggins, Dennis Christopher, Don Johnson, Laura Cayouette, James Remar, James Russo, Nichole Galacia, Dana Gourrier, Don Stroud, Bruce Dern, Lee Horsley, Zoe Bell, Michael Bowen, Robert Carradine, Tom Savini, Rex Linn, Ned Bellamy, Michael Parks, Quentin Tarantino, Franco Nero
Gut einstündige Doku, die eindrucksvoll zeigt, wie mit Kinderliedern, Songs (gerne Heavy Metal) und lauten Geräuschen, wie auch im „Krieg gegen den Terror“ gezeigt, gefoltert werden kann und welche weiteren Ideen Militärs und Forscher für eine psychologische Kriegsführung haben.
Gangs of New York (USA/D/I/GB/NL 2002, R.: Martin Scorsese)
Drehbuch: Jay Cocks, Kenneth Lonergan, Steven Zaillian
LV: Herbert Asbury: The Gangs of New York, 1928 (Die Gangs von New York – Eine Geschichte der Unterwelt)
Amsterdam Vallon will den Mörder seines Vaters, den Gangsterboss William Cutting (Bill, the Butcher), töten.
Ausgehend von dieser dürftigen Geschichte entfaltet Martin Scorsese ein atemberaubendes Porträt vom Überlebenskampf, der Verflechtung zwischen Politik und Verbrechen, den Bandenkriegen und den Kämpfen zwischen den verschiedenen Ethnien in Five Points, den Slums von New York, in den Jahren zwischen 1846 bis 1863.
„Gangs of New York ist ein solches Drama der Endzeit einer Herrschaft, in der sich eine gesellschaftliche und familiäre Ordnung durch ihre eigenen Gesetze zerstört, und durch eine Rebellion der Methoden. Eine große Tragödie also, oder eine melancholische Farce; aber wieder projiziert sie Scorsese auf ein eher materialistisch dokumentiertes Stück Zeitgeschichte, mehrere Erzählweisen begegnen einander und werden umso deutlicher, je mehr sie sich zu widersprechen beginnen…Wie die meisten der (auch vom Aufwand her) großen Filme von Martin Scorsese erzählt auch Gangs of New York zunächst eine überaus einfache Geschichte, deren Bedeutung, deren eigentliches Leben sich erst in den Bildern offenbart…Gangs of New York ist auch ein großer Film übers Film-Erzählen.“ (Georg Seeßlen: Martin Scorsese)
Mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Liam Neeson, Brendan Gleeson
Anmerkung
Der Film ist „FSK 16“ und läuft um 20.15 Uhr in einer gekürzten Fassung. Weitere Informationen
Die dritte Staffel der beliebten, witzigen TV-Krimiserie „Leverage“ schließt sich, in jeder Beziehung, unmittelbar an die zweite an. Allerdings scheint den Berufsverbrechern, die der ehemalige Versicherungsagent Nathan Ford (Timothy Hutton) um sich gescharrt hat, ihre neue Arbeit inzwischen so gut zu gefallen, dass sie überhaupt nicht mehr ihrer früheren Arbeit nachgehen wollen.
Denn während die Trickdieben Sophie Deveraux (Gina Bellman), die Einbrecherin Parker (kein Vorname) (Beth Riesgraf), der Schläger Eliot Spencer (Christian Kane) und der Hacker Alec Hardison (Aldis Hodge) früher für ihren eigenen Geldbeutel das Gesetz übertraten, tun sie es jetzt für die gute Sache: nämlich für den machtlosen, grundehrlichen kleinen Mann, der sich gegen die Umtriebe der Bösewichter nicht wehren kann.
So kämpfen sie immer noch gegen skrupellose Bösewichter, die ihre Stellung und Gesetzeslücken ausnutzen, sich auf Kosten von Mitarbeitern und Angestellten bereichern, Menschen um ihr Erspartes bringen und, wenn alle Stricke reißen, sie ihre hochbezahlten Anwälten losschicken, um sie vor einer Bestrafung zu bewahren.
In der Auftaktfolge der dritten „Leverage“-Staffel „Hinter Gittern“ muss das Leverage-Team ihren Kopf Nathan Ford aus dem Gefängnis befreien. Wie er in das Gefängnis kam, wurde im Staffelfinale der zweiten Staffel erzählt. Aber vor seiner Befreiung will Nathan einem anderen Inhaftiertem helfen. Und, es gibt sogar so etwas wie einen folgenübergreifenden Plot. Denn eine mysteriöse Italienerin, erpresst Nathan. Er soll innerhalb eines halben Jahr den mächtigen Gangster Damien Moreau (Goran Visnjic) aus dem Verkehr ziehen. Wenn er es nicht schafft, wird das Leverage-Team vernichtet. Die Jagd nach Moreau spielt allerdings in den meisten Folgen der dritten Staffel keine Rolle. Erst zum Staffelfinale hin bemüht das Leverage-Team sich erkennbar, Moreau zu vernichten.
Davor bewegen die meisten Jobs sich in für das Team (und für uns Zuschauer) bekannt-vergnüglichen Bahnen: während einer Highschool-Reunion versuchen sie einem Software-Unternehmer das Passwort zu entlocken. Sie wollen den verbrecherisch-skrupellos-machtgierigen Bruder eines beliebten afrikanischen Präsidenten ausnehmen, einen betrügerischen Country-Musik-Produzenten und einen ebenso betrügerischen Gebrauchtwagenverkäufer (Ja, es soll auch ehrliche Verkäufer geben.) überführen, einen skrupellosen Minenbesitzer aus dem Verkehr ziehen und den Verkauf eines gefährlichen Medikaments verhindern. Sie geraten an eine Miliz und müssen, immerhin gehört eine Weihnachtsfolge zum guten Serienton, einem geschassten Kaufhaus-Weihnachtsmann helfen.
Es gibt auch, neben der Weihnachtsfolge (die sogar gelungen ist) einige vergnügliche Abweichungen von der bekannten „Leverage“-Formel. So versucht Parker in „Solo für Parker“, zusammen mit ihrem Mentor (Richard Chamberlain), einen Einbruch auf eigene Faust durchzuziehen. Aber es läuft nicht wie geplant. Nathan führt in „Im Namen des Vaters“ sein Team in einen Kampf mit seinem Vater (Tom Skerritt), zu dem er eine sehr problematische Beziehung hat. Und, wir ahnen es bei dem Titel „The Rashomon Job“ (der deutsche Titel „Nachts im Museum“ ist etwas banal), dass Sophie, Alex, Eliot und Parker, als sie sich an einen schon Jahre zurückliegenden Diebstahl erinnern, den sie zufällig gleichzeitig, aber jeweils auf eigene Rechnung durchführten, die Ereignisse und die anderen ganz anders wahrgenommen haben. Und auch Nathan war als Versicherungsdetektiv in diesem Museum.
Insgesamt unterscheidet sich die dritte „Leverage“-Staffel nicht von den beiden vorherigen Staffel an: es ist sehr gut gemachte, kurzweilig-leichtgewichtig-humorvolle Unterhaltung, mit einem ernsten Unterton.
Im Fernsehen zeigt Vox ab Montag, den 21. Januar, um 21.15 Uhr die letzten Folgen der vierten Staffel. In den USA lief am 25. Dezember 2012 „The Long Good-Bye Job“ (Raymond Chandler!), die letzte Folge der fünften Staffel, die auch das Serienfinale ist. Das ist zwar schade, aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.
Das Bonusmaterial der dritten Staffel ist dagegen eher enttäuschend und mit 23 Minuten nicht besonders umfangreich ausgefallen. Denn die meisten Featurettes sind mit zwei bis drei Minuten zu kurz ausgefallen, um wirklich einen tieferen Einblick in das Thema zu geben. Bei „Hinter den Kulissen“ gibt es immerhin einige Informationen zum Dreh des Staffelfinales und die Outtakes, über fünf Minuten, sind sogar größtenteils witzig, weil die Outtakes flott zusammengeschnitten sind und die Schauspieler viel lachen – und Lachen bekanntlich eine ansteckende Wirkung hat.
Leverage – Staffel 3 (Leverage, USA 2010)
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison), Jeri Ryan (Tara Cole)
–
DVD
Edel
Bild: 1,78:1 (16:9 PAL)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 & 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Am Set mit Coulton und Aboud: die neuen Autoren von „Leverage“, Hinter den Kulissen mit den Autoren von „Leverage“, Was macht ein Produzent bei „Leverage“, Unveröffentlichte Szenen, Hinter den Kulissen, Outtakes (insgesamt 23 Minuten ohne Untertitel)
Den Film müsst ihr unbedingt aufnehmen. Denn er lief zuletzt vor zehn Jahren im TV (kein wirklich gutes Argument), ist nicht auf DVD erhältlich (auch kein gutes Argument) und ein Klassiker.
Francois Truffauts Spielfilm ist eine Liebeserklärung an das Kino, ein Blick hinter die Kulissen, eine liebevolle Demystifikation und Mystifikation des Filmemachens. Denn er erzählt von den Problemen, die es bei den Dreharbeiten für einen Film gibt.
„Die amerikanische Nacht“ war für vier Oscars (unter anderem Beste Regie und Bestes Drehbuch) nominiert, erhielt den Oscar als Bester Ausländischer Film und erhielt – beeindruckende – elf weitere Filmpreise. Denn damals gab es noch nicht so inflationär viele Filmpreise wie heute.
mit Jacqueline Bisset, Valentina Cortese, Alexandra Stewart, Jean-Pierre Aumont, Jean-Pierre Léaud, Francois Truffaut, jean Champion, Nathalie Baye, David Markham, Graham Greene
Der Ghostwriter (Fr/D/GB 2010. R.: Roman Polanski)
Drehbuch: Robert Harris, Roman Polanski
LV: Robert Harris: The Ghost, 2007 (Ghost, Der Ghostwriter)
Ein Autor soll innerhalb weniger Tage die Biographie des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang ghostwriten. Als Lang wegen Kriegsverbrechen im „Krieg gegen den Terror“ angeklagt wird, beginnt der gänzlich unpolitische Autor auf eigene Faust zu recherchieren.
mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams (die eigentlich viel zu jung für ihre Rolle ist), Kim Cattrall, Tom Wilkinson, James Belushi, Timothy Hutton, Eli Wallach (die letzten drei haben nur Kleinstrollen)
Ein Häftling (Edward Norton) will vorzeitig entlassen werden. Dafür muss er einen Gutachter (Robert De Niro) von seiner Läuterung überzeugen.
„Stone“ (so der Original- und DVD-Titel) ist wirklich kein Meisterwerk, bei der Besetzung sogar ein ziemlich enttäuschendes Drama, aber einen besseren Termin für die TV-Erstausstrahlung hätten die Programm-Macher sicher finden können.
Während des Abspanns fragt man sich, warum man sich von so einem Film zwei Stunden seines Lebens stehlen ließ. Warum De Niro und Norton, die ihre Rollen desinteressiert-lieblos runterspielen, zusagten, fragte man sich schon während des Films. Warum das zähe Drama bei uns seine Premiere auf DVD erlebte, ist allerdings schon vor dem ersten Zusammentreffen von De Niro und Norton, die in den vergangenen Jahren keine glückliche Hand bei ihrer Rollenauswahl hatten, klar. Der von Robert De Niro gespielte Jack Mabry ist uns egal. – Mehr, auch Interviews mit den Hauptdarstellern, in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Robert De Niro, Edward Norton, Milla Jovovich, Frances Conroy
Wenn du in der Einöde einen Koffer voller Geld entdeckst, nimm ihn nicht mit. Denn das endet, wie wir aus zahlreichen Noirs wissen, für den Protagonisten immer tödlich.
Wenn du diesen Koffer allerdings, wie es sich für einen gesetzestreuen Bürger gehört, auf der nächsten Polizeistation abgibst, bist du, wie Craig Lahiffs Noir „Swerve – Falscher Ort, falsche Zeit“ beweist, trotzdem nicht auf der sicheren Seite.
Denn Colin (David Lyons), so heißt dieses Mal der Unglücksvogel, entdeckt nach einem Autounfall auf einer einsamen australischen Landstraße in dem einen Auto eine Aktentasche voller Geld und eine männliche Leiche, die vorher bei einem Drogendeal den Drogenkäufer kaltblütig ermordete. In dem anderen Auto sitzt Jina (Emma Booth), eine Schönheit, die gerade die Gegend verlassen wollte und den Unfall verursachte. Colin bringt Jina zurück zu ihrem Haus. Das Geld übergibt er dem örtlichen Sheriff. Frank (Jason Clarke, demnächst „Zero Dark Thirty“) ist zwar nett und hilfsbereit, aber auch etwas merkwürdig und verheiratet mit Jina, die für das Kaff und ihren Mann ein viel zu heißer Feger (Klischee Absicht) ist. Entsprechend schnell baggert sie Colin an (Flirten kann man ihren nächtlichen Annäherungsversuch im Swimmingpool nicht nennen). Wahrscheinlich ist Frank deshalb auch etwas eifersüchtig.
Und dann ist da noch ein blonder Killer, der wortkarg, aber äußerst effektiv seine Arbeit, die Suche nach dem Geld, erledigt. Eigentlich überlebt niemand die Begegnung mit ihm. Dumm nur, dass Frank und Jina, auf getrennten Wegen den Ort verlassen wollen, das Geld als willkommene Starthilfe für ein neues Leben betrachten und der harmlose Colin zwischen die Fronten gerät.
„Swerve – Falscher Ort, falsche Zeit“ ist ein Noir by the Numbers, der kaum ein Klischee auslässt und gerade in den ersten beiden Dritteln an Oliver Stones ungleich gelungenere John-Ridley-Verfilmung „U-Turn“ (allerdings ohne die Stonesschen Kameraexzesse) erinnert. Sogar ein merkwürdiger Automechaniker versucht in „Swerve“ Colins Auto zu reparieren. Im letzten Drittel gibt es dann eine Storyvolte, die plötzlich das Geld links liegen und den Film zu einem banalen Eifersuchtsdrama mutieren lässt.
Swerve – Falscher Ort, falsche Zeit (Swerve, Australien 2011)
Regie: Craig Lahiff
Drehbuch: Craig Lahiff
mit Jason Clarke, Emma Booth, David Lyons, Travis McMahon, Roy Billing, Chris Haywood, Vince Colosimo
–
DVD
Ascot-Elite
Bild: 1,35:1 (16:9, PAL)
Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Erin Brockovich – Eine wahre Geschichte (USA 1999, R.: Steven Soderbergh)
Drehbuch: Susannah Grant
Erin Brockovich ist eine wandelnde Katastrophe: keine Ausbildung, drei Kinder, alleinerziehend, quasi pleite, nicht auf den Mund gefallen und mit Kleidungsvorstellungen, die nicht eine Anwaltskanzlei passen. Dennoch hilft sie in der Kanzlei von Ed Masry aus und stößt zufällig auf einen Umweltskandal, in den sie sich verbeißt. Der Fall wird zu einem der größten Schadenersatzprozesse der USA.
Auf einem wahren Fall beruhende, märchenhafte David-gegen-Goliath-Geschichte, die Soderbergh locker-leicht inszenierte. Er landete damit einen Kassen- und Kritikererfolg.
„Soderbergh (…) gibt einem jedenfalls den Glauben an Hollywood wieder. Als ich das Kino verließ, dachte ich: It’s a wonderful life!“ (Hans Schifferle, Schnitt 2/2000)
Julia Roberts erhielt einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Außerdem war der Film in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“ und „Bester Nebendarsteller“ (Albert Finney) nominiert.
Außerdem war Susannah Grants Drehbuch für den Edgar Allan Poe Award und den Preis der Writers Guild of America nominiert.
mit Julia Roberts, Albert Finney, Aaron Eckhart, Marg Helgenberger, Cherry Jones, Peter Coyote, Erin Brockovich (Cameo als Kellnerin)
Die DVD enthält neben dem Film auch den Alternativen Director’s Cut, einen Audiokommentar von Soderbergh und Grey und einen „Blick hinter die Kulissen“.
Hat „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ und „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht über die Banalität des Bösen“ geschrieben.
Und wenn Ihr Wissen über Hannah Arendt ungefähr jetzt erschöpft ist, dürfte es ihnen wie mir gehen.
Aber das ist auch keine schlechte Ausgangsposition, um sich Margarethe von Trottas neuen Film anzusehen, der ganz banal „Hannah Arendt“ heißt und vier Jahre aus ihrem Leben als reife Frau erzählt. Es sind die Jahre, in denen die damals hochgeachtete Philosophin in New York lebte, am Brooklyn College in New York lehrte, einen Kreis teils deutschstämmiger Intellektueller um sich gescharrt hatte (entsprechend flüssig wechseln sie in ihren Gesprächen die Sprachen) und sich normalerweise an ihr Alterswerk gemacht hätte, wenn nicht der Mossad 1960 Adolf Eichmann in Argentinien gefangen genommen hätte und der noch junge Staat Israel ihn vor Gericht stellen wollte. Nur vor welches? Eine internationale Gerichtsbarkeit, wie wir sie heute kennen, gab es noch nicht und Deutschland hatte an so einem Prozess überhaupt kein Interesse. Also wurde Eichmann in Jerusalem vor ein Gericht gestellt und die am 14. Oktober 1906 geborene, 1933 nach kurzer Inhaftierung aus Deutschland geflüchtete Jüdin Hannah Arendt, die bis dahin gut in ihren philosophischen Gedankengebäuden lebte, wollte in Israel den Prozess beobachten und darüber schreiben.
Margarethe von Trotta zeigt in ihrem fantastischen Film die Konfrontation der Denkerin mit dem Bürokraten und welche Folgen das für ihr Denken hatte. Dabei bleibt sie anscheinend immer sehr nahe bei den Fakten und dem damaligen Wissen. Denn neuere Forschungen über Eichmann zeichnen ein anderes Bild von ihm. Jedenfalls wollte Eichmann vor Gericht für sein Handeln keine Verantwortung übernehmen. Er habe schließlich nur Befehle befolgt. Und das sagte der unscheinbar-ungelenkte Bürokrat in ebenso bürokratischen und grammatikalisch haarsträubenden Sätzen. Dieser Unterschied zwischen monströsen Taten und unscheinbarer Person brachte Arendt auf ihren weltberühmten Begriff „die Banalität des Bösen“. In der mit zweijähriger Verspätung erschienenen Artikelserie „Eichmann in Jerusalem“ für den „The New Yorker“ und dem darauf basierendem Buch weigerte sie sich, Eichmann, wie man es von ihr erwartet hatte, zu dämonisieren. Stattdessen beschrieb sie ihn, wie sie ihn während des Prozesses erlebte und griff auch die Rolle der Judenräte an.
Sie erhielt hasserfüllte Briefe, wurde von anderen Juden angegriffen und auch Freunde wanden sich von ihr ab. Von Trottas Film endet mit einer Rechtfertigungsrede von Hannah Arendt in einem überfüllten Hörsaal, die gerade in ihrer Sprödigkeit und intellektuellen Schärfe, wie der gesamte Film, beeindruckt.
Die Regisseurin, die vor allem für ihre Porträts starker Frauen, wie „Rosa Luxemburg“, bekannt ist, zeigt Hannah Arendt (glänzend gespielt von Barbara Sukowa) als kantige, teils harsche, immer scharfsinnige Denkerin, die Spaß am intellektuellen Diskurs hatte, heftig streiten konnte und dabei niemals ihre Freundschaften vergaß. So endet mehr als ein lautstarker Disput mit einem „So, und jetzt ist gut. Lasst uns einen Tee trinken!“ und einem kleinmädchenhaftem Lachen.
Sie stand für ihre Überzeugungen, verteidigte sie, hörte aber auch den anderen zu und war bereit ihre Meinung zu ändern, weil sie verstehen und nicht verurteilen wollte. – Und gerade hier zeigt sich in ihrem Charakter und in ihrer fast ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Auseinandersetzung über ihre Texte über Eichmann (zuerst die Zeitungsartikel, später das Buch) die Aktualität des Films, der fragt, ob wir selbst denken wollen, ob wir für unsere Überzeugungen kämpfen wollen und wie wichtig uns Freundschaften sind.
Dabei ist „Hannah Arendt“ kein in blinder Ehrfurcht erstarrendes Heldinnenporträt, sondern ein mitreisendes Stück Kino, das auch einen Einblick in die damalige Ostküsten-Intellektuellenszene und das damalige Denken liefert, mit scharfzüngigen Dialogen, die, aufgrund des Themas und der Charaktere, in Richtung Thesentheater gehen. Denn wenn der „Tribe“, wie der Intellektuellenzirkel, der sich regelmäßig in Hannah Arendts Wohnung traf, miteinander stritt, dann stritten einige der größten Denker des Jahrhunderts miteinander.
Hannah Arendt (Deutschland 2012)
Regie: Margarethe von Trotta
Drehbuch: Pamela Katz, Margarethe von Trotta
mit Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch, Ulrich Noethen, Michael Degen, Victoria Trauttmansdorff, Klaus Pohl, Nicholas Woodeson
Der Bauch des Architekten (GB/I 1987, R.: Peter Greenaway)
Drehbuch: Peter Greenaway
Ein Architekt erlebt während der Vorbereitungen für eine Ausstellung in Rom eine ausgewachsene Sinnkrise.
„Ein schrecklich deprimierender Film – und ein Lehrstück über das Sehen und Bilden, unter anderem, ein Film von ausgesuchter optischer Raffinesse, voller dunkelleuchtender Farben.“ (Fischer Film Almanach 1988)
Aber: „Die Filme funktionieren freilich auch auf der schlichten narrativen Ebene, sind unterhaltsam und komisch.“ (ebenda)
Damals war der Avantgarde-Künstler Peter Greenaway nach seinem Spielfilmdebüt „Der Kontrakt des Zeichners“ (The Draughtsman’s Contract) und dem unbekannteren „Eine Z und zwei Nullen“ (A Zed & two Noughts) und vor „Verschwörung der Frauen“ (Drowning by Numbers), „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ (The Cook, the Thief, his Wife and her Lover) und „Prosperos Bücher“ (Prospero’s Books) auf dem Höhepunkt seiner Bekanntheit als Filmregisseur.
Heute ist eine der seltenen Gelegenheiten den „Bauch des Architekten“ zu bewundern.
mit Brian Dennehy, Chloe Webb, Lambert Wilson, Sergio Fantoni
Scoop – Der Knüller (GB/USA 2006, R.: Woody Allen)
Drehbuch: Woody Allen
Auf Wunsch eines frisch verstorbenen Star-Reporters ermitteln ein Magier (Allen gewohnt panisch) und eine junge Journalistin (Johansson ungewohnt tapsig) in einem Mordfall.
Nach dem hochgelobten Krimi „Matchpoint“ gab es mit „Scoop“ wieder einen typischen Allen-Film bei dem die in seiner damaligen Heimat Großbritannien spielende Krimigeschichte nur der Aufhänger für Witze ist. Danach drehte er in England noch den Krimi „Cassandras Traum“ und ging dann nach Spanien.
mit Scarlett Johansson, Woody Allen, Hugh Jackman, Ian McShane, Anthony Head
Heute, vor einigen Stunden, war in Berlin eine Pressekonferenz zu „Django Unchained“ mit Regisseur und Autor Quentin Tarantino und fast allen Hauptdarstellern des Westerns, nämlich Jamie Foxx, Christoph Waltz, Kerry Washington und Samuel L. Jackson.
James Bond 007 – Ein Quantum Trost (GB 2008, R.: Marc Forster)
Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
LV: Ian Fleming: Quantum of Solace, 1960 (Das Minimum an Trost, Ein Minimum an Trost [Kurzgeschichte])
Die Story aka Der Vorwand für ganz viele, ganz doll im schlechten Jason-Bourne-Stil zerschnipselten Verfolgungsjagden und Actionszenen: James Bond will den Tod von seiner Geliebten Vesper Lynd rächen und legt sich mit der geheimnisvollen Organisation Quantum (ist wahrscheinlich ein Nachfolger von Spectre) an.
Auch wenn der zweite Einsatz von Daniel Craig als James Bond nicht der schlechteste Bond aller Zeiten ist, hat er jedenfalls einen Platz in den Top Drei. Denn „Octopussy“ ist auch ziemlich mies und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ hat bei mir den Einer-der-ersten-Bond-Filme-die-ich-gesehen-habe-Bonus. Die anderen waren „Diamantenfieber“, „In tödlicher Mission“ und, ich glaube, „Feuerball“ – und immer im Kino; ach, das wissen die Jüngeren wahrscheinlich nicht: bis in die neunziger Jahre liefen auch ältere Filme auch in der Provinz immer wieder in normalen Kinos
Mit Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Gemma Arterton, Jeffrey Wright, Jesper Christensen, Rory Kinnear
Big Fish – Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht (USA 2003, R.: Tim Burton)
Drehbuch: John August
Literaturvorlage: Daniel Wallace: Big Fish – A Novel of Mythic Proportions, 1998 (Big Fish)
Vertreter Edward Bloom ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Sein Sohn Will, der hinter den Geschichten nie den wahren Edward Bloom sah, brach deshalb vor Jahren entnervt den Kontakt zu ihm ab. Jetzt sitzt er an Edwards Sterbebett und versucht zum letzten Mal die Beziehung zu seinem Vater zu kitten. Aber dieser erzählt nur wieder einmal die altbekannten Geschichten aus seinem Leben und erfindet einige neue dazu.
Das Buch, eine lockere Sammlung von Episoden, ist bestenfalls solala. Aber der Film, der sich in vielen Teilen von dem Buch entfernt, die Episoden aus dem Buch und zahlreiche neue zu einer Biographie zusammenfügt und dabei das Thema des Buches deutlicher herausarbeitet, ist eine zwischen trister Realität und farbenfreudiger Fantasie wechselnde Liebeserklärung an das Erzählen von Geschichten, die am Ende doch nicht so erfunden sind, wie der Sohn immer annahm.
Mit Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, Jessica Lange, Helena Bonham Carter, Loudon Wainwright III, Steve Buscemi, Danny DeVito, Daniel Wallace (Econ Professor)
Als auf den zurückgezogen lebenden Ex-CIA-Agenten Frank Moses (Bruce Willis) ein Anschlag verübt wird (danach sind die drei Angreifer tot), trommelt er einige alte Kumpels (Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren) zusammen und gemeinsam zeigen sie der CIA, zu was die alten Säcke fähig. Den das Kürzel „R. E. D.“ in der CIA-Akte bedeutet „retired, extremely dangerous“.
Köstlich-kurzweilige Actionkomödie, die die schlanke Comicvorlage mit Humor, mehr Story und mehreren Ex-CiA-Agenten aufbrezelt. Aufgrund des großen Erfolgs dürfen die extrem gefährlichen CIA-Ruheständler dieses Jahr wieder zuschlagen.
Wahrscheinlich ist die 20.15-Uhr-Ausstrahlung gekürzt; die Wiederholung müsste ungekürzt sein.
mit Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman, John Malkovich, Mary-Louise Parker, Karl Urban, Ernest Borgnine, Brian Cox, James Remar, Richard Dreyfuss