Neu im Kino/Filmkritik: „Lady Vegas“ verzockt sich

Juli 19, 2012

Lady Vegas“ basiert auf der ‚Biographie‘ „Lay the Favorite: A Memoir of Gamblin“ von Beth Raymer und die Geschichte hat auch etwas: da macht sich eine Kleinstadtstripperin (Rebecca Hall) aus Florida auf nach Las Vegas, um dort als Kellnerin in einer Cocktailbar ihr Glück zu versuchen. Von dem Job hat sie keine Ahnung; was auch egal ist, weil diese Jobs in Las Vegas nur an Gewerkschaftsmitglieder vergeben werden und sie daher keine Chance hat. Über eine Empfehlung stolpert sie in das Büro von Dink Heimowitz (Bruce Willis) und er ist begeistert von ihrem Talent für Zahlen. Denn Dink verdient mit Wetten sein Geld.

Beth wird, unter den fürsorglichen Händen der Zockerlegende, zu, so der Werbetext, „einer der besten Buchmacherinnen der Wettbranche“.

Das ist doch ein gut abgehangener Plot, der in einem faszinierendem Milieu vor einer prächtigen Kulisse erzählt wird.

Was kann da schief gehen?

Nun, schon während der ersten Begegnung von Beth (Rebecca Hall) und Dink (Bruce Willis), sagt Dink, dass er zufrieden sei, wenn er mehr gewinne als verliere. Damit ist das hier betriebene professionelle Glücksspiel ein Job, der zwar mit großen Emotionen (wenn sie in Dinks Büro ein im Fernsehen laufendes Pferd anfeuern als ginge es um das Abwenden des Weltuntergangs) einhergeht, aber auch nicht sonderlich riskant ist. Immerhin gewinnt Dink auf lange Sicht genug, um sich, seinen beiden Mitarbeitern (die er ungefähr im Wochentakt feuert und wieder einstellt) und seiner Frau Tulip (Catherine Zeta-Jones, die als Hausdrache eifersüchtig über Dink wacht) ein luxuriöses Leben zu sichern.

Es geht also um nichts. Es gibt keine existentielle Bedrohung für die Charaktere. Sie lassen sich alle von der einen Wette zur nächsten treiben. Sie ergreifen eine Chance, wenn sie sich bietet und sie dafür kein allzu großes Risiko, hm, ein überschaubares Risiko, ach, eigentlich überhaupt kein Risiko, eingehen müssen.

Und auch wenn Beth gegen Ende in New York bei Rosie (Vince Vaughn), dem sehr großmäuligem und aus dramaturgischen Gründen von Drehbuchautor D. V. DeVincentis (auch Autor des Frears-Films „High Fidelity“) erfundenem Gegenstück zu Dink, ihr Glück versucht und in einen ziemlichen Schlamassel gerät, aus dem sie dann doch arg einfach und mit der bereitwillig und selbstlos gewährten Hilfe von Dink, seiner Frau und seinen Angestellten (also Beths neuer Familie) herauskommt, dient der Lärm, die fast immer hoffnungslos übertriebenen Emotionen der Schauspieler, nur dazu, die Leere des Drehbuchs zu übertünchen. Aber das gelingt nicht.

Vor allem die ständige Überdrehtheit von Rebecca Hall nervt. Sie kreischt und quieckt sich durch den Film, als würde sie nach Lautstärke bezahlt werden. Mich nervte dieses Gehabe schon nach fünf Minuten und in einem Lokal würde ich möglichst schnell vor so einer Person flüchten.

Dass „Lady Vegas“ sich dann auch nie entscheiden kann, ob es ein Drama, eine Komödie oder eine Milieustudie sein will, führt dazu, dass die Genres und Stile sich gegenseitig im Weg stehen und so eine undramatisch-unwitzige vor sich hin plätschernde Dramedy entstand, die definitiv nicht zu Stephen Frears besten Arbeiten, wie „Mein wunderbarer Waschsalon“, „Gefährliche Liebschaften“, „The Grifters“ (nach einem Roman von Jim Thompson und einem Drehbuch von Donald E. Westlake) und „Die Queen“, gehört.

Lady Vegas (Lay the Favorite, USA/GB 2012)

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: D. V. DeVincentis

LV: Beth Raymer: Lay the Favorite: A Memoir of Gambling, 2010

mit Rebecca Hall, Bruce Willis, Catherine Zeta-Jones, Vince Vaughn, Joshua Jackson, Laura Prepon, Frank Grillo, Wayne Pére, John Carroll Lynch, Corbin Bernsen

Länge: 94 Minuten

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lady Vegas“

Rotten Tomatoes über „Lady Vegas“

Wikipedia über „Lady Vegas“

 


TV-Tipp für den 19. Juli: Die Verachtung

Juli 19, 2012

3sat, 22.25

Die Verachtung (Frankreich/Italien 1963, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Alberto Morovia: Il Desprezzo, 1954 (Die Verachtung)

Drehbuchautor Paul soll das Drehbuch für einen Film über die Abenteuer von Odysseus auf der Insel Capri schreiben. Dort sind, neben ihm, seine Frau, der Produzent, der ein Auge auf Pauls Frau Camille geworfen hat, und der Regisseur. Camille, die an Pauls Liebe zweifelt, beginnt ihn zunehmend zu verachten.

Godards anspielungs- und zitatenreiche Satire auf das Filmbusiness, gedreht mit viel Geld, Brigitte Bardot und Fritz Lang als Regisseur.

mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Fritz Lang, Georgia Moll, Jean-Luc Godard, Raoul Coutard

Hinweise

Wikipedia über „Die Verachtung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“

Jean-Luc Godard und Fritz Lang in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Juli: Belle de jour

Juli 18, 2012

3sat, 23.10

Belle de jour – Schöne des Tages (F/I 1967, R.: Luis Buñuel)

Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière

LV: Joseph Kessel: Belle de jour, 1928 (Belladonna; La belle de jour- Die Schöne des Tages)

Arztgattin Séverine langweilt sich. Als Lebemann Husson sie mit Madame Anais und ihrem Etablissement für erotische Wünsche und Fantasien bekannt macht, beginnt Séverine ein Doppelleben.

Einer von Buñuels zugänglichsten Filmen über die Doppelmoral des Großbürgertums. Er erhielt den Goldenen Löwen in Venedig und war bei Kritik und Zuschauern ein Erfolg. Deneuve war danach auf die Rolle der kühlen Blondine festgelegt.

Mit Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page

Hinweise

Wikipedia über “Belle de jour”

3sat über “Belle de jour”


TV-Tipp für den 17. Juli: Quartett im Bett

Juli 17, 2012

RBB, 22.45

Quartett im Bett (D 1968, R.: Ulrich Schamoni)

Drehbuch: Ulrich Schamoni

Die Jacob Sisters und Insterburg & Co. machen Kreuzberg unsicher.

Extrem selten gezeigter Szeneklamauk des Berliners Ulrich Schamoni (9. November 1939 – 9. März 1998), der auch „Es“, einen der Klassiker des Neuen Deutschen Films, drehte.

Schamoni zeigt das Berlin unserer Tage und beschwört dabei das Bild einer heimeligen friedlichen Stadt. Politischer Zündstoff wird mühelos in dieses Bild integriert. Das gelingt Schamoni, indem er gesellschaftliche Tatbestände ihrer Zusammenhänge beraubt, sie zu bloßen Phänomenen reduziert.“ (Klaus Bädekerl, Filmkritik, 1969)

Eine peinliche Aneinanderreihung flauer, kabarettistisch gemeinter Gags mit der damals populären Band ‚Insterburg & Co.‘ – einer Komiker-Truppe, die aus de rebellischen 68er-Stimmung kräftig Kapital schlug und als Trittbrettfahrer bei der Studentenbewegung mitfuhr.“ (Lexikon des internationalen Films)

Der Film erhielt den Ernst-Lubitsch-Preis – und Karl Dall machte später jeden Scheiß mit.

mit Ingo Insterburg, Karl Dall, Jürgen Barz, Peter Ehlebracht, Johanna Jacob, Eva Jacob, Hannelore Jacob, Rosi Jacob, Rainer Basedow

Hinweise

RBB über „Quartett im Bett“

Filmportal über „Quartett im Bett“

Schamoni Film und Medien GmbH über „Quartett im Bett“

Wikipedia über Ulrich Schamoni

Insterburg und Co. (Fanseite) über „Quartett im Bett“ (viele Filmbilder)


TV-Tipp für den 16. Juli: Der Tod kennt keine Wiederkehr

Juli 15, 2012

Arte, 20.15

Der Tod kennt keine Wiederkehr (USA 1973, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Leigh Brackett

LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird. – Eine der besten Chandler-Verfilmungen!

Leigh Brackett (1915 – 1978, Schriftstellerin, außerdem schrieb sie die Drehbücher zu „Tote schlafen fest“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, „Krieg der Sterne: Das Imperium schlägt zurück“) sagte zu ihrer und Altmans Vorstellung von der Figur Marlowe: „Ich sehe Marlowe so, wie Chandler ihn sah, als Verlierer. Aber ein wirklicher Verlierer, nicht der falsche Gewinner, den Chandler aus ihm machte. Ein Verlierer auf der ganzen Linie….Goulds Marlowe ist ein Mann von simpler Redlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und vollständiger Integrität. Alles, was wir machten, war, ihn von den Attributen eines falschen Helden zu befreien. Chandler Marlowe wusste immer mehr als die Polizei. Er konnte zu Brei geschlagen werden, aber er kam immer irgendwie ungeschoren davon. Nur aufgrund bloßer Kraft der Persönlichkeit, professioneller Sachkenntnis und Frechheit war er im Vorteil. Wir meinten ´Solch ein Mann besitzt keinen Vorteil. Er wird rumgestoßen. Die Leute nehmen ihn nicht ernst. Sie wissen nicht, was mit ihm los ist, und es kümmert sie auch nicht´. Also wurde aus dem harten Typ Marlowe ein Gefoppter.“ (Take One)

Pflaum dazu: „Altmann hat Marlowe so gründlich demystifiziert, dass dem Zuschauer in jedem Moment bewußt ist: dieser Mann übernimmt sich, und es ist allein eine Frage der Zeit, bis sich das rächt. Der Held Raymond Chandlers ist nie gefährdeter, nie sterblicher gewesen als in The long goodbye; Altman hat dem Roman auf seine Weise die realistische Dimension zurückgegeben, die er, unter anderen Vorzeichen, einmal hatte“ (Hans Günther Pflaum in Robert Altmann, Hanser Reihe Film 25)

Mit Elliott Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell, Henry Gibson, David Carradine (Cameo), Arnold Schwarzenegger (eigentlich auch ein Cameo-Auftritt)

Wiederholung: Freitag, 27. Juli, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Thrilling Detective über Raymond Chandler und Philip Marlowe

Wikipedia über Raymond Chandler (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. Juli: Familiengrab

Juli 15, 2012

RBB, 22.00

Familiengrab (USA 1976, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”; „Auf der Spur“)

Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.

Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.

Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.

Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt

Hinweise

Wikipedia über Victor Canning

Kaliber .38 über Victor Canning

Fanseite über Victor Canning

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Juli: Der Texaner

Juli 14, 2012

ARD, 22.30

Der Texaner (USA 1976, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Phil Kaufman, Sonia Chernus

LV: Forrest Carter: The Rebel Outlaw: Josey Wales, 1973 (Gone to Texas; The Outlaw Josey Wales; Josey Wales

Missouri, während des Bürgerkriegs: Marodierende Nordstaatler bringen die Familie von Farmer Josey Wales um. Er schwört Rache, schließt sich den Südstaatlern an, ergibt sich nicht am Ende des Bürgerkrieges, wird als Outlaw gejagt und will irgendwann nur noch seine Ruhe haben. Aber langsam hat er eine Ersatzfamilie im Schlepptau.

Ein feiner Western

mit Clint Eastwood, Chief Dan George, Sondra Locke, Bill McKinney, John Vernon, Paula Trueman, Sam Bottoms

Hinweise

Wikipedia über “Der Texaner” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Hereafter – Das Leben danach” (Hereafter, USA 2010)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Juli: Im Dreck verreckt

Juli 12, 2012

RBB, 00.00

Im Dreck verreckt (F/Mex/I 1968, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: John D. Carrick: The Vulture, 1966 (Der Geier)

Lino Ventura spielt einen Profikiller, der in Südamerika den Landespräsidenten umbringen soll.

Spannender, in Mexico gedrehter, Abgesang auf den Homme Solitaire.

Auch bekannt als „Fremder, wohin gehst du?“

Hinweise

Homepage von/über José Giovanni

Wikipedia über José Giovanni (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über José Giovanni

Meine Besprechung des Films “Die Abenteurer” (nach einem Buch von José Giovanni, mit Lino Ventura)

Kriminalakte über José Giovanni und Lino Ventura


Neu im Kino/Filmkritik: Noomi Rapace hat Angst vor dem „Babycall“

Juli 12, 2012

Noomi Rapace haben wir in den letzten Jahren als Lisbeth Salander in den Stieg-Larsson-Verfilmungen „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ und als ebenfalls schlagkräftige Zigeuner-Wahrsagerin in Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ kennen gelernt – und in Ridley Scotts Irgendwie-„Alien“-Prequel „Prometheus“ scheint sie wieder kein verhuschtes Mäuschen zu spielen.

Aber genau das spielt sie in Pål Sletaunes neuem Film „Babycall“ und allein schon dieser Besetzungscoup verschafft dem Psychothriller die nötige Aufmerksamkeit. Dabei ist die Story, die sich auf die von Noomi Rapace grandios gespielte Anna konzentriert, auch gut.

Anna ist die sehr verängstigte und überfürsorgliche Mutter des achtjährigen Anders. Sie hat auch allen Grund dazu. Ihr gewalttätiger Mann hatte Anders während eines Streits aus dem Fenster eines höheren Stockwerks gehalten. Danach bekamen Anna und Anders vom Sozialamt eine neue Identität und eine neue Wohnung in einer anonymen Mietskaserne. Hier könne, versichern ihr ihre beiden Sozialarbeiter beim Einzug, ihr Mann sie niemals finden.

Die zutiefst traumatisierte und verängstigte Anna will die ihr gebotene Chance auf ein neues Leben ergreifen. Gleichzeitig lässt sie, aus lauter Angst um das Leben von Anders, ihren Sohn nur neben sich im Bett schlafen. Sogar in der Schule würde sie am liebsten während des Unterrichts neben ihm sitzen.

Erst als die sie betreuenden Sozialarbeiter, ihr sagen, dass sie, wenn Anders nicht in seinem Zimmer schlafen dürfe, das Sorgerecht verliere, lässt sie ihn nachts alleine schlafen. Davor hat sie allerdings ein Babyphon gekauft. So hört sie immer, dass mit ihrem Sohn alles in Ordnung ist.

In der Nacht wird sie wach. Durch das Babyphon hört sie einen Streit. Aber Anders schläft friedlich in seinem Bett.

Etwas später erzählt ihr Anders, dass sein Vater ihn in der Schule besucht habe.

Und wir fragen uns, ob sie wirklich hört, wie eine andere Frau geschlagen wird, ober ob sie von ihrem Mann in den Wahnsinn getrieben werden soll oder ob sie das alles zusammenfantasiert. Immerhin hört sie die Stimmen nur, wenn sie allein ist. Und der See, zu dem sie mit Anders gehen will, ist plötzlich nicht mehr da.

Autor und Regisseur Pål Sletaune (Next Door, Wenn der Postmann gar nicht klingelt) legt in dem Psychothriller, in dem er Anna konsequent von Männern umgibt, die falschen Fährten kunstvoll und reichlich aus und so bleibt bis zum Schluss unklar, was in Annas Leben Wahn und Wirklichkeit ist.

Kameramann John Andreas Andersen (zuletzt „Jo Nesbø’s Headhunters“ und „King of Devil’s Island“) findet dazu die richtigen Bilder, die mit ihrem kühl-distanziertem Blick eine Objektivität vortäuschen, die sich am Ende als falscher Schein entpuppt. Jedenfalls irgendwie.

Babycall (Babycall, Norwegen 2011)

Regie: Pål Sletaune

Drehbuch: Pål Sletaune

mit Noomi Rapace, Kristoffer Joner, Vetle Qvenild Werring, Stig R. Amdam, Maria Bock

Länge: 95 Minuten

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Babycall“

Rotten Tomatoes über „Baby Call“

Wikipedia über „Baby Call“


TV-Tipp für den 12. Juli: Freiheit fürs Internet

Juli 12, 2012

3sat, 20.15

Freiheit fürs Internet

45-minütige Doku die zeigt, welches Potential in einem freien und unzensiertem Internet steckt – und warum Regierungen das nicht gut finden.

Ab 21.00 Uhr beschäftigt sich „scobel“ eine Stunde mit dem Thema.

Einige Infos zur Doku, inclusive dem Zugang zur Mediathek, gibt es hier.

 


TV-Tipp für den 11. Juli: Der Swimmingpool

Juli 10, 2012

HR, 00.15

Der Swimmingpool (F/I 1968, R.: Jacques Deray)

Drehbuch: Jean-Emmanuel Conil (Pseudonym von Alain Page), Jean-Claude Carrière (Adaption und Dialoge), Jacques Deray (Adaption und Dialoge)

Viel Story hat „Der Swimmingpool“ nicht, aber darum ging es auch nicht. Denn das High Concept hieß: Das ehemalige Liebespaar „Alain Delon und Romy Schneider am Swimmingpool. Und Jane Birkin ist auch dabei.“

Denn der Filmplot ist eine (wenn man mehr als Delon und Schneider leicht bekleidet am Swimmingpool sehen will) arg zähe Dreiecksgeschichte mit Sex und Mord unter der südfranzösischen Sonne.

mit Alain Delon, Romy Schneider, Maurice Ronet, Jane Birkin

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Wikipedia über „Der Swimmingpool“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von „Der Leopard“ (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von „Die Abenteurer“ (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon


TV-Tipp für den 10. Juli: Allah in Ehrenfeld

Juli 10, 2012

ARD, 22.45

Allah in Ehrenfeld (D 2012, R.: Birgit Schulz, Gerhard Schick)

Drehbuch: Birgit Schulz, Gerhard Schick

Super! Da bringt das Erste eine spielfilmlange Dokumentation über den Bau der Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld und den Streit, der den Moscheebau seit der Vorstellung der Pläne, über den Baubeginn bis zum Bauende begleitet – und versteckt sie mitten in der Nacht. „Der Dicke“ und „In aller Freundschaft“ sind halt wichtiger. Außerdem kann man sich – hoffe ich – die Doku ja in der Mediathek ansehen. Damit ist der Bildungsauftrag dann erfüllt.

Hinweise

ARD über die Doku

Bildersturm-Film über „Allah in Ehrenfeld“


TV-Tipp für den 9. Juli: Cruising

Juli 9, 2012

Arte, 22.10

Cruising (USA 1980, R.: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin

LV: Gerald Walker: Cruising, 1970

Polizist Steve Burns soll undercover in der New Yorker schwulen SM-Subkultur einen Mörder suchen.

Als William Friedkin den Film drehte, protestierte die schwule Gemeinschaft gegen den Film und die Kritik ging damals auch eher ungnädig mit dem Film um. Z. B. „auf Kosten dieses Milieus haut Regisseur William Friedkin kräftig auf die Pauke. Tabuisierte Minderheiten werden vor die Kamera gezerrt, doch nicht, um Wirklichkeit zu zeigen, sondern um Effekte mit der Kamera zu erhaschen.“ (Fischer Film Almanach 1981)

Es gab auch drei Razzie-Nominierungen: für das Drehbuch, die Regie und den Film.

Aus heutiger Sicht ist „Cruising“ ein faszinierender, quasi-dokumentarischer Einblick in die homosexuelle Lederszene vor Aids und erstaunlich vorurteilsfrei, was sich vor allem an den Polizisten zeigt, die, bis auf zwei Streifenpolizisten (Hinweis: merken Sie sich die Gesichter der beiden Polizisten!), keine Vorurteile gegen Homosexuelle haben und sich nach Kräften bemühen, den Täter zu fangen. Man könnte „Cruising“ sogar fast schon als schwulenfreundlich bezeichnen.

Für Friedkin war „Cruising“ immer eine Kriminalgeschichte in einem faszinierendem Milieu (deshalb ergriff er auch nicht für oder gegen die porträtierte Szene Partei), die mehr Fragen stellte, als Antworten lieferte. Das beginnt schon damit, dass am Ende zwar ein Mörder verhaftet wird, aber es unklar bleibt, welche Morde er begangen hat. Es werden auch Fragen nach der Identität und dem Selbstverständnis gestellt. Und das Ende ist ein ziemlicher Schocker, das viele neue Fragen stellt. Heute würde ein solcher Film wohl nicht mehr gedreht werden.

Für den Film ließ sich Friedkin von echten Mordfällen inspirieren, er recherchierte ausführlich in dem Milieu, unterhielt sich mit Polizisten, die teilweise auch im Film mitspielten, darüber und er drehte vor Ort, mit Männern aus der Szene.

Die Initialzündung für „Cruising“ war für Friedkin ein Gespräch mit Randy Jurgensen, der, wie der Filmheld Steve Burns, undercover im SM-Milieu einen Serienmörder jagte und selbst etliche der Probleme hatte, die Burns in dem Film hat. Jurgensen spielte in „Cruising“ Det. Lefransky.

Mit dem schon 1970 erschienenem Roman von Gerald Walker hat sein Film, so Friedkin, nichts zu tun.

Cruising“ ist kein perfekter Film (und ich würde schon gerne wissen, was in den vierzig Minuten, die vor dem Kinostart aus dem Film herausgeschnitten wurden und verschwunden sind, erzählt wurde), aber „Cruising“ ist ein faszinierender Einblick in eine fremde Welt und ein zutiefst beunruhigender Film. Immer noch.

mit Al Pacino, Paul Sorvino, Karen Allen, Richard Cox, Don Scardino, Joe Spinell, Randy Jurgensen (Polizist, Berater und Inspiration für „Cruising“), Barton Heyman, Gene Davis, Arnaldo Santana, Larry Atlas, Allan Miller, Sonny Grosso (noch ein Polizist, der schon bei „The French Connection“ dabei war), Ed O’Neill (Debüt, später hatte er eine schrecklich nette Familie), James Remar (fast sein Filmdebüt), Leo Burmester (Debüt), Powers Boothe (fast sein Filmdebüt)

Wiederholung: Freitag, 27. Juli, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Cruising“

Wikipedia über „Cruising“ (deutsch, englisch)

Bright Lights Film über „Cruising“ (April 1996)

Rouge: Bill Krohn über „Cruising“ (2004)

Fipresci: Adrian Martin über „Cruising“ (2008)

The Hollywood Interview: William Friedkin über „Cruising“ (2007)

 


TV-Tipp für den 8. Juli: Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Juli 8, 2012

ZDFneo, 23.05

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Hinweise

Drehbuch „Wag the Dog“ von David Mamet

Homepage von Larry Beinhart

Huffington Post: Kolumne von Larry Beinhart

Meine Besprechung von Larry Beinharts „Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben“


TV-Tipp für den 7. Juli: Hängt ihn höher

Juli 7, 2012

ARD, 23.45

Hängt ihn höher (USA 1967, R.: Ted Post)

Drehbuch: Leonhard Freeman, Mel Goldberg

Oklahoma 1873: Jed Cooper lässt sich zum Deputy Marshal ernennen. So kann er sich auf der Seite des Rechts an den Männern rächen, die ihn hängen wollten.

Nachdem Clint Eastwood mit den Sergio-Leone-Western „Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“ und „zwei glorreiche Halunken“ erfolgreich der Sprung vom Fernsehen ins Kino gelang, kehrte er mit „Hängt ihn höher“ zurück nach Hollywoood und setzte seinen Aufstieg fort. Der Regisseur seines nächsten Films „Coogans großer Bluff“ hieß Don Siegel und der Rest ist Geschichte.

„Hängt ihn höher“ ist ein Rachewestern, der einige unangenehme Fragen stellt.

Richard Schickel nennt in seiner Clint-Eastwood-Biographie von 1996 den Film „einen intelligenten Western, der sich zwar an die Konventionen des Genres hielt, aber dennoch komplex und originell war.“

mit Clint Eastwood, Inger Stevens, Ed Begley, Pat Hingle, Arlene Golonka, Ben Johnson, Bruce Dern, Dennis Hopper, L. Q. Jones

Hinweise

Wikipedia über „Hängt ihn höher“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Hereafter – Das Leben danach” (Hereafter, USA 2010)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Ein Besuch in der „Folterkammer des Hexenjägers“ mit Vincent Price, Lon Chaney jr., Debra Paget, Edgar Allan Poe, H. P. Lovecraft und Roger Corman

Juli 6, 2012

Der deutsche Titel „Die Folterkammer des Hexenjägers“ für „The haunted palace“ ist höchst kreativer Unfug. „Das Spukschloss“ hätte es besser getroffen, aber in den Sechzigern waren die deutschen Verleiher (naja, die anderen auch) immer wieder sehr kreativ bei ihrer Titelsuche.

Der Horrorfilm mit Vincent Price in einer Doppelrolle gehört zu den neun Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen von Roger Corman, die schon damals – immerhin hat Corman schon immer darauf geachtet, dass am Ende in der Buchführung eine schwarze Null stand – durch ihre Sets (Studio zwar, Zweitverwertung sowieso, aber WOW), die bekannten Schauspieler (die damals nicht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere standen), die atmosphärische Kameraarbeit und die guten Drehbücher beeindruckten. Unter anderem schrieben Richard Matheson, Robert Wright Campbell, die auch als Romanautoren Erfolg hatten, und Robert Towne die Bücher, die eher wenig von Poes Geschichten, aber viel von deren Schaueratmosphäre übernahmen,

Auch „Die Folterkammer des Hexenjägers“ hat all das, aber keinen Hexenjäger und über die Folterkammer könnte man streiten. Es ist eher eine riesige Halle in dem riesigen, über der Neu-England-Gemeinde Arkham thronendem Schloss.

In diesem Schloss verschwanden 1765 die Töchter der Stadt. Die Gemeinde, angeführt von Weeden (Leo Gordon), verbrennt den Schlossherrn Joseph Curven (Vincent Price) auf einem Scheiterhaufen. Mit seinem letzten Atemzug verflucht er Arkham.

Hundertzehn Jahre später taucht Curvens Nachfahre Charles Dexter Ward (ebenfalls Vincent Price) mit seiner jungen Frau Ann (Debra Paget [ihr letzter Spielfilm]) in Arkham auf. Er bezieht das verlassene Schloss – und bald versucht der gar nicht so tote Geist von Joseph Curven von ihm Besitz zu ergreifen. Denn Curven will seine vor hundertzehn Jahren begonnenen Geisterbeschwörungen fortsetzen. Sein damaliger Helfer Simon Orne (Lon Chaney jr.), der als blässlicher Hausverwalter immer wieder wie ein Geist auftaucht, ist schon da. Als Lehrbuch für seine Rituale hat Curven/Ward das Necronomicon.

Genaugenommen ist „Die Folterkammer des Hexenjägers“ keine Edgar-Allan-Poe-Verfilmung (gut, als Originaltitel wurde ein Gedichttitel von Poe genommen), sondern eine, nein, die erste H.-P.-Lovecraft-Verfilmung. Charles Beaumont folgte ziemlich genau Lovecrafts posthum veröffentlichem Roman und Roger Corman verfilmte es mit den Insignien seiner Poe-Verfilmungen. Jedenfalls optisch und mit Vincent Price als Hauptdarsteller in einer Doppelrolle, Lon Chaney jr. (Der Wolfsmensch [The Wolf Man, 1941]) als Faktotum, dem als Nebendarsteller in vielen Filmen der Schwarzen Serie immer zuverlässigen Elisha Cook jr. und vielen aus anderen Corman-Produktionen bekannten Gesichtern auch gut besetzt.

Dazu kommt noch eine Dorfgemeinschaft, die ihre missgestalteten Kinder vor der Öffentlichkeit verbirgt. Curvens erste Begegnung, nachts auf offener Straße, wenn die blinden und missgestalteten Kinder sich ihm und seiner Frau im Nebel langsam nähern und einkreisen, schockiert als Urängste aufgreifendes Bild immer noch – und erinnert an ähnliche Szenen aus später gedrehten Zombiefilmen.

Auch die anderen Kinder, von denen oft wenig zu sehen ist, sind ziemlich erschreckend, während Cthulhu als grünes, sich in einer Flüssigkeit befindendes Wesen, gar nicht so furchterregend ist.

Die Folterkammer des Hexenjägers“ ist für die Freunde des altmodischen Gruselns ein großer Spaß.

Einige andere Stimmen

ein faszinierendes Gemeinschaftsprodukt von den beiden Horror-Meistern Amerikas“ meinen James Marriott und Kim Newman in „Horror – Meisterwerke des Grauens von Alien bis Zombie“ (2007)

Sogar Ronald M. Hahn und Volker Jansen fanden in ihrem „Lexikon des Horrorfilms“ (das mit solchen Filmen eher ungnädig umgeht) lobende Worte: „einer der wenigen B-Pictures, die man sich ansehen kann, ohne Bauchschmerzen zu bekommen.“

William K. Everson, ein erklärter Fan der klassischen Horrorfilme (also der Hollywood-Horrorfilme der dreißiger und vierziger Jahre), meinte zu diesem Film immerhin „einer der besseren Roger-Corman-Horrorfilme der sechziger Jahre, als Poe-Verfilmung ausgegeben, tatsächlich eher von Lovecraft inspiriert.“ (Klassiker des Horrorfilms, 1979)

Das „Lexikon des internationalen Films“ meint: „Formal zwar über dem Durchschnitt des Genres, gleichzeitig aber geschmäcklerisch und drastisch; oberflächlich in dem Versuch, die Grenzen vom Sinnlich-Begrifflichen zum Übersinnlichen zu überschreiten.“

Der deutsche Kinostart war am 24. Oktober 1969.

Die Folterkammer des Hexenjägers (The haunted palace, USA 1963)

Regie: Roger Corman

Drehbuch: Charles Beaumont

LV: Edgar Allan Poe: The haunted palace, 1839/H. P. Lovecraft: The Case of Charles Dexter Ward, 1941 (Der Fall des Charles Dexter Ward)

mit Vincent Price, Debra Paget, Lon Chaney jr., Frank Maxwell, Leo Gordon, Elisha Cook jr.

DVD

Black Hill

Bild: 2.35:1 (16:8)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Originaltrailer

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Filme

Die Verfluchten (The house of Usher, 1960)

Das Pendel des Todes (Pit and the pendulum, 1961)

Lebendig begraben (The premature burial, 1962)

Der grauenvolle Mr. X (Tales of terror, 1962)

Der Rabe – Duell der Zauberer (The raven, 1963)

Die Folterkammer des Hexenjägers (The haunted palace, 1963 – obwohl genaugenommen eine Lovecraft-Verfilmung)

The Terror – Schloss des Schreckens (The terror, 1963 – obwohl der Film auf keiner Poe-Geschichte beruht, wird er manchmal zu Cormans Poe-Filmen gezählt)

Satanas – Das Schloss der blutigen Begierde (The masque of the Red Death, 1964)

Das Grab der Lygeia (The Tomb of Ligeia, 1964)

Hinweise

Wikipedia über „Die Folterkammer des Hexenjägers“

TCM über „Die Folterkammer des Hexenjägers“

H. P. Lovecraft: The Case of Charles Dexter Ward

Edgar Allan Poe: The haunted palace (das Gedicht wurde in „The Fall of the House of Usher“ eingefügt)

AMCTV: Stacie Ponder über „Die Folterkammer des Hexenjägers“ (31. Oktober 2008)

TCM: John H. Miller über „Die Folterkammer des Hexenjägers“

Classic Horror: Julia Merriam über „Die Folterkammer des Hexenjägers“

Senses of View: Carsten Henkelmann über „Die Folterkammer des Hexenjägers (4. September 2003)

Thomas Wagner über Roger Cormans Poe-Verfilmungen

Bonusmaterial

Joe Dante (Piranhas, Die Gremlins, Small Soldiers) spricht über „Die Folterkammer des Hexenjägers“

Christopher Lee liest Edgar Allan Poes „The haunted Palace“


TV-Tipp für den 6. Julie: Die Liebe eines Detektivs

Juli 6, 2012

3sat, 22.25

Die Liebe eines Detektivs (USA 1990, R.: Alan Rudolph)

Drehbuch: Alan Rudolph

Privatdetektiv Harry Dobbs wird von einer Frau beauftragt, ihren Liebhaber zu beobachten. Dummerweise beobachtet er den Falschen (der eine Affäre hat). Gleichzeitig wird Dobbs, im Auftrag seiner Frau, von einer Kollegin beobachtet. Und das Liebeskarusell beginnt sich, mit Noir-Versatzstücken, zu drehen. Denn es geht, wie eigentlich immer bei Alan Rudolph, mit guten und bekannten Schauspielern und einer eleganten Inszenierung, um „Love at Large“ (so der Originaltitel).

Anscheinend läuft „Die Liebe eines Detektivs“ heute zum ersten Mal im Fernsehen und weil es keine deutsche DVD gibt, sollte man den Film unbedingt ansehen und/oder aufnehmen.

Heute ist Alan Rudolph fast vergessen. Sein letzter Film, „The secret live of Dentists“, liegt schon zehn Jahre zurück. In Deutschland wurde er nie gezeigt. Seine anderen Filme laufen eher selten im Fernsehen und wenn, dann oft zu arg ungünstigen Zeiten.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Willkommen in L. A.“ (Welcome to L. A., 1976, mit Keith Carradine, Sally Kellerman, Geraldine Chaplin, Harvey Keitel, Lauren Hutton und Sissy Spacek), „Roadie“ (1980, mit Meat Loaf), „Choose Me – Sag Ja“ (Choose Me, 1984, mit Geneviève Bujold und Keith Carradine), „Trouble in Mind“ (1985, mit Kris Kristofferson, Keith Carradine, Lori Singer und Geneviève Bujold) „The Moderns“ (1988, mit Keith Carradine, Linda Fiorentino, John Lone und Geneviève Bujold), „Tödliche Gedanken“ (Mortal Thoughts, 1991, mit Bruce Willis, Demi Moore und Harvey Keitel), „Equinox“ (1991, mit Matthew Modine, Lara Flynn Boyle, Fred Ward und Marisa Tomei), „Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis (Mrs. Parker and the Vicious Circle, 1994, mit Jennifer Jason Leigh, Matthew Broderick, Jennifer Beals und Andrew McCarthy), „Liebesflüstern“ (Afterglow, 1997, mit Nick Nolte, Julie Christie, Lara Flynn Boyle) und „Breakfast of Champions – Frühstück für Helden (Breakfast of Champions, 1999, mit Bruce Willis, Albert Finney, Nick Nolte, Barbara Hershey, Lukas Haas und Omar Epps).

mit Tom Berenger, Anne Archer, Elizabeth Perkins, Kate Capshaw, Neil Young, Annette O’Toole, Ted Levine

Hinweise

Wikipedia über „Die Liebe eines Detektivs“

Rotten Tomatoes über „Die Liebe eines Detektivs“

New York Times: Janet Maslin bespricht „Love at Large“ (3. März 1990)

Los Angeles Times: Peter Rainer über „Love at Large“ (23. März 1990)

Thrilling Detective über „Love at Large“ (genaugenommen über PI Harry Dobbs)


Neu im Kino/FIlmkritik: Die selbstverständlich sehr unterhaltsame Dokumentation „Woody Allen: A Documentary“

Juli 5, 2012

Woody Allen: A Documentary“ ist, dank der vielen Ausschnitte aus Woody Allens Filmen witzig und auch kurzweilig. Die vielen Interviews mit Woody Allen, seinen Filmproduzenten und Schauspielern sind informativ – und ich würde die Dokumentation, wenn sie als Bonusmaterial auf einer DVD wäre, hemmungslos abfeiern. Aber lohnt es sich, für diese Doku seine Wohnung zu verlassen und ins klimatisierte Kino zu gehen? Eher nicht.

Denn Robert B. Weide wählte die einfachste Methode, sein Material zu strukturieren: nämlich chronologisch.

Die Einblicke in Woody Allens Anfänge als Autor, Stand-Up-Comedian und Gast in TV-Shows sind sehr interessant und zeigen auch selten gezeigte Aufnahmen von seinen ersten Live-Auftritten, wie er auf der Bühne vom schüchternen Jungen mit der Brille (wir erfahren auch, wie er zu seinem Pseudonym und seiner Brille kam) zum Publikumsliebling wurde, und wie er, auf Anraten seines Managers, durch die TV-Shows tingelte und jeden erdenklichen Quatsch mitmachte. Inclusive eines Boxkampfes gegen ein Känguru. Sowieso sind gerade die Interviews über Woody Allens Anfänge und seine ersten Filme sehr interessant.

Bei den ersten Woody-Allen-Filmen geht es von „Was gibt’s Neues, Pussy?“ (What’s new, Pussycat?, 1965) gleich zu seinem Spielfilmdebüt „Woody – Der Unglücksrabe“ (Take the Money and Run, 1969) und dann chronologisch weiter durch die siebziger Jahre. Bis Mitte der achtziger Jahre behandelt Robert B. Weide dann, außer dem Episodenfilm „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ (Everything you always wanted to know about sex, but were afraid to ask, 1972), alle von Woody Allen inszenierten Filme in kurzen Segmenten und die Laufzeit der Dokumentation schreitet unaufhaltsam voran.

Jedenfalls ist Robert B. Weide wohl ungefähr bei „Hannah und ihre Schwestern“ (Hannah and her sisters, 1986) aufgefallen, dass bis 2012 noch gut dreißig Filme behandelt werden müssten und damit „Woody Allen: A Documentary“ zu einem „Herr der Ringe“-würdigem Epos würde. Die Laufzeit können Sie sich ja, wenn sie pro Film fünf Minuten annehmen, selbst ausrechnen.

Gleichzeitig wird die Dokumentation, mit ihrem monotonen Ablauf von einigen gut ausgewählten Film- und Interviewschnipseln, und dem archivarischen Habitus, alles gleichberechtigt aufzunehmen, auch zunehmend langweiliger. Also werden ab „Radio Days“ (Radio Days, 1987) nur noch einige von Woody Allens späteren Filmen erwähnt und die Auswahl scheint sich vor allem daran orientiert zu haben, von wem es ein gutes Zitat gibt oder wer prominent genug ist. So dürfen dann Scarlett Johansson, Chris Rock, Naomi Watts und Owen Wilson etwas sagen.

Obwohl diese großen Lücken vielleicht von den für die Kinoauswertung notwendigen Kürzungen kommen. Denn „Woody Allen: A Documentary“ lief im November 2011, als Zweiteiler, in einer über dreistündigen Fassung auf dem TV-Sender PBS in der „American Masters“-Reihe. Die Kinofassung ist über eine Stunde kürzer.

Abgesehen von Woody Allens Kindheit und Jugend gönnt Robert B. Weide sich nur einen größeren Ausflug in Woody Allens Privatleben, wenn er den 1992 die Schlagzeilen beherrschenden Sorgerechtsstreit zwischen Woody Allen und Mia Farrow über ihre Adoptivkinder kurz und arg lückenhaft anspricht.

Sowieso darf man von so einer Dokumentation keinen übermäßig kritischen Blick auf das Objekt der Bewunderung erwarten. Aber eine analytische Perspektive, eine Analyse der künstlerischen Entwicklung Woody Allens (wobei man sagen kann, dass mit „Hannah und seine Schwestern“ seine Entwicklung als Künstler abgeschlossen war und man deshalb seine späteren Filme nur noch kursorisch behandelte) oder eine Strukturierung von Woody Allens Werk anhand seiner Obsessionen und wiederkehrenden Themen, hätte aus „Woody Allen: A Documentary“ einen interessanteren Film, einen Film, der einem neue Einblick auf das Werk des enorm produktiven Regisseurs, Autors und Schauspielers gibt, gemacht.

So liefert „Woody Allen: A Documentary“ einen sehr unambitionierten Bilderbogen ab, der zum wieder sehen seiner Filme einlädt und einen, wenn Woody Allen seine Schreibstube mit der alten Schreibmaschine und den Zettelkasten mit seinen aufgeschriebenen Ideen präsentiert, egal ob gelungene Selbstinszenierung oder reale Schrulligkeit, schmunzeln lässt.

Woody Allen: A Documentary (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Regie: Robert B. Weide

Drehbuch: Robert B. Weide

mit Woody Allen, Letty Aronson (Schwester von Woody Allen), Marshall Brickman, Josh Brolin, Dick Cavett, Penélope Cruz, John Cusack, Larry David, Mariel Hemingway, Charles H. Joffe (Manager, Archivmaterial), Scarlett Johansson, Julie Kavner, Diane Keaton, Nettie Konigsberg (Mutter von Woody Allen, Archivmaterial), Martin Landau, Louise Lasser, Robert E. Lauder (Professor für Philosophie), Eric Lax (Autor), Leonard Maltin (Filmkritiker), Doug McGrath, Sean Penn, Tony Roberts, Chris Rock, Jack Rollins (Manager), Richard Schickel (Filmkritiker), Martin Scorsese (Ähem, Regisseur und W.-A.-Lobredner), Mira Sorvino, Stephen Tenenbaum (Produzent), Naomi Watts, Fred Weintraub (Produzent), Dianne Wiest, Gordon Willis (Kameramann), Owen Wilson

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Woody Allen: A Documentary“

Rotten Tomatoes über „Woody Allen: A Documentary“

Berliner Zeitung: Interview mit Robert B. Weide zur Doku (5. Juli 2012)

PBS über „Woody Allen: A Documentary“

Homepage von Robert B. Weide

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Woody Allen in der Kriminalakte

Mehr Woody Allen?

Da gäbe es eine einstündige französische Doku von 1979, die hauptsächlich aus einem untertitelten Interview mit Woody Allen besteht:

 


Neu im Kino/Filmkritik: Über David Cronenbergs Don-DeLillo-Verfilmung „Cosmopolis“ mit Robert Pattinson in der Hauptrolle

Juli 5, 2012

Nachdem David Cronenbergs „Eine dunkle Begierde“ (A dangerous Method, 2011) schnell als Nebenwerk abgetan wurde, waren die Erwartungen für „Cosmopolis“ hoch. Immerhin schrieb Cronenberg nach „eXistenZ“ (1999) wieder das Drehbuch für einen Spielfilm und im Cronenberg-Kanon werden die Filme, die er nach eigenen Büchern inszenierte, als die für ihn wichtigeren, persönlicheren, angesehen.

Als Vorlage nahm er ein Buch von Don DeLillo. DeLillo ist ein seit Jahrzehnten abgefeierter US-amerikanischer Autor, der mit „Unterwelt (Underworld, 1997) auch zum Bestsellerautor wurde. „Unterwelt“ ist, nach der Seitenzahl, sein Opus Magnum, das noch einmal alle seine Themen und Obsessionen auf gut tausend Seiten bündelt und, aufgrund der Länge, auch einen zerfaserten Eindruck hinterlässt.

In „Cosmopolis“ erzählt Don DeLillo auf knapp zweihundert Seiten von einem 28-jährigem Börsenspekulanten, der im April 2000 in seiner Limousine durch Manhattan fährt. Er will einen Haarschnitt bei seinem Frisör haben. Dass gleichzeitig alle Straßen wegen des Besuches des Präsidenten und einem Trauermarsch für einen Sufi-Rap-Star gesperrt sind, ist ihm egal. Auch dass der Komplex vor einem Anschlag warnt und daher die Sicherheitsmaßnahmen für Packer erhöhen will, ist im egal. Immerhin wird er von Bodyguards beschützt und seine Limousine ist sein von der Außenwelt abgeschottetes Büro, in dem er, nach Belieben, Leute empfangen kann. Für Geschäfte. Für philosophische Diskurse. Für Sex. Für seine tägliche ärztliche Untersuchung. Gerne auch gleichzeitig.

Die Fahrt ist auch eine Reise zu Eric Packers innersten Ängsten, ein Porträt von New York, vor allem der von Packers Limousine abgefahrenen 47. Straße und der Finanzindustrie – vor 9/11 und vor dem großen Finanzcrash. Gleichzeitig entwirft Don DeLillo eine Vision einer Welt, die mehr an die Cyberspace-Welten von William Gibson, als an die Realität erinnert. Jedenfalls die damalige.

Denn Packer verliert an diesem Tag sein ganzes Vermögen an der Börse. Doch dieser Verlust bleibt abstrakt. Es sind nur Zahlen auf einem Bildschirm.

Für den Film nahm David Cronenberg dann Don DeLillos Roman und verfilmte ihn mit minimalen Veränderungen. Er ließ ein, zwei Szenen weg, die sich im Film nicht realisieren ließen. Er stellte einige Kleinigkeiten um. Die größte Änderung ist, dass im Film Benno Levin (gespielt von Paul Giamatti) erst am Ende auftaucht. Davor hat Levin im Film nur einen Cameoauftritt im Hintergrund, als er, mit einer Perücke minimal verkleidet, zu einem Geldautomat geht. Im Buch gibt es dagegen 14 Seiten mit „Benno Levins Bekenntnissen“. Das Ende, der lange Dialog von Levin, der Packer umbringen will, und Eric Packer (gespielt von Robert Pattinson [mein Interview mit ihm]), ist dann wieder gleich. Im Drehbuch hatte diese Szene 22 Seiten und Cronenberg inszenierte sie fast ohne Schnitte.

Der Film ist dann auch folgerichtig ausschließlich aus Eric Packers Perspektive erzählt. Die Kamera verlässt nur mit Packer die Limousine.

Auch Don DeLillos Dialoge wurden Eins-zu-Eins übernommen. Dummerweise sind sie als Literatur vielleicht okay (obwohl sie mir schon da zu künstlich sind), aber in einem Film sind sie einfach nur noch gekünstelt.

Die Atmosphäre ist irreal oder, je nach Blickwinkel, hyperreal. Denn alle Charaktere bewegen sich wie Avatare durch eine künstliche Welt, die erst am Ende, wenn Packer sich in einem Frisörsalon, der sogar den Frisörsalon in dem Coen-Film „The Man, who wasn’t there“ modern erscheinen lässt, sich der Alltagsrealität etwas nähert. Aber auch dann inszeniert Cronenberg die Szene, als ob Packer sich in einem Alptraum befindet. Es ist eine Cyberwelt, in der es in der Matrix Hinweise auf kommende Ereignisse gibt (oder auch nicht) und in der, wie im Buch, Ereignisse hart hintereinander geschnitten werden, ohne dass die gewählte Reihenfolge die einzig mögliche oder die logisch sinnvollste ist. Alles steht unverbunden nebeneinander und nur durch Packers Reiseziel hat „Cosmopolis“ eine rudimentäre Geschichte.

Zum Ansehen ist „Cosmopolis“ dann auch hartes Brot. Denn Cronenberg lässt die Kamera meistens statisch die Schauspieler beobachten, die sich kaum bewegen und auch mimisch so wenig tun, dass die Grenze vom Unterspielen zum überhaupt nicht mehr spielen lässig überschritten wird. Einerseits trägt eben diese visuelle Kargheit zur besonderen Atmosphäre des Films bei, andererseits ist es für das Auge ähnlich anregend, wie Farbe beim Trocknen zuzusehen. „Cosmopolis“ wirkt wie ein abgefilmtes Hörspiel mit theatralischen Dialogen, das mit Standbildern der Schauspieler illustriert wird. Besonders Eric Packer ist ein Nichts mit der Ausstrahlung eines Besenstiels. Das liegt weniger bis gar nicht an den schauspielerischen Qualitäten von Robert Pattinson, sondern an dem von Cronenberg geschriebenem Drehbuch und dem von ihm gewähltem ästhetischen Konzept, das sogar Weltklasseschauspieler wie Paul Giamatti hilflos zurücklässt. Und dabei dachte ich bis jetzt, dass Giamatti alles glaubwürdig spielen kann.

Wenn man allerdings zuerst Don DeLillos Roman liest, der sich fast wie der Roman-zum-Film liest, und sich dann den Film ansieht, wird man schon einige Hintergründe kennen und genauer verfolgen können, wo das alles hinführt. Daher empfehle ich: zuerst das Buch lesen, dann – wenn man will – den Film sehen.

Cosmopolis“ hat als furchtbar werkgetreue Adaption schon etwas, aber er ist auch furchtbar prätentiös und leblos.

Cosmopolis (Cosmopolis, Frankreich/Kanada 2012)

Regie: David Cronenberg

Drehbuch: David Cronenberg

LV: Don De Lillo: Cosmopolis, 2003 (Cosmopolis)

mit Robert Pattinson, Juliette Binoche, Sarah Gadon, Mathieu Amalric, Jay Baruchel, Keven Durand, K’Naan, Emily Hampshire, Samantha Morton, Paul Giamatti

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Vorlage

Don DeLillo: Cosmopolis

(übersetzt von Frank Heibert)

KiWi, 2012 (Film Tie-In)

208 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Cosmopolis

Scribner, 2003

Deutsche Erstausgabe

Kiepenheuer & Witsch, 2003

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Cannes-Presseheft für „Cosmopolis“ (informativ und schön gelayoutet)

Film-Zeit über „Cosmopolis“

Rotten Tomatoes über „Cosmopolis“

Wikipedia über „Cosmopolis“

Perlentaucher über Don DeLillos Roman „Cosmopolis“

Stuttgarter Zeitung: Mein Interview mit Robert Pattinson (5. Juli 2012)

Meine Besprechung von Marcus Stigleggers “David Cronenberg” (2011)

Vorankündigung: Mit David Cronenberg habe ich auch gesprochen. Das „Cosmopolis“-Interview gibt es bald in der Kriminalakte.


TV-Tipp für den 5. Juli: Das Böse – Warum Menschen Menschen töten

Juli 5, 2012

Arte, 21.40

Das Böse – Warum Menschen Menschen töten (D 2012, R.: Karin Jurschick)

Drehbuch: Karin Jurschick

Gut einstündige Doku, die verschiedene Erklärungen vorstellt und dabei auch die aktuellen Forschungen von Wissenschaftlern, wie Gerhard Roth (Neurobiologe), Thomas Elbert (Neuropsychologe) und Harald Welzer (Sozialpsychologe), beachtet.

Jurschick drehte auch die absolut sehenswerten Dokus „Zertifikat Deutsch“ (über Deutschkurse für Ausländer; weil wir ihn auf dem One-World-Berlin-Dokumentarfilmfestival präsentierten, bin ich natürlich etwas voreingenommen), „Die Helfer und die Frauen“ (über den Frauenhandel im Kosovo und Bosnien-Herzegowina) und „Die Wolke -Tschernobyl und die Folgen“ und erhielt für ihre Arbeiten etliche Preise, wie den Grimme-Preis und den FIPRESCI-Preis.

Wiederholungen

Dienstag, 10. Juli, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 26. Juli, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku (viele weitere Informationen)

AG Dok über Karin Jurschick