TV-Tipp für den 23. Dezember: Unstoppable – Außer Kontrolle/Mann unter Feuer

Dezember 23, 2012

Ein Abend mit Tony Scott

Pro7, 20.15

Unstoppable – Außer Kontrolle ( USA 2010, R.: Tony Scott)

Drehbuch: Mark Bomback

Zugfahren mit „Last Boy Scout“ Tony Scott: nach „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ lässt Tony Scott in seinem letzten Spielfilm den feuchten Traum jedes Trassenküssers wahr werden: ein Zug mit sehr gefährlicher Ladung donnert im Affentempo auf sein Ziel zu. Nur zwei Männer wissen, wie man die Superduperkatastrophe verhindern kann. Sie besteigen den fahrenden Zug.

„Unstoppable“ basiert auf wahren Ereignissen. Aber die Macher haben sich einige spannungsfördernde Freiheiten genommen.

mit Chris Pine, Denzel Washington, Rosario Dawson

Wiederholung: Dienstag, 25. Dezember, 18.20 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unstoppable – Außer Kontrolle“

Metacritic über „Unstoppable – Außer Kontrolle“

Rotten Tomatoes über „Unstoppable – Außer Kontrolle“

Wikipedia über „Außer Kontrolle“ (deutsch, englisch)

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Pro 7, 22.25

Mann unter Feuer (USA 2004, R.: Tony Scott)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: A. J. Quinnell: Man on Fire, 1980 (Der Söldner, Mann unter Feuer)

Ex-CIA-Agent John Creasy ist in Mexiko City der Leibwächter einer siebenjährigen Millionärstochter. Als sie von Gangstern entführt wird, startet er einen blutigen Rachefeldzug.

Scotts formale Brillanz bei der Bild- und Tongestaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Mann unter Feuer“ ein viel zu lang geratenes, eindimensionales Rachedrama ist.

Mit Denzel Washington, Dakota Fanning, Christopher Walken, Giancarlo Giannini, Mickey Rourke

Wiederholung: Montag, 24. Dezember, 0245 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Mann unter Feuer“

Metacritic über „Mann unter Feuer“

Rotten Tomatoes über „Mann unter Feuer“

Wikipedia über „Mann unter Feuer“ (deutsch, englisch)

UGO: Interview mit Tony Scott über “Man on Fire”

Drehbuch “Man on Fire” von Brian Helgeland (Fassung vom 10. Februar 2003)

A.-J.-Quinnell-Fanseite


DVD-Kritik: „The Walking Dead“ besucht in der zweiten Staffel Hershels Farm

Dezember 22, 2012

Die Skepsis vor dem Start der zweiten Staffel war bei den „The Walking Dead“-Fans groß. Immerhin wurde der Showrunner Frank Darabont kurzfristig gefeuert. Der TV-unerfahrene Frank Darabont scheint zwar eine ziemliche Kontrollmanie gehabt zu haben, aber er war auch der Mann, der die erste „The Walking Dead“-Staffel über eine kleine Gruppe Menschen, die in einer postapokalyptischen Welt gegen Zombies kämpfen und versuchen ihre Menschlichkeit zu bewahren, mit seiner Vision zum Erfolg führte. Beim TV-Publikum, bei den Kritikern und auch bei den Fans der Comicserie, die die TV-Serie inspirierte.

Mit Glen Mazzara, unter anderem „The Shield“, übernahm ein erfahrener TV-Mann den Showrunner-Stuhl, den er nach der dritten Staffel aufgrund kreativer Differenzen mit dem Sender wieder verlässt. Außerdem wurde die Zahl der Folgen erhöht: von sechs (immerhin wusste anfangs niemand, ob „The Walking Dead“ ein Erfolg wird) auf dreizehn. Das Budget wurde allerdings nicht im gleichen Maß erhöht. Und die Fans befürchteten schon das Schlimmste. Denn zu einer Zombie-Serie gehören nun mal zahlreiche Außendrehs (teuer!), Massenszenen (teuer!) und Special Effects (teuer!), auch wenn Menschen, die zu Zombies geschminkt werden und herausplatzende Gedärme noch mit der guten alten Spezialeffekte-Schule gelöst werden können.

Die Skeptiker haben, das kann jetzt schon verraten werden, teilweise recht behalten. Denn die kleine Gruppe Überlebender um den Polizisten Rick Grimes (Andrew Lincoln) befindet sich, nachdem sich das Seuchenzentrum in Atlanta, Georgia, als Sackgasse entpuppte, wieder auf der Flucht vor den Zombies. Während einer Zombie-Attacke auf einer Autobahn flüchten Rick und Sophia (Madison Lintz) in den Wald. Er lässt das zwölfjährige Mädchen in einem Versteck zurück und lenkt die Zombies ab. Als er zurückkehrt, ist sie verschwunden.

Während sie sie suchen, entdecken sie die Farm von Hershel Greene (Scott Wilson), der sie aufnimmt. Denn als Otis (Pruitt Taylor Vince), einer von Herschels Männern, auf einen Hirsch schoss, verletzte er auch Ricks Sohn Carl schwer.

Und ab da spielt die Geschichte der zweiten „The Walking Dead“-Staffel budgetschonend auf der Farm, die die Fans der „The Walking Dead“-Comics aus dem zweiten „The Walking Dead“-Band „Ein langer Weg“ kennen. Etliche Details, wie Carls Schussverletzung, die Farm und die Zombies in der Scheune, wurden auch in den Film übernommen.

Gleichzeitig bewegt sich die Geschichte, als ob die Macher nicht wüssten, wie es weitergehen soll, im Schneckentempo voran. Die Charaktere, ihre Beziehungen zueinander und wie das fragile Gleichgewicht der Gruppe auf der sicheren Farm zerbricht, stehen im Mittelpunkt. So kämpfen Rick und sein alter Polizistenkollege Shane Walsh (Jon Bernthal; der sich den Schädel kahl rasiert und wir wissen alle, was das bedeutet) um die Führung der Gruppe und um Ricks Frau Lori (Sarah Wayne Callies), die lange Zeit ihre Schwangerschaft vor Rick verheimlicht. Daryl Dixon (Norman Reedus), der bislang der Einzelgänger der Gruppe war, engagiert sich sehr bei der Suche nach Sophia. Sophias Mutter Carol Peletier (Melissa McBride) versucht das erwartbare Ende der Suche nach ihrer Tochter zu akzeptieren und macht die Anderen für ihren Verlust verantwortlich. Andrea (Laurie Holden) entwickelt sich von der suizidgefährdeten Frau zur Kämpferin. Der ältere Dale Horvarth (Jeffrey DeMunn) entwickelt sich zunehmend zur moralischen Instanz. Glenn Rhee (Steven Yeun) verliebt sich in Hershels Tochter Maggie (Lauren Cohan). Die Frauen übernehmen zunehmend die traditionellen Frauenrollen (die drei Ks „Kinder, Kirche, Küche“, aber ohne die Kirche), die Männer streifen durch den Wald.

Und anstatt der Action (vulgo: Zombie-Klatschen) steht die Suspense im Vordergrund. Immer wieder wird mit der Bedrohung gespielt und, weil jeder Charakter sterben kann, ist auch immer unklar, ob nicht die Person, die gerade durch den Wald schleicht, auch wieder heil zurückkehrt.

Das ist, wenn man sich die dreizehn Folgen in einem Rutsch ansieht, nach anfänglichen Irrungen in den ersten Episoden, durchaus spannend. Denn die Macher ignorieren zugunsten einer einzigen langen Geschichte die Konventionen des seriellen TV-Erzählens. Auch kleinere Geschichten erstrecken sich über mehrere Episoden, nicht immer wird eine wichtige Geschichte innerhalb einer Folge abgeschlossen und nicht jede Folge endet, wie „24“ (wo es zur vollen Stunde immer eine Katastrophe gab), mit einem Cliffhanger. Das kennen die Fans der Comicserie „The Walking Dead“ allerdings auch von den Comics, in denen Serienerfinder und Autor Robert Kirkman sich auch einfach nur für das Erzählen seiner Geschichten interessiert und sich dabei wenig um die Seitenvorgabe für die einzelnen Hefte kümmert.

Im US-TV lief „The Walking Dead“ allerdings mit der üblichen Dosis von einer Folge pro Woche und einem Mid-Season-Finale (nach sieben Folgen gab es eine mehrmonatige Pause) und da fragten die Fans sich zu recht, was das soll: keine Zombies, viel Charakterentwicklung und dann die in der Serie tagelange (im TV wochenlange) Suche nach einem verschwundenen Kind, das wahrscheinlich schon lange tot ist. Gleichzeitig verrieten die Macher nicht, wie die Serie weitergehen soll. Immerhin gehört es zu „The Walking Dead“, dass jeder sterben kann und die Leser der Comics mussten schon einige schmerzhafte Verluste wegstecken. In den zahlreichen Audiokommentaren sprechen die „The Walking Dead“-Macher auch ausführlich über die negativen Fanreaktionen, dass sie von Anfang an die zweite Staffel auf der Farm spielen lassen und tiefer in die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander eintauchen wollten. Und dass die lange Suche nach Sophia dazu diente, das Mid-Season-Finale, das Massaker auf der Farm, vorzubereiten und dann in der zweiten Hälfte, die sich nahtlos an die erste Hälfte anschließt, die Karten neu gemischt werden.

Und ab diesem Moment wird die zweite Staffel von „The Walking Dead“ richtig gut. Denn ab dem Finale der siebten Folge wird deutlich, wohin die Konflikte, die in der ersten Staffelhälfte teilweise arg langwierig etabliert wurden führen sollen.

Am Ende der Staffel müssen Rick und seine Gefährten, mit einigen neuen Mitreisenden und ohne einige alte Gefährten, die Farm verlassen, Michonne taucht auf (und wird daher in der dritten Staffel eine wichtige Rolle übernehmen), das letzte Bild zeigt am Horizont das Gefängnis, in dem in den Comics Rick Grimes und seine Gruppe eine lange Zeit verbringen und sie, auch das verrät ein Blick in die Ankündigungstexte der dritten Staffel, gegen den selbsternannten Gouverneur von Woodbury, einem furchterregendem Gegner über mehrere „The Walking Dead“-Bände, kämpfen müssen.

 

Das Bonusmaterial

 

Das Bonusmaterial ist, wie schon bei der ersten Staffel, erfreulich umfangreich und informativ. Auf der vierten DVD gibt es hundert Minuten Hintergrundberichte und geschnittene Szenen. Produzent Glen Mazzara erklärt die Schnitte und besonders die Erklärung für den ersten großen Schnitt ist eine kleine Lektion im filmischen Geschichten-Erzählen. Denn die erste Folge der zweiten Staffel sollte ursprünglich neunzig Minuten dauern. Es wurde ein anderer Anfang gedreht, der später wieder entfernt wurde. Mazzara erklärt in seinem Audiokommentar einleuchtend, was an dem ursprünglich geplanten Anfang nicht funktionierte.

Die meisten Featurettes beschäftigen sich mit wichtigen Filmszenen, die meistens auch etwas für das Auge bieten. Also Zombies, Action und die Schlacht um Herschels Farm im Staffelfinale.

In „Die Tinte lebt“ äußerst sich „The Walking Dead“-Erfinder Robert Kirkman zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen seinem Comic und der Serie und warum er für die Änderungen ist.

Und dann gibt es noch fünf Audiokommentare, die alle sehr interessant sind. Jedenfalls wenn man sich für die Hintergründe der Serie interessiert und erfahren möchte, was die Macher sich dabei dachten. Bei „Zukunft im Rückspiegel“ unterhält Showrunner Glen Mazzara sich mit Executive Producer Gale Anne Hurd, Executive Producer David Alpert und Robert Kirkman, bei „Tod oder Lebendig“ mit Regisseur Michelle MacLaren, Autor Scott M. Gimple und Film Editor Julius Ramsay, bei „Nebraska“ mit Autor Evan Reilly, mit „Hershel Greene“-Darsteller Scott Wilson und „Glenn Rhee“-Darsteller Steven Yeun, bei „Sorry Bruder!“ mit Regisseur Gregory Nicotero (der auch für das Zombie-Make-Up verantwortlich ist), Autorin Angela Kang und „Andrea“-Darstellerin Laurie Holden und bei „Die Mahd“ mit Regisseur Ernest R. Dickerson, Robert Kirkman, Gregory Nicotero und „Daryl Dixon“-Darsteller Norman Reedus.

The Walking Dead - Staffel 2 - DVD-Cover4

The Walking Dead – Staffel 2 (The Walking Dead, USA 2011)

Erfinder: Frank Darabont

LV: Comicserie von Robert Kirkman, Charlie Adlard und Tony Moore

mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Chandler Riggs (Carl Grimes), Jon Bernthal (Shane Walsh), Jeffrey DeMunn (Dale Horvath), Laurie Holden (Andrea), Steven Yeun (Glenn Rhee), Norman Reedus (Daryl Dixon), IronE Singleton (Theodore ‚T-Dog‘ Douglas), Melissa McBride (Carol Peletier), Scott Wilson (Hershel Greene), Lauren Cohan (Maggie Greene), Emily Kinney (Beth Greene)

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DVD

Entertainment One/WVG Medien GmbH

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: 5 Audiokommentare, Featurettes (Gedärme und Innereien, Leben und sterben lassen, Die Musik zum Film, Feuer am Set, Die Tinte lebt, Der Klang der Effekte, In toten Gewässern, Du könntest einen Mord begehen, Sie wird kämpfen, Die Kostüme, Der Cast von Staffel 2), Deleted Scenes (optional mit Audiokommentar von Glen Mazzara) (100 Minuten; alle Extras mit deutschen Untertiteln)

Länge: 554 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 18 Jahre

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„The Walking Dead“ – Die Folgen der zweiten Staffel

Zukunft im Rückspiegel (What lies ahead, Erstausstrahlung: 16. Oktober 2011)

Regie: Ernest R. Dickerson, Gwyneth Horder-Payton

Drehbuch: Frank Darabont (als Ardeth Bey), Robert Kirkman

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Blutsbande (Bloodletting, Erstausstrahlung 23. Oktober 2011)

Regie: Ernest R. Dickerson

Drehbuch: Glen Mazzara

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Die letzte Kugel (Save the last one, Erstausstrahlung: 30. Oktober 2011)

Regie: Phil Abraham

Drehbuch: Scott M. Gimple

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Die Cherokee-Rose (Cherokee Rose, Erstausstrahlung 6. November 2011)

Regie: Bill Gierhart

Drehbuch: Evan Reilly

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Chupacabra (Chupacabra, Erstausstrahlung 13. November 2011)

Regie: Guy Ferland

Drehbuch: David Leslie Johnson

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Beichten (Secrets, Erstausstrahlung 20. November 2011)

Regie: David Boyd

Drehbuch: Angela Kang

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Tod oder Lebendig (Pretty much dead already, Erstausstrahlung 27. November 2011)

Regie: Michelle MacLaren

Drehbuch: Scott M. Gimple

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Nebraska (Nebraska, Erstausstrahlung 12. Februar 2012)

Regie: Clark Johnson

Drehbuch: Evan Reilly

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Am Abzug (Triggerfinger, Erstausstrahlung 19. Februar 2012)

Regie: Billy Gierhart

Drehbuch: David Leslie Johnson

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Ausgesetzt (18 Miles Out, Erstausstrahlung 26. Februar 2012)

Regie: Ernest R. Dickerson

Drehbuch: Scott M. Gimple, Glenn Mazzara

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Sorry, Bruder! (Judge, Jury, Executioner, Erstausstrahlung 4. März 2012)

Regie: Gregory Nicotero

Drehbuch: Angela Kang

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Die besseren Eingel unserer Natur (Better Angels, Erstausstrahlung 11. März 2012)

Regie: Guy Ferland

Drehbuch: Evan Reilly, Glen Mazzara

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Die Mahd (Beside the dying Fire. Erstausstrahlung 18. März 2012)

Regie: Ernest R. Dickerson

Drehbuch: Robert Kirkman, Glen Mazzara

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Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe“ (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 3“ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)


TV-Tipp für den 22. Dezember: James Bond: Stirb an einem anderen Tag

Dezember 22, 2012

ARD, 23..15

James Bond: Stirb an einem anderen Tag (USA/GB 2002, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002

Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.

Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.

Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Stirb an einem anderen Tag“

Wikipedia über „James Bond: Stirb an einem anderen Tag“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „End of Watch“ für Jake Gyllenhaal und Michael Peña in David Ayers grandiosem Polizeithriller

Dezember 20, 2012

Beginnen wir mit der beruhigenden Meldung: Nichts Neues im David-Ayer-Kosmos. Auch „End of Watch“ ist ein Polizeifilm, der in Los Angeles, genauer South Central, spielt und sich nahtlos an seine vorherigen Filme „Training Day“ (Drehbuch), „Dark Blue“ (Drehbuch), „Street Kings“ (Regie, nach einer Geschichte von James Ellroy) und, weniger, „Harsh Times – Leben am Limit“ (Drehbuch, Regie) anschließt. Sogar in seinen Popcorn-Filme „The Fast and the Furious“ (Drehbuch) und „S. W. A. T. – Die Spezialeinheit“ (Drehbuch), die ja gerne verschwiegen werden, geht es um Polizisten und Verbrecher.

Auch in „End of Watch“ stehen Polizisten im Mittelpunkt. Wieder spielt die Geschichte in South Central. Wieder wirft sie einen ungeschönten Blick auf das dortige Leben.

Aber dieses Mal verschob David Ayer seinen erzählerischen Fokus und auch innerhalb des Genres sind die Verschiebungen, die er vornimmt, sehr interessant.

Doch bevor wir uns der Geschichte zuwenden, müssen wir über die Inszenierung reden. Ayer inszenierte den Polizeifilm, bis auf wenige Ausnahmen, im Found-Footage-Stil.

Der Grund für die Videofilmerei ist ein Schulprojekt von Officer Brian Taylor (Jake Gyllenhaal), der sich beruflich verbessern will. Er will für ein Videoprojekt seinen Alltag als Polizist dokumentieren. Sein langjähriger Partner, Officer Mike Zavala (Michael Peña), hilft ihm dabei und seine Kollegen wissen von der Filmerei, die daher von ihnen während der Arbeit öfters angesprochen wird.

Ayer mischte in seinem Polizeifilm Aufnahmen aus Überwachungskameras, Camcodern und Spionagekameras (so tragen die beiden Helden fast unsichtbare Knopfkameras an ihren Uniformen). Entsprechend schlecht und verwackelt sind die Aufnahmen. Es gibt auch öfters Bildaussetzer. Kurz gesagt: eine dieser Nachmittags-Pseudo-Dokus sieht dagegen gut aus und wem schon bei den Bourne-Filmen schwindelig wird, der sollte auf den Kinobesuch verzichten.

Mir gefiel diese Inszenierung und sie passt auch gut zur Geschichte, die von der straffen Inszenierung, den grandiosen Schauspielern und den guten Dialogen getragen wird. Allerdings, das muss auch gesagt werden, sollte David Ayer es bei diesem einmaligen Experiment belassen und seine nächsten Filme wieder traditioneller Drehen.

Jetzt können wir uns der Geschichte zuwenden. Ayer erzählt in „End of Watch“ von den beiden Streifenpolizisten Brian Taylor und Mike Zavala. Taylor ist noch Junggeselle und auf der Suche nach seiner großen Liebe, die er auch im Verlauf des Films findet. Zavata ist glücklich verheiratet mit seiner Schulfreundin und das erste Kind ist unterwegs. Zwischen den einzelnen Einsätzen frotzeln sie – oft reichlich vulgär – herum und bei der Arbeit legen sie die Gesetze manchmal etwas weit aus. Aber sonst kann man in South Central, das immer stärker von skrupellosen Gangs beherrscht wird, nicht überleben und sie sind letztendlich grundehrliche und grundanständige Polizisten, die bei ihrer Arbeit zufällig die Kreise einer großen Drogengang stören und auf eigene Faust weiter ermitteln. Denn ihre Vorgesetzten scheinen sich nicht dafür zu interessieren.

Eher zufällig entdecken sie in einem Haus unter primitiven Umständen gefangene illegale Einwanderer. Ein Beamter eines Sonderkommandos, der sie von oben herab behandelt, sagt, dass sie ihre Finger davon lassen sollen.

In dem Moment ist es allerdings schon zu spät. Das mexikanische Sinaloa-Drogenkartell will die beiden neugierigen Polizisten aus dem Weg haben.

Die Story ist für David Ayer allerdings nur die Krücke, um vom Leben von zwei Polizisten zu erzählen, die, abgesehen von ihrer Sprache und einer gewissen Hitzköpfigkeit, Vorbildbeamte sind. Sie würden niemals ein Bestechungsgeld annehmen. Korruption und Machtmissbrauch sind in „End of Watch“, im Gegensatz zu seinen vorherigen Polizeifilmen „Training Day“, „Dark Blue“ und „Street Kings“, kein Thema. Jetzt inszeniert er ein Loblied auf den einfachen, ehrlichen Polizisten.

Und Taylor und Zavala machen ihren Job gerne und finden ihn auch nicht furchtbar belastend. Im Gegenteil: er macht ihnen Spaß. Sie haben eine durchaus realistischen Blick auf South Central, das hier noch heruntergekommener aussieht, als in den älteren Filmen, wie „Colors – Farben der Gewalt“ und „Training Day“. Taylor und Zavala haben auch keine Illusionen über die Wirkung ihrer Arbeit. Sie wissen, dass sie die Verhältnisse nicht verändern können. Aber sie sind nicht resigniert und auch überhaupt nicht zynisch.

End of Watch - Plakat4

End of Watch (End of Watch, USA 2012)

Regie: David Ayer

Drehbuch: David Ayer

mit Jake Gyllenhaal, Michael Peña, Anna Kendrick, Nathalie Martinez, America Ferrera, Frank Grillo, David Harbour, Cody Horn, Maurice Compte, Richard Cabral, Yahira Garcia

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (Freigabebegründung)

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „End of Watch“

Metacritic über „End of Watch“

Rotten Tomatoes über „End of Watch“

Wikipedia über „End of Watch“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit David Ayer über „End of Watch“ und „Breacher“ [neuer Titel „Ten“) (19. September 2012)

Film School Rejects: Interview mit David Ayer über „End of Watch“ (19. September 2012)

David Ayer in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. Dezember: Der amerikanische Freund

Dezember 20, 2012

Im Rahmen des 3sat-Wim-Wenders-Abends (um 22.25 Uhr gibt es „In weiter Ferne, so nah!“ und um 03.15 Uhr „Von einem der auszog – Wim Wenders‘ frühe Jahre) empfehle ich

3sat, 01.15

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Wim Wenders in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Jaja, „Du hast es versprochen“, aber…

Dezember 20, 2012

Wahrscheinlich werden nicht nur Genrejunkies das große Geheimnis aus der Kindheit der beiden Protagonistinnen von „Du hast es versprochen“ schnell erahnen und die Schlusspointe, die auch keinen großen Sinn ergibt, für ziemlich bescheuert halten. Davor quält man sich durch hundert Minuten dunkler Bilder und beobachtet zwei Jugendfreundinnen, die sich nach einem viertel Jahrhundert zufällig wieder treffen und gleich gemeinsam auf die Insel fahren, auf der sie damals glückliche Sommer verbrachten. Als sie auf der Insel sind, erfährt Hanna (Mina Tander), dass damals ein Inselmädchen, mit dem sie befreundet waren, spurlos verschwand. Sie kann sich daran nicht mehr erinnern. Ihre Freundin Clarissa (Laura de Boer) schon. Die Inselbewohner, vor allem die Fischverkäuferin und Mutter der Spielkameradin (Katharina Thalbach), benehmen sich alle höchst seltsam. Und der Hausmeister ihres Ferienhauses (Thomas Sarbacher) taucht immer, wie ein Faktotum aus einem alten Horrorfilm, an den seltsamsten Orten auf. Selbstverständlich untermalt mit den entsprechend schockierend-lauten Geräuschen auf der Tonspur. Hanna, die zunehmend an ihrem Verstand zweifelt, fragt sich, was damals geschah und ob die Geister der Vergangenheit sie und ihre Tochter bedrohen.

Als Horrorfilm ist „Du hast es versprochen“ ziemlich komplett gescheitert. Denn mehr als eine krude Mischung sattsam bekannter Klischees in einer sinnfreien Geschichte mit atemberaubend großen Logiklöchern, ist der Debütfilm von Alex Schmidt nicht.

Wenn man ihren Film allerdings als weibliches Psychogramm einer verunsicherten Mittdreißigerin sieht, die auf den ersten Blick eine glücklich verheiratete, im Beruf erfolgreiche Mutter ist, die von ihrem Göttergatten betrogen wird und die als Ärztin ohne Privatleben auch an ihrem Geburtstag gerne Bereitschaftsdienst hat, dann ergeben sich auf der Meta-Ebene durchaus einige interessante Aspekte. Dann wäre die Dunkelheit des Films eine Spiegelung ihres Seelenzustandes; vielleicht sogar eine tiefe Depression. Die hoffnungslos überzeichneten Charaktere Spiegelungen eigener Wünsche und Ängste. Das verdrängte Geheimnis ein Symbol für ihre größten Ängste. Undsoweiter.

Nur: das alles gelingt anderen Regisseuren in ungleich schlüssigeren Geschichten und mit weniger Horrorfilmklischees, die schon vor einem halben Jahrhundert von einer dicken Staubschicht bedeckt waren.

Du hast es versprochen - Plakat

Du hast es versprochen (D 2012)

Regie: Alex Schmidt

Drehbuch: Alex Schmidt, Valentin Mereutza

mit Mina Tander, Laura de Boer, Katharina Thalbach, Max Riemelt, Clemens Schick, Thomas Sarbacher

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Du hast es versprochen“

Rotten Tomatoes über „Du hast es versprochen“ (derzeit noch keine Kritiken)

Wikipedia über „Du hast es versprochen“

Watch The Shit unterhält sich mit Alex Schmidt (25. Oktober 2012)

 


DVD-Kritik: „Safe – Todsicher“ kein schlechtes Geschäft

Dezember 20, 2012

Den neuen Jason-Statham-Solo-Thriller „Safe – Todsicher“ (danach gab es „The Expendables 2“) hatte ich ja schon zum Kinostart abgefeiert. Insgesamt hat mir die Geschichte über einen New-Yorker-Ex-Polizisten, der einem kleinen Mädchen helfen will und dabei gegen New Yorks Gangsterbanden und die korrupte Polizei kämpfen muss, gut gefallen. Über weiter Strecken orientiert er sich an den guten Thrillern der siebziger und achtziger Jahre und peppt das Ganze mit einer ordentlichen Portion zeitgenössischer Action auf. Das war der Teil, der mir weniger gefiel. Und nach neunzig Minuten war der Spaß vorbei.

Autor und Regisseur Boaz Yakin, dessen ersten beiden verfilmten Drehbücher für die Actionfilme „The Punisher“ (1989, mit Dolph Lundgren) und „Rookie – Der Anfänger“ (1990, von und mit Clint Eastwood) waren, kehrte hier, nachdem er in den vergangenen Jahren als Regisseur andere Filme, wie „Gegen jede Regel“ und „Uptown Girls – Eine Zicke kommt selten allein“ drehte, wieder zu seinen Anfängen zurück und er änderte in seinem „impressionistischen Actionfilm“ (Yakin über „Safe“) genug Details, die den Genrefan erfreuten.

Jetzt ist „Safe – Todsicher“ mit wenigen Extras, – ein Audiokommentar und drei Featurettes, die nach einer knappen halben Stunde durchgesehen sind -, auf DVD erschienen und die Extras glänzen durch Klasse. Die Featurettes sind knapp, aber informativ und der Audiokommentar von Boaz Yakin ist wirklich hörenswert. Denn er erzählt von seinen Einflüssen, was er mit bestimmten Szenen erreichen wollte, warum er die Geschichte so und nicht anders erzählte und wo er warum welche Genrekonventionen brach.

Schon während Yakin sprach, begann ich den Film mit anderen Augen zu sehen und die Action-Szenen, die zu sehr in Richtung „Transporter“- und „Crank“ gehen und mich deshalb beim ersten Sehen als zu übertrieben für einen altmodischen Action-Thriller störten, störten mich jetzt weniger. Dafür fiel mir viel stärker, auch dank Yakins Audiokommentar, auf, wie er immer wieder Genreerwartungen unterläuft und einzelne Schauspieler mit wenigen Auftritten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Safe - Plakat

Safe – Todsicher (Safe, USA 2012)

Regie: Boaz Yakin

Drehbuch: Boaz Yakin

mit Jason Statham, Catherine Chan, Robert John Burke, Reggie Lee, Anson Mount, James Hong, Chris Sarandon, Reggie Lee, Joseph Sikora

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DVD

Concorde Home Entertainment

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur Boaz Yakin, Making-of, Featurette „Die Kunst der Schießerei“, Featurette „Die kriminellen Gegenspieler“, Wendecover

Laufzeit: 91 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Safe – Todsicher“

Rotten Tomatoes über „Safe – Todsicher“

Wikipedia über „Safe – Todsicher”

The Film Stage: Interview mit Boaz Yakin über „Safe“ (26. April 2012)

Meine Besprechung von „Safe – Todsicher“ (Safe, USA 2012)

 


TV-Tipp für den 20. Dezember: Vertigo – Aus dem Reich der Toten

Dezember 20, 2012

3sat, 22.25

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (USA 1958, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Alex Coppel, Samuel Taylor

LV: Pierre Bolieau/Thomas Narcejac: D´entre les morts, 1954 (Aus dem Reich der Toten, Vertigo)

Scottie verfolgt im Auftrag eines Freundes dessen von einer Toten besessene, selbstmordgefährdete Frau Madelaine. Nach ihrem Tod trifft Scottie auf Judy. Er will sie zu Madelaines Ebenbild formen.

Beim Filmstart erhielt “Vertigo” gemischte Kritiken. Heute wird der Rang von “Vertigo” als eines von Hitchcocks Meisterwerken von niemandem mehr ernsthaft bestritten.

Mit James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Henry Jones, Tom Helmore, Raymond Bailey

Hinweise

Wikipedia über „Vertigo“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Vertigo“

Rotten Tomatoes über „Vertigo“

Sex in a Submarine (Drehbuchautor William C. Martell) über „Vertigo“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Dezember: Der Mann, der zuviel wusste

Dezember 19, 2012

3sat, 22.25

Der Mann, der zuviel wusste (USA 1956, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: John Michael Hayes, Angus McPhail (ungenannt)

Eigentlich wollten die McKennas nur einen schönen Marokko-Urlaub verbringen. Aber dann erfahren sie von einer Verschwörung und ihr Sohn wird entführt.

Hitchcocks Remake von seinem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1934: mit einem größeren Budget, in Farbe und einer erträglichen Doris Day. Höhepunkt ist die zehnminütige Konzertszene in der Royal Albert Hall, deren Höhepunkt – während eines Beckenschlages – ein Schuss auf den Botschafter ist.

Mit James Stewart, Doris Day, Daniel Gélin, Brenda de Banzie, Bernard Miles, Ralph Truman, Reggie Maldar

Hinweise

Wikipedia über „Der Mann, der zuviel wusste“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Der Mann, der zuviel wusste“

Turner Classic Movies über „Der Mann, der zuviel wusste“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Dezember: Das Fenster zum Hof

Dezember 18, 2012

3sat, 22.25

Das Fenster zum Hof (USA 1954, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: John Michael Hayes

LV: Cornell Woolrich: Rear Window, 1942 (Das Fenster zum Hof, Kurzgeschichte)

Fotograf Jeffries liegt mit einem gebrochenen Bein in seinem Hinterhofzimmer und beobachtet gelangweilt seine Nachbarn. Eines Tages glaubt er, Mr. Thorwald habe seine Frau umgebracht. Aber wie kann er es beweisen?

Ein Meisterwerk. Ein perfekter Film über Männer und Frauen, über alle Facetten des Zusammenlebens (eigentlich der Unmöglichkeit des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau) und über Voyeure – gedreht in einem einzigen Studio (der gesamte Hinterhof wurde dort „funktionsfähig“ nachgebildet) aus einer einzigen Perspektive (wir sind mit James Stewart in seinem Zimmer gefangen).

Mit James Stewart, Grace Kelly, Thelma Ritter, Raymond Burr

Hinweise

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Wikipedia über Cornell Woolrich (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Cornell Woolrich

Mordlust über Cornell Woolrich

DetNovel (William Marling) über Cornell Woolrich

Cornell Woolrich in der Kriminalakte

 


DVD-Kritik: Eine Bande Banditen rastet in „Quantez, die tote Stadt“

Dezember 17, 2012

Das ist ein echter Talkie. Denn nachdem die Bösewichter ihre Verfolger abgehängt haben, wollen sie in Quantez ihre Pferde wechseln. Aber die Ansammlung von wenigen Adobehäusern ist verlassen.

Sie beschließen dort die Nacht zu verbringen, die Pferde ausruhen zu lassen und am nächsten Morgen weiterzureiten. In der Nacht, nun, ich sollte wohl sagen, brechen die Konflikte auf, sie versuchen sich gegenseitig zu betrügen und die Beute und die Frau, die auch die Geliebte des Anführers ist und reihum allen schöne Augen macht, zu bekommen. Doch das wäre zu viel der Ehre für die sich weitgehend in einer Taverne abspielenden Geplänkel zwischen dem Bandenboss, dem alten Revolverhelden, dem jungen, arg grünschnäbeligem Möchtegern-Revolverhelden und dem „Halbblut“, die dadurch gefährlicher werden sollen, dass das „Halbblut“, ein Weißer, der von Indianern großgezogen wurde und dessen Herz jetzt für die Indianer schlägt, mit den Indianern über einen Angriff nach Tagesanbruch verhandelt.

Und als die Sonne aufgeht…ist der Film auch schon fast vorbei.

„Quantez, die tote Stadt“ ist ein rechter, im Studio gedrehter Langweiler, der auch damals im Kino nur als Lückenfüller gedacht war. Es gibt alles, was zu einem Western dazugehört: den alten Revolverhelden, den jungen Revolverhelden, den fiesen Bandenboss, das verräterische Halbblut, die schöne Frau, einen feigen Bänkelsänger (okay, es gibt sogar zwei Lieder: ein gewollt gruselig von der Blondine gesungenes, eines von dem Sänger), Schlägereien, Schießereien und Indianer. Nur halt vollkommen spannungsfrei und weitgehend sinnfrei, ohne ein gescheites Drehbuch, aber dafür in Farbe und Cinemascope angerichtet.

Oder in den Worten von Joe Hembus: „Ein Kammerspiel-Western, der bessere Dialoge und bessere Darsteller gebraucht hätte, um seinen Verzicht auf Action wettzumachen.“ (Das Western-Lexikon) Und das Lexikon des internationalen Films sekundiert: „Kleiner, billiger Western.“

Aber als Teil der Koch-Media-Reihe „Western Legenden“ erschien „Quantez, die tote Stadt“ jetzt in der gewohnt schicken Aufmachung, mit gutem Bild und Ton und einer hübschen Bildergalerie.

Und, zum Abschluss, ein Wort zu den Schauspielern: John Gavin spielte kurz darauf Sam Loomis in Alfred Hitchcocks „Psycho“; Dorothy Malone kennen etliche aus Howard Hawks Raymond-Chandler-Verfilmung „Tote schlafen fest“ (sie ist die brillentragende Buchverkäuferin, die mit Humphrey Bogart flirtet), als Constance Mackenzie aus der TV-Serie „Peyton Place“ und, ihre bislang letzte Filmrolle, als Freundin von Sharon Stone in „Basic Instinct“; Fred MacMurray hatte in Billy Wilders James-M.-Cain-Verfilmung „Frau ohne Gewissen“ die Hauptrolle und spielte in Edward Dmytryks „Die Caine war ihr Schicksal“ und Billy Wilders „Das Appartment“ mit; und Sidney Chaplin war ein Sohn von Charles Chaplin und trat auch in einigen seiner Filme auf.

Drehbuchautor R. Wright Campbell wurde später ein hochgelobter Krimiautor und einige seiner Romane erschienen auch in der „Schwarzen Serie“ von Bastei-Lübbe.

Quantez - DVD-Cover

Quantez, die tote Stadt (Quantez, USA 1957)

Regie: Harry Keller

Drehbuch: R. Wright Campbell (nach einer Geschichte Ann Edwards und R. Wright Campbell)

mit Fred MacMurray, Dorothy Malone, Sidney Chaplin, John Gavin, John Larch, James Barton, Michael Ansara

–

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Originaltrailer, Bildergalerie

Länge: 80 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Turner Classic Movies über „Quantez, die tote Stadt“

Fifties Western über „Quantez, die tote Stadt“


TV-Tipp für den 17. Dezember: Série noire

Dezember 17, 2012

Arte, 20.15

Série Noire (Frankreich 1979, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Georges Pérec, Alain Corneau

LV: Jim Thompson: A Hell of a Woman, 1954 (Höllenweib; Ein Satansweib)

Der unglücklich verheiratete Vertreter Frank Poupart verliebt sich in die blutjunge Mona, die von ihrer Tante zur Prostitution gezwungen wird. Mona stachelt Frank an, ihre Tante wegen des Geldes umzubringen.

„This is among the bleakest visions of urban alienation and imploding social structures in all of French noir.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

„Ein düsterer, bitterböser Film.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Corneaus pointierter Realismus balanciert in jeder Einstellung am Abgrund des Alptraums. Ein Meisterwerk im französischen Kino der ausgehenden 70er Jahre.“ (Fischer Film Almanach 1999)

Der für fünf Césars (unter anderem für das Drehbuch und den Hauptdarsteller) nominierte Noir wurde in Deutschland erstmals am 2. März 1998 von Arte präsentiert und lief seitdem wohl nicht mehr im TV.

Für Jim-Thompson-Fans und die Freunde der französischen Filmkunst ein Pflichttermin.

mit Patrick Dewaere, Myriam Boyer, Marie Trintignant, Bernard Blier, Jeanne Herviale

Wiederholungen

Donnerstag, 20. Dezember, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 28. Dezember, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Série Noire“

Wikipedia über „Série Noire“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus “Wahl der Waffen”

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte

Mordlust über Jim Thompson

Kaliber .38 über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung der Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Jim Thompson in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Dezember: Dark Star

Dezember 16, 2012

3sat, 23.00

Dark Star – Finsterer Stern (USA 1974, R.: John Carpenter)

Drehbuch: John Carpenter, Dan O’Bannon

Roman zum Film: Alan Dean Foster: Dark Star, 1974 (Reiseziel Ewigkeit, Dark Star)

„Dark Star – Finsterer Stern“ entstand als Abschlussarbeit eins Filmstudiums, wurde zu einem Welterfolg (vor allem gemessen am Budget), einem Kultfilm und dem Grundstein der Karrieren von John Carpenter (sein nächster Film war „Assault – Anschlag bei Nacht“) und Dan’Bannon (Drehbücher für „Alien“, „Das fliegende Auge“ und „Total Recall“).

Die Idee für „Dark Star“ war, eine realistische Version von „2001“ ohne die religiösen Tendenzen zu drehen. Deshalb ist das Raumschiff in „Dark Star“ auch entsprechend versifft und die Raumfahrer sind, nach den vielen Jahren im All, geistig degeneriert. Da bemerkt ein Astronaut, dass sich in einem Bombenschacht eine scharfe Bombe verklemmt hat, die jetzt überzeugt werden muss, nicht zu explodieren.

Der Film war für den Hugo, das Drehbuch für den Nebula Award nominiert.

„Carpenters Film zählt zu den interessantesten Beispielen aktueller amerikanischer Gesellschaftskritik.“ (Fischer Film Almanach 1980; denn der deutsche Kinostart war am 9. Februar 1979)

mit Brian Narelle, Dre Pahich, Cal Kuniholm, Dan O’Bannon, Joe Saunders, Miles Watkins

Hinweise

Wikipedia über „Dark Star“ (deutsch, englisch)

Drehbuch “Dark Star” von John Carpenter und DanO’Bannon (ursprüngliche Fassung)

Homepage von John Carpenter

Senses of Cinema über John Carpenter

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Dan O’Bannon


TV-Tipp für den 15. Dezember: Chinatown

Dezember 15, 2012

Sixx, 22.15

Chinatown (USA 1974, R.: Roman Polanski)

Drehbuch: Robert Towne

Los Angeles, 1937: Evelyn Mulwray beauftragt Privatdetektiv Jake Gittes, das Verschwinden ihres Mannes, dem Chef der Wasserwerke, aufzuklären. Schnell gerät der kleine Detektiv in ein Komplott, das er nie ganz durchschaut.

Sozusagen die Essenz der Schwarzen Serie. Georg Seeßlen hält „Chinatown“ für den definitiven private eye-Film der siebziger Jahre.

Mit Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, Perry Lopez, John Hillerman, Diane Ladd, Roman Polanski, Bruce Glover, James Hong, Burt Young,

Wiederholung: Sonntag, 16. Dezember, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Chinatown“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Chinatown“

Old School Reviews (John Nesbit) über „Chinatown“

Noir of the Week: David N. Meyer über „Chinatown“

Thrilling Detective über Jake Gittes

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter”


Film des Tages: „Man of Mystery“ von Robert Bloch

Dezember 14, 2012

Während ich noch an meiner Besprechung von Robert Blochs Thrillern „Psycho“ (einige werden die Verfilmung kennen) und „Psycho II“ (nie verfilmt) sitze, könnt Ihr euch schon einmal sein letzte Geschichte für die TV-Reihe „Thriller“ (er schrieb, nach einer seiner Kurzgeschichten, das Drehbuch) ansehen:

Regie führte John Newland und Boris Karloff (der die Filme präsentierte), Mary Tyler Moore und John Van Dreelen spielen mit. TV-Premiere war am 2. April 1962.

Mehr Infos hier, hier und hier.


TV-Tipp für den 14. Dezember: Insomnia – Schlaflos

Dezember 14, 2012

ZDFneo, 21.55

Insominia – Schlaflos (USA 2002, R.: Christoper Nolan)

Drehbuch: Hillary Seitz (nach dem Drehbuch von Nikolaj Frobenius für Erik Skjoldbjaergs „Insomnia“)

L.-A.-Cop Will Dormer soll zusammen mit seinem Kollegen in Alaska einen Mordfall aufklären. Dabei kämpft er gegen eine interne Korruptionsermittlung und Fehler, die er während der Ermittlungen begeht – und die ihn erpressbar machen.

Gelungenes US-Remake des norwegischen Thrillers „Todesschlaf“, das zwar nicht den rauen Charme des Originals, aber mit Al Pacino und Robin Williams zwei tolle Gegenspieler hat. Und Alaska bietet auch etwas für das Auge.

„Das mag niemanden überzeugen, dem Kinothriller zu formelhaft sind – aber wer solche Genrespiele mag, bekommt hier ein intensives Beispiel geboten.“ (Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 10. Oktober 2002)

Das Drehbuch war für den Edgar Allan Poe Award nominiert.

mit Al Pacino, Robin Williams, Hilary Swank, Maura Tierney, Martin Donovan

Hinweise

Metacritic über „Insomnia“

Rotten Tomatoes über „Insomnia“

Wikipedia über „Insomnia“ (deutsch, englisch)

Englische Christopher-Nolan-Fanseite


TV-Tipp für den 13. Dezember: Der Anwalt

Dezember 13, 2012

3sat, 22.25

Der Anwalt (F 1993, R.: Jacques Deray)

Drehbuch: Alain Delon, Jean Curtelin, Jacques Deray

LV: Gilles Perrault: Le dérapage, 1987 (Doppelmord in der Avenue Victor Hugo)

Nachdem Anwalt Durand einen Freispruch für seinen Mandanten, der seine Eltern bestialisch ermordet haben soll, kommen ihm Zweifel an dessen Unschuld. Während eines nächtlichen Gesprächs will Durand die Wahrheit herausfinden.

Spannendes Psychoduell, das zwar mit einer arg hypothetischen Prämisse (Warum sollte sich der Anwalt darum kümmern, ob sein Mandant schuldig oder unschuldig ist?) beginnt und ein starkes 80er-Jahre Flair hat, aber mit Manuel Blanc eine echte Entdeckung liefert.

mit Alain Delon, Manuel Blanc

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Auch die Jungs von „The Body Farm“ stürzen sich auf Leichen

Dezember 12, 2012

Gut, das wird jetzt etwas kompliziert, weil die deutschen Sender, nach einer längeren Pause, erst seit einiger Zeit wieder englische Krimiserien in ihr Programm aufgenommen haben. Denn die Krimiserie „The Body Farm“, die jetzt auf DVD erschien, ist nicht nur von den Machern der Krimiserie „Waking the Dead“, in der von 2000 bis 2011 Polizisten alte Mordfälle wieder aufrollte, sondern auch ein Spin-Off von „Waking the Dead“. Dr. Eve Lockhart (Tara Fitzgerald) war von 2007 bis 2011 die Forensikerin des Teams und sie hat mit „The Body Farm“, betitelt nach der von ihr geleiteten Body Farm (einem großen Waldstück, auf dem sie mit ihren Mitarbeitern erforscht, wie Menschen verwesen), eine eigene TV-Serie bekommen. Weil bei uns die „Waking the Dead“-Fälle mit Eve Lockhart noch nicht ausgestrahlt wurden, begegnen wir ihr zum ersten Mal in der „The Body Farm“-Auftaktfolge „Wut und Schmerz“ (No Peace for the Wicked), die auch in einer spielfilmlangen Version (allerdings nicht synchronisiert und ohne Untertitel) auf der DVD vorliegt. Die anderen Folgen sind jeweils fünfzig Minuten. In „Wut und Schmerz“ beschließt sie, der Polizei auszuhelfen und so das dringend für die Body Farm benötigte Geld zu akquirieren.

Ihr erster Fall „Wut und Schmerz“ ist auch in der spielfilmlangen Fassung ausnehmend vertrackt, kurzweilig, spannend und insgesamt ein sehr gelungener Serienauftakt. In einer Sozialsiedlung wurde in einer leerstehenden Wohnung, schon vor einiger Zeit, anscheinend eine Bombe gezündet und das oder die Opfer an den Wänden verteilt. Schon das Feststellen der Identität des Opfers gestaltet sich schwierig und die Tätersuche führt sie mitten hinein in ein Familiendrama.

Die weiteren fünf Fälle der ersten und auch letzten „The Body Farm“-Staffel sind in jeder Hinsicht konventioneller. Denn auch wenn Dr. Eve Lockhart, ihr dreiköpfiges Team und DI Craig Hale (Keith Allen) an verschiedenen Orten, wie einem Fischerdorf oder einem noblen Anwesen ermitteln, sind die Fälle meist persönlich-private, fast schon alltäglich-banale Dramen, bei denen es teils zufällig zur Tat kam, teils Unfälle oder Pech den Tod verursachten und war es ein Suizid. Es geht um einen ertrunkenen Seemann, eine Hand, die zu einer in einem Gemüsebeet versteckten Leiche führt, einen verbrannten Bürgerrechtsanwalt, einen ermordeten Traveller und eine Inhaftierte in einem offenen Frauengefängnis. Dabei mischen die vier Forensiker sich in bester „Bones“- und „CSI“-Tradition ungefragt und extensiv in die Ermittlungen ein.

In vielen Rückblenden, die oft nichts mit den Erkenntnissen der Ermittler zu diesem Zeitpunkt zu tun haben, erfahren wir viel über das Opfer und sein Umfeld, bis hin zum Täter. Das steigert zwar die Spannung, aber es weist auch immer wieder auf einen Problem bei dem Serienkonzept hin. Denn die Idee, eine Freiberuflerin, deren Spezialgebiet ein kleiner Teil der polizeilichen Ermittlungen ist (nämlich das Feststellen vom Todeszeitpunkt und, eher sekundär, der Todesart) als Protagonistin einer Serie zu wählen, führt immer wieder dazu, dass sie an Orten, an denen sie nichts zu suchen hat, Dinge tut, die sie nicht tun sollte. Und wenn es auch nur die komplette Spurensicherung ist.

Davon abgesehen hat „The Body Farm“ mit einem Übermaß an Forensik-Krimiserien zu kämpfen, die alle mehr oder weniger ähnlich sind und teilweise schon seit Jahren erfolgreich im TV laufen. Die absolut okaye Krimiserie ist knapp gesagt die britische Variante von „Bones“, minus den Humor, aber dafür mit, für uns, weitgehend unverbrauchten Gesichtern und Landschaften, angenehm zurückhaltender Kamera und traditioneller Beleuchtung. Denn in „The Body Farm“ machen die Wissenschaftler das Licht an, bevor sie über einen Tatort stolpern oder an einer Leiche herumschnippeln.

Und das Ermittlerteam ist rundum sympathisch. Aber das war dann doch zu wenig Eigenständig für eine zweite Staffel.

The Body Farm - DVD-Cover4

The Body Farm (The Body Farm, GB 2011)

Erfinder: Declan Croghan

mit Tara Fitzgerald (Dr. Eve Lockart), Keith Allen (DI Craig Hale), Mark Bazeley (Dr. Mike Collins), Wummi Mosaku (Dr. Rosa Gilbert), Finlay Robertson (Dr. Oscar ‚Oggy‘ Traynor)

–

DVD

Edel

Bild: Pal 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Extended Version der ersten Episode (in englischer Originalfassung)

Länge: 311 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Fälle von Dr. Eve Lockhart

Wut und Schmerz (No Peace for the Wicked, Erstausstrahlung 13. September 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Declan Croghan

–

Die Macht der Reichen (Wealth pays the Rent, Erstausstrahlung 20. September 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Simon Tyrell

–

Tauchgang in den Tod (If you go down to the Sea today, Erstausstrahlung 27. September 2011)

Regie: David Drury

Drehbuch: Declan Croghan

–

Im Zeichen der Liebe (Sexual Intentions, Erstausstrahlung 4. Oktober 2011)

Regie: David Drury

Drehbuch: Graham Mitchell

–

Das Recht der Menschen (You’ve got visitors, Erstausstrahlung 11. Oktober 2011)

Regie: Philippa Langdale

Drehbuch: Simon Tyrell

–

Sitten und Bräuche (Scientific Justice, Erstausstrahlung 18. Oktober 2011)

Regie: Diarmuid Lawrence

Drehbuch: Declan Croghan

–

Hinweise

BBC über „The Body Farm“

BBC Germany über „The Body Farm“

Wikipedia über „The Body Farm“


TV-Tipp für den 12. Dezember: Der Pflichtverteidiger

Dezember 12, 2012

Arte, 20.15

Der Pflichtverteidiger (Frankreich 2009, Regie: Hannelore Cayre)

Drehbuch: Hannelore Cayre

LV: Hannelore Cayre: Commis d’office, 2004 (Der Lumpenadvokat)

Pflichtverteidiger Antoine Lahoud (im Roman Christophe Leibowitz) schlägt sich in Paris mit kleinen Fällen durch das Leben. Da erhält er von einem Gangster ein grandios-absurdes Angebot: er soll, für viel Geld, im Gefängnis dessen Rolle einnehmen. Lahoud nimmt das Angebot an.

Hannelore Cayres Roman „Der Lumpenadvokat“, den sie selbst verfilmte, ist eine grandios-schwarzhumorig-sarkastische Abrechnung mit dem französischen Justizapparat. Der Film scheint etwas harmloser geraten zu sein.

mit Roschdy Zem, Jean-Philippe Ecoffey, Mathias Mlekus, Sophie Guillemin

Wiederholung: Donnerstag 20. Dezember, 14.55 Uhr

Hinweise

Französische Homepage zum Film

AlloCine über „Der Pflichtverteidiger“

Wikipedia über „Der Pflichtverteidiger“

Arte über „Der Pflichtverteidiger“

Unionsverlag über Hannelore Cayre

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Der Lumpenadvokat“ (Commis d’office, 2004)

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Das Meisterstück“ (Toiles de maitre, 2005)

 


TV-Tipp für den 11. Dezember: Felicia, mein Engel

Dezember 11, 2012

ZDF Kultur, 20.15

Felicia, mein Engel (Kan/GB 1999, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: William Trevor: Felicia´s journey, 1994 (Felicias Reise)

Mr. Hilditch (Bob Hoskins) hilft der 17-jährigen Felicia bei der Suche nach Johnny. Dabei verfolgt er gleichzeitig seine eigenen Pläne.

Wie immer bei Egoyan: langsam, aber konzentriert erzählt, mit grandiosen Leistungen der Schauspieler und einer exquisiten Kameraarbeit. Halt Kino für denkende Menschen.

„Mit dieser Parabel für die Zerstörung von Unschuld liefert er [Egoyan] eins der düstersten und beklemmendsten Porträts eines Serienmörders, das seit langem in Kino zu sehen war – eine außerordentliche schauspielerische Leistung von Bob Hoskins.“ (Heinrichs, Rheinische Post, 4. 2. 2000)

Mit Bob Hoskins, Arsinée Khanjian, Elaine Cassidy

Wiederholungen

ZDF Kultur, Dienstag, 11. Dezember, 23.30 Uhr

3sat, Sonntag, 23. Dezember, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Felicia, mein Engel” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Felicia, mein Engel”

Homepage von Atom Egoyan

Deutsche Atom-Egoyan-Fanseite