Neu im Kino/Filmkritik: Liam Neeson als Hauptdarsteller in Joe Carnahans „The Grey“

April 11, 2012

Mit „The Grey – Unter Wölfen“ hat Joe Carnahan nach dem düsteren Polizeithriller „Narc“, der durchgeknallten, schwarzhumorigen Actionkomödie „Smokin‘ Aces“ und der Blockbuster-Actionkomödie „The A-Team“ einen geradlinigen Abenteuerfilm gedreht, der zwar in Alaska spielt, aber nur wenige Kilometer entfernt in Kanada, in der Nähe von Smithers (5500 Einwohner), zwölf Autostunden nördlich von Vancouver, mitten in den verschneiten und entsprechend kalten Ausläufern der Rocky Mountains gedreht wurde.

Dieses Mal erzählt Joe Carnahan die Geschichte einer Gruppe Männer, deren Flugzeug mitten in der Einöde abstürzt und die dann um ihr Überleben kämpft. So weit, so konventionell und die Jack-London-Fans sind wahrscheinlich schon begeistert in das nächste Kino gerannt.

Die Liam-Neeson-Fans dürfen sich anschließen. Immerhin hat Neeson hier die Hauptrolle und er ist brillant als verbitterter, einzelgängerischer Aufpasser John Ottway. Der Biologe hat sich, wie die anderen Arbeiter in der Ölraffinerie, in die menschenfeindliche Einöde zurückgezogen. Sie sind, nun, nicht unbedingt die Männer, mit denen man im Club bei einem Glas Rotwein über abendländische Philosophie diskutiert. Ottways Job ist es, die Arbeiter vor herumstreunenden Tieren, vor allem Wölfe, zu schützen.

Wegen eines Schichtwechsels fliegen Ottway und die aktuelle Crew zurück nach Kanada in die Zivilisation. Während des Flugs stürzt das Flugzeug mitten im Nirgendwo ab. Nur acht Männer überleben den Absturz. Weil Ottway am meisten Ahnung vom Überleben in der Wildnis hat, wird er ihr Anführer. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur nächsten Siedlung. Dabei werden sie von einem Rudel Wölfe, für die sie nur die nächste Mahlzeit sind, verfolgt.

Dieses archetypische Duell zwischen Mensch und Tier erzählt Joe Carnahan ohne störende Subplots und ausgewalzte Hintergrundgeschichten, in denen wir alles über die Charaktere erfahren. Sogar Ottways Vergangenheit und der Grund für seinen Rückzug in die Einöde bleibt, bis auf einige Bilder, die so kryptisch sind, dass sie eher die Funktion einer Fantasie erfüllt, im Dunkeln. Umso kraftvoller wird der Hauptplot, der gerade in seiner Reduktion, auch als Allegorie mit einer sehr klaren Botschaft gesehen werden kann: Nur wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Im Dunkeln bleiben die meiste Zeit auch die Wölfe. Sie attackieren die Überlebenden schnell und rücksichtslos. Oft auch in der Dunkelheit. Sie belauern die Menschen und oft sind nur Details von ihnen sicht- und hörbar. Die Fantasie des Zuschauers, unterstützt von einem genial-furchterregendem Soundtrack, der die gefühlte Temperatur im Kino um einige Grad senkt, übernimmt den Rest. Das erinnert in seinem Schreckenspotential an das Monster in Ridley Scotts „Alien“, der auch einer der „The Grey“-Produzenten ist. Und natürlich weiß Joe Carnahan, dass er nichts zeigen kann, was nicht von der Fantasie des Zuschauers übertroffen wird. Also kann er gleich die Arbeit machen.

Joe Carnahan haucht der altbekannten Überleben-in-der-Wildnis-Story durch die raue Art seines Erzählens so viel neues Leben ein, dass „The Grey“ trotz, oder wegen, der grandiosen Landschaft ein beklemmend-düsterer, alptraumhafter Abenteuerfilm ist.

Die Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films, die die prestigeträchtigen Saturn Awards verleiht, hat „The Grey“ als besten Horrorfilm/Thriller nominiert und bei der Konkurrenz (unter anderem „Contagion“ und „Verblendung“) hat er gute Chancen den Preis bei der Preisverleihung am 20. Juni zu erhalten.

The Grey – Unter Wölfen (The Grey, USA 2012)

Regie: Joe Carnahan

Drehbuch: Joe Carnahan, Ian Mackenzie Jeffers

LV: Ian Mackenzie Jeffers: Ghost Walker (Publikationsdatum und -ort unklar)

mit Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney, Dallas Roberts, Joe Anderson, Nonso Anozie, James Badge Dale

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Grey“

Rotten Tomatoes über „The Grey“

Wikipedia über „The Grey“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Liam Neeson als Nebendarsteller in Peter Bergs „Battleship“

April 11, 2012

„Battleship“ ist die Filmversion von „Schiffe versenken“ – und genau das ist der Film: Schiffe versenken. Mit möglichst viel Lärm und möglichst wenig Dialog. Wenn es mehr als fünf zusammenhängende Worte sind, dann ist es schon eine Ansprache.

Weil aber ein profanes Schiffe versenken zwischen zwei Ländern heute ungefähr so spannend wie eine Regierungserklärung ist, haben die Macher sich eine Science-Fiction-Geschichte ausgedacht und die geht so: Während eines Flottenmanövers bei Hawaii tauchen außerirdische Raumschiffe auf und, gemäß der allseits bekannten Doktrin der Militärischen Intelligenz, wird gleich begonnen, sich zu beschießen.

Mehr will ich jetzt von der Handlung nicht verraten. Außer vielleicht, dass es in dem Drehbuch, das anscheinend von einem Schreibcomputer zusammengestückelt wurde, ein, zwei minimale Überraschungen gibt, die den ganzen Mist aber nicht retten. „Battleship“ ist einfach komplett unlogische Militär-Pornographie, in der Wissenschaftler nur als grenzdebile, lebensuntaugliche Deppen und Politiker überhaupt nicht vorkommen. Immerhin stören sie so nicht das Militär bei der Arbeit.

Der Held Alex Hopper (Taylor Kitsch, anfangs mit „John Carter“-Frisur, später militärisch kurz) ist einer dieser in solchen Filmen immer vorkommenden, unangepassten Hallodris, die im Kampf bei sich unerwartete Führungsqualitäten (die wir, auch ohne Kenntnis des Drehbuchs, kannten) entdecken und zum Mann (aus Sicht des Militärs) werden.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich Nulldimensional angelegt. Eindimensional wäre schon eine außerordentliche Steigerung und die Charaktere in „Independence Day“ oder „Armageddon – Das jüngste Gericht“ hatten dagegen schon eine ungeheure Tiefe.

Liam Neeson hat als knurriger Admiral Shane ungefähr eine Handvoll Auftritte, die wegen der Menge über den Cameo-Status hinausgehen. Außerdem hat er hierfür sicher ein hübsches Sümmchen auf sein Konto überwiesen bekommen.

R&B-Sängerin Rihanna hat in „Battleship“ ihre erste Filmrolle und sie fällt als Eye Candy mit Wumme auch nicht unbedingt negativ auf. Nur singen tut sie nicht. Obwohl Musik doch, wie wir seit „Mars Attacks!“ wissen, ein probates Mittel gegen Aliens ist.

Herrje, wenn Regisseur Peter Berg („Operation: Kingdom“, „Hancock“) und die Drehbuchautoren Joe und Erich Hoeber („Whiteout“, „R. E. D.“) nicht schon einige ordentliche bis gute Filme auf ihrem Konto hätten, wäre das ziemlich humorfreie, tatkräftig vom Militär unterstützte „Battleship“ nicht so enttäuschend.

Ein strunzdummer, ohrenbetäubender, das Militär und militärische Tugenden (Ballern! Ballern! Ballern bis der Gegner pulverisiert ist.) hochhaltender Film wäre es trotzdem.

Oder in der Sprache des Film: Treffer! Film versenkt! Mission erfüllt! Kollateralschäden egal!

Aber zum Glück nur in 2D.

Battleship (Battleship, USA 2012)

Regie: Peter Berg

Drehbuch: Joe Hoeber, Erich Hoeber

mit Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna, Brooklyn Decker, Tadanobu Asano, Greg Gadson, Liam Neeson, Peter MacNicol, Louis Lombardi (eine Szene als Barkeeper)

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Battleship“

Rotten Tomatoes über „Battleship“

Wikipedia über „Battleship“


TV-Tipp für den 12. April: Nachtschicht: Vatertag

April 11, 2012

ZDFneo, 20.15

Nachtschicht: Vatertag (D 2004, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Eine ruhige Nacht wird das nicht für Erichsen und sein Team: ein unheilbar an Krebs erkrankter Knacki will seine letzten Tage mit seinem Sohn verbringen. Deshalb entführt er ihn von seinen Adoptiveltern: einem Polizisten, der gerade gegen Erichsen ermittelt. Außerdem macht ein entlaufener Irrer das Revier unsicher.

Nach dem überwältigenden Erfolg des ersten Nachtschicht-Filmes durfte Lars Becker mit den bewährten Schauspielern ein weiteres Mal zuschlagen. Und weil auch der zweite „Nachtschicht“-Film ein voller Erfolg war, folgten seitdem einige weitere sehr gelungene Krimis.

Mit Armin Rohde, Katharina Böhm, Minh-Khai Phan-Thi, Ken Duken, Ercan Durmaz, Axel Prahl

Hinweise

ZDF über „Nachtschicht“

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


Mennan Yapos Kurzfilm „Framed“

April 11, 2012

Bevor Mennan Yapo „Lautlos“ (mit Joachim Król) und „Die Vorahnung“ (Premonition, mit Sandra Bullock) drehte, drehte er 1999 den Kurzfilm „Framed“

„Wir hatten ihn weltweit zu Festivals geschickt und er kam wirklich überall gut an. Die Leute kamen aus dem Film mit einem seltsamen, unerklärlichen Gefühl. Ich weiß noch, wie er in Bilbao lief, Seattle oder in Palm Springs. Und in Hof. Als er dort gezeigt wurde, gab es großartige Reaktionen. Da kamen Filmemacher auf mich zu, die ich nicht kannte. Die haben gesagt: ‚Wow, das ist dein erster Film? Respekt, sehr assoziativ.'“

(Mennan Yapo in Marko Kregel: Hollywood – Traum und Wirklichkeit, Schüren 2012)

 


TV-Tipp für den 11. April: Lone Star

April 11, 2012

SWR, 23.00

Lone Star (USA 1996, R.: John Sayles)

Drehbuch: John Sayles

In Texas wird in der Wüste ein Skelett mit einem Sheriffstern gefunden. Sheriff Sam Deeds (Chris Cooper) versucht den vierzig Jahre alten Mordfall zu klären und schnell fragt er sich, was sein verstorbener Vater, der ungekrönte und immer noch geachtete Herrscher der Stadt, mit dem Mord zu tun hat und ob er sein Andenken beschmutzen soll.

„Sayles ist ein Meisterwerk mehrschichtigen Erzählens gelungen: mit knapp einem Dutzend wichtigen Rollen, mit überlegter Koppelung von Gegenwart und Vergangenheit, lakonisch-doppelsinnigen Dialogen, ausgefeilter Kameraarbeit, Musik, die drei Kulturen einfängt, und atemberaubenden Zeitübergängen.“ (Fischer Film Almanach 1998)

Bei dem Lob vergisst man fast, dass „Lone Star“ auch ein verdammt unterhaltsamer Krimi ist.

Das Drehbuch war für einen Oscar („Fargo“ gewann), einen Golden Globe, den BAFTA, den Independent Spirit Award und den Preis der Writers Guild of America (wieder gewann „Fargo“) nominiert.

mit Chris Cooper, Elisabeth Pena, Kris Kristofferson, Miriam Colon, Matthew McConaughey, Frances McDormand

Hinweise

Wikipedia über „Lone Star“ (deutsch, englisch)

Homepage von John Sayles

John Sayles in der Kriminalakte


DVD-Kritik: James Mason ist „Ausgestoßen“ in einem Noir von Carol Reed

April 10, 2012

Wenn man „Film Noir“ als Genre, als Bezeichnung für Filme, die eine bestimmte Weltsicht und formale Charakteristika teilen, begreift, dann kann ein Noir überall entstehen und spielen. Auch in England und „Ausgestoßen“ von „Der dritte Mann“-Regisseur Carol Reed ist ein ausgezeichnetes Beispiel für einen gelungen Noir. Als der Film kurz nach dem zweiten Weltkrieg für Two Cities Production entstand, war es eine Prestigeproduktion, die auch den BAFTA als bester englischer Film gewann. Gerade deshalb erstaunt, wie konsequent die Noir-Weltsicht in ihrer schwärzesten Form gezeichnet wurde.

Dabei beginnt „Ausgestoßen“ fast harmlos. Der aus dem Gefängnis geflüchtete, in der Bevölkerung als Volksheld verehrte Johnny McQueen (James Mason) plant mit seinen Kumpels einen Banküberfall. Der Überfall geht gründlich schief. Er erschießt in einen Handgemenge einen Kassierer. Er wird angeschossen. Bei der Flucht müssen seine Freunde ihn zurücklassen.

Schwerverletzt stolpert Johnny durch ein labyrinthisches Belfast, das von Polizisten, die ihn jagen, besetzt ist. Während er von einem provisorischem Versteck zum nächsten taumelt und dabei versucht, zu seiner Freundin zu gelangen und dann mit ihr aus der Stadt zu flüchten, entfaltet Carol Reed in prägnanten Szenen ein Panorama menschlicher Niedertracht, Gier und Angst. Denn letztendlich will jeder, der Johnny trifft, ihn nur für seine eigenen Interessen benutzen. Kann es ein noch düsteres Bild der Conditio Humana geben?

Für James Mason war seine Darstellung des aufgrund seiner Verletzung weitgehend passiven Johnny die Beste in seiner Karriere und es ist auch sein liebster Carol-Reed-Film.

Auch Roman Polanski ist ein Fan des heute zu Unrecht fast unbekannten Noirs: „Kein Film hat mich glücklicher gemacht.“

Ausgestoßen (Odd Man Out, GB 1947)

Regie: Carol Reed

Drehbuch: F. L. Green, R. C. Sheriff

LV: F. L. Green: Odd Man Out, 1945 (Der Terrorist)

mit James Mason, Robert Newton, Cyril Cusack, Kathleen Ryan, F.J. McCormick, William Hartnell, Fay Compton, Denis O’Dea, W.G. Fay, Maureen Delaney

–

DVD

Koch Media (Film Noir Collection 9)

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet mit einem Essay von Thomas Willmann, Bildergalerie, Drehbuch (als PDF)

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Wikipedia über „Ausgestoßen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Ausgestoßen“ (und hier der Eintrag)

Noir of the Week über „Ausgestoßen“


TV-Tipp für den 10. April: Rufmord – Jenseits der Moral

April 10, 2012

ZDFneo, 20.15

Rufmord – Jenseits der Moral (USA/GB/D 2000, R.: Rod Lurie)

Drehbuch: Rod Lurie

Als der US-Präsident eine Frau (damals praktisch undenkbar, heute egal) zu seiner Stellvertreterin ernennt, beginnt ein Republikaner eine Schmutzkampagne.

Gut, das Zieren der designierten Stellvertreterin, nichts aus ihrem Privatleben der Öffentlichkeit zu verraten, weil es nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat, ist so weltfremd in der Politik, dass es den gesamten Film schwächt. Davon abgesehen bietet „Rufmord“ tolles Schauspielerkino, das auch einen guten Blick hinter die Kulissen der Macht gibt.

Inspiriert wurde „Rufmord“ von der zunehmend unappetitlichen Kampagne der Republikaner gegen Präsident Bill Clinton.

mit Gary Oldman, Joan Allen, Jeff Bridges, Christian Slater, Sam Elliott, William Petersen, Saul Rubinek, Philip Baker Hall

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rufmord“

Wikipedia über „Rufmord“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. April: Duplicity – Gemeinsame Geheimsache

April 9, 2012

ZDF, 22.00

Duplicity – Gemeinsame Geheimsache (USA 2009, R.: Tony Gilroy)

Drehbuch: Tony Gilroy

Nach Agententhriller (die “Bourne”-Serie) und Politthriller (“Michael Clayton”) ist er jetzt bei der romantischen Thriller-Komödie mit Screwball-Elementen angelangt: zwei Industriespione, die eine Liebe-Hass-Beziehung (ersteres persönlich, letzteres beruflich) pflegen, beschließen, ihre Bosse um einige Millionen zu erleichtern. Aber können sie sich trauen? Und können sie mit dem Geld entkommen?

Die Kritiken tendieren zu einem leichten „ich hätte mehr erwartet“, aber zwei Stunden gepflegte Unterhaltung sind garantiert. „Mit viel doppelbödigem Charme und herausragendem Ensemble macht Tony Gilroy aus der Agentenromanze einen wunderbaren Film.“ (Thomas Klein, tip 10/2009)

Mit Julia Roberts, Clive Owen, Tom Wilkinson, Paul Giamatti, Ulrich Thomsen (als Big Swiss Suit; – was einiges über die Größe der Rolle aussagt)

Wiederholung: Mittwoch, 11. April, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Duplicity“

Rotten Tomatoes über „Duplicity“

Wikipedia über „Duplicity“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. April: Avatar – Aufbruch nach Pandora

April 8, 2012

RTL, 20.15

Avatar – Aufbruch nach Pandora (USA 2009, R.: James Cameron)

Drehbuch: James Cameron

Optisch beeindruckender, storytechnisch ziemlich unterirdischer SF-Fantasy-Film, der den 3D-Boom auslöste und Unsummen einspielte. Denn Cameron erzählt einfach die sattsam bekannte Geschichte vom edlen Wilden und dem gierigen Kapitalisten, voller Logiklöcher, Merkwürdigkeiten und auch Längen nach.

mit Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Michelle Rodriguez, Giovanni Ribisi, Joel David Moore, Stephen Lang, CCH Pounder, Wes Studi

Wiederholung: Montag, 9. April, 14.55 Uhr

Hinweise

Film-Zeit über „Avatar“

Rotten Tomatoes über „Avatar“

Wikipedia über „Avatar“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Avatar“ von James Cameron


DVD-Kritik: „Amer“ ist nicht Kommerz, sondern Kunst

April 7, 2012

Vielleicht muss es so aussehen, wie in „Amer“, wenn aus Trash Kunst wird. Hélène Cattet und Bruno Forzani haben sich den den Giallo, ein in den siebziger Jahren beim Publikum beliebtes und kommerziell entsprechend erfolgreiches Subgenre des italienischen Kriminal- und Horrorfilm, das inzwischen von einigen Regisseuren gefeiert und von der Kritik rehabilitiert (wenigstens teilweise) wurde, als stilistische Vorlage für ihr Schaffen genommen. Denn neben ihrem Spielfilm „Amer“ gibt es auf der DVD noch vier, schon ältere Kurzfilme, die stumme Vorstudien und auch Variationen von „Amer“ sind. Immer geht es um Sex und Gewalt, möglichst explizit in den den Andeutungen, aber möglichst abstrakt in der Ausführung und immer mit einem Soundtrack, der Geräusche und Musik zu einer beunruhigenden Klangcollage verbindet.

Aber während die Kurzfilme meistens eine Aneinanderreihung von Bildserien sind, ist „Amer“ ein Spielfilm, der viel Raum für Assoziationen lässt und mit einem Minimum an Dialogen auskommt. Immer geht es um das Feiern des Augenblicks und dem Hervorrufen von bestimmten Gefühlen.

Das ist in dem ersten Teil von „Amer“, der strukturell aus drei sehr locker miteinander verknüpften Kurzfilmen mit der gleichen Protagonistin in verschiedenen Lebensphasen besteht, noch spannend. Immerhin versucht ein Mädchen damit umzugehen, dass in dem Herrenhaus der tote Großvater aufgebahrt ist, ihre Eltern sich lautstark streiten, die Großmutter durch das Haus schleicht und alles etwas seltsam ist. Sex, Tod und Gewalt liegen wie ein Pesthauch über den Bildern, die anscheinend direkt aus einem Siebziger-Jahre-Italo-Horrorfilm kommen.

Aber schnell wird deutlich, dass es hier nur um Stimmungen geht; was ja nicht so schlimm ist. Immerhin hat Dario Argento, der „Amer“ unübersehbar in jeder Sekunde beeinflusste, sein gesamtes Œuvre darauf aufgebaut.

Aber während Argento und seine Kollegen immer noch eine, wenn auch abstruse Story erzählte, sind Hélène Cattet und Bruno Forzani nur noch an den Stimmungen interessiert, die sie teilweise über Minuten ausdehnen. Wenn in dem zweiten Segment, das eher an einen der soften Italo-Sexfilme der siebziger Jahre (Sommer, Sonne, viel Gegenlicht, leichte Kleidung, aber die Schönheit leckt sich nur die Lippen und öffnet den obersten Knopf ihres Kleides) erinnert, die Protagonistin, die sich gerade ihres Frau-Seins bewusst wird, eine gefühlte halbe Stunde an einer Handvoll, sie lüstern anstarrender Motorradfahrer vorbeiparadiert, dann ist das so übertrieben wie in einem Michael-Bay-Film, der ebenfalls den Augenblick bis zum Erbrechen zelebriert.

Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass „Amer“ Kunst ist, der mit der Form des Giallos spielt und besser als einzeln präsentierte Kurzfilme oder in einer Kunstausstellung aufgehoben wäre. Als Spielfilm langweilt der surreale Experimentalfilm nur zunehmend.

Amer – Ein Alptraum aus Angst und Begierde (Amer, Frankreich/Belgien 2009)

Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani

Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani

mit Marie Bos, Delphine Brual, Cassandra Foret, Charlotte Eugène-Guibbaud, Harry Cleven

–

DVD

Koch Media

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Französisch (Dolby Digital 5.1, DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Vier Kurzfilme von Cattet und Forzani (Catharsis, Chambre Jaune, L’étrange portrait de dame en jaune, La fin de notre amour), Kinotrailer, Wendecover

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Homepage zum Film

Eskalierende Träume: Interview mit Hélène Cattet und Bruno Forzani (23. August 2010)

Blutbengel über „Amer“ (12. Januar 2012)

 


TV-Tipp für den 7. April: Der große Coup

April 7, 2012

RBB, 23.35

Der große Coup (USA 1973, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Dean Riesner, Howard Rodman

LV: John Reese: The Looters, 1968 (später wegen des Films “Charley Varrick”)

Zufällig klaut Charley Varrick bei einem Überfall auf eine Provinzbank eine dreiviertel Million Dollar. Dummerweise gehört das Geld der Mafia – und die versteht keinen Spaß.

Herrlich amoralischer Gangsterfilm, bei dem ein Einzelner einen scheinbar hoffnungslosen Kampf gegen eine große, skrupellose Organisation aufnimmt.

„In diesem besten von Siegels späten Filmen wird nicht nur mit dem Genre gespielt, bis ein Westernmuster in einem Mafiafilm aufscheint, sondern sein Drehbuch ist auch derart ausgefeilt, dass es seine Wahrheit erst im letzten Moment offenbart.“ (Kevin Gough-Yates, in Frank Arnold/Michael Esser [Hrsg.]: Dirty Harry – Don Siegel und seine Filme)

John Reese schrieb in erster Linie Western.

Mit Walter Matthau, Joe Don Baker, John Vernon, Felicia Farr, Don Siegel (als Tischtennisspieler)

Hinweise

Wikipedia über „Der große Coup“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964 – Ronald Reagans letzter Film)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der letzte Scharfschütze“ (The Shootist, USA 1976 – John Waynes letzter Film)

Kriminalakte über Don Siegel


TV-Tipp für den 6. April: Sin City – Recut & Extended

April 6, 2012

Pro7, 23.00

Sin City (USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Heute läuft nicht die Kinofassung, sondern die etwas längere „Recut & Extended“-Version, mit einer Betonung auf „Recut“.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Sonntag, 8. April, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Schnittberichte vergleicht die Kino- mit der Recut-Version

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons: Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1), 2010 (Give me liberty, 1990)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Lady“ – ein Biopic über Aung San Suu Kyi

April 5, 2012

Wir haben Luc Besson. Der Mann, der „Subway“, „Nikita“, Leon, der Profi“ und „Das fünfte Element“ inszenierte und in den vergangenen Jahren, gefühlt, mindestens jeden zweiten französischen Action-Film produzierte.

Wir haben Michelle Yeoh. Die Hongkong-Action-Schauspielerin, die in „Heroic Trio“ entzückte, kurz darauf in „Der Morgen stirbt nie“ James Bond verkloppte, danach in „Tiger & Dragon“ und „Die Geisha“ mitspielte, inzwischen auch als Schauspielerin anerkannt ist und die treibende Kraft bei „The Lady“ war.

Wir haben ein beeindruckendes Schicksal. Nämlich das von Aung San Suu Kyi, die, mit kurzen Unterbrechungen, über zwanzig Jahre in der Militärdiktatur Birma (bzw. Burma oder Myanmar) im Hausarrest gefangen gehalten wurde, 1991 für ihr gewaltfreies Engagement für die Demokratie und Menschenrechte den Friedensnobelpreis erhielt und jetzt, bei Nachwahlen, endlich triumphierend in das Parlament einziehen dürfte.

Wir haben den Spielfilm „The Lady – Ein geteiltes Herz“, der auf ihrem Leben basiert. Aung San Suu Kyi wird von Michell Yeoh gespielt und Luc Besson setzte sich wieder auf den Regiestuhl. Dass er starke Frauen inszenieren kann, bewies er immer wieder. So auch 1999 in „Johanna von Orleans“. Damals inszenierte er eine bildgewaltige, durchaus umstrittene, Schlachtplatte mit einer jungen Action-Heroine, die auch ein gläubiges Erweckungserlebnis hatte und zur fanatischen Anführerin gegen die Unterdrücker wurde.

Aung San Suu Kyi ist das gewaltfreie Gegenmodell zu Johanna von Orleans und Bessons Film erzählt auch weniger von ihrem politischen Kampf, sondern von ihrer Liebe zu ihrem Mann und ihren Kindern. „The Lady“ ist kein Biopic über eine Politikerin, sondern über eine Ehefrau, die von ihrem Mann getrennt wird.

Und genau das ist die Crux von „The Lady“. Anstatt uns zu erklären, warum die am 19. Juni 1945 geborene Aung San Suu Kyi, nachdem sie jahrelang nicht in ihrer Heimat war, sich als 43-jährige glücklich verheiratete Mutter plötzlich politisch engagiert, nach dem Tod ihrer Mutter nicht wieder nach England zu ihrem über alles geliebten Ehemann (David Thewlis als leicht zerstreuter Wissenschaftler) und ihren beiden Kindern zurückkehrt, sondern in ihrem Heimatland bleibt und die Repressionen erduldet, wird in dem Film vor allem ein erstaunlich intaktes Familienidyll gezeigt. Denn trotz der Trennung stehen sie einmütig zusammen.

Aber so beantworten die Macher von „The Lady“ die für den Film zentrale Frage, was diese Frau antreibt, nicht. Sie versuchen es noch nicht einmal wirklich.

Es wird auch nie genauer auf ihr politisches Programm eingegangen. Stattdessen darf sie, als gut aussehendes Symbol der Demokratiebewegung, schüchtern lächelnd durch das Land ziehen, Hände schütteln und Reden über die Vorzüge von freien Wahlen halten. Dagegen kann nun wirklich niemand, vor allem im demokratischem Westen, etwas haben.

Am Ende des über zweistündigen Films bleibt nur eine gut inszenierte, gut gespielte, arg propagandistische und zu lang geratene Heldenverehrung übrig, der es gelingt, das Leben einer Politikerin gänzlich unpolitisch und reduziert auf das private Drama zu erzählen.

The Lady – Ein geteiltes Herz (The Lady, Frankreich/Großbritannien 2011)

Regie: Luc Besson

Drehbuch: Rebecca Frayn

mit Michelle Yeoh, David Thewlis, Jonathan Raggett, Jonathan Woodhouse, Susan Wooldridge, Benedict Wong

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Lady“

Rotten Tomatoes über „The Lady“

Wikipedia über „The Lady“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Iron Sky“ bringt die Nazis 1945 auf den Mond – und 2018 zurück

April 5, 2012

Die Geschichte hinter dem Film

 

Jahrelang geisterte „Iron Sky“ durch das Internet. Zuerst als spinnerte Idee, die ungefähr so lautete: „Wir machen einen Film, in dem Nazis auf der Rückseite des Mondes leben.“ Da konnte jeder seinen Senf dazu geben.

Danach wurde gemunkelt, das Budget für diesen Film sollte aus einer neuen Geldquelle stammen. Nämlich nicht aus den Taschen eines mächtigen Produzenten oder aus verschiedenen Fördertöpfen. Nein, „Iron Sky“ sollte von seinen Fans finanziert werden. Crowd Investment wird das genannt – und so neu ist das auch nicht. Denn schon immer haben Regisseure ihre Debüts teils auf sehr abenteuerlichen Wegen finanziert.

Die Idee des Crowd Investment wurde skeptisch beäugt. Würde es wirklich auf diesem Weg gelingen, einen Film zu finanzieren? Und was für ein Film soll entstehen, wenn tausende Leute, von denen die Meisten keine Ahnung vom Filme machen haben, mitreden dürfen? Denn schon die Besprechungen für einen normal finanzierten Film sind aufreibend genug.

Jetzt ist „Iron Sky“ fertig, er wurde auf der Berlinale gezeigt, startet heute im Kino und ein Blick auf die Zahlen ernüchtert.

Denn wie schon ein Blick auf die Namen der Geldgeber zeigt, waren ganz viele Investoren dabei, die auch viele andere Filme finanzieren. Offiziell beträgt das Budget 7,5 Millionen Euro, davon kamen 750.000 Euro von der Crowd, der Rest ganz traditionell von Produzenten und aus Fördertöpfen, wie Hessen Invest und DFFF. Da scheint, auch wenn durch das Crowd Funding Finanzierungslücken geschlossen werden konnten und Regisseur Timo Vuorensola auf die Fanbasis von seinem No-Budget-Film „Star Wreck: In the Pirkinning“ aufbauen konnte, doch eher ein Marketing-Gag und weniger die Zukunft der Filmfinanzierung zu sein.

 

Der Film

 

Schon in der ersten Minute von „Iron Sky“ ist klar, dass Timo Vuorensolas kein wackeliges, amateurhaftes You-Tube-Video oder eine reine Selbstbespaßung der kleinen Geldgeber (aka „The Crowd“) machen wollte. Nein, „Iron Sky“ ist ein richtiger Spielfilm, der auch ohne große Verrenkungen und fünfmaliges Ausrufen der alles entschuldigenden Zauberformel „Trash!“ wie ein Spielfilm besprochen werden kann.

2018 entdeckt eine US-amerikanische Mondmission, dass auf der Rückseite des Mondes Nazis, die kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs mit Reichsflugscheiben (Ähem, volkstümlich Ufos.) in den Weltraum flüchteten und dort ihr Reich aufgebaut haben. Durch die Entdeckung beunruhigt, beschließt ihr Führer Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier) mit der schon lange geplanten Invasion der Erde zu beginnen.

Als Voraustrupp werden Nachrichtenübermittlungsoberführer Klaus Adler (Götz Otto) und seine Künftige, die stramme Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze), zusammen mit dem gefangenen afroamerikanischen Astronauten James Washington (Christopher Kirby), der vor allem wegen seines Aussehens auf die Mondmission geschickt wurde, auf die Erde geschickt. Sie sollen der Präsidentin der USA ihre Forderung zur bedingungslosen Aufgabe überbringen und einige Smartphones, die die dringend benötigte Technik für ihre Nazi-Überwaffe enthalten, besorgen.

Die Präsidentin, ein Sarah-Palin-Lookalike, ist gerade im Wahlkampf und findet da, vor allem weil die als Wahlkampf-Aktion geplante Mondmission schiefging, erstens, den Nazi-Look von Klaus Adler und Renate Richter toll, und hält, zweitens, einen Krieg, vor allem gegen Nazi-Invasoren, für das sichere Ticket zu ihrer Wiederwahl.

Während die Story weitgehend in den bekannten Fahrwassern der Alien-Invasionsfilme spielt, und gerade im Mittelteil, wenn die Nazis zu Wahlkampfhelfern werden, vor sich hin plätschert, sorgen die vielen Ideen und teils platten satirischen Spitzen immer wieder für Lacher. Denn die Idiotien des Wahlkampfs, Sarah Palin (heute vergessen, 2008 Vizepräsidentinkandidatin) und das Gebaren der Politiker in internationalen Gremien sind dankbare, aber auch einfache Opfer. Das gleiche gilt für die Werbewelt, die in „Iron Sky“ hoffnungslos und vollkommen unkritisch dem Nazi-Look und deren Herrenmenschenideologie verfällt.

Bei dem Ausmalen der Welt der Nazis haben die Macher dann wirklich viel Liebe zum Detail bewiesen. Denn sie haben die Technik und auch Optik der vierziger Jahre in die nahe Zukunft fortgesponnen. Es ist eine Steampunk-Welt, in der die Technik in vielen Punkten einfach stehen geblieben ist. Daher erfolgt die Invasion der Nazis am Ende des Films auch stilecht mit Zeppelinen. Tilo Prückner darf als Nazi-Wissenschaftler den Mad Scientist spielen, der seit Jahrzehnten an der „Götterdämmerung“, der Überwaffe der Nazis, die gegen Filmende, nachdem er mit einem Smartphone, das deutliche kleiner und leistungsfähiger als seine Computer ist, die letzten technischen Probleme löst, auch eingesetzt wird.

Und es gibt noch viele weitere gelungene Details, wie das arisierende Albinoserum, die Architektur der Mondstation konform zu den bekannten Nazi-Symbolen und die Anweisung, was bei einem Alarm zu tun ist.

Die Tricks sind, vor allem wenn man das Budget bedenkt, erstaunlich gelungen und sie müssen sich wirklich nicht vor deutlich höher budgetierten Hollywood-Produktionen verstecken. Schließlich waren sie bei „Independence Day“ auch nicht besser. Aber im Gegensatz zu Roland Emmerichs Kassenhit gibt es in Timo Vuorensolas „Alien“-Invasionsfilm eine ordentliche Portion Humor. Fast so, als habe man einen Remix aus „Independence Day“ und „Mars Attacks“ gemacht und die Aliens durch Nazis ersetzt.

Iron Sky (Iron Sky, Finnland/Deutschland/Australien 2012)

Regie: Timo Vuorensola

Drehbuch: Michael Kalesniko, Johanna Sinisalo (nach einem Konzept von Jarmo Puskala)

Musik: Laibach

mit Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby, Tilo Prückner, Peta Sergeant, Stephanie Paul

Länge: 93 Minuten

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Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Iron Sky“

Rotten Tomatoes über „Iron Sky“

Wikipedia über „Iron Sky“ (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Gunnar Herrmann über die Finanzierung von „Iron Sky“ (4. April 2012)

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Bonusfilm

„Star Wreck: In the Pirkinning“ von „Iron Sky“-Regisseur Timo Vuorensola


TV-Tipp für den 5. April: Tatort: Bienzle und die schöne Lau

April 5, 2012

SWR, 22.00

TATORT: Bienzle und die schöne Lau (D 1993, R.: Hartmut Griesmayr)

Drehbuch: Felix Huby, Werner Zeindler

LV: Felix Huby: Bienzle und die schöne Lau, 1985

Hobbytaucher Fritz Laible stirbt bei einem Tauchgang in eine Unterwasserhöhle. War es ein Unfall? Oder hat ihn seine attraktive Frau Vera umgebracht? Bienzle ermittelt.

Der zweite Bienzle. Damals, bei der Erstausstrahlung, gefiel er mir ganz gut. Oder verklärt die Erinnerung die nackten Tatsachen?

Wer mehr „Tatort“ will: im SWR läuft um 20.15 Uhr „Das Lächeln der Madonna“ (mit Kommissarin Blum), im WDR um 20.15 Uhr „Rückspiel“ (mit den Kommissaren Ballauf, Schenk, Ehrlicher und Kain), im HR um 21.45 Uhr „Passion“ (mit Kommissar Eisner). Gut, dass das Erste um 23.30 Uhr das „Venezianisches Finale“ mit Kommissar Brunetti liefert.

Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Rita Russek, Despina Pajanou

Hinweise

Homepage von Felix Huby

Meine Besprechung von Felix Hubys „Fast wie von selbst – Ein Gespräch mit Dieter de Lazzer“ (2008)

Meine Besprechung von Felix Hubys “Null Chance” (2009)

Meine Besprechung von Felix Hubys “Bienzle und das ewige Kind” (2009)

Meine Besprechung von Felix Hubys “Adieu, Bienzle” (2011)


DVD-Kritik: Blöder Titel, guter Geisterhaushorror: „Tanz der Totenköpfe“

April 4, 2012

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, als die deutschen Verleiher bei der Titelsuche sehr kreativ waren. Aus dem doch eher undramatischen „The Legend of Hell House“ wurde marktschreierisch, vielleicht auch in Anlehnung an den „Tanz der Vampire“, der „Tanz der Totenköpfe“ und auf das deutsche Filmplakat wurde ein Totenschädel gemalt.

Nun, gut. Mit etwas Fantasie entdeckt man auch ein, zwei Totenköpfe in dem Horrorfilm. Aber einen „Tanz der Totenköpfe“ gibt es nicht. John Houghs Film, der nach einem Roman und Drehbuch von Richard Matheson (zuletzt die Vorlage für „Real Steel“), entstand, ist ein richtig altmodisch-zünftiger Geisterhaus-Thriller. Denn in dem titelgebendem Höllenhaus fanden in der Vergangenheit so viele schlimme Dinge statt, dass es in der Szene der „Mount Everest der Geisterhäuser“ genannt wird. Zuletzt schlug das übersinnliche Grauen vor zwanzig Jahren zu. Damals überlebte nur Ben Fischer (Roddy McDowall). Danach wurde das Haus versiegelt.

Erst jetzt, kurz vor seinem Tod, will der schwerreiche Besitzer herausfinden, ob sein Landhaus verflucht ist oder ob es eine rationale Erklärung für die damaligen Ereignisse gibt. Er gibt dem Physiker Dr. Lionel Barrett (Clive Revill), den Medien Ben Fischer und Florence Tanner (Pamela Franklin) viel Geld, damit sie innerhalb einer Woche herausfinden, was mit dem Haus los ist.

Die vier – Dr. Barrett wird von seiner Frau Ann (Gayle Hunnicutt) begleitet – betreten das Haus und schon bald treffen sie auf den ersten Geist. Oder spielt ihnen ihre Fantasie einen Streich und es gibt für alles eine rationale Erklärung?

Natürlich erinnert „Tanz der Totenköpfe“ an „Bis das Blut gefriert“ (The Haunting, USA 1960, R.: Robert Wise), den heute wohl bekanntesten Geisterhausfilm, dessen Story auch die Blaupause für zahlreiche weitere Filme und Bücher war. Aber Houghs Version weiß trotzdem gut zu unterhalten. Das liegt einmal an dem straffen Drehbuch von Richard Matheson, der geschickt die Sympathien zwischen den vier Hausgästen verteilt und der keine Zeit für Abschweifungen hat. Insofern ist der „Tanz der Tötenköpfe“ auch ein Beispiel für effektives Geschichtenerzählen.

Dazu kommen noch die expressionistische Farbkamera in ihrem grandiosen Siebziger-Jahre-Stil und die Musik von Brian Hodgson und Delia Derbyshire, die auch zu den Gründungsmitgliedern der einflussreichen Band „White Noise“ gehörten, deren experimentelle elektronische Klänge auch „Stereolab“ beeinflussten. Derbyshire schrieb 1962 die elektronische Version der Titelmelodie von „Dr. Who“. Die Musik für „Tanz der Totenköpfe“ war ihre letzte Komposition vor einer jahrelangen Pause vom Komponieren, die die 2001 verstorbene Musikerin erst kurz vor ihrem Tod beendete.

Die elektronischen Klangcollagen von Hodgson und Derbyshire tragen viel zum Schrecken bei – und wenn es damals schon Dolby Digital 5.1 in den Kinos gegeben hätte, wäre der Horror perfekt.

Der „Tanz der Totenköpfe“ ist ein feiner, kleiner Horrorfilm, der definitiv eine Wiederentdeckung lohnt. Denn wenn die Jungs von der OFDB recht haben, lief diese Genreperle seit fast zwanzig Jahren nicht mehr im TV.

 

Die DVD

 

Für die DVD wurde ein neues HD-Remaster genommen. Entsprechend gut ist das Bild des 1972 gedrehten Films. Als Bonusmaterial gibt es nur den Trailer. Da hätte man doch wenigstens noch einige Texttafeln mit Hintergrundinformation, eine kleine Bildergalerie und ein Wendecover liefern können.

 

Andere Meinungen

 

„Ein primitives Schaubuden-Spektakel in seltsam unterkühlter, zuweilen fast steriler Atmosphäre, das selbst für Fans von modischem Okkultismus zu dürftig ausfällt.“ (Lexikon des Internationalen Films)

 

„Außerdem strebt der Film zu methodisch auf seinen Höhepunkt zu, indem die mysteriösen Dinge sich häufen und ausweiten und die pyrotechnischen Kunststückchen der Spezialeffekte an Lautstärke und Heftigkeit immer mehr zunehmen und uns so auf eine Laboratoriumsfeuersbrunst am Schluss vorbereiten wie in den Horrorfilmen von anno dazumal. Wenn diese dann kommt – allerdings erst nach der heute obligatorischen Sexszene -, ist sie einigermaßen zufriedenstellend realisiert.“ (William K. Everson: Klassiker des Horrorfilms, 1979)

 

„Den Produzenten muss der Schlag getroffen haben, als er sich das Machwerk vorführen ließ. Bleibt nachzutragen, dass die tanzenden Totenköpfe möglicherweise beim Transport der Filmspulen nach Deutschland in der Nordsee ertrunken sind. Im Film kommen sie jedenfalls nicht vor.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms, 1985)

 

 

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House, GB 1973)

Regie: John Hough

Drehbuch: Richard Matheson

LV: Richard Matheson: Hell House, 1971 (Das Höllenhaus)

mit Pamela Franklin, Roddy McDowall, Clive Revill, Gayle Hunnicutt, Roland Culver, Peter Bowles

auch bekannt als „Kampf der Totenköpfe“ (TV-Titel und noch abstruser als der Kinotitel)

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DVD

Black Hill Pictures/Koch Media

Bild: 16:9 (1,85:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „Tanz der Totenköpfe“

Rotten Tomatoes über „Tanz der Totenköpfe“

Cinefantastique Online über „Tanz der Totenköpfe“

Twitch Film über „Tanz der Totenköpfe“

Kriminalakte: Ein episch langes Interview mit Richard Matheson

Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung „Real Steel“

Richard Matheson in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 4. April: Hunger

April 4, 2012

Arte, 23.20

Hunger (Hunger, GB/Irland 2008)

Regie: Enda Walsh, Steve McQueen

Ein mit Preisen überschütteter Spielfilm über den Hungerstreik von Bobby Sands und weiterer IRA-Kämpfer 1981 im nordirischen Maze Prison. Sie wollten als politische Gefangene anerkannt werden.

Definitiv keine leichte Kost.

mit Michael Fassbender, Stuart Graham, Liam Cunningham

Wiederholung: Mittwoch, 11. April, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hunger“

Wikipedia über Bobby Sands (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, GB 2011)


DVD-Kritik: „The Prisoner“ will nicht Nummer 6 sein

April 3, 2012

Ein Mann erwacht in der Wüste. Er hat keine Ahnung, wie er dorthin gekommen ist. Kurz darauf entdeckt er eine Stadt, die anscheinend aus der Zeit gefallen ist. Jedenfalls erinnert die Stadt in der Wüste eher an eine Golden-Age-Hollywood-Stadt als an eine reale Stadt der Gegenwart. Die Einwohner sind freundlich zu ihm und sie scheinen ihn auch alle zu kennen.

Nummer 6, wie der Mann von den Bewohnern der Stadt genannt wird, will sich allerdings nicht mit diesem Leben arrangieren. Denn er weiß, dass es eine andere Welt gibt und er will wieder zurück in sein altes Leben, an das er sich nur bruchstückhaft erinnert. Auch wenn ihm alle Stadtbewohner und der Herrscher der Stadt freundlich, aber bestimmt versichern, dass er sich irrt.

„The Prisoner“ war als Remake der britischen Serie „The Prisoner“ (Nummer 6) von 1967/68 mit James Caviezel als Nummer 6 und Ian McKellen als Nummer 2 (aka das Oberhaupt der Stadt) angekündigt. Weil das Original mit Patrick McGoohan als Nummer 6 schon seit Jahren Kultstatus genießt, immer wieder als eine der besten TV-Serien genannt wird und dessen Thematisierung von verschiedenen Theorien über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, die damals diskutiert wurden, allgemein bewundert wird, hat ein Remake natürlich schlechte Karten. Gerade der direkte Vergleich mit dem allgemein geschätztem Original planiert schnell und sehr breit den Weg zu hämischen Verrissen. Wahrscheinlich deshalb wurde 2009, vor der TV-Premiere, auch öfters von einem zeitgemäßen Update der Serie gesprochen und so gesehen ist die neue Version von „The Prisoner“ als interessanter Mindfuck à la „Inception“ (USA 2010), gedreht mit einem Bruchteil von Nolans Budget, durchaus einen Blick wert.

Denn wenn man „The Prisoner“ einfach nur nach seinem eigenen Standard als Science-Fiction-Miniserie mit einer interessanten Prämisse betrachtet, ist es, trotz Schwächen, wie Episoden, die zwar das Leben in der Stadt genauer zeigen, aber Nummer 6 nicht näher an die Lösung bringen, eine optisch beeindruckende TV-Serie, die nach dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und der Rolle des Einzelnen im Kapitalismus fragt. Das ist heute der große Konflikt. Denn die Blockkonfrontation ist vorbei und an die großen, alles erklärenden Theorien glaubt auch niemand mehr wirklich. Außerdem hat die Gestaltungsmacht der Politik gegenüber der Wirtschaft, vor allem gegenüber multinationalen, globalen Konzernen, radikal abgenommen hat.

Alle Bewohner der Stadt haben sich in dieser freundlichen „Brave New World“-Diktatur eingerichtet und sie erinnern sich gar nicht mehr an ihr anderes Leben; falls es das jemals gegeben hat. Auch die plötzlich auftauchenden Löcher im Boden, die deutliche Signale sind, dass in dieser Welt etwas nicht in Ordnung ist, irritieren die Bewohner nicht sonderlich.

Dummerweise wird dieser Konflikt von Nummer 6 und den Bewohnern, abgesehen von dem abstrakten Konflikt zwischen individueller Freiheit und dem Gehorchen des Kollektivs, nie genauer ausgeführt und zu einer veritablen Kapitalismuskritik zugespitzt. Insofern ist „The Prisoner“ gerade bei der Behandlung seines Themas kraftlos und harmloser als nötig.

Dazu passt auch, dass das Ende der sechsteiligen Miniserie zwar emotional, aber nicht rational befriedigend ist.

The Prisoner (The Prisoner, GB 2009)

Regie: Nick Hurran

Drehbuch: Bill Gallagher

mit James Caviezel, Ian McKellen, Ruth Wilson, Jamie Campbell Bower, Hayle Atwell, Rachel Blake, Lennie James, Renate Stuurmann

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DVD

Koch Media

Bild: 1.78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS, Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Entfallene Szenen, Making of, Die Welt des Prisoner, Comic Con Panel, Interview, Regiebesprechung

Länge: 277 min

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „The Prisoner“

AMC über „The Prisoner“

Fanseite zu „The Prisoner“ (Original und Remake)

 


TV-Tipp für den 3. April: Kein Mord bleibt ungesühnt

April 3, 2012

ZDFneo, 22.10

Kein Mord bleibt ungesühnt (F 2006, R.: Franck Mancuso)

Drehbuch: Franck Mancuso

LV: Lawrence Block: Like a bone in the throat (Kurzgeschichte, abgedruckt in “Enough Rope”)

Ein Sexualstraftäter ermordet die neunjährige Tochter des Polizisten Malinowski. Der kurz darauf als Täter verurteilte Eckman beteuert in Briefen gegenüber Malinowski seine Unschuld. Als Malinowski deshalb auf eigene Faust mit Ermittlungen beginnt, beginnt er immer mehr an Eckmans Unschuld zu glauben.

Regiedebütant Mancuso schrieb vorher unter anderem das Drehbuch für den Noir-Polizeithriller „36 – Tödliche Rivalen“. „Kein Mord bleibt ungesühnt“ erhielt ebenfalls gute Kritiken und (erlebte) ebenfalls seine Deutschlandpremiere auf DVD. Das scheint inzwischen bei französischen Kriminalfilmen so üblich zu sein.

Denn „Kein Mord bleibt ungesühnt“ ist ein kleiner, feiner Krimi mit einem gelungenen Ende.

Mit Jean Dujardin, Laurent Lucas, Agnès Blanchot, Jean-Pierre Cassel

Auch bekannt als „Counter Investigation – Kein Mord bleibt ungesühnt“

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „A drop of the hard stuff“ (2011)

Meine Besprechung der Lawrence-Block-Verfilmung „Acht Millionen Wege zu sterben“ (Eight Million Ways to Die, USA 1986)

Lawrence Block in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. April: Zerrissene Umarmungen

April 2, 2012

Eins Festival, 20.15

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, R.: Pedro Almodovar)

Drehbuch: Pedro Almodovar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodovar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Wiederholungen

Dienstag, 3. April, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Samstag, 7. April, 20.15 Uhr

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“