TV-Tipp für den 5. November: James Bond: 007 jagt Dr. No

November 5, 2011

ARD, 23.30

JAMES BOND: 007 jagt Dr. No (GB 1962, R.: Terence Young)

Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather

LV: Ian Fleming: Dr. No, 1958 (007 James Bond jagt Dr. No)

Auf Jamaica soll James Bond herausfinden, wer zwei Mitarbeiter des Secret Service umbrachte. Er stößt schnell auf Dr. No.

Der allererste Bond, mit Sean Connery, Ursula „Bikini“ Andress, Joseph Wiseman – damals noch nah am Buch und ziemlich hart. „Dr. No“ ist nicht nur aus nostalgischen Gründen sehenswert.

Hinweise

Wikipedia über „James Bond: 007 jagt Dr. No“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Haben die „Aushilfsgangster“ ihren Westlake gelesen?

November 4, 2011

Brett Ratner drehte zwar auch die Thomas-Harris-Verfilmung „Roter Drache“, aber am bekanntesten dürfte er für seine „Rush Hour“-Filme mit Jackie Chan und Chris Tucker sein, in denen Action und Lacher sich abwechselten. Auch sein neuester Film „Aushilfsgangster“ scheint eine in dieser Tradition stehende actionhaltige Komödie über einen Einbruch zu sein. Immerhin spielen Ben Stiller und Eddie Murphy mit. Auch der Trailer schlägt in diese Kerbe – und führt auf die falsche Fährte. Denn „Aushilfsgangster“ ist ein ziemlich ernster Film mit komischen Momenten, die sich vor allem aus der Situation ergeben und die Macher den Eindruck erwecken, wirklich Donald E. Westlakes John-Dortmunder-Romane, in denen ein glückloser Einbrecher und seine Kumpels Reiche ausrauben wollen und immer alles schiefgeht, studiert haben.

Josh Kovacs (Ben Stiller) ist der Manager von einem Hochhaus in Manhattan, in dem die Superreichen leben. Daher ist es auch ein Skandal, dass Wall-Street-Banker Arthur Shaw (Alan Alda) als Millionenbetrüger verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Shaw hat auch den Pensionsfond der Angestellten des Hochhauses verwaltet und dieses Geld ist jetzt futsch.

Als Kovacs erkennen muss, dass er mit legalen Mitteln nicht wieder an das Geld seiner Untergebenen kommt, entschließt er sich zur Selbsthilfe. Zusammen mit einigen ebenfalls im Tower Beschäftigten will er Shaws eiserne Reserve, die irgendwo in dessen Apartment gebunkert ist, klauen. Dummerweise sind sie keine Einbrecher, Shaw darf seine ganz oben im Tower liegende Wohnung nicht verlassen und diese ist auch extrem gut bewacht und gesichert.

Aushilfsgangster“, die proletarische Version von „Ocean’s Eleven“, ist natürlich leichtgewichtige Unterhaltung, die nie vorgibt mehr als zwei Stunden niveauvoll mit einer klassenkämpferischen Davide-gegen-Goliath-Geschichte zu unterhalten. Dabei wird sich vor allem auf die Geschichte, das Ensemble und die sich daraus ergebenden Konflikte konzentriert. Auch der Humor und die Action-Szenen ergeben sich daraus und sind, gemessen an dem, was einem sonst in Action-Filmen so geboten wird, gar nicht so übertrieben. Aber besonders wenn die von Kovacs angeführte Gang während des Coups, bei dem natürlich alles schief geht, was schief gehen kann, während der Thanksgiving Day Parade die Beute aus Shaws Wohnung bewegen, gibt es einige atemberaubende Action-Szenen, die in der Wirklichkeit sicher anders ausgegangen wären.

Nur Eddie Murphy, der seine großmäulige Standardnummer abzieht, fügt sich nie in die aus Casey Affleck, Matthew Broderick, Michael Peña, Gabourey Sidibe und Stephen Henderson bestehende, auf den ersten Blick harmlos-nett-biedere Einbrechergang ein. Er ist und bleibt ein störender Fremdkörper unter all den lakonischen New Yorkern.

Aushilfsgangster (Tower Heist, USA 2011)

Regie: Brett Ratner

Drehbuch: Ted Griffin, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Adam Cooper, Bill Collage und Ted Griffin)

mit Ben Stiller, Eddie Murphy, Casey Affleck, Alan Alda, Matthew Broderick, Stephen Henderson, Judd Hirsch, Téa Leoni, Michael Peña, Gabourey Sidibe, Nina Arianda, Zeljko Ivanek

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Aushiflsgangster“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Aushilfsgangster“

 


TV-Tipp für den 4. November: Der aus dem Regen kam

November 4, 2011

RBB, 00.00

Der aus dem Regen kam (F/I 1969, R.: René Clement)

Drehbuch: Sébastien Japrisot, Lorenzo Ventavoli

Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Le passager de la pluie, 1992

Mellie erschießt in Notwehr einen Fremden und lässt die Leiche verschwinden. Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Amerikaner auf und erpresst sie.

Spannender Psycho-Thriller: „La mise en scène est irréprochable, l’interprétation excellente et le film distille un charme doux-amer plein de suspense. Mais trop de froideur et une intrigue confuse finissent par lasser. Il n’est pas certain que ce film résiste à des diffusions répétées tant ses limites finissent par devenir évidentes.“ (Dictionnaire du cinéma, Robert Laffont)

„Geschickt ausgetüftelter Psycho-Thriller.“ (Lexikon des internationalen Films) „Eine ironische Annäherung an das Genre.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuauflage)

Der Film war für den Edgar nominiert und gewann den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film

Mit Marlène Jobert, Charles Bronson, Jill Ireland


Neu im Kino/Filmkritik: Silly, awesome „Real Steel“

November 3, 2011

Das war jetzt genau der richtige Film für meine Stimmung“, meinte ich nachdem ich „Real Steel“ gesehen hatte. Das sagt allerdings mehr über meine Stimmung, als über die Qualitäten des Films aus, der als zitatenreicher Mix aus Underdog- und Vater-Sohn-Geschichte wahrlich keine Preise für innovatives Geschichten erzählen verdient und auf einer ziemlich bescheuerten Prämisse basiert, die auch nach dem Genuss etlicher „Transformers“-Filme und B-Movie-Gurken wie „Robo Warriors“ nicht glaubwürdiger wirkt. Denn in naher Zukunft gibt es keine Boxkämpfe mehr. Also: keine Boxkämpfe mehr, in denen Menschen sich die Birne einhauen. Jetzt gibt es Roboterkämpfe, in denen Roboter, die in den Kämpfen mehr oder weniger von Menschen gesteuert werden, sich die Schutzbleche abkloppen, Gliedmaße abschlagen (da fliegt dann schon einmal ein Arm oder ein Bein in die johlende Masse) und spätestens wenn der Kopf weggeschlagen wird, ist der Kampf zu Ende und ein Roboter reif für eine ordentliche Generalüberholung.

Der Ex-Profiboxer Charlie Kenton (Hugh Jackman) reist durch das amerikanische Hinterland und kommt mehr schlecht als recht über die Runden. Er hat einige Freunde und viele Schulden und er ist ein Posterboy für den „Sympathischen Loser des Jahres“. Als er erfährt, dass seine Ex-Frau gestorben ist und er jetzt das Sorgerecht für ihren elfjährigen Sohn Max (Dakota Goyo), den er bislang nicht gesehen hat (soviel zu „Vater des Jahres“), will er im Gericht nur kurz auftauchen und, mit einem Hinweis auf seinen Lebenswandel, das Sorgerecht ablehnen. Aber als er sieht, dass seine Schwester Debra (Hope Davis), die Max adoptieren möchte, den vermögenden Marvin Barnes (James Rebhorn) geheiratet hat, wittert er die Chance auf einen Batzen Geld. Charlie sagt Barnes, dass er das Sorgerecht gegen eine ordentliche Menge Geld nach dem Sommer, den er gemeinsam mit seinem Sohn verbringen will, abtreten werde.

Charlie will Max bei seiner ihn loyal unterstützenden Freundin Bailey (Evangeline Lilly), deren Vater sein Trainer war und die jetzt eine Boxroboterreparaturwerkstatt hat, abgeben und sich auf den Weg zum nächsten Roboterkampf machen. Aber Max hat seinen eigenen Kopf, ist ein Fan der Roboterkämpfe und schon hat der Kindskopf Charlie ein gewaltiges Problem. Vor allem, nachdem Max, der viel erwachsener als sein Vater ist, auf einem Schrottplatz einen alten Trainingsroboter entdeckt (der so menschlich wie E. T. wirkt [Hm, Steven Spielberg ist Executive Producer von „Real Steel“.]) und ihn auf Kämpfe schicken will. Auch gegen den scheinbar übermächtigen Zeus, den Champion der Roboterkämpfe.

Bei „Real Steel“, der keinen Hehl aus seinen Vorbildern macht, erstaunt immer wieder, wie gut es Shawn Levy gelingt, scheinbar disparate Plotelemente und Stile in einen typischen Boxerfilm à la „Rocky“ zu integrieren. Die Reise durch das Hinterland und die Vater-Sohn-Geschichte in „Real Steel“ imitiert durchaus gekonnt die Beziehung zwischen Ryan O’Neal und seiner Tochter Tatum O’Neal in „Paper Moon“. „The Wrestler“ und die Endzeit-Filme in der „Mad Max“-Tradition (mit der üblichen Portion Heavy Metal als Hintergrundgeräusch) haben unbestreitbar für die Nicht-Liga-Roboterkämpfe als Vorbild gedient, die Verteilung von Gut und Böse (Zeus wird von einem Japaner gesteuert und einer Russin finanziert) ist arg klischeehaft, die Botschaft erwartbar platt und bei den brutalen Roboterkämpfen möchte man, obwohl „Real Steel“ doch als Familienfilm gedacht war, kein Kind in den Film schicken.

Aber dennoch macht „Real Steel“, dank der Schauspieler, dem angenehm altmodischem Americana-Feeling (etwas mehr entsprechende Musik hätte mir gefallen) und dem straffen Erzähltempo, wirklich Spaß und die Effekte dienen, wie es sein sollte, der Geschichte. Daher fiebert man dann bei den Kämpfen auch mit.

Und warum ist so ein Film für die „Kriminalakte“ interessant?

Nun, die Vorlage stammt von Richard Matheson, einem Pulp-Autor (Horror, Krimi und Science-Fiction), der auch in Hollywood als Lieferant von Geschichten – Romane und Kurzgeschichten – und Drehbuchautor seine Spuren hinterließ. Sein bekanntestes Werk ist der Science-Fiction-Roman „I am Legend“ (einmal verfilmt mit Vincent Price, einmal mit Charlton Heston, einmal mit Will Smith). Aber auch bei Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Verfilmung „Der grauenvolle Mr. X“, Steven Spielbergs „Duell“, Terence Youngs „Kalter Schweiß“ und und zahlreichen Episoden der „Unglaubliche Geschichten“ (The Twilight Zone) steht sein Name im Vorspann.

Auch „Steel“, so der Titel von Mathesons Kurzgeschichte, von der für „Real Steel“ nur die Prämisse und einige Storyelemente sehr frei übernommen wurden, wurde für die „Twilight Zone“ verfilmt.

Real Steel (Real Steel, USA 2011)

Regie: Shawn Levy

Drehbuch: John Gatins (nach einer Geschichte von Dan Gilroy und Jeremy Leven)

LV: Richard Matheson: Steel, 1956 (Kurzgeschichte, zuerst publiziert in Fantasy & Science Fiction, Mai 1956)

mit Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly, Anthony Mackie, Kevin Durant, Hope Davis, James Rebhorn

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Real Steel“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Real Steel“

Richard Matheson in der Kriminalakte

Bonusmaterial

Das „Real Steel“-Teaserplakat

 

Die erste Verfilmung von „Steel“


TV-Tipp für den 3. November: Rambo

November 3, 2011

Vox, 22.20

Rambo (USA 1982, R.: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone

LV: David Morell: First Blood, 1972 (Rambo)

Vietnam-Veteran John Rambo wird in einem Provinzkaff der Landstreicherei verdächtigt und von der Polizei gedemütigt. Er bricht aus und flüchtet in den Wald – verfolgt von einem riesigen Polizeiaufgebot. Rambo beginnt sich zu verteidigen. Und davon versteht der ehemalige Elitesoldat und Dschungelkämpfer etwas.

Das auch heute noch sehenswerte, harte Actiondrama mit gesellschaftskritischen Tendenzen machte Sylvester Stallone endgültig zum Star, sorgte in den Achzigern für zwei überflüssige Fortsetzungen und eine Welle von inzwischen – glücklicherweise – fast vollständig vergessenen Vietnam-Filmen. 2008 folgte dann, nach einer zwanzigjährigen Pause, der vierte Rambo-Film, der vor allem als kurzer, altmodischer Brutalo-Film für Aufsehen sorgte.

Für den ersten Rambo-Film wurde das Buchende geändert.

Mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso

Wiederholung: Freitag, 4. November, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von David Morell

Meine Besprechung von David Morrell „Level 9“ (Scavenger, 2007)

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“ (Creepers, 2005)

Meine Besprechung von David Morrells „Captain America: Der Auserwählte“ (Captain America: The Chosen, 2007/2008)


TV-Tipp für den 2. November: Fight Club

November 2, 2011

Sixx, 22.00

Fight Club (USA 1999, R.: David Fincher)

Drehbuch: Jim Uhls

LV: Chuck Palahniuk: Fight Club, 1996 (Fight Club)

Yuppie Jack findet das Leben unglaublich öde. Kurzzeitige Kicks verschafft er sich mit dem Besuch von x-beliebigen Selbsthilfegruppen. Da trifft er Tyler Durden, der seinem Leben mit der Idee des „Fight Club“ (in dem Männer sich die Fresse polieren) den nötigen Kick verschafft. Bald nimmt der „Fight Club“ größere Dimensionen an.

Inzwischen: Klassiker, der mich schon damals im Kino verdammt gut gefiel. Naja, das Ende fand ich etwas schwach. Aber die zwei Stunden davor: Wow!

In seinem Roman enthüllt Palahniuk die Pointe früher.

„Handwerklich lässt Fincher keine Wünsche offen: Er hält ein rasantes Tempo, setzt virtuos visuelle Effekte ein und schafft so einen atemberaubenden Alptraum der ausklingenden 90er. Gewiss kann über dieses bemerkenswerte Werk trefflich gestritten werden, doch eines muss ihm jeder attestieren: ‘Fight Club’ ist keine lauwarme Kommerzproduktion, sondern einer der mutigsten, irritierendsten, gleichzeitig aber auch interessantesten Filme der letzten Jahre.“ (W. O. P. Kistner, AZ, 11. November 1999)

Die andere Meinung: „Denn im Grunde ist diese manieristisch heruntergefilmte Möchtegern-Satire von Regisseur David Fincher (‘Sieben’) nicht mehr als grober Unfug: eine große, in die Länge gezogene Luftblase.“ (Albert Baer, Rheinische Post, 12. November 1999)

Mit Brad Pitt, Edward Norton, Helen Bonham Carter, Meat Loaf, Jared Leto, George Maguire

Wiederholung: Donnerstag, 3. November, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Fight Club“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 16. Februar 1998)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 18. April 1997)

Senses of Cinema über David Fincher

Homepage von Chuck Palahniuk

Meine Besprechung der Chuck-Palahniuk-Verfilmung „Choke“


DVD-Kritik: Liam Neeson erklärt das „After.Life“

November 1, 2011

 

Irgendetwas macht Liam Neeson im Moment richtig. Denn obwohl ich kein Die-hard-Liam-Neeson-Fan bin, habe ich fast alle seine neuen Filme, wie „96 Hours“, „The A-Team“, „72 Stunden – The next three days“ (gut, das war nur ein Kurzauftritt), „Unknown Identity“, „Five Minutes of Heaven“ und jetzt „After.Life“, das Spielfilmdebüt von Agnieszka Wojtowicz-Vosloo, gesehen und wirklich schlecht war keiner.

In „After.Life“ spielt Liam Neeson den Bestatter Eliot Deacon, der mit den Toten mitfühlt und die Trauerfeier so gestaltet, als ob die Toten ihm ihre Geheimnisse anvertraut hätten. Schon in den ersten Filmminuten umgibt ihm eine geheimnisvolle Aura.

Jetzt soll er Anna Taylor (Christina Ricci) für die Trauerfeier präparieren. Sie war eine junge, unsichere Schullehrerin, die gerade mit ihrem Freund Paul Coleman (Justin Long), weil er ein lukratives Jobangebot in einer anderen Stadt erhalten hat, Schluss gemacht hat. Kurz darauf starb sie bei einem Autounfall und sie wird in der Leichenhalle von Deacons Bestattungsunternehmen, das er anscheinend ohne Angestellte führt in einem alten Anwesen auf einem Friedhof führt, wach.

Das dürfte, ohne eine Tropfen Blut, die gruseligste Szene des ganzen Films sein und einen der vorderen Plätze in einer Liste der gruseligsten Filmszenen des Jahres einnehmen: Taylor blickt zu Deacon auf, der ihr höflich, aber gelangweilt erklärt, dass sie Tod sei, dass es immer wieder Tote gebe, die das nicht akzeptieren wollten und er sie für die Trauerfeier präparieren müsse. Zum Beweis zeigt er ihr ihre Sterbeurkunde.

Und nicht nur Anna fragt sich in dem Moment, ob Deacon komplett durchgeknallt ist, ober ob sie wirklich tot ist. Wojtowicz-Vosloo hält diese Frage ziemlich lange offen und damit bleibt in „After.Life“ auch lange unklar, wie real die Ereignisse sind.

After.Life“ ist ein spannender, kleiner Horrorthriller, der mit spürbarer Lust seine schwarzhumorige Geschichte ohne größere Moral erzählt. Es ist eine dieser hundsgemeinen Geschichten, die früher als Kurzgeschichte in „Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine“ oder „Ellery Queen’s Mystery Magazine“ erschienen oder im Fernsehen bei „Amazing Stories“ oder „Alfred Hitchcock presents“ gezeigt wurden. Die TV-Filme basierten oft auf Kurzgeschichten, die teils bereits in einem Mystery Magazine erschienen waren. Und wie damals ist auch in „After.Life“ die Pointe unvorhersehbar und so richtig gemein.

Das Bonusmaterial besteht aus einem kurzem „Making of“, in dem die Regisseurin bereits auf wichtige Handlungsdetails und Wendungen eingeht (deshalb sollte es erst nach dem Film angesehen werden) und einem Audiokommentar. Beides ist informativ, aber eher Graubrot.

After.Life (After.Life, USA 2009)

Regie: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo

Drehbuch: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo, Paul Vosloo, Jakub Korolczuk

mit Liam Neeson, Christina Ricca, Justin Long, Chandler Canterbury, Celia Weston, Luz Ramos, Josh Charles

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar von Agnieszka Wojtowicz-Vosloo, Making of (7:30 Minuten), Deutscher und Originaltrailer, Wendecover

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „After.Life“

 

 


TV-Tipp für den 1. November: James Bond: Feuerball

November 1, 2011

SWR, 23.30

JAMES BOND: Feuerball (GB 1965, R.: Terence Young)

Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

Largo erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.

Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)

Mit Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger

Wiederholung: Mittwoch, 2. November, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Feurball“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 31. Oktober: Hotel Bela – George Romero

Oktober 31, 2011

Arte, 23.40

Hotel Bela – George Romero (D 2010)

In der ersten Folge von „Hotel Bela“ trifft „Die Ärzte“-Schlagzeuger Bela B. Zombie-Urvater George A. Romero („Die Nacht der lebenden Toten“ undsoweiter) im Hotel in Lissabon. Romero will dort seinen neuen Film vorstellen. Bela B…

Wiederholungen

Freitag, 11. November, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 17. November, 04.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über die Doku

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“ (2010)

 


TV-Tipp für den 30. Oktober: Der dritte Mann

Oktober 30, 2011

SWR, 23.35

Der dritte Mann (GB 1949, R.: Carol Reed)

Drehbuch: Graham Greene

LV/Buch zum Film: Graham Greene: The third man, 1950 (Der dritte Mann)

Wien, kurz nach dem Krieg: Holly Martins kann es nicht glauben. Sein toter Freund Harry Lime soll ein skrupelloser Geschäftemacher sein. Holly will Harrys Unschuld beweisen.

Na, den Film kennen wir – das kaputte Wien, die grandiosen Leistungen der Schauspieler, die Verfolgung durch die Wiener Kanalisation, die Zither-Melodie von Anton Karas – und sehen ihn immer wieder gern.

Mit Joseph Cotten, Orson Welles, Alida Valli, Trevor Howard, Bernard Lee, Erich Ponto, Paul Hörbiger

Hinweise

Fanseite über Graham Greene

Wikipedia über Graham Greene (deutsch, englisch)

Wikipedia über „Der dritte Mann“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Graham Greenes Roman „Brighton Rock“ und den beiden Verfilmungen


TV-Tipp für den 29. Oktober: Ein Freund gewisser Damen – The Walker

Oktober 29, 2011

Eins Festival, 20.15

Ein Freund gewisser Damen – The Walker (USA 2007, R.: Paul Schrader)

Drehbuch: Paul Schrader

Carter Page III ist ein schwuler Südstaatenschönling und Begleiter der Damen der politischen High Society von Washington, D. C.. Er hält sich aus allem heraus, bis er seiner besten Freundin, der Senatorengattin Lynn Lockner ein Alibi gibt. Denn sie ist gerade über die Leiche ihres ermordeten Geliebten gestolpert.

In der grandiosen Charakterstudie „The Walker“ spielt Woody Harrelson den Charakter, den Schrader-Fans bereits aus „Taxi Driver“ (damals Robert De Niro), „American Gigolo – Ein Mann für gewisse Stunden“ (Richard Gere) und „Light Sleeper“ (Willem Dafoe) kennen: der Drifter, der die Gesellschaft von außen betrachtet und wegen einer für ihn unerreichbaren Frau seine Position als Beobachter aufgibt. Wie diese Filme ist „The Walker“ auch eine Analyse einer bestimmten Gesellschaftsschicht: hier der politischen Kaste in Washington, D. C., die sich in Räumen bewegt und verhält, als ob die Zeit kurz nach dem Bürgerkrieg stehen geblieben wäre.

Ein toller altmodischer Film, der seine deutsche Premiere auf der Berlinale erlebte, später, trotz der namhaften Besetzung, nur auf DVD veröffentlicht wurde und seine TV-Premiere im Ersten zur Geisterstunde (senderinterne Sprachregel: Prime-Time für gute Filme) erlitt.

Mit Woody Harrelson, Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall, Ned Beatty, Moritz Bleibtreu, Mary Beth Hurt, Lily Tomlin, Willem Dafoe

Hinweise

Wikipedia über „The Walker“

Film-Zeit über The Walker“

Movies Online: Interview mit Paul Schrader über „The Walker“

Close-Up Film: Interview mit Paul Schrader über „The Walker“


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Prinzessin von Montpensier“ verzaubert

Oktober 28, 2011

Normalerweise tendiert mein Interesse bei Historienfilmen gegen Null. Aber wenn Bertrand Tavernier, der Regisseur von so Perlen wie „Der Uhrmacher von St. Paul“, „Der Saustall“, „Um Mitternacht“, „Auf offener Straße“, „Der Lockvogel“ und „In the electric Mist“, sich ins Frankreich des Jahres 1562 und den damaligen Glaubenskrieg begibt, dann bin ich natürlich interessiert. Auch wenn die Geschichte nach reinstem Kitsch klingt.

Die 16-jährige Marie de Mézieres (Mèlanie Thierry) liebt den furchtlosen, sexuellen Abenteuern aufgeschlossene Kämpfer Henri de Guise (Gaspard Ulliel). Die Vermählung zwischen den beiden Familien ist auch schon lange vereinbart. Aber dann wird ihr Vater überredet, seine Tochter mit dem Prinzen von Montpensier zu verheiraten. Eine solche Heirat sei im Interesse von beiden Familie.

Der Künftige von Marie, Philippe, der Prinz von Montpensier (Grégoire Leprince-Ringuet), ist ebenfalls ein tapferer Kämpfer, aber im Gegensatz zu Henri de Guise ist er ein krankhaft eifersüchtiger Chorknabe, der sich erst nach der Heirat in seine Frau verliebt.

Marie fügt sich ihrem Schicksal und wird die Prinzessin von Montpensier.
Als sie Henri wieder trifft, zuerst in ihrem Schloss, später am Hof in Paris, brechen die alten Gefühle wieder auf – und ihr Mann verschlimmert mit seiner Eifersucht die Situation.

Der Comte de Chabannes (Lambert Wilson), der das Vertrauen des Prinzen von Montpensier genießt und der, während der Gemahl sich an verschiedenen Gefechten beteiligte, Marie unterrichtete, versucht zu vermitteln. 

Diese Geschichte ist für Tavernier der dramaturgische Faden um ein episches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Er zeigt, immer wieder, wie damals Politik mit Heiraten gemacht wurde, der ersten Nacht mit der Braut, von dem Zwiespalt zwischen Aberglaube, Religion und den Naturwissenschaften, welche Konventionen das Leben bestimmten und wie das Leben am Hof, auf dem Land war und auf dem Schlachtfeld war. Dabei erscheint das in dem Film gezeichnete Bild der Vergangenheit realistisch – und gleichzeitig ist es doch, dank der Inszenierung
und der Musik von Philippe Sarde, ein sehr zeitgenössischer Film. Außerdem sind die in dem Film angesprochenen Themen heute teils immer noch, teils wieder aktuell. 

Nachdem Taverniers letzter Film „In the electric Mist“ nur auf DVD erschien, läuft „Die Prinzessin von Montpensier“ wenigstens in einige ausgewählten Kinos. Hier in Berlin läuft der Film im Babylon Mitte in der „Original mit Untertitel“-Fassung. Das ist, obwohl der Film seine volle Pracht nur auf der großen Leinwand entfaltet, ein Kinostart, der wohl vor allem als Werbung für die DVD dient.

Die Prinzessin von Montpensier (La Princesse de Montpensier, F 2010)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Jean Cosmos, Francois-Olivier Rousseau, Bertrand Tavernier

LV: Madame de la Fayette, La Princesse de Montpensier,1662

mit Mélanie Thierry, Lambert Wilson, Grégoire Leprince-Ringuet, Gaspard Ulliel, Raphael Personnaz

Länge: 140 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Prinzessin von Montpensier“

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul“


TV-Tipp für den 28. Oktober: Nachtschicht: Blutige Stadt

Oktober 28, 2011

ZDFneo, 21.50

Nachtschicht: Blutige Stadt (D 2009, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

In ihrem sechsten Einsatz jagt das Team des KDD (Kriminaldauerdienst, oder die Nachtschicht der Hamburger Polizei) einen Killer, der sich „Q“ nennt und als erstes einen türkischen Reiseunternehmer hinrichtet. Die Spur führt zum Revierleiter Neumann.

„Nachtschicht“ ist eine der wenigen Serien, für die sich die TV-Gebühren lohnen.

Mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Uwe Kockisch, Maja Maranow, Sibel Kekilli, Pierre Semmler, Simon Schwarz

Wiederholung: Samstag, 29. Oktober, 04.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia  über „Nachtschicht“

Lexikon   der deutschen  Krimi-Autoren über Lars Becker


TV-Tipp für den 27. Oktober: Celebrity

Oktober 27, 2011

Arte, 21.55

Celebrity (USA 1998, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Der verheiratete Klatschreporter Lee (Kenneth Branagh als Woody-Allen-Ersatz) ist auf der Suche nach dem Glück in der Welt des Scheins.

Mediensatire, die Woody Allen mal wieder in Schwarzweiß drehte und bei der etliche Stars mitspielten.

mit Kenneth Branagh, Judy Davis, Joe Mantegna, Leonardo DiCaprio, Charlize Theron, Melanie Griffith, Winona Ryder, Hank Azaria, Famke Janssen, Bebe Neuwirth, Michael Lerner, Gretchen Mol, J. K. Simmons, Jeffrey Wright

Hinweise

Wikipedia über „Celebrity“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Kriminalakte über Woody Allen


DVD-Kritik: Wer ist Hans Zimmer? Und was macht er in Hollywood?

Oktober 26, 2011

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood“ ist eine informative, aber auch arg unkritische, fünfzigminütige TV-Dokumentation über Filmkomponist Hans Zimmer, der in begüterten Verhältnissen in Königstein-Falkenstein im Taunus als Einzelkind aufwuchs, in London zur Schule ging, früh die Musik, vor allem die unerschöpflichen Klangwelten des damals brandneuen Synthesizer entdeckte, mit der Band „The Buggles“ 1979 den Hit „Video killed the Radio Star“ hatte und danach, weil er mit verschiedenen Sounds und Stilen experimentieren wollte, Filmkomponist wurde.

Zuerst arbeitete er in England bei Stanley Myers. Dort schrieb er zuerst die Musik für Autoverfolgungsjagden, später auch für „Ein Mann wie Taffin“ (dank Pierce Brosnan heute noch etwas bekannt), „Mein wunderbarer Waschsalon“, „The Fruit Machine“ und „Zwei Welten“.

Dann erhielt er einen Anruf aus Hollywood und gleich für seinen ersten Hollywood-Soundtrack „Rain Man“ erhielt er einen Oscar. Der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte. Jedenfalls ist der Zimmer-Sound in etlichen Blockbustern, aber auch kleinen Produktionen (wie seiner Musik für die Werner-Herzog-Filme „Unbesiegbar“ und „Rescue Dawn“) zu hören.

Zimmer schrieb, teilweise zusammen mit anderen Komponisten, die Musik für „Black Rain“, „Thelma & Louise“, „Crimson Tide“, „Operation Broken Arrow“, „The Rock – Fels der Entscheidung“, „König der Löwen“, „Besser geht’s nicht“, „Der schmale Grad“ (okay, das ist ein kleiner, nur unter Cineasten bekannter Film, aber Regisseur Terence Malick bewunderte Zimmers Musik für den „König der Löwen“ und er brachte Zimmer und Herzog zusammen), „Gladiator“, „Hannibal“, „Pearl Habor“, „Black Hawk Down“, „Sherlock Holmes“, „Inception“, die neuen „Batman“- und die „Pirates of the Caribbean“-Filme (für den ersten Film schrieb sein Schüler Klaus Badelt die Musik) und viele weitere Filme.

In der Dokumentation „Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood“ reihen Ariane Rieker und Dirk Schneider, chronologisch dem Lebensweg von Hans Zimmer folgend, Interviews mit Jugendfreunden, Lehrern, Musikern und Regisseuren, die teils immer noch mit ihm zusammen arbeiten, aneinander. Einige kurze Filmausschnitte ergänzen die sprechenden Köpfe. Aber sie haben vor allem illustrativen Charakter und es gibt ziemlich wenig Musik zu hören.

Das absolut empfehlenswerte Bonusmaterial besteht aus längeren Ausschnitten aus den für die Dokumentation gemachten Interviews, die sich auf gut zwei Stunden summieren. Am längsten kommt Hans Zimmer mit 45 Minuten zu Wort.

Einen guten Einblick in die Arbeit von Zimmers Studio Remote Control bieten vor allem die Interviews mit Ramin Djawadi und Lorne Balfe. Denn in der Dokumentation kommt genau dieser Aspekt etwas kurz.

Insgesamt entsteht hier, viel stärker als in der Dokumentation, das Bild eines Mannes, der sich vor allem als Dienstleister für Hollywood sieht. Einer, der versucht die Filme besser zu machen. Denn obwohl jeder Filmfan seinen Teil an Filmen gesehen hat, für die Hans Zimmer die Musik geschrieben hat und man den Zimmer-Sound auch erkennt, hat er doch keine Stücke geschrieben, die sich, wie die Melodien von Lalo Schifrin, Jerry Goldsmith, Ennio Morricone oder, um auch einige Jüngere zu nennen, James Newton Howard, Danny Elfman oder Howard Shore, in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

Aber vielleicht sollte ich bei dem nächsten Film, für den Hans Zimmer die Musik komponierte, einfach mal genauer auf den Sound hören.

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood (D 2011)

Regie: Ariane Rieker, Dirk Schneider

Drehbuch: Ariane Rieker, Dirk Schneider

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial (110 Minuten, deutsch untertitelt): Interviews mit Jeffrey Katzenberg (Dream Works Animation), James L. Brooks (Regisseur), Stephen Frears (Regisseur), Geoff Downes (The Buggles), Martin Tillman (Cellist), Sam Schwartz (Hans Zimmers Agent), Werner Herzog (Regisseur), Gore Verbinski (Regisseur), Ramin Djawadi (Komponist bei Remote Control), Lorne Balfe (Komponist bei Remote Control), Hans Zimmer

Länge: 50 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage von Hans Zimmer und von seiner Firma Remote Control

Wikipedia über Hans Zimmer (deutsch, englisch)



TV-Tipp für den 26. Oktober: Lie to me: Bad Bank

Oktober 26, 2011

Vox, 21.15

Lie to me: Bad Bank (USA 2010, R.: Daniel Sackheim)

Drehbuch: Alexander Cary, David Graziano

Erfinder: Samuel Baum

Mimikexperte Dr. Cal Lightman macht undercover bei einem Banküberfall mit. Doch die Dinge geraten außer Kontrolle.

Start der dritten und letzten „Lie to me“-Staffel, die nicht die Qualität der zweiten Staffel (bei der „The Shield“-Macher Shawn Ryan Showrunner war) hält.

mit Tim Roth, Kelli Williams, Brendan Hines, Monica Raymund, Monique Gabriela Curnen, Shawn Doyle , Jamie Hector, Linda Purl, Adam Godley

Wiederholung: Donnerstag, 27. Oktober, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Lie to me“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte über Paul Ekman (die Inspiration für Cal Lightman und der wissenschaftliche Berater der Serie)


TV-Tipp für den 25. Oktober: Jagd nach Millionen

Oktober 25, 2011

ZDFkultur, 21.30

Jagd nach Millionen (USA 1947, R.: Robert Rossen)

Drehbuch: Abraham Polonsky

Nachdem es um 20.20 Uhr bereits, nach langer, langer Zeit „Ring frei für Stoker Thompson“ (USA 1949, Regie: Robert Wise) heißt, folgt um 21.30 Uhr ein weiterer Klassiker des Boxfilms. In „Jagd nach Millionen“ will Boxer Charley Davis ganz nach oben. Aber dann hält er sich bei einem von der Mafia organisiertem Kampf nicht an die Regeln.

Das Drehbuch und der Hauptdarsteller waren für je einen Oscar nominiert, für den Schnitt gab es einen Oscar – und wer sich den Film ansieht, weiß warum.

Highly regarded as one of the most authentic boxing films ever, cinematographer James Wong Howe (a man Rossen was reportedly frightened of), shot the fights on roller skates, while inside the ring with the actors. So good is the final scene, that Martin Scorsese played the Scene for Robert De Niro before the commenced on ‚Raging Bull‘.“ (James Mottram: The Gangster Movie A – Z, 1998)

mit John Garfield, Lilli Palmer, Hazel Brooks, Anne Revere, William Conrad, Joseph Pevney,

Wiederholung: Mittwoch, 26. Oktober, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Body and Soul“

Turner Classic Movies über Robert Rossen und über „Body and Soul“

Noir of the Week über „Body and Soul“

Der Film Noir über „Jagd nach Millionen“


TV-Tipp für den 24. Oktober: Mord in Louisiana

Oktober 23, 2011

ZDF, 22.15

In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: James Lee Burke: In the Electric Mist with Confederate Dead, 1993 (Im Schatten der Mangroven)

Polizeichef Dave Robicheaux will den Mord an einer neunzehnjährigen Prostituierten aufzuklären. Bei seinen Ermittlungen trifft er auch auf eine Filmcrew, die einen historischen Film dreht, den lokalen Paten, seinen alten Freund Julie ‘Baby Feet’ Balboni, dessen Geld auch in dem Film steckt und den Geist von Konföderierten-General John Bell Hood.

Grandios besetzte, sehr atmosphärische und sehr gelungene Verfilmung eines Robicheaux-Krimis. Feiner Stoff für Krimifans.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am Donnerstag läuft Bertrand Taverniers neuer Film, das tolle Historiendrama „Die Prinzessin von Montpensier“, in einigen Kinos an.

mit Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard, Kelly Macdonald, Mary Steenburgen, Justina Machado, Ned Beatty, James Gammon, Pruitt Taylor Vince, Levon Helm, Buddy Guy, John Sayles

Wiederholung: Mittwoch, 26. Oktober, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Berlinale: Pressekonferenz zu „In the Electric Mist“

Film-Zeit über „In the Electric Mist“

Homepage von James Lee Burke

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Meine Besprechung von „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul“

 


TV-Tipp für den 23. Oktober: Kommissar Bellamy

Oktober 23, 2011

ARD, 00.20

Kommissar Bellamy – Mord als Souvenir (Fr 2009, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Odile Baski, Claude Chabrol

Kommissar Bellamy (gespielt von Gérard Depardieu) macht Urlaub. Als ihm ein Unbekannter einen Mord gesteht, beginnt er dennoch zu ermitteln und stößt auf einen geplanten Versicherungsbetrug.

Chabrols letzter Spielfilm. Sicher nicht sein bestes Werk, aber auch ein typischer später Chabrol.

Die TV-Premiere ist wieder eine typische ARD-Frechheit: Irgendwann nach Mitternacht in der Nacht vom Sonntag auf den Montag. Da kann man wirklich nur noch den Recorder programmieren oder auf eine Ausstrahlung in einem Nischensender warten.

Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornilla, Jacques Gamblin, Marie Bunel

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film (Nur der Trailer)

Film-Zeit über „Kommissar Bellamy“

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Kriminalakte über Claude Chabrol


TV-Tipp für den 22. Oktober: Pi

Oktober 22, 2011

ZDFkultur, 22.40

Pi (USA 1998, R.: Darren Aronofsky)

Drehbuch: Darren Aronofsky (nach einer Geschichte von Darren Aronofsky, Sean Gullette und Eric Watson)

Maximilian Cohen ist ein begnadeter, aber auch seltsamer Mathematiker, der die Weltformel sucht und von kabbalistischen Mystikern und skrupellosen Börsenspekulanten bedroht wird.

Aronofskys Debütfilm, ein experimenteller SW-Paranoia-Thriller, war ein Erfolg bei der Kritik und auch an der Kasse; was natürlich bei dem Minibudget nicht so schwierig war.

Nach der ersten quälenden halben Stunde entwickelt ‚Pi‘ eine eigenartige Faszination – nicht nur für Anhänger der Chaostheorie und Liebhaber experimenteller Spielereien.“ (Margret Köhler, AZ, 8. April 1999)

Mit Sean Gullette, Mark Margolis, Ben Shenkman, Pamela Hart, Stephen Pearlman, Samia Shoaib

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Pi – Der Film“ (deutsch, englisch)