TV-Tipp für den 30. August: My Blueberry Nights

August 30, 2011

Arte, 20.15

My Blueberry Nights (China/USA 2007, R.: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Wiederholung: Mittwoch, 31. August, 14.45 Uhr

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“


TV-Tipp für den 29. August: Dreileben

August 29, 2011

ARD, 20.15

Dreileben: Etwas Besseres als den Tod (D 2011, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Wiederholung: Mittwoch, 31. August, Eins Festival, 20.15 Uhr

ADR, 21.45

Dreileben: Komm mir nicht nach (D 2011, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

Wiederholung: Donnerstag, 1. September, Eins Festival, 20.15 Uhr

ARD, 23.30

Dreileben: Eine Minute Dunkel (D 2011, R.: Christoph Hochhäusler)

Drehbuch: Christoph Hochhäusler

Wiederholung: Freitag, 2. September, Eins Festival, 20.15 Uhr und 23.30 Uhr

Dominik Graf (59), Christian Petzold (50) und Christoph Hochhäusler (39) stritten sich über ihre filmischen Vorstellung und beschlossen, einfach anhand dreier eigener Filme, die sich aufeinander beziehen sollten, ihre verschiedenen Sichtweisen zu demonstrieren. Das klingt jetzt so richtig verkopft. Dabei dürfte es für uns Zuschauer ein richtiges Vergnügen sein. Denn nachdem die drei Regisseure die Prämisse formuliert hatten (ein Frauenmörder soll nach Dreileben, einem Ort im Thüringer Wald, geflüchtet sein), drehte jeder seinen eigenen Film, der mal mehr, mal weniger ein Krimi ist.

Das Fernsehen nennt diese konzentrierte Ausstrahlung von drei Neunzigminütern an einem Abend sicher „Ereignis“ und das ist es auch. Aber gleichzeitig werden die Filme etwas lieblos an einem Montagabend im Sommer weggesendet. Denn eigentlich hätte man doch mal den sonntäglichen „Tatort“ für etwas anderes ausfallen lassen können.

Hinweise

ARD über „Dreileben“

Spiegel Online über „Dreileben“ (zur TV-Ausstrahlung, und, etwas unbegeistert, auf der Berlinale)

Der Tagesspiegel über „Dreileben“

FAZ über „Dreileben“ (Überschrift: „Drei Regisseure retten das deutsche Fernsehen“ – Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner?)

epd Film über „Dreileben“

Cargo: Ein Bericht von den „Dreileben“-Dreharbeiten

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominig Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 28. August: King Kong und die weiße Frau

August 28, 2011

BR, 23.45

King Kong und die weiße Frau (USA 1933, R.: Ernest B. Schoedsack, Merian C. Cooper)

Drehbuch: James Ashmore Creelman, Ruth Rose

Story/Originalentwurf: Edgar Wallace, Merian C. Cooper

Auf einer Südseeinsel entdeckt eine Filmcrew einen riesigen Affen und bringt ihn nach New York.

Auch heute noch beeindruckender Klassiker des Monsterfilms.

Mit Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot, Frank Reicher, Sam Hardy

Hinweise

Wikipedia über „King Kong“ (deutsch, englisch)

Filmsite über “King Kong”

The Stop Button über “King Kong”

Senses of Cinema über “King Kong”


TV-Tipp für den 27. August: The Wrestler

August 27, 2011

RBB, 23.15

The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (USA 2008, R.: Darren Aronofsky)

Drehbuch: Robert Siegel

Das ist deutsche TV-Kultur: Platz 173 in der Top-250-Liste der IMDB, über dreißig Filmpreise erhalten (unter anderem der Goldene Löwe in Venedig), für über dreißig weitere nominiert, Kritikerliebling, über 127.000 Kinobesucher in Deutschland (gut, gegen den „Avatar“ ist das nichts, aber auch in Tom Tykwers „The International“ gingen keine 700.000 Leute und der Film wurde kürzlich, gekürzt, an einem Sonntag von Pro 7 um 20.15 Uhr ausgestrahlt) und die gloriose Rückkehr von Mickey Rourke als Schauspieler (er erhielt für seine Rolle unter anderem den Golden Globe und den BAFTA Award und war für den Oscar nominiert) – und dann hatte der Film, weil „Die beliebtesten Komiker der Deutschen“ wichtiger waren, an einem Wochentag zu später Stunde seine TV-Premiere.

Die Story: Im semidokumentarischem Stil eines Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Films verfolgt Aronofsky den abgewrackten Wrestler Randy ‘The Ram’ Robinson, dessen Leben nur aus Wrestling besteht. Nach einem Infarkt soll er das Wrestling aufgeben, er versucht einen Neuanfang, will sich mit seiner Tochter aussöhnen und kann doch vom Wrestling nicht lassen.

Großartiges Schauspielerkino, mit einem deutlichen Blick auf das Mainstream-Publikum.

Als nächsten Film drehte Aronofsky den Ballettfilm „Black Swan“, der in vielen Punkten die spiegelbildiche Ergänzung zu „The Wrestler“ ist.

mit Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood

Wiederholungen

HR, Montag, 5. September, 23.30 Uhr (anschließend, ebenfalls mit Mickey Rourke, „24 Stunden in seiner Gewalt“)

BR, Dienstag, 6. September, 23.25 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Wrestler“

Wikipedia über „The Wrestler“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „High Life“ mit Timothy Olyphant

August 26, 2011

High Life“ beginnt tagsüber mitten in der Stadt mit einem Schusswechsel bei einem vor einer Bank stehendem Geldtransporter. Dann kommt in einem Auto ein unrasierter Mann mit Strickmütze und Revolver ins Bild. Es friert ein und jemand sagt „Solang ich denken kann, wollt ich schon immer Anwalt werden.“

Schon jetzt ist klar, dass der Typ dieses Ziel wohl nicht erreichen wird. Er nennt sich Dick (Timothy Olyphant) und sein gerade aus dem Knast entlassener Kumpel Bug (Stephen Eric McIntyre) bringt ihn auch gleich wieder auf die schiefe Bahn. Bug ist ein ziemlich durchgeknallter Psychopath, der keine zehn Sekunden vorausplant, seine Probleme vor allem mit Gewalt löst, dabei über Leichen geht und immer den anderen die Verantwortung zuschiebt. So meint er: „Nur weil du jemand schlägst und der stirbt, dann heißt das noch in keinem Fall ‚du hast ihn umgebracht‘.“

Bug will auch gleich mit einem Überfall etwas Kleingeld verdienen. Aber Dick hat die Idee für einen großen Coup: sie wollen, – wir schreiben 1983 und Geldautomaten waren damals gerade brandneu -, einen Geldautomat ausrauben. Dabei sollen ihnen Dicks hypochondrischer Bruder Donnie (Joe Anderson) und der junge Schönling Billy (Rossif Sutherland), den Dick auf einem Treffen von Drogensüchtigen aufgegabelt hat, helfen. Denn, so Dick: „Er war echt schon im großen Stil dabei. – Er war eben noch nicht sehr erfolgreich. Naja, was Gefängnisse angeht.“

Der nur in ihren drogenumnebelten Hirnen genial geplante und durchdachte Coup geht dann doch nicht so glatt über die Bühne, wie die vier Drogensüchtigen es sich gedacht haben, und Bug improvisiert.

High Life“ ist eine schwarze, auf einem Theaterstück basierende Gangsterkomödie, die vor allem von den guten Dialogen, den Schauspielern (Hab ich schon gesagt, dass Olyphant mir dieses Mal richtig gut gefallen hat?) und dem pointiertem Schnitt lebt.

Timothy Olyphant überzeugt hier nach „Stirb langsam IV“ und „Hitman“ als Verbrecher. In den USA wird er gerade für seine Rolle als U. S. Marshals Raylan Givens, einem von Elmore Leonard erfundenem Charakter, den er in der TV-Serie „Justified“ spielt, von Krimifans und Kritikern abgefeiert. „Justified“ soll auch demnächst im deutschen TV laufen.

Stephen Eric McIntyre trat unter anderem in Scott Franks „Die Regeln der Gewalt“ (The Lookout) auf. Scott Frank schrieb auch, weil wir gerade bei Elmore Leonard sind, die Drehbücher für die grandiosen Leonard-Verfilmungen „Out of Sight“ und „Schnappt Shorty“ (Get Shorty).

Joe Anderson (Control, Across the Universe, The Ruins, The Crazies) und Rossif Sutherland (wir ahnen es bei dem Nachnamen, ist ein Sohn von Donald Sutherland und damit ein Halbbruder von Kiefer Sutherland) komplettieren das Verbrecherquartett und an ihrem Spiel ist nichts auszusetzen.

Außerdem ist der Film mit knapp siebzig Minuten (mit dem Abspann werden es dann 75 Minuten) so kurz, dass er vorbei ist, ehe es langweilig werden kann.

High Life“ ist somit definitiv ein Film, den sich Genrejunkies ansehen können, der auch 2009 auf der Berlinale im „Panorama“ lief und ganz gut ankam.

Und, nachdem ich jetzt schon Elmore Leonard so oft erwähnt habe: ja, ein kräftiger Touch Elmore Leonard findet sich auch in „High Life“.

Das Bonusmaterial ist mit einem zehnminütigem „Making of“, zwei geschnittenen Szene und dem deutschen Trailer arg überschaubar. Immerhin ergeht sich das „Making of“ nicht nur in der üblichen Lobhuddelei, sondern es gibt auch einige interessante Informationen zu den Veränderungen des nur an zwei Orten spielenden Theaterstücks zum an mehreren Orten spielenden Film, den Vorbereitungen der Schauspieler und dem optischem Konzept.

High Life – Vier Gangster und ein todsicheres Ding (High Life, Kanada 2008)

Regie: Gary Yates

Drehbuch: Lee MacDougall (nach seinem Theaterstück)

mit Timothy Olyphant, Stephen Eric McIntyre, Joe Anderson, Rossif Sutherland, Brittany Scobie, Mark McKinney

DVD

Koch Media

Bild: 1.78:1 (16:9)

Sprachen: Deutsch(Dolby Digital 5.1, DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Geschnittene Szenen, Deutscher Trailer

Länge: 75 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

(auch als Blu-ray)

Hinweise

Homepage zum Film

Moviefone interviewt Timothy Olyphant

Tribute interviewt Timothy Olyphant

Eye for film hat „High Life“ auf der Berlinale gesehen

 

 


TV-Tipp für den 26. August: Boxcar Bertha – Die Faust der Rebellen

August 26, 2011

3sat, 22.25

Boxcar Bertha – Die Faust der Rebellen (USA 1972, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Joyce H. Corrington, John William Corrington

LV: Boxcar Bertha Thompson (aufgeschrieben von Ben L. Reitman): Sister of the Road

USA in den frühen Dreißigern: die Landstreicherin Bertha und ihr Freund, der Gewerkschaftler Bill, schlagen sich durch das amerikanische Hinterland. Dabei werden sie, eher durch Zufall, zu Zugräubern und Volkshelden. Die Eisenbahngesellschaft ist davon nicht begeistert.

Das könnte heute die TV-Premiere von Martin Scorseses Frühwerk sein. Und wenn nicht, dann lief „Die Faust der Rebellen“ schon seit über zehn Jahren nicht mehr im TV.

Boxcar Bertha“ wurde von Roger Corman produziert und er ließ Scorsese auch, solange er genug Sex und Gewalt in dieser Bonnie-und-Clyde-Variante unterbrachte, freie Hand. Das Endergebnis ist, obwohl einige Szenen (wozu vor allem das inzwischen legendäre Ende mit dem gekreuzigten Bill an einem Zugwaggon gehört) sehr gelungen sind und schon einiges von Scorseses Talent verraten, enttäuschend.

Was auch immer an soziologischen, politischen oder dramaturgischen Ambitionen möglicherweise in der Story gelegen hat, wurde rücksichtslos aus der Handlung entfernt, so dass keine der Figuren Interesse oder Sympathie erweckt. Kaum einmal wird versucht, das Gemetzel zu rechtfertigen.“ (Variety)

Als Scorseses Freund und Kollege John Cassavetes den Rohschnitt des Films sah, forderte er ihn auf, nicht noch einen belanglosen Film, sondern einen Film, der ihm wirklich wichtig sei, zu drehen. Scorsese beherzigte den Rat und drehte „Hexenkessel“. Der Rest ist Geschichte.

Mit Barbara Hershey, David Carradine, John Carradine, Barry Primus, Bernie Casey, Victor Argo, David R. Osterhout, Harry Northup

Hinweise

 

You Tube: Filmtrailer

Wikipedia über „Boxcar Bertha“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Boxcar Bertha“

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Ideen, die sogar vielbeschäftigte Hollywoodproduzenten zwischen zwei Stockwerken erfassen können: „Cowboys & Aliens“

August 25, 2011

Sind die Aliens denn wirklich so bescheuert? Nachdem bisher alle Invasionen in der Gegenwart gescheitert sind an Bakterien, Computerviren, Bürokratie und Musik, versuchen sie es jetzt in der Vergangenheit. Im Wilden Westen – und legen sich dann auch gleich mit James Bond und Indiana Jones/Han Solo an. Da müsste doch dem dümmsten Alien klar sein, dass auch diese Invasion in die Hose gehen wird.

Aber vielleicht waren sie auch von den Namen verwirrt. Den James Bond (Daniel Craig) ist jetzt Jake Lonergan und ein steckbrieflich gesuchter Verbrecher mit einem totalen Gedächtnisverlust. Indiana Jones (Harrison Ford) ist der das Land beherrschende, verbitterte Viehbaron Colonel Woodrow Dolarhyde.

Sein ziemlich missratener Sohn Percy (Paul Dano) ballert, mal wieder, zum Zeitvertreib in dem Kaff Absolution herum. Als der schweigsame und schlagkräftige Lonergan, der, nachdem er in der Wüste aufwachte, sich an nichts erinnert, aber gleich eine Bande von Strauchdieben entwaffnet, und in Absolution immer noch rätselt, warum er ein seltsames Armband trägt, Percy zusammenstaucht, schießt dieser irrtümlich einen Hilfssheriff an und er wandert ins Gefängnis. Dort wirft der Sheriff (Keith Carradine) einen Blick auf die Fahndungsplakate, erkennt Lonergan als gesuchten Verbrecher, will ihn im Saloon verhaften und, dank der schlagkräftigen Hilfe einer unbekannten Schönheit (Olivia Wilde), sitzt Lonergan etwas später in der Zelle neben Percy.

Als der Sheriff die beiden in die nächstgrößere Stadt bringen will, taucht Dolarhyde auf. Er will seinen Sohn befreien und sich persönlich an Lonergan, der ihn bestahl, rächen. Doch da taucht ein fliegendes Objekt am Himmel auf, schießt auf sie und entführt einige Dorfbewohner. Unter anderem Dolarhydes Sohn. Lonergan kann mit seinem Armband, das eine futuristische Pistole ist, ein Flugzeug abschießen.

Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, beginnen die Dorfbewohner die Dämonen (so nennen sie die Aliens; denn damals gab es noch keine Aliens und keine UFOS; jedenfalls keine Namen dafür) zu jagen. Dafür lässt Dolarhyde auch seine Feindschaft gegenüber Lonergan ruhen.

Und während schon diese Posse mit einem Doktor, der nicht schießen kann, einem Jungen, einem Hund und einer Frau recht bunt besetzt ist, wird es später noch bunter und es wird immer deutlicher, dass im Genrecrossover „Cowboys & Aliens“ zwar die Landschaft und die Handlungszeit, aber nicht der Plot gewechselt wurde. Denn die Geschichte folgt brav den Spuren der bekannten Invasionsfilme, in denen am Ende alle gemeinsam gegen die fremde Bedrohung kämpfen. Das kann, wie in „Independence Day“ (der wie eine Blaupause für „Cowboys & Aliens“ wirkt), die ganze Welt sein.

In „Cowboys & Aliens“ ist es eine Posse, die aus dem Verbrecher, der sich an nichts erinnern kann, dem Viehbaron, der seinen nichtsnutzigen Sohn zurückholen will, dem Sheriff, ehrlichen Siedlern, Dolarhydes Cowboys, Lonergans Verbrecherbande und Indianer besteht. Eine buntere Koalition der Guten gegen das bedrohlich Fremde gab es wohl noch nie.

Trotzdem ist „Cowboys & Aliens“ als weitgehend traditioneller und damit auch ironiefreier Western, nach dem für mich etwas enttäuschenden „True Grit“ (es war vielleicht ein Fehler vor dem Coen-Film das Original gesehen, das Buch und zu viele überschwängliche Kritiken gelesen zu haben) ziemlich gelungen als Breitwand-Western mit Starbesetzung.

P. S.: Bislang gab’s nur eine erfolgreiche Alien-Invasion. Naja, so halbwegs. Denn als die Aliens die Erde mit intergalaktischer Bürokratie belästigten, war’s rum mit dem schönen Erdenleben und Arthur Dent machte sich „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf den Weg den Bademantel (auch bekannt als das Kleidungsstück, das wir als Kind niemals anziehen wollten, weil es so unglaublich uncool war) als Kleidungsstück für alle Gelegenheiten zu rehabilitieren.

 

P. P. S.: Gottseidank ist „Cowboys & Aliens“ kein 3D-Film.

P. P. P. S.: „Cowboys & Aliens“ ist eine Comicverfilmung. Aber dieses Mal haben die Macher außer der Idee des Genrecrossovers nichts von der ebenfalls ziemlich ironiefreien Vorlage, die jetzt, pünktlich zum Filmstart, bei uns erschien, übernommen. In dem Comic müssen die Außerirdischen 1873 in Arizona notlanden. Ihr Raumschiff ist kaputt.und, bevor sie Hilfe herbeifunken, reißt sich Kommandant Rado Dar (der mit seinen Hörnern an einen grünlichen Büffel erinnert) den Planeten, weil er auf keiner Kasten-Sternenkarte verzeichnet ist, unter den Nagel und die Menschen will er gleich zu seinen Leibeigenen machen. Immerhin gehört ihm jetzt alles.

Doch er hat nicht mit den Cowboys Zeke und Verity, die eine Gruppe von Siedlern in die Glücksritterstadt Silver City bringen sollen, gerechnet. Sie nehmen sofort den Kampf gegen diese neue Bedrohung auf und, als Zeke eine Pistole der Außerirdischen findet, können sie sich erfolgreich wehren.

In dem unterhaltsamen Comic mit erstaunlich wenig Western-Atmosphäre (vor allem im Vergleich zum Film, in dem die Aliens fast die Entschuldigung sind, einen Western zu machen) wird im Prolog die Eroberung Amerikas durch die Europäer mit der Eroberung der Erde durch die Außerirdischen gleichgesetzt. Das ist ein interessanter Aspekt, der aber in dem späteren Kampf der Cowboys gegen die Aliens nicht weiterverfolgt wird.

Cowboys & Aliens (Cowboys & Aliens, USA 2011)

Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])

LV: Scott Mitchell Rosenberg: Cowboys & Aliens, 2006 (Cowboys & Aliens)

Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011

mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins

Länge: 118 Minuten

Scott Mitchell Rosenberg (Erfinder)/Andrew Foley/Fred Van Lente/Andrew Foley (Autoren)/Bennis Calero/Luciano Lima/Magic Eye Studios (Zeichnungen): Cowboys & Aliens

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Panini Comics, 2011

112 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Cowboys & Aliens

Platinum Studios, 2006

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

You Tube: der Kanal zum Film und der Kanal mit den Interviews (Jon Favreau unterhält sich mit den Beteiligten)

Film-Zeit über „Cowboys & Aliens“

Wikipedia über „Cowboys & Aliens“ (deutsch, englisch) und über die Vorlage (deutsch, englisch)

Go into the Story: Interview mit den Drehbuchautoren Roberto Orci und Alex Kurtzman über „Cowboys & Aliens“

Platinum Studios: Homepage zum Comic


TV-Tipp für den 25. August: Michael Clayton

August 25, 2011

ARD, 22.45

Michael Clayton (USA 2007, R.: Tony Gilroy)

Drehbuch: Tony Gilroy

Michael Clayton ist der Troubleshooter für eine große New Yorker Kanzlei. Als einer ihrer Anwälte ausrastet und damit den Prozess gegen das multinationale Chemieunternehmen U/North gefährdet, ist Clayton gefordert. Doch dieser steckt gerade selbst in einer Midlife-Crises.

Tony Gilroy, der als Autor der actionhaltigen Jason-Bourne-Trilogie bekannt wurde, hat mit seinem Regiedebüt einen Paranoia-Thriller inszeniert, bei dem die Bedrohung nicht mehr vom Staat sondern von der Wirtschaft ausgeht. Trotzdem haben Action-Fans bei „Michael Clayton“ schlechte Karten. Fans des guten, im positiven Sinn altmodischen Schauspielerkinos haben dagegen gute Karten.

Tony Gilroy war als bester Autor und Regisseur für einen Oscar nominiert, George Clooney als bester Darsteller, Tom Wilkinson als bester Nebendarsteller und Tilda Swinton erhielt einen Oscar einen BAFTA-Awards als beste Nebendarstellerin.

Gilroys Buch erhielt auch den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollack, Michael O’Keefe

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Drehbuch „Michael Clayton“ von Tony Gilroy

Film-Zeit über „Michael Clayton“

Coming Soon unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“

Greencine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“ 

Filmmaker Magazine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michale Clayton“ (und die Bourne-Filme und Armageddon) 


DVD-Kritik: Inspector Barnaby und die cozy „Midsomer Murders“

August 24, 2011

Seit 1997 klärte Detective Chief Inspector Tom Barnaby (John Nettles) über achtzig Mordfälle (ermordet wurden insgesamt um die zweihundert Menschen) in der beschaulichen Grafschaft Midsomer auf. Erfunden wurde diese typisch englische Grafschaft von Caroline Graham und auch die ersten „Midsomer Murders“-Filme basierten auf Büchern von ihr. Doch schon seit langem erfinden die Macher neue Mordfälle, die tief in der Tradition des britischen Rätselkrimis, in denen die Aufklärung der Morde eine intellektuelle Spielerei ist und am Ende der Geschichte die Welt wieder in Ordnung ist, stehen. Die „Inspector Barnaby“-Krimis haben daher mit der Realität ungefähr so viel zu tun, wie die „Schnulze der Woche“. Entsprechend unpolitisch und auch ahistorisch sind die Geschichten. Denn ob die Geschichte 1950, 1980 oder heute spielt, erkennt man höchstens an den Autos, den Telefonen und den Computern.

Die Fälle von DCI Barnaby bilden damit das Gegenstück zu den Fällen von Chief Inspector George Gently, die präzise an einem bestimmten Ort und Zeit (die sechziger Jahre in Northumberland) lokalisiert sind und, durch die historische Brille, sich auch zu aktuellen Problemen äußern. Bei Inspector Barnaby ist dagegen die Welt noch in Ordnung. Spätestens am Ende des Films, wenn der Mörder, dessen Motiv im Privaten liegt, überführt ist und dann auch die lästige Störung der ländlichen Ruhe durch die Morde beseitigt ist.

Denn in den vier Fällen die Barnaby auf der neuesten DVD-Box „Inspector Barnaby – Volume 12“ löst und die, was bei Einzelfilmen kein Problem ist, aus 1999, 2007 und 2008 entstandenen Folgen besteht, folgt auf den ersten Mord meistens noch ein zweiter und ein dritter. Aber so richtig beunruhigt sind die Bewohner von Midsomer nicht und, je mehr Folgen es gibt, umso unrealistischer (was aber den Fan einer Serie noch nie gestört hat) wird das Konzept der Serie. Denn zweihundert Morde in etwas über zehn Jahren ist eine Mordrate, die manche Großstadt als Hort des Friedens erscheinen lässt.

In „Mord auf der Durchreise“, dem ältesten Barnaby-Fall in dieser Sammelbox, wird der Besitzer eines Herrenhauses erschossen. Verdächtig ist selbstverständlich das gerade anwesende fahrende Volk. Barnaby entdeckt bei seinen Ermittlungen schnell seltsame familiäre Bande und alte Feindschaften.

In „Leben und Morden in Midsomer“ entdecken Touristen im Wald eine halb verweste Leiche. Der Tote war der Ex-Mann der neuen Frau von Guy Sandy, dem Herausgeber des scharfzüngigen Magazins „Midsomer Life“. Kurz darauf wird Sandy ermordet und über seinen Tod scheint niemand so richtig traurig zu sein.

In „Geliebt, gejagt, getötet““ wird Jack Colby, ein Ex-Polizist und Ex-Freund von Barnaby, ermordet. Gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls eine Ex-Polizistin, kümmerten sie sich auf dem Anwesen eines als Gattinnenmörder verurteilten Grafen um entlassene Sträflinge. Kurz vor seinem Tod wollte Colby Barnaby noch ein Geheimnis anvertrauen.

Und in „Der Wald der lebenden Toten“ geht es um das Übersinnliche. Denn Ernest Balliol, der Anführer eines lokalen Kults, will ein wertvolles Buch, das er in der Bibliothek von Aloysius Wilmington vermutet, haben. Die beiden waren früher befreundet und sind heute, spätestens nachdem der Wilmington in Büchern und im TV einen Feldzug gegen okkulte Gruppen (bevorzugt natürlich die von Balliol) führt, spinnefeind. Den ersten Toten gibt es während einer Zaubervorstellung von Aloysius vor Kindern. Der zweite Tote ist ein Antiquar und eine dritte Leiche wird es auch noch geben.

Dass für meinen Geschmack „Inspector Barnaby“ etwas zu gemütlich ist, dürfte niemand überraschen. Auch nicht, dass mir das alles etwas zu lauschig ist und zu sehr in Richtung traditioneller Whodunit geht. Denn die Morde geschehen in der Bilderbuchgrafschaft Midsomer und, wenn wir uns die vier in der neuen DVD-Box „Volume 12“ versammelten Folgen ansehen, war es 1999 noch lauschiger als heute. Damals gab es sogar noch Pferdekutschen. In den neueren Episoden wird sich dann mit dem Auto fortbewegt. Sonst ist alles immer noch wie zu Agatha Christies Zeiten.

Aber wenn ich die Wahl zwischen einem „Tatort“, der sich ja immer bemüht neben dem Krimi auch noch etwas Wichtiges zu sagen, und einem „Inspector Barnaby“ habe, dann würde ich doch den Engländer vorziehen. Denn, wie auch die Fälle in der zwölften „Inspector Barnaby“-Box zeigen, sind die Fälle einfach gut entwickelte Whodunits, die nicht mehr und nicht weniger als gutes Handwerk sein wollen; – und beim Sehen von gutem Handwerk fällt immer wieder auf, wie oft in einem „Tatort“ auf genau das verzichtet wird.

Die Musik

Inzwischen gibt es auch die von Jim Parker geschriebene Musik auf CD und in der zehnten „Inspector Barnaby“-Box eine Bonus-CD mit weiteren Liedern aus den Filmen. Denn Parkers Filmmusik ist immer sehr liedhaft und nimmt auch immer wieder Elemente von traditionellen Melodien und Tänzen auf. Das führt dazu, dass die von Jim Parker geschriebenen Stücke auch gut ohne die Filme funktionieren – und weshalb ich die CD im Moment ziemlich oft in meinen CD-Player lege.

Inspector Barnaby – Volume 12 (Midsomer Murders)

LV: Charakter von Caroline Graham

mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr Bullard), Jason Hughes (DS Ben Jones), Laura Howard (Cully Barnaby), Daniel Casey (Sergeant Gavin Troy), Kirsty Dillon (WPC Gail Stephens)

DVD

Edel

Bild: PAL 16:9 (Folge 1 – 3), PAL 4:3 (Folge 4)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Interview mit John Hughes (8 Minuten)

Länge: 388 Minuten (4 spielfilmlange Episoden auf 4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

enthält diese Ermittlungen von Inspector Barnaby

Leben und Morden in Midsomer (Midsomer Life, GB 2008; Staffel 11, Folge 4; Episode 63)

Regie: Peter Smith

Drehbuch: David Hoskins

Geliebt, gejagt, getötet (Death in a Chocolate Box, GB 2007; Staffel 10, Folge 8; Episode 59)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Tony Etchells

Der Wald der lebenden Toten (The Magician’s Nephew, GB 2008; Staffel 11, Folge 5; Episode 64)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Michael Russell

Mord auf der Durchreise (Blood will out, GB 1999; Staffel 2, Folge 4; Episode 9)

Regie: Moira Armstrong

Drehbuch: Douglas Watkinson

Die CD zur Serie

Jim Parker: Inspector Barnaby – Soundtrack

Edel, 2010

27 Stücke

Länge: 63:04 Minuten

Hinweise

ITV über Inspector Barnaby

ZDF über „Inspector Barnaby“

Wikipedia über „Inspector Barnaby“ (deutsch, englisch)

FAZ: Nina Belz trifft John Nettles (6. März 2011)

Krimi-Couch über Caroline Graham

Kaliber.38 über Caroline Graham


TV-Tipp für den 24. August: Tatort: Baranskis Geschäft

August 24, 2011

WDR, 22.45

TATORT: Baranskis Geschäft (D 1985, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Jochen Wedegärtner, Friedhelm Werremeier

Baranski deckt einen Polit-Skandal auf und will dem pensionierten MAD-Oberstleutnant Delius die Beweise übergeben. Baranski wird vor dem Treffen überfahren. Delius sucht den Mörder.

„Baranskis Geschäft“ war der dritte und letzte „Tatort“ mit Horst Bollmann als MAD-Oberstleutnant Delius. Jürgen Roland, der alle Fälle inszenierte, wagte sich mit den Delius-“Tatorten“ weit in die undurchsichtigen Geschäfte zwischen Ost und West. Entsprechend spannend sind sie heute als Zeitdokumente aus dem Kalten Krieg.

Baranskis Geschäft“ gehört zu den extrem selten gezeigten „Tatorten“. Zuletzt lief er am 28. Dezember 2003 weit nach Mitternacht im TV.

Mit Horst Bollmann, Knut Hinz, Nicolin Kunst, Ulrich Dobschütz, Klaur Barner, Fritz Eckhardt

Hinweise

Tatort-Fundus über MAD-Oberstleutnant Delius

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“


TV-Tipp für den 22. August: Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat

August 22, 2011

Arte, 20.15

Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat (D 1975, R.: Bernhard Sinkel)

Drehbuch: Bernhard Sinkel

Nachdem die Bank das marode Mietshaus gekauft hat, wird die 81-jährige Lina Braake aus ihrer Mietswohnung (für die sie ein lebenslanges Wohnrecht hatte) geworfen. Im Altersheim lernt sie einen Bankbetrüger kennen und gemeinsam beschließen sie, sich die Bank vorzuknöpfen.

Ein alter deutscher Film, der damals auf der Berlinale seine umjubelte Premiere erlebte, den Ernst-Lubitsch-Preis und als bester Film des Jahres ein Filmband in Silber erhielt (Lina Carstenss erhielt ein Filmband in Gold für ihre Darstellung), ein Kassenerfolg in Deutschland (der erfolgreichste deutsche Film war 1975 „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und dann kam „Lina Braake“), Frankreich und England war, den „Neuen Deutschen Film“ beim Publikum bekannt machte, nur selten im TV läuft und heute, wie ein Blick in die Tageszeitung verrät, nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Eher im Gegenteil.

Dieser Film ist so sehr er selbst, dass es fast ungerecht und lieblos ist, darauf hinzuweisen, was er Brecht verdankt, wie er lehrstückhaft plausibel erklärt, dass die Gründung einer Bank ein schlimmeres Delikt ist als deren Ausraubung, oder durchaus auch dem Western, dessen Helden Popularität genießen, weil sie die Institute der Wirtschaft als Institutionen der Ausbeutung begreifen und deshalb den Holdup als das Couponschneiden des kleinen Mannes praktizieren.“ (Robert Fischer/Joe Hembus: Der Neue Deutsche Film)

Die Musik ist von Jazzer Joe Haider.

mit Lina Carstens, Fritz Rasp, Herbert Bötticher, Erica Schramm, Benno Hoffmann, Rainer Basedow, Walter Sedlmayr

Wiederholungen

Dienstag, 23. August, 14.45 Uhr

Dienstag, 30. August, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Lina Braake“

Filmportal über „Lina Braake“

Sehr informative Homepage von Bernhard Sinkel


TV-Tipp für den 21. August: Funny Games U. S.

August 21, 2011

Pro7, 23.15

Funny Games U. S. (USA 2007, R.: Michael Haneke)

Drehbuch: Michael Haneke

Michael Haneke macht ein eins-zu-eins-Remake von seinem 1997er Film. Das verschaffte ihm sicher in den USA einige Zuschauer, aber für die Kenner des Originals stellt sich die Frage, warum sie sich Naomi Watts und Tim Roth statt Susanne Lothar und Ulrich Mühe ansehen sollen. Und Haneke liefert auch keinen Grund: „Habe ich es zu aktualisieren? Eigentlich nicht. Die Aktualität ist innerhalb dieser zehn Jahre gewachsen, und inhaltlich fiel mir nichts Neues dazu ein.“

Mit Naomi Watts, Tim Roth, Michael Pitt, Brady Corbet, Devon Gearhart

Wiederholung: Montag, 22. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Funny Games U. S.“

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch „Nahaufnahme: Michael Haneke“ (2010)


TV-Tipp für den 20. August: Mr. Brooks – Der Mörder in dir

August 20, 2011

ARD, 23.15

Mr. Brooks – Der Mörder in dir (USA 2007, R.: Bruce A. Evans)

Drehbuch: Bruce A. Evans, Raynold Gideon

Mr. Brooks ist ein geachteter Unternehmer mit einem dunklen Geheimnis: er ist auch ein Serienkiller. Als er bei seiner letzten Tat von Mr. Smith beobachtet wird, erpresst dieser ihn. Er wird schweigen, wenn Mr. Brooks ihn in die Kunst des perfekten Mords einweiht. Und dann ist da noch eine hartnäckige Polizistin.

Köstlich-schwarzhumoriger Krimi, der etwas unter seinen vielen Subplots leidet, aber das Zusammenspiel von Kevin Costner (als Mr. Brooks) und William Hurt (als sein mordgieriges Alter Ego) macht das mehr als wett.

„Raffiniert konstruierter Neo-Noir-Thriller“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Kevin Costner, Demi Moore, Dane Cook, William Hurt, Marg Helgenberger, Danielle Panabaker, Ruben Santiago-Hudson, Lindsay Crouse, Reiko Aylesworth

Hinweise

Drehbuch „Mr. Brooks“ von Bruce A. Evans und Raynold Gideon

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mr. Brooks“

„Mr. Brooks“ in der Kriminalakte (zum Kinostart)


Neulich auf dem Fantasy Filmfest: The Innkeepers

August 19, 2011

Das Yankee Pedlar Hotel ist ein altes Hotel. Aus dem neunzehnten Jahrhundert, stilecht ausgestattet und nur in Details modernisiert. Es ist auch ein eher kleines Hotel in irgendeiner Neuengland-Kleinstadt. Für amerikanische Verhältnisse ist das Hotel schon uralt und, wie es sich für ein altes Gemäuer gehört, soll es auch einen Geist geben.

Für Claire (Sara Paxton) und Luke (Pat Healy) ist das die letzte Gelegenheit, den Geist zu kontaktieren. Die beiden Mittzwanziger (sie eher Anfang, er eher Ende Zwanzig) arbeiten als Portiere in dem Hotel und müssen die letzte Schicht, ein ganzes langweiliges Wochenende, übernehmen. Gäste gibt es, bis auf eine Mutter mit ihrem Sohn und der alternden Schauspielerin Leanne Rease-Jones (Kelly McGillis), die jetzt als Medium arbeitet und locker die Minibars in einem Stockwerk leertrinkt, nicht.

Luke, der eine Homepage über den Geist aufgebaut hat und zynisch-desillusioniert auf das Leben blickt, und seine begeisterungsfähige Kollegin, die jetzt endlich auch den Geist sehen will, hängen in der Lobby herum und versuchen die Zeit möglichst unproduktiv totzuschlagen. Claire probiert in der ersten Nacht, eher erfolglos, mit dem Geist Kontakt aufzunehmen. Dafür befreit sie (mit letztendlich fatalen Folgen) einen Vogel aus dem Keller.

Und dann kommt in der letzten Nacht ein letzter Gast, der unbedingt ein bestimmtes Zimmer will.

The Innkeepers“ ist ein sehr altmodischer Grusler, der von seinen Schauspielern, die alle einen Tick neben der Spur spielen und so alle etwas seltsam erscheinen, den Dialogen (vor allem Luke hat einige schöne Einzeiler, aber auch der erste Auftritt von Rease-Jones als Medium ist toll) und den atmosphärischen und stilistischen Hinweisen auf frühere Gruselfilme lebt. Ich sage nur die durch die Gänge und Räume gleitende Kamera und die damit verbundene und oft enttäuschte Erwartung, dass bald etwas Schlimmes geschehen wird.

Das ist aber, weil auf Tricks wie sich verformende Türen, seltsame Stimmen, sich durch die Gänge bewegende Geister (die heute wahrscheinlich alle aus dem Computer kommen) und, bis auf ein, zwei Ausnahmen, die auch in einer „C. S. I.“-Folge gezeigt werden könnten, auf blutige Effekte verzichtet wurde, auch arg minimalistisch und, weil die Überraschungen höchstens im Detail (dieser Dialog, jene Bewegung) liegen, auch arg vorhersehbar und in der Mitte dann auch ziemlich zäh. Denn die Geschichte ist etwa so spannend wie ein Wochenende in einem Hotel.

Der Geisterhaushorror „The Innkeepers“ ist eher der „TV-Film der Woche“ als der „Kinofilm der Woche“.

The Innkeepers (USA 2011)

Regie: Ti West

Drehbuch: Ti West

mit Sara Paxton, Pat Healy, Kelly McGillis, George Riddle, John Speredakos

Länge: 102 Minuten

Der Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung ist noch unklar.

Hinweise

Wikipedia über „The Inkeepers“

Fantasy Filmfest über „The Inkeepers“

Wortvogel hat der Film auch nicht gefallen

Dem Horrorblog dagegen schon

Homepage des Hotels (jau, es gibt das Hotel)


TV-Tipp für den 19. August: Romeo is bleeding

August 19, 2011

RBB, 00.30

Romeo is bleeding (USA 1993, R.: Peter Medak)

Drehbuch: Hilary Henkin

Der korrupte Cop Grimaldi soll eine Berufskillerin, die sich mit der Mafia angelegt hat, beschützen. Er verliebt sich in sie und, auch weil sie ihr eigenes Spiel spielt, gerät er zwischen alle Fronten.

„Ein Film noir wie aus der Schreibmaschine von Cornell Woolrich“, steht vollkommen zutreffend im Fischer Film Almanach (1995).

mit Gary Oldman, Lena Olin, Annabella Sciorra, Juliette Lewis, Roy Scheider, Will Patton, David Proval, James Cromwell, Ron Perlman, Dennis Farina (Cameo)

Hinweise

Wikipedia über „Romeo is bleeding“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week: Guy Savage über „Romeo is bleeding“


DVD-Kritik: Otto Premingers lahmes „Unternehmen Rosebud“

August 18, 2011

Otto Preminger drehte Klassiker und Publikumshits wie „Laura“, „Engelsgesicht“, „Fluss ohne Wiederkehr“, „Carmen Jones“, „Porgy und Bess“, „Anatomie eines Mordes“, „Exodus“, „Der Kardinal“ und „Bunny Lake ist verschwunden“. Er drehte während seiner fast fünfzigjährigen Karriere als Regisseur selbstverständlich auch einige Flops. Sein größter Flop ist wohl die absolut unwitzige Komödie „Skidoo – Ein Happening in Love“ (USA 1968). „Unternehmen Rosebud“ ist als absolut unspannender Thriller nicht viel besser. Die Story ist ein typischer Siebziger-Jahre-Polit-Thriller, der die Schlagzeilen aufnimmt und in einer klischeehaften Geschichte, in der palästinensische Terroristen fünf Millionärstöchter entführen und ein Söldner sie befreien soll, verbrät.

Was okay wäre, wenn Preminger die Story, nach einem hoffnungslos überladenem und konfusem Drehbuch von seinem Sohn Erik Lee (es ist das einzige von ihm verfilmte Buch), wenigstens flott erzählt hätte. Aber das tut er nicht.

In der ersten halben Stunde ist, außer der Entführung der fünf Hübschen und der Forderung der Terroristen an die einflussreichen Väter der Geisel, einen Film weltweit auszustrahlen, wenig geschehen und sowohl die Opfer als auch die Täter sind uns herzlich egal.

Erst dann betritt der Held der Geschichte, der Zeitungsjournalist und freischaffende Agent Larry Martin (Peter O’Toole) die Bühne und beginnt arg lustlos mit der Suche.

Peter O’Toole hatte die Rolle kurzfristig von Robert Mitchum übernommen, der sich während der Dreharbeiten hoffnungslos mit Otto Preminger zerstritt (aus ihren Erzählungen ist unklar, wer für den Bruch verantwortlich war). O’Toole, dessen Karriere damals auf dem Tiefpunkt war, porträtiert Larry Martin als einen eitlen, dandyhaften, ständig leicht angesäuselten Gockel. Aber vielleicht, immerhin war O’Toole damals als Partylöwe und ausdauernder Trinker bekannt, trockelte er einfach nur durch die Kulissen und fragte sich, was er hier verloren habe und warum er mehr in den Film investieren sollte, als die anderen Schauspieler.

Denn obwohl Otto Premiger mal wieder viele bekannte Schauspieler engagierte, sind ihre Leistungen durchgehend erschreckend schlecht. Bei den Millionärstöchtern, die von entsprechend jungen Schauspielerinnen, die primär wegen ihres Aussehens gecastet wurden, könnte das noch mit ihrer mangelnden Schauspielerfahrung entschuldigt werden. Wobei Isabelle Huppert inzwischen eine geachtete Schauspielerin ist und die damalige Debütantin Kim Cattrall immer noch gut im Geschäft ist. Von den anderen Film-Geiseln hat man nichts bemerkenswertes mehr gehört.

Aber auch erfahrene Schauspieler, wie Richard Attenborough, Claude Dauphin, Peter Lawford, Raf Vallone und Klaus Löwitsch, scheitern an den dünnen Charakterisierungen (soweit man davon sprechen kann), den peinlichen Dialogen und der abwesenden Regie.

Dummerweise lenkt das immer wieder den Blick auf die zahlreichen Löcher im Plot und, wenn man den Film als ganzes betrachtet, plötzlich verschwindenden Charakteren, im nirgendwo endenden Subplots und seltsamen erzählerischen Umwegen, die zwar Zeit kosten, unseren Helden Larry Martin nicht einen Schritt näher ans Ziel bringen, aber dafür einen Einblick in die rauhen Sitten auf französischen Polizeirevieren, der effizienten Arbeit der deutschen Polizei (garniert mit einigen Berlin-Bildern) und der noch effizienteren Arbeit der israelischen Sicherheitsbehörden, die den besten Computer auf der Welt haben, geben.

So wird in den ersten Minuten gezeigt, wie ein Mann im Versteck der Terroristen seine kranke Frau pflegt. Dass die Terroristen gerade in so einer Wohnung, auch wenn sie einsam gelegen ist, ihre Geisel verstecken wollen, ist nicht gerade logisch. Und wenn dann eben dieses Pärchen nicht wieder auftaucht, fragt man sich, warum sie überhaupt so groß eingeführt wurden.

Oder wenn die Geisel sich für eine Videoaufnahme ausziehen müssen, erwartet man natürlich (immerhin ist der Film von 1975) einen Blick auf den nackten Busen. Den gibt es für die FKK-Fanatiker unter den Zuschauern nicht, aber vielleicht sollte auch nur gezeigt werden, was für schäbige Gesellen die Terroristen sind. Danach sind sie jedenfalls auffallend desinteressiert an den Reizen ihrer Geisel, die ihre Gefangenschaft als eine Art Schullandheimaufenthalt mit Putzdiensten und gemeinsamen Singen verbringen.

Oder wenn die Entführer ihre erste Geisel freilassen. Sie inszenieren für sie im Hinterhof ihrer Villa eine unglaublich lange Reise. Aber dann lassen sie sie einige Meter von ihrer Villa frei und, obwohl sie scheinbar an alles gedacht haben, haben sie vergessen, dass man auf einer Insel die Ankunft eines Flugzeugs ziemlich einfach mitbekommt. Es wäre sowieso viel einfacher gewesen, die Hübsche einfach zu betäuben und an irgendeiner Landstraße auszusetzen. Dann wäre ihr auch nie aufgefallen, dass sie gar nicht in einem richtigen Flugzeug war.

Undsoweiterundsofort.

Dass bei diesem Desaster auf erzählerischer und schauspielerischer Ebene „Unternehmen Rosebud“ nicht nur als „Thriller“, sondern auch als „Polit-Thriller“ und „Actionfilm“ versagt, wundert kaum noch. Denn die schlecht choreographierten Action-Szenen werden bereits fast vollständig im Trailer gezeigt und die politische Dimension ist mit Diskursen auf Pennäler-Niveau vorgeschoben. Wobei gerade diese klischeehafte politische Dimension aus heutiger Sicht noch das interessanteste an diesem Stinker ist. Denn sie bieten einen unverfälschten Blick auf die damaligen Diskurse zwischen Kapitalismuskritik, Palästina-Israel-Feindschaft und dem internationalem Terrorismus. Das ist zwar platte Kolportage, aber halt die Kolportage von 1975.

 

Unternehmen Rosebud (Rosebud, USA 1975)

Regie: Otto Preminger

Drehbuch: Erik Lee Preminger, Marjorie Kellogg (ungenannt)

LV: Paul Bonnecarrere, Joan Hemingway: Rosebud, un chantage qui bouleverse le monde, 1973 (Unternehmen Rosebud)

Mit Peter O’Toole, Richard Attenborough, Cliff Gorman, Claude Dauphin, John V. Lindsay, Peter Lawford, Raf Vallone, Adrienne Corri, Amidou, Isabelle Huppert, Kim Cattrall (Debüt), Klaus Löwitsch

DVD

Euro Video

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Unternehmen Rosebud“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Rosebud“

The Digital Fix über „Rosebud“

IndieWire über die Filme von Otto Preminger

Otto Preminger in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. August: Im Tal von Elah

August 18, 2011

ARD, 22.45

Im Tal von Elah (USA 2007, R.: Paul Haggis)

Drehbuch: Paul Haggis (nach einer Geschichte von Mark Boal und Paul Haggis)

Ex-Militärpolizist und Vietnamveteran Hank Deerfield erfährt, dass sein Sohn Mike sich nach seiner Rückkehr aus dem Irak fahnenflüchtig ist. Kurz darauf wird seine verbrannte Leiche gefunden. Deerfield beginnt mit einer Polizistin Mikes Mörder zu suchen. Dabei werden sie vom Militär behindert.

Haggis benutzt in seinem feinen Thriller das Genre, um auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen. Denn der auf einem wahren Fall basierende, hochgelobte Thriller beschäftigt sich mit den seelischen Kosten von Kriegseinsätzen für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Der Titel spielt auf die David-und-Goliath-Geschichte in der Bibel an. Deren Kampf fand im Valley of Elah, bei uns je nach Bibelübersetzung bekannt als Eichgrund, Elberfelder oder Terebinthental, statt.

Mit Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, James Franco, Josh Brolin, Jonathan Tucker

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Im Tal von Elah“

Das Drehbuch „In the Valley of Elah“ von Paul Haggis

About com: Interview mit Paul Haggis und Charlize Theron über „Im Tal von Elah“ (mit weiterführenden Links)

Future Movies: Interview mit Paul Haggis über „Im Tal von Elah“

Bayerisches Fernsehen: Interview mit Paul Haggis über „Im Tal von Elah“


TV-Tipp für den 17. August: Der ewige Gärtner

August 16, 2011

Sixx, 20.15

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Wiederholung: Donnerstag, 18. August, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés „Verräter wie wir“ (Our kind of traitor, 2010)

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. August: Kommissar Süden und der Luftgitarrist

August 16, 2011

3sat, 22.10

Kommissar Süden und der Luftgitarrist (D 2009, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Friedrich Ani

LV: Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist, 2003

Architekt Edward Loos, ein begeisterter Luftgitarrist, verschwindet spurlos. Kommissar Tabor Süden sucht ihn.

Zweite Süden-Verfilmung, bei der Ani und Graf keine Gefangenen machen. Dafür gab es viel Kritikerlob und den Grimme-Preis in siebenfacher Ausführung.

Mit Ulrich Noethen, Martin Feifel, Jeanette Hain, Olivia Pascal, Nina Proll

Wiederholung: Mittwoch, 17. August, 01.40 Uhr (Taggenau! – und danach gibt es „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“)

Hinweise

ZDF über Kommissar Süden (wenig, sehr wenig, fast nichts)

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominig Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Friedrich Ani in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 15. August: Tatort: Elvis lebt!

August 15, 2011

HR, 21.00

Tatort: Elvis lebt! (A/D 2002, R.: Peter Sämann)

Drehbuch: Felix Mitterer

Der Wilderer und Elvis-Fan Richard Stecher wird ermordet. Am Todestag vom King. Während Stefanie Gschnitzer, die gerade mit der Polizeischule fertig ist, noch die Verdächtigen und Motive auseinanderklaubt, eilt ihr Chefinspektor Moritz Eisner zur Hilfe.

Schön abgedrehter Ösi-Krimi

mit Harald Krassnitzer, Roswitha Szyszkowitz, Gundula Rapsch, Gregor Bloéb

Hinweise

Tatort-Fundus über Chefinspektor Eisner

Wikipedia über Felix Mitterer