DVD-Kritik: George Gently, der Unbestechliche, ermittelt weiter

Juli 25, 2011

 

Nach dem Erfolg der ersten Staffel von „George Gently – Der Unbestechliche“ zögerte die BBC nicht lange und bestellte weitere, jeweils 90-minütige Filme, die inzwischen anscheinend alle nur noch auf dem von Alan Hunter erfundenem Charakter basieren. Aber am bewährten Rezept wurde nichts geändert: immer noch ermitteln Chief Inspector George Gently und sein deutlich jüngerer Kollege Detective Sergeant John Bacchus in Northumberland in den Sechzigern (die ersten vier neuen Fälle spielen 1964, die bislang letzten beiden Fälle 1966) und die gut ausgedachten Fälle stehen im Mittelpunkt der Filme. Das Privatleben kommt, zum Glück, kaum vor, und, wenn doch, hängt es auf nachvollziehbare Weise mit dem Fall zusammen.

In den Fällen, immerhin waren die Sechziger eine Zeit der großen Veränderungen, werden diese gesellschaftlichen Brüche und Umbrüche thematisiert. Einerseits fällt auf, wie viel sich in den vergangenen gut fünfzig Jahren, vor allem, auch weil sie in den sechs „George Gently“-Fällen immer wieder angesprochen wird, in der Sexualmoral, geändert hat. Andererseits fällt immer wieder auf, wie viel doch gleich geblieben ist.

Das liegt natürlich an den guten Drehbüchern von Peter Flannery, Mick Ford und Jimmy Gardner, die sich im Rahmen der Whodunit-Struktur auf genau diese Brüche stürzen.

In „Vergeltung“, dem schwächsten „George Gently“-Fall bislang, geht es um sexuellen Missbrauch in einem Kinderheim. Denn während in den anderen Filmen die Ermittlungen, das Zeitkolorit, die damaligen Konventionen und gesellschaftlichen Veränderungen (die sich teilweise nur zart andeuten) gut miteinander verbunden sind, finden die Macher bei „Vergeltung“ nie die richtige Mischung. Alles wirkt unkonzentriert und hastig. Dazu passt auch, dass George Gently suspendiert wird.

„Tödliche Mission“ hat dann wieder das gewohnte Niveau. In dem Fall wird die Animierdame eines Nachtclubs ermordet auf einem Kirchenaltar gefunden. Gentlys Ermittlungen führen zu einer religiös-fanatischen Abtreibungsgegnerin, die mit Verbündeten Mahnwachen vor dem Nachtclub abhält, und ihrem Ehemann, der eine Beziehung zu der Toten hatte.

In „Böses Blut“ will George Gently herausfinden, wie ein Koffer voller abgelaufener Ausweise aus der Verwaltung verschwinden konnte. Bei seinen Ermittlungen, die nachdem eine Angestellte der Verwaltung, die die Mutter eines dunkelhäutigen Babys war, ermordet wird, zu Mordermittlungen werden, gerät Gently auch zwischen die Fronten von Rockern und, teils illegal in England lebenden, Arabern. Der alltägliche Rassismus bildet den Hintergrund für „Böses Blut“.

In „Giftige Lügen“ ist der vermeintliche Selbstmord des Vorstehers einer Mühle und ein in der Mühle ausgeraubter Safe der Beginn für eine Geschichte, in der es um Politik (sie spielt kurz vor den britischen Unterhauswahlen und der Mühlenbesitzer kandidiert), das Verhältnis von Gewerkschaften zu Arbeitgebern und, wieder einmal die damalige Sexualmoral geht.

Dass es bereits früher Gewalt gegen und durch Kinder gab, erfahren wir in „Die Saat des Bösen“. Dabei beginnt der Fall ganz alltäglich: eine Frau, die einen zweifelhaften Ruf hat, wird ermordet. Ihr Exmann gesteht die Tat. Als einige Monate später ein Kind vermisst wird, trifft George Gently wieder auf die Familie der Ermordeten.

Und in „Liebe und Verrat“ wird ein linksorientierter Akademiker nach einer Demonstration gegen die Stationierung eines Atom-U-Bootes ermordet. Gently und Bacchus müssen an der Uni zwischen radikalpazifistischen Studenten, sexueller Befreiung (unter Männern und Frauen, aber nicht unter Männern) und den Uni-Regeln, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, ermitteln.

Im Gegensatz zu den ersten drei Gently-Fällen, in denen eher ein Blick in die Vergangenheit herrschte, geht es in den sechs neuen Gently-Fällen immer wieder darum, wie gesellschaftliche Veränderungen sich auch im beschaulichen Northumberland niederschlagen und in den kommenden Jahren gesellschaftliche Konflikte auslösen und auch die Gesellschaft verändern werden. In den Fällen wird immer wieder die Keimzelle dieser Entwicklungen, und wogegen sie sich richteten, gezeigt. So sind die Fälle auch ein Seismograph für die damaligen Brüche in der Gesellschaft und die künftigen Veränderungen.

Die zweite und dritte Staffel von „George Gently – Der Unbestechliche“ bieten wieder spannende und lehrreiche Unterhaltung, bei der auch beeindruckt, wie viel Mühe sich bei der Ausstattung und Kameraarbeit gegeben wurde. Denn wenn man nicht wüsste, dass die Filme erst jetzt entstanden sind, könnte man sie auch für sehr gelungene Krimis aus den Sechzigern halten.

Und, das ist die erfreuliche Nachricht für alle Gently-Fans: George Gently und John Bacchus ermitteln weiter. Die BBC zeigt noch in diesem Jahr zwei neue „George Gently“-Filme und für nächstes Jahr sind bereits zwei weitere Filme bestellt.

 

Die DVD-Ausgabe

 

Wie üblich sind die Extras bei Edel überschaubar. Es gibt nämlich keine. Auch auf Untertitel wurde verzichtet. Und die Verteilung der Folgen unterscheidet sich von der Ausstrahlung. In England wurden „Vergeltung“, „Tödliche Mission“, „Böses Blut“ und „Giftige Lügen“ als zweite Staffel 2009 und „Die Saat des Bösen“ und „Liebe und Verrat“ als dritte Staffel 2010 ausgestrahlt. Bei uns wurden die sechs Fälle gleichmäßig auf zwei DVD-Boxen à drei Filme verteilt.

Auf den englischen DVDs (wobei die beiden Filme der dritte Staffel erst Ende Juli in England erscheinen) sind dagegen einige, wohl eher textlastigen, Infos dabei. Das klingt für Bonusmaterial-Junkies auch nach Graubrot.

George Gently – Der Unbestechliche (GB 2009/2010)

Idee: Peter Flannery

LV: basierend auf dem Charakter von Alan Hunter

mit Martin Shaw (George Gently), Lee Ingleby (John Bacchus), Simon Hubbard (PC Taylor), Mal Whyte (Chief Constable Lilley), Melanie Clark Pullen (Lisa Bacchus)

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DVD

George Gently – Der Unbestechliche: Staffel 2

Edel

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 270 Minuten (3 DVDs à 90 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

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George Gently – Der Unbestechliche: Staffel 3

Edel

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 267 Minuten (3 DVDs à 89 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

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Die neuen Fälle von George Gently

Vergeltung (Gently with the Innocents, GB 2009)

Regie: Daniel O’Hara

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently with the Innocents, 1970 (im Vorspann steht „nach einem Roman“, aber, nach dem Klappentext, hat die Buchstory nichts mit der Filmgeschichte zu tun)

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Tödliche Mission (Gently in the Night, GB 2009)

Regie: Daniel O’Hara

Drehbuch: Peter Flannery

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Böses Blut (Gently in the Blood, GB 2009)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Peter Flannery

–

Giftige Lügen (Gently through the Mill, GB 2009)

Regie: Ciarán Donnelly

Drehbuch: Mick Ford

LV: Alan Hunter: Gently through the Mill, 1958 (nur Titelgleichheit; Buch wird im Vorspann nicht erwähnt)

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Die Saat des Bösen (Gently evil, GB 2010)

Regie: Daniel O’Hara

Drehbuch: Peter Flannery

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Liebe und Verrat (Peace and Love, GB 2010)

Regie: Daniel O’Hara

Drehbuch: Jimmy Gardner

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Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)

Wikipedia über „George Gently – Der Unbestechliche“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 1)

 


TV-Tipp für den 25. Juli: Tödliche Versprechen – Eastern Promises

Juli 24, 2011

HR, 23.45

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg)

Drehbuch: Steven Knight

Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.

Hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg.

Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).

„Eastern Promises“, wurde, oft in den Kategorien, bester Film, beste Regie, beste Hauptrolle und bestes Drehbuch, für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch einige. Knights Drehbuch war für den Edgar nominiert.

Im Moment arbeiten Steven Knight, David Cronenberg und Viggo Mortensen an einer Fortsetzung von „Eastern Promises“.

mit Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel

Hinweise

Steven Knight: Eastern Promises (Drehbuch)

Englische Homepage zum Film (umfangreich; mit Hintergrundtexten und Filmausschnitten)

Deutsche Homepage zum Film (die Readers Digest-Version; dafür mit einem Cronenberg-Interview)

Film-Zeit über den Film

Die „taz“ redet mit David Cronenberg über „Tödliche Versprechen“

Wikipedia über „Tödliche Versprechen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. Juli: Sherlock: Ein Fall von Pink

Juli 24, 2011

ARD, 21.45

Sherlock: Ein Fall von Pink (GB 2010, R.: Paul McGuigan)

Drehbuch/Erfinder: Steven Moffat, Mark Gatiss

LV: Charakter von Sir Arthur Conan Doyle

Die Idee war wohl ganz einfach: Was wäre, wenn Sherlock Holmes im heutigen London leben würde?

Die Skepsis der Krimifans auf der Insel über diese bescheuerte Idee wich, schon während sie den ersten Holmes-Film sahen, nackter Begeisterung, die sich in zahlreichen Jubelarien, Nominierungen und Preisen, unter anderem dem BAFTA für die beste Drama Series, niederschlug. Denn Steven Moffat und Mark Gatiss haben nur wenig im Holmes-Universum geändert. Sie haben Sherlock Holmes, Dr. Watson und all die anderen aus den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle bekannten, wichtigen Charaktere und deren Beziehungsgeflecht einfach aus der Vergangenheit in die Gegenwart versetzt, das ganze erzählerisch ordentlich beschleunigt (jedenfalls im Vergleich zu den vielen bekannten Film- und TV-Interpretationen) und neue Holmes-Geschichten erfunden, die auch von Doyle hätten stammen können.

So jagt Sherlock Holmes in „Ein Fall von Pink“ einen Serienmörder, der seine Opfer, die augenscheinlich keinen Grund für einen Selbstmord hatten, so vergiftet, dass es nach einem Selbstmord aussieht.

Der Fall und wie Holmes den Täter enttarnt, ist zwar etwas schwach, aber dafür lernen wir alle Charaktere kennen und Holmes darf mehrmals zeigen, wie gut er kombinieren kann; wenn er zum Beispiel Dr. John Watson nach einer kurzen Begrüßung dessen Biographie erklärt oder Holmes und Watson zu Fuß ein Taxi verfolgen und, weil Holmes London in und auswendig kennt, sie es auch erwischen.

Dass die ARD die geniale BBC-Serie „Sherlock“ im Sommerloch versteckt wird, ist natürlich gut geplant. Denn da schalten weniger Menschen die Glotze ein. Andererseits ist es schon gemein, dass „Sherlock“ direkt nach dem „Tatort“ läuft. Denn da fällt der Vergleich zwischen den mediokren deutschen Krimis (britisches Understatement) mit den überragenden britischen Krimis so leicht.

Und für Nachschub ist auch schon gesorgt. Im Herbst zeigt die BBC drei weitere „Sherlock“-Filme, die dann auch auf Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle basieren.

Mit Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes), Martin Freeman (Dr. John Watson), Rupert Graves (DI Lestrade), Una Stubbs (Mrs. Hudson), Louise Brealey (Molly Hooper),Vinette Robinson (Sgt Sally Donovan), Phil Davis (Jeff), Mark Gatiss (Mycroft)

Hinweise

The Science of Deduction (Homepage von Sherlock Holmes)

John Watson’s Blog

Molly Hooper’s Diary

BBC über „Sherlock“

BBC Germany über „Sherlock“

ARD über „Sherlock“

Hartswood Film über „Sherlock“

 

YouTube-Kanal „Sherlock“

Wikipedia über „Sherlock“ (deutsch, englisch)

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 23. Juli: Engelsgesicht

Juli 23, 2011

ZDFkultur, 22.40

Engelsgesicht (USA 1953, R.: Otto Preminger)

Drehbuch: Frank Nugent, Oscar Millard, Ben Hecht (ungenannt) (nach einer Geschichte von Chester Erskine)

Krankenwagenfahrer Frank Jessup verliebt sich in Diane Tremayne, als er ihre reiche Stiefmutter in letzter Sekunde rettet. Dass Diane sie umbringen wollte, stört den verliebten Jüngling nicht.

Toller, selten gezeigter Noir von Otto Preminger, der auch „Laura“, „Anatomie eines Mordes“ und „Bunny Lake ist verschwunden“ (um nur seine bekanntesten Krimis zu nennen und seine anderen Filme galant ignorierend) inszenierte.

„Preminger’s finest noir after ‚Laura’“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir)

mit Robert Mitchum, Jean Simmons, Mona Freeman, Herbert Marschall, Leon Ames, Barbara O’Neill

Wiederholung: Sonntag, 24. Juli, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Engelsgesicht“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Angel Face“

Noir of the Week über „Angel Face“

DVD Talk über „Angel Face“

Der Film Noir über „Engelsgesicht“

Meine Besprechung von Ben Hechts „Von Chicago nach Hollywood – Erinnerungen an den amerikanischen Traum“


TV-Tipp für den 22. Juli: Shine a Light

Juli 22, 2011

Phoenix, 22.50

Shine a Light (USA/GB 2008, R.: Martin Scorsese)

In seinen Filmen hat Martin Scorsese bereits öfter Songs der Rolling Stones verwandt. Bei „Shine a Light“ drehte er einen Film mit ihnen. Einen Konzertfilm, der ihre beiden 2006er-Konzert im New Yorker Beacon Theater dokumentiert.

Als Gäste waren Buddy Guy, Christina Aguilera und Jack White auf der Bühne dabei. Im Publikum kann man auch einige bekannte Gesichter sehen.

„Shine a Light“ ist natürlich mehr ein „Rolling Stones“-Konzertfilm als ein Martin-Scorsese-Film, obwohl Scorses mit „The Last Waltz“ bereits einen legendären, im TV schon lange nicht mehr gezeigten Konzertfilm über das letzte Konzert der Rockband „The Band“ drehte.

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Shine a Light“

Berlinale 2008: Pressekonferenz zum Film mit Martin Scorsese und den Rolling Stones

Wikipedia über „Shine a Light“ (deutsch, englisch)

Homepage der Rolling Stones

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Arschkalt, Win Win

Juli 21, 2011

Es kommen zwar eine Sachbeschädigung und ein Einbruch („Arschkalt“) und ein Betrug („Win Win“) in den beiden Kinoneustarts vor, aber Kriminalfilme sind es nicht. Es sind beides typische Feelgood-Filme, die mit einem guten Hauptdarsteller punkten können. Denn Herbert Knaup sieht man viel zu selten, vor allem in einer Hauptrolle, auf der großen Leinwand und Paul Giamatti, nun, haben wir erst letzte Woche in „Barney’s Version“ gesehen.

Rainer Berg (Herbert Knaup) arbeitet als „Mr. Frost“-Lieferant für Tiefkühlfisch in Norddeutschland. Seine Verkäufe sind zwar gut, aber beliebt ist der Stinkstiefel nicht. Und er hat auch allen Grund mit dem Leben zu hadern: ein schlechter Job, eine weggelaufene Frau und ein Vater, der in einem Nobelaltersheim auf seine Kosten lebt und immer noch glaubt, dass Rainer den Familienbetrieb von einem Geschäftserfolg zum nächsten führt. Dabei ist das Unternehmen schon lange pleite und die Fabrikhalle verfällt langsam.

Als „Mr. Frost“ von einem internationalem Konzern übernommen wird und die Holländerin Lieke van der Stock (Elke Winkens) den Betrieb restrukturieren soll, ist er davon selbstverständlich überhaupt nicht begeistert. Aber es kommt noch schlimmer. Lieke hält es in einem Anfall kindischer Bosheit für eine gute Idee, dem Stinkstiefel als Beifahrer den immer fröhlichen und schwatzhaften Betriebstrottel Tobias Moerer (Johannes Allmayer), der gerne mal eine Palette Tiefkühlfisch gegen die Wand fährt und einen Kurzschluss produziert, zu geben. Rainer soll ihn als Verkäufer einarbeiten.

Wie die Geschichte über den emotional erkalteten Stinkstiefel, der im Laufe von neunzig Filmminuten auftaut, weitergeht, kann man sich an zwei Fingern abzählen und weil Regisseur und Drehbuchautor André Erkau dies mit so viel norddeutsch-unterkühltem Humor und einer Prise Kaurismäki erzählt, gibt es auch keine falschen Sentimentalitäten.

Aber es gibt auch, immer wieder, vollkommen unpassende Szenen, die sich vor allem in der „Mr. Frost“-Tiefkühlhalle abspielen und zwischen Satire und Comedy der platten Art schwanken. Vor allem wenn Elke Winkens als neue Chefin ihren holländischen Akzent übertreibt und ihr Gesicht immer wieder durchaus beeindruckend verzieht oder sich diebisch über ihre aus heiterem Himmel (auch bekannt als der Wille des Autors) kommende Idee, Rainer und Tobias als Team loszuschicken, freut.

So lässt „Arschkalt“ einen dann doch etwas kalt zurück. Oder in der Sprache der Tiefkühlkost: nur halb aufgetaut.

Arschkalt (D 2011)

Regie: André Erkau

Drehbuch: André Erkau

mit Herbert Knaup, Johannes Allmayer, Elke Winkens, Peter Franke, Thorsten Merten

Länge: 90 Minuten

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Hinweise

Homepage zum Film

YouTube-Kanal zum Film (mit einigen Filmausschnitten)

Film-Zeit über „Arschkalt“

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Eine Woche nach „Barney’s Version“ spielt Paul Giamatti in „Win Win“ einen gänzlich anderen Charakter und wieder ist an seinem Spiel nichts auszusetzen.

In „Win Win“ ist er der New-Jersey-Anwalt Mike Flaherty. Ein gutherziger Mittelständler, der als Anwalt, wie viele seiner Kollegen, gerade so über die Runden kommt. Dafür ist er allgemein beliebt, gutherzig, hilfsbereit, glücklich verheiratet, hat zwei liebe Kinder und trainiert das chronisch erfolglose Ringkampfteam der Schule. Er versucht, wie so viele andere Menschen, über die Runden zu kommen, ohne jemand zu verletzten. Auch dass er sich spontan vor Gericht entschließt, die Vormundschaft für einen an Alzheimer erkrankten Mandanten zu übernehmen entspringt mehr der eigenen finanziellen Not, gekoppelt mit einer ordentlichen Portion Mitgefühl für den ihm vom Gericht zugewiesenen Mandanten, als wirklich bösem Willen. Immerhin hat er sich vorher wochenlang bemüht, die Tochter von Leo Poplar (Burt Young) zu finden. Außerdem will Leo auch nichts mehr mit ihr zu tun haben. Somit, so denkt sich Mike, schadet er niemandem und das monatliche Pflegegeld von 1500 Dollar, die er dringend braucht, würden ihm aus der aktuellen finanziellen Klemme helfen.

Es läuft alles gut, bis eines Abends Leos Neffe Kyle (Debütant und Ringer Alex Shaffer) vor seiner Tür sitzt. Mike und seine Frau Jackie (Amy Ryan) nehmen ihn eher widerwillig für eine Nacht auf. Aus der einen Nacht werden mehrere Nächte und der wortkarge Kyle integriert sich langsam in die Familie und die Schule. Dass er ein Ringkampftalent ist, ist nicht schädlich. Im Gegenteil: die Schulmannschaft gewinnt endlich einmal einen Kampf.

Aber dann taucht Kyles drogensüchtige Mutter (Melanie Lipsky) auf. Sie möchte die Pflege ihres Vaters aus rein finanziellen Motiven übernehmen. Zuerst ist es die anvisierte Erbschaft, später das Pflegegeld, das sie gut gebrauchen kann und Mike hat Leo schließlich auch, gegen Leos ausdrücklichen Wunsch und gegen Mikes vor Gericht gegebene Zusage, in ein Altersheim abgeschoben. Dieses gebrochene Versprechen könnte Mike die Zulassung kosten.

Schon der Titel „Win Win“ gibt einen deutlichen Hinweis auf das Ende. Denn „Win Win“ bezeichnet in der Spieltheorie eine Situation, die dazu führt, dass am Ende alle besser dastehen als am Anfang (deshalb reden Politiker heute auch so gerne von Win-Win-Situationen, während Wissenschaftler gerne die ganze Welt als ein Gefangenendilemma sehen).

Daher ist, wer diesen Wink mit dem Zaunpfahl versteht und weil es sich für ein Feelgood-Movie so gehört, das Ende von „Win Win“ vorgezeichnet. Auch den Weg dorthin beschreitet Tom McCarthy in seinem Independent-Film größtenteils auf den vertrauten Pfaden von Sport- und Familienfilm. Aber wie McCarthy dann in vielen kleinen Szenen und präzisen Beobachtungen, die so scheinbar mühelos und leicht, fast als seien sie zufällig aufgenommen worden, daherkommen, seine Geschichte erzählt, ist sehenswert. Denn sie spielt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzkrise, die dazu führt, dass auch Mittelständler um ihr ökonomisches Überleben kämpfen müssen und auch die heile Welt von Mike ist brüchig.

Außerdem hat McCarthy alle seine Charaktere in der Grauzone zwischen Gut und Böse, Heldentum und Feigheit angesiedelt. Sie sind eben, auch dank der tollen Schauspieler, normale Menschen mit all ihren Fehlern und ihrer Menschlichkeit.

So ist „Win Win“ ein angenehm unkitschiges Feelgood-Movie mit einigen kritischen Untertönen, präzisen Beobachtungen und guten Schauspielern über einen Mann, der etwas Geld wollte und eine zweite Familie findet. Das erinnert natürlich an die Filme von Frank Capra. Aber Tom McCarthy verzichtet in seinem zutiefst humanistischem Film auf die damals übliche Schlussansprache. Dafür ist der Glaube an das Gute im Menschen in jedem Bild präsent.

Bei „Win Win“ können sich auch die Zuschauer zu den Gewinnern zählen.

Win Win (Win Win, USA 2011)

Regie: Tom McCarthy

Drehbuch: Tom McCarthy (nach einer Geschichte von Tom McCarthy und Joe Tiboni)

mit Paul Giamatti, Amy Ryan, Bobby Cannavale, Jeffrey Tambor, Burt Young, Melanie Lynskey, Alex Shaffer

Länge: 106 Minuten

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Win Win“

San Francisco Chronicle: Interview mit Tom McCarthy


TV-Tipp für den 21. Juli: Frost/Nixon

Juli 21, 2011

ZDF, 22.15

Frost/Nixon (USA 2008, R.: Ron Howard)

Drehbuch: Peter Morgan (nach seinem Theaterstück von 2006)

Vor dem Interview hielt Richard Nixon es für eine gute Idee: 1977, drei Jahre nach seinem Rücktritt als Präsident der USA wegen der Watergate-Affäre, gab er dem britischen TV-Journalisten David Frost ein Interview, in dem er seine Sicht der Ereignisse erzählen wollte. Aber Frost war gut vorbereitet und das Interview nahm einen anderen Verlauf.

Grandioses Schauspielerkino.

„Frost/Nixon“ war für fünf Oscars, fünf Golden Globes und sieben BAFTA-Awards, immer auch in den KategorienBester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, nominiert.

mit Michael Sheen, Frank Langella, Kevin Bacon, Rebecca Hall, Matthew Macfadyen, Oliver Platt

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Drehbuch „Frost/Nixon“ von Peter Morgan

Film-Zeit über „Frost/Nixon“

Wikipedia über „Frost/Nixon“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 20. Juli: Let’s make Money

Juli 20, 2011

Eins Festival, 20.15

Let’s Make Money – machen wir Geld (Österreich 2008, R.: Erwin Wagenhofer)

Drehbuch: Erwin Wagenhofer

Spielfilmlange Doku über globale Finanzströme und was unsere Rente mit der Ausbeutung in Ghana und Indien und millionenteuren sinnlosen Hotels und Wohnsiedlungen in Spanien zu tun hat. Einige Aussagen von Investoren und Fondsmanagern sind schön entlarvend, aber letztendlich bestätigt „Let’s Make Money“ nur, hübsch bebildert, eigene Vorurteile gegen die Globalisierung.

Denn bei seiner Hatz um den halben Globus kratzt Wagenhofer (We feed the world) immer nur an der Oberfläche.

„Ein aufwändig recherchierter, über weite Strecken erhellender Film, der sich nahtlos in die Reihe der dokumentarischen Globalisierungskritik der letzten Jahre fügt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Wiederholung: Donnerstag, 21. Juli, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Let’s Make Money“

Wikipedia über „Let’s Make Money“ (deutsch, englisch)

Tagesspiegel über „Let’s Make Money“ (26. Juli 2010)


DVD-Kritik: Sam Peckinpahs Krieg: „Steiner – Das eiserne Kreuz“

Juli 19, 2011

Was es bedeutet als Soldat an der Front zu stehen, zeigt Sam Peckinpah in seinem Hohelied auf den einfachen Soldaten „Steiner – Das eiserne Kreuz“, das damals einer der größten Kinohits der siebziger Jahre war. Dabei waren anscheinend schon die Dreharbeiten des 15 Millionen D-Mark teuren Films in Jugoslawien der reinste Krieg und standen finanziell immer wieder auf der Kippe. Denn Wolf C. Hartwig, der mit seiner Produktionsgesellschaft Rapid für die „Schulmädchen-Report“-Filme verantwortlich war, wollte jetzt einen ernsten Film mit Hollywood-Beteiligung produzieren. Die Verfilmung von Willi Heinrichs Debütroman „Das geduldige Fleisch“ über den deutschen Soldaten Steiner und seine Erlebnisse an der Ostfront während des Rückzugs, sollte, wie später die Produktionen von Bernd Eichinger, ein deutscher Kriegsfilm für den Weltmarkt werden. Für die Bestsellerverfilmung wurden die Stars James Coburn, James Mason, David Warner und Maximilian Schell für die Hauptrollen und eine Riege bekannter deutscher Schauspieler, wie Vadim Glowna, Klaus Löwitsch, Arthur Brauss und Burkhardt Driest, verpflichtet. Die Regie sollte Sam Peckinpah übernehmen – und wahrscheinlich erhielt man damals noch nicht so viele Informationen aus Hollywood. Denn Sam Peckinpah verwandelte die Dreharbeiten in Jugoslawien, wenig überraschend für alle, die ihn kannten, in ein Schlachtfeld. Vor und hinter der Kamera. In dem Bonusmaterial der jetzt veröffentlichten, restaurierten und erstmals ungekürzten Veröffentlichung des Films gibt es dazu zahlreiche Geschichten der damals Beteiligten. Sie erzählen auch, wie Hartwig (der nicht interviewt wurde) sich immer wieder Geld besorgte und kurz vor dem Ruin stand. Er versprach auch Unmengen an Statisten und Material und lieferte dann nicht. So musste ein Großangriff mit drei Panzern gedreht werden. Und Sam Peckinpah inszenierte den Film, den er im Kopf hatte.

Dabei hatte er bei „Steiner – Das eiserne Kreuz“ sogar den Endschnitt und das Ergebnis ist ein auch heute noch überwältigender Kriegsfilm. Die Geschichte, der Kampf zwischen Feldwebel Steiner (James Coburn) und Hauptmann Stransky (Maximilian Schell), ist dabei nur die dramaturgische Klammer für einen illusionslosen Blick auf das Soldatenleben, ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Charakteren und ihrer widerstreitenden Weltanschauungen.

Die Offiziere organisieren den Rückzug und sehen das Kriegsende und die Niederlage nur als Vorbereitung für den nächsten Krieg an. Neu an der Front ist Stransky. Er hat sich an die Ostfront versetzen gelassen, um dort das Eiserne Kreuz zu erhalten. Für den preußischen Adligen wäre das Eiserne Kreuz die Krönung seiner militärischen Laufbahn und bei seiner Familie und Freunden die endgültige Auszeichnung. Für Steiner ist die Auszeichnung dagegen nur noch ein Stück Blech – und er hat keine Lust seine Männer für die Ambitionen eines Endsieg-gläubigen Feiglings sterben zu lassen.

Diese Geschichte packt Peckinpah in Bilder und Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Bei den Kampfszenen, die oft im Nebel oder Rauch stattfinden, ist es die Art, wie er die Zeitlupe verwendet und die ihn sehr deutlich von den vielen glücklosen Nachahmern unterscheidet. Bei den intimen Szenen ist es das Spiel der Schauspieler, ihre Dialoge, ihre Gesten und, wie in den Kampfszenen, der Schnitt.

Gleichzeitig unterläuft Peckinpah von der ersten bis zur letzten Sekunde, obwohl er auf den ersten Blick die Erwartungen eines Kriegsfilms erfüllt, die Konventionen des Kriegsfilms.

 

Die „Special Edition“ auf Blu-ray

 

Digital restauriert, uncut und mit gut zwei Stunden Bonusmaterial. Da bekommt der Peckinpah-Fan schon bei der Ankündigung feuchte Augen. Denn die bisherigen deutschen Ausgaben von „Steiner – Das eiserne Kreuz“ waren gekürzt, enthielten nur die deutsche Tonfassung und kein nennenswertes Bonusmaterial.

Das Bonusmaterial für die „Special Edition“ wurde von Peckinpah-Fan Mike Siegel, der auch die wunderschöne Doppel-DVD „Passion & Poetry – The Ballad of Sam Peckinpah“ (Kaufbefehl!) veröffentlichte, erstellt. Dabei griff er auf Interviews, die er für „Passion & Poetry“ führte (und dort nur in Ausschnitten veröffentlichte), und seine eigene umfangreiche Peckinpah-Sammlung zurück. Das Kernstück ist dabei die 45-minütige Doku „Leidenschaft & Poesie: Sam Peckinpahs Krieg“. Dazu gibt es weitere Ausschnitte aus dem Interview mit Vadim Glowna und viel historisches Material, wie O-Töne der Stars, einige geschnitte Szenen (wozu auch eine Szene mit James Coburn und Senta Berger gehört) und Werbespots, die Sam Peckinpah mit James Coburn in Japan drehte.

Da fehlt nur noch die 48-minütige Super-8-Fassung für das Heimkino. Aber das dürfte, obwohl manche Super-8-Fassungen eine gute Kurzfassung des Films sind, der einzige Wermutstropfen sein.

Insgesamt ist das jetzt die definitive Ausgabe von Sam Peckipahs Kriegsfilmklassiker „Steiner – Das eiserne Kreuz“.

Hinweise zur Blu-ray- und DVD-Veröffentlichung: In der Erstauflage ist in der deutschen Tonspur zwischen Minute 41 und 47 der Ton asynchron zum Bild. Weil in den Minuten gekämpft wird, ist es nicht so schlimm (vor allem wer sich die Originalfassung ansieht), aber Kinowelt tauscht die Blu-rays auch um (einfach Mail an info[@]kinowelt.de bzw. fehlerhafte Blu-ray mit Zustelladresse an Kinowelt schicken).

In der für Mitte Juli angekündigten korrigierten Auflage ist der Fehler behoben.

Am 8. September 2011 erscheint der Kriegsfilmklassiker auf DVD.

Steiner – Das eiserne Kreuz (Cross of Iron, D/GB 1977)

Regie: Sam Peckinpah

Drehbuch: Julius J. Epstein, Walter Kelley, James Hamilton

LV: Willi Heinrich: Das geduldige Fleisch, 1955

mit James Coburn, Maximilian Schell, James Mason, David Warner, Klaus Löwitsch, Vadim Glowna, Fred Stillkrauth, Roger Fritz, Dieter Schidor, Durkhard Driet, Michale Nowka, Senta Berger, Arthur Braus, Véronique Vendell, Mikael Slavco Stimac

–

Blu-ray (Special Edition)

Kinowelt

Bild: 1,85:1 1080/24p Full HD

Ton: Deutsch Mono (DTS-HD Master Audio), Englisch (Mono LPCM)

Untertitel:Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Leidenschaft und Poesie: Sam Peckinpahs Krieg, On Location (Interviews mit Sam Peckinpah, James Coburn, David Mason, Maximilian Schell, David Warner), Krüger küsst Kern, Briefe von Vadim & Sam, Vadim & Sam: Vater & Sohn, Schnittreste, Steiner in Japan, Mikes Homemovies: Steiner trifft Kiesel wieder, Trailer Deutschland, TV-Spot USA, Trailer USA/England

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (deutsch, englisch)

DVD Beaver: Bildvergleich der verschiedenen Veröffentlichungen des Films

Homepage von Willi Heinrich

Meine Besprechung von Mike Siegels „Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah“

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“

Sam Peckinpah in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 19. Juli: Leben und Sterben in L. A.

Juli 19, 2011

Das Vierte, 20.15

Leben und Sterben in L. A. (USA 1985, R.: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich

LV: Gerald Petievich: To live and die in L. A., 1984 (Leben und Sterben in L. A.)

Zwei Polizisten jagen einen Geldfälscher. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Nihilistischer Polizei- und Gangster-Thriller mit rasanten Action-Szenen. Unterschätzt!

Aufgrund der Uhrzeit könnte eine gekürzte Version gezeigt werden.

Mit William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, John Turturro, Dean Stockwell, Gerald Petievich (in einer Minirolle als „Special Agent“)

Wiederholung: Mittwoch, 20. Juli, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Gerald Petievich

Wikipedia über „Leben und Sterben in L. A.“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „To Live and Die in L. A.“

Combustible Celluloid: Ein kurzes Interview mit William Friedkin über „To Live and Die in L. A.“  (21. November 2003)

MovieWeb: Ein Gespräch mit William Friedkin anläßlich der Blu-Ray-Veröffentlichung von „To Live and Die in L. A.“ (19. Februar 2010)

Yahoo/Associated Content: William Friedkin, William L. Petersen und Darlanne Fluegel über „To Live and Die in L. A.“ (31. Januar 2011)


TV-Tipp für den 18. Juli: Verdict Revised – Unschuldig verurteilt: Mauer des Schweigens

Juli 17, 2011

ZDFneo, 23.30

Verdict Revised – Unschuldig verurteilt: Mauer des Schweigens (Schweden 2008, R.: Molly Hartleb)

Drehbuch: Inger Scharis, Johann Zollitsch

Erfinder: Johann Zollitsch

Einer der angenehmen Nebeneffekte der ÖR-Spartenkanäle ist, dass auch ungewöhnliche TV-Serien (jedenfalls für alle, deren Horizont bei „CSI“ endet), gerne auch nicht aus den USA, nach Deutschland kommen. Ich sage nur „Breaking Bad“, „Hustle“, „Mad Men“, „Spooks“, „Suite Noire“ und „Xanadu“. Auch „Verdict Revised“ kommt, trotz des englischen Titels, nicht aus den USA, sondern aus Schweden.

Mikael Presbandt (Kommissar Beck, Codename: Medizinmann, In einer besseren Welt) spielt Markus Haglund, einen Professor für Strafrecht, der sich lieber in der Kneipe als im Hörsaal aufhält und jetzt mit vier Studenten für die Rechte von unschuldig Verurteilten kämpft.

In Schweden wurden bis jetzt 24 Folgen gedreht. ZDFneo zeigt die aus zwölf Folgen bestehende erste Staffel.

Mit Mikael Persbrandt, Sofia Ledarp, Helena af Sandeberg, Francisco Sobrado, Leonard Terfelt

Hinweise

ZDFneo über „Verdict Revised – Unschuldig verurteilt“

Wikipedia über „Verdict Revised – Unschuldig verurteilt“


TV-Tipp für den 17. Juli: Verdacht

Juli 17, 2011

BR, 23.45

Verdacht (USA 1941, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville

LV: Francis Iles (Pseudonym von Anthony Berkeley): Before the fact, 1932 (Vor der Tat)

Hals über Kopf verknallt sich die schüchterne, vermögende Lina McLaidlaw in den Playboy Johnny Aysgarth. Nach ihrer Heirat erfährt sie, dass ihr Mann ein Spieler ist und dringend Geld braucht. Deshalb glaubt sie, dass er sie umbringen will.

Klassiker.

Zur Einordnung: Das ist der Hitchcock, in dem Grant mit einem Glas Milch auf einem Tablett eine Treppe hochgeht.

“Durchaus spannend, aber auch humorvoll, ist ‘Verdacht’ eine Kriminalgeschichte ohne ein Verbrechen.” (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Joan Fontaine, Cary Grant, Sir Cedric Hardwicke, Nigel Bruce

Hinweise

Wikipedia über „Verdacht“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Juli: Im Schatten der Nacht

Juli 16, 2011

ZDFkultur, 00.00

Im Schatten der Nacht (USA 1949, R.: Nicholas Ray)

Drehbuch: Nicholas Ray, Charles Schnee

LV: Edward Anderson: Thieves like us, 1937

Drei Häftlinge flüchten aus dem Gefängnis. Der Jüngste verliebt sich auf dem Land in eine Frau und will ein ehrliches Leben beginnen. Aber die Polizei jagt das Liebespaar erbarmungslos weiter.

Das extrem selten gezeigte Regiedebüt von Nicholas Ray „schildert die beiden als Ausgestoßene, deren Liebe gegen die Welt der Gewalt keine Chance hat.“ (Paul Werner: Film Noir)

„Nicholas Ray’s first feature is one of the great ‚couple on the run‘ movies, given an added poignancy by the pair’s genuine love for each other.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

Robert Altman verfilmte Edward Andersons Krimi 1973 als „Diebe wie wir“ wieder.

Mit Farley Granger, Cathy O’Donnell, Howard Da Silva, Jay C. Flippen, Helen Craig, Will Wright , William Phipps

auch bekannt als „Sie leben bei Nacht“ (Titel der OmU-TV-Fassung; denn einen Kinostart erlebte der Film bei uns nicht)

Wiederholung: Sonntag, 17. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Nicholas Ray (deutsch, englisch) und „They live by night“

Noir of the Week über „They live by night“

Mordlust über „They live by night“

Rays Kino Film-Klassiker über „Im Schatten der Nacht“

 


DVD-Kritik: Sam Fullers Noir „Der nackte Kuss“

Juli 15, 2011

Sam Fullers für wenig Geld gedrehter und damals wegen seines In-your-face-Stils sicher schockierender Film „Der nackte Kuss“ ist eine irritierende, teils packende, teils langweilende, letztendlich nicht überzeugende Mischung aus Noir, Melodrama der Douglas-Sirk-Schule und Klippschuldidaktik, die gerade wegen ihrer Machart einlädt, die Geschichte und einzelne Szenen in die verschiedensten psychologischen, psychoanalytischen, sozialen und politischen Richtungen zu interpretieren – und so mehr in dem Film zu sehen, als wirklich vorhanden ist. Denn die ziemlich absurde Story plätschert eher vor sich hin, als dass sie von Sam Fuller, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte, zielstrebig in eine Richtung getrieben wird.

Das erste Mal begegnen wir Kelly (Constance Towers), als sie wütend einen betrunkenen Mann zusammenschlägt und sich von ihm die ihr zustehenden 75 Dollar nimmt. Das nächste Mal, zwei Jahre später, taucht sie in einer lauschigen All-American-Kleinstadt auf, springt mit dem Stadtpolizisten ins Bett, beschließt nach einem Blick in den Spiegel ihr Leben zu ändern, nimmt sich in einer Pension ein Zimmer und nimmt einen Job als Krankenschwester für verstümmelte Kinder an. Sie ist schnell allseits beliebt, trifft sogar den Finanzier der örtlichen orthopädischen Klinik, einen jungen, gut aussehenden Millionär, Junggesellen und Nachfahren des Stadtgründers, der sich auch sofort in sie verliebt und sie trotz ihrer Vergangenheit als Prostituierte (hm, das hieß damals wohl noch Freudenmädchen und heute Sex-Arbeiterin) heiraten will.

Die Hochzeit platzt, als Kelly entdeckt, dass ihr Zukünftiger ein Pädophiler ist und ihr einreden will, dass sie beide Ausgestoßene aus der Gesellschaft und daher füreinander bestimmt seien. Sie erschlägt ihn und muss sich im letzten Drittel des Films gegen eine Armada zweifelhafter Belastungszeugen wehren.

Ernst nehmen kann man die Geschichte dieses B-Picture nicht. Dafür ist sie zu sehr schlechte Kolportage. Sam Fuller badet zu sehr im Klischee der Hure mit dem goldenen Herzen und kinderliebenden Übermutter. Sie ist eine Über-Doris-Day. Nur um Kelly dann Sekunden später in typischer Tough-Guy-Manier agieren zu lassen. Die Schauspieler spielen oft zu theatralisch. Die Dialoge sind oft gruselig. Einzelne Szenen dauern viel zu lange, andere sind erkennbar Füllmaterial um die Laufzeit zu strecken. Die Gewalt, die Verstümmelungen der Kinder und der Sex, vulgo nackte Haut und Bilder aus dem Bordell, sind zu sehr auf den Effekt beim damaligem vergnügungssüchtigem Publikum hin inszeniert. So schlägt in den ersten Minuten eine wütende Frau endlos auf einen Mann ein – und die Kamera übernimmt die Perspektive des Mannes, was dazu führt, dass die Furie uns, die nichtsahnenden Zuschauer, schlägt. In diesem Moment wird ein Ton vorgegeben, der nicht zu den späteren teils süßlichen, teils dokumentarischen Szenen passt.

„Der nackte Kuss“ wäre ein krudes, nicht besonders interessantes B-Movie, wie es tausend andere gibt, wenn Sam Fuller nicht von Anfang an die Kleinstadt als bigotte Vorhölle zeigen würde. Da springt ein anständiger und geachteter Polizist sofort mit Kelly ins Bett. Da gibt es ein gut funktionierenden, von einer Frau geleitetes Bordell, in dem auch die ehrbaren Bürger verkehren und die Aussage der Puffmutter hat bei der Polizei mehr Gewicht als die Aussage der zugezogenen, auf ihrer Arbeit äußerst beliebten, großherzigen und kinderliebenden Kelly. Es gibt ein Krankenhaus für verstümmelte Kinder und Sam Fuller, der im zweiten Weltkrieg Soldat war und seine Kriegserfahrungen in dem Spielfilm „The Big Red One“ verarbeitete, zeigt exzessiv, nach dem Koreakrieg und kurz vor dem Beginn der offenen US-Intervention in Vietnam, ihre künstlichen Gelenke und wie sie sich mühsam mit ihnen bewegen. Der Zukünftige, ein gutaussehender Junggeselle und Frauenschwarm, ist ein Pädophiler; was Kelly nach dem ersten Kuss wusste. Denn es war ein ’nackter Kuss‘, was, so erklärt sie uns, das Kennzeichen eines Perversen sei. Und er will eine ehemalige Prostituierte heiraten.

Heute fällt in diesen Momenten vor allem auf, wie hanebüchen vieles in dem Film ist. Aber 1964 liefen „Das war der wilde Westen“, „Alexis Zorbas“, „My Fair Lady“ (mt Audrey Hepburn), „Mary Poppins“ (mit Julie Andrews), „Cleopatra“ (mit Elizabeth Taylor), „Schick mir keine Blumen“ (mit Doris Day), und „Marnie“ (mit Tippi Hedren) im Kino. Dagegen ist „Der nackte Kuss“ aus einer vollkommen anderen Welt.

Insofern ist „Der nackte Kuss“ als wütender Blick hinter die saubere Fassade des Kleinstadt-Amerikas und der dort herrschenden Doppelmoral interessant. Denn Sam Fuller greift in „Der nackte Kuss“ die gesellschaftlichen Konventionen ständig an, demaskiert und unterläuft sie. Als psychologische Zeitdiagnose ist der Noir höchst aufschlussreich. Denn, es ist eine Binsenweisheit, dass man aus den kleinen, schnell gedrehten Werken, den B-Pictures in denen die Macher, solange sie einen billig produzierten Film, der sein Geld einspielen würde, ablieferten, ihre Botschaft kompromisslos formulieren konnten, mehr über die wahren Verhältnisse in einem Land lernen kann, als aus den hochbudgetierten Filmen.

Aber ein guter Film ist „Der nackte Kuss“ nicht. Ein bizarrer, ein irritierender, ein teils langweilender, teils beunruhigender und polarisierender Film ist „Der nackte Kuss“ schon, der jetzt in der „Arthaus Retrospektive“ als sparsam ausgestatte DVD mit gutem Bild und Ton erschien.

 

Andere Stimmen

 

„The one who maintained the highest noir profile in the 1960s was Sam Fuller with a trio of startingly brash movies – ‚Underworld USA‘ (1961), ‚Shock Corridor‘ (1963) and ‚The Naked Kiss‘ (1964). All three were forthright attacks on bourgeois hypocrisy and suburban values and the closest in feel to the noirs of the classic era. In Fuller’s uncompromising vision, the cynicism, pessimism and dark existentialism of film noir were far from dead.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

 

„Weitgehend einfühlsamer und zurückhaltender Kriminalfilm mit melodramatischen Akzenten. Hervorragend: das sensible Spiel der Hauptdarstellerin.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

„Fuller demontiert in diesem Film, der von vielen Kritikern als sein bösartigstes und beunruhigendstes Werk angesehen wird, so ziemlich alle Ideale, die den Amerikanern hoch und heilig sind.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon, 2006)

 

Die deutsche Premiere war am 30. September 1982 im WDR.

Der nackte Kuss (The naked kiss, USA 1964)

Regie: Sam Fuller

Drehbuch: Sam Fuller

mit Constance Towers, Anthony Eisley, Michael Dante, Virginia Grey, Patsy Kelly, Marie Devereux

–

DVD

Arthaus/Kinowelt

Bild: 1,33:1 (4:3 Vollbild)

Ton: Deutsch, Englisch (Mono Dolby Digital)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Wikipedia über „Der nackte Kuss“

Der Film Noir über „Der nackte Kuss“

Film-Rezensionen über „Der nackte Kuss“

Turner Classic Movies: Sean Axmaker über „Der nackte Kuss“

The Last Drive In: Monstergirl über „Der nackte Kuss“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Criterion: Michael Dare über „Der nackte Kuss“

You Tube: der gesamte Film in bescheidener Bildqualität


TV-Tipp für den 15. Juli: König der Spione – John le Carré

Juli 14, 2011

Phoenix, 23.45

König der Spione – John le Carré (D 2008, R.: André Schäfer, Werner Köhne)

Drehbuch: André Schäfer, Werner Köhne

Spielfilmlanges Dokuporträt über John le Carré, das man sich auch auf Veoh ansehen kann.

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, 2010)

John le Carré in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Paul Giamatti erzählt „Barney’s Version“

Juli 14, 2011

Nein, auf den ersten Blick ist Barney Panofsky (gewohnt grandios: Paul Giamatti) kein netter Mensch. Er ist Filmproduzent. Seine Firma heißt „Totally Unneccessary Productions“ und das produziert er auch. Am erfolgreichsten ist eine langlebige TV-Soap. Gegenüber seinen Angestellten benimmt er sich ziemlich rücksichtslos. Er ist ein Choleriker. Ein Egozentriker. Ein reicher Mann. Und dann wird er noch von einem Polizisten gejagt, der ihn für einen Mörder hält. In einem breit beworbenem Hardcover-Buch beschreibt er ausführlich, wie Barney seinen besten Freund Boogie, umbrachte, nachdem er ihn mit der zweiten Frau Panofsky im Bett erwischte und warum es keine Leiche gibt.

In einem normalen Film würden wir natürlich auf der Seite des Polizisten stehen und hoffen, dass dieser Panofsky überführt wird.

Aber als Barney Panofsky in dem Buch blättert, beginnt er sich an sein Leben zu erinnern. Von den fröhlichen Boheme-Tagen in den Siebzigern in Rom. Seiner selbstlosen Freundschaft zu dem erfolglosen Künstler Boogie. Seiner ersten Frau, die von ihm ein Kind erwartete und dem Schock, als er das Baby zum ersten Mal sah. Von seiner zweiten Frau, einer ständig plappernden reichen Jüdin und wie er auf ihrer Hochzeit seine Traumfrau erblickte und sie sofort heiraten wollte. Wie er seine zweite Frau mit Boogie im Bett erwischte, er sich mit ihm stritt und Boogie dann spurlos verschwand. Und wie er mit seiner dritten Frau glücklich zusammenlebte, bis sie Blair kennenlernte und wieder als Radiomoderatorin zu arbeiten anfing.

In diesen Momenten wird deutlich, dass Barney auch andere Seiten hat. Er ist treu und er kümmert sich liebevoll-selbstlos um seine Freunde. Aber er sieht nicht wie Adonis aus. Also muss er um seinen Platz kämpfen. Mal mehr, mal weniger rücksichtsvoll, aber immer mit seiner ganzen Energie. Und er weigert sich erwachsen zu werden.

Paul Giamatti legt die Rolle von Barney Panofsky wie die des Gangsters Hertz in dem Actionkracher „Shoot ‚Em Up“ an: cholerisch, egomanisch, wie ein kleines Kind, das nur seine eigenen Bedürfnisse kennt und keine Rücksicht auf Verluste nimmt.

Aber in die Komödie schleichen sich dunkle Töne. Denn Barney verliert sein Gedächtnis und das ist jetzt die letzte Gelegenheit, seine Version seines Lebens zu erzählen. Und daher sehen wir in dem anekdotischem, sich über vier Jahrzehnte erstreckendem Film auch nur Barneys Version von sich und der Welt. Das ist ein Blick, der geprägt ist vom jüdischen Humor, einem tiefen Verständnis für menschliche Schwächen und einem genauen Blick auf das Absurde in jeder Situation. Dieser Blick ist aber auch eher der der Anekdote und der kunstvollen Abschweifung und nicht der der großen, mit einer klaren Botschaft endenden Erzählung. „Barney’s Version“ endet mit einem Grabstein.

„Barney’s Version“ ist aber nicht „Die wahre Geschichte meines verschwendeten Lebens“, wie Barney Panofsky sagt, sondern eher eine „Totally Unneccessary Productions“: nicht unbedingt der historischen Wahrheit verpflichtet, wahrscheinlich ohne eine tiefere Botschaft, aber sehr kurzweilig und voller Weisheiten und Bonmots.

Ob es Regisseur Richard J. Lewis (der inzwischen vor allem als Regisseur und Produzent von „C. S. I. – Den Tätern auf der Spur“ bekannt ist) und Drehbuchautor Michael Konyves (Nun, unter anderem „Solar Attack – Der Himmel brennt“ und „Wenn der Mond auf die Erde stürzt“.) gelungen ist, Mordecai Richlers Roman angemessen zu modernisieren (immerhin erschien der Roman 1997 und der Film endet in der Gegenwart) und adäquat zu verfilmen, weiß ich nicht. Denn noch kenne ich den Roman, der bei uns im Moment nur antiquarisch erhältlich ist, nicht.

Barney’s Version (Barney’s Version, Kanada/Italien 2010)

Regie: Richard J. Lewis

Drehbuch: Michael Konyves

LV: Mordecai Richler: Barney’s Version, 1997 (Wie Barney es sieht)

mit Paul Giamatti, Dustin Hoffman, Rosamund Pike, Minnie Driver, Rachelle Lefevre, Scott Speedman, Bruce Greenwood, Jake Hoffman, Saul Rubinek, Paul Gross, David Cronenberg, Atom Egoyan, Ted Kotcheff, Denys Arcand, Richard J. Lewis (die fünf letztgenannten sind alles Regisseure und haben nur Cameos, zum Beispiel als Regisseur)

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Barney’s Version“

Wikipedia über Mordecai Richler (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. Juli: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Juli 13, 2011

ARD, 00.55

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

„Durch ‘Ghost Dog’ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‘Ghost Dog’ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Hinweise

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

The Jim Jarmusch Resource Page


DVD-Kritik: Paul Newman ist „Der Etappenheld“

Juli 13, 2011

Als Paul Newman 1968 „Der Etappenheld“ drehte, war er bereits ein Star. Trotzdem floppte der Film an der Kinokasse und heute ist er fast unbekannt. Nicht zu unrecht. Denn „Der Etappenheld“ ist eine äußerst milde Satire auf das Militär und eine eher lasche Kriegskomödie; – wobei man auch argumentieren könnte, dass die Macher keine Komödie machen wollten, sondern einen ernsten Film, der auf einer absurden Prämisse basiert, drehten und es dabei einige komische Momente gibt.

Denn zufällig nehmen die Italiener während des Zweiten Weltkriegs in Tunesien fünf Alliierten-Generäle fest und bringen sie, als Kriegsgefangene, nach Italien in ein Schloss, das ihr Nobelgefängnis sein soll. Ihr Bewacher ist Colonello Enrico Ferrucci, der vorher fast neun Jahre Hauptgeschäftsführer des Ritz Excelsior in Genua war und seine hohen Gäste gerne ordentlich beherbergt. Die Generäle beginnen selbstverständlich sofort ihren Ausbruch zu planen, aber weil sie alle den gleichen militärischen Rang haben, wissen sie nicht, wer sie anführen soll und die Idee, den Ausbruch per Abstimmung zu planen, scheitert, weil die Mehrheit immer gegen den gerade vorgestellten Plan ist.

Währenddessen startet General Homer Prentiss in London eine Rettungsaktion. Er holt sich Private Harry Frigg (Paul Newman). Der steht, weil er ständig Ärger mit seinen inkompetenten Vorgesetzten hat und jede Haftstrafe durch unbotmäßiges Verhalten und Fluchtversuche ins Unendliche verlängert, auf der militärischen Futterleiter ganz unten. Aber als Serienausbrecher ist er der ideale Kandidat, um für die inhaftierten Generäle einen Ausbruch zu organisieren. Er wird, weil die Generäle nur die Befehle eines höherrangigen Militärs akzeptieren werden, zum Major General befördert und nach Italien geschickt.

Routinier Jack Smight, der davor mit Paul Newman den Privatdetektivkrimi „Ein Fall für Harper“ gedreht hatte, und Peter Stone, der davor bereits die Drehbücher für „Charade“ und „Arabeske“ geschrieben hatte (später schrieb er die Drehbücher für „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3“ und „Die Schlemmerorgie“), machen erstaunlich wenig aus der vielversprechenden Prämisse. Stattdessen plätschert die Geschichte bis kurz vor Schluss so vor sich hin. Immerhin fühlen sich die Gefangenen gar nicht so unwohl in dem Luxusgefängnis. Die in das Gartenhaus ausquartierte Gräfin Francesca De Montefiore (die Schönheitskönigin Sylva Koscina wurde garantiert nicht wegen ihrer schauspielerischen Fähigkeiten engagiert) hat sich mit den Umständen gut arrangiert, ist am Tisch immer noch die Gastgeberin und sie verliebt sich auch in Harry Frigg, dem sie einige Lehrstunden im Benehmen der Bessergestellten verpasst. Der Gefängniswärter ist ein äußerst zuvorkommender und um das leibliche Wohl seiner Gäste sehr besorgter Gastgeber. Und die Wachen haben in den ersten Wochen auch keine Munition für ihre Gewehre.

Es ist irgendwie schon alles ziemlich paradiesisch in dem Luxusgefängnis, bis die Nazis auftauchen. Werner Peters gibt die Cartoon-Version des kriegslüstern-menschenverachtenden Offiziers, der sie auch gleich in ein anderes, gut bewachtes und gesichertes Gefängnis verfrachtet. Jetzt, auch weil der Film fast um ist, ist Harry Friggs Ausbrechertalent gefragt.

„Der Etappenheld“ ist ein Film für eine verregneten Sonntagnachmittag. Nichts großartiges, auch nichts was länger im Gedächtnis bleibt oder besonders aufregend ist, aber, angereichert mit einigen hübschen Szenen und Dialogen, durchaus kurzweilig unterhält.

–

Der Etappenheld (The secret war of Harry Frigg, USA 1968)

Regie: Jack Smight

Drehbuch: Peter Stone, Frank Tarloff (nach einer Geschichte von Frank Tarloff)

mit Paul Newman, Sylva Koscina, Andrew Duggan, Tom Bosley, John Williams, Charles Gray, Vito Scotti, Jacques Roux, Werner Peters, James Gregory, Norman Fell, Buck Henry

–

DVD

Koch-Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie, Originaltrailer

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 12 Jahre.

–

Hinweise

Wikipedia über „Der Etappenheld“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der Etappenheld“

Movieposters: einige Filmplakate

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Paul Newman

Paul Newman in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Juli: An American Crime

Juli 13, 2011

Tele 5, 22.05

An American Crime (USA 2007, R.: Tommy O’Haver)

Drehbuch: Tommy O’Haver, Irene Turner

Bedrückender, auf einem wahren Fall basierender Film: 1965 werden die sechzehnjährige Sylvia Likens und ihre jüngere Schwester zu einer Pflegemutter, die selbst sechs Kinder großzieht, ins beschauliche Indiana gegeben. Schnell guckt die Pflegemutter sich Sylvia als Hassobjekt aus und sie animiert ihre und die Nachbarkinder, Sylvia zu quälen.

Damals war Amerika schockiert darüber, dass so etwas in einer anständigen Wohngegend geschehen konnte.

Das Drehbuch war für den WGA Award, Catherine Keener für den Golden Globe und Emmy nominiert.

Jack Ketchums Roman „Evil“ (The girl next door, 1989) und die Romanverfilmung „Jack Ketchum’s Evil“ basieren ebenfalls auf dem Fall Likens.

mit Ellen Page, James Franco, Catherine Keener, Hayley McFarland, Romy Rosemont, Bradley Whitford

Hinweise

Wikipedia über „An American Crime“ (deutsch, englisch)

Moviefone: Kim Voynar über „An American Crime“

TruTV Crime Library: Denise Noe über den Tod von Sylia Likens

Homepage von Tommy O’Haver


DVD-Kritik: Alfred Hitchcocks Screwball-Comedy „Mr. und Mrs. Smith“

Juli 12, 2011

Bereits als Stummfilm-Regisseur fand Alfred Hitchcock sein Genre: den Spannungsfilm. Die Auftragsarbeiten, die er während dieser Jahre drehte sind, wie viele Stummfilme, verschollen oder nur für die fanatischen Hitchcock-Fans von Interesse. Schließlich will der devote Fan jeden Film des Meisters gesehen haben.

Später drehte Hitchcock, bis auf wenige Ausnahmen, wie „Riff-Piraten“ (Jamaica Inn; sein letzter englischer Film) und „Sklavin des Herzens“ (Under Capricorn), nur noch Thriller. Meistens war er von der Idee bis zur Premiere in die Produktion involviert und spätestens seitdem er 1955 im TV zehn Jahre Gastgeber der erfolgreichen und langlebigen Reihe „Alfred Hitchcock präsentiert“ (später „Alfred Hitchcock zeigt“) war, kannte jedes Kind den dicklichen englischen Gentleman mit dem schwarzen Humor, der immer korrekt gekleidet war und sich nicht scheute Witze über sich und die Geldgeber zu machen.

„Mr. und Mrs. Smith“ ist da im Hitchcockschen Ouevre eine Ausnahme. Als er den Film drehte, war er auch in den USA nach „Rebecca“ und „Mord“ (Foreign Correspondent) bereits ein bekannter Name, und er übernahm die Regie nur als Gefallen an Hauptdarstellerin Carole Lombard, mit der er befreundet war.

„Ich habe mich mehr oder weniger an das Drehbuch von Norman Krasna gehalten. Da ich die Art von Leuten nicht verstand, die in dem Film gezeigt wurden, habe ich die Szenen fotografiert, wie sie geschrieben waren“, sagt Hitchcock in dem legendären Gespräch mit Francois Truffaut in dem ihm eigenen Understatement über den immer noch fast unbekannten Film, der in Deutschland erstmals am 27. August 1970 im ARD gezeigt wurde. Denn für Hichtcock-Fans hat der Film als Nebenwerk nichts Hitchcock-typisches zu bieten. Es gab auch nichts, was Hitchcock erkennbar an dem Film gereizt hatte. So wollte er in „Das Rettungsboot“ (Lifeboat) die ganze Geschichte in einem Rettungsboot spielen lassen. In „Fenster zum Hof“ (Rear Window) ist der Held an seinen Rollstuhl gefesselt und er verbringt seine Zeit, indem er die Menschen im Hinterhof studiert. In „Cocktail für eine Leiche“ (Rope) spielt die Geschichte in Echtzeit und es wurde ohne einen erkennbaren Schnitt gedreht.

Aber in „Mr. und Mrs. Smith“ gibt es solche Herausforderungen nicht. Denn der Film ist eine waschechte Screwball-Comedy, die vor allem die Erfordernisse des Genres mit einer handelsüblich dünnen Geschichte bedient.

Nach einem Ehestreit erfährt Mr. Smith, dass er, weil er seine überaus temperamentvolle Frau auf dem falschen Standesamt heiratete, überhaupt nicht verheiratet ist. Er freut sich auf einen Abend in wilder Ehe. Sie dagegen erwartet einen Heiratsantrag und nachdem dieser nicht kommt, wirft sie ihren Mann aus der gemeinsamen Wohnung. Er setzt jetzt Himmel und Hölle in Bewegung, um sie wieder zu erobern. Sie beginnt dagegen eine Affäre mit seinem Sozietätspartner Jeff Custer, einem rechten Langweiler vor dem Herrn. Und wir können uns an den Fingern einer abgehakten Hand abzählen, wie die Geschichte nach einigen Wortgefechten und tief fliegenden Gegenständen ausgeht.

Und das hat Hitchcock schön auf den Punkt hin inszeniert. Immerhin hat er, auch wenn er von Screwball-Comedy keine Ahnung hat, viel Humor und ein gutes Timing. Für das Drehbuch kann er dieses Mal nichts. Allein schon die Einführung der beiden von finanziellen Problemen unbelasteten Hauptcharaktere ist ein Kabinettsstück: immer wenn Ann und David Smith sich streiten, sperren sie sich in ihrem Schlafzimmer ein und verlassen den Raum erst, wenn sie sich wieder vertragen. Das kann, wie ihr Personal und Smiths Kanzlei aus leidvoller Erfahrung wissen, Tage dauern. Der Rekord liegt bei acht Tagen. In dem Zimmer schleichen sie wie Katz und Maus umeinander herum und versuchen sich möglichst gut zu ignorieren. Was gar nicht so einfach ist. Oder das Abendessen bei „Mama Lucy“, das unter dem neuen Besitzer zu einem heruntergekommenem Imbiss, in dem die Katzen reihenweise an dem Essen sterben, verkommen ist. Aber die beiden Smiths benehmen sich, als ob sie in einem Nobelrestaurant wären. Oder der erste gemeinsame Abend von Ann Smith und Jeff Custer. Zuerst muss sie in einem Tanzlokal David beobachten, der sich anscheinend glänzend mit anderen Frauen vergnügt. Dann müssen Ann und Jeff stundenlang, im Regen in einer Gondel ausharren. Zum krönenden Abschluss gibt sie Jeff einen Schnaps zum Aufwärmen und Jeff, der noch nie Alkohol getrunken hat, ist ganz schnell stockbesoffen.

Oder wenn David am Filmende einen letzten Versuch unternimmt, sie wieder zurückzugewinnen und er sich in einer einsam gelegenen Skihütte neben Ann und Jeff einquartiert. Er spielt ihnen vor, dass er todkrank, im Delirium und kurz vor dem Erfrieren ist. Sie spielt ihm vor, dass Jeff sich zu einem stürmischem Liebhaber entwickelt hat. Dieses Versteckspiel gehorcht, wie der gesamte Film, keiner rationalen Logik mehr, sondern nur noch der emotionalen Logik eines Liebesfilms und es ist, auch wenn der Film eher zum Schmunzeln als zum Lachen animiert, immer auf die Pointe hin inszeniert.

Natürlich ist „Mr. und Mrs. Smith“ vor allem viel heiße Luft. Aber der Film macht auf eine richtig altmodische Art Spaß; – ganz im Gegensatz zu dem gleichnamigen Film von 2005 mit Angelina Jolie und Brad Pitt, der außer dem Titel nichts mit Hitchcocks Film zu tun hat.

Mr. und Mrs. Smith (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Norman Krasna

mit Carole Lombard, Robert Montgomery, Gene Raymond, Jack Carson, Philip Merivale

–

DVD

Arthaus/Kinowelt

Bild: 1,33:1 (4:3 Vollbild)

Ton: Deutsch, Englisch (Mono DD)

Untertitel: Deutsch

Extras: Wendecover

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

–

Hinweise

Wikipedia über „Mr. und Mrs. Smith (deutsch, englisch)

Hitchcockwiki über „Mr. und Mrs. Smith“

Turner Classic Movies über „Mr. und Mrs. Smith“

Hitchcock and Me über „Mr. und Mrs. Smith“

Sex in a Submarine über „Mr. und Mrs. Smith“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte