DVD-Kritik: „Das Experiment“-Regisseur will „Five Minutes of Heaven“

Februar 18, 2011

Das Experiment“ war großes Kino.

Mein letzter Film“ war ein Einpersonenstück mit Hannelore Elsner.

Der Untergang“ war noch größeres Kino.

Ein ganz gewöhnlicher Jude“ war ein Einpersonenstück mit Ben Becker.

Invasion“ war als großes Hollywood-Kino mit Weltstars geplant und wurde ein Flop.

Five Minutes of Heaven“ ist wieder ein kleiner Film. Nach dem Trailer ein Zweipersonenstück mit Liam Neeson und James Nesbitt.

Und sein nächster Film ist wieder großes Theater. Denn nach „Five Minutes of Heaven“ inszenierte Oliver Hirschbiegel die hier noch nicht gezeigte, sechsteilige TV-Serie „Borgia“. Das dürfte wieder pralles Historienkino mit großen Schauwerten sein.

Die Schauwerte in „Five Minutes of Heaven“ sind vor allem in dem Spiel der beiden Hauptdarsteller Liam Neeson und dem bei uns eher unbekanntem James Nesbitt, dessen bekanntester Auftritt immer noch der des nordirischen Politikers, Bürgerrechtlers und Demonstrationsführers Ivan Cooper in Paul Greengrass‘ semidokumentarischem Spielfilm „Bloody Sunday“ sein dürfte. In dem Film ging es um den blutigen Sonntag am 30. Januar 1972 in der nordirischen Stadt Derry. Das britische Militär schoss auf eine friedliche Demonstration. 14 Demonstranten starben. Anschließend radikalisierte sich die Situation in Nordirland.

Five Minutes of Heaven“ beginnt im Februar 1975 in Nordirland, als ein siebzehnjähriges Mitglied der Ulster Volunteer Force (UVF) einen katholischen Handwerker erschießt. Einen Jungen, der ihn dabei beobachtet, lässt er leben. Der Zeuge ist der Bruder des Ermordeten.

Fast 35 Jahre später soll es zu einer vom Fernsehen inszenierten Begegnung zwischen dem Mörder Alistair Little (Liam Neeson) und dem damaligem Zeugen Joe Griffin (James Nesbitt) kommen. Der Sender plant eine große Versöhnungsshow. Aber Little trägt selbst schwer an seiner Tat und Griffin will vor allem seine titelgebenden „Fünf Minuten Himmel“ indem er Little tötet.

Zu dieser Begegnung kommt es aber zunächst nicht. Denn Little und Griffin erzählen in getrennten Handlungssträngen über den Mord und welche Folgen er für sie hatte.

Es geht um Schuld, Sühne und Vergebung. Dabei verweigert der Film letztendlich die offensichtlichen Antworten und demaskiert bereits in den ersten Minuten die große Versöhnungsshow im TV als banal-falsche Inszenierung. Das TV attestiert sich selbst, immerhin ist „Five Minutes of Heaven“ ein TV-Film, die Unmöglichkeit einer medialen Versöhnung. Die geht, so die Botschaft des Films, nur individuell.

Es geht natürlich auch um die Nachwirkungen des Bürgerkriegs in Nordirland und es geht auch um den Weg in den Terrorismus. Denn Little erzählt vor laufender TV-Kamera, wie er zum Mörder wurde und was getan werden kann, um andere Jugendliche von diesem Weg in den Terrorismus abzuhalten. In diesen Momenten geht es auch um den aktuellen islamistischen Terrorismus.

Gerade in diesen Monologen wirkt der Film dann wie ein Theaterstück. Das kann an seiner Herkunft liegen. „Five Minutes of Heaven“ ist eine TV-Produktion mit teilweise arg pathetischen und theaterhaften Monologen. So schütten Little und Griffin den verschiedenen TV-Leuten und Psychologen ihr Herz aus.

Aber dank der guten Besetzung und Hirschbiegels Regie entstehen immer wieder Bilder, die auch für die große Leinwand geeignet sind. Auch die ständigen Flashbacks und die Verknüpfung von Bildern und Voice-Overs verlangen einen aufmerksamen Zuschauer. In diesen Momenten zeigt sich wieder, dass in England die TV-Macher es als ihre Aufgabe ansehen, die Zuschauer auch intellektuell zu fordern und gleichzeitig auf hohem Niveau zu unterhalten. Denn „Five Minutes of Heaven“ weigert sich konsequent, einfache Antworten zu geben. Stattdessen wird man zum Denken aufgefordert.

Die DVD

Das Bonusmaterial ist mit den interessanten Interviews (in denen wir auch einiges über die wahren Hintergründe des Films und Alistair Little und Joe Griffin erfahren) und dem Making-of, das eigentlich eine B-Roll ist, sehr überschaubar. Da hätte man für den deutschen Markt schon noch einige Informationen über den Nordirlandkonflikt dazupacken können.

Five Minutes of Heaven (Five Minutes of Heaven, GB 2009)

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Guy Hibbert

mit Liam Neeson, James Nesbitt, Barry McEvoy, Anamaria Marinca

DVD

Koch-Media

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1, DTS 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Interviews mit Liam Neeson, James Nesbitt, Oliver Hirschbiegel, Guy Hibbert und Eoin O’Callaghan (Produzent), Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Five Minutes of Heaven“

Wikipedia über „Five Minutes of Heaven“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 18. Februar: Im Schatten der Blutrache

Februar 18, 2011

Arte, 23.25

Im Schatten der Blutrache (D 2007, R.: Jana Matthes, Andrea Schramm)

Drehbuch: Jana Matthes, Andrea Schramm

Spielfilmlange Doku über eine Blutrache in Deutschland unter zwei kurdischen Familien. Alles beginnt damit, dass die mehrfache Mutter Gülnaz ihren gewalttätigen Ehemann nach 22 Ehejahren verlässt. Sie will die Scheidung. Er will seine Ehre wiederherstellen.

Im Schatten der Blutrache“ gibt „bedrückende Einblicke in Lebensrealitäten mitten in Deutschland (…) Über zwei Jahre haben die Autorinnen die Familie von Gülnaz in langen Einstellungen mit der Kamera begleitet und die Blutfehde unter zwei kurdischen Familien protokolliert. Entstanden ist das Porträt einer Welt, die archaische Werte reproduziert und Abweichungen gnadenlos bestraft.“ (Rainer Braun: Tödliches Ehrgefühl in Berliner Zeitung, 17. Juni 2007)

Auf beklemmende Weise schildert er das Aufeinanderprallen zweier Kulturen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Wiederholung: Dienstag, 22. Februar, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Jana Matthes und Andrea Schramm

Arte über „Im Schateen der Blutrache“

Wikipedia über „Im Schatten der Blutrache“



TV-Tipp für den 17. Februar: A. C. Stephen

Februar 17, 2011

Arte, 21.55

A. C. Stephen (Deutschland/Bulgarien 2010, R.: Jordan Todorov)

Einstündige Doku über den Regisseur A. C. Stephen, der in den 60er Jahren in den USA als König der Schmuddelfilmer galt. Sein bekanntester Film ist „Orgy of the Dead“, für das ein gewisser Ed Wood das Drehbuch schrieb.

Jordan Todorov lässt Zeitzeugen von A. C. Stephen zu Wort kommen. Unter anderen berichten seine Kinder, seine Witwe, Schauspieler aus seinen Filmen und Weggefährten aus Hollywoods B-Movie-Milieu. Ihre Erzählungen lassen zusammen mit Sequenzen aus A. C. Stephens schauerlich-schönem Gesamtwerk das unterhaltsame und erhellende Bild einer ungemein schrägen Epoche der filmischen Popkultur entstehen, deren Einflüsse bis ins heutige populäre Kino nachwirken. Regisseure wie Paul Verhoeven („Showgirls“), Robert Rodríguez („Planet Terror“) und Quentin Tarantino („Death Proof“) haben ihre Liebe zum Trash öffentlich erklärt und filmisch umgesetzt, so dass zahlreiche Elemente, die ursprünglich dem Sexploitation-Genre eigen waren, heutzutage als selbstverständliche Stilmittel angesehen werden. (Arte)

Wiederholung: Samstag, 26. Februar, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über A. C. Stephen

Turner Classic Movies über A. C. Stephen


TV-Tipp für den 16. Februar: Sophie Scholl – Die letzten Tage

Februar 16, 2011

RBB, 23.15

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Wikipedia über „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Bundeszentrale für politische Bildung über „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (Filmheft, undsoweiter)

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)


TV-Tipp für den 15. Februar: Kaufen für die Müllhalde

Februar 15, 2011

Arte, 20.15

Kaufen für die Müllhalde – Die moderne Wegwerfgesellschaft (F 2010, R.: Cosima Dannoritzer)

75-minütige Diskussion mit anschließender 30-minütiger Diskussion (pompös „Themenabend: Die Wegwerfer“ genannt) über die moderne Wegwerfgesellschaft, in der die Industrie Produkte herstellt, bei denen die Reparatur oder Ersatzteile teurer als ein gleichwertiger Neukauf sind. Das ist zwar unökologisch, kurbelt aber das Wirtschaftswachstum an.

Wiederholungen

Freitag, 18. Februar, 10.30 Uhr

Freitag, 25. Februar, 03.25 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 14. Februar: Hellboy

Februar 14, 2011

Kabel 1, 20.15

Hellboy (USA 2004, Guillermo del Toro)

Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs

LV: Mike Mignola: Hellboy

Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.

Guillermo del Toro könnte ein Bruder von Robert Rodriguez sein. Auch seine Filme sehen teurer aus als sie sind und auch er liebt die Popkultur.

„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.

Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Wiederholung: Dienstag, 15. Februar, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Amerikanische Hellboy-Film-Seite

Deutsche Hellboy-Film-Seite

Wikipedia über „Hellboy“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. Februar: Das große Fressen

Februar 13, 2011

3sat, 23.35

Das große Fressen (F/I 1973, R.: Marco Ferreri)

Drehbuch: Marco Ferreri, Rafael Azcona, Francis Blanche (Dialoge)

Vier in der Midlife-Crisis steckende, zum Bürgertum gehörende Männer treffen sich in einer Villa. Sie wollen dort ihren Trieben, nämlich Sex und Essen, bis zum Tod nachgehen.

3sat meint „eine groteske schwarze Komödie“. Im „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm steht „zügellose schwarze Satire“. Nur das „Lexikon des internationalen Films“ ist nicht amüsiert: „Die Allegorie auf eine nur am Konsum orientierten Gesellschaft geht in der vordergründigen Inszenierung unter.“

Mit Philippe Noiret, Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Andrea Ferréol

Hinweise

3sat über „Das große Fressen“

Wikipedia über „Das große Fressen“

Bright Lights Film Journalüber „Das große Fressen“


TV-Tipp für den 12. Februar: The Man who wasn’t there – Der unauffällige Mr. Crane

Februar 12, 2011

Eins Festival, 20.15

The Man who wasn’t there (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

Die Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there” (Kinotitel)

Hinweise

You know, for Kids! (Coen-Seite)

Drehbuch „The Man who wasn’t there“ von Joel & Ethan Coen

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Val Kilmer wagt das „Das Chaos-Experiment“

Februar 11, 2011

Die Inhaltsangabe klingt bescheuert: ein Typ taucht bei einer Zeitung auf und sagt, er habe sechs Menschen in eine Sauna gesperrt. Die Temperatur in der Sauna erhöhe sich ständig und die Menschen werden in einigen Stunden sterben, außer die Zeitung drucke seinen Artikel ab, in dem vor der Klimakatastrophe gewarnt werde. Der Chef vom Dienst ruft die Polizei an. Der Polizist glaubt, dass der Irre wirklich einige Menschen in einer Sauna eingesperrt hat. Er will die Gefangenen vor dem sicheren Tod zu retten.

Ein Mann will die Menschheit vor der Klimakatastrophe warnen? Wissen wir nicht alle, dass die Temperatur steigt? Haben nicht auch alle Untergangspropheten für „2012“ wieder einmal aus allen Rohren geschossen – und im Zweifelsfall hat Roland Emmerich, für alle, die es nicht so mit dem Lesen haben, nicht schon zwei Blockbuster zum Thema gedreht? Muss da wirklich ein Durchgeknallter bei einem Provinzblatt in Grand Rapids, Michigan, auftauchen und die frohe Botschaft verkünden?

Aber in den ersten Minuten von „Das Chaos-Experiment“ stellt sich dann doch eine leichte Beruhigung ein. Die Klimakatastrophe ist nur ein MacGuffin für einen gewöhnlichen Thriller, in dem ein Erpresser einige Geisel nimmt, um an sein Ziel zu gelangen, ein Polizist ihn daran hindern will und die Gefangenen versuchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Außerdem spielt Val Kilmer den Erpresser bereits von der ersten Minute an als den Durchgeknallten von nebenan; der Typ, der ihnen in der U-Bahn, am Marktstand oder in der Kneipe ohne eine Miene zu verziehen die unglaublichsten Geschichten erzählt. Gerne über staatliche Verfolgung von KGB/CIA/BND und wie sie versuchen ihn mit Strahlen in den Wahnsinn zu treiben.

Dafür sind die von dem Erpresser in der Sauna gefangen gehaltenen Menschen nur austauschbares Schlachtvieh mit ebenso vorhersehbaren Konflikten und einer fast ebenso vorhersehbaren Sterbereihenfolge. Und weil Regisseur Phillipe Martinez auf die bekloppte Idee verfiel, die in der Sauna spielenden Szenen in ein goldgelbes Licht zu tauchen, erinnern diese Bilder ein einen missglückt-verklemmten Softporno mit Kamasutra-Touch. Dieser Plot ist zum Weglaufen. Da hilft auch kein fast nackter Eric Roberts.

Das Chaos-Experiment“ ist ein kleiner, durchaus unterhaltsamer Thriller, der eine erstaunlich hochkarätige Besetzung hat und den man sich vor allem wegen der Szenen von Val Kilmer und Armand Assante (der den harten Straßencop spielt) durchaus irgendwann im TV ansehen kann. Aber auch dann erhält man keine Antwort auf die Frage, warum Val Kilmer derzeit sein Talent in so vielen kleinen Filmen, die nicht umsonst direkt auf DVD landen, verschleudert. Auch „Das Chaos-Experiment“ wurde mit einem sehr überschaubarem Budget, bis auf einige kurze Szenen, in zwei Räumen an vierzehn Tagen gedreht.

Das Chaos-Experiment (The Steam Experiment, USA 2009)

Regie: Phillipe Martinez
Buch: Robert Malkani

mit Val Kilmer, Armand Assante, Eric Roberts, Megan Brown, Patrick Muldoon, Cordelia Reynolds, Eve Mauro, Quinn Duffy

DVD

Sunfilm

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Das Chaos-Experiment“

The Grand Rapids Press über die Dreharbeiten


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 11, 2011

Bei den Alligatorpapieren sind, grandios von Alligator-Alfred aufgehübscht, meine TV-Krimi-Buch-Tipps (eine kommentierte Auflistung aller demnächst im TV laufenden verfilmten Kriminalromane) erschienen. Hier die ersten Zeilen:

Es wirkt fast, als ob die TV-Macher wegen der Berlinale für Cineasten das TV-Programm auf Null hinuntergefahren haben. Denn es gibt vor allem eine satte Portion bekannter Serienepisoden mit Wallander, LaBréa, Laurenti, Lynley, van Veeteren und Huss. Die Stieg-Larsson-Fans dürfen sich auf die weiteren TV-Versionen der Verfilmungen freuen. Buddy-Giovinazzo-Fans dürfen hoffen, dass der Tatort „Rendezvous mit dem Tod“ gelungen ist.
Und dann gibt es noch Marc Rothemunds „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer) und „Der Preis des Verbrechens: Tödliches Geheimnis“ (nach einem Drehbuch von Lynda La Plante).


TV-Tipp für den 11. Februar: Collateral

Februar 11, 2011

Pro 7, 20.15

Collateral (USA 2004, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Stuart Beattie

Max ist ein nett-harmloser Los-Angeles-Taxifahrer, der von einem eigenen Unternehmen träumt, aber seit zwölf Jahren sein Leben als Angestellter fristet. Da steigt Vincent ein und bietet ihm 600 Dollar, wenn er ihn in den kommenden Stunden zu fünf Freunden fährt. Nach dem ersten Stopp, weiß Max, dass Vincent ein Autragkiller ist und er ihn zu den nächsten Opfern bringen soll.

„Collateral“ ist ein kleiner, ökonomisch erzählter Neo-Noir-Thriller über das tödliche Aufeinandertreffen zweier Charaktere ihrer vollkommen gegensätzlichen Lebensauffassungen; ist ein grandios besetzter Schauspielerfilm; ist eine Liebeserklärung an das nächtliche Los Angeles und wahrscheinlich der beste Film von Michael Mann.

Mit Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg (Regisseur von „Hancock“), Bruce McGill, Javier Bardem, Jason Statham (Miniauftritt auf dem Flughafen)

Wiederholung: Samstag, 12. Februar, 01.05  Uhr (Taggenau!)

Hinweise

IndieLondon: Interview mit Michael Mann

Sight & Sound: Interview mit Michael Mann

The Dialogue: Stuart Beattie: Tricks of the Trade (Teil eines Interview)

Wikipidia (englisch) über „Collateral“

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont (12. September 2000) (und bereits teilweise von Michael Mann, Stand: 10. Juli 2003 – Änderung des Handlungsortes von New York nach Los Angeles)

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont und Michael Mann  (24. August 2003)


TV-Tipp für den 10. Februar: Berlinale

Februar 10, 2011

3sat, 19.20

Berlinale 2011 – Die Eröffnung

RBB, 22.15

Berlinale-Studio

01.50

Berlinale 2011 – Pressekonferenzen vom Tage

Heute beginnt die Berlinale. Tausende Stars kommen nach Berlin. Hunderttausende Kinokarten werden verkauft. Hinter verschlossenen Türen werden Millionengeschäfte getätigt und alle Nachteulen freuen sich auf die Berlinale-Pressekonferenzen, die nach Mitternacht im RBB gezeigt werden. Denn sie haben immer auch einen Touch Absurdes Theater.


TV-Tipp für den 9. Februar: Ein Freund gewisser Damen – The Walker

Februar 9, 2011

Nachdem die TV-Premiere vor wenigen Wochen nach Mitternacht war:

RBB, 22.45

Ein Freund gewisser Damen – The Walker (USA 2007, R.: Paul Schrader)

Drehbuch: Paul Schrader

Carter Page III ist ein schwuler Südstaatenschönling und Begleiter der Damen der politischen High Society von Washington, D. C.. Er hält sich aus allem heraus, bis er seiner besten Freundin, der Senatorengattin Lynn Lockner ein Alibi gibt. Denn sie ist gerade über die Leiche ihres ermordeten Geliebten gestolpert.

In der grandiosen Charakterstudie „The Walker“ spielt Woody Harrelson den Charakter, den Schrader-Fans bereits aus „Taxi Driver“ (damals Robert De Niro), „American Gigolo – Ein Mann für gewisse Stunden“ (Richard Gere) und „Light Sleeper“ (Willem Dafoe) kennen: der Drifter, der die Gesellschaft von außen betrachtet und wegen einer für ihn unerreichbaren Frau seine Position als Beobachter aufgibt. Wie diese Filme ist „The Walker“ auch eine Analyse einer bestimmten Gesellschaftsschicht: hier der politischen Kaste in Washington, D. C., die sich in Räumen bewegt und verhält, als ob die Zeit kurz nach dem Bürgerkrieg stehen geblieben wäre.

Ein toller altmodischer Film, der seine deutsche Premiere auf der Berlinale erlebte, später, trotz der namhaften Besetzung, nur auf DVD veröffentlicht wurde und seine TV-Premiere im Ersten zur Geisterstunde (senderinterne Sprachregel: Prime-Time für gute Filme) erlitt.

Mit Woody Harrelson, Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall, Ned Beatty, Moritz Bleibtreu, Mary Beth Hurt, Lily Tomlin, Willem Dafoe

Hinweise

Wikipedia über „The Walker“

Film-Zeit über The Walker“

Movies Online: Interview mit Paul Schrader über „The Walker“

Close-Up Film: Interview mit Paul Schrader über „The Walker“


TV-Tipp für den 8. Februar: Angel Heart

Februar 8, 2011

Tele 5, 22.25

Angel Heart (USA 1987, R.: Alan Parker)

Drehbuch: Alan Parker

LV: William Hjortsberg: Falling Angel, 1978 (Angel Heart)

Privatdetektiv Harry Angel soll einen verschwundenen Jazzmusiker finden. In New Orleans verschwimmen für ihn immer mehr die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Exzellenter Okkultthriller, der die Handlung des Buches von New York nach New Orleans verlegt.

William Hjortsberg zum Film: „Parker wrote an excellent script and went on to make a memorable film.”

Mit Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Brownie McGhee, Dann Florek

Wiederholung: Donnerstag, 10. Februar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von William Hjortsberg

Thrilling Detective über Harry Angel

Mordlust über „Angel Heart“


DVD-Kritik: Al Mundy muss wieder einbrechen

Februar 7, 2011

Für die zweite Staffel von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ wurde an dem bewährten Rezept aus lockeren Sprüchen, schönen Frauen, etwas Jetset und gewagten Einbrüchen nichts geändert. Immer noch wird Profieinbrecher Al Mundy (Robert Wagner) von Secret-Intelligence-Agency-Chef Noah Bain (Malachi Throne) erpresst für die amerikanische Regierung zu arbeiten. Nicht als Spion, sondern als Einbrecher. Denn, so Bain, für bestimmte Aufgaben braucht man jemand, der wie ein Einbrecher denkt und dafür nimmt man dann am Besten gleich einen Einbrecher. Vor allem wenn dieser Einbrecher gerade in einem amerikanischen Knast eine Haftstrafe absitzt. Zähneknirschend nimmt Al Mundy das Angebot „Freigang für Einbrüche“ an.

Während er in der ersten Staffel oft hinter den Eisernen Vorhang geschickt wurde, darf er in der ersten Hälfte der zweiten Staffel (Polyband splittete die zweite, aus 26 Folgen bestehende Staffel in zwei Boxen auf, von denen bislang nur die erste Hälfte mit zwölf Folgen erschienen ist) seiner Arbeit öfters auf heimischem Boden, unterbrochen von Ausflügen nach Europa und Südamerika, nachgehen.

Ein Höhepunkt ist dabei das Treffen mit Nick Grobbo (Ricardo Montalban), einem sehr vermögendem, international tätigem Hehler. In der von Jack Arnold inszenierten Episode „Die Hitze bringt es an den Tag“ soll Al Mundy einen Gegenstand, von dem er nicht weiß, wie er aussieht, aus dem gut geschütztem Anwesen von Grobbo stehlen. Al bietet ihm einen wertvollen Stein, den er gerade gestohlen hat, an und gelangt so auf Grobbos Anwesen. In „Zwei alte Freunde im Ring“ treffen sie sich zufällig in Rom. Grobbo glaubt, dass Al Mundy dort einen Diamanten stehlen will. Al hat zwar einen anderen Auftrag, aber zur Tarnung muss er auch diesen Diebstahl durchführen und so Grobbo wieder betrügen. Gleichzeitig wird in dieser Episode noch deutlicher als in „Die Hitze bringt es an den Tag“ das Thema „Ehre unter Verbrechern“ behandelt. Denn obwohl Al und Grobbo sich gegenseitig betrügen wollen, respektieren sie sich. In dieser Folge spielt auch Richard Kiel, der später als Bond-Bösewicht Jaws in „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker“ auftrat, mit.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Zweiteiler „Flitterwochen in Berlin“. Das liegt weniger an der komplizierten Geschichte über Spionage, Doppelspionage, Geheimnisse und Verrat und schon gar nicht an den Bildern aus Berlin und der DDR (Hey, damals wurde nicht vor Ort gedreht und trotzdem sehen Berlin und die DDR mehr nach Berlin und DDR aus, als einige Filme, die vor Ort gedreht werden), sondern an Als Gegner: Colonel Heinreich, Leiter des ostdeutschen Geheimdienstes, ein schlauer Fuchs und gespielt von Joseph Cotten.

In „Der Musik-Liebhaber“, wieder in Italien, wird es musikalisch. Denn in dem Safe eines Klassik-Liebhabers sind wichtige Dokumente. Al gelingt es als Begleiter einer Opernsängerin (Suzanne Pleshette [Die Vögel]) auf das Landhaus eingeladen zu werden.

In „Der große Zauber“ tarnt Al sich, um in einen Palast zu gelangen, als Zauberer. Dummerweise hat er von der Zauberei keine Ahnung, der echte Zauberer ist deutlich älter als Al Mundy und er trifft dort auf eine Kollegin. Das gibt genug Stoff für zahlreiche witzige Szenen.

In „Eine Kiste rote Rüben“ gibt es einen satirischen Blick auf das Milieu von mehr oder weniger avantgardistischen Filmemacher und deren Gehabe, das an Rockstars erinnert. Noel Harrison, der damals als Sidekick aus der Spionageserie „The Girl from U.N.C.L.E.“ (aka Stefanie Powers, die später mit Robert Wagner „Hart, aber herzlich“ wurde) bekannt war, gefiel die Rolle als arrogant-schnöseliger Regisseur Lester V. Griffin sichtbar.

Wahrscheinlich gab es für „Rätselhafte Transaktionen“, obwohl ich es mir nicht vorstellen kann, aber andererseits traue ich Banken fast alles zu, ein wahres Vorbild. Denn den Safe, den Al dieses Mal knacken soll, ist in einer Bank (soll vorkommen) und die Safetür ist auf eine sehr belebte Straße gerichtet. Das inspiriert Al zwar zu einer durchaus aufwändigen Tarnaktion, aber andererseits ist diese Konstruktion des Safes (und einige Teile von Als Charade) doch arg unglaubwürdig.

Da sind die in der Karibik spielenden Episoden „Eine Nacht auf Solidad“ und „Sechs für die Revolution“ wesentlich glaubwürdiger. In „Eine Nacht auf Solidad“ soll Al die Leiche eines Diktatorensprösslings zur Schnellautopsie aus den Katakomben stehlen. Es ist zwar spaßig anzusehen, wie die Leiche dann mehrmals über das Anwesen des Diktators geschleppt wird. Aber eigentlich hätte der S.-I.-A.-Doktor doch einfach die Leiche in der Leichenkammer obduzieren können. Aber in den Swinging Sixties waren Spione und ihre Gegner für ihre elaborierten Pläne berüchtigt.

In „Sechs für die Revolution“ planen ein General und ein mächtiges Kartell einen Umsturz. Al soll den zwischen ihnen aufgesetzten Vertrag stehlen. Der ist in einem Safe, der nur mit sechs verschiedenen Schlüsseln, die sich bei den Verschwörern befinden, geöffnet werden kann.

Und in „Ein leiser Löwe“, der letzten Folge der Halbstaffelbox, hilft Al einem Freund. Denn in einem afrikanischem Kleinstaat wurde eine wertvolle, die Macht des Herrschers begründende Reliquie gestohlen. Al will sie zurückstehlen und wie ihm, buchstäblich in letzter Sekunde, der Austausch gelingt, ist ein kleines Kabinettstück, das einen sehnlich auf die weiteren Folgen warten lässt.

Auffallend bei der deutlich von der damaligen James-Bond-Manie beeinflussten Serie „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ ist, dass die Mischung aus spannenden Fällen, technischen Spielereien (wobei Al Mundy im Gegensatz zu James Bond immer der altmodische Handwerker war, der auch aus Prinzip auf eine Pistole verzichtete), coolen Sprüchen (ich beziehe mich auf die Originalfassung. Die deutsche Fassung wurde von Schnodderschnauze Rainer Brandt gemacht.), heißen Frauen (ich meine FRAUEN, keine dieser im Schönheitsstudio optimierten, hirnlosen Kampfamazonen), jazziger Musik (für einige Folgen wurden sogar die bekannten Jazzer Benny Golson und Oliver Nelson engagiert) heute immer noch – Nostalgiebonus hin, Nostalgiebonusher – glänzend unterhält.

Die „Staffel 2.1“-Box hat, wie die beiden Boxen für die erste Staffel, ein informatives zwanzigseitiges Booklet und das Bild wurde überarbeitet. Während bei der ersten Aufnahme die Archivaufnahmen teilweise eine deutlich schlechtere Qualität hatten, ist jetzt das Bild der über vierzig Jahre alten Serie einheitlich gut.

Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 2.1 (It takes a Thief, USA 1968)

Idee: Roland Kibbee

mit Robert Wagner (Al Mundy), Malachi Throne (Noah Bain)

DVD

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Booklet

Länge: 590 Minuten (12 Episoden auf 4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Al Mundys neue Einsätze

Eine Nacht auf Solidad (One Night on Soledade)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Alan Caillou

Der Musik-Liebhaber (A Sour Note)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Mort Zarcoff und Gene L. Coon)

Der große Zauber (The Bill is in Committee)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Elroy Schwartz

Die Hitze bringt es an den Tag (The Thingamabob Heist)

Regie: Jack Arnold

Drehbuch: Burt Styler

Sechs für die Revolution (Get me to the Revolution in time)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Paul Tuckahoe, Glen A. Larson

Hände weg von der Dame (The Packager)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Leonard Stadd

Flitterwochen in Berlin – Teil 1 (Hans across the border – Part 1)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Glen A. Larson

Flitterwochen in Berlin – Teil 2 (Hans across the border – Part 2)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Glen A. Larson

Eine Kiste roter Rüben (A case of red turnips)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Mort Zarcoff

Zwei alte Freunde im Ring (The galloping skin game)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Leigh Chapman und Gene L. Coon)

Rätselhafte Transaktionen (Glass riddle)

Regie: George Tyne

Drehbuch: B. W. Sandefur

Ein leiser Löwe (To catch a roaring lion)

Regie: Marc Daniels

Drehbuch: Robert M. Young

Hinweise

Wikipedia über „It takes a thief“

Cinema Retro über „It takes a thief“

Meine Besprechung von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ (Staffel 1)

 

 


TV-Tipp für den 7. Februar: Volker Pispers: „…bis neulich 2010“

Februar 7, 2011

3sat, 20.15

Volker Pispers: „…bis neulich 2010“

45 Minuten lang gibt es Ausschnitte aus dem aktuellen Programm von Volker Pispers.

Viel Vergnügen!


TV-Tipp für den 6. Februar: Der Mann, der niemals lebte

Februar 6, 2011

Pro7, 20.15

Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: William Monahan
LV: David Ignatius: Body of Lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Agent Roger Ferris fahndet im Nahen Osten nach einer islamistischen Terrorzelle. Als sie nicht weiterkommen, hecken Ferris und sein in Washington, D. C., sitzender Chef einen verwegenen Plan aus.

Okayer, schrecklich ausgewogener, realistischer Polit-Thriller, bei dem man nie den Eindruck los wird, dass hier alle unter ihren Möglichkeiten bleiben. Außerdem ist das Ende enttäuschend.

David Ignatius gefällt die Verfilmung.

mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong

Wiederholung: Montag, 7. Februar, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mann, der niemals lebte“

The Washington Post über ihren Mitarbeiter David Ignatius

Harper’s Magazine: Sechs Fragen an David Ignatius über seinen Roman „Body of lies“

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)


TV-Tipp für den 5. Februar: Aufforderung zum Tanz

Februar 5, 2011

WDR, 21.40

Aufforderung zum Tanz (D 1977, R.: Peter F. Bringmann)

Drehbuch: Matthias Seelig

Drei Jahre bevor „Theo gegen den Rest der Welt“ im Kino antrat, erhielt er eine „Aufforderung zum Tanz“ und weil der TV-Film so erfolgreich war, entschlossen sich Regisseur Peter F. Bringmann, Drehbuchautor Matthias Seelig und Hauptdarsteller Marius Müller-Westernhagen (der später als Musiker ein Star wurde) die Abenteuer des Ruhrpottjungen Theo Gromberg weiterzuerzählen. In „Aufforderung zum Tanz“ wollen Theo und sein Kumpel Enno Goldini einen LKW kaufen. Aber Theo verzockt das Geld.

Heute läuft der sehr selten gezeigte Film endlich mal wieder im TV.

mit Marius Müller-Westernhagen, Guido Gagliardi Riad Gholmié, Elga Sorbas, Gudrun Landgrebe (Debüt!)

Hinweis

Wikipedia über „Aufforderung zum Tanz“


TV-Tipp für den 4. Februar: Two Much – Eine Blondine zuviel

Februar 4, 2011

Das Vierte, 20.15

Two Much – Eine Blondine zuviel (USA/E 1996, R.: Fernando Trueba)

Drehbuch: Fernando Trueba, David Trueba

LV: Donald Westlake: Two much, 1975 (Two much – Zwei zuviel – Wer kriegt wen?)

Gauner Art (Banderas) nimmt in Miami Hinterbliebene aus, bis er auf zwei bezaubernde Schwestern stößt und beide haben will. Art erfindet einen Zwillingsbruder.

Grandios, wie Antonio Banderas zwischen beiden Schwestern hin- und herspringt. Bester Slapstick ist die Frühstücksszene (zu sehen im zweiten Clip): Banderas läuft zwischen den Schlafzimmern der Schwestern hin und her, muss sich ständig verkleiden und darf nicht in einen riesigen Pool fallen.

Two Much“ ist eine sommerlich leichte Komödie mit zahlreichen glänzend aufgelegten Darstellern.

Mit Antonio Banderas, Melanie Griffith, Daryl Hannah, Danny Aiello, Joan Cusack, Eli Wallach

Hinweise

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake


TV-Tipp für den 3. Februar: Aus Liebe zum Volk

Februar 3, 2011

RBB, 23.30

Aus Liebe zum Volk (D/F 2004, R.: Eyal Sivan, Audrey Maurion)

Drehbuch: Eyal Sivan, Audrey Maurion, Aurélie Tyszblatt, Cornelia Klauss (dramaturgische Beratung) (nach einer Idee von Gills-Marie Tiné)

LV: Reinhardt O. Hahn: Ausgedient – Nach Notizen eines Stasi-Offiziers

Spielfilmlange, hochgelobte Doku die einen Einblick in die Ideologie und alltägliche Arbeit der Stasi gibt. Dafür montierten Sivan und Maurion, zu den Erinnerungen eines Stasi-Majors, Stasi-Überwachungsfilme, Propagandafilmen und nachgestellte Szenen.

eine so amüsante wie deprimierende Studie über die Hilflosigkeit des Überwachungsstaates“ (Frank Noack, Der Tagesspiegel, 8. Februar 2004)

Mit Axel Prahl (Sprecher deutsche Fassung), Hanns Zischler (Sprecher französische Fassung)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Aus Liebe zum Volk“