LV: Alan LeMay: The Searchers, 1954 (Der schwarze Falke)
Texas 1868: Ethan Edwards sucht seine von Kommantschen verschleppten Nichten. Erst nach Jahren ist er am Ziel.
John Fords „Der schwarze Falke“ war beim Dreh nur ein weiterer Western; heute ist er ein Filmklassiker. Joe Hembus meint „Der Moby Dick des Western“ und widmet dem Film in seinem Buch „Das Western-Lexikon“ über zwölf Spalten. Mehr Platz hat er keinem Film eingeräumt. Herbert Achternbusch sagt: „Wenn dieser Film von mir wäre, hätte ich nichts mehr zu sagen.“
Mit John Wayne, Jeffrey Hunter, Vera Miles, Natalie Wood, Ward Bond
Anstatt eine große Silvesterparty vorzubereiten (Hey, hier in Berlin macht die Stadt das für mich und ich geh dann doch nicht zum Brandenburger Tor) hat Alligator-Alfred die Tiefen des Internets (Herr Ramsauer hat dafür sicher ein deutsches Wort) nach schönen Bildern für meine TV-Krimi-Buch-Tipps durchsucht. Und auf das dürfen sich die Freunde des verfilmten verbrecherischen Wortes freuen:
Mit den David-Peace-Verfilmungen „Yorkshire Killer 1974“ und „Yorkshire Killer 1980“ beginnt das neue Jahr gleich mit zwei grandiosen Filmen, die ihre TV-Premiere natürlich zu nachtschlafender Zeit erleben. Der Videorekorder freut sich, die Quote weniger. Außerdem sind Alfred Hitchcocks John-Trevor-Story-Verfilmung „Immer Ärger mit Harry“, seine Arthur-La-Bern-Verfilmung „Frenzy“ und seine Victor-Canning-Verfilmung „Familiengrab“, Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, John Hustons lange nicht mehr gezeigte Maxwell-Anderson-Verfilmung „Gangster in Key Largo“, Orson Welles‘ Whit-Masterson-Verfilmung „Im Zeichen des Bösen“, Martin Scorseses Herbert-Asbury-Verfilmung „Gangs of New York“, Don Siegels „Dirty Harry“, David Mackenzies Alexander-Trocchi-Verfilmung „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“, Lars Beckers „Nachtschicht: Blutige Stadt“, Jo Johnsons Lynda-La-Plante-Verfilmung „Der Preis des Verbrechens: Mörderischer Wahn“, Sam Peckinpahs „Sacramento“, Ron Sheltons James-Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ und René Clements Patricia-Highsmith-Verfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“ immer wieder sehenswert.
LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)
FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.
Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.
„I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)
Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston
Biopic über den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Frank Lucas in Harlem in den frühen Siebzigern.
Das Zeitkolorit ist toll, weniger toll ist, dass Denzel Washington als Drogenhändler Frank Lucas und Russell Crowe als den ihn jagenden Detective Richie Roberts erst am Ende eine gemeinsame Szene haben. Davor bekommen wir zwei Filme präsentiert: einen tollen Gangsterfilm (so als Best-of-Gangsterfilm), einen weniger tollen Polizeifilm und insgesamt einen doch ziemlich durchschnittlichen Film, der sich nie entscheiden kann welche Geschichte er erzählen soll und er deshalb in deutlich über zwei Stunden (Hey, früher gab’s für die Spielzeit auch zwei Filme) beide Geschichten erzählt. Das kommt dabei heraus, wenn man zwei Stars hat, die auf ihrer Filmzeit bestehen. Vielleicht hätte Ridley Scott Val Kilmer für die Rolle des Polizisten anfragen sollen.
mit Denzel Washington, Russell Crowe, Cuba Gooding jr., Josh Brolin, RZA, John Ortiz, Ted Levine, Chiwetel Eliofor, Armand Assante, Carla Gugino
Das Bourne Ultimatum (USA 2007, R.: Paul Greengrass)
Drehbuch: Tony Gilroy (auch Geschichte), Scott Z. Burns, George Nolfi
LV: Robert Ludlum: The Bourne Ultimatum, 1990 (Das Borowski-Ultimatum; Das Bourne-Ultimatum)
Dritter Auftritt von Matt Damon als Jason Bourne, der Profikiller mit der Gedächtnislücke. Jetzt erfährt er endlich, was er vergessen hat. Davor gibt’s reichlich Action und einen in seiner Unverschämtheit grandiosen erzählerischen Kniff. Denn der dritte Bourne-Film spielt fast vollständig vor dem Ende des zweiten Bourne-Films.
Mit Matt Damon, Julia Stiles, David Strathairn, Scott Glenn, Paddy Considine, Édgar Ramírez, Albert Finney, Joan Allen, Daniel Brühl
My Blueberry Nights (China/USA 2007, R.: Wong Kar-wai)
Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)
Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.
Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.
Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman
Buch zum Film: Lee Hays: Once Upon a Time in America, 1984
Kamera: Tonino Delli Colli
Musik: Ennio Morricone
Ein grandioses Gangsterdrama: die Geschichte von Freundschaft und Verrat – erzählt in wunderschönen Bildern und in einer komplexen Struktur, die lose auf dem autobiographischen Buch von Harry Grey basiert. Leone meinte, im Drehbuch seien nur zehn bis zwanzig Prozent des Buches geblieben.
Mit Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci, Treat Williams, Burt Young, Elizabeth McGovern
Es wird anscheinend, wie zuletzt vor sechs Jahren(!!!), eine minimal gekürzte Fassung von 214 Minuten gezeigt. Die us-amerikanische Langfassung ist 227 Minuten, die Kurzfassung 144 Minuten. In Deutschland wurden im Kino zwei Fassungen gezeigt: eine FSK-18 mit 228 Minuten und eine FSK-16 mit 167 Minuten. – Mein Tipp: Immer die längste mögliche Fassung sehen. Denn keine Minute ist überflüssig. (Oh, und auf dem größten möglichen Bildschirm oder im Kino.)
Zum Filmstart erschien im Bastei-Lübbe-Verlag das Buch zum Film mit Hays‘ Roman, vielen Filmbildern (SW und Farbe), einem Sergio-Leone-Porträt von Andreas Kern und einem Text von Leone über den Film. So machen „Bücher zum Film“ Spaß.
Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“
Und das am Heiligen Abend. Teil 2 und 3 folgen, wie letztes Jahr, an den kommenden Tagen (und wahrscheinlich gräbt irgendeine Postille wieder den dümmlichen Artikel „Empörend, dass ein Film wie ‚Stirb langsam‘ an Weihnachten läuft.“ aus).
Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.
Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner
Wegen des Wetters und einiger anderer Dinge sind meine letzten TV-Krimi-Buch-Tipps für dieses Kalenderjahr etwas verspätet bei den Alligatorpapieren online gegangen. Wer also wissen will, was er sich während der Festtage ansehen muss:
Weihnachtsgefühle kommen bei diesem Programm kaum auf. Denn die Macher verwechseln mal wieder Masse mit Klasse. Aber immerhin gibt es einige lange nicht mehr gezeigte Filme, wie Jürgen Rolands Joachim-Jessen/Jens-Lerch-Verfilmung „Tatort: …und dann ist Zahltag“, Abel Ferraras Elmoere-Leonard-Verfilmung „Short Run – Hexenkessel Miami“, Fritz Langs Vera-Caspary-Verfilmung „Gardenia – Eine Frau will vergessen“ und Sergio Leones Harry-Grey-Verfilmung „Es war einmal in Amerika“. Ansonsten gibt es, als TV-Premiere, Wong Kar-wais „My Blueberry Nights“ (Lawrence Block schrieb mit dem Regisseur das Drehbuch. Aber Blocks Beteiligung fällt nicht weiter auf.), Sidney Lumets Robert-Daley-Verfilmung „Nacht über Manhattan“ und seine John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“, Billy Wilders Agatha-Christie-Verfilmung „Zeugin der Anklage“, Paul Greengrass‘ Robert-Ludlum-Verfilmungen „Die Bourne Verschwörung“ und „Das Bourne Ultimatum“, Jean-Jacques Annauds Umberto-Eco-Verfilmung „Der Name der Rose“, John McTiernans Roderick-Thorp-Verfilmung „Stirb langsam“ (inzwischen traditionelles Weihnachtsprogramm; die Teile zwei und drei werden auch gezeigt), Henri Verneuils John-Trinian-Verfilmung „Lautlos wie die Nacht“, José Giovannis „Endstation Schafott“ (nach seinem Drehbuch), George Stevens‘ Jack-Schaefer-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“, Clint Eastwoods Michael-Connelly-Verfilmung „Blood Work“ und Martin Scorseses Paul-Schrader-Verfilmung „Taxi Driver“ (Naja, was soll man auch sonst mit einem Drehbuch machen?). Und Henning Mankell hat das Treatment für „Tatort: Borowski und der vierte Mann“ geschrieben. Da sehen wir uns lieber Mickey Spillane in „Columbo: Schreib oder stirb“ an.
Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.
Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.
David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.
Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen (…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)
Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)
Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)
Drehbuch: James Dearden
LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)
Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.
Nettes Remake.
Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo
Oscarprämiertes Episodendrama über die zufälligen Begegnungen von Menschen verschiedener Ethnien und Schichten in Los Angeles. Das alles zusammenhaltende Thema ist Rassismus.
2005 war das Jahr für Paul Haggis. Nachdem er jahrelang in Hollywood arbeitete, hatte er endlich seinen großen Durchbruch. Zuerst verfilmte Clint Eastwood sein Oscar-nominiertes Drehbuch „Million Dollar Baby“. Danach schrieb Haggis, wieder für Clint Eastwood, das ebenfalls Oscar-nominierte Drehbuch für „Letters from Iwo Jima“ und „Flags of our Fathers“, leistete gutbezahlte Arbeit an den Drehbüchern der beiden Daniel-Craig-Bond-Filme und erhielt für „L. A. Crash“ unter anderem den Oscar für das beste Original-Drehbuch und den besten Film. Auch sein zweiter Spielfilm „Im Tal von Elah“ überzeugte – jedenfalls die wenigen Menschen, die ihn im Kino gesehen haben.
Mit Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, Brandan Fraser, Terrence Howard, Chris „Ludacris“ Bridges, Thandia Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Michael Pena, William Fichtner
Kriegsveteran George Moran betreut in Miami ein Strandhotel. Als sich einige Verbrecher in dem Hotel einquartieren und Morans große Liebe, die inzwischen mit einem dubiosem Geschäftsmann liiert ist, wieder auftaucht, gerät sein Leben aus den Fugen.
Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte Leonard-Verfilmung, die eine beeindruckende Besetzung und einige gute Szenen aufweisen kann. Aber weil es während der Produktion massive Probleme gab, ist der Film ein Torso. Dass danach in den verschiedenen Ländern die Verleiher noch einmal beherzt zur Schere griffen, steigerte die Qualität des Films nicht. Heute soll eine 85-minütige Version gezeigt werden, die wahrscheinlich der FSK-18-Version entspricht. Die längste Kinoversion hat 98 Minuten.
Die Musik ist von Chick Corea.
“Ferrara sent his script to Elmore to see if he could get the story going, the first ten minutes were just two guys talking: a set up that works in the book but not on the screen. Peter Weller had script approval and didn’t want Elmore’s dialog touched. Ferrara asked Elmore to rewrite the first twenty pages of Cat Chaser and he rewrote the whole thing. But Ferrera didn’t use his script. The producers took Cat Chaser away from the director and recut it. It was only released theatrically in England. The producer cut film is very slow and detached. It demonstrates another problem in putting Elmore Leonard’s sound on the screen: a well intentioned and faithful adaptation is not enough to insure a successful movie.” (von Elmore Leonards Homepage)
mit Peter Weller, Kelly McGillis, Charles Durning, Frederic Forrest, Tomas Milan, Juan Fernández
Tatort: …und dann ist Zahltag (D 1976, R.: Jürgen Roland)
Drehbuch: Werner Jörg Lüddecke
LV: Joachim Jessen/Jens Lerch: Der Zahltag, 1976
Das Kind von Ex-Knacki Ewald Merten wird entführt. Die Entführer verlangen von ihm einen Banküberfall. Merten tut’s und liefert damit die Ablenkung für einen weiteren Banküberfall. Kommissar Brammer ermittelt.
Alter „Tatort“, der zuletzt 1994 im Fernsehen lief.
Die ersten beiden Kriminalfilme sind keine keine Neustarts, aber ich hatte sie bisher noch nicht erwähnt. Und, ja, die englischen Titel sind die deutschen Titel. Seltsame Mode, das.
22 Bullets ((L’Immortel, Frankreich 2010)
Regie: Richard Berry
Drehbuch: Richard Berry, Eric Assous (Adaptation und Dialog), Alexandre de La Patellière (Adaptation), Mathieu Delaporte (Adaptation)
LV: Franz-Olivier Giesbert: L’Immortel, 2007
Als auf einen sich im Ruhestand befindenden Mafiosi ein Attentat verübt wird, beginnt er die Typen, die ihn umbringen wollten, zu jagen.
Blutige Angelegenheit, das.
mit Jean Reno, Gabrielle Wright, Kad Merad, Richard Berry, Marina Fois
Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck, Christopher McQuarrie, Julian Fellowes (nach dem Drehbuch „Anthony Zimmer“ von Jérôme Salle)
Eine geheimnisvolle Schönheit spricht einen US-Lehrer, der Europa besucht, an. Was er nicht ahnt, ist, dass sie von Polizisten und Gangstern verfolgt wird und ihn nur als Ablenkungsmanöver benutzen will.
Die Kritiker halten das Remake des tollen französischen Thrillers „Anthony Zimmer“/“Fluchtpunkt Nizza“ für einen Langweiler. Auch die US-Ticketverkäufe entsprachen wohl nicht den Erwartungen der Produzenten. Da sind die Golden-Globe-Nominierungen nur ein schwacher Trost. Deshalb wird wohl auch gerne verschwiegen, dass „The Tourist“ nicht in der Drama-, sondern der Comedy/Musical-Kategorie nominiert wurde.
Jedenfalls, wenn der Film die Qualität des laaaangweiligen Trailers hält, sollte man sich einfach wieder das gewitzte Original mit der wunderschönen Sophie Marceau (Wer braucht schon Angelina Jolie, wenn er Sophie Marceau haben kann?) ansehen.
Mit Angelina Jolie, Johnny Depp, Paul Bettany, Timothy Dalton, Steven Berkoff, Rufus Sewell
Die Spur führt zurück – The Two Jakes (USA 1989, R.: Jack Nicholson)
Drehbuch: Robert Towne
Los Angeles 1948: Privatdetektiv Jake Gittes soll eine untreue Ehefrau observieren. Als sein Auftraggeber seinen Nebenbuhler ermordet und Gittes auf einem Tonband den Namen Kathrine Mulwray (die Filmfans aus „Chinatown“ kennen) hört, ist seine Neugierde geweckt.
Fortsetzung des Klassikers „Chinatown“, die von Robert Towne als Mittelteil einer Trilogie geplant war. Aber der Film floppte und die Kritiker waren auch nicht begeistert. Dabei ist „Die Spur führt zurück“ gar nicht so schlecht als klassischer Privatdetektivkrimi mit Starbesetzung.
„Nicholson inszenierte einen betulichen, einen altmodischen Film. Die Verwicklungen seines Plots sind selbst für einen Detektivfilm zu kompliziert, verlangen zu viel Aufmerksamkeit und erzeugen einige Längen, in denen es nicht sonderlich interessant ist, Jake Gittes zu folgen. Zudem wirken Figuren und Handlung museumsreif.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)
„einer der meisterhaftesten, zugleich unterschätzten Detektivfilme vom Anfang der neunziger Jahre“ (Georg Seeslen: Grundlagen des populären Films: Detektive, 1998)
mit Jack Nicholson, Harvey Keitel, Meg Tilly, Madeleine Stowe, Eli Wallach, Ruben Blades, Frederic Forrest, David Keith, Richard Farnsworth, James Hong, Van Dyke Parks (auch Musik), Tom Waits (Kurzauftritt als Polizist)