TV-Tipp für den 12. Oktober: Mogadischu

Oktober 12, 2010

SWR, 23.00

Mogadischu (D 2008, R.: Roland Suso Richter)

Drehbuch: Maurice Philip Remy

Buch zum Film: Timo Kortner: Mogadischu – Das Entführungsdrama der Landshut, 2008

Nach Heinrich Breloers hochgelobtem Zweiteiler „Todesspiel“ (auch schon über zehn Jahre alt) über den Deutschen Herbst 1977, diversen Dokumentationen (zum Beispiel letztes Jahr ein Zweiteiler) über die RAF, dem noch im Kino laufendem „Baader Meinhof Komplex“ mutet „Mogadischu“ etwas akademisch an. Denn die Fakten sind bekannt. Am 13. Oktober 1977 entführt ein palästinensisches Kommando die Lufthansa-Maschine Landshut. Nach einem mehrtägigen Irrflug landet das Flugzeug in Mogadischu und die GSG 9 beendet die Geiselnahme.

Neue Erkenntnisse, wie die Beteiligung des KGB an der Entführung und was Lufthansa-Pilot Jürgen Schumann machte, als er nach einer Notlandung in Aden zwanzig Minuten verschwand, ändern nichts an dem großen Bild.

Aber Autor Remy und Regisseur Richter verarbeiteten diese Geschichte jetzt zu einem die damaligen Ereignisse konzentriert nacherzählendem TV-Spielfilm, der auch im Kino überzeugt hätte. Einziger Kritikpunkt ist die derzeit angesagte Wackelkamera

„Es ist ein ernsthafter Versuch der Annäherung (an die Wahrheit, A. d. V.). Wir bemühen uns, mit Verantwortung an ein Thema heranzugehen. Die Menschen, die das erlebt haben, sollen nicht davor sitzen und sagen: Was machen die denn da? Was erzählen die da?“ (Remy in der FAZ)

Das gleichnamige „Begleitbuch zum Film ‚Mogadischu’“ von Timo Kortner nimmt eine seltsame Zwischenstellung zwischen einem traditionellem Buch zum Film, also einer höchstens sparsam erweiterten Romanfassung des Drehbuchs, und einem Sachbuch über die Entführung ein. Denn Kortner führt relativ ausführlich in das gesellschaftliche Klima während der Schleyer-Entführung ein und er fügt immer wieder erklärende Passagen ein. Dabei gibt es im Buch und im Film eine Verschiebung der Perspektive von den Tätern zu den Opfern. Der Tatsachenroman „Mogadischu“ erzählt von Menschen in einer Ausnahmesituation und wie sie versuchen, diese zu überleben. Die Entführer bleiben dagegen, bis auf den durchgeknallten Captain Martyr Mahmud, blass. Und die Ideologie der Terroristen wird höchstens in einem Nebensatz gestreift; – was sie als Bösewichter noch bedrohlicher macht.

Kortners „Mogadischu“ ist ein packendes Drama, das auch eine gehörige Portion historisches Wissen vermittelt. Ein feines Buch.

Mit Nadja Uhl, Thomas Kretschmann, Christian Berkel, Said Tagmaqoui, Herbert Knaup, Simon Verhoeven, Jürgen Tarrach

Hinweise

ARD zum Film

FAZ: Interview mit Maurice Philip Remy über “Mogadischu” (24. November 2008)

FAZ (Michael Hahnfeld), Die Welt (Eckhard Fuhr), Spiegel Online (Christian Buß), Süddeutsche Zeitung (Christopher Keil), taz (René Martens), Die Zeit (Margit Gerste) über den Film „Mogadischu“

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Kortner - Mogadischu

Das Buch zum Film

Timo Kortner: Mogadischu – Das Entführungsdrama der ‚Landshut’

Knaur, 2008

272 Seiten

9,95 Euro


Neu im Kino/Filmkritik: „Im Schatten“

Oktober 12, 2010

Im Schatten (D 2010, R.: Thomas Arslan)

Drehbuch: Thomas Arslan

mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, Hanns Zischler, Petr Kurth, David Scheller

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Manchmal sind die Reaktionen der Kritiker erhellender als das besprochene Werk. Auch Thomas Arslans neuer Film „Im Schatten“ wird breit abgefeiert und weil er auf der Berlinale neben Benjamin Heisenbergs „Der Räuber“ und Dominik Grafs zehnteiliger TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ gezeigt wurde, machten einige Kritiker schon eine Wiedergeburt des Genrekinos in Deutschland aus und die Deutsche Kinemathek organisierte die Tagung „Die Lust am Genre“, die vor allem ein Abfeiern von „Im Schatten“ und „Im Namen des Verbrechens“, mit kleinen Seitenschritte zu „Der Räuber“, „Jerichow“ und „KDD – Kriminaldauerdienst“, war.

Da fragte ich mich als Gast der Tagung mehr als einmal, ob hier nicht aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird und vermutete, dass die Kritiker diese Filme auch deshalb so überschwänglich lobten, weil sie selbst in ihrem tiefsten Herzen Genrejunkies sind und sich freuten, neben den unzähligen, oft in mehrfacher Hinsicht quälenden deutschen Filmen endlich einmal einfach nur neunzig Minuten originäres Kino zu erleben.

Denn aus Genreperspektive ist „Im Schatten“ nicht mehr und nicht weniger als ein guter Hardboiled-Gangsterfilm, der eindeutig vom französischen Kriminalfilm (Melville!) und den harten amerikanischen Krimis beeinflusst ist. So ist der Einfluss von Richard Starks Parker und seinen Epigonen Nolan (von Max Allan Collins) und Wyatt (von Garry Disher) unübersehbar.

Denn Arslans Held Trojan ist ein prototypischer Profiverbrecher. Er ist gerade aus dem Knast entlassen worden, will sich seinen Anteil von der Beute aus einem früheren Verbrechen abholen, wird um diesen Anteil betrogen, will sich an einem Überfall auf einen Juwelier beteiligen, lässt diese Sache aber wegen der unzuverlässigen Partner sausen und plant mit einem früheren Kollegen, der sich inzwischen zur Ruhe gesetzt hat, den Überfall auf einen Geldtransporter. Der Tipp kommt von einer Anwältin. Bei den Vorbereitungen werden sie von einem korrupten Polizisten beobachtet und nach dem Überfall geht alles schief.

Für Genrefans ist das eine vertraute Geschichte, die von Arslan bewundernswert ökonomisch, ohne überflüssige Psychologisierungen und Nebengeschichten, erzählt wird. Die Dialoge sind teilweise etwas zu künstlich knapp gehalten. Die Schauspieler überzeugen. Hauptdarsteller Mišel Matičević erinnert an Alain Delon. Und Berlin zeigt sich von seiner tristen Seite, die jeder kennt, aber in Filmen zugunsten von Postkartenansichten ignoriert wird. „Im Schatten“ ist, wie ein Zuschauer auf der Tagung der Deutschen Kinemathek nach dem Film zutreffend meinte, ein erfrischend undeutscher Film.

Wahrscheinlich gefällt er deshalb den Kritikern so gut.

Und Krimifans sollten definitiv einen Blick riskieren. „Im Schatten“ ist einer der raren deutschen Gangsterfilme, der ohne Fremdschäm-Anfälle gesehen werden kann. Wenn wir die im Kleingangstermilieu spielenden Jugenddramen „Kanak Attack“ (2000) und „Knallhart“ (2006) ignorieren, müssen wir bis 1995 zurückgehen. Damals lief Lars Beckers deutlich vom französischen Gangsterfilm beeinflusster, heute trotz der Besetzung (Peter Lohmeyer, Til Schweiger) nahezu unbekannte Krimi „Bunte Hunde“ im Kino.

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Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Im Schatten“

taz: Interview mit Thomas Arslan über „Im Schatten“ (6. Oktober 2010)

Film-Dienst: Interview mit Thomas Arslan über „Im Schatten“

 


TV-Tipp für den 11. Oktober: Der andere Blick

Oktober 11, 2010

WDR, 23.15

Der andere Blick – Fotografen und der Krieg (D 2010, R.: Huw Talfryn Walter)

Drehbuch: Huw Talfryn Walters

45-minütige Doku in der sechs bekannte Kriegsfotografen, wie Philip Jones Griffiths, Ashley Gilbertson und Anastasia Taylor-Lind, porträtiert werden.


TV-Tipp für den 10. Oktober: Jesse Stone – Totgeschwiegen

Oktober 10, 2010

ZDFneo, 20.15

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Wiederholung: Montag, 11. Oktober, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Oktober: Die verfilmten Kriminalromane

Oktober 8, 2010

Kabel 1, 20.15

JAMES BOND: Der Spion, der mich liebte (GB 1977, R.: Lewis Gilbert)

Drehbuch: Richard Maibaum, Christopher Wood

LV: Ian Fleming: The spy who loved me, 1962 (Der Spion, der mich liebte)

Buch zum Film: Christopher Wood: The spy who loved me, 1977 (James Bond und sein größter Fall)

Mitten im Kalten Krieg muss Bond mit den Russen (nun, mit einer verdammt gut aussehenden Agentin) zusammenarbeiten. Denn Milliardär Stromberg will die Welt vernichten.

Der Film hat mit dem Buch nur eine Gemeinsamkeit: den Titel. Kein Wunder, denn in dem Buch erzählt Fleming aus der Perspektive einer jungen Frau, die einen Job als Hauswärterin eines einsam gelegenen Motels annimmt, wie sie von zwei Verbrechern als Geisel genommen und von James Bond befreit wird. Fleming hielt das stark kritisierte Buch für „offensichtlich schiefgegangen“ und sprach sich – erfolglos – gegen weitere Auflagen aus. Er bestand beim Verkauf der Filmrechte an Eon Productions darauf, dass für einen Film eine andere Geschichte gefunden werde.

Und das taten sie! Der Film glänzt mit Pyramiden, einem unter Wasser fahrendem Auto, Beißer (der bei Moonraker seinen zweiten Auftritt hatte) und einer grandiosen Schlussschlacht in dem Bauch eines Schiffes. Für diesen Kampf wurde in den Pinewood-Studios die größte Filmhalle der Welt, die „007-Stage“, gebaut. Roger Moore spielt Bond, Curd Jürgens den Bösewicht, Barbara Bach eine Russin.

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ARD, 22.30

Donna Leon: Venezianisches Finale (D 2003, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig

LV: Donna Leon: Death at La Fenice, 1992 (Venezianisches Finale)

Wer hat Dirigent Wellauer umgebracht? Commissario Brunetti ermittelt.

Bei dem ersten Auftritt von Uwe Kockisch und Julia Jäger soll sich die Spannung in Grenzen halten.

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ZDF, 00.00

Im Sumpf des Verbrechens (USA 1995, R.: Arne Glimcher)

Drehbuch: Jeb Stuart, Peter Stone

LV: John Katzenbach: Just Cause, 1992 (Der Sumpf)

Harvard-Professor Paul Armstrong ist ein erklärter Gegner der Todesstrafe. Jetzt versucht er die Unschuld eines zum Tode Verurteilten zu Beweisen. Dabei gerät er in Teufels Küche.

„Im Sumpf des Verbrechens“ ist einer der Filme, die trotz eines guten Anfangs und zahlreicher guter Szenen, letztendlich enttäuscht. Denn gegen Ende gibt es zu viele überraschende Wendungen und die übliche, actionlastige Rettung in letzter Sekunde. So entstand ein formalhafter Thriller, bei dem man nie das Gefühl loswird, dass Potential verschenkt wurde.

Mit Sean Connery, Laurence Fishburne, Kate Capshaw, Blair Underwood, Ed Harris, Scarlett Johansson, Ned Beatty

Hinweise

Homepage von John Katzenbach

Deutsche Homepage von John Katzenbach

 

Pro 7, 00.15

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist der Whodunit „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

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MDR, 00.55

Ein toller Bluff (F/I 1971, R.: Georges Lautner )

Drehbuch: Georges Lautner, Francis Veber

LV: Richard Caron: TTX 75 en Famille, 1968

Die einzige Möglichkeit, für einen Polizisten, eine Bande von Rauschgiftfahndern zu verhaften, ist ein Undercover-Einsatz. Dazu borgt er sich die Familie eines ermordeten Kollegen aus.

„Ein weitgehend spannender, unterhaltsam zwischen Ernst und Heiterkeit schwankender Kriminalfilm, dessen Reiz in der glaubwürdigen menschlichen Vertiefung vertrauter Genremuster liegt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Michel Constantin, Mireille Darc, Michel Lonsdale, Alain Delon (läuft einmal kurz durch’s Bild)

 


TV-Tipp für den 8. Oktober: Die verfilmten Kriminalromane

Oktober 8, 2010

Pro7, 20.15

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist der Whodunit „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

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WDR, 23.15

Sein Leben in meiner Gewalt (GB 1973, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: John Hopkins

LV: John Hopkins: This story of yours, 1968 (Theaterstück)

Der desillusionierte und fanatische Detektiv Johnson hält den Verdächtigen für einen Kinderschänder. Während des Verhörs stirbt der Verdächtige und Johnson wird angeklagt.

Intensiv gespieltes, düsteres Drama. Allerdings wollte damals niemand Connery als einen fanatischen Polizisten sehen. „Sein Leben in meiner Gewalt“ war der erste Film, den Sean Connery mit seiner Produktionsfirma Tantallon Films und United Artists drehte. Ein zweites, geplantes Projekt mit United Artists kam nie zustande. Das sagt einiges über den finanziellen Erfolg von „Sein Leben in meiner Gewalt aus“. Denn es dauerte zehn Jahre, bis der Film seine Kosten eingespielt hatte.

John Huston meinte, für ihn gehöre das letzte Drittel des Films zum Besten, was er jemals auf der Leinwand gesehen habe.

Mit Sean Connery, Trevor Howard, Vivian Merchant, Ian Bannen

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ZDFneo, 23.15 (Teil 1)

ZDFneo, 00.15 (Teil 2)

Der Mann, der lächelte – Teil 1/Teil 2 (S/D 2003, R.: Rolf Lassgard)

Drehbuch: Michael Hjorth

LV: Henning Mankell: Mannen som lag, 1994 (Der Mann, der lächelte)

Anwalt Sten glaubt, sein Vater sei ermordet worden. Wallander glaubt ihm nicht, bis Sten erschossen wird. Jetzt muß er zwei Morde aufklären. Außerdem will ihn jemand umbringen.

Die vierte Wallander-Verfilmung soll das Niveau der vorherigen halten.

Mit Rolf Lassgard, Marie Richardson

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MDR, 00.02

Die Rückkehr des Tanzlehrers – Teil 1 (D/A 2004, R.: Urs Eggers)

Drehbuch: Rolf und Cilla Börjlind, Don Bohlinger

LV: Henning Mankell: Danslärarens äterkomst, 2000 (Die Rückkehr des Tanzlehrers)

Ein Mord – und schon bläst der an Krebs erkrankte Kommissar Lindman seinen Urlaub ab. Schließlich ist das Opfer sein Kollege und Mentor Molin.

Lindmann ist anscheinend nur eine etwas jüngere Ausgabe von Mankells bekanntem Ermittler Wallander. In seinem ersten Fall „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ beschäftigt er sich mit Schwedens Verhältnis zum Nationalsozialismus.

Der Zweiteiler soll spannend sein.

„Ein sehr konventioneller Krimi, beinahe aus der Zeit gefallen, und das ist seine Stärke.“ (Christopher Keil, SZ, 8. April 2004)

Mit Tobias Moretti, Maximilian Schell, Bibi Anderson

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Eins Festival, 00.35

Mankells Wallander: Tödliche Fracht (S/D 2005, R.: Anders Engström)

Drehbuch: Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

LV: Henning Mankell (Treatment)

Kommissar Wallander und seine Tochter Linda suchen die Mörder von neun, in einem LKW-Container gefundenen, toten Flüchtlingen aus dem Mittleren Osten. Die erste Spur führt zu einem Kloster.

Neunter Fall der auf dreizehn Folgen angelegten Serie mit dem neuen Wallander.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström


Neu im Kino/Filmkritik: Die geniale Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“

Oktober 7, 2010

Die erste Cormac-McCarthy-Verfilmung „All die schönen Pferde“ (All the pretty horses, USA 2000) war ein langer Marlboro-Werbespot. Die zweite wurde dann von den Coen-Brüdern erledigt und alle waren von „No Country for old men“ (USA 2007) begeistert. Die dritte, von John Hillcoat, kommt jetzt – entgegen aller Erwartungen und fast ein Jahr nach dem US-Start – in die deutschen Kinos und das ist gut so. Denn „The Road“ ist ein beeindruckender postapokalyptischer Science-Fiction-Film, der von Hollywood nur einige Bilder und den grandiosen Viggo Mortensen („Herr der Ringe“) geborgt hat.

John Hillcoat erzählt, nach einem Drehbuch von Dramatiker Joe Penhall, in fast farblosen Bildern und sehr buchgetreu, wie ein Vater und sein ungefähr zehnjähriger Sohn nach einer Apokalypse, die alle Tiere und fast alle Menschen tötete, durch die USA gehen. Ihr Ziel ist das Meer und die wahnwitzige Hoffnung, dass es dort irgendetwas gibt, was ihr Leben bessert. Auf ihrer Reise versuchen sie die Guten zu bleiben. Jedenfalls erzählt das der Vater seinem Sohn. Die rote Linie ist dabei der Verzicht auf das Essen von Menschenfleisch. Doch bereits vor der roten Linie müssen sie sich bei jeder Begegnung mit anderen Menschen fragen, ob sie ihnen vertrauen können. Und weil der Vater seinen Sohn beschützen will, verteidigt er ihn mit allem, was er hat. Der Sohn fragt sich indessen, ob sie noch die Guten sind, wenn sie niemandem mehr vertrauen und alle anderen Menschen als Feinde behandeln.

Hillcoat und Penhall veränderten in ihrer Verfilmung von Cormac McCarthys mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetem Roman „Die Straße“ fast nichts. Die episodische Struktur des Romans bleibt erhalten und so haben die viele exzellenten Schauspieler zwar nur kleine, aber für die Geschichte sehr wichtige Rollen. Auch viele Dialoge und, was das wichtigste ist, die Stimmung, das Thema und die Aussage des Romans, der eine düstere Meditation über die Grenzen der Menschlichkeit ist, finden sich im Buch und im Film. Penhall ordnete, was bei einer Reiseerzählung fast egal ist, nur einige Episoden anders an, strich hier einiges, füge da einiges hinzu. Auch die wenigen Action-Szenen sind im Film etwas länger als im Buch. Aber mehr haben Penhall und Hillcoat nicht geändert.

Hillcoat bediente sich einige Mal, wenn eine Bande von Wegelagerern auftaucht und der Vater einen von ihnen erschießen muss oder wenn sie in einem abgelegenem Haus im Keller auf abgemagerte Menschen treffen und in letzter Sekunde vor einem Kannibalenclan flüchten können, vertrauter Filmbilder. Auch die Aufnahmen von zerstörten Städten erinnern an bekannte Vorbilder. Aber im Gegensatz zu dem buntem, menschenleerem, stark computergeneriertem Manhattan von „I am Legend“ sind die farblosen Bilder von Kameramann Javier Aguirresarobe („Vicky Cristina“, „Barcelona, Sprich mit ihr“, „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“) Visionen einer Mondlandschaft, durch die einige Menschen in schmutzigen Kleidern wanken. Die Städte sind verwüstet. Die Flüsse ausgetrocknet. Ein Schiff ist in einer Stadt gestrandet. Der Himmel ist immer grau. Für diese Bilder wurde im Winter in und um Pittsburgh, Pennsylvania, gedreht. Dort fanden die Filmemacher, neben dem passendem Wetter, eine stillgelegte Schnellstraße, verlassene Kohlebergwerke und einen alten Vergnügungspark, der abgerissen werden sollte, die als stilechte Kulissen für die postapokalyptische Geschichte dienten.

Nick Cave und Warren Ellis schrieben die atmosphärische Musik. Cave und Hillcoat sind seit Jahren befreundet. Er schrieb die Musik für alle Filme von Hillcoat und er schrieb auch die Drehbücher für Hillcoats Spielfilmdebüt, den Knastthriller „Ghosts…of the civil dead“, und seinen bislang letzten Film, den Western „The Proposition – Tödliches Angebot“.

„The Road“ ist – Wer könnte nach dem Genuss des Trailers daran zweifeln? – kein Film für einen unbeschwert-vergnüglichen Abend. Aber es ist ein Film ohne einen falschen Ton, der zum Diskutieren über die Grenzen der Humanität einlädt – und im Abspann noch eine wichtige Botschaft enthält.

The Road (The Road, USA 2009)

Regie: John Hillcoat

Drehbuch: Joe Penhall

Vorlage: Cormac McCarthy: The Road, 2006 (Die Straße)

mit Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron, Robert Duvall, Guy Pearce, Michael K. Williams, Garret Dillahunt, Molly Parker

Länge: 111 Minuten

Deutsche Taschenbuchausgabe

Cormac McCarthy: Die Straße

(übersetzt von Nikolaus Stingl)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2008

256 Seiten

8,95 Euro

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Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Verlag, 2007

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Originalausgabe

The Road

Alfred A. Knopf, New York, 2006

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film (Derzeit als attackierende Webseite gemeldet. Also: Vorsicht!)

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Road“

Wall Street Journal: Interview mit Cormac McCarthy zum Film (20. November 2009)

Homepage der Cormac-McCarthy-Society

Wikipedia über Cormac McCarthy (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. Oktober: Die verfilmten Kriminalromane

Oktober 7, 2010

ARD, 20.15

Donna Leon: Lasset die Kinder zu mir kommen (D 2010, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Stefan Holtz, Florian Iwersen
LV: Donna Leon: Suffer the Little Children, 2007 (Lasset die Kinder zu mir kommen)

Commissario Brunetti will herausfinden, wer eine illegal eingewanderte Albanerin erschlagen hat. Seine Ermittlungen führen ihn zu einer Organisation, die mit der Vermittlung von illegalen Adoptionen Geld verdient.

Illustration des sechzehnten Brunetti-Romans.

mit Uwe Kockisch, Julia Jäger, Karl Fischer, Annett Renneberg, Gregor Törzs, Uwe Bohm, Nadeshda Brennicke, Michael Gwisdek

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Arte, 20.15

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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Vox, 22.20

Rambo (USA 1982, R.: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone

LV: David Morell: First Blood, 1972 (Rambo)

Vietnam-Veteran John Rambo wird in einem Provinzkaff der Landstreicherei verdächtigt und von der Polizei gedemütigt. Er bricht aus und flüchtet in den Wald – verfolgt von einem riesigen Polizeiaufgebot. Rambo beginnt sich zu verteidigen. Und davon versteht der ehemalige Elitesoldat und Dschungelkämpfer etwas.

Das auch heute noch sehenswerte, harte Actiondrama mit gesellschaftskritischen Tendenzen machte Sylvester Stallone endgültig zum Star, sorgte in den Achzigern für zwei überflüssige Fortsetzungen und eine Welle von inzwischen – glücklicherweise – fast vollständig vergessenen Vietnam-Filmen. 2008 folgte dann, nach einer zwanzigjährigen Pause, der vierte Rambo-Film, der vor allem als kurzer, altmodischer Brutalo-Film für Aufsehen sorgte.

Für den ersten Rambo-Film wurde das Buchende geändert.

Mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso

Wiederholung: Freitag, 8. Oktober, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von David Morell

Meine Besprechung von David Morrell „Level 9“ (Scavenger, 2007)

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“ (Creepers, 2005)

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ARD, 00.50

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Hinweis

Meine Besprechung der DVD „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“

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ZDF, 01.05

Killer kennen keine Gnade (F 1972, R.: Jean-Claude Roy)

Drehbuch: Jacques Risser, Jean-Claude Roy

LV: Jacques Risser: L’Insolent, 1872

Zwei Verbrecher wollen sich nach einem Überfall auf einen Goldtransport gegenseitig übers Ohr hauen.

„Mittelmäßiger Kriminalfilm“ (Lexikon des internationalen Films), aber immerhin mit Henry Silva

Auch bekannt als “Der Kaltblütige“

 


TV-Tipp für den 6. Oktober: Wilsberg: Tödliche Freundschaft

Oktober 6, 2010

Heute gibt es nur eine Krimiverfilmung

ZDFneo, 21.00

Wilsberg: Tödliche Freundschaft (D 2004, R.: Thorsten Näter)

Drehbuch: Thorsten Näter

LV: Figur von Jürgen Kehrer

Dieses Mal begibt Wilsberg sich in den korruptiven und mörderischen Bausumpf von Münster. Denn Waltraut Rehmer glaubt nicht an den Selbstmord ihres Mannes.

Ein ganz witziger Wilsberg.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Rita Russek, Monica Bleibtreu

Hinweise

ZDF über „Wilsberg“

Homepage von Jürgen Kehrer

Meine Beschrechung von Jürgen Kehrers „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Tipp für den 5. Oktober: Die verfilmten Kriminalromane

Oktober 5, 2010

Weil Alligator Alfred schon wieder auf der Jagd ist:

SWR, 20.15

TATORT: Die Spieler (D 2005, R.: Michael Verhoeven)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Im Bodensee treibt eine zerfetzte Leiche. Kommissarin Blum sucht ihren Mörder – und wir Zuschauer einen Hauch von Krimispannung.

Auch der sechste Fall der Konstanzer Kommissarin Klara Blum ist enttäuschend: ein langatmig-langweiliges Schieben von Kulissen. Mit anderen Worten: ein „Verbrechen am Zuschauer“ (Oliver Gehrs, Frankfurter Rundschau, 8. Januar 2005).

Mit Eva Mattes, Sebastian Bezzel, Jan Niklas, Otto Sander

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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HR, 23.30

Mankells Wallander – Die Cellospielerin (D/S 2009, R.: Stephan Apelgren)

Drehbuch: Stephan Apelgren, Lars Lundström

LV: Charakter von Henning Mankell

Die junge Cellisten Irina ist Kronzeugin gegen den Sohn einer Größe der Russenmafia. Die Verbrecher wollen sie umbringen. Aber sie haben nicht mit Kommissar Wallander gerechnet.

Die fünfte Episode der zweiten Staffel von “Mankells Wallander” (das ist die Wallander-Serie, die nur auf Treatments von Mankell und inzwischen wohl nur noch auf dem von Mankell erfundenen Charakter basiert) ist anscheinend ein ziemlich okayer Thriller.

mit Krister Henriksson, Lena Endre, Mats Bergman


TV-Tipp für den 4. Oktober: 24: 16.00 – 18.00 Uhr

Oktober 4, 2010

Kabel 1, 22.15

24: 16.00 – 18.00 Uhr (Regie: Brad Turner)

Drehbuch: Howard Gordon, Evan Katz, Manny Coto, Brannon Braga

Erfinder: Joel Surnow, Robert Cochran

Heute beginnt der achte und letzte Tag für Jack Bauer. In New York will er einen Anschlag auf die Nahost-Friedensverhandlungen verhindern.

Neue Stadt, neuer Sendetermin, neuer Sender (?), altes Programm: trotz aller Mäkeleien gibt es in den kommenden zwölf Wochen (yep, es gibt wieder Doppelfolgen) ein sattes Brett Action und Polit-Thriller.

Vor allem weil Pro 7 um 21.15 mit „Human Target“ den Action-Abend startet.

mit Kiefer Sutherland, Mary Lynn Rajskub, Anil Kapoor, Mykelti Williamson, Katee Sackhoff, Freddie Prinze Jr., Cherry Jones, Elisha Cuthbert

Hinweise

Wikipedia über „24“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Goldmans „24: Staffel 1 – 6 – Wettlauf gegen die Zeit“ (24 – The ultimative guide, 2007)

„24“ in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Oktober: Sin City – Recut & Extended

Oktober 3, 2010

Pro7, 23.15

Sin City (USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Heute läuft nicht die Kinofassung, sondern die etwas längere „Recut & Extended“-Version, mit einer Betonung auf „Recut“.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Hinweise

Schnittberichte vergleicht die Kino- mit der Recut-Version

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons: Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1), 2010 (Give me liberty, 1990)


TV-Tipp für den 2. Oktober: James Bond: Leben und sterben lassen

Oktober 2, 2010

Wer seine Zeit nicht mit „Wetten, dass…?“, „Das Supertalent“, „Made in Germany – ein Wirtschaftsmärchen“, den „Kastelruther Spathen“ oder der „Königin von Honolulu“ (Ähem, Ohnsorg-Theater) verbringen will, kann über „Leben und sterben lassen“ nachdenken:


Kabel 1, 20.15

JAMES BOND: Leben und sterben lassen (GB 1973, R.: Guy Hamilton)

Drehbuch: Tom Mankiewicz

LV: Ian Fleming: Live and let die, 1954 (Leben und sterben lassen)

In Ian Flemings zweitem Bond-Roman finanziert Mr. Big mit Goldmünzen aus einem Piratenschatz die sowjetische Spionage in den USA. In der Karibik kommt es zum abschließenden Kampf zwischen Mr. Big und Bond.

Im Film will Mr. Big die USA mit Heroin überschwemmen.

Der Action-Höhepunkt in Roger Moores erstem Auftritt als James Bond ist ein Bootsrennen in Louisiana. Der Film ginge als netter Agententhriller durch, wenn da nicht der Bösewicht und, damit verbunden, die unerträgliche Zeichnung der Afroamerikaner als eine Horde degenerierter Krimineller wäre. In dem Magazin „Time“ wurde Bond deshalb – zu Recht – ein „rassistisches Schwein“ genannt.

Im Anschluss läuft „James Bond: Der Mann mit dem goldenen Colt“.

Mit Roger Moore, Jane Seymour, Yaphet Kotto

Wiederholung: Sonntag, 3. Oktober, 17.55 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. Oktober: Der Uhrmacher von St. Paul

Oktober 1, 2010

ARD, 01.05

Der Uhrmacher von St. Paul (F 1974, R.: Betrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Pierre Bost, Georges Simenon, Bertrand Tavernier

LV: Georges Simenon: L’Horloger d’Everton, 1954 (Der Uhrmacher von Everton)

Ist sein Sohn ein Mörder? Uhrmacher Michel Descombes will seinen Sohn verstehen.

Hochgelobtes, selten gezeigtes Debüt von Tavernier – psychologisch dicht und packend. Dafür erhielt Tavernier den Silbernen Bären.

Mit Philippe Noiret, Jean Rochefort

Hinweise

Wikipedia über „Der Uhrmacher von St. Paul“ (deutsch, englisch, französisch)

Deutsche Georges-Simenon-Fanseite

Senses of Cinema: Carloss James Chamberlin über Bertrand Tavernier (August 2003)

Meine Besprechung der von Bertrand Tavernier inszenierten James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“

Meine ausführliche Besprechung von „Der Uhrmacher von St. Paul“


Neu im Kino/Filmkritik: „Snowman’s Land“

September 30, 2010

Nein, wirklich gelungen ist Tomasz Thomsons „Snowman’s Land“ nicht. Und dabei fängt es für Genrejunkies und Freunde des schwarzen Humors so gut an. Walter, ein desillusionierter Profikiller, der seine besten Tage hinter sich hat, vermasselt seinen letzten Job so gründlich, dass man glaubt Aki Kaurismäki und die Coen-Brüder hätten Pate gestanden. Aber danach verabschieden sich Kaurismäki und die Coens und, obwohl die weitere Geschichte irgendwo in der schneeverwehten osteuropäischen Einöde spielt, stammt das gesamte Personal und der Humor aus den deutschen Deppengangsterkomödien à la „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, die in ihren lichten Momenten Ami-Filmgangstern nacheifern, aber meistens wie das Personal für eine Nachmittagstalkshow wirken.

Denn bis sich die Situation beruhigt hat, soll Walter in eine Hotel im Osten (genaugenommen 2340 Kilometer ostwärts oder irgendwo im nirgendwo) einige Tage untertauchen und dem legendären Verbrecher Berger bei irgendetwas helfen. Auf seiner Fahrt zum Arsch der Welt, in einem Auto das schon den vorletzten TÜV nicht mehr überlebte, trifft er seinen alten Kumpel Micky, einen anderen Auftragskiller, der mental leicht labil ist und in viel zu dünnen Klamotten durch den Schnee zu Bergers Hotel stampft. In dem stillgelegten Hotel werden sie von Bergers Freundin Sibylle erwartet. Sie nimmt die beiden Jungs betont unherzlich auf und düst erst einmal ab in die Stadt. Walter und Micky schlagen sich die Zeit auf Männerart tot: Schlitten fahren, saufen, TV gucken, sich nerven und auf Berger warten.

Als Sibylle zurückkommt, beginnt sie sich mit Micky zu Vergnügen. Alkohol und Drogen erleichtern das näherkommen. Walter ahnt schon das drohende Unheil und als Sibylle sich eher zufällig erschießt, haben die beiden Killer ein Problem, das sie pragmatisch lösen. Sie verbuddeln die Leiche im Wald und belügen Berger, als dieser sie nach seiner Freundin fragt. Doch allzu lange lässt Berger, der auch einen Sprung in der Schüssel hat, sich nicht hinhalten. Er foltert Walter und Micky, weil er glaubt, dass sie Sibylle entführt haben und von ihm jetzt ein erkleckliches Lösegeld haben wollen. Dass Walter und Micky keine Lösegeldforderung stellen, stört ihn nicht weiter (soviel zu intelligenten Verbrechern). Kurz darauf glaubt er, dass die Konkurrenz seine Freundin umgebracht hat. Er will sie rächen und, weil schon ziemlich viel Filmzeit vergangen ist, eskalieren die Ereignisse in durchaus vorhersehbarer Weise.

Die krude und immer wieder unplausible Story von „Snowman’s Land“ wird von Thomson in epischer Breite erzählt. Denn für einen Spielfilm sind der Plot und die Verwicklungen einfach zu dünn. Für eine Charakterstudie sind Walter und Micky einfach zu doofe Gangster, die ziellos durch die Geschichte stolpern. Sie sind immer die von äußeren Ereignissen getriebenen, die sich freuen können, wenn sie mit heiler Haut aus der Geschichte herauskommen. Aber auch das können sie nicht beeinflussen. Und scheitern können sie auch nicht, weil sie nichts erreichen wollen.

Für eine schwarze Komödie hat „Snowman’s Land“ zu viel Leerlauf und kein wirkliches Ziel der Attacke. Denn einem Haufen Deppen zuzusehen, wie sie ziellos durch den Schnee stampfen und sich in einem renovierungsbedürftigem Hotel auf die Nerven gehen, ist nur begrenzt unterhaltsam und letztendlich gar nicht so weit weg von den gängigen deutschen Spielfilmen.

Snowman’s Land (D 2010)

Regie: Tomasz Thomson

Drehbuch: Tomasz Thomson

mit Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Reiner Schöne, Eva-Katrin Hermann, Waléra Kanischtscheff, Detlef Bothe

Laufzeit: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zu „Snowman’s Land“

Film-Zeit über „Snowman’s Land“

Wikipedia über „Snowman’s Land“

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Das besondere Snowman-Ereignis

Am Freitag, den 1. Oktober, wird Reiner Schöne um 20.00 Uhr im Moviemento Kino (Kottbusser Damm 22, Berlin) bei der Vorstellung anwesend sein und alle Fragen zum Film beantworten.


TV-Tipp für den 30. September: Jesse Stone – Totgeschwiegen

September 30, 2010

ZDF, 00.35

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Al Mundy stiehlt keine Zeit

September 29, 2010

Ohne Alfred Hitchcocks eleganten Einbrecherfilm „Über den Dächern von Nizza“ (To catch a thief) und die nach den ersten James-Bond-Filmen einsetzende Begeisterung für jet-settende Geheimagenten (während die echten Geheimagenten eher wie Harry Palmer waren. Naja, vielleicht noch unglamouröser.) hätte es 1968 die amerikanische TV-Serie „It takes a thief“, die bei uns „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ heißt, wahrscheinlich nie gegeben. Denn der im Originaltitel angesprochene Dieb ist Alexander Mundy. Ein Dandy, der stolz darauf ist, das Metier seines Vaters und Großvaters fortzuführen, aus Prinzip keine Gewalt anwendet und der auch im Knast nur an seinen Ausbruch und seinen nächsten großen Coup plant.

Da bietet der Geheimdienstler Noah Bain (in der deutschen Fassung Noah Blain [keine Ahnung warum] heißt) Al Mundy einen Deal an. Er kommt frei, kann in einem großen Haus mit schönen Frauen leben und muss für ihn immer wieder Gegenstände stehlen. Denn, wie schon das im Titel angesprochene Sprichwort sagt: Man braucht einen Dieb, um einen Dieb zu fangen. Und wenn er sich nicht benimmt, kommt er wieder zurück ins Gefängnis.

In den ersten Folgen wird diese Erpressung öfters, wenn auch in einem humorvollem Tonfall, thematisiert. So gibt es auf der einen Seite einen Dieb, der Dieb bleiben will und nur ans Stehlen denkt, und auf der anderen Seite einen Geheimagenten, der einen Dieb erpresst für den Staat zu arbeiten. Als Belohnung winkt ihm nicht die Freiheit oder Geld, sondern nur das Leben in einem größeren Käfig.

In den späteren Folgen der ersten Staffel rücken dann die Agentengeschichten, die heute reichlich anachronistisch wirken, in den Vordergrund. Denn die Blockkonfrontation ist vorbei und damit auch das mühevolle Einschleusen von Agenten über verschiedene Grenzen in verschiedene mehr oder weniger fiktive Staaten im Osten, das Spiel mit falschen Identitäten, den in totalitären Staaten operierenden Untergrund-Bewegungen, die alle bemerkenswert gut englisch sprechen, und natürlich, verfolgt von einer Horde schießwütiger Kommunisten, die Flucht über die Grenze in die Freie Welt.

Doch meistens konzentrieren sich die Autoren (neben Serienerfinder Roland Kibbee auch Leslie Stevens, Dean Hargrove und Glen A. Larson) auf Al Mundys Diebstähle, lassen die Agentengeschichte eher nebenher mitlaufen und reichern die einzelnen Folgen teilweise mit zahlreichen Comedy-Elementen an. Dazu gehören Al Mundys Wortgefechte mit einem anderen Einbrecher (in „Wie klaut man ein Schlachtschiff?“), oder wenn Noah Bain widerwillig Al Mundys Part übernehmen muss, dabei auf eine in ihn verliebte Ost-Wissenschaftlerin trifft und er ihr als potentieller Überläufer die guten Seiten des Kapitalismus schildert (in „Es tritt auf: Noah Blain“), oder wenn Al Mundy, wieder einmal in Osteuropa, auf eine Untergrund-Gruppe trifft, deren Zentrale in einem noblen Modesalon ist (in „Die Radomir-Affäre“), oder wenn Al Mundy an der Riviera die heißen Enthüllungsmemoiren einer älteren, vergnügungssüchtigen Gräfin mit einem beeindruckenden Zahl früherer High-Society-Liebhaber stehlen soll (im zitatreichen Staffelfinale „Heiße Memoiren“). Sowieso werden Filmfans viele Zitate und Anspielungen auf andere Filme finden. Diese stehen allerdings nie den Capers im Weg.

Meistens muss Al Mundy aus hochgesicherten Gebäuden (damaliger Stand der Technik) etwas Wertvolles stehlen. Aber es gibt auch Variationen. So soll er „Ein Millionär hat’s schwer“ die Kronjuwelen nicht stehlen, trifft auf eine gutaussehende Einbrecherin (Ach, alle Frauen in der Serie sehen gut aus) und muss einen Scheindiebstahl durchführen, der Jahre später schamlos von Brian De Palma in „Mission: Impossible“ (wenn Tom Cruise sich in der CIA-Zentrale abseilt) kopiert wurde. In „Der falsche Engel“ soll Mundy einem südamerikanischem Diktator ein gefälschtes Gemälde unterschieben. In „Streit in der Königsfamilie“ muss er einen Thronfolger beschützen und wird, eher ungewollt, zu seinem Erzieher, Ratgeber und Vorbild (Zum Glück weiß der Junge nicht, dass Al Mundy ein Einbrecher ist). Und in „Die Radomir-Affäre“ soll Mundy die Tochter eines Biologen aus dem Ostblock schmuggeln.

Alle Folgen der ersten Staffel von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ sind lockere Unterhaltung, die gelungen Humor mit Suspense und Action verbinden und öfters wie ein kleiner Spielfilm wirken. Dazu tragen auch die teils heute noch bekannten Gaststars, wie Senta Berger, John Saxon, Leslie Nilsen, Raymond Burr, Anthony Zerbe, Strother Martin, Bill Bixby, Stuart Margolin und Ida Lupino , bei. Zu den filmischen Erben von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ gehört die ebenfalls sehr unterhaltsame, stylishe britische Serie „Hustle“.

Die DVD

Polyband hat die erste Staffel auf zwei Boxen aufgeteilt und jeweils mit einem informativem Booklet versehen. Auf der ersten Box ist auch die deutsche Synchron-Fassung des für uns umgeschnittenen Pilotfilms enthalten.

Die deutsche Synchronisation wurde von Rainer Brandt, der mit seiner Schnodder-Synchronisation auch für die deutschen Fassungen von „Die Zwei“, „Mini-Max“, „Tennisschläger und Kanonen“ verantwortlich war, erledigt. Sie ist – höflich formuliert – Geschmacksache, erfreut die Nostalgiker und geht mit den Originaldialogen ziemlich freizügig um. Heute hört sich der Mix aus verschiedenen Dialekten, Gossensprache und Jugendjargon ziemlich altmodisch an. Die Originalfassung ist dagegen zeitlos elegant. Dort gibt es auch den schönen, die Prämisse vorstellenden Dialog:

„We’re not asking you to spy. We’re just asking you to steal.“ (Noah Bain)

„Let me get this straight: you WANT me to steal?“ (Al Mundy)

Das Bild wurde digital remastered und ist entsprechend gut. Die einkopierten Archivaufnahmen, die oft eine lausige Bildqualität haben (selbstverständlich wurde nicht vor Ort, sondern in Hollywood gedreht), fallen allerdings negativ auf.

Ihr Auftritt , Al Mundy! (It takes a thief, USA 1968)

Erfinder: Roland Kibbee

mit Robert Wagner (Al Mundy), Malachi Throne (Noah Bain)

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DVD

Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.1

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: teilweise deutsch

Bonusmaterial: Booklet (20 Seiten), Pilotfilm in der deutschen Schnittfassung

Laufzeit: 470 Minuten (Pilotfilm und 7 Folgen)

FSK: ab 12 Jahre

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Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.2

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: teilweise deutsche

Bonusmaterial: Booklet (16 Seiten)

Laufzeit: 390 Minuten (8 Folgen)

FSK: ab 12 Jahre

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Die ersten Aufträge für Al Mundy

Eine Chance für den Playboy (A thief is a thief/A magnificent thief)

Regie: Leslie Stevens

Drehbuch: Roland Kibee, Leslie Stevens

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Ein Millionär hat’s schwer (It takes one to know one)

Regie: Leslie Stevens

Drehbuch: Leslie Stevens

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Abenteuer am Schwarzen Meer (When boy meets girl)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Dean Hargrove

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Empfang in der Botschaft (A very warm reception)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Leslie Stevens

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Der falsche Engel (One illegal angel)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Stephen Kandel

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Alles nur Design (Totally by design)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Dean Hargrove, Alvin Sapinsley (nach seiner Geschichte)

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Der Dieb als Spion (When tieves fall in)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Leslie Stevens

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Champagner für die Damen (A spot of trouble)

Regie: Herschel Daugherty

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Mart Zarcoff und Gene L. Coon)

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Streit in der Köngisfamilie (When good friends get together)

Regie: Lee H. Katzin

Drehbuch: Dean Hargrove

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Jedes Täubchen ziert ein Ring (Birds of a feather)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Glen A. Larson

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Wie klaut man ein Schlachtschiff? (To steal a battleship)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Jerry Devine

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Es tritt auf: Noah Blain (Turnaround)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Mort Zarcoff und Gene L. Coon)

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Die Radomir-Affäre (The Radomir miniature)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Stephen Kandel

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Ein unscheinbarer Schatz (Locked in the cradle of the keep)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Dick Nelson

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Bude, Dame, König, Reichsapfel (A matter of Royal larceny)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Tony Barrett

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Heiße Memoiren (The lay of the land)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Richard Collins, Alvin R. Friedman (nach einer Geschichte von Richard Collins)

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Hinweise

Wikipedia über „It takes a thief“

Cinema Retro über „It takes a thief“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 29, 2010

Urlaubsbedingt etwas verspätet sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatoren online gegangen:

Die James-Bond-Freunde dürfen sich auf die kommenden zwei Wochen freuen. Der Agent ihrer Majestät muss einige Male die Welt retten. Auch Kommissar Wallander muss mehrmals Verbrecher jagen und, das dürfte die Donna-Leon-Fans erfreuen, Commissario Brunetti kann einen neuen Fall lösen: „Lasset die Kinder zu mir kommen“.
Der Krimifan darf Jules-Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ und seine Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmungen „Jesse Stone – Eiskalt“ und „Jesse Stone – Totgeschwiegen“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“ und seine Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Robert Rodriguez/Frank Miller/Quentin Tarantinos Frank-Miller-Verfilmung „Sin City“ (dieses Mal in der Recut-Fassung), Marc Rothemunds Fred-Breinersdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Ted Kotcheffs David-Morell-Verfilmung „Rambo“, Sam Peckinpahs Jim-Thompson-Verfilmung „Getaway“, Sidney Lumets John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“ und, als TV-Premiere, Guillaume Canets Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ genießen.


TV-Tipp für den 29. September: Tatort: Zahn um Zahn

September 29, 2010

WDR, 23.00

Tatort: Zahn um Zahn (D 1985, R.: Hajo Gies)

Drehbuch: Horst Vocks, Thomas Wittenburg

In einer vom Abriss bedrohten Duisburger Werkssiedlung findet Kommissar Schimanski die Leichen von seinem Schulfreund Krüger und seiner Familie. Während die Polizei den Fall als erweiterten Selbstmord zu den Akten legen will, glaubt Schimanski, dass Krüger umgebracht wurde. Er beginnt seinen Mörder zu jagen und muss dafür auch nach Marseille fahren.

„Zahn um Zahn“ ist der erste „Tatort“, der seine Premiere im Kino erlebte. Weil der Film so erfolgreich war, durfte Schimanski zwei Jahre später mit „Zabou“ wieder im Kino ermitteln. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern gefiel mir „Zabou“ besser als „Zahn um Zahn“.

„Hajo Gies und seinem Autorenteam ist ein Actionfilm gelungen, der sich mit den Kinoerfolgen der neuen französischen und amerikanischen Polizeifilme messen will und messen kann. (…) In ‚Zahn um Zahn‘ hat Schimanski zwar seinen Rachefeldzug gewonnen, aber an Profil verloren.“ (Fischer Film Almanach 1986)

„Zahn um Zahn“ „war darüber hinaus ein für das deutsche Kino seltenes Produkt – ein Action-Film mit einem Polizisten ohne Schlips und Kragen, handwerklich professionell inszeniert, spannend und durchaus kinogerecht.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)

Tja, diese Einschätzung trifft heute immer noch zu. Ansehbare deutsche Genrefilme sind im Kino immer noch die berühmte Ausnahme.

mit Götz George, Renan Demirkan, Rufus, Eberhard Feik, Charles Brauer, Herbert Steinmetz, Ulrich Matschoss, Martin Lüttge

Hinweise

Horst-Schimanski-Fanseite

Tatort-Fundus über Horst Schimanski

Wikipedia über Horst Schimanski

Meine Besprechung von Martin Schüllers Schimanski-Roman „Moltke“


TV-Tipp für den 28. September: Erbarmungslos

September 28, 2010

Tele 5, 22.05

Erbarmungslos (USA 1992, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: David Webb Peoples

Wyoming, 1880: Als der ehemalige Revolverheld William Munny erfährt, dass die Huren von Big Whiskey ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys aussetzten, die eine von ihnen verstümmelte, schnallt er wieder seinen Colt um. Denn er braucht das Geld für sich und seine beiden Kinder; – auch wenn er es mit zwei Gefährten teilen muss.

„‘Erbarmungslos’ ist offensichtlich ein feinfühlig gemachter und ausbalancierter Film, und, wenn man seine Einsichten in die menschliche Natur bedenkt, so düster, wie ein Genrefilm überhaupt nur sein kann. Aber er präsentiert sich nicht finster, was er teilweise seinen Autoren verdankt. (…) Abgesehen von ‘revisionistisch’ , war das von den Kritikern am häufigsten verwendete Wort ‘Meisterstück’.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)

„ein vorzüglicher Spätwestern, der wie seit Peckinpahs ‘The Wild Bunch’ nicht mehr verstört.“ (Fischer Film Almanach 1993)

„Erbarmungslos“ erhielt vier Oscars, unter anderem als bester Film. Clint Eastwood erhielt für seine Regie und sein Spiel zahlreiche Preise und Nominierungen.

Das Drehbuch war für den Edgar, Oscar, Golden Globe und WGA Award nominiert und erhielt von den Western Writers of America den Spur Award als bestes Western-Drehbuch.

Außerdem erhielt „Erbarmungslos“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards.

Bei Rotten Tomatoes liegt der Frischegrad für diesen Western bei 96 Prozent.

Auf einer 2008 veröffentlichten Liste der zehn besten Western setzte das American Film Institute „Erbarmunglos“ auf den vierten Platz.

mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Francis Fisher, Jeremy Ratchford

Wiederholung: Mittwoch, 29. September, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Erbarmungslos“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Unforgiven“ von David Webb Peoples (Production Draft Sript, 23. April 1984)

epd Film: Rudolf Worschech über Clint Eastwood (2010)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Clint Eastwood in der Kriminalakte