Was macht der Nachwuchs der Filmhochschule Konrad Wolf und der Deutschen Film- und Fernsehakademie? Nun, heute gibt’s als Arbeitsproben die Kurzfilme „Lebendkontrolle“ (22.45 Uhr), „Magda“ (23.15 Uhr) und „Mondwärts“ (23.45 Uhr), morgen dann „Jessi“ (23.45 Uhr), „Orpheus“ (00.15 Uhr) und „Der Kommissar“ (00.45 Uhr).
Columbo: Blumen des Bösen (USA 1972, R.: Boris Sagal)
Drehbuch: Jonathan Latimer
Onkel Jarvis, Orchideenzüchter und Verwalter des Familienvermögens, schlägt dem in finanziellen Nöten steckenden Playboy Goodland eine fingierte Entführung vor. Aber Goodland bleibt für immer verschwunden. Oder wird Columbo ihn finden?
Diese natürlich äußerst gelungene Columbo-Folge (Plot gut, Dialoge gut, Schauspieler dito) ist das letzte Drehbuch des Pulp-Autors. Joseph Latimer schrieb auch Drehbücher für die langlebige Perry Mason-Serie mit Raymond Burr.
Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)
Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.
Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood.
Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)
Wiederholung: Dienstag, 20. April, 01.50 Uhr (Taggenau!)
LV: James Leo Herlihy: Midnight Cowboy, 1965 (Mitternachts-Cowboy)
Der naive Cowboy Joe Buck aus Texas will in New York als Gigolo viel Geld verdienen. Aber bei den reichen Damen hat er kein Glück und sein einziger Freund, der an Tuberkulose erkrankte Kleingauner Ratso, vermittelt ihn an schwule Kunden. Denn die lieben einen echten Cowboy.
Mit dem vor Ort gedrehten, den ‚american way of life‘ kritisierendem Drama hatte John Schlesinger in den USA seinen Durchbruch, Jon Voight und Dustin Hoffman (der bereits mit „Die Reifeprüfung“ einen Hit hatte) stiegen in die erste Liga auf und, nachdem der Film für zahlreiche Preise nominiert wurde und etliche erhielt (der bekannteste ist natürlich der Oscar für den besten Film des Jahres), wurde auch das X-Rating (nicht jugendfrei und damit vor allem für Pornos reserviert) für diesen Film überdacht und in ein R-Rating.
Für das muntere Partygeplauder sollte man wissen, dass „Asphalt-Cowboy“ nicht nur einzige Film ist, der mit einem X-Rating, der einen Oscar als bester Film erhielt, sondern dass er auch der einzige als nicht jugendfrei eingestufte Spielfilm ist, der einem amtierendem US-Präsidenten gezeigt wurde.
Für Cineasten ist „Asphalt-Cowboy“ einer der ersten New-Hollywood-Filme.
mit Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles, John McGivern, Brenda Vaccaro
Wiederholung: Dienstag, 20. April, 01.00 Uhr (Taggenau!)
Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)
Drehbuch: Andrew W. Marlowe
Erfinder: Andrew W. Marlowe
Heute startet die zweite Staffel von einer meiner derzeitigen Lieblingsserien. „Castle“ ist eine in den USA sehr erfolgreiche und amüsante Crime-Comedy über den leicht überheblichen, kindischen, sehr erfolgreichen Krimiautor Rick Castle und Kate Beckett, einer New Yorker Polizistin, die er als Vorbild für seinen neuen Seriencharakter Nikki Heat auserwählt hat. Aufgrund seiner guten Freundschaft zum Bürgermeister durfte er sie in der ersten Staffel (die in den vergangenen Wochen auf Kabel 1 lief) begleiten und sie wurden Freunde (obwohl Castle…).
Dank guter und zuletzt steigender Quoten (teils sogar vor CSI) wurde in den USA die zweite Staffel mehrfach auf inzwischen 24 Folgen verlängert und die dritte Staffel ist auch schon bestellt.
Aber nur die Meldung, dass bei uns die zweite Staffel unmittelbar nach der Ersten gezeigt wird, wäre kein „Tipp des Tages“.
Als ich die Szene sah, blieb mir die Spucke weg. Denn der Name wird in den Credits nicht verraten.
Der Grund für das Pokerspiel mit seinen Schriftstellerkollegen ist, dass Rick Castle Kate Beckett bei einem schwierigen Mordfall helfen will und so hofft, sie wieder zu besänftigen. Denn Kate Beckett ist stinkig, weil er auf eigene Faust in ihrer Vergangenheit herumwühlte und neue Fakten über den Mord an ihrer Mutter herausgefunden hat, und genervt, weil Castles neuer Krimi „Heat Wave“ in ihrem Büro mit einer pompös-klischeebehafteten Werbekampagne beworben wird.
mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)
Wiederholung: Sonntag, 18. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)
Cop Out – Geladen und entsichert (Cop Out, USA 2010)
Regie: Kevin Smith
Drehbuch: Rob & Mark Cullen
Just another Buddy-Movie: Zwei Cops, die sich die halbe Zeit streiten, jagen Gangster.
Harold Faltermeyer (Beverly Hills Cop, Top Gun, Fletch) schrieb die Musik.
Kevin Smith (Clerks, Chasing Amy) wollte mal einen Film mit Bruce Willis drehen, nahm erstmals für einen Spielfilm ein fremdes Drehbuch und darf sich – sicher dank großflächiger Werbung und prominenter Platzierung in den Multiplexen – freuen. „Cop Out“ ist sein kommerziell erfolgreichster Film.
Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, Walter Reisch (nach einer Geschichte von Melchior Lengyel)
Die 150-prozentige Kommunistin Ninotschka soll in Paris einige abtrümmige Genossen wieder auf Parteilinie bringen und den Verkauf von Edelsteinen in die Wege leiten. Aber auch sie muss schnell gegen die Verlockungen des Kapitalismus kämpfen.
Nach einem halben Jahrzehnt ist dieser Lubitsch-Klassiker, endlich wieder, wieder im TV zu sehen.
„ein Meisterwerk“ (Herbert Spaich: Ernst Lubitsch und seine Filme)
„Ninotschka“ war für vier Oscars nominiert: Bester Film, Bestes Drehbuch, Beste Originalgeschichte (Ja, ist eine rätselhafte Doppelkategorie) und Beste Hauptdarstellerin. Aber „Vom Winde verweht“ war einfach stärker.
mit Greta Garbo, Melvyn Douglas, Ina Claire, Bela Lugosi
Wiederholung: RBB, Samstag, 17. April, 23.40 Uhr (im Anschluss die Garbo-Filme „Die Frau mit den zwei Gesichtern“ und „Anna Karenina“)
Das erste was bei der jetzt erschienen DVD-Veröffentlichung von Sam Peckinpahs Debütspielfilm „Gefährten des Todes“ auffällt, ist die Bildqualität. Denn bislang gab es nur Kopien im falschen Format und einer, sehr höflich formuliert, sehr bescheidenen Bildqualität. Nach dem Remaster sind die Farben meistens noch etwas blass, aber die Details sind gut zu erkennen und die Bildkompositionen sind – was bisher ebenfalls nicht zu erkennen war – gelungen.
Als zweites fällt auf, dass der Film sich ziemlich gut gehalten hat. Das liegt daran, dass er das in Peckinpahs Ouevre immer wieder auftauchende, zeitlose Thema von Schuld und Sühne behandelt und die Frau in dem Film kein verhuschtes Hascherls ist. Maureen O’Hara ist als Sandra-Bullock-Typ des netten Mädchens von nebenan ziemlich sexy und sie zeigt auch, für damalige Verhältnisse, viel nackte Haut.
Immerhin reden wir hier von 1960. Das war die Zeit, als Frauen, die über Dreißig waren, wie Großmütter aussahen; als in „Der unsichtbare Dritte“ (North by Northwest) die nur sieben Jahre ältere Jessie Royce Landis die Mutter von Cary Grant spielte und Doris Day die Frau mit dem größten Sex-Appeal; — Hm, wahrscheinlich waren deshalb damals in den USA europäische Filme so beliebt.
Jedenfalls spielt Maureen O’Hara in „Gefährten des Todes“ die Hure mit dem goldenen Herz.
Nachdem Yellowleg (Brian Keith) in einem Schusswechsel irrtümlich ihren Sohn erschießt, will Kit Tilden ihr Kind neben seinem Vater beerdigen. Dummerweise liegt das Grab im Apachengebiet in der Geisterstadt Siringo. Sie macht sich alleine auf den Weg. Yellowleg, der von Schuldgefühlen geplagt ist, begleitet sie, gegen ihren Wunsch, mit seinen beiden Gefährten, den Verbrechern Billy (Steve Cochran) und Turk (Chill Wills). Auf der Reise nach Siringo gibt es den erwartbaren Ärger zwischen ihnen, mit den Apachen und der Natur.
Yellowleg hat nicht nur Schuldgefühle wegen dem Jungen. Er ist auch ein von Rachsucht getriebener Mann. Er verfolgte Turk ein halbes Jahrzehnt, weil dieser ihn damals skalpierte. Turk kann sich nicht daran erinnern und Yellowleg zögert seine Rache hinaus. Denn, so fragt er in einer Szene Kit, was bleibe ihm, wenn er den Sinn seines Lebens umbringe.
Und Turk, ein ziemlich unsympathischer Feigling, ist, wie spätere Szenen in „Gefährten des Todes“ zeigen, selbst ein von den Dämonen der Vergangenheit getriebener Mann.
Da ist Billy die psychologisch langweiligste Figur. Er ist einfach ein junger Berufsverbrecher.
Peckinpah-Fans entdecken in „Gefährten des Todes“ leicht viele Elemente, die auch in seinen späteren Filmen auftauchen. Aber, so Mike Siegel zutreffend in dem Audiokommentar, es gebe nur eine bestimmte Menge an Situationen und Themen und die meisten dieser Elemente stünden bereits in A. S. Fleischmans Roman und Drehbuch.
Der ausschließlich vor Ort in Old Tucson, Arizona, gedrehte „Gefährten des Todes“ ist von seinem Budget und der Drehzeit ein TV-Film fürs Kino. Gerade weil er einen ziemlich realistischen Blick auf den Wilden Westen wirft und zeitlose Themen, wie Schuld und Sühne ohne einfache Lösungen verhandelt, ist er auch heute noch einen Blick wert. Es ist einer der ersten Spätwestern und damit ein Western, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet.
Die Action-Szenen sind dagegen TV-Niveau und sie zeigen noch nichts von Sam Peckinpahs späterem Ruf als Action-Regisseur.
Als Bonusmaterial gibt es eine umfangreiche, interessante Bildergalerie, ein Booklet, ein halbstündiges Featurette und einen Audiokommentar von Peckinpah-Fan Mike Siegel. In dem informativem Featurette verarbeitet er viel bereits aus der absolut sehenswerten Doppel-DVD „Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah“ bekanntes Material. Der Audiokommentar ist dagegen eher enttäuschend, weil Siegel sich nicht wiederholen wollte und die Menge an Informationen über einen fast fünfzig Jahre alten Western einfach begrenzt ist.
„Gefährten des Todes ist kein Meisterwerk, aber in der remasterden Version durchaus einen Blick wert.
Gefährten des Todes (The Deadly Companions, USA 1961)
Regie: Sam Peckinpah
Drehbuch: Albert Sidney Fleischman
LV: A. S. Fleischman: Yellowleg, 1960 (später „The Deadly Companions“)
mit Maureen O’Hara, Brian Keith, Steve Cochran, Chill Wills, Strother Martin, Will Wright, Jim O’Hara, Billy Vaughn
Columbo: Schreib oder stirb (USA 1974, R.: Robert Butler)
Drehbuch: Peter S. Fischer
Verleger Riley Greenleaf ist stinkig. Sein Bestsellerautor Alan Mallory möchte den Verlag wechseln. Greenleaf denkt sich ‚nicht mit mir’ und der tapsige Lieutenant Columbo hat einen neuen Fall
Für Krimifans ist „Schreib oder Stirb“ ein Highlight. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf den Literaturbetrieb und Mickey Spillane (Ja, genau der!) spielt einen Bestsellerautor.
Wer ermordete den Freund von Kommissar Glauberg? Und warum schickt das BKA eine Polizistin in die norddeutsche Provinz? Gemeinsam decken Glauberg und die hübsche BKAlerin RAF-, Stasi-, West- und Ost-Ängste auf.
Woelks Roman kam damals bei den Kritikern nicht gut an. Ganz im Gegensatz zu den Fernsehkritikern. Die mochten den Film des immer zuverlässigen Matti Geschonneck. Und beim Hamburger Filmfest 2004 erhielt „Mord am Meer“ den TV-Produzentenpreis.
„Mord am Meer“ ist ein insgesamt gelungener Film, der unter den Beschränkungen des 90-Minuten-TV-Formats (einige Minuten länger wäre besser gewesen), einem zuviel an verschiedenen angesprochenen Themen (hier wäre weniger mehr gewesen) und einer enttäuschenden Lösung leidet. Aber die schönen Berlin-Bilder und die guten Leistungen der Schauspieler, die teilweise nur eine Szene haben, trösten darüber hinweg.
Mit Heino Ferch, Nadja Uhl, Manfred Zapatka, Birge Schade, Ulrike Krumbiegel, Otto Mellies, Ellen Schwiers, Thomas Sarbacher, Markus Boysen
Wiederholung: Mittwoch, 14. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)
Bankräuber Bill Cox nimmt die Familie von Jack Stanfield, Sicherheitschef bei einer Bank, gefangen. Er verlangt von Stanfield, dass dieser ihm bei dem Bankraub hilft. Stanfield versucht den Bankraub zu verhindern und seine Familie zu retten.
Gut, die Story ist mit etwas Hightech-Voodoo aufgebretzelte Dutzendware, aber die Riege der altbekannten Gesichter und die Schlägerei am Ende (sie war auch für den World Stunt Award/Taurus-Award als bester Kampf) entschädigt dafür.
„Firewall“ ist ein B-Picture mit Starpower.
mit Harrison Ford, Virginia Madsen, Paul Bettany, Carly Schroeder, Jimmy Bennett, Mary Lynn Rajskub, Robert Forster, Robert Patrick, Alan Arkin
Wiederholung: Dienstag, 13. April, 01.55 Uhr (Taggenau!)
Das Geheimnis der falschen Braut (F/I 1969, R.: Francois Truffaut)
Drehbuch: Francois Truffaut
LV: Cornell Woolrich (als William Irish): Walz into darkness, 1947 (Walzer in die Dunkelheit)
Ein reicher Tabakhändler verliebt sich in eine wunderschöne Frau. Aber diese ist mehr an seinem Geld interessiert.
Damals war der Film bei der Kritik und an der Kasse ein Flop. Kein Wunder: Belmondo – ausgestattet mit einem betonharten Image als Draufgänger – spielt ein Weichei und Deneuve eine eiskalte Mörderin. Inzwischen hat sich Meinung zu Truffauts bösem Märchen im Hitchcock-Stil geändert: „Truffaut nutzt die Vorlage eines ´schwarzen´ Romans von Cornell Woolrich zu einer reizvollen Variation über das Thema der ‚amour fou‘ und spickt sie mit zahlreichen Verweisen auf die französische und amerikanische Kinotradition (Renoir, Hitchcock); ein hervorragend gespieltes Drama, das nie als ´Wirklichkeit´ verstanden werden will, vielmehr als Spiel mit Chiffren und Zeichen.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Jean-Paul Belmondo, Catherine Deneuve, Michel Bouquet
Erin Grant verdient das Geld für einen Sorgerechtsprozess in einer Striptease-Bar. Dort verliebt sich Senator Dilbeck in sie und verteidigt sie mit einer Champagnerflasche gegen einen Verehrer. Jerry fotografiert dies und erpresst Dilbeck. Kurz darauf ist er tot und Erin sieht das Sorgerecht gefährdet.
Bis auf die Hauptrolle (Demi Moore, die auch beim Striptease nicht sonderlich erregend wirkt) gelungene Verfilmung eines satirischen Hiaasen-Buches, mit einer grandios aufspielenden Schar Nebendarsteller: Ving Rhames, Burt Reynolds, Armant Assante, Paul Guilfoyle, Robert Patrick, Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis; spielt die Tochter von Erin Grant)
Wenn der Film zum Lesen des Buches (und der anderen Hiaasen-Werke!) führt, dann kann der Film gar nicht genug gelobt werden
Wiederholung: Montag, 12. April, 02.10 Uhr (Taggenau!)
Meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind, mit vielen schönen Bildern (Danke, Alfred!), bei den Alligatorpapieren online:
Nach dem österlichem Trommelfeuer geht’s jetzt geruhsamer durch den April. Zum Auftakt gibt es George Stevens A.-B.-Guthrie-jr.-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“ und die schon länger nicht mehr gezeigte Carl-Hiaasen-Verfilmung „Striptease“ (jaja, viele Razzies). Weiter geht’s mit Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“, Philip Noyces Charles-Williams-Verfilmung „Todesstille“, Francois Truffauts Cornell-Woolrich-Verfilmung „Das Geheimnis der falschen Braut“, Norman Jewisons John-Ball-Verfilmung „In der Hitze der Nacht“, Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“, Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ (und schlaflos ist), Henri-Georges Clouzots Boileau/Narcejac-Verfilmung „Die Teuflischen“, José Giovannis „Der Mann aus Marseille“, den ersten beiden Teile der TV-Version von „Der Pate“ und zweimal Columbo. Einmal mit Mickey Spillane (Schreib oder stirb), einmal von Jonathan Latimer (Blumen des Bösen).
New Jersey: Mafiosi Perello beauftragt Joey, den Revolver, mit dem er einen Undercover-Polizisten erschossen hat, zu entsorgen. Joey versteckt den Revolver im heimischen Keller. Ein Nachbarjunge entdeckt den Revolver, erschießt seinen brutalen Stiefvater und, weil jetzt verschiedene Gangstergruppen und die Polizei die Waffe wollen, hat Joey plötzlich eine ganze Menge Probleme, die er in einer Nacht lösen muss.
Düster-grotesker, blut- und bleihaltiger, zynischer Thriller, den man, weil alles mit allem zusammenhängt und alle irgendwie miteinander verbandelt sind, besser nicht zu genau auf Logik und Wahrscheinlichkeit überprüfen sollte.
Wayne Kramer scheint seine letzten Filme nach dem Prinzip der größtmöglichen Distanz geschrieben zu haben. Anders ist nicht zu erklären, warum er nach dem Las-Vegas-Märchen für Erwachsene „The Cooler“ und der knalligen Thriller-Groteske „Running Scared“ das ernste Episodendrama „Crossing Over“ über illegale Einwanderer in die USA inszenierte.
mit Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga, Chazz Palminteri, Johnny Messner, Karel Roden
Wiederholung: Samstag, 10. April, 02.40 Uhr (Taggenau!)
Schwarz Rot Gold: Alles in Butter (D 1982, R.: Dieter Wedel)
Drehbuch: Dieter Meichsner
Zollfahnder Zaluskowski jagt den Betreiber einer Butterschmelze wegen Subventionsbetrug.
Zwischen 1982 und 1995 entstanden 18 TV-Spielfilme mit Uwe Friedrichsen als Zollfahnder Zaluskowski. Drehbuchautor Dieter Meichsner, der alle Drehbücher nach wahren Fällen schrieb, gelang es, das dröge Thema Wirtschaftskriminalität in spannende Krimis zu verpacken. Bis jetzt fand er keinen Nachfolger.
Vor allem in den Achtzigern war „Schwarz Rot Gold“ eine der Serien, in denen Qualität und Quote stimmten: „gehört zum Besten, was in den achtziger Jahren an deutscher Krimiunterhaltung geboten wurde“ (Martin Compart: Crime TV).
Mit Uwe Erichsen, Siegfried Kernen, Edgar Bessen, Georg Meyer-Groll, Gerd Böckmann, Heinz Moog, Hannelore Elsner
Im Jahr des Drachen (USA 1985, R.: Michael Cimino)
Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino
LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)
Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.
Mit Mickey Rourke, John Lone
Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“
Wiederholung: MDR, Sonntag, 11. April, 00.15 Uhr (Taggenau!)
12 Monate Bewährungsfrist (USA 1939, R.: Lloyd Bacon)
Drehbuch: Warren Duff (nach einer Originalgeschichte von Jonathan Finn
LV: Lewis E. Lawes
Cliff Taylor ist auf Bewährung draußen und möchte sauber bleiben. Aber das ist nicht so einfach.
Kraftvolles Gangsterdrama, das sich auf vertrauten Pfaden bewegt.
“Ereignisreiche, routiniert inszenierte Gangstergeschichte mit tragischem Ausgang.” (Lexikon des internatioanlen Films)
Lewis E. Lawes leitete von 1920 bis 1941 das Gefängnis Sing-Sing. Er bemühte sich die Haftbedingungen zu verbessern und trat dafür mit Büchern und Radioshows an die Öffentlichkeit. Sein bekanntestes Werk dürfte “20.000 Years in Sing-Sing” sein, das mit Spencer Tracy und Bette Davis verfilmt wurde.
mit George Raft, Jane Bryan, William Holden, Humphrey Bogart