Tatort: Schönes Wochenende (D 1980, R.: Wolfgang Staudte)
Drehbuch: Uwe Erichsen, Martin Gies
In seinem letzten Fall verlässt Kommissar Haferkamp sein vertrautes Revier: Zusammen mit seiner Ex will er ein Wochenende im Bergischen Land verbringen. Aber statt gemeinsamen Wanderungen klärt er, ohne das Hotel zu verlassen, einen Mord an einem Ganoven und einen Überfall auf einen Großmarkt auf. Seine Ex erträgt die Ermittlungen ihres Ex mit Fassung.
Mit einem ungewöhnlichen Fall endete die Ära des bekannt-beliebten Kommissars. Denn bislang ermittelte er nicht in seiner Freizeit.
mit Hansjörg Felmy, Willy Semmelrogge, Karin Eickelbaum, Bernd Schäfer, Dieter Prochnow, Peter Millowitsch, Uwe Ochsenknecht
Drehbuch: Herman Miller, Dean Reisner, Howard Rodman (nach einer Story von Herman Miller)
Ein Sheriff aus Arizona verfolgt in New York einen flüchtigen Mörder.
Die erste Zusammenarbeit von Don Siegel und Clint Eastwood ist eine Vorstudie für „Dirty Harry“ und war der beginn einer jahrelangen Freundschaft. Der Film kam beim Publikum gut an, aber ich stimme Richard Schickel zu: „Dennoch bleibt der Eindruck bestehen, (…) dass es sich um einen verworrenen und im Ton vergriffenen Film handelt, der nie sein eigentliches Ziel findet, sondern von Schlüsselszene zu Schlüsselszene wandert – beziehungsweise kriecht.“ (Clint Eastwood – Eine Biographie)
„Coogans großer Bluff“ war auch das Vorbild für die TV-Serie „Ein Sheriff in New York“ (McCloud, mit Dennis Weaver).
mit Clint Eastwood, Lee J. Cobb, Susan Clark, Tisha Sterling, Don Stroud, Seymour Cassel
Mord unter Zeugen – Shooting Dogs (GB/D 2005, R.: Michael Caton-Jones)
Drehbuch: David Wolstencroft
Gleiches Thema wie “Hotel Ruanda”, aber dieses Mal nimmt ein Pater in seiner Missionsschule die vor dem Bürgerkrieg Flüchtenden auf. Weil „Shooting Dogs“ nach dem vorzüglichen „Hotel Ruanda“ in die Kinos kam, wurde er kaum beachtet.
Mit John Hurt, Hugh Dancy, Dominique Horwitz, Louis Mahony
LV: Forrest Carter: The Rebel Outlaw: Josey Wales, 1973 (Gone to Texas; The Outlaw Josey Wales; Josey Wales
Missouri, während des Bürgerkriegs: Marodierende Nordstaatler bringen die Familie von Farmer Josey Wales um. Er schwört Rache, schließt sich den Südstaatlern an, ergibt sich nicht am Ende des Bürgerkrieges, wird als Outlaw gejagt und will irgendwann nur noch seine Ruhe haben. Aber langsam hat er eine Ersatzfamilie im Schlepptau.
Ein feiner Western
mit Clint Eastwood, Chief Dan George, Sondra Locke, Bill McKinney, John Vernon, Paula Trueman, Sam Bottoms
Wyoming, 1880: Als der ehemalige Revolverheld William Munny erfährt, dass die Huren von Big Whiskey ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys aussetzten, die eine von ihnen verstümmelte, schnallt er wieder seinen Colt um. Denn er braucht das Geld für sich und seine beiden Kinder; – auch wenn er es mit zwei Gefährten teilen muss.
„‚Erbarmungslos‘ ist offensichtlich ein feinfühlig gemachter und ausbalancierter Film, und, wenn man seine Einsichten in die menschliche Natur bedenkt, so düster, wie ein Genrefilm überhaupt nur sein kann. Aber er präsentiert sich nicht finster, was er teilweise seinen Autoren verdankt. (…) Abgesehen von ‚revisionistisch‘ , war das von den Kritikern am häufigsten verwendete Wort ‚Meisterstück‘.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)
„ein vorzüglicher Spätwestern, der wie seit Peckinpahs ‚The Wild Bunch‘ nicht mehr verstört.“ (Fischer Film Almanach 1993)
„Erbarmungslos“ erhielt vier Oscars, unter anderem als bester Film. Clint Eastwood erhielt für seine Regie und sein Spiel zahlreiche Preise und Nominierungen.
Das Drehbuch war für den Edgar, Oscar, Golden Globe und WGA Award nominiert und erhielt von den Western Writers of America den Spur Award als bestes Western-Drehbuch.
Außerdem erhielt „Erbarmungslos“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards.
Bei Rotten Tomatoes liegt der Frischegrad für diesen Western bei 96 Prozent.
Auf einer 2008 veröffentlichten Liste der zehn besten Western setzte das American Film Institute „Erbarmunglos“ auf den vierten Platz.
mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Francis Fisher, Jeremy Ratchford
Oklahoma in den Dreißigern: Countrysänger Red Stovall ist ein todkranker Alkoholiker, aber vor seinem Tod will er in Nashville in der Grand Ole Opry singen. Damit sein Traum in Erfüllung geht, begleitet ihn sein vierzehnjähriger Neffe Whit. Und dieser muss bei dieser Fahrt vom Kind zum Mann werden.
Ein Drama über einen Verlierer, das Clint Eastwood am Herzen lag, ein gewaltiger Schritt weg von seinem damaligen Leinwandimage war (davor drehte er „Firefox“, danach „Dirty Harry kommt zurück“) und ein Kassenflop wurde. Denn damals war Clint Eastwood vor allem der Fremde ohne Namen (immer noch), Dirty Harry (sowieso) und der Mann aus San Fernando mit dem Orang-Utan Clyde. Erst 1986 wurde der Film in einigen deutschen Kinos gezeigt.
Verna Bloom meinte: „Wenn Clint ein Versager wäre, dann wäre er Red.“
„Es ist offensichtlich ein sehr einfacher Film. Und er wurde auch mit einfachen Mitteln gemacht – in einem Zeitrahmen von fünf Wochen und einem Budget von knapp über 3 Millionen Dollar. Das Studio verlangte ein positives Ende, was Clint jedoch sorgfältig vermied.
Von der Kritik wurde dieser Film radikal unterbewertet.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)
Yep.
„Honkytonk Man“ ist eine schöne Liebeserklärung an die kleinen Leute und eine Brücke zu seinem mit „Erbarmungslos“ einsetzendem Spätwerk.
mit Clint Eastwood, Kyle Eastwood, John McIntire, Alexa Kenin, Verna Bloom
Als „Yukon“ 1981 in den Kinos anlief, kam er bei der Kritik nicht gut an und die meisten Zuschauer sahen sich lieber „Jäger des verlorenen Schatzes“, „James Bond – In tödlicher Mission“, „Auf dem Highway ist die Hölle los“, „Cap und Capper“, „Die Klapperschlange“, „Superman II“ oder „Das Boot“ an (und Kommissar Schimanski löste seine ersten Fälle). Dagegen war „Yukon“ dann doch unübersehbar aus einem anderen Jahrzehnt.
Später verschwand der Film in der Versenkung.
Jetzt liegt die DVD vor – und „Yukon“ ist ein sehr unterhaltsamer, im positiven Sinne altmodischer Abenteuerfilm mit Angie Dickinson (in einer vollkommen überflüssigen Nebenrolle), Lee Marvin und Charles Bronson als Jäger und Gejagter in der wundervollen kanadischen Bergwelt.
Diese von Menschen unberührten Berge umkreist die Kamera während des Vorspanns. Es ist eine unwirtliche Landschaft, in der der Mensch nur geduldet ist.
Der betont auffällige Hinweis vor dem ersten Bild, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruhe ist Hollywood-Voodoo. Denn die wahre Geschichte der Menschenjagd nach Albert Johnson, dem verrückten Trapper vom Rat River, war ganz anders.
Doch zurück zum Film und wie in den ersten Minuten alle wichtigen Charaktere und Themen eingeführt werden. Schon während des Vorspanns reitet ein in Fellen eingehüllter Mann langsam durch den Schnee. Er trifft auf eine Gruppe Männer, die einen Hundekampf veranstalten. Der Mann kauft den schwerverletzten Hund und verschwindet.
Bis jetzt sind sechs Minuten vergangen und wir kennen den Guten (Charles Bronson als Albert Johnson), der ohne sein Zutun in Gefahr gerät, und den Bösewicht Hazel (Ed Lauter), der es nicht verkraften kann, dass ein hergelaufener Fremder ihm seinen Hundekampf versaut, ihn vor seinen Männern demütigt und mit einer verächtlichen Geste den halbtoten Hund für stolze 200 Dollar abkauft. Als Hazel in der sechsten Filmminute sagt „Wir werden uns wiedersehen. Mir klaut niemand etwas.“ ist der die nächsten neunzig Minuten bestimmende Konflikt klar umrissen – und unsere Sympathien sind ebenso klar verteilt.
Die jetzt folgende Schrift „Yukon Territory, November 1931“ verrät Ort und Zeit der Geschichte. Im Bild ist ein kleiner Friedhof und die langsam zurückfahrende Kamera enthüllt die gesamte Poesie des Holzschildes: „Rat River Cemetary“.
Die nächsten drei Minuten gehören Lee Marvin, der den desillusionierten Sergeant Edgar Millen der Royal Canadian Mounted Police spielt, der es sich in diesem Nest mit Alkohol, Frauen und einem schwarzen Freund gemütlich eingerichtet hat . Er ist letztendlich der zweite Gute. Er wird zu einer Menschenjagd gezwungen, obwohl er in Johnson einen Geistesverwandten sieht. Auch dies wird schon in seiner ersten Szene deutlich: Hazel beschwert sich bei Millen, dass Johnson seinen Hund gestohlen habe. Millen lässt ihn abblitzen. Aber gegen die sich im folgenden entwickelnde Dynamik zwischen den beiden Kontrahenten, wobei Hazel die treibende Kraft ist, hat er keine Chance und so führt er plötzlich eine Menschenjagd an – und versucht dabei den Gejagten zu schützen.
Dieser Konflikt zwischen Johnson und Hazel ist natürlich auch ein Konflikt zwischen dem edlen Cowboy, der schweigsam tut, was getan werden muss, und dem niederträchtig-feigen Kapitalisten, der vor allem um sein Image besorgt ist und die Wahrheit schamlos verbiegt. Es ist auch ein Konflikt zwischen Wilder Westen und Moderne.
Aber bei Peter Hunt (dessen bekanntester Film immer noch sein Debüt, der James-Bond-Film „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, ist) führt diesen Konflikt nicht, wie bei Sam Peckinpah, zu einem Riss innerhalb seiner Charaktere. Während bei Peckinpah immer auch die Frage verhandelt wurde, wie die Prinzipien des Westerners im zwanzigsten Jahrhundert überleben können, und daher seine Charaktere sich auch immer zwischen Anpassung und Treue zu ihren Prinzipien (und einem von der Zeit überholten way of life) entscheiden mussten, wird in „Yukon“ eben dieser Moralkodex des Westerners nicht hinterfragt. Er wird von Johnson und Millen verkörpert. Deren Gegner stehen dagegen für die schlechten Seiten der Moderne: Habgier, Hass und Egozentrik. Hazel und seine Gefolgsleute – eine ziemlich debile Ansammlung von, hm, Hinterwäldlern – sind so überzeichnet, dass sie vor allem als Bösewichte taugen. Das gilt auch für den Journalisten, der mit der von seiner Zeitung ausgelobten Belohnung, die niederen Instinkte der Jäger noch anstachelt. Da ist das Ende der Menschenjagd, trotz einer kleinen Überraschung am Ende, klar.
„Yukon“ ist insofern ein naiver Western, der gerade deshalb heute noch gut angesehen werden kann. Weil er jetzt nicht mehr an sein Entstehungsjahr, das damalige Kinoprogramm und die damaligen gesellschaftlichen Diskurse gebunden ist, wirkt er sogar besser als damals. Immerhin erzählt er, ökonomisch den alten Hollywood-Erzähltugenden gehorchend, eine einfache Geschichte in der die Charaktere und die Geschichte im Mittelpunkt stehen.
Als Bonusmaterial gibt es den amerikanischen und deutschen Trailer (die sich nur in der Tonspur unterscheiden), eine Bildergalerie mit Plakaten und Standfotos und einen knapp dreißigminütigen Mitschnitt einer Pressekonferenz, der zwar nicht viel über den Film verrät, aber dafür Charles Bronson und Lee Marvin in bester Laune zeigt. Mit ihren selbstironischen und auch überlegten Statements zeigen sie, dass sie intelligenter als ihr öffentliches Macho-Image sind. Der anwesende Produzent Murray Shostak fällt nicht weiter auf.
Der Mitschnitt ist ein historisch interessantes Dokument für die Fans der beiden Schauspieler und eine sehr nette Beigabe der DVD-Macher, die wieder einmal zeigt, wie viel Mühe Koch-Media sich mit der deutschen Erstveröffentlichung gemacht hat. Denn sogar die US-amerikanische Ausgabe von Anchor Bay muss ohne Bonusmaterial auskommen.
Yukon (Death Hunt, USA 1981)
Regie: Peter R. Hunt
Drehbuch: Michael Grais, Mark Victor
mit Charles Bronson, Lee Marvin, Carl Weathers, Andrew Stevens, Ed Lauter, Angie Dickinson, Scott Hylands
auch bekannt als „Ein Mann wird zur Bestie“
–
DVD
Koch-Media
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch, Italienisch
Bonusmaterial: Radio-Interview mit Charles Bronson und Lee Marvin (optionale Untertitel: deutsch, italienisch), Bildergalerie, Trailer (deutsch, englisch), Wendecover
Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg)
Drehbuch: Steven Knight
Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.
Hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg.
Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).
„Eastern Promises“, wurde, oft in den Kategorien, bester Film, beste Regie, beste Hauptrolle und bestes Drehbuch, für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch einige. Knights Drehbuch war für den Edgar nominiert.
Im Moment arbeiten Steven Knight, David Cronenberg und Viggo Mortensen an einer Fortsetzung von „Eastern Promises“.
mit Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel
Kennwort Kino: Clint Eastwood – Eine Legende wird 80 (D 2010, R.: Peter Paul Huth, Maik Platzen)
Drehbuch: Peter Paul Huth, Maik Platzen
Halbstündige Doku über Clint Eastwood, die sich vor allem auf sein Werk ab „Erbarmungslos“ konzentriert und, anlässlich von Eastwoods Geburtstag am kommenden Montag, eine sehr kleine 3sat-Reihe einläutet.
Auch die anderen TV-Sender zeigen demnächst etliche Filme von und mit Clint Eastwood.
Die Tochter des US-Präsidenten wird entführt. Spezialagent Robert Scott soll sie finden – und der Befehlsempfänger deckt ein Komplott auf.
Wenn David Mamet einen Polit-Thriller schreibt und inszeniert, dann sind einerseits die üblichen Genrestandards enthalten und andererseits, dank guter Schauspieler und Dialoge, auch viel mehr.
Außerdem waren bei den Vorbereitungen und dem Dreh zahlreiche Polizei- und Militärspezialisten dabei. Der bekannteste (und wichtigste) dürfte Eric L. Haney sein, dessen „Inside Delta Force“ auch die Grundidee für die von David Mamet und Shawn Ryan (The Shield) erfundene grandiose Serie „The Unit“ lieferte.
mit Val Kilmer, Derek Luke, William H. Macy, Ed O’Neill, Kristen Bell, Tia Texada, Mark Pellegrino
Wiederholung: Dienstag, 27. Mai, 00.00 Uhr (Taggenau! – Yep, die zeigen den Film zweimal hintereinander.)
Ehrbare Ganoven (F 1985, R.: Constantin Costa-Gavras)
Drehbuch: Constantin Costa-Gavras
LV: Francis Ryck: Le Conseil de famille, 1983
Glückliches Familienleben: der Vater wird aus dem Knast entlassen und der Sohn möchte den Beruf des Vaters ergreifen. Gemeinsam rauben sie Safes aus. Erst als die us-amerikanische Mafia in den Familienbetrieb einsteigen will, gibt es Probleme.
Nett-belanglose Gaunerkomödie mit Johnny Hallyday, Fanny Ardant, Guy Marchand
Drehbuch: Walter Hill, William Fairchild (ungenannt)
LV: Desmond Bagley: The freedom trap, 1971 (Lebenslänglich mit Rückfahrkarte)
Geheimagent Rearden soll sich im Knast mit einem Sowjetagenten anfreunden. Sie werden von Freunden des Sowjetagenten befreit. Auf ihrer Flucht dämmert Rearden, dass er nur eine Marionette in einem viel größeren Spiel ist.
Spannender, seit sechs Jahren nicht mehr gezeigter Agententhriller (wobei die Agenten-Sache eher nebensächlich ist)
mit Paul Newman, James Mason, Dominique Sanda, Ian Bannen
Pünktlich zum laaangen Wochenende sind die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps (ein Dank an Alfred für die Bildersuche) online:
Jetzt verstehe ich, warum Kommissar Wallander immer so stinkig ist. Überstunden ohne Ende, Nachtarbeit und dann die immergleichen Täter verhaften, die einige Stunden später schon wieder frei sind, damit die Wiederholung gezeigt werden kann.
Da gehen einige andere, hm, Helden wesentlich herzhafter zu Werk. Paul Newman ist nach sechs Jahren Sendepause wieder „Der Mackintosh-Mann“ in John Hustons Desmond-Bagley-Verfilmung.
Außerdem gibt es Billy Wilders Agatha-Christie-Verfilmung „Zeugin der Anklage“, Sidney Lumets Reginald-Rose-Verfilmung „Die zwölf Geschworenen“ und seine Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, John Hustons Dashiell-Hamemett-Verfilmung „Die Spur des Falken“, Tim Metcalfes Thomas-E.-Gaddis/James-D.-Long-Verfilmung „Killer – Tagebuch eines Serienmörders“, Lucky McKee und Trgve Allister Diesens Jack-Ketchum-Verfilmung „Blutrot“, José Giovannis John-D.Carrick-Verfilmung „Im Dreck verreckt“ und Anthony Minghellas Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“.
LV: Charles Willeford: Miami Blues, 1984 (Miami Blues)
Als erstes bringt Junior in Miami einen bettelnden Krishna um. Dann beginnt er mit seinem Brotjob: Überfälle. Als ihm Sgt. Hoke Moseley zu nahe kommt, raubt er ihn aus (Dienstpistole, Ausweis, Gebiss). Und das nimmt Moseley wirklich persönlich.
Willefords Hoke-Moseley-Krimis sind eine bitterböse, urkomische Abrechnung mit dem amerikanischen Traum. Armitages Adaption bebildert in weiten Teilen nur Willefords Buch. Trotzdem: „Hervorragend gespielte Kriminalgroteske, die sich nach und nach als böse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum entpuppt.“ (Lexikon des internationalen Films)
Nach dem ganzen Gerede über Friedrich Wilhelm Murnau wollt ihr jetzt sicher einen Murnau-Film sehen. „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ ist ein guter Einstieg
Es ist die englische Fassung, die Bildqualität ist okay und vermittelt einen guten ersten Eindruck von dem Film und der beklemmenden Atmosphäre. Denn Murnau war der Erste. Alle anderen haben ihm nachgeeifert.
Im Fernsehen habe ich vor längerem eine restaurierte und kolorierte Version mit einem deutlich besseren Bild gesehen (das ist auch die DVD-Version [Schnittberichte hat die Public-Domain– und die restaurierte Version miteinander verglichen]).
„‚Nosferatu‘, das ist vielleicht der Film im Zentrum von Murnaus Werk: Nicht weil er, wie durch ein Brennglas, dessen Motive und Themen versammelt und konzentriert, sondern als Mittelpunkt eines locker geflochtenen Gewebes, durch dessen Stränge er mit allen anderen Filmen zusammenhängt, ein leeres Zentrum.
Kein weiterer Murnaufilm ist so frei und offen wie ‚Nosferatu‘.“ (Fritz Göttler in Hanser Reihe Film Band 43: Friedrich Wilhelm Murnau, 1990)
„‚Nosferatu‘ ist nach wie vor die einzige Dracula-Adaption, die hauptsächlich auf den Schrecken abzielt. Max Schrecks rattenhafte, korsettierte Draculaversion besitzt keinen Zauber der Untoten, (…). Ebenso wie ‚Dracula‘ als Vorlage für den Horrorroman dienen kann, so dient ‚Nosferatu‘ (…) als Schablone für den Horrorfilm. Murnau fügte Stoker Nuancen hinzu, die überdauerten, vor allem, dass Vampire beim ersten Tageslicht vergehen.“ (James Marriott/Kim Newman: Horror – Meisterwerke des Grauens von Alien bis Zombie, 2006)
1873 im Winter: Undercover-Agent Deakon muß während einer Zugfährt ein Komplott aufklären.
Der Krimi spielt zwar im Wilden Westen, aber MacLean verbrät seine üblichen Ideen nur vor einer anderen Kulisse (Undercover-Agenten, große Verbrechen, Doppelspiele, Frauen – halt das, was wir auch von seinen Kriegs- und Agententhrillern kennen). Trotzdem ganz unterhaltsam.
Mit Charles Bronson, Jill Ireland, Ben Johnson, Charles Durning, Richard Crenna
Krimi-Autor Bill Crider schrieb im January Magazine über Detektive im Westen und dieses Buch: „There was a time when Scottish novelist MacLean was the premier thriller writer on both sides of the Atlantic. (Ask anyone who’s read some his early books, if you don’t believe that. Better still, read one yourself.) His forte was putting extremely competent heroes into situations that required physical strength, endurance and intelligence, and his plots were often quite complex mysteries. He was a little past his prime when he wrote Breakheart Pass, about an accused killer who’s taken on board a train loaded with medical supplies, relief troops and more than its fair share of troublemakers. Still, the book is a lot of fun, with one surprise after another (you never know just who’s on the side of the ungodly and who’s not in a MacLean novel), and enough action for two or three volumes. It rips along right until the breathless conclusion, and even the one embarrassing technical glitch probably won’t bother anyone too much.“
Drehbuch: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith (nach einer Geschichte von Daniel E. Taylor und Kario Salem)
Hehler Max überredet den immer allein arbeitenden Profieinbrecher Nick Wells zu einem Einbruch ins ausgezeichnet gesicherte Zolllager von Montreal. Dort ist für einige Tage ein wertvolles Königszepter. Die Pläne erhält Nick dank eines Insiders. Dummerweise will der Insider bei dem Coup nicht nur helfende Hand sein.
Drei Schauspielgiganten in einem amüsanten Caper. Was will man mehr an einem lauschigen Frühlingsabend?
“The Score” ist der letzte Film von Marlon Brando. Nach mehreren, sehr höflich formuliert, schlechten Werken, gelang ihm mit dem elegant, altmodischen “The Score” ein würdevoller Abschied.
Mit Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett, Gary Farmer, Paul Soles
Wiederholung: Donnerstag, 20. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)
Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (USA 1990, R.: David Lynch)
Drehbuch: David Lynch
LV: Barry Gifford: Wild at Heart: The Story of Sailor and Lula, 1984
Sailor und Lula flüchten vor einem Detektiv und einem Killer, die beide im Auftrag von Lulas durchgeknallter Mutter reinen Tisch machen sollen. Und dann treffen sie auf den Gangster Bobby Peru und dessen Komplizin Perdita Durango.
Lynchs wildes Roadmovie, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes, ist ein hemmungslos übertriebener Trip durch einen Alptraum namens Amerika. Ein Meisterwerk.
Barry Gifford schrieb später das Drehbuch für den Lynch-Film „Lost Highway”. Außerdem publizierte er neben seinen Romanen, wie „Perdita Durango“, lesenswerte Sachbücher, wie „Out of the past“ über den Film Noir.
Mit Nicolas Cage, Laura Dern, Diane Ladd, Willem Dafoe, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, Crispin Glover
Open Range – Weites Land (USA 2003, R.: Kevin Costner)
Drehbuch: Craig Storper
LV: Lauran Paine: The Open Range Man, 1990 (später auch „Open Range“)
Als der tyrannische Rancher Baxter die Herde der beiden seit Ewigkeiten zusammen reitenden Cowboys Spearman und Waite stehlen will, hat er sich mit den falschen angelegt.
Schöner Western, der angenehm altmodisch auf jeglichen modernen Schnickschnack verzichtet und ruhig seine Geschichte erzählt.
mit Robert Duvall, Kevin Costner, Annette Bening, Michael Gambon, Michael Jeter, Diego Luna, James Russo, Kim Coates