TV-Tipp für den 14. Dezember: Eine Frau unter Einfluß

Dezember 14, 2009

Arte, 21.00

Eine Frau unter Einfluß (USA 1974, R.: John Cassavetes)

Drehbuch: John Cassavetes

Seit zehn Jahren ist Mabel die aufopferungsvolle Haus- und Ehefrau. Ihr Ehemann Nick ist der Vorarbeiter eine städtischen Bautrupps und sie führen eine scheinbar perfekte Ehe. Denn in letzter Zeit verhält Mabel sich immer seltsamer.

Ein weiterer Klassiker des Independent-Kinos, bei dem die Schauspieler mit ihren Rollen verschmolzen (und umgekehrt) und sie viele Szenen in langen Einstellungen durchspielen konnten.

Für mich ist ‚A Woman under the Influence‘ immer noch ein sehr optimistischer Film. Aber ich weiß – wo wie ich das Leben kenne, was sich vielleicht von dem anderer Leute unterscheidet -: zwei Leute, die zusammenleben, sind ständig an dieser Beziehung interessiert. Ob sie sie hassen oder nicht. Sie sind besessen von dieser Beziehung, ob sie gut oder schlecht ist. (…) Und ich denke, besonders ‚A Woman under the Influence‘ ist ein Fall, wo zwei Leute einfach kein Konzept dafür haben, wie sie mit ihrem Gefühl füreinander umgehen sollen. Ich finde vieles davon witzig und vieles das berührt, aber nicht deprimiert.“ (John Cassavetes in einem Interview mit Christa Maerker in „John Cassavetes, Hanser Reihe Film 29“, 1983)

Die Produktion gestaltete sich schwierig. Cassavetes nahm eine Hypothek auf sein Haus auf und Freunde gaben ihm Geld. Der Verleih ebenso. Die New Yorker Kritiker hassten den Film. Damit standen die Zeichen für einen Flop gut, aber beim Publikum traf er einen Nerv. Variety nahm „Eine Frau unter Einfluß“ in die Liste der fünfzig „Top Grossing Films of the Week“ auf. Ein halbes Jahr nach seiner Uraufführung beliefen sich die Einnahmen auf 15 Millionen Dollar (wir reden von den Siebzigern und einem Film, der nichts für vergnügungssüchtige Teenager ist).

Gena Rowlands erhielt einen Golden Globe für ihre Leistung und war, unter anderem, für einen Oscar nominert. John Cassavetes war für einen Oscar und einen Golden Globe als bester Regisseur nominiert. Sein Drehbuch war für einen Golden Globe und von der Writers Guild of America als bestes Drehbuch nominiert. Oh, und der Film war für einen Golden Globe als bester Film nominiert (In dem Jahr war „Chinatown“ der große Gewinner.).

mit Peter Falk, Gena Rowlands, Matthew Cassel, Fred Draper

Wiederholung: Donnerstag, 17. Dezember, 14.45 Uhr

Hnweis

Kriminalakte über „Die letzte Vorstellung“ (ein weiterer Cassavetes-Klassiker, mit weiteführenden Links)


TV-Tipp für den 13. Dezember: Die schwarze Windmühle

Dezember 13, 2009

Tele 5, 08.20

Die schwarze Windmühle (GB 1974, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Leigh Vance

LV: Clive Egleton: Seven days to a killing, 1973

Der Sohn des britischen Geheimagenten Tarrant wird entführt. Tarrants Vorgesetzten scheinen kein Interesse an einer Befreiung zu haben. Also kämpft Tarrant allein um das Leben seines Sohnes.

Ein Spätwerk von Don Siegel: ein harter, eiskalter Agententhriller, der seine Story konzentriert und ohne Mätzchen geradlinig erzählt.

‚The black Windmill‘ ist kein bedeutendes Werk in Siegel Karriere, aber etwas, das es heute kaum noch gibt: ein mit Konzentration und Originalität erzählter Genrefilm.“ (Marcus Stiglegger in Frank Arnold/Michael Esser, Hrsg.: Dirty Harry – Don Siegel und seine Filme, 2003)

Mit Michael Caine, Donald Pleasence, John Vernon, Delphine Seyrig

Wiederholungen

Sonntag, 13. Dezember, 23.55 Uhr

Mittwoch, 30. Dezember, 05.50 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Clive Egleton

Fantastic Fiction über Clive Egleton


TV-Tipp für den 12. Dezember: Jesse Stone – Eiskalt

Dezember 12, 2009

ZDF neo, 20.15

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schreibt Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der Film wurde positiv aufgenommen und bis jetzt wurden vier weitere Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt. Der sechste Film „No Remorse“ wird gerade produziert.

Eiskalt“ ist ein ruhiger Krimi mit vielen Robert-B.-Parker-Dialogen, die von den Schauspielern auch entsprechend lässig präsentiert werden. Angenehm altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander im Mittelpunkt stehen.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Wiederholung: Sonntag, 13. Dezember, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)


TV-Tipp für den 11. Dezember: Wahre Lügen

Dezember 11, 2009

3sat, 22.25

Wahre Lügen (Can/GB 2005, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: Rupert Holmes: Where the Truth lies, 2003

1972 will eine junge, ehrgeizige Journalistin herausfinden, was 1957 in einem Hotelzimmer geschah. Damals wurde die Leiche einer Studentin in der Suite der erfolgreichen Entertainer Lanny Morris und Vince Collins gefunden. Die Todesursache wurde nie geklärt, aber die Freundschaft der beiden Entertainer zerbrach.

Eleganter Neo-Noir von Kritikerliebling Atom Egoyan.

Die retrospektiv erzählte Mischung aus Film noir und 1950er-Jahre-Melodram ist als faszinierendes Spiel mit Chiffren und Symbolen konzipiert, das, inszenatorisch perfekt, auf höchst vergnügliche Weise den Widerspruch zwischen Schein und Sein demonstriert.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, Rachel Blancard

Wiederholung: Sonntag, 13. Dezember, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Film-Zeit über „Wahre Lügen“


TV-Tipp für den 10. Dezember: Der menschliche Faktor

Dezember 10, 2009

WDR, 23.10

Der menschliche Faktor (GB/USA 1979, R.: Otto Preminger)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: Graham Greene: The human factor, 1978 (Der menschliche Faktor)

Ein Beamter der britischen Spionageabwehr, der zum Doppelagenten wurde, wird zum Spielball der Geheimdienste.

Der letzte Spielfilm von Otto Preminger ist, trotz der prominenten Besetzung, ein fast unbekanntes Werk. Anscheinend gingen hier chaotische Finanzierung und schlechter Verleih Hand in Hand.

Eine Agentengeschichte als Parabel auf die Gefährdung menschlicher Bindungen, auf den Widerspruch zwischen Politik und Gefühl. Otto Preminger verzichtet in seinem letzten Spielfilm auf Klischees und vordergründige Action, konzentriert sich statt dessen auf die geruhsame und differenzierte Entfaltung von Charakterporträts.” (Lexikon des internationalen Films)

mit Nicol Williamson, Iman, Robert Morley, Richard Attenborough, John Gielgud

auch bekannt als “The Human Factor”

Hinweise

Wikipedia über „Der menschliche Faktor“ (deutsch, englisch)

BritMovie über „The human factor“

Senses of Cinema: Chris Fujiwara über Otto Preminger


Franco-Action mit „Largo Winch“

Dezember 9, 2009

Largo Winch“ lief, wie bereits sein vorheriger Film „Anthony Zimmer – Fluchtpunkt Nizza“, auf dem Fantasy Filmfest und wie „Anthony Zimmer“ lief „Largo Winch“ erfolgreich in den französischen Kinos. Gute zwei Millionen Kinobesucher sprechen eine deutliche Sprache. Und wie „Anthony Zimmer“ wird auch „Largo Winch“ bei uns nur auf DVD veröffentlicht. Das ist Schade, denn der neueste Streich von Regisseur Jérôme Salle muss sich vor deutlich höher budgetierten Hollywood-Produktionen nicht verstecken. Die zahlreichen breitformatigen Landschaftsaufnahmen und atemberaubenden Action-Szenen verlangen nach einer großen Leinwand.

Dass dagegen die Geschichte vor allem den ausgetretenen Pfaden einer Entwicklungsgeschichte mit einem fast unverletzbarem Helden folgt, ist verschmerzbar. Denn Salle präsentiert sie locker-flockig, mit einem leicht amüsierten Unterton. Er beansprucht für seine Comic-Verfilmung nicht mehr Realismus als Hollywood für eine Marvel-Superheldengeschichte.

Als Largo Winch noch ein Kind war, wurde er von dem schwerreichen Konzernmogul Nerio Winch adoptiert, vor der Welt versteckt und für seine Aufgabe körperlich und geistig ausgebildet. Largo ist jetzt eine Mischung aus James Bond (ohne Staatsknete) und Jason Bourne (mit Gedächtnis). Er reist um die Welt, geht keiner Schlägerei aus dem Weg und bemüht sich möglichst wenig Kontakt zu seinem Adoptivvater zu haben. Da erreicht ihn während eines Ausbruchs aus einem südamerikanischen Gefängnis die Nachricht, dass Nerio Winch ermordet wurde. Er kehrt zurück in die Zivilisation der Hochfinanz und beansprucht sein Erbe: die Führung des Winch-Konzerns. Die Vertrauten des Verstorbenen sind von dem plötzlich auftauchenden und ihnen vollkommen unbekannten Erben überhaupt nicht begeistert. Sie fordern von ihm Beweise für die Rechtmäßigkeit seines Anspruchs.

Largo Winch beginnt um sein Erbe zu kämpfen. Denn nur wenn er die Nachfolge von Nerio Winch antritt, kann er seinen Mörder finden.

Largo Winch – Tödliches Erbe“, wie der vollständige Titel lautet, knüpft gelungen an die eskapistischen Abenteuerfilme der Sechziger, wie „Abenteuer in Rio“ (L’homme de Rio, 1964) mit Jean-Paul Belmondo, an. Das ist, auch in der Inszenierung, in erster Linie gut gemachte Unterhaltung die mit einem lockeren Fausthieb die Bedenkenträger Logik und Realismus schlägt, ohne in Hollywood-Gigantonomie zu verfallen.

Jérôme Salle arbeitet bereits am zweiten „Largo Winch“-Spielfilm.

Außerdem arbeitet Hollywood an einem Remake von „Anthony Zimmer“, das „The Tourist“ heißen soll und, so die letzten Meldungen, die Hauptrollen sollen von Johnny Depp und Angelina Jolie gespielt werden.

Largo Winch – Tödliches Erbe (Largo Winch, F 2008)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Julien Rappenau

LV: Philippe Francq, Jean van Hamme: L’Héritier , 1990 (Der Erbe), Le Group W, 1991 (Gruppe W), O.P.A, 1992 (Der Coup), Business Blues, 1993 (Business Blues, alles Comics)

mit Tomer Sisley, Kristin Scott Thomas, Miki Mannojlovic, Mélanie Thierry, Gilbert Melki, Karel Roden,

DVD

Sunfilm, 2009

Laufzeit: 104 Minuten

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1; Deutsch auch DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Intervies mit Philippe Franq, Cast und Crew, Making of, Largos Stunts, Das Training, Storyboard-/Film-Vergleich, Trailer

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Largo Winch“ (deutsch, französisch)


TV-Tipp für den 9. Dezember: Die erste Vorstellung

Dezember 9, 2009

Zum 80. Geburtstag von John Cassavetes (9. Dezember 1929 – 3. Februar 1989)


Arte, 23.25

Die erste Vorstellung (USA 1977, R.: John Cassavetes)

Drehbuch: John Cassavetes

Drama über eine Schauspielerin, die vor der Premiere ihres neuen Theaterstücks in einer Sinnkrise steckt. Denn sie ist nicht mehr die Jüngste.

‚Opening Night‘ ist zweifellos ein Film, den Cassavetes irgendwann einmal drehen musste, ein Film der souveränen Selbstvergewisserung, was freilich auch seine Grenzen bezeichnen mag. Die Konstruktion ist von äußerster Raffinesse, die Konstruktion eines Intellektuellen.“ (Peter W. Jansen in John Cassavetes, Hanser Reihe Film 29, 1983)

Gena Rowlands erhielt für ihre Leistung den Silbernen Bären und war für einen Golden Globe nominiert. „Die erste Vorstellung“, für alle die immer sagen, dass früher alles besser war, erlebte anschließend seine Deutschlandpremiere im Fernsehen. In den USA startete der Film mit einer (!) Kopie. Heute ist der Film ein Klassiker des Independent Cinema.

mit Gena Rowlands, Ben Gazzara, John Cassavetes, Joan Blondell, Peter Falk (ungenannt), Peter Bogdanovich (ungenannt), Seymour Cassel (ungenannt)

Wiederholung: Freitag, 11. Dezember, 14.45 Uhr

Hinweise

Arte über die John-Cassavetes-Filmreihe

Wikipedia über John Cassavetes (deutsch, englisch)

The John Cassavetes Pages (Fanseite)

Noch eine John-Cassavetes-Fanseite

Filmtext: Urs Richter über John Cassavetes


TV-Tipp für den 8. Dezember: Tatort: Und dahinter liegt New York

Dezember 8, 2009

BR, 21.45

Tatort: Und dahinter liegt New York (D 2001, Friedemann Fromm)

Drehbuch: Friedrich Ani

Wer erschoss den Polizisten Reck? Batic und Leitmayr ermitteln in Münchens nicht so gut gestellten Kreisen.

Toller Krimi mit fesselnder Story, guter Besetzung und authentischer Atmosphäre.

Bei der Erstausstrahlung gab es eine groteske Diskussion über den Titel: Dürfen wir nach dem Anschlag vom 11. September noch die Worte New York im Titel haben? Oder sollen wir sie durch die Welt ersetzten?

Mit Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Michael Fitz, Barbara Rudnik

Hinweise

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 7. Dezember: Operation: Kingdom

Dezember 7, 2009

ZDF, 22.15

Operation: Kingdom (USA 2007, R.: Peter Berg)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan

In Riad verüben Terroristen einen Anschlag auf eine amerikanische Wohnanlage. Es sterben über hundert Menschen. FBI-Agent Ronald Fleury stellt ein Team von Spezialisten zusammen, um der dortigen Polizei bei der Sicherung des Tatortes zu helfen. Schnell geraten sie zwischen die Fronten.

Guter Politthriller, bei dem die Charaktere im Mittelpunkt stehen und man, angesichts der vielen Subplots, öfters den Eindruck hat, die Geschichte wäre besser als TV-Mehrteiler erzählt worden. Handfeste Action gibt es eigentlich nur am Ende.

Außerdem hat er eine tolle Titelsequenz und einen doofen deutschen (oder denglischen) Titel.

mit Jamie Foxx, Chris Cooper, Jennifer Garner, Jason Bateman, Ashraf Barhoum, Ali Suliman, Jeremy Piven, Richard Jenkins, Danny Huston

Wiederholung: Mittwoch, 9. Dezember, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Operation: Kingdom“

Wikipedia über „Operation: Kingdom“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Kingdom“ von Matthew Michael Carnahan

Rope of Silicon: Interview mit Matthew Michael Carnahan über „The Kingdom“ und „Lions for Lambs“ (24. September 2007)


TV-Tipp für den 6. Dezember: Der Unverdächtige

Dezember 6, 2009

BR, 23.50

Der Unverdächtige (USA 1947, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Bess Meredyth, Ranald MacDougall

LV: Charlotte Armstrong: The Unsusptected, 1946

Moderator Grandison erzählt jede Woche im Radio seinem begeisterten Hörern von unaufgeklärten Verbrechen. Polizist Howard, glaubt dass Grandison ein Verbrecher ist.

Spannender, effektvoller Krimi aus der ‚Schwarzen Serie‘.” (Lexikon des internationalen Films)

Die Plotschwächen überspielt Curtiz mühelos durch Stil.” (Paul Werner: Film noir und Neo-Noir)

mit Claude Rains, Joan Caulfield, Michael North

Hinweise

Wikipedia über „The Unsuspected“

TCM über „The Unsuspected“

Noir of the Week über „The Unsuspected“


TV-Tipp für den 5. Dezember: Romeo is bleeding

Dezember 5, 2009

WDR, 23.45

Romeo is bleeding (USA 1993, R.: Peter Medak)

Drehbuch: Hilary Henkin

Der korrupte Cop Grimaldi soll eine Berufskillerin, die sich mit der Mafia angelegt hat, beschützen. Er verliebt sich in sie und, auch weil sie ihr eigenes Spiel spielt, gerät er zwischen alle Fronten.

Ein Film noir wie aus der Schreibmaschine von Cornell Woolrich“, steht vollkommen zutreffend im Fischer Film Almanach (1995).

mit Gary Oldman, Lena Olin, Annabella Sciorra, Juliette Lewis, Roy Scheider, Will Patton, David Proval, James Cromwell, Ron Perlman, Dennis Farina (Cameo)

Hinweise

Wikipedia über „Romeo is bleeding“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week: Guy Savage über „Romeo is bleeding“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 4, 2009

Die letzten vorweihnachtlichen TV-Krimi-Buch-Tipps sind, wie immer von Alligator-Alfred schön bebildert, online bei den Alligatorpapieren:

In den turbulenten Vorweihnachtstagen gibt es auch die Gelegenheit für einige ent(?)spannende Stunden vor dem Fernseher. Für uns Krimifans bieten sich da vor allem Michael Curtiz‘ selten gezeigte Charlotte-Armstrong-Verfilmung „Der Unverdächtige“, Friedemann Fromms Friedrich-Ani-Verfilmung „Und dahinter liegt New York“, René Clements Day-Keene-Verfilmung „Wie Raubkatzen“ (läuft immer noch in der Wiederholungsschleife), Howard Hawks‘ Ernest-Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“, Otto Premingers Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard), Philip Noyces Graham-Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Atom Egoyans Rupert-Holmes-Verfilmung „Wahre Lügen“, Yves Boissets Jean-Vautrin-Verfilmung „Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben“ (mit Lee Marvin), Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, Don Siegels Clive-Egleton-Verfilmung „Die schwarze Windmühle“, Barry Sonnenfelds Elmore-Leonard-Verfilmung „Schnappt Shorty“, Dominik Grafs „Eine Stadt wird erpresst“, Richard Brooks‘ Evan-Hunter-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ und „Django“ zeigt eine Methode, sich im Vorweihnachtrouble Respekt zu verschaffen. Wilsberg mit „Oh du tödliche…“ eine andere. Als TV-Premiere gibt es für die zahlreichen Henning-Mankell-Fans „Die Rache des Tanzlehers


TV-Tipp für den 4. Dezember: Die Vorleser

Dezember 4, 2009

ZDF, 22.30

Die Vorleser

Heute begrüßen Amelie Fried und Ijoma Mangold in ihrem 30-minütigem Literaturtalk den Regisseur Volker Schlöndorff. Er ist vor allem für seine Literaturverfilmungen bekannt: Der junge Törless, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Die Blechtrommel, Die Fälschung, Tod eines Handlungsreisenden, Die Geschichte der Dienerin, Homo Faber, Der Unhold, Palmetto (okay, den kennt fast niemand, aber das ist seine James-Hadley-Chase-Verfilmung), Der neunte Tag. Außerdem veröffentlichte er kürzlich seine Biographie.

Es könnte also interessant werden.

Hinweise

ZDF über „Die Vorleser“ (mit Livestream)

Homepage von Volker Schlöndorff

Wikipedia über Volker Schlöndorff (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Willi Winkler redet mit Volker Schlöndorff (10. September 2007)


TV-Tipp für den 3. Dezember: Mein 89

Dezember 3, 2009

RBB, 23.20

Mein 89 (D 2009, R.: Josephine Frydetzki, Ester Amrami, Konrad Kästner, Banu Kepenek, Jöns Jonsson, Stepan Altrichter)

Buch: Josephine Frydetzki, Momme Peters, Ester Amrami, Konrad Kästner, Banu Kepenek, Jöns Jönsson, Olaf Held, Stepan Altrichter

Gezeigt werden sechs Kurzfilme von Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, in denen sie erzählen, wie sie den Fall der Mauer erlebten. Lassen wir uns überraschen.

Hinweise

RBB über die Kurzfilme

Homepage der HFF Konrad Wolf


TV-Tipp für den 2. Dezember: Demolition Man

Dezember 2, 2009

SWR, 23.00

Demolition Man (USA 1993, R.: Marco Brambilla)

Drehbuch: Daniel Waters, Robert Reneau, Peter M. Lenkov

In der Gegenwart bekriegen sich der Polizist Spartan und der Serienkiller Phoenix mit erheblichen Kollateralschäden. Deshalb werden sie beide in einen Tiefschlaf versetzt. Als sie in einer Zukunft, in der alles sauber, ordentlich, gesittet und gewaltfrei ist, aufwachen, setzten sie, zum Entsetzen der tugendhaften Bürger, ihren Zweikampf fort.

Vergnüglicher SF-Film mit etwas Satire und viel Action.

Der Film war für einen Saturn Award als bester Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror Films nominiert.

Mit Sylvester Stallone, Wesley Snipes, Sandra Bullock, Nigel Hawthorne, Benjamin Bratt, Denis Leary

Hinweise

Wikipedia über „Demolition Man“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Dezember: Nachtschicht: Blutige Stadt

Dezember 1, 2009

ZDFneo, 21.00

Nachtschicht: Blutige Stadt (D 2009, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

In ihrem sechsten Einsatz jagt das Team des KDD (Kriminaldauerdienst, oder die Nachtschicht der Hamburger Polizei) einen Killer, der sich „Q“ nennt und als erstes einen türkischen Reiseunternehmer hinrichtet. Die Spur führt zum Revierleiter Neumann.

Nachtschicht“ ist eine der wenigen Serien, für die sich die TV-Gebühren lohnen.

Mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Uwe Kockisch, Maja Maranow, Sibel Kekilli, Pierre Semmler, Simon Schwarz


TV-Tipp für den 30. November: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

November 30, 2009

Arte, 21.00

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

Durch ‚Ghost Dog‘ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‚Ghost Dog‘ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Wiederholung: Freitag, 4. Dezember, 00.40 Uhr (VPS 00.34, Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

The Jim Jarmusch Resource Page



TV-Tipp für den 29. November: Monsieur Klein

November 29, 2009

Arte, 20.15

Monsieur Klein (F/I 1976, R.: Joseph Losey)

Drehbuch: Franco Solinas, Fernando Morandi, Joseph Losey

Paris 1942: Robert Klein verdient als Kunsthändler gut an der Not der Juden. Eines Tages liegt vor seiner Haustür ein an ihn adressiertes Exemplar der „Les informations juives“. Klein will herausfinden, warum er die Zeitung zugeschickt bekommen hat. Er erfährt von einem gleichnamigen Juden, der sich anscheinend seiner Identität bemächtigen will.

Kafkaesker Alptraum ohne die Hoffnung auf ein Happy End, von Losey karg und sehr stilbewusst inszeniert. Delons zurückhaltendes Spiel passt perfekt zur Rolle des emotionslosen Mitläufers, der nur an sich denkt und dabei zielsicher ins Verderben läuft.

Delon war für einen Cesar als bester Schauspieler nominiert, Losey erhielt einen für die Regie und der Film gewann den Cesar für bester Film.

mit Alain Delon, Jeanne Moreau, Michel Lonsdale, Juliet Bertot, Suzanne Flon, Jean Bouise

Wiederholung: Montag, 30. November, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Monsieur Klein“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 28. November: Der Obrist und die Tänzerin

November 28, 2009

WDR, 23.45

Der Obrist und die Tänzerin (USA/E 2002, R.: John Malkovich)

Drehbuch: Nicholas Shakespeare

LV: Nicholas Shakespeare: The Dancer upstairs, 1995 (Der Obrist und die Tänzerin)

Irgendwo in den Anden: Polizist Augustin soll eine Gruppe von Terroristen bekämpfen und gerät zwischen die Fronten.

Malkovichs Regiedebüt ist ein, trotz gewisser Schwächen, beeindruckender Politthriller.

Die Verfilmung von Nicholas Shakespeares gleichnamigem Roman ist eine politisch und psychologisch spannende Auseinandersetzung mit Gewalt und Gegengewalt, Terror und Gegenterror. In jedem Moment spürt man die Spirale der Hoffnungslosigkeit, auch die Ursachen des Übels werden nicht verschwiegen. Javier Bardem brilliert als zwischen Staatsloyalität und Liebe zerrissener Mann.“ (Margret Köhler, Film-Jahrbuch 2004)

Mit Javier Bardem, Laura Morante


TV-Tipp für den 27. November: Layer Cake

November 27, 2009

Pro 7, 22.30

Layer Cake (GB 2004, R.: Matthew Vaughn)

Drehbuch: J.J. Connolly

LV: J.J. Connolly: Layer Cake, 2000 (Layer Cake: Willkommen im Club)

Ein Drogenhändler der besseren Art will aussteigen. Sein Boss hat vorher noch zwei Aufträge für ihn: er soll eine Junkie-Tochter aufspüren und eine riesige Menge Ecstasy aufkaufen. Das ist beides nicht so einfach.

Allgemein abgefeierter Gangsterthriller, der leider nie in die deutschen Kinos kam. Eine euphorische Stimme: „Aktionsreicher, beinharter Thriller in bester britischer Tradition. Hervorragend gespielt, fotografiert und inszeniert, bis ins kleinste Detail präzise entwickelt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Daniel Craig, Tom Hardy, Jamie Foreman, Sally Hawkins, Burn Gorman, Sienna Miller

Wiederholung: Sonntag, 29. November, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

BBC-Interview mit Matthew Vaughn

Wikipedia über „Layer Cake“ (deutsch, englisch)