Hostage – Entführt (USA 2005, R.: Florent Emilio Siri)
Drehbuch: Doug Richardson
LV: Robert Crais: Hostage, 2001 (Hostage – Entführt)
LAPD-Verhandlungsexperte Jeff Talley schiebt in einer Kleinstadt eine ruhige Kugel. Da nehmen drei Jugendliche einen Mafia-Buchhalter und dessen Kinder als Geisel. Talley muss, nachdem die Mafia seine Frau und Tochter entführt, wieder verhandeln.
Okayer Geiselnahmethriller mit einem irgendwo zwischen Italo-Western und Horrorfilm oszillierendem Look und einigen hübschen Twists, wie der doppelten Geiselnahme und den sich verändernden Loyalitäten. Allerdings ist das Buch gerade bei dem Mafia-Plot glaubwürdiger. Und wer wissen will, wie die Polizei verhandelt, sollte auch zu dem Buch greifen.
Der Film ist nur die bleihaltige Action-Variante davon.
Mit Bruce Willis, Kevin Pollak, Jimmy Bennett, Michelle Horn, Ben Foster, Jonathan Tucker, Marshall Allman, Serena Scott Thomas, Rumer Willis (Tochter von Bruce Willis), Kim Coates, Robert Knepper
Wiederholung: Montag, 17. Mai, 03.40 Uhr (Taggenau!)
Drehbuch „Hostage“ von Robert Crais (29. März 2002, early draft – Crais schrieb nach seinem Roman ein Drehbuch, das später von anderen Autoren umgearbeitet wurde.)
Fritz Langs erster us-amerikanischer Spielfilm ist die überzeugende Hollywood-Version von Die Nibelungen und M – mit einer fulminanten Rede von Spencer Tracy am Filmende.
KDD – Kriminaldauerdienst: Familie (D 2010, R.: Andreas Prochaska)
Drehbuch: Orkun Ertener
Bravo! Das nenne ich „schnelle Reaktion“. Nachdem die Quote (sehr wichtig wegen der Werbepreise) für den „Kriminaldauerdienst“ schon immer bescheiden war, aber Kritikerlob und Preise der Krimiserie eine zweite und sogar eine dritte Staffel bescherten, reagiert das ZDF jetzt. Die heutige Folge (immer noch ein TV-Tipp) und die Abschlussfolge werden erst nach dem „heute-journal“ gezeigt. Dafür ermittelt um 21.15 Uhr die „Soko Leipzig“.
Die nachfolgenden Sendungen verschieden sich entsprechend. Das ZDF entschuldigt sich für etwaige Unannehmlichkeiten.
Mit Götz Schubert, Saskia Vester, Manfred Zapatka, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan, Billey Demirtas, Jördis Triebel, Katrin Sass
Nach dem Trailer und – vor allem – dem prominent platzierten Hinweis, dass „Go Fast“ von den Produzenten von „Transporter 1 – 3“ ist und der „High-Speed-Thriller“ als „’The Fast and the Furious‘ trifft auf ‚Transporter’“ beworben wird, erwartete ich einen knackigen französischen Actionthriller, der absolut unlogisch ist und in keiner Sekunde das Hirn beansprucht. Also: richtig dämlich-krachendes Jungskino für Bier und Chips.
Auch als der Film mit den Worten „Dieser Film beruht auf wahren Ereignissen“ begann, erwartete ich immer noch eine zünftige Actionplotte. Denn wir wissen ja alle, wie flexibel die Filmleute mit „wahren Ereignissen“ umgehen. Dafür müssen wir gar nicht an die wahre Geschichte von Robin Hood, Pocahontas und dem Schusswechsel am OK Corral denken. Auch die wahre Geschichte von „Bonnie & Clyde“ wurde für den Film etwas bearbeitet und dass die aktuellen Kinofilme „Green Zone“ und „Männer, die auf Ziegen starren“ auf Sachbüchern basieren, hat auf die Filmstory keinen nennenswerten Einfluss.
Aber schon nach einigen Minuten merkte ich, dass die Franzosen das mit der „wahren Geschichte“ ernst meinen. Denn nach einem verwirrenden Auftakt (irgendwelche komplizierten Fahrmanöver an einer Kreuzung, bei der Juwelendiebe von der Polizei beobachtet werden) zeigt Olivier Van Hoofstadt ausführlich die alltägliche und auch frustrierende Polizeiarbeit.
Ein Team von Polizisten mietet sich in einer Sozialsiedlung in einer leerstehenden Wohnung ein und beobachtet die dortigen Dealer. Nachdem sie die nötigen Beweise haben, wollen sie verschwinden. Aber die Drogenhändler haben sie entdeckt, bringen sie um und vernichten die Beweise.
Undercover-Cop Marek, der während des Einsatzes Innendienst schieben musste, möchte selbstverständlich seine Kollegen rächen. Aber diese Rachestory wird bestenfalls halbherzig weiterverfolgt. Denn Marek wird an eine andere Einheit für einen gefährlichen Untercover-Einsatz ausgeliehen. Er soll mit seiner alten Identität als Juwelendieb eine Drogenbande infiltrieren. Sie nehmen ihn als Fahrer auf und zusammen mit Marek verfolgen wir den Weg der Drogen von ihrem Anbau in Marokko über Spanien nach Frankreich. Die Lieferungen werden, daher kommt auch der Titel „Go Fast“, abgewickelt, indem die Ware möglichst schnell über die Autobahn befördert wird. So soll eine Verfolgung, Überwachung und Zugriff der Polizei verhindert werden.
Aber die Polizei ist den Schmugglern auf den Fersen. Mareks Fahrt wird von einer länderübergreifend gut zusammenarbeitenden Polizei, die in dem Film auch einen exzellenten Zugriff auf moderne Technik (GPS, Videokameras, Satellitenüberwachung; – halt alles das, was die Polizei hat und es in einem deutschen Krimi nicht gibt), beobachtet.
Bei der Raserei über die Autobahn gibt es einige schöne Aufnahmen aus den fahrenden Autos, aber es ist keine Verfolgungsjagd. Es wird einfach nur schnell Auto gefahren. Es gibt auch einige kurze Schusswechsel und einige, ebenfalls eher kurze Action-Szenen.
Denn das Hauptaugenmerk der „Go Fast“-Macher liegt auf dem Nachzeichnen des Wegs der Drogen. In diesen Momenten ist „Go Fast“ näher bei „Der Mohn ist auch eine Blume“ (allerdings nicht so didaktisch), „French Connection“ (ebenfalls basierend auf einem wahren Fall) oder „Miami Vice“ (aber nicht so stilisiert und ohne die nervige Liebesgeschichte). Überhaupt ist „Go Fast“ beeindruckend geschlechtsneutral. Beim Schmuggeln fährt zwar eine Frau als Kundschafterin vor, aber eine sexuelle Spannung oder Liebesgeschichte zwischen ihr und Marek gibt es nicht. Ihre Rolle könnte genausogut von einem Mann gespielt werden.
Auch die anderen Charakter sind als Polizisten und Verbrecher, die ihre Arbeit tun, rein funktional charakterisiert. Mehr müssen wir nicht über sie wissen – und mehr erfahren wir auch nicht über sie.
„Go Fast“, das auf den Erinnerungen des Polizisten Jean-Marc Souvira basiert, der dem Publikum einen Einblick in seine Arbeit geben wollte, steht in der Tradition der semidokumentarischen französischen Kriminalfilmen, die einen ungeschönten Einblick in die alltägliche Polizeiarbeit geben, wie Bob Swains „La Balance – Der Verrat“ und Bertrand Taverniers „Auf offener Straße“ (L.627). Aber diese Filme kennt heute, auch weil sie selten im Fernsehen laufen und nicht auf DVD erschienen sind, kaum noch jemand.
Als Bonusmaterial gibt es einige geschnittene Szenen, ein fast einstündiges Making-of, das eine durchaus informative Mischung aus Hintergrundinformationen (es gibt zahlreiche Statements von Polizisten und einem ehemaligem Go-Fast-Fahrer), Drehbericht und B-Roll-Aufnahme ist, und einen Audiokommentar von Regisseur Oliver Van Hoofstadt und Autor Emmanuel Prévost. Die beiden erzählen viel über die Dreharbeiten, fast nichts über die Entwicklung der Geschichte und, bis auf einige Nebensätze, nichts über den wahren Kern der Geschichte. Aber gerade über das Verhältnis von Realität und Fiktion hätte ich gerne mehr erfahren.
Ton: Deutsch, Französisch (Dolby Digital 5.1; DTS-HD Master Audio 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Audiokommentar von Olivier Van Hoofstadt und Emmanuel Prévost, Making of (ca. 55 Minuten), Geschnittene Szenen (ca. 6 Minuten), Trailer (deutsch, französisch), Wendecover
Urlaubsbedingt etwas später sind meine aktuellen TV-Krimi-Buch bei den Alligatorpapieren online gegangen:
Nachdem Eins Festival mit „Das Halstuch“ seine Francis-Durbridge-Wiederholungen startete, geht es mit dem Straßenfeger „Melissa“ weiter. Auch „Heißer Verdacht“, „Der Preis des Verbrechens“ und „Inspector Lynley“ laufen weiter.
Außerdem gibt es, im Bereich Spielfilme, Phillip Noyces Graham-Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Fritz Langs Norman-Krasna-Verfilmung „Fury“, Florent Emilio Siris Robert-Crais-Verfilmung „Hostage – Entführt“, Alan Parkers William-Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“, David Lynchs Barry-Gifford-Verfilmung „Wild at Heart“, Jonathan Demmes Thomas-Harris-Verfilmung „Das Schweigen der Lämmer“, Sam Peckinpahs Jim-Thompson-Verfilmung „Getaway“, George Armitages Charles-Willeford-Verfilmung „Miami Blues“ und Rob Reiners Stephen-King-Verfilmung „Misery“.
Das Cannes Filmfestival rollt den roten Teppich aus – und sogar unser allerliebster deutsch-französischer Sender bequemt sich nur noch zu einer täglichen Notberichterstattung in seiner Nachrichtensendung.
Schade, schade, schade, aber vielleicht gibt es auf der Arte-Homepage oder der Festivalseite mehr bewegte Bilder.
Spielfilmlange Doku über das Organisierte Verbrechen in Russland.
Danach gibt’s die 15-minütige Doku „Die Bedrohung – Russen-Mafia in Europa“, die letzten beiden Teile von Dominik Grafs Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ und wer dann immer noch nicht genug hat, kann um 23.40 Uhr (VPS 23.45) das „Making of“ zu „Im Angesicht des Verbrechens“ genießen.
Und damit geht nach Mitternacht ein langer Arte-Themenabend zu Ende.
Auge in Auge – Eine deutsche Filmgeschichte (D 2008, R.: Michael Althen, Hans Helmut Prinzler)
Konzept: Hans Helmut Prinzler, Michael Althen
Michael Ballhaus, Andreas Dresen, Doris Dörrie, Dominik Graf, Wolfgang Kohlhaase, Caroline Link, Christian Petzold, Tom Tykwer, Wim Wenders und Hanns Zischler stellen ihre deutschen Lieblingsfilme vor. So entsteht ein kleiner, subjektiver Spaziergang durch die deutsche Filmgeschichte von „Nosferatu“ über „Menschen am Sonntag“, „M“, „Unter den Brücken“, „Alice in den Städten“ und „Die Ehe der Maria Braun“ bis zu „Heimat 1“.
Es ist geschafft. Die Zeit der Umfragen ist vorbei. Die Farbenspiele der Journalisten und Strategen sind Geschichte. Der Wähler hat seine Kreuz gemacht, um 18.02 Uhr gibt es die erste Hochrechnung und ab 18.10 Uhr erzählen dann die Spitzenkandidaten, dass sie gewonnen haben. Jedenfalls irgendwie.
Und wir können, auf der gemütlichen Couch sitzend, Haltungsnoten vergeben.
Oder hier die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise ansehen.
Dieses Jahr wurde der „Echo Jazz“-Preis zum ersten Mal in inflationären 31 Kategorien verliehen. Weil die Verleihung am 5. März war, sind die Preisträger bekannt. Aber weil Jazz im Fernsehen so selten zu halbwegs normalen Zeiten läuft…
LV: Daniel Woodrell: Woe to live on, 1987 (Zum Leben verdammt)
USA, 1860: Jake Roedel und Jack Bull ziehen auf Seiten der Südstaaten in den Krieg. In einer Guerillagruppe beteiligen sie sich an einem zunehmend sinnlosen Vernichtungsfeldzug bei dem keine Gefangenen gemacht werden.
Wie so oft: aus einem hochgelobten Buch wurde ein – nun – mittelmäßiger Film.
Martin Compart halt Woodrells zweiten Roman “Woe to live on” für einen der besten Bürgerkriegs-Romane: “Mit jedem zündenden Satz verbrennt Woodrell die Hollywoodklischees über den Sezessionskrieg. Der Roman folgt dem jungen Ich-Erzähler auf seiner blutigen Spur an der Seite der Freischärler unter dem berüchtigten Quantrill. In den West Plains tobte ein brutaler Partisanenkrieg, der noch Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges Opfer forderte…Die Sprache des Romans ist filmisch und hypnotisch.“
Woodrell zu seinem Buch: „Die Amerikaner haben sich über das Buch zu Tode erschreckt, weil es vom Standpunkt der Südstaaten geschrieben ist. Ich bekam keine Rezension nördlich der Dixon-Linie. Keiner wollte wissen, was hier wirklich los war. Es war wie in Bosnien.“ Die Erstausgabe war ein Flop – und ist heute ziemlich teuer.
Woodrell zur Verfilmung: „I was merely the writer of the novel. That is, the one who created the story, characters, dialogue and structure from scratch. Once the movie started I was more or less blotted from the scene. I did enjoy watching actors mouth my words and so on, and did learn plenty from that experience. As to the process of making the film, all I can say is, if it happens again, I won’t make nice so much. I deferred to their arguments (I had no power to do anything) since I thought maybe they know more about narrative for film than I-and they don’t. Everything is clouded by,“If we show this scene in a truthful manner we think twelve people will walk out in Encino, so we will substitute a phony as shit scene we got from a can of old movies we found sitting open back in the vault.“ And so on.“
Der Film war kein Kassenerfolg; was hier allerdings – im Gegensatz zum Buch – an der Qualität des Werkes liegt: „Eine Enttäuschung“ (Zitty), „Der Film wirkt mitunter so langatmig, als würde man den Bürgerkrieg in Echtzeit miterleben.“ (Berliner Zeitung). Und, was sicher auch zu seiner Unbeliebtheit beigetragen hat: „Ride with the Devil“ ist ein Film „über Männer, die für die falsche Sache auf der falschen Seite in einem schrecklichen Krieg kämpfen…Man könnte auch behaupten, dass dieser Film eine Feldstudie über galoppierende Dummheit ist.“ (Berliner Zeitung)
Eine der wenigen positiven Stimmen: “Ang Lee’s film, Ride with the Devil, is the best western since Clint Eastwood’s Unforgiven (1992)… Ride with the Devil displays a care and intelligence increasingly rare in mainstream American cinema. While there are suitably memorable images of violence there is also a lot of memorable talk. Wonderful cinematography from Frederick Elmes, excellent performances from its (then mostly) young, up-and-coming cast of actors, and the acting debut of pop star Jewel should have brought new, younger viewers to this old genre. The film deserved a better commercial fate because it is as “stone brilliant” as the writing from which it is derived, and making such a fine film also “required some genius”.” (Noel King, Senses of Cinema – eine sehr informative Web-Seite)
Mit Skeet Ulrich, Tobey Maguire, Jewel Kilcher, Jonathan Rhys, James Caviezel
„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)
Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.
Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.
Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.
Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi
Wiederholung: Freitag, 7. Mai, 01.40 Uhr (Taggenau!)
LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941
Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.
Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).
“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)
mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar
Wiederholung: Mittwoch, 5. Mai, 01.50 Uhr (Taggenau!)
Sergeant Tong hat sich ganz dem Beruf verschrieben und trotz seiner jungen Jahre leitet er schon eine Einsatzgruppe. Wenn bei einem Einsatz etwas schief geht, putzt er die dafür verantwortlichen Kollegen gnadenlos herunter. Auch wenn es die eigene Verwandtschaft ist. Selbstverständlich nimmt so ein 150-prozentiger sich den Unfall bei seinem letzten Einsatz besonders zu Herzen: Bei der Verhaftung eines gesuchten Mafiosi erschoss er unwissentlich die Tochter einer Staatsanwältin.
Als die Vertrauten des Mafiosi die andere Tochter der Staatsanwältin entführen und von ihr fordern, einen prozessentscheidenden Beweis zu manipulieren, sieht Tong seine Chance auf moralische Rehabilitation gekommen. Er will das Mädchen finden.
Dante Lams „Beast Stalker“ ist ein straffer Hongkong-Thriller, der neben den atemberaubenden Action-Szenen auch dem zunächst emotionslosem Entführer viel Zeit widmet. So wird aus einem Verbrecher mit der Zeit ein Mensch mit alltäglichen Problemen und Sorgen. Er pflegt seine vollständig gelähmte Frau, kämpft gegen sein Erblinden an und erledigt seinen Job professionell und ohne überflüssige Gewalt. Er unterscheidet sich letztendlich gar nicht so sehr von Tong.
Die Schlusspointe lädt dann sogar zum Nachdenken über das Verhältnis von Zufall und Schicksal ein. Sie verleiht einem Thriller, der auch vorzüglich ohne diese Pointe funktioniert, eine zusätzliche Dimension. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Ton: Deutsch, Kantonesisch (DTS, Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial (angekündigt für Special Edition): Audiokommentar von Regisseur Dante Lam, Autor Jack Ng und Produktionsdesigner Yau Wai-Ming, Originaltrailer, Teaser, Making of, Behind the Scenes, Geschnittene Szenen
LV: Elmore Leonard: Get Shorty, 1990 (Schnappt Shorty)
Musik: John Lurie
Produktion: u. a. Danny DeVito
Ein Mafia-Geldeintreiber aus Miami gerät in Hollywood an einen drittklassigen Filmproduzenten. Der Geldeintreiber möchte, dass sein Leben verfilmt wird. Aber diese Hollywood-Fritzen sind irgendwie anders.
Köstliche Leonard-Verfilmung über den Zusammenprall zweier Welten: eiskalter Profikiller trifft auf die Hollywood-Schickeria.
Mit John Travolta, Gene Hackman, Rene Russo, Danny DeVito, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Harvey Keitel, Bette Midler
Von Elmore Leonards Homepage: „With Get Shorty Hollywood finally did right by Elmore and put his ´sound´ on the screen and not just his plots. In Scott Frank´s screenplay, the lines in the movie were delivered just the way that they were written, seriously, without reaction. The fact that many lines were funny, labeled Get Shorty a comedy, and helped make it a box-office hit. The story is about Chili Palmer, (John Travolta) who is ´fired´ by his unstable loanshark boss, Ray Bones (Dennis Farina). Ray sends Chili to Vegas to collect a bad debt, and a casino boss there enlists Chili to find an even bigger deadbeat: Harry Zimm (Gene Hackman), a Hollywood producer of low-budget horror films. In Hollywood, Chili meets Harry, as well as his scream-queen leading lady, Karen Flores (Rene Russo); Harry’s drug-dealing financier, Bo Catlett (Delroy Lindo), and his muscle, Bear (James Gandolfini). ´Shorty´ is Karen’s ex, Martin Weir (Danny DeVito), a big star with a giant ego. Chili learns that being a wiseguy helped when you wanted to produce movies. Get Shorty was win, win, win. Everything worked perfectly. The film had a winning combination in Danny DeVito’s Jersey Films, screenwriter Scott Frank and Director Barry Sonnenfeld. Everybody liked Elmore´s work and wanted to put it on the screen – the right way. Elmore was on the set four days in Beverly Hills. A couple of times, Barry came over after the shot and asked him what he thought, and if he had any suggestions. Elmore was surprised and tickled a little that a director would ask the book writer his opinion.“
Der Auslandskorrespondent (USA 1940, R.: Alfred Hitchcock)
Drehbuch: Charles Bennett, Joan Harrison, James Hilton, Robert Benchley
Holland, 1939: Journalist Johnny Jones wird während der Recherchen für eine Reportage über den in Europa drohenden Krieg Zeuge eines Anschlags auf einen Diplomaten. Er beginnt die Hintermänner zu suchen.
Spannender Thriller, der auch Anti-Nazipropaganda ist.
Es wird wahrscheinlich die vom ZDF angefertigte Synchronisation gezeigt.
mit Joel McCrea, Laraine Day, Herbert Marshall, George Sanders
Ein Ort für die Ewigkeit (GB 2008, R.: Daniel Percival)
Drehbuch: Patrick Harbinson
LV: Val McDermid: A Place of Execution, 1999 (Ein Ort für die Ewigkeit)
1963 verschwand eine 13-jährige aus einem 20-Seelen-Ort. Ihr Stiefvater wurde als ihr Mörder gehängt. Als heute eine Journalistin eine Doku über den alten Fall drehen will, stößt sie auf unerwartete Probleme und beginnt genauer zu recherchieren.
BBC-Verfilmung des Dagger-nominierten Werkes von McDermid.
Juliet Stevenson erhielt für ihre Rolle einen Dagger und das Drehbuch erhielt den diesjährigen Edgar als bester Kriminalfilm.