TV-Tipp für den 29. April: Frenzy

April 29, 2010

Arte, 20.15

Frenzy (GB 1972, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Arthur La Bern: Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square, 1966 (Frenzy)

Ein Frauenmörder versetzt ganz London in Panik. Die Polizei tappt im Dunkeln. Und ein Unschuldiger kennt den richtigen Täter: seinen besten Freund.

Oder in Hitchcocks Worten: „Frenzy ist die Geschichte eines Mannes, der impotent ist und sich deshalb durch Mord ausdrückt.“

Hitchcocks vorletzter Film, seine Rückkehr nach London und seine Rückkehr in die Kritikerherzen, nachdem er seit „Die Vögel“ (1963) nichts wirklich weltbewegendes präsentierte. Zum Beispiel: „wunderbar komisches Drehbuch“ (New York Times), „Der strahlende Beweis, dass jeder, der einen spannenden Film macht, immer noch ein Lehrling dieses Meisters ist“ (Time Magazine), „Frenzy ist das reine Hitchcock-Festival“ (Harris/Lasky) – Ich konnte diese Euphorie nie teilen. Denn alle Beziehungen sind steril oder enden mit Mord. „Frenzy ist bis zum letzten Bild eine hermetische und kalt negative Vision des menschlichen Daseins.“ (Donald Spoto)

Mit Jon Finch, Barry Foster, Barbara Leigh-Hunt

Wiederholung: Montag, 3. Mai, 00.40 Uhr (Taggenau!))

Hinweis

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. April: Das Halstuch – Teil 1

April 28, 2010

Eins Festival, 21.10

Das Halstuch – Teil 1 (D 1962, R.: Hans Quest)

Drehbuch: Francis Durbridge (Übersetzung: Marianne de Barde)

In dem Kaff Littleshore wird eine junge Frau mit einem Halstuch erdrosselt. Inspektor Harry Yates sucht den Täter.

Legendäre, sechsteilige Durbridge-Verfilmung, die damals als „Straßenfeger“ für leere Straßen sorge.

Im Gegensatz zu seinem Ruf ist „Das Halstuch“ allerdings sehr schlecht gealtert. Es ist ein abgefilmtes Theaterstück und die wenigen Außenaufnahmen könnten überall gedreht worden sein. Die Story ist Durbridge-typisch mit einem Cliffhanger am Ende jeder Folge, vielen Verdächtigen, auf eine altmodische Art spannend (wenig Thrill, eher entspannend und nett anzusehen) und letztendlich nicht sehr logisch.

Den zweiten Teil gibt’s erstmals am kommenden Mittwoch, den 5. Mai, um 21.15 Uhr.

Mit Heinz Drache, Albert Lieven, Margot Trooger, Dieter Borsche, Horst Tappert, Hellmut Lange, Eva Pflug

Wiederholungen

Samstag, 1. Mai, 18.20 Uhr

Sonntag, 2. Mai, 14.10 Uhr

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Das Halstuch“


Linksammlung zu „Im Angesicht des Verbrechens“

April 27, 2010

In den vergangenen Jahren waren vor allem Katastrophenmeldungen über die von Rolf Basedow geschriebene und von Dominik Graf inszenierte zehnteilige TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ zu hören. Steigende Budgets, eine geschrottete Produktionsgesellschaft undsoweiter.

Auf der Berlinale wurde der Zehnteiler dann an zwei Tagen gezeigt und die Kritiker waren begeistert. Jetzt läuft der Krimi auf Arte (etwas lieblos an fünf Abenden zwischen dem 27. April und dem 11. Mai) und irgendwann im Herbst im Ersten.

Graf selbst sagt zwar, dass es vielleicht nicht schlecht sei, die Serie an einem Stück zu sehen, aber wenn eine Serie schon als zehnteilige Serie konzipiert wird, sollte doch wenigstens die Erstausstrahlung so ablaufen.

Jedenfalls für alle, die noch nicht wissen, ob sie die Serie ansehen sollen (Was ich nicht verstehen kann.) oder die Serie erst nach der TV-Ausstrahlung an einem Stück sehen wollen (Was ich aufgrund meines eigenen Sehverhaltens gut verstehen kann) gibt es hier eine ziemlich umfassende, durchaus eigennützige Sammlung der Berichte und Kritiken zur Serie:

Interviews mit Dominik Graf in der Zeit, im Spiegel und BR (Talk Eins zu Eins).

Ein kurzer Werkstattbericht von Rolf Basedow im Tagesspiegel.

Besprechungen in der Berliner Zeitung, critic.de, Neues Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Freitag, Morgenpost,Rheinischer Merkur, Süddeutschen Zeitung, Tagesspiegel, Vorwärts und Welt.

Im Alexander-Verlag erscheint im September das Filmbuch „Im Angesicht des Verbrechens“ von Johannes Sievert. Geplant ist ein umfassender Einblick in die Dreharbeiten.

Dort erschien auch „Schläft ein Lied in allen Dingen“; eine Sammlung der von Dominik Graf in den vergangenen Jahren geschriebenen Essays zum Film.

Außerdem hat der Alexander-Verlag auch einen Mitschnitt des Gesprächs mit dem Berlinale-Publikum online gestellt. Das Bild ist mau, der Ton okay.

Update: Weitere Kritiken in Telepolis und Spiegel Online.

Update (18. Mai 2010): Die andere Meinung bei Martin Compart (und das Positive).

Und ich hab’s immer noch nicht gesehen…



TV-Tipp für den 27. April: Die 39 Stufen

April 27, 2010

BR, 23.50

Die 39 Stufen (GB 1935, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Charles Bennett, Alma Reville, Ian Hay

LV: John Buchan: The Thirty-Nine Steps, 1915 (Die neundundreißig Stufen)

Richard Hannay wird verdächtigt einen Spion umgebracht zu haben. Die Suche nach dem Mörder führt ihn durch halb England zu einem mordlüsternem Spionagering.

Hitchcock-Klassiker aus seiner englischen Phase.

“Was mir bei The 39 Steps gefiel, waren die jähen Umschwünge und das rapide Springen von einer Situation in die nächste. (…) Sollte ich The 39 Steps noch einmal drehen, dann würde ich wieder nach diesem Rezept vorgehen. Aber das kostet wirklich eine Menge Arbeit. Man muss einen Einfall auf den anderen folgen lassen, und das unheimlich schnell.” (Alfred Hitchcock zu Peter Bogdanovich)

Mit Madeleine Carroll, Robert Donat, Lucie Mannheim, Godfrey Tearle, Peggy Ashcroft, John Laurie

Wiederholung: MDR, Montag, 3. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

John-Buchan-Gesellschaft

Wikipedia über John Buchan (deutsch, englisch)

Kirjasto über John Buchan

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. April: Heat

April 26, 2010

Kabel 1, 22.50

Heat (USA 1995, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Story ist einfach und altbekannt: ein Polizist jagt einen ihm geistesverwandten Dieb.

Der Film ist sogar ein Remake. Michael Mann nahm einfach sein altes Drehbuch für „Showdown in L. A.“ (L. A. Takedown, 1989) und machte aus einem anderthalbstündigem TV-Piloten einen dreistündigen Kinofilm. Dank des größeren Budgets und guter Schauspieler (eine aus heutiger Sicht sehr beeindruckende Liste von Mann-Vertrauten, Stars und damals noch unbekannteren Namen) entstand ein Klassiker.

Berater bei dem Film waren Chuck Adamson (vor seinem Tod: Polizist und Autor für „Miami Vice“ und „Crime Story“), Dennis Farina (heute: Ex-Polizist und Schauspieler) und Andy McNab (heute: Ex-SAS und Schriftsteller).

mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan, Danny Trejo, Henry Rollins, Jeremy Piven, Xander Berkeley, Marty Ferrero, Rick Avery, Bud Curt (ungenannt, als Restaurantmanager Solenko)

Hinweise

Wikipedia über „Heat“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Heat“ von Michael Mann (Fassung vom 3. März 1994)

Michael Mann in der Kriminalakte


Herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten, Al Pacino!

April 24, 2010

Seine letzten guten Filme liegen schon einige Jahre zurück, aber davor spielte er in einigen All-Time-Klassikern mit: Der Pate (alle drei Teile), Asphalt-Blüten (fast unbekannt), Serpico, Hundstage, …und Gerechtigkeit für alle (Mein erster Al-Pacino-Film), Cruising, Scarface, Melodie des Todes (nach einer vierjährigen Kinopause), Dick Tracy (aus heutiger Sicht für die aktuellen Comicverfilmungen als Missing Link einen neuen Blick wert), Glengarry Glenn Rose, Der Duft der Frauen, Carlito’s Way, Heat, City Hall, Donnie Brasco, Im Auftrag des Teufels (vor allem wegen Al Pacino als —),  The Insider, An jedem verdammten Sonntag, Insomnia – Schlaflos und seine ungewöhnliche Shakespeare-Verfilmung „Al Pacino’s Looking for Richard“ (auch Regie).

Hier einige, wenige seiner großen Momente:


TV-Tipp für den 25. April: Eine Dame verschwindet

April 24, 2010

MDR, 00.40

Eine Dame verschwindet (GB 1938, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Sidney Gilliat, Frank Launder, Alma Redville

LV: Ethal Lina White: The wheel spins, 1936 (Eine Dame verschwindet)

Im Balkanexpress verschwindet eine nette, ältere Dame. Eine junge Frau und ein ebenfalls junger Mann suchen sie, obwohl die anderen Passagiere behaupten, die alte Dame habe niemals existiert.

Hitchcocks letzter bedeutender englischer Film. Danach ging’s nach Hollywood und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte.

“Die hervorragenden Schauspieler tragen das ihre dazu bei, aus der launigen Geschichte ein fesselndes Abenteuer zu machen. Am überzeugendsten aber siegt hier Hitchcocks Genie, den Thrill aus dem kontrapunktischen Spiel von Suspense und Komik zu schöpfen.” (Robert A. Harris/Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme)

Mit Margaret Lockwood, Michael Redgrave, Paul Lukas

Wiederholung: RBB, Dienstag, 27. April, 22.45 Uhr

Hinweis

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 24, 2010

Bei den Alligatorpapieren sind meine neuen, wie immer von Alfred üppig bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps online:

Am 29. April 1980 starb Alfred Hitchcock. Für die TV-Macher ist dieses Datum die – von uns Suspense-Fans euphorisch begrüßte – Gelegenheit, gaaanz viele Hitchcock-Filme zu zeigen. Neben den Hitchcock-Filmen gibt es auch die letzten beiden Teile der TV-Version von „Der Pate“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (deutlich besser als das Remake), Francois Truffauts Cornell-Woolrich-Verfilmung „Das Geheimnis der falschen Braut“, Lars Beckers „Nachtschicht: Vatertag“, Francesco Rosis Biopic „Lucky Luciano“, Daniel Percivals Val-McDermid-Verfilmung „Ein Ort für die Ewigkeit“, Barry Sonnenfelds Elmore-Leonard-Verfilmung „Schnappt Shorty“, Shane Blacks Brett-Halliday-Verfilmung „Kiss Kiss Bang Bang“, Orson Welles‘ Whit-Masterson-Verfilmung „Im Zeichen des Bösen“, Clint Eastwoods Andrew-Klavan-Verfilmung „Ein wahres Verbrechen“, Ang Lees Daniel-Woodrell-Verfilmung „Wer den Teufel reitet“ (Ach, liebe Verleiher, ich würde gerne die neue Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“ im Kino sehen.) und für die Oldie-Fans gibt es die Francis-Durbridge-Verfilmung „Das Halstuch“.


TV-Tipp für den 24. April: Ein Abend mit Alfred

April 24, 2010

Anlässlich des 30. Todestages von Alfred Hitchcock (13. August 1899 – 29. April 1980) gibt es heute und in den folgenden Tagen eine satte Portion Hitchcock-Filme. Den Anfang macht


BR, 20.15

Der unsichtbare Dritte (USA 1959, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

Ein immer wieder unterhaltsamer Hitchcock-Cocktail: Feindliche Agenten halten den lebenslustigen Werbekaufmann Roger Thornhill für einen US-Spion und die Polizei für einen Mörder. Um seine Unschuld geht die Jagd „North by Northwest“.

Mit Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Leo G. Carroll, Martin Landau

Wiederholung: Sonntag, 25. April, 23.45 Uhr

–

BR, 22.45

Bei Anruf Hitchcock (USA 1999, R.: Te Haimes)

Drehbuch: Ted Haimes

Spielfilmlange Doku über Alfred Hichtcock

mit Patricia Hitchcock, Brian De Palma, Jonathan Demme, Curtis Hanson, Robert Altman, Peter Bogdanovich Tippi Hedren, Teresa Wright, Janet Leigh, Joseph Stefano, Norman Lloyd

Wiederholung: Sonntag, 25. April, 02.05 Uhr (Taggenau!)

–

BR, 00.25

Verdacht (USA 1941, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville

LV: Francis Iles (Pseudonym von Anthony Berkeley): Before the fact, 1932 (Vor der Tat)

Hals über Kopf verknallt sich die schüchterne, vermögende Lina McLaidlaw in den Playboy Johnny Aysgarth. Nach ihrer Heirat erfährt sie, dass ihr Mann ein Spieler ist und dringend Geld braucht. Deshalb glaubt sie, dass er sie umbringen will.

Klassiker.

Zur Einordnung: Das ist der Hitchcock, in dem Grant mit einem Glas Milch auf einem Tablett eine Treppe hochgeht.

“Durchaus spannend, aber auch humorvoll, ist ‚Verdacht‘ eine Kriminalgeschichte ohne ein Verbrechen.” (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Joan Fontaine, Cary Grant, Sir Cedric Hardwicke, Nigel Bruce

Hinweise

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte



DVD-Kritik: David Peaces „Red Riding Trilogy“

April 23, 2010

To the North – where we do what we want!

(Auf den Norden – wo wir machen, was wir wollen!)

Das faszinierendste an dem aus den Krimis „1974“, „1977“, „1980“ und „1983“ bestehendem Red-Riding-Quartett von David Peace ist die Sprache. Es ist eine Sprache, die zu einer Hörbuchfassung einlädt, und die in direkter Opposition zu einer Verfilmung, die sich auf den Plot und die Bilder konzentriert, steht. Aber der werbefinanzierte Sender Chanel 4 hat es trotzdem gewagt und es entstand, nach den Drehbüchern von Tony Grisoni (Angst und Schrecken in Las Vegas, In this World, Tideland), eine überzeugende und eigenständige Interpretation der Romane „1974“, „1980“ und „1983“.

In „1974“ versucht der junge, ehrgeizige Journalist Edward Dunford (Andrew Garfield) herauszufinden, was in Yorkshire mit drei verschwundenen Mädchen geschah.

In „1980“ soll Peter Hunter (Paddy Considine) die Ermittlungen seiner Kollegen im Fall des Yorkshire-Rippers überprüfen.

In „1983“ soll der Anwalt John Piggott (Mark Addy) den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin (Daniel Mays) frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson (David Morrissey) mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Anhand der Geschichten dieser Männer, von denen nur – neben einigen Nebencharakteren – der Polizist Maurice Jobson in allen drei Filmen auftritt, wird Yorkshire als eine Gegend porträtiert, in der die Polizei, Verbrecher und die geistlichen und weltlichen Honoratioren wie Könige herrschen und sich nur an ihre eigenen Gesetze halten. Sie tun alles, damit keine Fremden, wie Dunford und Hunter, ihre Kreise stören. Aber auch Jobson und Pigott verfangen sich in dem Netz.

Umgesetzt wurden die Geschichten von Julian Jarrold, James Marsh und Anand Tucker in ruhigen, fast schon träumerischen Bildern, die wie ein Alptraum einen Sog entwickeln und mit wenigen Aufnahmen und Accessoires ein stimmiges Porträt der Jahre 1974, 1980 und 1983 heraufbeschwören.

„1974“ orientiert sich dabei vor allem am traditionellen Noir und den Paranoia-Thrillern der Siebziger, in denen Journalisten (öfters) und Detektive (seltener) eine Verschwörung aufdeckten und und den Abspann oft nicht überlebten.

„1980“ ist dagegen, vor allem weil die Ermittlungen von Detective Peter Hunter und die Streitigkeiten innerhalb der Polizei im Mittelpunkt stehen, ein Polizeifilm. Selbstverständlich mit einer satten Portion Noir.

„1983“ beginnt wie ein klassischer italienischer Mafiafilm und wird schnell zu einer sehr düsteren und bedrückenden Fantasie, die durch das ständige Wechseln zwischen den verschiedenen Erzählsträngen und zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu einer Allegorie auf die Zeitlosigkeit von Macht wird. Über die Jahre werden verschiedene Menschen von der Polizei mit den immergleichen Worten und Ritualen gefoltert. Die Hintergründe der Ereignisse aus den vorherigen Filmen „1974“ und „1980“ werden enthüllt. Drehbuchautor Tony Grisoni und Regisseur Anand Tucker springen, wie schon David Peace in seinem Roman, bruchlos zwischen den verschiedenen Ebenen hin und her. Die „1974“ in einen schon korrupten Boden gelegte Saat geht in „1983“ endgültig auf.

Am Ende des Noir ist das Kind gerettet und viel näher an ein konventionelles Happy End kommt der düstere Kosmos von David Peace und seinem genauem Adapteur Tony Grisoni nicht.

Die aus drei kinotauglichen Filmen bestehende „Red Riding Trilogy“ zeigt wieder einmal, auf welch hohem Standard das englische Fernsehen Geschichten erzählt. Es sind Filme für ein denkendes Publikum, das das Einschalten des Fernseher nicht als eine bedingungslose Aufforderung zum Abschalten des Gehirns verstehe.

Die Filme sind, wie die Romane von David Peace, nicht jedermanns Sache. Denn obwohl die Männer in den Verfilmungen positiver als in den Büchern gezeichnet werden, ist Yorkshire für die Männer und Frauen eine Vorhölle, aus der sie lebend nicht entkommen können. Die klaustrophisch-meditativen Interpretationen der Romane sind in jeder Hinsicht exzellent.

Das kann von dem spärlichen Bonusmaterial nicht behauptet werden. Es gibt einige geschnittene Szenen und kurze, großzügig auf „1980“ und „1983“ verteilte, weitgehend überflüssige Making-of-Interviewschnipsel. Interessant sind nur die Bemerkungen von Drehbuchautor Tony Grisoni und Regisseur Julian Jarrold.

Red Riding Trilogy (GB 2009)

Regie: Julian Jarrold, James Marsh, Anand Tucker

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: 1974, 1980, 1983

mit Andrew Garfield (Eddie Dunford), Paddy Considine (Peter Hunter), David Morrissey (Maurice Jobson), Mark Addy (John Piggott), Sean Bean (John Dawson), Jim Carter (Harold Angus), Warren Clarke (Bill Molloy), Anthony Flanagan (Barry Gannon), Rebecca Hall (Paula Garland), Sean Harris (Bob Craven), Gerard Kearns (Leonard Cole), Eddie Marsan (Jack Whitehead), Peter Mullan (Martin Laws), Maxine Peake (Helen Marshall)

Robert Sheehan (BJ), Daniel Mays (Michael Myshkin)

–

DVD

Kinowelt

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial:

DVD 1: Interview mit Julian Jarrold, Trailer, Geschnittene Szenen

DVD 2: Making of 1980, Trailer, Geschnittene Szenen

DVD 3: Hinter den Kulissen, Trailer, Geschnittene Szenen

Laufzeit: 102 Minuten (1974), 93 Minuten (1980), 100 Minuten (1983)

FSK: ab 16 Jahre

–

Die Red-Riding-Trilogie

1974 (Red Riding: In the Year of Our Lord 1974, GB 2009)

Regie: Julian Jarrold

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

–

1980 (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, GB 2009)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty, 2001 (1980)

–

1983 (Red Reding: In the Year of Our Lord 1983, GB 2009)

Regie: Anand Tucker

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peacy: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

–

Hinweise

Channel 4 über die „Red Riding Trilogy“

Wikipedia über die „Red Riding Trilogy“ (deutsch, englisch)

Times Online/The Sunday Times: Benji Wilson über die „Red Riding Trilogy“ (22. Februar 2009)

Independent: Gerard Gilbert über die „Red Riding Trilogy“ (4. März 2009)

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Kriminalakte über David Peace



TV-Tipp für den 23. April: Der Mann aus Marseille

April 23, 2010

WDR, 23.15

Der Mann aus Marseille (F/I 1972, R.: José Giovanni)

Drehbuch: José Giovanni

LV: José Giovanni: L´excommunié/La scoumoune, 1958 (Der Gangsterboss)

Ballade über die Freundschaft zwischen zwei Gangstern, die nach dem Zweiten Weltkrieg sich wieder einen Platz in der Pariser Unterwelt sichern wollen.

Mit Jean-Paul Belmondo, Michel Constantin, Claudia Cardinale, Andréa Ferréol, Gérard Depardieu


TV-Tipp für den 22. April: Schwarz und stolz

April 22, 2010

Arte, 22.15

Schwarz und stolz – Teil 1 (F 2008, R.: Marc-Aurèle Vecchione)

Drehbuch: Pierre Evil

Zweiteilige Doku über die Geschichte der Black Music in den USA von den Anfängen auf den Baumwollfeldern bis zur Gegenwart in den Großstädten.

Der zweite Teil folgt am kommenden Donnerstag, den 29. April, um 22.05 Uhr.

Wiederholung: Montag, 10. Mai, 10.30 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku (müsste dort auch anschließend in der Mediathek sein)

Mittelbayerische über die Doku

Blip TV: Zweiter Teil der Doku (französische Fassung)


DVD-Kritik: Die „Spooks“ sind da

April 21, 2010

„Die britische Antwort auf ’24’“ ist die gern benutzte Kurzbeschreibung der BBC-Serie „Spooks – Im Visier des MI5“. Das ist in vielen Punkten Quatsch. Denn „Spooks“ ist kein zeitgemäßes Update von „Die Profis“, um eine englische Serie zu nennen, sondern eher ein dramatisierter Einblick in die Arbeit eines Geheimdienstes und wie sich die Arbeit auf das Psyche auswirkt. Natürlich gibt es auch Action, aber im Vergleich zu „Die Profis“ (für die älteren Semester) oder „24“ (für die Jüngeren) fällt der Actionanteil eher gering aus, es gibt wenige Außendrehs und die MI5-Agenten wirken alle etwas unnahbar. Denn sie sind alle professionelle Lügner. Sie belügen ihre Vorgesetzten, ihre Kollegen und ihre Partner. Außerdem sind sie jederzeit ersetzbar oder können, wie das Ende der zweiten Folge „Gefährliche Idee“ zeigt und das Staffelende vermuten lässt, sterben. In „Spooks“ gibt es nicht, wie in „24“ einen Jack Bauer, der garantiert bis zur letzten Folge der Staffel überlebt. Das ist im ersten Moment, weil man sich nicht bedingungslos mit einem Charakter identifiziert, ein Nachteil. Ebenso können Nebencharaktere aus den ersten Episoden später wichtiger werden und es ist anfangs unklar, – jedenfalls für die erste Staffel – wer der wichtigste Mann im Team ist. Aber nach einigen Folgen und wenn man sich auf die Welt der „Spooks“ einlässt, ist das ein Vorteil. Denn die erzählerischen Möglichkeiten sind viel größer.

So wird von gefährlichen Undercover-Einsätzen gegen Rechtsradikale („Gefährliche Idee“), dem Kampf gegen radikale Abtreibungsgegner („Heilige Rache“), Geiselnahmen von Terroristen in einer Botschaft („Späte Rache“), der Frage, ob ein legendärer Agent während eines Undercover-Einsatzes gegen Globalisierungsgegner die Seiten wechselte („Verzweifelungstat“), den kompromittierenden Memoiren eines ehemaligen Staatsmannes („Die Memoiren“) und dem Kampf gegen islamistische Terroristen, die in England ein Atomkraftwerk zerstören wollen („Dreht Harry durch?“) erzählt.

Neben diesen Einsätzen, die teilweise noch komplizierter werden, weil MI5-Agenten undercover zu den Geiseln gehören, die Informationen von einer irischen Terrorgruppe kommen, es sich um ein Ablenkungsmanöver handelt oder handeln könnte und natürlich niemandem vertraut werden kann (in diesem Punkt gleicht „Spooks“ „24“), gibt es auch einige fortlaufende Geschichten. Die wichtigste ist dabei die auf einer Lüge aufgebaute Liebesgeschichte zwischen dem Agenten Tom Quinn (Matthew Macfadyen) und der alleinerziehenden Restaurantbesitzerin Ellie Simm (Esther Hall). Denn sie glaubt, dass er ein biederer, für den Staat arbeitender Informatiker ist. Auch die hochrangige MI5-Agentin Tessa Phillips (Jenny Agutter), die auf den ersten Blick wie eine graue Maus wirkt, wird zunehmend wichtiger und sie hat es faustdick hinter den Ohren.

In zwei Folgen spielt Hugh Laurie (seit 2004 „Dr. House“; – aber das wisst ihr ja alle) den überheblich-blasierten MI6-Mann Jools Siviter, der als Auslandsgeheimdienstler auf den MI5 als Kindergartenveranstaltung nur mit Verachtung herabschaut und so auch etwas Humor in die Serie bringt.

Das informative Bonusmaterial fällt mit neunzig Minuten für eine britische Serie ungewohnt üppig aus. Es wird viel über die Produktion und die Hintergründe der Serie gesprochen. Es wird verraten, warum „Spooks“ keine Credits hat. Dass bei dem Bonusmaterial ebenfalls auf das Einblenden von Name und Beruf der redenden Autoren, Cutter, Produzenten und Regisseure verzichtet wurde, übertreibt die Idee mit der Anonymität dann doch etwas. Die Hauptdarsteller erzählen etwas über ihre Anfänge und, manchmal, auch über ihre Rolle. Und es gibt, als überflüssigster und, mit zehn Minuten, kürzester Teil des Bonusmaterials, einige geschnittene Szenen.

Die „Spooks“ sind nicht so catchy wie die Gauner aus „Hustle“ (einer weiteren Kudos-Serie), sondern eher unauffällig-bieder. Halt wie echte Spione, die ihren le Carré gelesen haben und manchmal gerne James Bond wären, aber wissen, dass das Eskapismus ist.

Polyband veröffentlichte die „Internationale Fassung“. Diese Version wird bereits in England hergestellt, indem pro Folge etwa zehn Minuten herausgeschnitten werden. Insofern: ja, gekürzt, aber vom Hersteller.

Spooks – Im Visier des MI5 – Staffel 1 (Spooks, GB 2002)

mit Matthew Macfadyen (Tom Quinn), Keely Hawes (Zoe Reynolds), Peter Firth (Harry Pearce), David Oyelowo (Danny Hunter), Jenny Agutter (Tessa Phillips), Lisa Faulkner (Helen Flynn), Hugh Laurie (Jools Siviter), Esther Hall (Ellie Simm)

Gaststars: Lisa Eichhorn, Anthony Head, David Calder, Lorcan Cranitch

–

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: – (außer dem Bonusmaterial)

Bonusmaterial: Spooks (Idee und Ursprung, Das Format, Kein Abspann, Die Credits für Episode 1 – 6, Die Terror-Frage, Das Casting), Cast (Matthew Macfadyen, Keely Hawes, Peter Firth, David Oyelowo, Jenny Agutter, Hugh Laurie als Jools Siviter [Interwies mit den Schauspielern über ihre Anfänge und ihre Rolle; über Hugh Laurie und seine Rolle äußern sich andere), Crew (Die Produzenten, Der Autor [Wolstencroft], Der Regisseur [Nalluri], Der Cutter), Deleted Scenes, Wendecover

Laufzeit: 300 Minuten (6 x 50 Minuten), 90 Minuten Bonusmaterial

FSK: ab 16 Jahre

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Die ersten sechs Einsätze der „Spooks“

Heilige Rache (Thou shalt not kill)

Regie: Bharat Nalluri

Drehbuch: David Wolstencroft

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Gefährliche Idee (Looking after our own)

Regie: Bharat Nalluri

Drehbuch: David Wolstencroft

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Späte Rache (One last dance)

Regie: Rob Bailey

Drehbuch: Simon Mirren

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Verzweifelungstat (Traitor’s Gate)

Regie: Rob Bailey

Drehbuch: Howard Brenton

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Die Memoiren (The Rose Bed Memoir)

Regie: Andy Wilson

Drehbuch: Howard Brenton

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Dreht Harry durch? (Mean, dirty, nasty; US-Titel: Lesser of two Evils)

Regie: Andy Wilson

Drehbuch: David Wolstencroft, Howard Brenton

–

Hinweise

BBC über „Spooks“ (deutsch, englisch)

Kudos über „Spooks“

ZDFneo über „Spooks“

Wikipedia über „Spooks“ (deutsch, englisch)

BFI über „Spooks“

21CTV: The Writing of Spooks (7. Juli 2009)

DVD Verdict über „Spooks – Staffel 1“ (in den USA bekannt als „MI-5“)

Meine Besprechung von David Wolstencrofts „Die Spezialisten“ (Good News, Bad News, 2004)


TV-Tipp für den 21. April: Hochschulfilme 2010

April 21, 2010

RBB, 22.45

Hochschulfilme 2010

Was macht der Nachwuchs der Filmhochschule Konrad Wolf und der Deutschen Film- und Fernsehakademie? Nun, heute gibt’s als Arbeitsproben die Kurzfilme „Lebendkontrolle“ (22.45 Uhr), „Magda“ (23.15 Uhr) und „Mondwärts“ (23.45 Uhr), morgen dann „Jessi“ (23.45 Uhr), „Orpheus“ (00.15 Uhr) und „Der Kommissar“ (00.45 Uhr).

Weitere Infos beim besten Hauptstadtsender Deutschlands.


TV-Tipp für den 20. April: Columbo: Blumen des Bösen

April 19, 2010

SRTL, 22.15

Columbo: Blumen des Bösen (USA 1972, R.: Boris Sagal)

Drehbuch: Jonathan Latimer

Onkel Jarvis, Orchideenzüchter und Verwalter des Familienvermögens, schlägt dem in finanziellen Nöten steckenden Playboy Goodland eine fingierte Entführung vor. Aber Goodland bleibt für immer verschwunden. Oder wird Columbo ihn finden?

Diese natürlich äußerst gelungene Columbo-Folge (Plot gut, Dialoge gut, Schauspieler dito) ist das letzte Drehbuch des Pulp-Autors. Joseph Latimer schrieb auch Drehbücher für die langlebige Perry Mason-Serie mit Raymond Burr.

Mit Peter Falk, Ray Milland

Hinweise:

Krimi-Couch über Jonathan Latimer

Mystery File (John Fraser sehr ausführlich) über John Latimer

Kirjasto über Jonathan Latimer

Thrilling Detective über Jonathan Latimer

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

The Museum of Broadcast Communications über “Columbo”

Fernsehlexikon über “Columbo”

“Columbo”-Fanseite

Deutsche “Columbo”-Fanseite

Noch eine deutsche “Columbo”-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak


TV-Tipp für den 19. April: Air Force One

April 18, 2010

ZDF, 22.15

Air Force One (USA 1997, R.: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Dienstag, 20. April, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins‘ „Der erste Quarry“ (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Two for the Money“ (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond (Bloody Murder, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. April: Asphalt-Cowboy

April 17, 2010

Arte, 20.15

Asphalt-Cowboy (USA 1969, R.: John Schlesinger)

Drehbuch: Waldo Salt

LV: James Leo Herlihy: Midnight Cowboy, 1965 (Mitternachts-Cowboy)

Der naive Cowboy Joe Buck aus Texas will in New York als Gigolo viel Geld verdienen. Aber bei den reichen Damen hat er kein Glück und sein einziger Freund, der an Tuberkulose erkrankte Kleingauner Ratso, vermittelt ihn an schwule Kunden. Denn die lieben einen echten Cowboy.

Mit dem vor Ort gedrehten, den ‚american way of life‘ kritisierendem Drama hatte John Schlesinger in den USA seinen Durchbruch, Jon Voight und Dustin Hoffman (der bereits mit „Die Reifeprüfung“ einen Hit hatte) stiegen in die erste Liga auf und, nachdem der Film für zahlreiche Preise nominiert wurde und etliche erhielt (der bekannteste ist natürlich der Oscar für den besten Film des Jahres), wurde auch das X-Rating (nicht jugendfrei und damit vor allem für Pornos reserviert) für diesen Film überdacht und in ein R-Rating.

Für das muntere Partygeplauder sollte man wissen, dass „Asphalt-Cowboy“ nicht nur einzige Film ist, der mit einem X-Rating, der einen Oscar als bester Film erhielt, sondern dass er auch der einzige als nicht jugendfrei eingestufte Spielfilm ist, der einem amtierendem US-Präsidenten gezeigt wurde.

Für Cineasten ist „Asphalt-Cowboy“ einer der ersten New-Hollywood-Filme.

mit Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles, John McGivern, Brenda Vaccaro

Wiederholung: Dienstag, 20. April, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Asphalt-Cowboy“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Midnight Cowboy“ von James Herlily und Waldo Salt (Fassung vom 2. Februar 1968)

Michael Dare über „Midnight Cowboy“ (Liner-Notes der Criterion-DVD)

MetalAsylum: Mike Lorefice über „Midnight Cowboy“ (25. Januar 2002)

Filmsite: Tim Dirks über „Midnight Cowboy“

Orlando Sentinel: Jon Voight über „Midnight Cowboy“ (30. März 2009)


TV-Tipp für den 17. April: Castle: Tödliche Schulden

April 17, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Heute startet die zweite Staffel von einer meiner derzeitigen Lieblingsserien. „Castle“ ist eine in den USA sehr erfolgreiche und amüsante Crime-Comedy über den leicht überheblichen, kindischen, sehr erfolgreichen Krimiautor Rick Castle und Kate Beckett, einer New Yorker Polizistin, die er als Vorbild für seinen neuen Seriencharakter Nikki Heat auserwählt hat. Aufgrund seiner guten Freundschaft zum Bürgermeister durfte er sie in der ersten Staffel (die in den vergangenen Wochen auf Kabel 1 lief) begleiten und sie wurden Freunde (obwohl Castle…).

Dank guter und zuletzt steigender Quoten (teils sogar vor CSI) wurde in den USA die zweite Staffel mehrfach auf inzwischen 24 Folgen verlängert und die dritte Staffel ist auch schon bestellt.

Aber nur die Meldung, dass bei uns die zweite Staffel unmittelbar nach der Ersten gezeigt wird, wäre kein „Tipp des Tages“.

Auch nicht, dass Rick Castle wieder Poker spielt. Das tat er auch in der Pilotfolge mit Stephen J. Cannell und James Patterson. Jetzt spielt er wieder mit seinen Schriftstellerkollegen Poker. Stephen J. Cannell (Detektiv Rockford – Anruf genügt, Das A-Team, Hunter, 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer, Renegade – Gnadenlose Jagd) ist wieder dabei; und dieser Autor, der in Deutschland zuletzt „So wahr uns Gott helfe“ (doofer Titel) veröffentlichte.

Als ich die Szene sah, blieb mir die Spucke weg. Denn der Name wird in den Credits nicht verraten.

Der Grund für das Pokerspiel mit seinen Schriftstellerkollegen ist, dass Rick Castle Kate Beckett bei einem schwierigen Mordfall helfen will und so hofft, sie wieder zu besänftigen. Denn Kate Beckett ist stinkig, weil er auf eigene Faust in ihrer Vergangenheit herumwühlte und neue Fakten über den Mord an ihrer Mutter herausgefunden hat, und genervt, weil Castles neuer Krimi „Heat Wave“ in ihrem Büro mit einer pompös-klischeebehafteten Werbekampagne beworben wird.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Sonntag, 18. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


Neu im Kino: Cop Out – Geladen und entsichert

April 15, 2010

Cop Out – Geladen und entsichert (Cop Out, USA 2010)

Regie: Kevin Smith

Drehbuch: Rob & Mark Cullen

Just another Buddy-Movie: Zwei Cops, die sich die halbe Zeit streiten, jagen Gangster.

Harold Faltermeyer (Beverly Hills Cop, Top Gun, Fletch) schrieb die Musik.

Kevin Smith (Clerks, Chasing Amy) wollte mal einen Film mit Bruce Willis drehen, nahm erstmals für einen Spielfilm ein fremdes Drehbuch und darf sich – sicher dank großflächiger Werbung und prominenter Platzierung in den Multiplexen – freuen. „Cop Out“ ist sein kommerziell erfolgreichster Film.

Die Kritiker sind dagegen nicht begeistert und Kevin Smith findet das, via Twitter, S-C-H-E-I-S-S-E.

mit Bruce Willis, Tracey Morgan, Guillermo Diaz, Rashida Jones, Kevin Pollack

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cop Out“


TV-Tipp für den 16. April: St. Elmo’s Fire

April 15, 2010

ZDFneo, 20.15

St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief (USA 1985, R.: Joel Schumacher)

Drehbuch: Joel Schumacher, Carl Kurlander

Episodenfilm über sieben junge Erwachsene, die nach dem College die ersten Erfahrungen im Arbeitsleben sammeln.

„gefällige, glatte Komödie mit einigen ernsten Anklängen, die aber wegen ihrer Oberflächlichkeit wenig Überzeugungskraft besitzen.“ (multimedia)

Der Ensemblefilm ist heute vor allem als ein Blick zurück auf die ersten Karrierejahre einer beachtlichen Riege von Jungstars sehenswert.

Joel Schumacher drehte danach „The Lost Boys“, „Flatliners“, „Falling Down“, „Batman Forever“, „Batman & Robin“ und „Nicht auflegen“.

Außerdem lief dieser eine Song damals überall:


mit Emilio Estevez, Rob Lowe, Andrew McCarthy, Demi Moore, Judd Nelson, Ally Sheedy, Mare Winningham, Martin Balsam, Andie MacDowell, Joyce Van Patten

Hinweise

Wikipedia über „St. Elmo’s Fire“ (deutsch, englisch)

Den of Geek über „St. Elmo’s Fire“

Fast-Rewind über „St. Elmo’s Fire“

DVD Verdict über „St. Elmo’s Fire“

Daily Film Dose über „St. Elmo’s Fire“